#21

RE: "Antifaschistischer Schuitzwall" Wo saßen die Faschisten?

in DDR Staat und Regime 15.11.2011 23:21
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Pitti53

Zitat von Larissa

Zitat von Pitti53
[quote="Gert
Ja stimmt Gert.Ein unrühmliches Kapitel in der Geschichte der DDR

Aber,die ,die in Westen gingen wurden dafür auch entschädigt
Genauso wie die Ostpreußen oder Sudetendeutschen u.a. die im Westen landeten
Muß man auch wissen



Kleinlich entschaedigt.
Aus West- und Ostpreussen und aus dem Sudetenland, u.a. die landeten nicht, die wurden ganz klar vertrieben, das waren Fluechtlinge. Fuer riesige Laendereien wurde mit DM in kleiner Hoehe entschaedigt. Fuer Wald, Seen und grosse Laenderein, Gutshof in Westpreussen, erhielt mein Vater 8.000 DM und musste auf alle Rechte verzichten.

Ja, wenn man den Reichen etwas wegnimmt und verteilt, dann ist das immer unruehmlich. Habe mich immer gefragt, warum Robin Hood so ein Held ist und Karl Marx nicht. Der Gedanke, Besitz zu verteilen, kam natuerlich bei denen nicht an, die mehr zu verlieren hatten, ganz klar.....genau wie heute............im Gegensatz zur heutigen Mafia im Westen war allerdings die 'Sache' eine andere.
Gruss, Larissa





Moment Larissa....die "Vertreibung" war Folge des II.WK und Entscheidung der Siegermächte

Das es überhaupt in der BRD eine Entschädigung gab ist wunderlich.In der DDR gab es nichts.Auch meine Großeltern und Schwiegereltern stammten aus diesen Gegenden,erhielten aber in der DDR nichts.Sie haben auch nichts erwartet.

Sie waren froh 1945 wieder ein Dach über dem Kopf zu haben.

Als sie aber nach 1990 erfuhren ,daß andere aus ihrer Sippe die es in den Westen verschlagen hatte ,dort eine Entschädigung erhalten hatten waren sie auf diese stinkesauer.Denn davon hatten die natürlich niee was erzählt,geschweige denn,wollten mit ihnen teilen




Natuerlich war diese Vertreibung die o.g. Folge.
Die 'Vertreibung' war eine Vertreibung und diese 'landeten' nicht einfach, sie flohen noch waehrend des Krieges. Die Fluechtlinge verliessen die Ostgebiete aufgrund der anrueckenden Roten Armee und das war vor Kriegsende meist. Mein Grosvater fuehrte einen ganzen Trek mit allen Dorfbewohnern in den Westen. Ein unbeschreibliches Elend im Fruehjahr 1945. Die Entscheidung Deutschland aufzuteilen lag bei den Grossmaechten und war absehbar, denn bereits bei Ende des Krieges hatte der Mohr ausgedient: die Sowjetunion. Erste Zwistigkeiten kamen auf. Ansonsten kuemmerten sich die 'Grossmaechte' westlicherseits nicht um das Elend oder dem Fluechtlingsproblem in Deutschland. Damit mussten sich die ausgebombten Deutschen, denen es kaum besser ging, auseinandersetzen. Und ja, teilen? nein, das wollten die Menschen damals, wie heute nicht. Zwangseinweisungen auf Bauernhoefe und in noch intakte Wohnungen und Haeuser mussten erfolgen, damit die Menschen ein Dach ueber dem Kopf hatten. Fluechtlinge sind bei mir ein wunder Punkt, da meine deutsche Familie unsaeglich, auch im Nachhinein, unter der Behandlung litt, die ihnen lange Jahre danach auch im Westen zuteil wurde. Ihnen wurde der sog. Lastenausgleich nicht gegoennt, gleichgueltig wo sie ansiedelten im Westen. Diese wurden abfaelligerweise lange Jahre danach nur 'Fluechtlinge' genannt. Dieser Lastenausgleich wurde in meiner Familie unter allen verteilt, unter Angabe der im polnischen Korridor verbliebenen Verwandten sogar (z.B. Deutsche Tante die einen Polen geheiratet hatte) die ebenfalls berechtigt war und diese sog. Ausgleichszahlung erhielt. Ihr wurde ja das Land dort von der polnischen Verwaltung ebenfalls aberkannt, weil sie Deutsche war.
Unruehmliche Kapitel gibt es eine ganze Menge in beiden deutschen Staaten; zwei Staaten, die mit anderen Besetzern und anderen Gesetzen und einem anderen System gegeneinander kaempften, eben im Sinne der Besetzer. Wobei wir wieder beim Thema sind. Der antifaschistische Schutzwall schuetze ueber lange Zeit, konnte aber nicht das langsame Ausbluten des Staates DDR verhindern.
Gruss, Larissa


zuletzt bearbeitet 15.11.2011 23:33 | nach oben springen

#22

RE: "Antifaschistischer Schuitzwall" Wo saßen die Faschisten?

in DDR Staat und Regime 15.11.2011 23:29
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Pitti53

Zitat von Marder
Das nannte sich Lastenausgleich und wurde zum Teil auch von den westdeutschen Bürgen zusätzlich eingezahlt.

http://www.studienstelleog.de/bestaende/Lasten1a.htm

MfG Jürgen

"zitat"

Der Lastenausgleich war eine eindrucksvolle Hilfsaktion, ein Entschädigungswerk im westlichen Teil Deutschlands, das nach Art und Umfang als einzigartig gilt. Sein Ziel: den Menschen, die durch den Zweiten Weltkrieg Hab und Gut verloren hatten, wirtschaftlich wieder auf die Beine zu helfen, ihnen die wirtschaftliche Eingliederung zu erleichtern. Der Lastenausgleich galt den Heimatvertriebenen, den Flüchtlingen und den Sachgeschädigten. Er sollte deren Kriegs- und Kriegsfolgelasten von jenen mittragen lassen, die nichts oder nur einen Teil ihres Eigentums verloren hatten. Sie mußten daher für den Lastenausgleich der Geschädigten aufkommen. Zahlungsverpflichtet waren die Eigentümer von Grundstücken, Häusern und sonstigem Vermögen, aber auch Schuldner, denen die Währungsreform von 1948 die Schuldensumme bis auf einen kleinen Teil zusammengestrichen hatte. Ihnen wurde eine Hypotheken- und Kreditgewinnabgabe abverlangt, den übrigen eine Vermögensabgabe. Alles zusammen ergab die Lastenausgleichsabgabe. Allerdings fiel das Aufkommen aus den Währungsreformgewinnen der Schuldner nicht sonderlich ins Gewicht. Entscheidend waren die Mittel aus der Vermögensabgabe. Gesammelt wurden die Abgaben im Ausgleichsfonds.

"Zitat Ende"



Genau Lastenausgleich hieß es.

Damit hat man auch so manchen in den Westen gelockt,wenn sie es denn erfuhren.

Meine Sippe wollte es nicht.Hier gab es die Bodenreform,auch nicht schlecht.Aber werden sicher wieder einige sagen auch dem vorausgegangen eine Enteignung...Damals wars den Leuten egal,die Land erhielten,wenn es auch nicht viel war




Pitti hier wird einiges durcheinander geschmissen. Lastenausgleich gab es für die Vertriebenen aus den Gebieten die an Polen und CSR gingen. Dieser Lastenausgleich war aber ein geringer Teil des tatsächlichen Wertes des verlorenen Gutes.
Das hat aber nichts mit den von mir beschriebenen Aktionen gegen z.B. die Hotelbesitzer auf Rügen und auch gegen die Bauern, die nicht in die LPG wollten, zu tun.
@ Larissa die von dir beschriebenen Verhältnisse in den USA sind sicher für die Betroffenen hart, sie haben aber auch nichts mit den von mir beschriebenen Unrechtstaten der DDR Regierung zu tun. Das kann man nicht vergleichen, sind 2 völlig verschieden Paar Schuhe.

Gruß Gert


.
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#23

RE: "Antifaschistischer Schuitzwall" Wo saßen die Faschisten?

in DDR Staat und Regime 15.11.2011 23:38
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Gert

Zitat von Pitti53

Zitat von Marder
Das nannte sich Lastenausgleich und wurde zum Teil auch von den westdeutschen Bürgen zusätzlich eingezahlt.

http://www.studienstelleog.de/bestaende/Lasten1a.htm

MfG Jürgen

"zitat"

Der Lastenausgleich war eine eindrucksvolle Hilfsaktion, ein Entschädigungswerk im westlichen Teil Deutschlands, das nach Art und Umfang als einzigartig gilt. Sein Ziel: den Menschen, die durch den Zweiten Weltkrieg Hab und Gut verloren hatten, wirtschaftlich wieder auf die Beine zu helfen, ihnen die wirtschaftliche Eingliederung zu erleichtern. Der Lastenausgleich galt den Heimatvertriebenen, den Flüchtlingen und den Sachgeschädigten. Er sollte deren Kriegs- und Kriegsfolgelasten von jenen mittragen lassen, die nichts oder nur einen Teil ihres Eigentums verloren hatten. Sie mußten daher für den Lastenausgleich der Geschädigten aufkommen. Zahlungsverpflichtet waren die Eigentümer von Grundstücken, Häusern und sonstigem Vermögen, aber auch Schuldner, denen die Währungsreform von 1948 die Schuldensumme bis auf einen kleinen Teil zusammengestrichen hatte. Ihnen wurde eine Hypotheken- und Kreditgewinnabgabe abverlangt, den übrigen eine Vermögensabgabe. Alles zusammen ergab die Lastenausgleichsabgabe. Allerdings fiel das Aufkommen aus den Währungsreformgewinnen der Schuldner nicht sonderlich ins Gewicht. Entscheidend waren die Mittel aus der Vermögensabgabe. Gesammelt wurden die Abgaben im Ausgleichsfonds.

"Zitat Ende"



Genau Lastenausgleich hieß es.

Damit hat man auch so manchen in den Westen gelockt,wenn sie es denn erfuhren.

Meine Sippe wollte es nicht.Hier gab es die Bodenreform,auch nicht schlecht.Aber werden sicher wieder einige sagen auch dem vorausgegangen eine Enteignung...Damals wars den Leuten egal,die Land erhielten,wenn es auch nicht viel war




Pitti hier wird einiges durcheinander geschmissen. Lastenausgleich gab es für die Vertriebenen aus den Gebieten die an Polen und CSR gingen. Dieser Lastenausgleich war aber ein geringer Teil des tatsächlichen Wertes des verlorenen Gutes.
Das hat aber nichts mit den von mir beschriebenen Aktionen gegen z.B. die Hotelbesitzer auf Rügen und auch gegen die Bauern, die nicht in die LPG wollten, zu tun.
@ Larissa die von dir beschriebenen Verhältnisse in den USA sind sicher für die Betroffenen hart, sie haben aber auch nichts mit den von mir beschriebenen Unrechtstaten der DDR Regierung zu tun. Das kann man nicht vergleichen, sind 2 völlig verschieden Paar Schuhe.
Gruß Gert




Nein Gert, das sind nicht zwei voellig verschiedene paar Schuhe. Du behauptest die DDR waere ein Unrechtstaat. Ich behaupte das hier die Aktionen genauso verwerflich sind, und dass der Staat in dem so etwas passieren kann verwerflich ist. Wenn er das tut ist er nicht rechtsstaatlich, ganz einfach. Ich weiss nicht, warum es nicht erlaubt ist, einen Vergleich anzustellen. Im einem Staat ist es fuer den Sozialismus gewesen. Im anderen ist der Vergleich auf Ausbeutung fuer mich erheblich schlimmer. Und das habe ich gemeint.
Gruesse Dich, schlafe gut,
Lartissa


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#24

RE: "Antifaschistischer Schuitzwall" Wo saßen die Faschisten?

in DDR Staat und Regime 15.11.2011 23:59
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von Larissa
[
Natuerlich war diese Vertreibung die o.g. Folge.
Die 'Vertreibung' war eine Vertreibung und diese 'landeten' nicht einfach, sie flohen noch waehrend des Krieges. Die Fluechtlinge verliessen die Ostgebiete aufgrund der anrueckenden Roten Armee und das war vor Kriegsende meist.



Hallo, Larissa,

das oben zitierte ist aber sehr verkürzt dargestellt. Meine Schwester wurde am 28.3.1946 auf dem Gebiet des heutigen Polen geboren - und 2 Monate nach ihrer Geburt samt Mutter auf Viehwagen Richtung Westen geschickt. Es liegt schon eine besondere Ironie darin, dass ihr - und mein- Grossvater als Kommunist die "1000 Jahre" im KZ Sachsenhausen verbringen musste - solche Leute muss man einfach vertreiben.

Man sollte nicht auf Teufel komm raus die Vergangenheit schön reden, weils einem ins Weltbild passt. Es kommt ja noch dazu, dass die Menschen, die in das Haus meiner Eltern einwaurtiert wurden, Vertriebene aus Ostpolen waren, das damals der Sowjetunion zugeschlagen wurde. Und das waren Menschen, die auch vertrieben wurden - von daher hat meine Familie immer Verständnis für sie gehabt.

Ich bin froh, dass diese unsäglichen Zeiten vorbei sind - und freue mich immer, wenn ich im heutigen Polen bin, aus dem meine Familie nun mal ursprünglich stammt.

Gruss

icke



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#25

RE: "Antifaschistischer Schuitzwall" Wo saßen die Faschisten?

in DDR Staat und Regime 16.11.2011 00:36
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von icke46

Zitat von Larissa
[
Natuerlich war diese Vertreibung die o.g. Folge.
Die 'Vertreibung' war eine Vertreibung und diese 'landeten' nicht einfach, sie flohen noch waehrend des Krieges. Die Fluechtlinge verliessen die Ostgebiete aufgrund der anrueckenden Roten Armee und das war vor Kriegsende meist.



Hallo, Larissa,

das oben zitierte ist aber sehr verkürzt dargestellt. Meine Schwester wurde am 28.3.1946 auf dem Gebiet des heutigen Polen geboren - und 2 Monate nach ihrer Geburt samt Mutter auf Viehwagen Richtung Westen geschickt. Es liegt schon eine besondere Ironie darin, dass ihr - und mein- Grossvater als Kommunist die "1000 Jahre" im KZ Sachsenhausen verbringen musste - solche Leute muss man einfach vertreiben.

Man sollte nicht auf Teufel komm raus die Vergangenheit schön reden, weils einem ins Weltbild passt. Es kommt ja noch dazu, dass die Menschen, die in das Haus meiner Eltern einwaurtiert wurden, Vertriebene aus Ostpolen waren, das damals der Sowjetunion zugeschlagen wurde. Und das waren Menschen, die auch vertrieben wurden - von daher hat meine Familie immer Verständnis für sie gehabt.

Ich bin froh, dass diese unsäglichen Zeiten vorbei sind - und freue mich immer, wenn ich im heutigen Polen bin, aus dem meine Familie nun mal ursprünglich stammt. Gruss icke




Richtig Icke, sehr verkuerzt. Du bist im uebrigen der Allererste der mir sagt, ich haette abgekuerzt....meist ist das ja alles zu viel was ich schreibe!
Du hast Recht, natuerlich gab es neben den Fluechtenden auch die Vertriebenen, die nicht gehen wollten und das muss man auseinander halten. Im deutschen Korridor in Polen spielte sich bereits Jahre vor dem Krieg ein Verwirrspiel um polnische und Deutsche Verwaltung ab. Unter polnischer Verwaltung musste polnisch gesprochen werden in den Schulen, unter deutscher Verwaltung deutsch. Mein Vater konnte polnisch und deutsch sprechen. Die einfachen Leute kamen gut miteinander aus meistens. Leider haben wir auch nicht so gutes in Polen erlebt, obwohl ich nach wie vor gerne dort bin bei polnischen Freunden. Die Graeber meiner Ururahnen, die nichts mit dem Krieg zu tun hatten, laengst vor dem 2. WK gestorben waren, sind zerschlagen worden in den 90iger Jahren noch. Ich denke, die Vergangenheit in diesem Bezug kann nicht schoengeredet werden, sie ist zu haesslich und traegt das Gesicht der Bestie Mensch. Heute noch und ueberall.
Gruss, Larissa


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