#61

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 23.03.2015 22:26
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Merlini im Beitrag #49
Besonders die Analyse der Stalin-Ära ist Frau Wagenknecht ausgesprochen gut gelungen. Wer 50 Jahre nach dem Tod dieses Massenmörders seine Lebensleistung gut heißt, hat eigentlich das Recht auf Diäten aus unseren Steuern verspielt.

Der Hesselfuchs


Das hat sie gesagt:

"Und was immer man – berechtigt oder unberechtigt – gegen die Stalin-Zeit vorbringen mag, ihre Ergebnisse waren jedenfalls nicht Niedergang und Verwesung, sondern die Entwicklung eines um Jahrhunderte zurückgebliebenen Landes in eine moderne Großmacht während eines weltgeschichtlich einzigartigen Zeitraums; damit die Überwindung von Elend, Hunger, Analphabetismus, halbfeudalen Abhängigkeiten und schärfster kapitalistischer Ausbeutung; schließlich der Sieg über Hitlers Heere, die Zerschlagung des deutschen und europäischen Faschismus sowie die Ausweitung sozialistischer Gesellschaftsverhältnisse über den halben europäischen Kontinent."

Und auch das:

"Die beeindruckenden Leistungen bei der Industrialisierung des Landes wären ohne Stützung und Bejahung dieser Politik seitens größerer Teile des Volkes nie erreichbar gewesen. (Es ist lächerlich und dumm, diese im Nachhinein als bloße Auswirkungen der Diktatur, der Angst und der Arbeitslager darstellen zu wollen.) Ähnliches gilt von der DDR-Geschichte… "

Zitat aus http://www.pi-news.net/2014/01/sahra-wag...ein-guter-mann/
(bitte diese Forenkultur nicht beachten)

__________________________________________________________________________________________________________________________

Und ich sage, man kann auch den Feuerwehrmann verklagen, weil er mit seiner Wasserspritze, den Teppich versaut hat um die brennenden Möbel zu löschen.
Rußland war in den 1930er Jahren eine Weltmacht, die nur durch eine Zentralgewalt zu einer solchen werden konnte.
Stalin war die Gegengewalt zu den Profiteuren dieser urzeitlichen Gesellschaftskonstruktion und was dort jeder hineininterpretiert sei ihm freigestellt.
Ganz sicher hat es unvorstellbare Verbrechen gegeben, genauso wie der Atombombenabwurf von Hiroshima eines war.
Er hat aber einer hundert- oder gar tausenfach höheren Zahl von Menschen das Leben gerettet bzw. einen Entwicklungsschub gebracht auch wenn das für unser Wertesystem recht befremdlich oder gar zynisch klingen mag aber man muß sich über die Dimensionen bewußt sein, in denen damals gedacht wurde.
Das Ehepaar Lafontaine hat den ganz großen Wurf gewagt und ist vorerst gescheitert.
Ich will mich nicht streiten, die Ideen die hinter ihren Konzepten stehen werden möglicherweise genauso verkannt wie die genialen Kompositionen von Bach, die wollte damals zu seinen Lebzeiten auch keiner hören, was eben nicht heißt, daß sie wertlos waren.
Die Probleme "um die Ecke" sind jedoch drängender, so ist das nun mal, alles eine Frage der Dimension.



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#62

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 23.03.2015 22:28
von Gelöschtes Mitglied
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1978 habe ich mal einen älteren Herrn gesprochen, der wollte den Kommunismus mit aufbauen. Dafür hatte er im dritten Reich einige Jahre im KZ gesessen. Von dem Experiment in der DDR hatte er sich sehr schnell distanziert, weil er es durchschaut hatte und dem Führungspersonal nicht getraut hat.

Der Hesselfuchs


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#63

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 23.03.2015 22:32
von DoreHolm | 7.710 Beiträge

Zitat von Merlini im Beitrag #59
Kommunismus funktioniert nur mit selbstlosen Menschen.

Da diese Spezies nicht mal im Promillebereich vorhanden ist und sich auch nicht exorbitant zu vermehren scheint, wird der funktionierende Kommunismus immer eine Utopie bleiben.


Die bisherigen Versuche sind an ihren inneren Problemen gescheitert.

Es gab auch sehr viele Versuche ein Perpetuum Mobile zu erfinden, aber die Naturgesetze wirken eben ob wir sie kennen oder nicht.

Der Hesselfuchs


Grün: Das wurde eben von Anfang an, seit es soziale Unruhen und Umstürze gab, negiert. Im Prinzip haben wir noch die in Jahrmillionen erworbenen Gene in uns, die damals zwingend notwendig waren, um die Sippe zu erhalten. Nach 1945 den "neuen Menschen" geschaffen zu haben, rühmten sich die Politideologen, nicht ahnend, daß hier der Wunsch der Vater des Gedanken war. Aber einige, Wissenschaftler, müssen es doch gewußt haben, daß das so nicht stimmen kann. So erinnere ich mich an einen Artikel eines Neurobiologen in der populärwissenschaftlichen Zeitschrift "Wissenschaft und Fortschritt", die ich abonniert hatte. In diesem Artikel wurde dargelegt, warum der Sozialismus so nicht funktionieren konnte und eben die Urinstinkte der menschlichen Verhaltensweisen in kritischen Zeiten die Oberhand gewannen. Selbst Krenz reflektierte selbstkritisch, daß die Wissenschaftlichkeit, zu der auch die Neurobiologie gehört, in der politischen Arbeit verloren gegangen ist.
Funktionieren kann ein Kommunismus nur durch die harte Hand und das auch nur für begrenzte Zeit, so lange es noch genug zu verteilen gibt. Danach beginnt wieder das große Hauen und Stechen mit allen heute als schlecht empfundenen menschlichen Charaktereigenschaften.



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#64

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 23.03.2015 22:34
von Gelöschtes Mitglied
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Das Stalin in seiner Ära ungefähr genau so viele eigene Landsleute über die Klinge springen lies, wie durch den II.WK ihr Leben verloren haben, hat sie aber bewusst verschwiegen.

Tausende von Komsomolzen wurden so indoktriniert, dass sie ihre eigenen Eltern ans Messer geliefert haben. Willkür an Stelle von Gerichtsverfahren waren an der Tagesordnung.

Hoch lebe Stalin und seine Henkersknechte.

Der Hesselfuchs


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#65

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 23.03.2015 22:43
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Dore Holm, diese Erkenntnis habe ich ohne Studium der Neurobiologie mit etwas Menschenkenntnis, relativ gutem langzeit Gedächtnis und dem erlernten Einmaleins erlangt.

Ich habe mich früher mal etwas in der Tierpsychologie belesen und relativ schnell begriffen, dass der Mensch das brutalste Raubtier auf der Erde ist.

Der Hesselfuchs


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#66

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 23.03.2015 22:52
von DoreHolm | 7.710 Beiträge

Zitat von Merlini im Beitrag #65
Hallo Dore Holm, diese Erkenntnis habe ich ohne Studium der Neurobiologie mit etwas Menschenkenntnis, relativ gutem langzeit Gedächtnis und dem erlernten Einmaleins erlangt.

Ich habe mich früher mal etwas in der Tierpsychologie belesen und relativ schnell begriffen, dass der Mensch das brutalste Raubtier auf der Erde ist.

Der Hesselfuchs


Grün: Du sagst es. Habe auch kein medizinisches Fach studiert, aber ich denke, ab einem bestimmten Alter und einiger Lebenserfahrung und einigem Interesse an solcherart Fragen und der Fähigkeit, Verbindungen von Erkenntnissen zu knüpfen, kommt man auch von selbst darauf.



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#67

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 23.03.2015 23:01
von Gelöschtes Mitglied
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Meiner Meinung nach ist das Brautpaar nicht näher Kommunismus dran wie ich, aber mit Sicherheit näher an den Errungenschaften des Kapitalismus. Man weis ja nicht, warum sich Oscar so gegen die Wiedervereinigung gesträubt hat?

War es die Sorge um uns Neu Bundesbürger, oder wollte er von seinem Standard nichts abgeben???

Der Hesselfuchs


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#68

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 23.03.2015 23:26
von Grenzläufer | 1.783 Beiträge

Zitat von Merlini im Beitrag #49
Besonders die Analyse der Stalin-Ära ist Frau Wagenknecht ausgesprochen gut gelungen. Wer 50 Jahre nach dem Tod dieses Massenmörders seine Lebensleistung gut heißt, hat eigentlich das Recht auf Diäten aus unseren Steuern verspielt.

Der Hesselfuchs





>>>Ukraine: Als Stalin die Menschen zu Kannibalen machte

Von Fanny Facsar

Erst aßen sie Baumblätter, dann Hunde und Katzen, einige wurden sogar zu Menschenfressern. Vor 70 Jahren peinigte Stalin die Ukraine mit einer Massen-Hungersnot. Millionen starben, doch der "Holodomor" war jahrzehntelang ein Tabu - bis jetzt. (...) <<<

http://www.spiegel.de/politik/ausland/uk...e-a-458006.html

ooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

>>>Der Begriff Holodomor (ukrainisch Голодомор, wörtliche Übersetzung: Tötung durch Hunger) bezeichnet eine schwere Hungersnot in der Ukraine in den Jahren 1932 und 1933, der mehrere Millionen Menschen zum Opfer fielen. Die Bewertung der historischen Ereignisse ist umstritten. Im Kern der Debatte steht die Frage, ob die Hungersnot durch die Politik Stalin vorsätzlich verursacht wurde, um den Widerstand der Ukrainer zu brechen, oder ob die Ursachen in erster Linie in wetterbedingten Missernten und der Zwangskollektivierung zu finden sind, wie sie es auch in anderen Sowjetrepubliken zu jener Zeit gab.

Nach Berechnungen der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften, die im November 2008 veröffentlicht wurden, betrug die Opferzahl in der Ukraine ca. 3,5 Millionen Menschen.[1] Andere Schätzungen gehen von 2,4 Millionen bis 7,5 Millionen Hungertoten aus. Der britische Historiker Robert Conquest beziffert die Gesamtopferzahl auf bis zu 14,5 Millionen Menschen (....) <<<

http://de.wikipedia.org/wiki/Holodomor


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#69

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 23.03.2015 23:30
von Grenzläufer | 1.783 Beiträge

>>>Stalinsche Säuberungen (russisch Чистка, Чистки (Pl.), Tschistka, Tschistki) ist die Bezeichnung für eine Periode der sowjetischen Geschichte während der Herrschaft von Josef Stalin, die durch massive Verfolgung und Tötung von aus stalinistischer Sicht politisch „unzuverlässigen“ und oppositionellen Personen gekennzeichnet war. Die Gesamtzahl der Opfer aus dieser Zeit ist nicht bekannt und schwer zu verifizieren, Schätzungen von Historikern reichen von mindestens etwa 3 Millionen Toten bis hin zu weit über 20 Millionen.(...)<<<

http://de.wikipedia.org/wiki/Stalinsche_S%C3%A4uberungen


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#70

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 24.03.2015 01:52
von g.s.26 (gelöscht)
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #61
Zitat von Merlini im Beitrag #49
Besonders die Analyse der Stalin-Ära ist Frau Wagenknecht ausgesprochen gut gelungen. Wer 50 Jahre nach dem Tod dieses Massenmörders seine Lebensleistung gut heißt, hat eigentlich das Recht auf Diäten aus unseren Steuern verspielt.

Der Hesselfuchs


Das hat sie gesagt:

"Und was immer man – berechtigt oder unberechtigt – gegen die Stalin-Zeit vorbringen mag, ihre Ergebnisse waren jedenfalls nicht Niedergang und Verwesung, sondern die Entwicklung eines um Jahrhunderte zurückgebliebenen Landes in eine moderne Großmacht während eines weltgeschichtlich einzigartigen Zeitraums; damit die Überwindung von Elend, Hunger, Analphabetismus, halbfeudalen Abhängigkeiten und schärfster kapitalistischer Ausbeutung; schließlich der Sieg über Hitlers Heere, die Zerschlagung des deutschen und europäischen Faschismus sowie die Ausweitung sozialistischer Gesellschaftsverhältnisse über den halben europäischen Kontinent."

Und auch das:

"Die beeindruckenden Leistungen bei der Industrialisierung des Landes wären ohne Stützung und Bejahung dieser Politik seitens größerer Teile des Volkes nie erreichbar gewesen. (Es ist lächerlich und dumm, diese im Nachhinein als bloße Auswirkungen der Diktatur, der Angst und der Arbeitslager darstellen zu wollen.) Ähnliches gilt von der DDR-Geschichte… "

Zitat aus http://www.pi-news.net/2014/01/sahra-wag...ein-guter-mann/
(bitte diese Forenkultur nicht beachten)

__________________________________________________________________________________________________________________________

Und ich sage, man kann auch den Feuerwehrmann verklagen, weil er mit seiner Wasserspritze, den Teppich versaut hat um die brennenden Möbel zu löschen.
Rußland war in den 1930er Jahren eine Weltmacht, die nur durch eine Zentralgewalt zu einer solchen werden konnte.
Stalin war die Gegengewalt zu den Profiteuren dieser urzeitlichen Gesellschaftskonstruktion und was dort jeder hineininterpretiert sei ihm freigestellt.
Ganz sicher hat es unvorstellbare Verbrechen gegeben, genauso wie der Atombombenabwurf von Hiroshima eines war.
Er hat aber einer hundert- oder gar tausenfach höheren Zahl von Menschen das Leben gerettet bzw. einen Entwicklungsschub gebracht auch wenn das für unser Wertesystem recht befremdlich oder gar zynisch klingen mag aber man muß sich über die Dimensionen bewußt sein, in denen damals gedacht wurde.
Das Ehepaar Lafontaine hat den ganz großen Wurf gewagt und ist vorerst gescheitert.
Ich will mich nicht streiten, die Ideen die hinter ihren Konzepten stehen werden möglicherweise genauso verkannt wie die genialen Kompositionen von Bach, die wollte damals zu seinen Lebzeiten auch keiner hören, was eben nicht heißt, daß sie wertlos waren.
Die Probleme "um die Ecke" sind jedoch drängender, so ist das nun mal, alles eine Frage der Dimension.


Eine Frage der Dimension? Folgerichtig musste Stalin so handeln um Russland zu einer Weltmacht formen zu können?

Ist es nicht eher so, dass er mit seinen Gewaltaktionen den Menschen in Russland sein System aufzwingen wollte und die Folge ein starkes Russland war? Wäre es nicht besser gewesen ein System zu installieren wo die Menschen mitgehen, ohne das man töten muss und Gulags benötigt?

Ich kann doch nicht Opposition niederknüppeln und das mit einem starken Reich rechtfertigen. Irgendwie erschließt sich mir deine Logik nicht.


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#71

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 24.03.2015 07:51
von Gelöschtes Mitglied
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Immer wieder beruhigend zu lesen, dass ich nicht der ein zigste bin der die Geschichte ohne Filzbrille betrachtet und sich eine (wenn auch subjektive) Meinung selber bilden kann.

Zu DDR Zeiten war ja die politische Meinung durch die großen Klassiker des ML vorgegeben und Abweichungen davon zumindest nicht erwünscht. Die Verbreitung anderer Meinungen in vielen Fällen sogar strafbar.

Der Hesselfuchs


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zuletzt bearbeitet 24.03.2015 08:20 | nach oben springen
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#72

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 24.03.2015 08:53
von Elch78 | 501 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #63
Zitat von Merlini im Beitrag #59
A) ... Es gab auch sehr viele Versuche ein Perpetuum Mobile zu erfinden, aber die Naturgesetze wirken eben ob wir sie kennen oder nicht.
Der Hesselfuchs


B) Selbst Krenz reflektierte selbstkritisch, daß die Wissenschaftlichkeit, zu der auch die Neurobiologie gehört, in der politischen Arbeit verloren gegangen ist.

C) Funktionieren kann ein Kommunismus nur durch die harte Hand und das auch nur für begrenzte Zeit, so lange es noch genug zu verteilen gibt.

zu A) Vorsicht mit einem unkritischen Vergleich mit den Naturgesetzen!
Man könnte leicht in die Nähe der "unabänderbaren Gottgegebenheit" (oder eben "Naturgegebenheit "). kommen.
Die Kenntnisse der Naturgesetze machen es aber möglich, die Natur in einem gewissen Rahmen zu formen.
Gleiches gilt natürlich auch für die gesellschaftliche Entwicklung. Die biologischen Grundlagen des menschlichen Verhaltens erkennen und die gesellschaftlichen Möglichkeiten daran entwickeln, wäre der richtige Weg gewesen. Stattdessen formulierte man die gesellschaftliche Zielsetzung und bog sich dann die "Wissenschaft" so zurecht, daß es paßte.
Natürlich ist die Formung und Erhaltung einer gesellschaftlichen Ordnung immer an die Nutzung "günstiger" Eigenschaften und die Unterdrückung "schädigender" Eigenschaften gebunden. Das ist auch möglich - aber eben nicht per se als Beschluß, nicht dauerhaft durch Zwänge und auch nicht spontan (im Sinne von "ohne Beeinflussung").

Zu B) Das fiel mir schon in jüngeren Jahren auf, daß nicht Fachleute das Sagen hatten - sondern Ideologen!
Heute dagegen "bestimmen" auch nicht die (oben schon erwähnten) Eliten sondern die Profiteure des aktuellen Systems (natürliche und juristische Personen).
Pech: Pest gegen Cholera eingetauscht!

Zu C) Das glaube ich nicht.
Zur "harten Hand" siehe Punkt A (Unterdrückung ungünstiger Eigenschaften). Förderung des Erwünschten und Unterdrückung des Schädlichen müssen Hand in Hand gehen, keines von beidem darf in übergroßer Quantität oder bevorzugt in Theorie und Praxis angewendet werden.

"Solange es noch genug zu verteilen gibt". Nein, ich denke, daß eine erkannte Knappheit am ehesten das Bewußtsein wachruft, daß man nur miteinander das Problem bewältigt. Sobald "zu viel" Werte vorhanden sind, geht doch der Kampf um die Verteilung bzw. Aneignung dieses "Mehrwertes" los.
Eine solche Knappheit wird uns in Form der zur Neige gehenden Ressourcen an Wasser, Raum, Brenn- und anderen Rohstoffen in den nächsten Jahrzehnten bevorstehen - und vielleicht (eine Utopie?) werden die Lenker der Geschicke so kompetent und mächig genug werden, der Vernunft erfolgreich Zutritt zum Bewußtsein der Menschen (oder zumindest einer Mehrheit) zu verschaffen.

Elch
P.S.: Mannomann, was "Oscars neue Liebe" so auslöst!


"Es gibt immer drei Wahrheiten: eine, die Du siehst, eine, die ich sehe und eine, die wir beide nicht sehen"
zuletzt bearbeitet 24.03.2015 08:59 | nach oben springen
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#73

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 24.03.2015 11:53
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von g.s.26 im Beitrag #70
[quote=Hackel39|p459331][quote=Merlini|p459274]B

Eine Frage der Dimension? Folgerichtig musste Stalin so handeln um Russland zu einer Weltmacht formen zu können?

Ist es nicht eher so, dass er mit seinen Gewaltaktionen den Menschen in Russland sein System aufzwingen wollte und die Folge ein starkes Russland war? Wäre es nicht besser gewesen ein System zu installieren wo die Menschen mitgehen, ohne das man töten muss und Gulags benötigt?

Ich kann doch nicht Opposition niederknüppeln und das mit einem starken Reich rechtfertigen. Irgendwie erschließt sich mir deine Logik nicht.


Was haben die Kicker von Energie Cottbus einst den Schleifer Ede Geyer verflucht um nach Kämpfen und Schlachten auf dem Rasen irgendwann gemeinsam den sensationellen Aufstieg in die Erste Bundesliga zu feiern.
Ähnlich war es mit Stalin, den ich wegen seiner Primitivität keinesfalls verehre aber immerhin hat er spektakuläre nationale Aufbauakte und spektakuläre Siege seiner ehemals haushoch unterlegenen Roten Armee gegen die ebenso primitiven jedoch hochgerüsteten fanatischen und brutalen faschistischen Armeen organisieren können und das ging eben nur mit Härte und der uneingeschränkten Konzentration auf das nationale Aufbauwerk ohne Rücksicht auf Verluste.
Kann aber auch sein, daß das Modell des Kommunismus als Lösungskonzept so rückschrittlich nicht sein würde und Stalin eine Strategie hatte, die am Ende durchaus menschenwürdig hätte gestaltet werden können.
Wie kommen wir nun aber zurück auf Sarah Wagenknecht und die Neuzeit ?
Nun wenn Stephen Hawking meint, daß weder Naturkatastrophen, Tsunamis noch Kometeneinschläge sondern viel mehr die Aggressivität des Menschen die derzeit größte Gefahr für die Menschheit ist und in der logischen Konsequenz eines westlich orientierten Naturwissenschaftlers der Auszug ins All in den Raum steht, so könnte der Kommunismus vielleicht doch eines Tages doch die letzte Rettung auf Erden sein, auch wenn das hier durchweg belächelt wird.
http://www.huffingtonpost.de/2015/02/19/...n_6718084.html?
Mir macht das grundsätzlich nichts aus, aber wenn man nach den Fehlversuchen von Ikarus die Suche nach der Lösung für flugtaugliche Technik eingestellt hätte, so wäre ich heute vielleicht Kutscher und nicht Lokführer auf einer Drehstromlok.
Daß sich studierte und ambitionierte Gesellschaftswissenschaftler wie das Ehepaar Lafontaine trotz ihrer Politikerlaufbahn welche sind mit anderen Konzepten befassen macht Mut und das schlichte Verteufeln neuer Ideen im Sinne des Fortschritts und unter Verweis auf temporäre Greueltaten, die Stalin nicht mal allein zu verantworten hatte führt uns nicht weiter bei der Suche nach den Antworten auf die aktuellen Fragen der Gegenwart.
Also ich zumindest würde lieber im Kommunismus leben als auf dem Mond.



Udo, Damals87 und Klauspeter haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.03.2015 10:36 | nach oben springen
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#74

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 24.03.2015 12:37
von Klauspeter | 991 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #73

...
Also ich zumindest würde lieber im Kommunismus leben als auf dem Mond.



Eine interessante Überlegung von Dir.
Also ich möchte in der Gesellschaft, die wir damals "Sozialismus/Kommunismus" nannten, nicht unbedingt wieder leben. Es fehlte in dieser Gesellschaft an echter Demokratie. Eine Handvoll Politbürokraten bestimmte, wo es lang geht. Sie hörten auf keinen und wussten alles besser.
Die Gesellschaft, in der wir jetzt leben, macht mir auch angst. Kriege sind wieder Mittel der Politik und Zerstörung der Natur ist Mode.
Ich habe große Achtung vor allen, die über eine bessere Gesellschaft nachdenken und diese nicht gegen, sondern mit den Menschen errichten wollen.


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#75

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 24.03.2015 13:40
von Grenzläufer | 1.783 Beiträge

>>>Er war einer der größten Massenmörder des 20. Jahrhunderts: Vor 60 Jahren starb der sowjetische Diktator Josef Stalin. Seinem Terrorregime fielen Millionen Menschen zum Opfer. Wirklich aufgearbeitet sind die Verbrechen bis heute nicht. (...)<<<

http://www.focus.de/wissen/mensch/geschi...aid_929273.html


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#76

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 24.03.2015 13:53
von Grenzläufer | 1.783 Beiträge

>>> Stalins KPD-Opfer
(...)
Mehr als sechzig Prozent der KPD-Funktionäre, die vor dem Zugriff der Gestapo in die Sowjetunion geflüchtet waren, sind von Stalins Schergen ermordet worden oder im Gulag umgekommen. Von den Mitgliedern des Politbüros der KPD hat Stalin mehr ermorden lassen als Hitler (fünf Namen stehen auf dem Blutkonto der Gestapo, sieben auf dem der GPU).

Weber hat im neuen Band insgesamt 466 KPD-Opfer des Stalinismus namentlich erfaßt: 315 Kurzbiographien von deutschen Kommunisten, die in der Sowjetunion ermordet oder zur Zeit des Hitler-Stalin-Paktes an die Gestapo ausgeliefert wurden oder verschollen sind; dazu die Lebensläufe von vierzig Überlebenden der Verfolgung. (...) <<<

http://www.zeit.de/1990/16/stalins-kpd-opfer

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>>> Verfolgte Berliner Stadtverordnete und Magistratsmitglieder
(...)
Der Machtanspruch der Nationalsozialisten war total, seine Durchsetzung kompromisslos. Für viele der Stadtverordneten und Magistratsmitglieder begann ein jahrelanger Leidensweg, eine Zeit gnadenloser Verfolgung und Drangsalierung — die oft erst mit dem Tod endete.
(...)
Ein besonders erschütterndes Kapitel handelt von denjenigen, die in die Sowjetunion emigrierten. Bereits 1933 waren Hunderte meist kommunistische Verfolgte dorthin geflohen und engagierten sich in Moskau in den verschiedenen Organisationen wie der Kommunistischen Internationale, des emigrierten KPD-Apparates oder der Roten Gewerkschaftsinternationale. Während der von Stalin inszenierten „großen Säuberung" zwischen 1936 und 1938, der Millionen Sowjetbürger und Ausländer zum Opfer fielen, gerieten auch viele der deutschen Emigranten in die Mühlen des NKWD. Insgesamt wurden nach bisherigen Schätzungen etwa 2.000 Deutsche verhaftet, gefoltert und erschossen oder in Lager verschleppt. Mehr als 300 deutsche Antifaschisten lieferte das NKWD direkt an die Gestapo aus.

Nach dem Hitler-Stalin-Pakt 1939 verschärften sich die Aufenthaltsbedingungen für die deutschen Emigranten weiter. Mit Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion im Juni 1941 kam es zu einer neuen Verhaftungswelle gegen Deutsche, die meist in entlegene Gebiete evakuiert oder in Lagern interniert wurden. Von den Berliner Stadtverordneten emigrierten 15 in die Sowjetunion. Sie waren überzeugte Kommunisten, die sich ganz bewusst für das „Mutterland der Werktätigen" entschieden hatten. Sechs von ihnen gehörten in den folgenden Jahren zu den Todesopfern der stalinistischen „Säuberungen".- Josef Erdmann, Wilhelm Marker, Hermann Ungar, Artur Golke, Leo Friedländer und Fritz Schimanski.- Über die drei gravierendsten Schicksale sollte berichtet werden.

Josef Erdmann, von 1929 bis 1933 KPD-Stadtverordneter, der es in der Sowjetunion sogar zum Mitglied der KPdSU gebracht hatte, wurde bereits im November 1936 vom NKWD verhaftet und wegen „Verbindungen zu Trotzkisten" angeklagt. Am 8. September 1941 stand er wegen „antisowjetischer Propaganda" erneut vor Gericht, wurde zur Höchststrafe verurteilt und noch am selben Tage erschossen.

Wilhelm Marker, von 1929 bis 1930 KPD-Stadtverordneter, hielt sich bereits vor 1933 zu einem militärpolitischen Lehrgang in Moskau auf. Ab Oktober 1933 besuchte er in Moskau die Kommunistische Universität der Völker des Westens. 1936 erhielt er die sowjetische Staatsbürgerschaft. Im August 1937 wurde er vom NKWD verhaftet und vier Monate später erschossen.

Hermann Ungar, von 1920 bis 1921 USPD-Stadtverordneter und später KPD-Mitglied, floh in die Sowjetunion und war dort bei der Eisenbahn beschäftigt. Er wurde im August 1937 verhaftet und wegen „Spionage für Deutschland und Mitgliedschaft in einer rechtstrotzkistischen Organisation" am 16. November 1937 zum Tode verurteilt und hingerichtet. Seine Frau, die mit ihm in die Sowjetunion emigriert war, wurde gleichfalls verhaftet und 1938 an Deutschland ausgeliefert. „Mein Mann wurde in Moskau 1937 durch die GPU verhaftet. Seit dem ist mir von seinem Verbleib nicht das Geringste bekannt geworden, im Juli werden es zwölf Jahre", schrieb Elfride Ungar 1949. Bis zur Öffnung der Archive nach dem politischen Umschwung in der Sowjetunion erfuhr die Familie nichts von den Umständen seines Todes. 1998 wurde er von der Generalstaatsanwaltschaft der russischen Föderation rehabilitiert. <<<<

http://www.strassenfeger.org/news/91/178...-Vertrauen.html
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grenzgänger81 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#77

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 24.03.2015 14:33
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Klauspeter im Beitrag #74
Zitat von Hackel39 im Beitrag #73

...
Also ich zumindest würde lieber im Kommunismus leben als auf dem Mond.



Eine interessante Überlegung von Dir.
Also ich möchte in der Gesellschaft, die wir damals "Sozialismus/Kommunismus" nannten, nicht unbedingt wieder leben. Es fehlte in dieser Gesellschaft an echter Demokratie. Eine Handvoll Politbürokraten bestimmte, wo es lang geht. Sie hörten auf keinen und wussten alles besser.
Die Gesellschaft, in der wir jetzt leben, macht mir auch angst. Kriege sind wieder Mittel der Politik und Zerstörung der Natur ist Mode.
Ich habe große Achtung vor allen, die über eine bessere Gesellschaft nachdenken und diese nicht gegen, sondern mit den Menschen errichten wollen.


Aber wie verzweifelt muß jener Hawkings und seine Anhänger sein, wenn der Auszug ins Weltall allen Ernstes als Lösungsansatz für die Probleme auf Erden verfolgt wird ?
Das ist doch irre !
Aber genauso wie Frau Merkel ist Hawking ja Physiker aber der macht mir noch mehr Angst als die Angie mit ihrem Schlingerkurs.
Jemand der den Auszug ins Weltall kalkuliert wird auch keine Angst mehr haben vor einer atomaren Auslöschung der Menschheit auf unserem immer noch reichen Planeten.
Eine Losung im Sozialismus hieß "Das Vorhandene besser nutzen".
Halten wir uns doch besser daran, als über eine intergalaktische Auswanderungsbewegung nachzudenken.

Im Moment will ich den Kommunismus übrigens auch nicht, im Moment will ich aber auch keinen Pelzmantel anziehen, weil die Eiszeit noch nicht da ist, wir wissen aber, daß es sie eines Tages geben wird.



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#78

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 24.03.2015 16:27
von g.s.26 (gelöscht)
avatar

Zitat von Hackel39 im Beitrag #73
Zitat von g.s.26 im Beitrag #70
[quote=Hackel39|p459331][quote=Merlini|p459274]B

Eine Frage der Dimension? Folgerichtig musste Stalin so handeln um Russland zu einer Weltmacht formen zu können?

Ist es nicht eher so, dass er mit seinen Gewaltaktionen den Menschen in Russland sein System aufzwingen wollte und die Folge ein starkes Russland war? Wäre es nicht besser gewesen ein System zu installieren wo die Menschen mitgehen, ohne das man töten muss und Gulags benötigt?

Ich kann doch nicht Opposition niederknüppeln und das mit einem starken Reich rechtfertigen. Irgendwie erschließt sich mir deine Logik nicht.


Was haben die Kicker von Energie Cottbus einst den Schleifer Ede Geyer verflucht um nach Kämpfen und Schlachten auf dem Rasen irgendwann gemeinsam den sensationellen Aufstieg in die Erste Bundesliga zu feiern.


Du meinst sicher die Härte die es manchmal braucht um ein Ziel zu erreichen. Da gehe ich noch mit, aber das was da in Russland passiert ist, hat mit Härte nichts mehr zu tun. Und dein Vergleich läßt mich kopfschüttelnd zurück. Wie kann man nur sowas versuchen zu rechtfertigen?


Zitat von Hackel39 im Beitrag #73
Also ich zumindest würde lieber im Kommunismus leben als auf dem Mond.


Ich wähle den Mond, wenn Leute wie du auf der Erde bleiben.


grenzgänger81 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#79

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 24.03.2015 17:05
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Eigentlich off topic. Aber da nun mal angesprochen:

1. Rußland wäre ohnehin zur Großmacht aufgestiegen. Das war es schon vor der feudalen Endkrise um 1900.
Trotzdem befürchtete die deutsche Führung 1914 einen Aufstieg des Landes und war der Ansicht, daß es später nicht mehr bezwingbar wäre. Eine richtige Einschätzung.

2. 1917 bahnte sich eine bürgerliche Modernisierung an, die vielleicht nicht so schnell gegangen wäre. Aber die danach kommenden Jahrzehnte Agonie des Sozialismus hätte man sich gespart. Heute wissen wir, daß dies ein Umweg war.

2. Der Sieg über Hitlerdeutschland hätte auch ohne Stalin stattgefunden: Napoleon wurde ja auch besiegt, von einem General (Kutusow). Stalin war handlungsunfähig, als die Wehrmacht vor Moskau stand und verkroch sich in seiner Datsche. Als seine Genossen ihn aufsuchten, um ihn zum Handeln zu bringen, fürchtete er zunächst verhaftet zu werden, weil er an Flucht dachte.
Ohne Shukow und andere Generäle wäre Moskau vielleicht gefallen.

Offenbar ist Frau Wagenknecht aber Anhängerin des stalinistischen Führerkults und nimmt die Zuschreibung der Verdienste und Leistungen zu Stalin für bare Münze.
Eigentlich müßte sie gemäß ihrer Weltanschauung die Rolle der "Volksmassen" berücksichtigen..

Übrigens lief die chinesische Modernisierung ebenso: Erst schnell und dann mit unsäglichen gesellschaftlichen Experimenten, verbunden mit Millionen Opfern.

Aber in China haben wir den Vergleich: Die bürgerliche Modernisierung in Taiwan war schneller und effektiver. Und heute geht China im Prinzip den taiwanesischen Weg. Auch dort hätte man sich Umwege ersparen können.

(Ich bezog mich ausdrücklich auf die Wirtschaftsleistung. Das Thema Ausbeutung habe ich bewußt ausgeklammert. Die war im Sozialismus ohnehin größer, auch ohne Kapitalisten.)

zum Thema:

Mit der Ehe dürfte das platonisch wie bei Kohl oder Heesters sein.......


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 24.03.2015 17:12 | nach oben springen
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#80

RE: Oscars neue Liebe

in Themen vom Tage 24.03.2015 18:03
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #79
Eigentlich off topic. Aber da nun mal angesprochen:


2. 1917 bahnte sich eine bürgerliche Modernisierung an, die vielleicht nicht so schnell gegangen wäre. Aber die danach kommenden Jahrzehnte Agonie des Sozialismus hätte man sich gespart. Heute wissen wir, daß dies ein Umweg war.


Aber in China haben wir den Vergleich: Die bürgerliche Modernisierung in Taiwan war schneller und effektiver. Und heute geht China im Prinzip den taiwanesischen Weg. Auch dort hätte man sich Umwege ersparen können.

(Ich bezog mich ausdrücklich auf die Wirtschaftsleistung. Das Thema Ausbeutung habe ich bewußt ausgeklammert. Die war im Sozialismus ohnehin größer, auch ohne Kapitalisten.)

:
.


Naja, das mit den Umwegen ist so eine Sache.
Hätte man die Vorab- Kalkulation von Lafontaine über die Folgen des Casino- Kapitalismus, die er 2007 an Hand der Gefahren des Hochfrequenzhandels, kreditfinanzierter Aktienleerverkäufe u.a. Auswüchse des Finanzunwesens für voll genommen, wäre uns diese Jahrhundertkrise, die manche schon als 3. Weltkrieg bezeichneten zu großen Teilen möglicherweise erspart geblieben, zumindest hätten deutsche Banken trotz globaler Ausrichtung weniger abgekriegt, wenn der Gesetzgeber gehandelt hätte.
Die verlorenen Marktanteile hätten einen Bruchteil der späteren Verluste ausgemacht, allein Sozialist Lafontaine stand seinerzeit auf einem einigermaßen marktwirtschaftlichen Fundament (der Deckung des Kapitals durch materielle Gegenwerte).
Wir haben den Umweg trotzdem mitgemacht, weil ihn auch andere gingen, besonders mit Blick auf den konkurrierenden Bankenplatz London.
Jetzt haben wir den Salat, auch wenn die politischen Führer mehr als je zuvor lieber abgestürzte Flugzeuge oder Pariser Terroropfer thematisieren, da gibt es wenigstens keinen Widerspruch aus dem Volk.
Bequemlichkeit und Harmonie geht über alles, das haben unsere politischen Eliten gemeinsam, sei es drum.

Ach so, wenn der Sozialismus durchweg Agonie gewesen sein soll, dann bin ich vermutlich erst 1989 vom Himmel gefallen.



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