#101

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 25.03.2015 19:50
von Elch78 | 501 Beiträge

Zitat von Klauspeter im Beitrag #100
Zitat von Merlini im Beitrag #98
Die beste Regierungsform ist immer noch die Diktatur, unter der Voraussetzung dass der Diktator sehr Weise ist.
Das Problem ist nur, dass ein sehr Weiser Diktator nicht lange lebt.
Der Hesselfuchs
Gab es oder gibt es weise Diktatoren? Mir fällt im Moment keiner ein - und es ist ja auch ein kleiner Widerspruch in sich:
Wenn ein Regierender weise ist, dann wählt er eine demokratische Regierungsform - zumindest in unserer Zeit, und wer in unserer Zeit diktatorisch regiert, der scheitert oder wird scheitern.
Klaus
Rot: Warum eigentlich?
Müssen alle über alles entscheiden - unabhängig von ihrer Kompetenz zum Thema? Und von Kenntnissen auf die Auswirkung in andere Sachgebiete ganz zu schweigen!
Mir ist ein sachlich und sozial kompetenter Alleinentscheider manchmal lieber als eine Horde von entscheidungsfreudigen Enthusiasten, die - unbelastet von Kenntnissen aller Art - ständig mitbestimmen möchten.

Und machen wir uns doch nichts vor: demokratisch gewählte Abgeordnete sind keine Kompetenzträger sondern (im Allgemeinen) funktionierende Parteiarbeiter (zumindest die "Abstimmungs-Hand" funktioniert).

Sogenannte Schwarmintelligenz halte ich für Blödsinn - sonst wären auch Lemminge als Population zu intelligent, um hier und da ins Massenverderben zu laufen. Von der Zeit um und nach 1933 will ich da gar nicht erst anfangen ...

Die Wahrheit zwischen Einzelentscheidung und demokratischer Beschlußkultur liegt meiner Meinung nach irgendwo in der Mitte - das entspricht meiner Lebenserfahrung im persönlichen und beruflichen Leben wie auch im Freizeitbereich ...
Ich denke, sowohl das Diktatur- wie auch das Demokratiemodell ist noch nicht fertig ausgearbeitet. Wenn dies gelänge und dann noch fusionieren würde - das wäre eine spannende Sache!

Elch


"Es gibt immer drei Wahrheiten: eine, die Du siehst, eine, die ich sehe und eine, die wir beide nicht sehen"
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zuletzt bearbeitet 25.03.2015 20:03 | nach oben springen
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#102

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 25.03.2015 20:50
von DoreHolm | 7.705 Beiträge

Die Konservativen und die Demokratiefetischisten werden aufheulen, wenn sie hier lesen, daß für nicht Wenige hier gewisse Formen von Diktatur eine überlegenswerte Alternative zur heutigen Situation darstellen. Eine gegenwärtige Demokratie, die über ihre eigenen Beine stolpert und von einer sog. "wehrhaften Demokratie" will ich schon gar nicht mehr reden.



zuletzt bearbeitet 25.03.2015 20:51 | nach oben springen
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#103

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 26.03.2015 09:01
von Freienhagener | 3.877 Beiträge

Soweit muß man nicht gehen.

Über den deutschen Tellerrand betrachtet stellt man fest, daß keine Diktatur nötig ist, nur etwas mehr Autorität.

Dabei meine ich nicht die russische Variante, sondern eher in der Art von Singapur, d.h. vor allem, ohne "Führer".
Wobei: Nicht mal soweit müßte man gehen.
In Südkorea, Taiwan und sogar im eher demokratischen Japan gehts auch ohne Diktatur "ordentlich" zu.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#104

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 26.03.2015 11:00
von Klauspeter | 987 Beiträge

Zitat von Elch78 im Beitrag #101

Müssen alle über alles entscheiden - unabhängig von ihrer Kompetenz zum Thema? Und von Kenntnissen auf die Auswirkung in andere Sachgebiete ganz zu schweigen!
Mir ist ein sachlich und sozial kompetenter Alleinentscheider manchmal lieber als eine Horde von entscheidungsfreudigen Enthusiasten, die - unbelastet von Kenntnissen aller Art - ständig mitbestimmen möchten.

Eine Regierungsform, in der alle alles entscheiden, würde nicht lange bestehen. Es wäre eine endlose Schwatzbude ohne Beschlüsse. Bei der Entscheidungsfindung helfen sollten Menschen, die Sach- und Fachkenntnisse haben und die die Interessen anderer vertreten. Das gab es schon einmal, wenn auch nur für kurze Zeit. Ich meine die Runden Tische zum Ausgang der DDR. Vertreter von Parteien, Kirchen, Organisationen saßen zusammen und fassten gemeinsame Beschlüsse mit dem Ziel, friedlich Veränderungen herbei zu führen. Das war m.E. eine echte Form der Demokratie.

Zitat von Elch78 im Beitrag #101

Und machen wir uns doch nichts vor: demokratisch gewählte Abgeordnete sind keine Kompetenzträger sondern (im Allgemeinen) funktionierende Parteiarbeiter (zumindest die "Abstimmungs-Hand" funktioniert).


Naja, wie demokratisch sind denn diese Abgeordneten gewählt? Sieh Dir die Wahlbeteiligungen in den neuen Bundesländern an. 50 % Wahlbeteiligung lösen oft schon Freude aus. Dann kommt die Aufteilung der Wählerstimmen auf die Parteien. Auf reale Zahlen umgerechnet sieht es dann schon ziemlich dünn aus.
M.E. ist die Zeit der "Parteienherrschaft" vorbei. Die Parteien unterscheiden sich kaum noch voneinander und viele Bürger spüren das und spielen nicht mehr mit.
Hinzu kommt, dass die Posten nicht nach Fähigkeiten vergeben werden, sondern nach dem Parteibuch. Nichts gegen unsere Verteidigungsministerin als Mensch, aber ich bezweifle doch etwas, dass sie von der Materie, die sie bewirtschaftet, auch nur eiigermaßen etwas versteht.

Zitat von Elch78 im Beitrag #101

Die Wahrheit zwischen Einzelentscheidung und demokratischer Beschlußkultur liegt meiner Meinung nach irgendwo in der Mitte - das entspricht meiner Lebenserfahrung im persönlichen und beruflichen Leben wie auch im Freizeitbereich ...
Ich denke, sowohl das Diktatur- wie auch das Demokratiemodell ist noch nicht fertig ausgearbeitet. Wenn dies gelänge und dann noch fusionieren würde - das wäre eine spannende Sache!



Da stimme ich Dir zu. Wir brauchen neue Überlegungen, um aus der gegenwärtigen starre herauszukommen. Nur - wer von den Herrschenden will solche Überlegungen und wer soll sie umsetzen ?
Klaus


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#105

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 26.03.2015 11:12
von Elch78 | 501 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #103

... keine Diktatur nötig ..., nur etwas mehr Autorität.
... vor allem, ohne "Führer".
Wobei: Nicht mal soweit müßte man gehen.
In Südkorea, Taiwan und sogar im eher demokratischen Japan gehts auch ohne Diktatur "ordentlich" zu.
Gut - dann sollten wir versuchen "herauszuarbeiten", was dort dazu führt, daß es "ordentlich zugeht".

Meine Einlassungen zum Thema sollten auch nicht das alleinige "Führerprinzip" bewerben sondern der Vernunft und Kompetenz in Form geeigneter Personen den ihnen zustehenden Platz einräumen.

Wo hört hier Ordnung auf und beginnt Diktatur ... und wie grenzt sich davon "etwas Autorität" ab?

Elch


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#106

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 26.03.2015 11:27
von Freienhagener | 3.877 Beiträge

Die Abgrenzung besteht erstmal in dem Führerprinzip. Eine Diktatur hat stets einen Diktator. Aber das ist natürlich nicht alles.

Den Unterschied sollte gerade an den von mir benannten Beispielen erkennbar sein:

Kein Führer, fortdauernd freie Wahlen (nicht nur wie 33 zur "Machtergreifung")
Meinungsfreiheit, Gesetzlichkeit, Grundrechte und Gewaltenteilung dürfen nicht angetastet werden.

Ansonsten wären wir nicht besser als diejenigen, die 33 den "starken Mann" und eine "Elite" forderten.

Wem würdest Du denn sowas zutrauen und ohne Bedenken die Macht übergeben wollen?
Konkret betrachtet gibts bei uns solche Leute in "Ideal"form nicht mal ansatzweise. Nicht mal einen versierten Demagogen (der auch nur falsch spielen würde).


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 26.03.2015 11:29 | nach oben springen
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#107

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 26.03.2015 11:29
von Elch78 | 501 Beiträge

Zitat von @Klauspeter : "Bei der Entscheidungsfindung helfen sollten Menschen, die Sach- und Fachkenntnisse haben und die die Interessen anderer vertreten. Das gab es schon einmal, wenn auch nur für kurze Zeit. Ich meine die Runden Tische zum Ausgang der DDR. Vertreter von Parteien, Kirchen, Organisationen saßen zusammen und fassten gemeinsame Beschlüsse mit dem Ziel, friedlich Veränderungen herbei zu führen. Das war m.E. eine echte Form der Demokratie."

Ja, die runden Tische hatten etwas sehr Demokratisches. Allerdings war dort auch nicht nur gesammelte Kompetenz zugegen. Aus Augenzeugenberichten weiß ich, daß es schon recht frühzeitig "Trolle" gab, die heute hier und morgen im nächsten Ausschuß auftauchten, die Bühne für sich pachten wollten und zumindest zeitweise die Arbeit behinderten - sicher eine "Kinderkrankheit" des Runder-Tisch-Systems.

Interessant war für mich, daß sich die Parteien, die einen westlichen "Partner" gefunden hatten bzw. "gefunden worden" waren, recht bald aus der Arbeit an den Tischen zurückzogen und ihre Kraft für Eigenwerbung bezüglich der bald folgenden Wahlen verwendeten.
Da saßen dann die "Basisdemokraten" unter sich und hatten nach dem Wahltag plötzlich keine Bedeutung mehr.
Das System der "Runden Tische" hätte also autoritär (oder diktatorisch?) zumindest zeitweise vor der Parteiendemokratie des Westens abgeschirmt werden müssen. Alleine konnte es sich nicht halten ...

Elch


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zuletzt bearbeitet 26.03.2015 11:31 | nach oben springen
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#108

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 26.03.2015 11:48
von Dandelion (gelöscht)
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Zitat von Klauspeter im Beitrag #104
Hinzu kommt, dass die Posten nicht nach Fähigkeiten vergeben werden, sondern nach dem Parteibuch. Nichts gegen unsere Verteidigungsministerin als Mensch, aber ich bezweifle doch etwas, dass sie von der Materie, die sie bewirtschaftet, auch nur eiigermaßen etwas versteht.

Grundsätzlich stellt sich schon die Frage, wie eine Ministerin/ein Minister ein neues Ressort übernehmen kann, das keine Berührungspunkte zu seiner bisherigen Aufgabe noch zu seinem Lebenslauf hat: Frau v.d.Leyen hat in ihrem Leben sicher schon manches gemacht, aber zumindest den Grundwehrdienst meines Wissens nach nicht absolviert.

So komisch das im ersten Moment klingen mag, aber: Sind detaillierte Fachkenntnisse wirklich erforderlich, um z.B. das Verteidigungsministerium erfolgreich zu führen? Um die zu erlangen, müsste sie ziemlich lange gedient und wahrscheinlich Offizier im Generalstab gewesen sein - und selbst dann würde sie viel z.B. vom Heer verstehen, aber kaum etwas von der Marine und der Luftfahrt.

Das erforderliche Fachwissen gibt es reichlich in dem Apparat, der ihr zur Verfügung steht. Sie muss hingegen wissen, wie ein solcher "Laden" funktioniert, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Für mich ist ein guter Minister vergleichbar mit einem guten Spitzenmanager: Auch da wird oftmals die Branche gewechselt und trotzdem sind viele in der Lage, ein neues und völlig branchenfremdes Unternehmen erfolgreich zu führen.

Es gibt auch (zugegeben, beileibe nicht alle) Beispiele dafür, dass auch ein Spitzenpolitiker in der Lage ist, ein Wirtschaftsunternehmen mit positiven Ergebnissen zu führen: Lothar Späth zum Beispiel war erst Ministerpräsident in BaWü, bevor er als Geschäftsführer und später als Vorstandsvorsitzender zur Jenoptik wechselte. Und ich glaube nicht, dass er vor seinem Wechsel sehr viel von optischen Systemen oder der Lasertechnik wusste.


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#109

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 26.03.2015 11:51
von Elch78 | 501 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #106
Die Abgrenzung besteht erstmal in dem Führerprinzip. Eine Diktatur hat stets einen Diktator. Aber das ist natürlich nicht alles.

Den Unterschied sollte gerade an den von mir benannten Beispielen erkennbar sein:

Kein Führer, fortdauernd freie Wahlen (nicht nur wie 33 zur "Machtergreifung")
Meinungsfreiheit, Gesetzlichkeit, Grundrechte und Gewaltenteilung dürfen nicht angetastet werden.

Wem würdest Du denn sowas zutrauen und ohne Bedenken die Macht übergeben wollen?
Konkret betrachtet gibts bei uns solche Leute in "Ideal"form nicht mal ansatzweise. Nicht mal einen versierten Demagogen (der auch nur falsch spielen würde).
Orange markiert: Gut, aber das klingt ja nun so , als ob es in den angesprochenen Ländern "solche Leute" gibt. Ist das so?
Und wenn ja - warum dort, aber hier nicht?
Ist es nur historisch bedingt ...?

Rot markiert: Da simme ich Dir zu - aber mangelt es bei uns daran? Funktioniert es, oder schleichen sich nicht Ungewolltes und Unvernünftiges ein - und ist dann nicht verhinderbar ...

Grün markiert: Die Freiheit der Wahl ist wünschenswert - wird aber sofort wieder durch Meinungsfreiheit und Grundrechte eingeschränkt. Wenn vor Wahlen jeder heraustutet, was er nach der Wahl leisten wird, dann wird dessen Äußerung überproportional stark wahrgenommen, der sie am intensivsten zu verbreiten versteht.
Erste und wichtigste Voraussetzung für die Verbreitung ist: Geld. Die "Geld-Inhaber" bestimmen also den Mainstream der Meinungen - natürlich in ihrem Sinne: der Erhaltung und möglichst Mehrung des Machtmittels Geld.

Elch


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zuletzt bearbeitet 26.03.2015 12:15 | nach oben springen
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#110

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 26.03.2015 12:07
von Klauspeter | 987 Beiträge

@Elch78 :
Da stimme ich Dir zu.
Beachten sollten wir natürlich, wann und in welcher Situation die Runden Tische entstanden sind. Ihnen waren 40 Jahre DDR vorausgegangen.
Vielleicht wäre es gut gewesen, das Parteiensystem abzuschaffen und die Runden Tische beizubehalten. Aber die alte BRD wollte kaum Veränderungen.
Klaus


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#111

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 26.03.2015 12:17
von Freienhagener | 3.877 Beiträge

Hallo @Elch78 ,

die angesprochenen Länder sind keine Diktaturen. Also gibt es solche Leute dort nicht.

Ich denke, daß mit diktatorischen Befugnissen ausgestattete Personen nie zum Wohl eines Landes wirken. Zwangsläufig gehen sie gewaltsam gegen sich selbstverständlich rührenden Widerstand vor. Um etwas zu konsolidieren, müssen sie an der Macht festhalten, auch wenn die Unterstützung schwindet. Das ergibt eine Spirale, die man sicherlich nicht erklären muß.
So sind bekannte Volkstribunen zu Tyrannen geworden - vom Volk erhoben, vom Volk gestürzt.

Die genannten asiatischen Länder funktionieren ohne diktatorische Führer scheinbar deswegen gut, weil dort die konfuzianische Unterordnung Tradition ist.

Bei uns endete Entsprechendes mit dem 1. WK.
Zuvor hatten sich (nach der Absetzung Bismarcks) sogar die Sozialisten mit der autoritären Monarchie arrangiert.
Das deutsche Kaiserreich war autoritär, aber nicht willkürlich.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 26.03.2015 12:23 | nach oben springen
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#112

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 26.03.2015 12:25
von Klauspeter | 987 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #108


So komisch das im ersten Moment klingen mag, aber: Sind detaillierte Fachkenntnisse wirklich erforderlich, um z.B. das Verteidigungsministerium erfolgreich zu führen? Um die zu erlangen, müsste sie ziemlich lange gedient und wahrscheinlich Offizier im Generalstab gewesen sein - und selbst dann würde sie viel z.B. vom Heer verstehen, aber kaum etwas von der Marine und der Luftfahrt.

Das erforderliche Fachwissen gibt es reichlich in dem Apparat, der ihr zur Verfügung steht. Sie muss hingegen wissen, wie ein solcher "Laden" funktioniert, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Für mich ist ein guter Minister vergleichbar mit einem guten Spitzenmanager: Auch da wird oftmals die Branche gewechselt und trotzdem sind viele in der Lage, ein neues und völlig branchenfremdes Unternehmen erfolgreich zu führen.



Naja, so ganz schlüssig scheint mir das aber nicht zu sein. Wenn es das erforderliche Fachwissen reichlich im Apparat gibt - warum sollte dann der Minister nicht auch aus dem Apparat kommen? Klar, da sind wir wieder beim Parteibuch.
In der DDR wurden kluge und fähige Generaldirektoren von Kombinaten abgelöst, wenn sie nicht den E.H. Kurs der Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik mitgehen wollten. Generaldirektor wurde dann der Parteibeauftragte des Kombinates, der oft vom Tuten und Blasen keine Ahnung hatte. Die Folgen waren oft verheerend.
Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass Fach- und Sachkenntnis eines Ministers besser ist als keine.

Klaus


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#113

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 26.03.2015 12:36
von Freienhagener | 3.877 Beiträge

"Stallgeruch" ist eigentlich negativ. Deshalb sollten gerade Militärs nicht Verteidigungsminister werden.


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#114

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 26.03.2015 12:37
von Elch78 | 501 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #111
Hallo @Elch78 ,
A) die angesprochenen Länder sind keine Diktaturen. Also gibt es solche Leute dort nicht.

B) Die genannten asiatischen Länder funktionieren ohne diktatorische Führer scheinbar deswegen gut, weil dort die konfuzianische Unterordnung Tradition ist.

C Bei uns endete Entsprechendes mit dem 1. WK.
Zuvor hatten sich (nach der Absetzung Bismarcks) sogar die Sozialisten mit der autoritären Monarchie arrangiert.
Das deutsche Kaiserreich war autoritär, aber nicht willkürlich.

A) Da hatte ich "solche Leute" in dem zitierten Zusammenhang falsch verstanden.
Erledigt!

B) Jetzt wird's spannend: der Konfuzianismus!
Weiß selber fast nichts darüber (nur eben mal bei Wiki gelesen: Ordnung als Bedingung für Freiheit gefällt mir ausnehmend gut!) - aber das sollte diskutiert werden ...


C) Hab' ich so noch nie betrachtet - war das so?
Haben wir den "Lenker" gefunden, der @Merlini vorschwebte?
Meine Vorstellung von Wilhelm-Zwo war irgendwie anders ...

Elch


"Es gibt immer drei Wahrheiten: eine, die Du siehst, eine, die ich sehe und eine, die wir beide nicht sehen"
Freienhagener hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#115

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 26.03.2015 12:39
von Freienhagener | 3.877 Beiträge

Zitat von Elch78 im Beitrag #114


C) Hab' ich so noch nie betrachtet - war das so?
Haben wir den "Lenker" gefunden, der @Merlini vorschwebte?
Meine Vorstellung von Wilhelm-Zwo war irgendwie anders ...



Da hast Du mein Anliegen nicht verstanden.

Der legal-autoritäre Staatsapparat funktioniert eben ohne "Lenker" an der Spitze. Das beste Beispiel ist neben Singapur wohl Taiwan.
Aber dort ordnen sich die Leute, wie gesagt, freiwillig konfuzianisch unter, ohne sich zu entwürdigen und zu entmündigen.


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zuletzt bearbeitet 26.03.2015 12:42 | nach oben springen
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#116

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 26.03.2015 12:59
von Dandelion (gelöscht)
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Zitat von Klauspeter im Beitrag #112

Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass Fach- und Sachkenntnis eines Ministers besser ist als keine.

Können wir - schädlich ist es zumindest nicht. Aber es birgt auch Gefahren für den Betroffenen: Wenn z.B. ein Seiteneinsteiger vorher in der Pharma-Industrie gearbeitet, sich gewisse Kenntnisse angeeignet hat und dann ins Gesundheitsministerium wechselt, dann dürfte ihm zu Recht oder auch nicht eine gewisse Nähe zu diesen Kreisen unterstellt werden.

Aber jetzt nähere ich mich einer gewissen Haarspalterei und höre deshalb besser auf.


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#117

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 26.03.2015 13:09
von DoreHolm | 7.705 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #103
Soweit muß man nicht gehen.

Über den deutschen Tellerrand betrachtet stellt man fest, daß keine Diktatur nötig ist, nur etwas mehr Autorität.

Dabei meine ich nicht die russische Variante, sondern eher in der Art von Singapur, d.h. vor allem, ohne "Führer".
Wobei: Nicht mal soweit müßte man gehen.
In Südkorea, Taiwan und sogar im eher demokratischen Japan gehts auch ohne Diktatur "ordentlich" zu.


Grün: Dort fängt aber auch schon in der frühkindlichen Erziehung auf ein ordentliches Benehmend der Heranwachsenden geachtet. Ältere Menschen werden dort eher geachtet, nicht nur wegen ihrer Lebenserfahrung und nicht wie hier von nicht wenigen Teenagern zu den Halbtoten und Zombies gezählt.



Freienhagener hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#118

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 26.03.2015 13:13
von DoreHolm | 7.705 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #106
Die Abgrenzung besteht erstmal in dem Führerprinzip. Eine Diktatur hat stets einen Diktator. Aber das ist natürlich nicht alles.

Den Unterschied sollte gerade an den von mir benannten Beispielen erkennbar sein:

Kein Führer, fortdauernd freie Wahlen (nicht nur wie 33 zur "Machtergreifung")
Meinungsfreiheit, Gesetzlichkeit, Grundrechte und Gewaltenteilung dürfen nicht angetastet werden.

Ansonsten wären wir nicht besser als diejenigen, die 33 den "starken Mann" und eine "Elite" forderten.

Wem würdest Du denn sowas zutrauen und ohne Bedenken die Macht übergeben wollen?
Konkret betrachtet gibts bei uns solche Leute in "Ideal"form nicht mal ansatzweise. Nicht mal einen versierten Demagogen (der auch nur falsch spielen würde).


Rot: Oh, das ist interessant. Die DDR war eine Diktatur. Und wer war da der Diktator als Person ?



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#119

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 26.03.2015 13:44
von Vierkrug (gelöscht)
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Zitat von Klauspeter im Beitrag #112
Zitat von Dandelion im Beitrag #108


So komisch das im ersten Moment klingen mag, aber: Sind detaillierte Fachkenntnisse wirklich erforderlich, um z.B. das Verteidigungsministerium erfolgreich zu führen? Um die zu erlangen, müsste sie ziemlich lange gedient und wahrscheinlich Offizier im Generalstab gewesen sein - und selbst dann würde sie viel z.B. vom Heer verstehen, aber kaum etwas von der Marine und der Luftfahrt.

Das erforderliche Fachwissen gibt es reichlich in dem Apparat, der ihr zur Verfügung steht. Sie muss hingegen wissen, wie ein solcher "Laden" funktioniert, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Für mich ist ein guter Minister vergleichbar mit einem guten Spitzenmanager: Auch da wird oftmals die Branche gewechselt und trotzdem sind viele in der Lage, ein neues und völlig branchenfremdes Unternehmen erfolgreich zu führen.



Naja, so ganz schlüssig scheint mir das aber nicht zu sein. Wenn es das erforderliche Fachwissen reichlich im Apparat gibt - warum sollte dann der Minister nicht auch aus dem Apparat kommen? Klar, da sind wir wieder beim Parteibuch.
In der DDR wurden kluge und fähige Generaldirektoren von Kombinaten abgelöst, wenn sie nicht den E.H. Kurs der Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik mitgehen wollten. Generaldirektor wurde dann der Parteibeauftragte des Kombinates, der oft vom Tuten und Blasen keine Ahnung hatte. Die Folgen waren oft verheerend.
Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass Fach- und Sachkenntnis eines Ministers besser ist als keine.

Klaus



Lila - Diese Aussage stimmt so nicht und kann man auch so nicht stehen lassen. In einigen Kombinaten gab es Industriekreisleitungen der SED. Mir ist kein Fall bekannt, wo der 1. Sekretär bzw. der Sekretär für Wirtschaftspolitik einer Industriekreisleitung zum Generaldirektor des Kombinates gekürt wurde. Ebenso ist auch nicht bekannt, wo ein Parteiauftragter des ZK der SED, so nannten sich die Parteibeauftragten in den Kombinaten, die Nachfolge eines abgelösten bzw, von seinen Aufgaben entbundenen Generaldirektors antrat bzw. angetreten ist. In der Regel waren es die 1. Stellvertreter des GD oder ein anderer Fachdirektor aus der Generaldirektion/Kombinatsleitung.
Als im Ergebnis des Winters 1978/79 Klaus Siebold als Minister für Kohle und Energie abgelöst wurde, ist auch nicht Horst Wambutt, Leiter der Abteilung Grundstoffindustrie des ZK der SED zum Minister ernannt worden, sondern der damalige Stellvertreter von Klaus Siebold, Wolfgang Mitzinger. Siebold wurde dann Direktor des BKW Welzow wimre.
Umgekehrt wird eher ein Schuh daraus. Staatliche Leiter, die über eine hohe Fach- und Sachkompetenz/-kenntnisse verfügten, wurden in leitende Funktionen des Parteiapparates der SED berufen. Da könnte ich auch etliche Beispiele anführen.

Es gab aber auch Parteifunktionäre die eine hohe Fach- und Sachkompetenz besaßen und durchaus auch leitende Funktionen auf unterschiedliche Ebenen ausüben hätten können.

Nicht immer alles verallgemeinern - auch hier ist eine differenzierte Sicht und Betrachtung angebracht.

Vierkrug


zuletzt bearbeitet 26.03.2015 14:27 | nach oben springen
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#120

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 26.03.2015 16:02
von Gelöschtes Mitglied
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Da es diesen Weisen Diktator nicht gibt, genau sowenig wie den selbstlosen Menschen der den Kommunismus verwirklichen könnte, müssen wir uns eben anders behelfen.

Mir ist jede Organisation (Partei) suspekt, die eine absolute Mehrheit besitzt. Das geht nie lange gut.

Ob ein Minister der Regierung oder ein Manager eines größeren Betriebes, bei beiden kommt es eher auf Menschenführung als auf Detailkenntnisse der Verwaltung oder der Produktion an.

Bei einem Handwerksbetrieb mit nur wenigen Mitarbeitern möchte der Chef schon wissen von was er spricht. Er muss ja Angebote erstellen, auf die Einhaltung der technischen Normen, des Arbeitsschutzes usw. achten.

Ein Minister oder ein Manager muss in die Zukunft denken, Ziele formulieren, die Vorgänge analysieren und die richtigen Entscheidungen treffen können.

Ein Verteidigungsminister muss keine Offizierslaufbahn hinter sich haben, genau sowenig wie ein Manager eines Baukonzerns die Bauleitung eines Hochhauses als Eintrittskarte braucht.

Ein Minister/Manager muss die richtigen Experten an der richtigen Stelle einsetzen, lösbare Aufgaben stellen, Ergebnisse kontrollieren und notwendige Personalentscheidungen treffen.

Der Hesselfuchs


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