#241

RE: Gehören Symbole aus DDR-Zeiten verboten???

in Leben in der DDR 27.10.2012 17:29
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Ja, Gert, man lernt eben nie aus (ich meine Dich damit). Aber Deinen Vorhalt, daß ich als PS kurz nach der Öffnung mal kurz meine Schwägerin besucht habe, wurde mir auch von ein paar Kollegen gemacht, aber das focht mich weder damals noch heute an. Du machst den Fehler, alle PS über einen Kamm zu scheren. Zu der Frage Reise und Kontakte hatte ich schon immer ein wesentlich entspannteres Verhältnis, als es gern von den Hauptamtlichen in der Stadt- oder Stadtbezirksleitung gesehen würde, deshalb habe ich auch bei Beratungen öfter mal einen Tritt an´s Schienbein bekommen, wenn 9ch zu weit den Mund aufriss. Ich hatte durch mein Hobby sehr rege Kontakte in die BRD und in der CZ habe ich, wenn ich legal (Genehmigung des MfAußenhandel) über den Kulturbund oder illegal meine Tauschmineralien rüberbrachte, direkt mit Sammlern aus Westeuropa sehr vorteilhaft getauscht (wir hatten Mineralien, die für jene echte Raritäten waren) oder auch mal gegen Schillinge oder DM verkauft. Einmal ist mir allerdings mein Tauschmaterial vom DDR-Zoll (es war so eine fette blonde Zöllnerin) abgenommen worden und die Umstände sprechen sehr dafür, daß einer aus Feliksens Hilfstruppe da seine Hände im Spiel hatte. Ich bin der "Firma" als solche nicht gram, aber ich verachte diesen unbekannten Spitzel in unserer ansonsten völlig unpolitischen Hobbygruppe. Ich kann Dir dazu versichern, daß ich NIE Wasser gepredigt und Wein getrunken habe.
Also Gert, daß ich im linken Spektrum zu suchen bin, ist wohl allgemein bekannt, aber ich würde mich dann nach eigener Einschätzung dem linken SPD-Flügel oder den Pragmatikern der Linken zurechnen. Also, schwarz und weiß sind eben nur die äußersten Enden eines sehr weiten Bereiches.



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#242

RE: Gehören Symbole aus DDR-Zeiten verboten???

in Leben in der DDR 27.10.2012 17:31
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Ecki im Beitrag #236
Zitat von Weichmolch im Beitrag #235
Zitat von Ecki im Beitrag #234
Mein lieber Grenzfuchs,

gelb, nicht weiß bitte.
Denn mit Gelb haben wir DDR-ler Erfahrung: Im DDR-Autoatlas war das Gebiet der BRD eine gelbe Fläche. Das führte zu einer großen Orientierungslosigkeit, als wir gleich nach der Wende im Trabbi mal so auf die Schnelle "rübermachten".

Liebe Grüße

Ecki



Bitte prüf diese Aussage nochmals sorgfältig. Für Berlin stimme ich zu. Aber für die BRD? Ein Scan würde mich an dieser Stelle überzeugen.

Weichmolch
Mein lieber Weichmolch,

ach Gott, den habe ich doch längst entsorgt. Aber die Erlebnisse von damals habe ich zeitnah aufgeschrieben, hier ein Auszug:

Sonntag, 12. November

... Gegen 2 Uhr sahen wir rechts neben der Straße ein Postenhäuschen mit einer geöffneten Schranke über einem asphaltierten Weg. Ich wusste, dass dies der Zugang zur sogenannten „5-km-Sperrzone“ ist, welche der eigentlichen Grenze vorgelagert war. Kein Mensch weit und breit. Ich beschloss, den Weg entlang zu fahren. Nach Passieren der Schranke bot sich ein beeindruckendes Bild. Es war stockdunkel. Wir sahen in ein Tal, in dem eine von Norden nach Süden verlaufende Straße zu erkennen war. Und direkt an der Straße ein leuchtendes Band. Ich war überzeugt: Die Straße ist die A 9 und das Leuchtband der Grenzübergang Hirschberg.
Natürlich waren wir ziemlich aufgeregt, die Müdigkeit verflog. Lediglich meine Tochter schlief friedvoll. Ich fuhr den in das Tal führenden Weg weiter. Er führte genau auf das Leuchtband zu, das sich zunehmend als eine Aneinanderreihung von beidseitig der Straße befindlichen, grellen Neonlampen erwies. Immer schärfer hoben sich auch die Konturen von Betongebäuden ab. Plötzlich waren wir auf der A 9, mitten im Grenzübergang. Kein Mensch zu sehen. Wir fuhren in südliche Richtung, im Grenzübergangsbereich waren einige halbgeöffnete Tore, welche wir umfahren mussten. Dann fuhren wir über eine Brücke, auf der sich links eine Betonstele mit dem DDR-Wappen befand. Kurz hinter der Brücke sahen wir rechts ein Schild mit dem Wappen des Freistaates Bayern. Dann wurde die Autobahn ganz glatt.
Wir waren im „Westen“!
Mittlerweile war es kurz vor 3 Uhr. Immer noch dunkel, frostig. Die Autobahn so gut wie leer. Wohin die A 9 führt, welche Ortschaften in der Nähe sind - wir konnten es nicht feststellen, da in unserem „DDR-Autoatlas“ die BRD-Fläche lediglich mit gelber Farbe gefüllt war.
Es ging bergauf, wir unterquerten die autobahnüberspannende Raststätte Rudolphstein und sahen einen Wegweiser „Hof 20 km“. Hof, das wussten wir, war eine größere Stadt. Da wollten wir hin. ...


Liebe Grüße

Ecki




@Ecki
Eine schöne Schilderung, gut zu lesen und ich kann das gut nachfühlen. Ähnliche Gefühle hatte ich nach meiner Flucht 1965. Ich wurde mit meinen Fluchtkameraden von der Grenze in Nordbayern abgeholt und nach Nürnberg gefahren. Ich nahm auch alles, was ich sah, gierig in mich auf. Am Abend durch das hellerleuchtete, von Neonreklamen dekorierte Nürnberg spaziert, ich dachte an jenem Abend ich träume , ich habe mich immer wieder gezwickt um das zu realisieren, ich war frei. Das vergisst man nie.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#243

RE: Gehören Symbole aus DDR-Zeiten verboten???

in Leben in der DDR 27.10.2012 17:41
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #241
Ja, Gert, man lernt eben nie aus (ich meine Dich damit). Aber Deinen Vorhalt, daß ich als PS kurz nach der Öffnung mal kurz meine Schwägerin besucht habe, wurde mir auch von ein paar Kollegen gemacht, aber das focht mich weder damals noch heute an. Du machst den Fehler, alle PS über einen Kamm zu scheren. Zu der Frage Reise und Kontakte hatte ich schon immer ein wesentlich entspannteres Verhältnis, als es gern von den Hauptamtlichen in der Stadt- oder Stadtbezirksleitung gesehen würde, deshalb habe ich auch bei Beratungen öfter mal einen Tritt an´s Schienbein bekommen, wenn 9ch zu weit den Mund aufriss. Ich hatte durch mein Hobby sehr rege Kontakte in die BRD und in der CZ habe ich, wenn ich legal (Genehmigung des MfAußenhandel) über den Kulturbund oder illegal meine Tauschmineralien rüberbrachte, direkt mit Sammlern aus Westeuropa sehr vorteilhaft getauscht (wir hatten Mineralien, die für jene echte Raritäten waren) oder auch mal gegen Schillinge oder DM verkauft. Einmal ist mir allerdings mein Tauschmaterial vom DDR-Zoll (es war so eine fette blonde Zöllnerin) abgenommen worden und die Umstände sprechen sehr dafür, daß einer aus Feliksens Hilfstruppe da seine Hände im Spiel hatte. Ich bin der "Firma" als solche nicht gram, aber ich verachte diesen unbekannten Spitzel in unserer ansonsten völlig unpolitischen Hobbygruppe. Ich kann Dir dazu versichern, daß ich NIE Wasser gepredigt und Wein getrunken habe.
Also Gert, daß ich im linken Spektrum zu suchen bin, ist wohl allgemein bekannt, aber ich würde mich dann nach eigener Einschätzung dem linken SPD-Flügel oder den Pragmatikern der Linken zurechnen. Also, schwarz und weiß sind eben nur die äußersten Enden eines sehr weiten Bereiches.


Also ich mache dir gar keine Vorhalte, freies Reisen ist für mich selbstverständlich. Ich gönne es dir nachträglich. Du wirst aber verstehen dass ich mich ein bischen gewundert habe, wenn ich dein Schilderung mit dem sonstigen Selbstverständnis von PS vergleiche. Da liegen doch Welten dazwischen. Auch wundert es mich, dass du über mehr oder weniger Westkontakte sprichst. Das war nach allem, was ich weiss, nicht gestattet und nicht üblich. Aber vielleicht oder gar sicher weiss ich nicht alles , was sich im inneren Zirkel der SED abspielte. Da waren wahrscheinlich genauso viele Widersprüche vorhanden, wie man sie permanent im täglichen Leben auf der Strasse liegen sah, man brauchte sich nur bücken.

Wenn der Marx eure praktische Umsetzung des Kommunismus erlebt hätte, er hätte euch "das Kapital" um die Ohren gehauen, dass euch Hören und Sehen vergeht. Das wage ich hier und heute zu behaupten.




P.S. was meinste denn mit nie auslernen in Bezug auf mich ? Habe ich nicht verstanden.


.
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#244

RE: Gehören Symbole aus DDR-Zeiten verboten???

in Leben in der DDR 27.10.2012 17:52
von Ecki | 408 Beiträge

Mein lieber Gert,

vielen Dank für die Blumen.

Da will ich doch gleich, als Dank und Bonmot, meine Eindrücke vom ersten Besuch eines westdeutschen Supermarktes wiedergeben, geschehen am 12.11.1989:

Nach kurzer Fahrtzeit, gegen 11 Uhr, erreichten wir das kleine Städtchen Münchberg. Zum ersten mal sahen wir einen westdeutschen Supermarkt (EDEKA). Meine Frau bat mich, anzuhalten. Außer uns war kein Mensch in Sichtweite. Wir gingen auf den Supermarkt zu und siehe da, er war geöffnet. Die Einkaufswagen waren angekettet und die 1-D-Mark-Münze, welche für die „Entkettung“ gefordert wurde, hatten wir nicht. Eine Dame an der Kasse lieh uns ein derartiges Geldstück und wir gingen hinein. Oh Gott, diese bunte Warenfülle erschlug mich. Mir wurde leicht schwindlig und ich musste erst einmal wieder hinausgehen. Nachdem ich mich einigermaßen gefasst hatte kehrte ich zurück. „Was wollen wir eigentlich kaufen?“ fragte ich meine Frau. Sie entgegnete „Na ja, wenigstens eine paar Bananen für die Tochter“. Wir gingen an den Verkaufsregalen suchend und staunend vorbei, sahen aber keine Bananen. Doch da, ganz hinten, hingen Bananenstauden an einem Karussellständer und ein großes Schild besagte, dass die Bananen im Sonderangebot sind und nur 1,99 D-Mark kosten. Welch ein Glück. In der Aufregung überlasen wir, dass es sich um einen Kilopreis handelt. Meine Frau nahm die größte Bananenstaude und wir bewegten uns wieder in Richtung der Kassen. Dort angekommen fragte die Kassiererin „Und wo ist der Preisaufkleber?“. „Welcher Preisaufkleber?“ sagte ich und sie antwortete „Ach so. Also, da gehen sie mit den Bananen noch einmal in die Obst- und Gemüseabteilung. Dort ist eine Waage mit bunten Bildern, Äpfeln, Apfelsinen usw.. Auf diese Waage legen sie die Bananen und drücken auf das Bild, wo Bananen drauf sind. Dann kommt ein Zettel, den kleben sie auf die Bananen und kommen wieder zu mir.“ Eigentlich peinlich, aber wir kannten diese Prozedur wirklich nicht. Die Bananen waren dann mit 2,58 D-Mark etwas teurer als gedacht.

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


Gert und Tobeck haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.10.2012 18:05 | nach oben springen

#245

RE: Gehören Symbole aus DDR-Zeiten verboten???

in Leben in der DDR 27.10.2012 18:05
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Gert, zu Deiner Frage ganz unten, damit meinte ich, daß Du die PS nicht als homogenes Etwas sehen kannst, die alle in ihren Ansichten und Handlungen gleich sind. Auch die SED hieß vorher nicht KPD, sondern SPD und KPD und auch, wenn die KPD dann zur dominierenden Kraft gemacht wurde, sind sozialdemokratisches Gedankengut immer vorhanden gewesen. Meine Großeltern väterlicherseits waren nebenamtliche Funktionäre der SPD.
Ich sehe in meiner damals wie heute etwas liberaleren Einstellung zu den Dingen keinen Widerspruch zu meiner Grundeinstellung den Gesellschaftssystemen gegenüber. Da liegen keine Welten dazwischen. Ich denke in der Politik und auch im Privatleben eher pragmatisch und versuche Emotionen nicht die Oberhand gewinnen zu lassen.
Und was die Westkontakte betrifft, verboten waren sie für Geheimnisträger aus dem Staatsdienst, Militär und so, nicht für den großen rest der Bevölkerung. Das war meines Wissens nie verboten und das hat auch nichts mit einem inneren Zirkel zu tun. Ich war ein kleiner nebenamtlicher PS, der zu der Funktion gekommen ist wie die Jungfrau zum Kind, der aber diese Tätigkeit mit der Überzeugung, für die richtige Sache einzutreten, ausgeführt hat. Natürlich nicht immer so, wie es die Hauptamtlichen gern hätten. Natürlich hätte ich jedesmal, wenn ich Kontakt zu Westdeutschen gehabt hatte, darüber unserem für meine Firma zuständigen Mitarbeiter der Stadtbezirksleitung berichten müssen, aber das habe ich i.d.R. nicht gemacht, weil ich das Quatsch fand.
Nimm die Weltfestspiele in Berlin. Wieviel Jugendliche aus der DDR hatten da Gelegenheit, sich offen und frei mit Westdeutschen und Westberlinern zu unterhalten und glaub nur nicht, das wären alles ausgesuchte und linientreue FDJler gewesen und die Westdeutschen alles welche von der DKP.
Aber wir sind vom eigentlichen Threat abgewichen, entschuldigung, es ging um Landkarten.



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#246

RE: Gehören Symbole aus DDR-Zeiten verboten???

in Leben in der DDR 27.10.2012 18:28
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Ecki im Beitrag #244
Mein lieber Gert,

vielen Dank für die Blumen.

Da will ich doch gleich, als Dank und Bonmot, meine Eindrücke vom ersten Besuch eines westdeutschen Supermarktes wiedergeben, geschehen am 12.11.1989:

Nach kurzer Fahrtzeit, gegen 11 Uhr, erreichten wir das kleine Städtchen Münchberg. Zum ersten mal sahen wir einen westdeutschen Supermarkt (EDEKA). Meine Frau bat mich, anzuhalten. Außer uns war kein Mensch in Sichtweite. Wir gingen auf den Supermarkt zu und siehe da, er war geöffnet. Die Einkaufswagen waren angekettet und die 1-D-Mark-Münze, welche für die „Entkettung“ gefordert wurde, hatten wir nicht. Eine Dame an der Kasse lieh uns ein derartiges Geldstück und wir gingen hinein. Oh Gott, diese bunte Warenfülle erschlug mich. Mir wurde leicht schwindlig und ich musste erst einmal wieder hinausgehen. Nachdem ich mich einigermaßen gefasst hatte kehrte ich zurück. „Was wollen wir eigentlich kaufen?“ fragte ich meine Frau. Sie entgegnete „Na ja, wenigstens eine paar Bananen für die Tochter“. Wir gingen an den Verkaufsregalen suchend und staunend vorbei, sahen aber keine Bananen. Doch da, ganz hinten, hingen Bananenstauden an einem Karussellständer und ein großes Schild besagte, dass die Bananen im Sonderangebot sind und nur 1,99 D-Mark kosten. Welch ein Glück. In der Aufregung überlasen wir, dass es sich um einen Kilopreis handelt. Meine Frau nahm die größte Bananenstaude und wir bewegten uns wieder in Richtung der Kassen. Dort angekommen fragte die Kassiererin „Und wo ist der Preisaufkleber?“. „Welcher Preisaufkleber?“ sagte ich und sie antwortete „Ach so. Also, da gehen sie mit den Bananen noch einmal in die Obst- und Gemüseabteilung. Dort ist eine Waage mit bunten Bildern, Äpfeln, Apfelsinen usw.. Auf diese Waage legen sie die Bananen und drücken auf das Bild, wo Bananen drauf sind. Dann kommt ein Zettel, den kleben sie auf die Bananen und kommen wieder zu mir.“ Eigentlich peinlich, aber wir kannten diese Prozedur wirklich nicht. Die Bananen waren dann mit 2,58 D-Mark etwas teurer als gedacht.

Liebe Grüße

Ecki






solche Erlebnisse habe ich reihenweise gehabt nach meiner Übersiedlung in die Bundesrepublik. Es gab nämlich kein Handbuch " Umlernen von ostdeutsch auf westdeutsch" es war "learning by doing". Ich brauchte etwa 3 Jahre vom richtigen Ausfüllen einer Steuerklärung bis zum Bedienen einer öffentlichen Telefonzelle, bis ich alles "drauf" hatte. Ihr habt nach der Wende 1000ende Helferchen dafür gehabt, für einen einzelnen in den 60er Jahren gab es das nicht. Nach 1 Woche Notaufnahmelager und Versorgung mit neuen Papieren standest du am Rande des Beckens und der Sprung ims kalte Wasser war alternativlos, wie unsere BK zu sagen pflegt.


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#247

RE: Gehören Symbole aus DDR-Zeiten verboten???

in Leben in der DDR 27.10.2012 19:09
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #224

Zitat von Hackel39

Zitat von Grenzwolf62

Zitat von Hackel39

Zitat von Sennewald
Auch mal wieder so ein Beispiel wo die Ursprungsfrage in einen ganz anderen tenor abdriftet...und wir enden bei Softeis...
Klar ist doch alle faschistischen und auch die Symbole welche in der DDR oder in anderen kommunistischen Laendern zur Unterdrueckung der Menschen dienten, sind nicht legal , und ueber andere Symbole, wie das gruene Maennchen, oder gar Pitiplatsch zu diskutieren finde ich eine "Verwaesserung" der Diskussion..aber eigentliche war die eingangsfrage schon falsch( gehoeren Symbole aus der DDr verboten".....vielleicht habe ich ja auch was verpasst und das ist nur eine witzige Diskussion ohne Pointen..Gruss an alle


Also ich bewahre meine Streckenkenntnisnachweise, Bahnhofspläne u.v.a. was ich zum Dienst brauche in einem FDJ- Hefter auf und selbst wenn das jemanden stören würde, käme der nicht auf den Müll, das Verbot der FDJ ist für mich ohne aktuelle Relevanz.
Modelleisenbahnen mit dem "Reichsbahnlogo" sind inzwischen wieder sehr beliebt und teilweise schon echte Raritäten und wenn mir die schweizer Stellwerkskollegen aus Basel eine gute Fahrt ins Reichsgebiet wünschen, finde ich das inzwischen recht normal- offenbar können Ausländer unseren sensibilisierten Umgang mit der DDR- Vergangenheit gar nicht verstehen.
Wenn ich mir vorstelle, daß die Wachmannschaften der Grenztruppen hier solche Veteranentreffen veranstalten und solche Ehrungen erfahren würden wie die ehemals marodierenden GI- Verbrecher im Vietnamkrieg http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13512807.html seitens der US- Öffentlichkeit, so sollte doch der Umgang mit den DDR- Symbolen doch tatsächlich viel unverkrampfter sein.
Es ist nicht mehr und nicht weniger als Heimatliebe, sich zu den Symbolen der gekenterten Republik zu bekennen.



Na aber hallo, bei allem Respekt, die Mehrzahl der von dir so unüberlegt betitelten waren ganz normale Wehrpflichtige die ganz gewiss nicht dort sein wollten.
Beim allumfassenden Kampf gegen den US-Imperialismus mal doch ein ganz klein wenig nachdenken.
Dann kannst du auch wieder entspannt in deine vergilbten FDJ-Ordner gucken.




Ich weiß nur, daß sich die amerikanische Mittelschicht recht geschickt um den Vietnameinsatz drücken konnte, schlimmstenfalls war man eben kein Patriot.
Genausowenig übrigens wie die deutsche Mittelschicht in Afghanistan präsent ist, es sind vorwiegend materielle Interessen und Abeteuerlust, die junge Leute zu solchen Einsätzen treiben, auch weil sie dort noch die Kameradschaften zu finden glauben, die es in dieser total bekloppten Arbeitswelt hierzulande nicht mehr gibt.
Ich halte mich schon absichtlich zurück mit der Thematik "Unterschichtenarmee" die hier auch aktuell ist, da alle Gespräche, die ich bislang mit diesen Personenkreis mittelbar (über Freundin) als auch direkt, z.B. auf meinen Bahnreisen geführt habe, zu eben diesem Ergebnis führen.




Jeder Krieg ist einfach Sch... egal wo und wer ihn führt.
Ich bin froh das ich nicht wie mein Vater in einen richtigen ziehen musste, schon schlimm genug das ich,und das auch noch freiwillig, das große Gefängnis mit bewacht habe.
Alles gute für dich und für uns




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#248

RE: Gehören Symbole aus DDR-Zeiten verboten???

in Leben in der DDR 27.10.2012 20:39
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #230
Zitat von Hackel39 im Beitrag #225
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #224

Zitat von Hackel39

Zitat von Grenzwolf62

Zitat von Hackel39

Zitat von Sennewald
Auch mal wieder so ein Beispiel wo die Ursprungsfrage in einen ganz anderen tenor abdriftet...und wir enden bei Softeis...
Klar ist doch alle faschistischen und auch die Symbole welche in der DDR oder in anderen kommunistischen Laendern zur Unterdrueckung der Menschen dienten, sind nicht legal , und ueber andere Symbole, wie das gruene Maennchen, oder gar Pitiplatsch zu diskutieren finde ich eine "Verwaesserung" der Diskussion..aber eigentliche war die eingangsfrage schon falsch( gehoeren Symbole aus der DDr verboten".....vielleicht habe ich ja auch was verpasst und das ist nur eine witzige Diskussion ohne Pointen..Gruss an alle


Also ich bewahre meine Streckenkenntnisnachweise, Bahnhofspläne u.v.a. was ich zum Dienst brauche in einem FDJ- Hefter auf und selbst wenn das jemanden stören würde, käme der nicht auf den Müll, das Verbot der FDJ ist für mich ohne aktuelle Relevanz.
Modelleisenbahnen mit dem "Reichsbahnlogo" sind inzwischen wieder sehr beliebt und teilweise schon echte Raritäten und wenn mir die schweizer Stellwerkskollegen aus Basel eine gute Fahrt ins Reichsgebiet wünschen, finde ich das inzwischen recht normal- offenbar können Ausländer unseren sensibilisierten Umgang mit der DDR- Vergangenheit gar nicht verstehen.
Wenn ich mir vorstelle, daß die Wachmannschaften der Grenztruppen hier solche Veteranentreffen veranstalten und solche Ehrungen erfahren würden wie die ehemals marodierenden GI- Verbrecher im Vietnamkrieg http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13512807.html seitens der US- Öffentlichkeit, so sollte doch der Umgang mit den DDR- Symbolen doch tatsächlich viel unverkrampfter sein.
Es ist nicht mehr und nicht weniger als Heimatliebe, sich zu den Symbolen der gekenterten Republik zu bekennen.


Na aber hallo, bei allem Respekt, die Mehrzahl der von dir so unüberlegt betitelten waren ganz normale Wehrpflichtige die ganz gewiss nicht dort sein wollten.
Beim allumfassenden Kampf gegen den US-Imperialismus mal doch ein ganz klein wenig nachdenken.
Dann kannst du auch wieder entspannt in deine vergilbten FDJ-Ordner gucken.



Ich weiß nur, daß sich die amerikanische Mittelschicht recht geschickt um den Vietnameinsatz drücken konnte, schlimmstenfalls war man eben kein Patriot.
Genausowenig übrigens wie die deutsche Mittelschicht in Afghanistan präsent ist, es sind vorwiegend materielle Interessen und Abeteuerlust, die junge Leute zu solchen Einsätzen treiben, auch weil sie dort noch die Kameradschaften zu finden glauben, die es in dieser total bekloppten Arbeitswelt hierzulande nicht mehr gibt.
Ich halte mich schon absichtlich zurück mit der Thematik "Unterschichtenarmee" die hier auch aktuell ist, da alle Gespräche, die ich bislang mit diesen Personenkreis mittelbar (über Freundin) als auch direkt, z.B. auf meinen Bahnreisen geführt habe, zu eben diesem Ergebnis führen.



Jeder Krieg ist einfach Sch... egal wo und wer ihn führt.
Ich bin froh das ich nicht wie mein Vater in einen richtigen ziehen musste, schon schlimm genug das ich das große Gefängnis mit bewacht habe.
Alles gute für dich und für uns




...für mich wars kein Gefängnis, heute bin ich berufsbedingt aus der Heimat ausgesperrt und nur 3-4 ganze Tage im Monat zu Hause...und wenn die Alternative zum "DDR- Gefängnis" Aussperrung bedeutet, wäre ich lieber wieder eingesperrt.
Und die Einberufungsaktivitäten der BW- Offiziere zu den aktuellen Kriegen kann man möglicherweise sogar mit der Strategie von Zeitschriftenwerbern vergleichen- niemand muß im Moment wirklich dort hin, aber wenn man sich etwas einreden läßt, hat man eben das Abo am Hals weil er nur die Prämie im Hinterkopf hatte, so sehe ich das.
Das ist kein Vergleich mit der Rekruten- "Gewinnung" der Wehrmacht, hier gab es nur noch Zwang.

Wie sich das mit den Berufssoldaten darstellt, kann ich nicht genau sagen- aber auch da führe ich den persönlichen Vergleich an.
Das mit den 3-4 freien tagen im Monat, muß ich auch nicht, ich kann notfalls auch hier arbeiten, z.B. bei der DB Zeitarbeit.
Dort hätte ich einen Vorstandschef mit dem 200fachen Lokführergehalt und eben diese praktizierte Mißachtung ehrlicher Arbeit wäre noch schlimmer als die Aussperrung.
Ebenso verhält es sich wahrscheinlich mit einem Teil der Volunteers of Germany, die meinen, unter der Flagge der Bundeswehr eine Berufsehre verteidigen zu müssen.
Leider ist mir so jemand aber bislang eben nicht bekannt, meine Erkenntnisse basieren auf bislang 5 Einsatzkräfte, die ich mittelbar oder unmittelbar kennen lernen durfte, das ist dabei zu bedenken, mithin eine recht dünne Datenbasis.




also Hackl da verstehe ich dich nicht . Du hast einen Beruf, der ganz klar mit mehr oder weniger großer Reisetätigkeit verbunden ist. Wenn ich dich richtig lese, hast du auch Spass in diesem Beruf. Andererseits predigst du die unbedingte und ständige Anwesenheit auf deiner sachsen-anhaltinischen Scholle, die dir nun durch dieses böse westdeutsche System verwehrt wird. Da bleibt ja nur noch die Lok der Kindereisenbahn im Phantasialand, oder ?




Es ist nur die zweite Liga des Spaßes.
Abwesenheit vom Wohnort ist natürlich eine Besonderheit dieses Berufes aber es ist ein Unterschied, ob man nur maximal 2-3 oder eben 10, 12 oder gar 14 Tage weg und somit entwurzelt ist.
Übrigens haben schon ganz andere Leute erkannt, welche Sprengkraft solche demografischen Horrorszenarien entvölkerter Dörfer und Städte Ostdeutschlands in sich bergen, aber das nur nebenbei.
Das von Dir zitierte böse westdeutsche System war bis Ende der 1990er Jahre noch gar nicht so böse, ich hielt es sogar für überlegen bis zu der Phase als die Globalisierung dazu führte, daß die Erste Welt nicht mehr den erstrangigen Zugriff auf alle Ressourcen hatte und ihre Preisdiktatur zu Lasten der Entwicklungsländer nicht mehr so einfach durchsetzen konnte.
Hier zeigte sich, wie fragil jenes Siegersystem unserer Exportnation in Wirklichkeit ist und daß es diese Überlegenheit nur durch prekäre Arbeitsverhältnisse, Niedriglöhne und bedingungslose Opferbereitsschaft der aktiven Kerne (Facharbeiter, Ingenieure u.a. normalverdienende Basiseliten) daheim aufrecht erhalten kann.
Darauf müssen sich die arbeitsfernen Quacksalber aus den Talkshows, der Politbühne und den Glaspalästen aus dem Phantasialand am Spreeufer nichts einbilden.
Die DDR war nun mal so konzipiert, daß sie jegliche Geschäfte mit ihren ausländischen Handelspartnern auf Augenhöhe abwickelte und sich somit für den Aufstieg in die Erste Welt selbst disqualifizierte.
Ein regulärer Vergleich der Lebensverhältnisse der beiden ehemals verfeindeten deutschen Staaten unter Berücksichtigung dieser wichtigen globalen Kategorie der Ethik ist eben noch nicht erbracht worden.
Im Klartext heißt das nicht mehr und nicht weniger, daß der westdeutsche Wohlstand zum einen heute und bis in alle Ewigkeit wegen der atemberaubenden Verschuldungshistorie (die nicht erst 1990 angefangen hat) langfristig nicht zu bezahlen sein wird und zum anderen, daß er auch auf der damals noch leichteren Ausbeutung ihrer internationalen Handelspartner basierte.
Ich möchte aber zum Schluß die Weiche zurück zum Thema stellen, immerhin waren Pioniereisenbahnen ein markantes Relikt aus der DDR- Zeit, umso erfreulicher ist folgende Erfolgsstory:
http://www.parkeisenbahn-vatterode.de/
Vielleicht bewerbe ich mich dort, da komme ich sogar mit dem Fahrrad hin...



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#249

RE: Gehören Symbole aus DDR-Zeiten verboten???

in Leben in der DDR 27.10.2012 22:02
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #248
Zitat von Gert im Beitrag #230
Zitat von Hackel39 im Beitrag #225
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #224

Zitat von Hackel39

Zitat von Grenzwolf62

Zitat von Hackel39

Zitat von Sennewald
Auch mal wieder so ein Beispiel wo die Ursprungsfrage in einen ganz anderen tenor abdriftet...und wir enden bei Softeis...
Klar ist doch alle faschistischen und auch die Symbole welche in der DDR oder in anderen kommunistischen Laendern zur Unterdrueckung der Menschen dienten, sind nicht legal , und ueber andere Symbole, wie das gruene Maennchen, oder gar Pitiplatsch zu diskutieren finde ich eine "Verwaesserung" der Diskussion..aber eigentliche war die eingangsfrage schon falsch( gehoeren Symbole aus der DDr verboten".....vielleicht habe ich ja auch was verpasst und das ist nur eine witzige Diskussion ohne Pointen..Gruss an alle


Also ich bewahre meine Streckenkenntnisnachweise, Bahnhofspläne u.v.a. was ich zum Dienst brauche in einem FDJ- Hefter auf und selbst wenn das jemanden stören würde, käme der nicht auf den Müll, das Verbot der FDJ ist für mich ohne aktuelle Relevanz.
Modelleisenbahnen mit dem "Reichsbahnlogo" sind inzwischen wieder sehr beliebt und teilweise schon echte Raritäten und wenn mir die schweizer Stellwerkskollegen aus Basel eine gute Fahrt ins Reichsgebiet wünschen, finde ich das inzwischen recht normal- offenbar können Ausländer unseren sensibilisierten Umgang mit der DDR- Vergangenheit gar nicht verstehen.
Wenn ich mir vorstelle, daß die Wachmannschaften der Grenztruppen hier solche Veteranentreffen veranstalten und solche Ehrungen erfahren würden wie die ehemals marodierenden GI- Verbrecher im Vietnamkrieg http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13512807.html seitens der US- Öffentlichkeit, so sollte doch der Umgang mit den DDR- Symbolen doch tatsächlich viel unverkrampfter sein.
Es ist nicht mehr und nicht weniger als Heimatliebe, sich zu den Symbolen der gekenterten Republik zu bekennen.


Na aber hallo, bei allem Respekt, die Mehrzahl der von dir so unüberlegt betitelten waren ganz normale Wehrpflichtige die ganz gewiss nicht dort sein wollten.
Beim allumfassenden Kampf gegen den US-Imperialismus mal doch ein ganz klein wenig nachdenken.
Dann kannst du auch wieder entspannt in deine vergilbten FDJ-Ordner gucken.



Ich weiß nur, daß sich die amerikanische Mittelschicht recht geschickt um den Vietnameinsatz drücken konnte, schlimmstenfalls war man eben kein Patriot.
Genausowenig übrigens wie die deutsche Mittelschicht in Afghanistan präsent ist, es sind vorwiegend materielle Interessen und Abeteuerlust, die junge Leute zu solchen Einsätzen treiben, auch weil sie dort noch die Kameradschaften zu finden glauben, die es in dieser total bekloppten Arbeitswelt hierzulande nicht mehr gibt.
Ich halte mich schon absichtlich zurück mit der Thematik "Unterschichtenarmee" die hier auch aktuell ist, da alle Gespräche, die ich bislang mit diesen Personenkreis mittelbar (über Freundin) als auch direkt, z.B. auf meinen Bahnreisen geführt habe, zu eben diesem Ergebnis führen.



Jeder Krieg ist einfach Sch... egal wo und wer ihn führt.
Ich bin froh das ich nicht wie mein Vater in einen richtigen ziehen musste, schon schlimm genug das ich das große Gefängnis mit bewacht habe.
Alles gute für dich und für uns



...für mich wars kein Gefängnis, heute bin ich berufsbedingt aus der Heimat ausgesperrt und nur 3-4 ganze Tage im Monat zu Hause...und wenn die Alternative zum "DDR- Gefängnis" Aussperrung bedeutet, wäre ich lieber wieder eingesperrt.
Und die Einberufungsaktivitäten der BW- Offiziere zu den aktuellen Kriegen kann man möglicherweise sogar mit der Strategie von Zeitschriftenwerbern vergleichen- niemand muß im Moment wirklich dort hin, aber wenn man sich etwas einreden läßt, hat man eben das Abo am Hals weil er nur die Prämie im Hinterkopf hatte, so sehe ich das.
Das ist kein Vergleich mit der Rekruten- "Gewinnung" der Wehrmacht, hier gab es nur noch Zwang.

Wie sich das mit den Berufssoldaten darstellt, kann ich nicht genau sagen- aber auch da führe ich den persönlichen Vergleich an.
Das mit den 3-4 freien tagen im Monat, muß ich auch nicht, ich kann notfalls auch hier arbeiten, z.B. bei der DB Zeitarbeit.
Dort hätte ich einen Vorstandschef mit dem 200fachen Lokführergehalt und eben diese praktizierte Mißachtung ehrlicher Arbeit wäre noch schlimmer als die Aussperrung.
Ebenso verhält es sich wahrscheinlich mit einem Teil der Volunteers of Germany, die meinen, unter der Flagge der Bundeswehr eine Berufsehre verteidigen zu müssen.
Leider ist mir so jemand aber bislang eben nicht bekannt, meine Erkenntnisse basieren auf bislang 5 Einsatzkräfte, die ich mittelbar oder unmittelbar kennen lernen durfte, das ist dabei zu bedenken, mithin eine recht dünne Datenbasis.




also Hackl da verstehe ich dich nicht . Du hast einen Beruf, der ganz klar mit mehr oder weniger großer Reisetätigkeit verbunden ist. Wenn ich dich richtig lese, hast du auch Spass in diesem Beruf. Andererseits predigst du die unbedingte und ständige Anwesenheit auf deiner sachsen-anhaltinischen Scholle, die dir nun durch dieses böse westdeutsche System verwehrt wird. Da bleibt ja nur noch die Lok der Kindereisenbahn im Phantasialand, oder ?




Es ist nur die zweite Liga des Spaßes.
Abwesenheit vom Wohnort ist natürlich eine Besonderheit dieses Berufes aber es ist ein Unterschied, ob man nur maximal 2-3 oder eben 10, 12 oder gar 14 Tage weg und somit entwurzelt ist.
Übrigens haben schon ganz andere Leute erkannt, welche Sprengkraft solche demografischen Horrorszenarien entvölkerter Dörfer und Städte Ostdeutschlands in sich bergen, aber das nur nebenbei.
Das von Dir zitierte böse westdeutsche System war bis Ende der 1990er Jahre noch gar nicht so böse, ich hielt es sogar für überlegen bis zu der Phase als die Globalisierung dazu führte, daß die Erste Welt nicht mehr den erstrangigen Zugriff auf alle Ressourcen hatte und ihre Preisdiktatur zu Lasten der Entwicklungsländer nicht mehr so einfach durchsetzen konnte.
Hier zeigte sich, wie fragil jenes Siegersystem unserer Exportnation in Wirklichkeit ist und daß es diese Überlegenheit nur durch prekäre Arbeitsverhältnisse, Niedriglöhne und bedingungslose Opferbereitsschaft der aktiven Kerne (Facharbeiter, Ingenieure u.a. normalverdienende Basiseliten) daheim aufrecht erhalten kann.
Darauf müssen sich die arbeitsfernen Quacksalber aus den Talkshows, der Politbühne und den Glaspalästen aus dem Phantasialand am Spreeufer nichts einbilden.
Die DDR war nun mal so konzipiert, daß sie jegliche Geschäfte mit ihren ausländischen Handelspartnern auf Augenhöhe abwickelte und sich somit für den Aufstieg in die Erste Welt selbst disqualifizierte.
Ein regulärer Vergleich der Lebensverhältnisse der beiden ehemals verfeindeten deutschen Staaten unter Berücksichtigung dieser wichtigen globalen Kategorie der Ethik ist eben noch nicht erbracht worden.
Im Klartext heißt das nicht mehr und nicht weniger, daß der westdeutsche Wohlstand zum einen heute und bis in alle Ewigkeit wegen der lanatemberaubenden Verschuldungshistorie (die nicht erst 1990 angefangen hat)gfristig nicht zu bezahlen sein wird und zum anderen, daß er auch auf der damals noch leichteren Ausbeutung ihrer internationalen Handelspartner basierte.
Ich möchte aber zum Schluß die Weiche zurück zum Thema stellen, immerhin waren Pioniereisenbahnen ein markantes Relikt aus der DDR- Zeit, umso erfreulicher ist folgende Erfolgsstory:
http://www.parkeisenbahn-vatterode.de/
Vielleicht bewerbe ich mich dort, da komme ich sogar mit dem Fahrrad hin...




also Hackl ich wäre froh, wenn wir den Schuldenstand vor der Maueröffnung noch hätten. Das war ein Klacks gegen das, was die Zusammenführung der beiden Teile D's am Ende gekostet hat- Zu deinen ideologisch gefärberten Einlassung hinsichtlich Ausbeutung möchte ich nichts sagen. Ich bin persönlich froh, in der sogenannten ersten Welt zu leben und da mache ich mir nicht jeden Tag einen Kopf darüber, was wäre wenn ich in der dritten....... Ich kann und werde die Welt nicht verändern und du genausowenig.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#250

RE: Gehören Symbole aus DDR-Zeiten verboten???

in Leben in der DDR 27.10.2012 22:16
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #249
Zitat von Hackel39 im Beitrag #248
Zitat von Gert im Beitrag #230
Zitat von Hackel39 im Beitrag #225
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #224

Zitat von Hackel39

Zitat von Grenzwolf62

Zitat von Hackel39

Zitat von Sennewald
Auch mal wieder so ein Beispiel wo die Ursprungsfrage in einen ganz anderen tenor abdriftet...und wir enden bei Softeis...
Klar ist doch alle faschistischen und auch die Symbole welche in der DDR oder in anderen kommunistischen Laendern zur Unterdrueckung der Menschen dienten, sind nicht legal , und ueber andere Symbole, wie das gruene Maennchen, oder gar Pitiplatsch zu diskutieren finde ich eine "Verwaesserung" der Diskussion..aber eigentliche war die eingangsfrage schon falsch( gehoeren Symbole aus der DDr verboten".....vielleicht habe ich ja auch was verpasst und das ist nur eine witzige Diskussion ohne Pointen..Gruss an alle


Also ich bewahre meine Streckenkenntnisnachweise, Bahnhofspläne u.v.a. was ich zum Dienst brauche in einem FDJ- Hefter auf und selbst wenn das jemanden stören würde, käme der nicht auf den Müll, das Verbot der FDJ ist für mich ohne aktuelle Relevanz.
Modelleisenbahnen mit dem "Reichsbahnlogo" sind inzwischen wieder sehr beliebt und teilweise schon echte Raritäten und wenn mir die schweizer Stellwerkskollegen aus Basel eine gute Fahrt ins Reichsgebiet wünschen, finde ich das inzwischen recht normal- offenbar können Ausländer unseren sensibilisierten Umgang mit der DDR- Vergangenheit gar nicht verstehen.
Wenn ich mir vorstelle, daß die Wachmannschaften der Grenztruppen hier solche Veteranentreffen veranstalten und solche Ehrungen erfahren würden wie die ehemals marodierenden GI- Verbrecher im Vietnamkrieg http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13512807.html seitens der US- Öffentlichkeit, so sollte doch der Umgang mit den DDR- Symbolen doch tatsächlich viel unverkrampfter sein.
Es ist nicht mehr und nicht weniger als Heimatliebe, sich zu den Symbolen der gekenterten Republik zu bekennen.


Na aber hallo, bei allem Respekt, die Mehrzahl der von dir so unüberlegt betitelten waren ganz normale Wehrpflichtige die ganz gewiss nicht dort sein wollten.
Beim allumfassenden Kampf gegen den US-Imperialismus mal doch ein ganz klein wenig nachdenken.
Dann kannst du auch wieder entspannt in deine vergilbten FDJ-Ordner gucken.



Ich weiß nur, daß sich die amerikanische Mittelschicht recht geschickt um den Vietnameinsatz drücken konnte, schlimmstenfalls war man eben kein Patriot.
Genausowenig übrigens wie die deutsche Mittelschicht in Afghanistan präsent ist, es sind vorwiegend materielle Interessen und Abeteuerlust, die junge Leute zu solchen Einsätzen treiben, auch weil sie dort noch die Kameradschaften zu finden glauben, die es in dieser total bekloppten Arbeitswelt hierzulande nicht mehr gibt.
Ich halte mich schon absichtlich zurück mit der Thematik "Unterschichtenarmee" die hier auch aktuell ist, da alle Gespräche, die ich bislang mit diesen Personenkreis mittelbar (über Freundin) als auch direkt, z.B. auf meinen Bahnreisen geführt habe, zu eben diesem Ergebnis führen.



Jeder Krieg ist einfach Sch... egal wo und wer ihn führt.
Ich bin froh das ich nicht wie mein Vater in einen richtigen ziehen musste, schon schlimm genug das ich das große Gefängnis mit bewacht habe.
Alles gute für dich und für uns



...für mich wars kein Gefängnis, heute bin ich berufsbedingt aus der Heimat ausgesperrt und nur 3-4 ganze Tage im Monat zu Hause...und wenn die Alternative zum "DDR- Gefängnis" Aussperrung bedeutet, wäre ich lieber wieder eingesperrt.
Und die Einberufungsaktivitäten der BW- Offiziere zu den aktuellen Kriegen kann man möglicherweise sogar mit der Strategie von Zeitschriftenwerbern vergleichen- niemand muß im Moment wirklich dort hin, aber wenn man sich etwas einreden läßt, hat man eben das Abo am Hals weil er nur die Prämie im Hinterkopf hatte, so sehe ich das.
Das ist kein Vergleich mit der Rekruten- "Gewinnung" der Wehrmacht, hier gab es nur noch Zwang.

Wie sich das mit den Berufssoldaten darstellt, kann ich nicht genau sagen- aber auch da führe ich den persönlichen Vergleich an.
Das mit den 3-4 freien tagen im Monat, muß ich auch nicht, ich kann notfalls auch hier arbeiten, z.B. bei der DB Zeitarbeit.
Dort hätte ich einen Vorstandschef mit dem 200fachen Lokführergehalt und eben diese praktizierte Mißachtung ehrlicher Arbeit wäre noch schlimmer als die Aussperrung.
Ebenso verhält es sich wahrscheinlich mit einem Teil der Volunteers of Germany, die meinen, unter der Flagge der Bundeswehr eine Berufsehre verteidigen zu müssen.
Leider ist mir so jemand aber bislang eben nicht bekannt, meine Erkenntnisse basieren auf bislang 5 Einsatzkräfte, die ich mittelbar oder unmittelbar kennen lernen durfte, das ist dabei zu bedenken, mithin eine recht dünne Datenbasis.



also Hackl da verstehe ich dich nicht . Du hast einen Beruf, der ganz klar mit mehr oder weniger großer Reisetätigkeit verbunden ist. Wenn ich dich richtig lese, hast du auch Spass in diesem Beruf. Andererseits predigst du die unbedingte und ständige Anwesenheit auf deiner sachsen-anhaltinischen Scholle, die dir nun durch dieses böse westdeutsche System verwehrt wird. Da bleibt ja nur noch die Lok der Kindereisenbahn im Phantasialand, oder ?




Es ist nur die zweite Liga des Spaßes.
Abwesenheit vom Wohnort ist natürlich eine Besonderheit dieses Berufes aber es ist ein Unterschied, ob man nur maximal 2-3 oder eben 10, 12 oder gar 14 Tage weg und somit entwurzelt ist.
Übrigens haben schon ganz andere Leute erkannt, welche Sprengkraft solche demografischen Horrorszenarien entvölkerter Dörfer und Städte Ostdeutschlands in sich bergen, aber das nur nebenbei.
Das von Dir zitierte böse westdeutsche System war bis Ende der 1990er Jahre noch gar nicht so böse, ich hielt es sogar für überlegen bis zu der Phase als die Globalisierung dazu führte, daß die Erste Welt nicht mehr den erstrangigen Zugriff auf alle Ressourcen hatte und ihre Preisdiktatur zu Lasten der Entwicklungsländer nicht mehr so einfach durchsetzen konnte.
Hier zeigte sich, wie fragil jenes Siegersystem unserer Exportnation in Wirklichkeit ist und daß es diese Überlegenheit nur durch prekäre Arbeitsverhältnisse, Niedriglöhne und bedingungslose Opferbereitsschaft der aktiven Kerne (Facharbeiter, Ingenieure u.a. normalverdienende Basiseliten) daheim aufrecht erhalten kann.
Darauf müssen sich die arbeitsfernen Quacksalber aus den Talkshows, der Politbühne und den Glaspalästen aus dem Phantasialand am Spreeufer nichts einbilden.
Die DDR war nun mal so konzipiert, daß sie jegliche Geschäfte mit ihren ausländischen Handelspartnern auf Augenhöhe abwickelte und sich somit für den Aufstieg in die Erste Welt selbst disqualifizierte.
Ein regulärer Vergleich der Lebensverhältnisse der beiden ehemals verfeindeten deutschen Staaten unter Berücksichtigung dieser wichtigen globalen Kategorie der Ethik ist eben noch nicht erbracht worden.
Im Klartext heißt das nicht mehr und nicht weniger, daß der westdeutsche Wohlstand zum einen heute und bis in alle Ewigkeit wegen der lanatemberaubenden Verschuldungshistorie (die nicht erst 1990 angefangen hat)gfristig nicht zu bezahlen sein wird und zum anderen, daß er auch auf der damals noch leichteren Ausbeutung ihrer internationalen Handelspartner basierte.
Ich möchte aber zum Schluß die Weiche zurück zum Thema stellen, immerhin waren Pioniereisenbahnen ein markantes Relikt aus der DDR- Zeit, umso erfreulicher ist folgende Erfolgsstory:
http://www.parkeisenbahn-vatterode.de/
Vielleicht bewerbe ich mich dort, da komme ich sogar mit dem Fahrrad hin...




also Hackl ich wäre froh, wenn wir den Schuldenstand vor der Maueröffnung noch hätten. Das war ein Klacks gegen das, was die Zusammenführung der beiden Teile D's am Ende gekostet hat- Zu deinen ideologisch gefärberten Einlassung hinsichtlich Ausbeutung möchte ich nichts sagen. Ich bin persönlich froh, in der sogenannten ersten Welt zu leben und da mache ich mir nicht jeden Tag einen Kopf darüber, was wäre wenn ich in der dritten....... Ich kann und werde die Welt nicht verändern und du genausowenig.




Nun Gert mir ging es vorrangig um eine Analyse, warum die Gesellschaft immer weiter auseinanderdriftet und daß es sehr wohl relevant für die Ermittlung der tatsächlichen Stärke einer Gesellschaftsordnung ist, ob man fremde Länder rücksichtslos ausbeutet ohne daß es die Bundespolitik z.B. der 1970/ 80er Jahre an die große Glocke hängt oder ohne Gewinnerzielungsabsicht mit internationalen Handelspartnern umgeht.
Auch glaube ich nicht, daß uns persönlich 2000 Mrd. Euro Schulden tausenmal mehr weh tun als 2 Mrd., das Thema ist viel zu weit weg, da Geld sowieso schon lange keine Rolle mehr spielt, die neue Konversionswährung heißt Bilanzierungskreativität, Fantasie und Täuschungsvermögen.

http://www.staatsverschuldung.de/schuldenuhr.htm ...müssen wir die Schuldenuhr heute nacht auch zurück drehen ?
Wäre doch eine gute Idee, aber ich glaube, da sind wir zu langsam....



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#251

RE: Gehören Symbole aus DDR-Zeiten verboten???

in Leben in der DDR 28.10.2012 09:31
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Weichmolch im Beitrag #235
Zitat von Ecki im Beitrag #234
Mein lieber Grenzfuchs,

gelb, nicht weiß bitte.
Denn mit Gelb haben wir DDR-ler Erfahrung: Im DDR-Autoatlas war das Gebiet der BRD eine gelbe Fläche. Das führte zu einer großen Orientierungslosigkeit, als wir gleich nach der Wende im Trabbi mal so auf die Schnelle "rübermachten".

Liebe Grüße

Ecki



Bitte prüf diese Aussage nochmals sorgfältig. Für Berlin stimme ich zu. Aber für die BRD? Ein Scan würde mich an dieser Stelle überzeugen.

Weichmolch

man sollte von früher nicht nur die Erinnerungen aufbewahren

Harra318


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#252

RE: Gehören Symbole aus DDR-Zeiten verboten???

in Leben in der DDR 28.10.2012 09:44
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Ecki im Beitrag #236
Zitat von Weichmolch im Beitrag #235
Zitat von Ecki im Beitrag #234
Mein lieber Grenzfuchs,

gelb, nicht weiß bitte.
Denn mit Gelb haben wir DDR-ler Erfahrung: Im DDR-Autoatlas war das Gebiet der BRD eine gelbe Fläche. Das führte zu einer großen Orientierungslosigkeit, als wir gleich nach der Wende im Trabbi mal so auf die Schnelle "rübermachten".

Liebe Grüße

Ecki



Bitte prüf diese Aussage nochmals sorgfältig. Für Berlin stimme ich zu. Aber für die BRD? Ein Scan würde mich an dieser Stelle überzeugen.

Weichmolch
Mein lieber Weichmolch,

ach Gott, den habe ich doch längst entsorgt. Aber die Erlebnisse von damals habe ich zeitnah aufgeschrieben, hier ein Auszug:

Sonntag, 12. November

... Gegen 2 Uhr sahen wir rechts neben der Straße ein Postenhäuschen mit einer geöffneten Schranke über einem asphaltierten Weg. Ich wusste, dass dies der Zugang zur sogenannten „5-km-Sperrzone“ ist, welche der eigentlichen Grenze vorgelagert war. Kein Mensch weit und breit. Ich beschloss, den Weg entlang zu fahren. Nach Passieren der Schranke bot sich ein beeindruckendes Bild. Es war stockdunkel. Wir sahen in ein Tal, in dem eine von Norden nach Süden verlaufende Straße zu erkennen war. Und direkt an der Straße ein leuchtendes Band. Ich war überzeugt: Die Straße ist die A 9 und das Leuchtband der Grenzübergang Hirschberg.
Natürlich waren wir ziemlich aufgeregt, die Müdigkeit verflog. Lediglich meine Tochter schlief friedvoll. Ich fuhr den in das Tal führenden Weg weiter. Er führte genau auf das Leuchtband zu, das sich zunehmend als eine Aneinanderreihung von beidseitig der Straße befindlichen, grellen Neonlampen erwies. Immer schärfer hoben sich auch die Konturen von Betongebäuden ab. Plötzlich waren wir auf der A 9, mitten im Grenzübergang. Kein Mensch zu sehen. Wir fuhren in südliche Richtung, im Grenzübergangsbereich waren einige halbgeöffnete Tore, welche wir umfahren mussten. Dann fuhren wir über eine Brücke, auf der sich links eine Betonstele mit dem DDR-Wappen befand. Kurz hinter der Brücke sahen wir rechts ein Schild mit dem Wappen des Freistaates Bayern. Dann wurde die Autobahn ganz glatt.
Wir waren im „Westen“!
Mittlerweile war es kurz vor 3 Uhr. Immer noch dunkel, frostig. Die Autobahn so gut wie leer. Wohin die A 9 führt, welche Ortschaften in der Nähe sind - wir konnten es nicht feststellen, da in unserem „DDR-Autoatlas“ die BRD-Fläche lediglich mit gelber Farbe gefüllt war.
Es ging bergauf, wir unterquerten die autobahnüberspannende Raststätte Rudolphstein und sahen einen Wegweiser „Hof 20 km“. Hof, das wussten wir, war eine größere Stadt. Da wollten wir hin. ...


Liebe Grüße

Ecki



Bis Münchberg war auf der Karte der DDR eingezeichnet
Harra 318


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#253

RE: Gehören Symbole aus DDR-Zeiten verboten???

in Leben in der DDR 28.10.2012 12:18
von Vorwendezeittouri | 142 Beiträge

Zitat von Ecki im Beitrag #244
Mein lieber Gert,

vielen Dank für die Blumen.

Da will ich doch gleich, als Dank und Bonmot, meine Eindrücke vom ersten Besuch eines westdeutschen Supermarktes wiedergeben, geschehen am 12.11.1989:

Nach kurzer Fahrtzeit, gegen 11 Uhr, erreichten wir das kleine Städtchen Münchberg. Zum ersten mal sahen wir einen westdeutschen Supermarkt (EDEKA). Meine Frau bat mich, anzuhalten. Außer uns war kein Mensch in Sichtweite. Wir gingen auf den Supermarkt zu und siehe da, er war geöffnet. Die Einkaufswagen waren angekettet und die 1-D-Mark-Münze, welche für die „Entkettung“ gefordert wurde, hatten wir nicht. Eine Dame an der Kasse lieh uns ein derartiges Geldstück und wir gingen hinein. Oh Gott, diese bunte Warenfülle erschlug mich. Mir wurde leicht schwindlig und ich musste erst einmal wieder hinausgehen. Nachdem ich mich einigermaßen gefasst hatte kehrte ich zurück. „Was wollen wir eigentlich kaufen?“ fragte ich meine Frau. Sie entgegnete „Na ja, wenigstens eine paar Bananen für die Tochter“. Wir gingen an den Verkaufsregalen suchend und staunend vorbei, sahen aber keine Bananen. Doch da, ganz hinten, hingen Bananenstauden an einem Karussellständer und ein großes Schild besagte, dass die Bananen im Sonderangebot sind und nur 1,99 D-Mark kosten. Welch ein Glück. In der Aufregung überlasen wir, dass es sich um einen Kilopreis handelt. Meine Frau nahm die größte Bananenstaude und wir bewegten uns wieder in Richtung der Kassen. Dort angekommen fragte die Kassiererin „Und wo ist der Preisaufkleber?“. „Welcher Preisaufkleber?“ sagte ich und sie antwortete „Ach so. Also, da gehen sie mit den Bananen noch einmal in die Obst- und Gemüseabteilung. Dort ist eine Waage mit bunten Bildern, Äpfeln, Apfelsinen usw.. Auf diese Waage legen sie die Bananen und drücken auf das Bild, wo Bananen drauf sind. Dann kommt ein Zettel, den kleben sie auf die Bananen und kommen wieder zu mir.“ Eigentlich peinlich, aber wir kannten diese Prozedur wirklich nicht. Die Bananen waren dann mit 2,58 D-Mark etwas teurer als gedacht.

Liebe Grüße

Ecki





Hallo Ecki,
ist doch normal, was man nicht kennt, kennt man eben nicht, daher ist es für einen dann neu (siehe den Preis-Aufkleber für Bananen).
Als ich 1988 in der DDR war, war ich ganz erstaunt, im Goethehaus Weimar und in der Meißener Porzelan-Manufaktur mir vorab erstmal ne "Fotografier-Erlaubnis-für-Amateure" mir für 0,50 M mir erwerben zu müssen (es gab dann n'en Zettel mit Datum), damit ich (ohne Blitz-Benutzung) meine Foto-Kamera in den dortigen Räumlichkeiten benutzen konnte. War mir auch total neu, sowas!

Gruß vom Jörg aus Düsseldorf!


"Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran!" (Fehlfarben, 1980)
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#254

RE: Gehören Symbole aus DDR-Zeiten verboten???

in Leben in der DDR 07.11.2012 12:29
von Uffz.JoMu (gelöscht)
avatar

Ist das in der Bundesrepublik nicht Üblich gewesen, das in Museen oder Kirchen man eine Fotoerlaubnis erwerben mußte?
Ich kenne das nicht anders,

Zitat von Vorwendezeittouri im Beitrag #253
Zitat von Ecki im Beitrag #244
Mein lieber Gert,

vielen Dank für die Blumen.

Da will ich doch gleich, als Dank und Bonmot, meine Eindrücke vom ersten Besuch eines westdeutschen Supermarktes wiedergeben, geschehen am 12.11.1989:

Nach kurzer Fahrtzeit, gegen 11 Uhr, erreichten wir das kleine Städtchen Münchberg. Zum ersten mal sahen wir einen westdeutschen Supermarkt (EDEKA). Meine Frau bat mich, anzuhalten. Außer uns war kein Mensch in Sichtweite. Wir gingen auf den Supermarkt zu und siehe da, er war geöffnet. Die Einkaufswagen waren angekettet und die 1-D-Mark-Münze, welche für die „Entkettung“ gefordert wurde, hatten wir nicht. Eine Dame an der Kasse lieh uns ein derartiges Geldstück und wir gingen hinein. Oh Gott, diese bunte Warenfülle erschlug mich. Mir wurde leicht schwindlig und ich musste erst einmal wieder hinausgehen. Nachdem ich mich einigermaßen gefasst hatte kehrte ich zurück. „Was wollen wir eigentlich kaufen?“ fragte ich meine Frau. Sie entgegnete „Na ja, wenigstens eine paar Bananen für die Tochter“. Wir gingen an den Verkaufsregalen suchend und staunend vorbei, sahen aber keine Bananen. Doch da, ganz hinten, hingen Bananenstauden an einem Karussellständer und ein großes Schild besagte, dass die Bananen im Sonderangebot sind und nur 1,99 D-Mark kosten. Welch ein Glück. In der Aufregung überlasen wir, dass es sich um einen Kilopreis handelt. Meine Frau nahm die größte Bananenstaude und wir bewegten uns wieder in Richtung der Kassen. Dort angekommen fragte die Kassiererin „Und wo ist der Preisaufkleber?“. „Welcher Preisaufkleber?“ sagte ich und sie antwortete „Ach so. Also, da gehen sie mit den Bananen noch einmal in die Obst- und Gemüseabteilung. Dort ist eine Waage mit bunten Bildern, Äpfeln, Apfelsinen usw.. Auf diese Waage legen sie die Bananen und drücken auf das Bild, wo Bananen drauf sind. Dann kommt ein Zettel, den kleben sie auf die Bananen und kommen wieder zu mir.“ Eigentlich peinlich, aber wir kannten diese Prozedur wirklich nicht. Die Bananen waren dann mit 2,58 D-Mark etwas teurer als gedacht.

Liebe Grüße

Ecki





Hallo Ecki,
ist doch normal, was man nicht kennt, kennt man eben nicht, daher ist es für einen dann neu (siehe den Preis-Aufkleber für Bananen).
Als ich 1988 in der DDR war, war ich ganz erstaunt, im Goethehaus Weimar und in der Meißener Porzelan-Manufaktur mir vorab erstmal ne "Fotografier-Erlaubnis-für-Amateure" mir für 0,50 M mir erwerben zu müssen (es gab dann n'en Zettel mit Datum), damit ich (ohne Blitz-Benutzung) meine Foto-Kamera in den dortigen Räumlichkeiten benutzen konnte. War mir auch total neu, sowas!

Gruß vom Jörg aus Düsseldorf!


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#255

RE: Gehören Symbole aus DDR-Zeiten verboten???

in Leben in der DDR 30.06.2013 02:25
von West_Tourist (gelöscht)
avatar

IM_Erika gehoert verboten, welche Westdeutschland auspluendert.


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#256

RE: Gehören Symbole aus DDR-Zeiten verboten???

in Leben in der DDR 30.06.2013 06:08
von schulzi | 1.764 Beiträge

Zitat von West_Tourist im Beitrag #255
IM_Erika gehoert verboten, welche Westdeutschland auspluendert.

wer ist IM_Erika ???


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#257

RE: Gehören Symbole aus DDR-Zeiten verboten???

in Leben in der DDR 30.06.2013 07:47
von Pit 59 | 10.156 Beiträge

IM_Erika gehoert verboten, welche Westdeutschland auspluendert.@Westtourist

Verzichten koennen wir hier im Westen auf den Wiederaufbau Ost. Auf IM _erika gleich mit. Kostet alles nur unnoetiges Geld. Wie damals zu DDR Zeiten. Da kommt nichts zurueck@Westtourist

IM_erika als Vixxvorlage wenn der DVD Player spinnt.@Westtourist

Hallo Westtourist
Vieleicht sollte man in der Zeit von 02.14 -02.24 Uhr das schreiben von Beiträgen Unterlassen,einige Medikamente wirken da besonders stark ,und dann kommt so etwas dabei raus.


exgakl, Küchenbulle 79, bendix und Theo85/2 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.06.2013 07:59 | nach oben springen

#258

RE: Gehören Symbole aus DDR-Zeiten verboten???

in Leben in der DDR 30.06.2013 10:40
von Küchenbulle 79 | 533 Beiträge

Zitat von schulzi im Beitrag #256
Zitat von West_Tourist im Beitrag #255
IM_Erika gehoert verboten, welche Westdeutschland auspluendert.

wer ist IM_Erika ???


Würde mich auch mal interessieren .


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#259

RE: Gehören Symbole aus DDR-Zeiten verboten???

in Leben in der DDR 30.06.2013 11:01
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Der, die oder das IM Erika?

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#260

RE: Gehören Symbole aus DDR-Zeiten verboten???

in Leben in der DDR 30.06.2013 16:57
von West_Tourist (gelöscht)
avatar

Zitat von Küchenbulle 79 im Beitrag #258
Zitat von schulzi im Beitrag #256
Zitat von West_Tourist im Beitrag #255
IM_Erika gehoert verboten, welche Westdeutschland auspluendert.

wer ist IM_Erika ???


Würde mich auch mal interessieren .




Wer ist IM_Erika? ? Eure beste Freundin. Was denn sonst?


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