#1

Frauengefängnis Hoheneck,

in DDR Staat und Regime 09.11.2011 22:30
von Sonne | 510 Beiträge

Ich bin beeindruckt von dem Film in der ARD und dem anschl. Dokus, und natürlich vom MFS und den Leuten die sich heute noch dafür rechtfertigen !!

Wer nicht ?


Gruß Sonne

05/66-10/67
18 Monate meiner Jugend
in Glowe, Rothesütte, Elend


Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.
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#2

RE: Frauengefängnis Hoheneck,

in DDR Staat und Regime 09.11.2011 23:07
von Gert | 12.354 Beiträge

Ich habe mir den Film und die Doku angesehen. Es ist ein trauriges Kapitel der DDR Geschichte, es ist eine Tragödie mit welchen Mitteln Menschen zerbrochen wurden, wie perfide dieses IM System installiert war, dass wie ein Krebsgeschwür die DDR Gesellschaft von innen heraus zerstörte. Aber noch schlimmer muss es für die Opfer sein, diesen Leuten heute wieder zu begegnen. Fast keiner ist juristisch zur Rechenschaft gezogen worden, weil die Gesetze dieses Landes nicht auf die Werkzeuge einer Unrechtsdiktatur vorbereitet waren.
Kurz zuvor habe ich auch auf dem Sender Phoenix eine Doku über HSH gesehen mit Interviews des Anstaltsleiters Rataizcik und seinen Vernehmern. Der Tenor lautete, wir sind sauber, wir haben nix gemacht und verantwortlich sind die da oben. Hatten wir alles schon mal in der Geschichte, Adolf Nazi lässt grüßen, würde Helmut Schmidt sagen.

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#3

RE: Frauengefängnis Hoheneck,

in DDR Staat und Regime 10.11.2011 01:18
von StabsfeldKoenig | 2.638 Beiträge

Mal wieder ein Gruselfilm der "Hubertus-Knabe-Film-GmbH". Knast ist in keinem land der Welt angenehm, politische Häftlinge gibt es überall. DDR-Totalverweigerer, die in der DDR ab 1985 nicht mehr eingesperrt wurden, wurden z.T. nach 1990 in der BRD noch eingesperrt. Wenn man das Quellmaterial der zugrundeliegenden Fälle kennen würde, käme sicherlich einiges aneres heraus.
Wer erinnert sich noch an den Film "Die Frau vom Checkpoint Charlie"? In der Doku kamen ganz andere Dinge heraus, als im Film.
Die Kinder waren beim Vater, nicht bei Pflegeeltern. Die Mutter preßte die Kinder dem Vater ab, der in der Doku nicht näher erwähnt wurde (Lebt er noch, warum war er nicht eingeladen?).

Je schlimmer Krise und Sozialabbau, um so schrecklichere Gruselfilme sollen den Sozialismus madig machen.



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#4

RE: Frauengefängnis Hoheneck,

in DDR Staat und Regime 10.11.2011 02:26
von Trapper67 | 7 Beiträge

N`Abend erstmal, den ersten Satz lasse ich mal unkommentiert stehen, weil ich die Kommentare von ihm doch recht polarisiert sehe.
Beim zweiten kommen mir da schon so einige Zweifel, da es ganz sicher ein Unterschied ist, ob man als Deutscher in der Türkei, weshalb auch immer, hinter Gittern sitzt, oder als Türke in Deutschland, wenn es überhaupt soweit kommt. Zum Beitrag "Checkpoint" fehlen mir die Infos, da magst Du besser informiert sein.. Nun zum letzten Abschnitt: Ich hege keinen Zweifel daran, daß sich gerade in Krisenzeiten die Gemüter mehr erhitzen, andererseits aber auch eine "Zweckgemeinschaft" sich intensiviert, hatten wir ja lange genug. was ja auch mehr oder weniger funktioniert.
Hab mich vor einigen Wochen mit meinem Onkel getroffen, hat wegen Republikflucht, 2 Jahre in Potsdam gesessen und sich seine ehemalige Unterkunft angesehen, hab den noch nie so erlebt. Nach seinen Aussagen, war der Film schon authentisch, Sozialismus ist eine gute Idee, scheitert aber letztendlich am Menschen.
Wir werden auf Grund der exponentialen Verschuldung Deutschlands und der zunehmenden Verarmung der Bevölkerung noch ganz andere Zugeständnisse machen müssen..

LG Trapper


Jeder Krieg beginnt mit einer Lüge
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#5

RE: Frauengefängnis Hoheneck,

in DDR Staat und Regime 10.11.2011 06:48
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Mann sollte nicht vergessen, dass die Masse dort nicht zu Unrecht saß und auch heute sitzen würde! In der heutigen Berichterstattung wird natürlich lieber die "politische" erwähnt und nicht die Kindsmörderin, während wohlgefällig ausgeblendet wird dass auch in der BRD "politische Gefangene" einsitzen müssen.

Jedes System verteidigt sich gegen seine Feinde!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#6

RE: Frauengefängnis Hoheneck,

in DDR Staat und Regime 10.11.2011 07:50
von Pit 59 | 10.131 Beiträge

Doch Feliks,es ist erwähnt worden das auch Hoch Kriminelle mit einsaßen,und das diese absichtlich mit den Politischen zusammen gesteckt wurden.Wie auch immer,es ist gut das solche Filme,und Dokus gezeigt werden.Nichts darf vergessen werden was diese Diktatur mit Ihren Organisationen den Freiheitsliebenden Menschen angetan hat.


GR33 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#7

RE: Frauengefängnis Hoheneck,

in DDR Staat und Regime 10.11.2011 08:07
von Alfred | 6.841 Beiträge

"Das „geheime“ Frauengefängnis Hoheneck und die Wahrheit



Im 20. Jahr der Grenzöffnung (die Mauer fiel erst später) ist ja schon viel Jauche auf die DDR gegossen worden. Wenn es nicht so gefährlich wäre, könnte man es als eine Lach- und Schießgemeinschaft abtun und sich darüber lustig machen. Was soll man auch erwarten, wenn selbst das Amt des Bundespräsidenten herhalten muss, um Lügen unter die Massen zu bringen, in dem man ihm unterschiebt, 1989 hätten in Leipzig Panzer, schießwütige Polizisten und Blutkonserven bereitgestanden.

Nun „beglückte“ uns auf VOX am 14.11. eine Spiegel-TV-Dokumentation: „Eingesperrt, um frei zu sein – Das geheime Frauengefängnis der DDR“.

Gleich zwei dicke Lügen in einem Titel. Was will man auch von einem Spiegelerzeugnis erwarten? In der Strafvollzugseinrichtung Hoheneck verbüßten weibliche Straftäter ihre Freiheitsstrafen für Mord, Totschlag, Kindesmisshandlung, Raub, Erpressung u. a. Delikte, ja auch für versuchte Straftaten gegen die Staatsgrenze der DDR, so genannte Republikflucht. Nach dem Film waren Mörder also eingesperrt, weil sie nur „frei“ sein wollten.



Die nächste Lüge ist die Mär vom „Geheimgefängnis“. Ich habe ja Verständnis, dass die Parteisoldatenjournalisten gerne von den immer noch nicht aufgeklärten Geheimgefängnissen der CIA in der EU ablenken wollen, wohin namenlose, gefesselte, mit einer Kapuze überzogene, gefolterte rechtslose Menschen verbracht wurden. Aber in der DDR gab es keine Geheimgefängnisse. Die Vollzugseinrichtung Hoheneck stand im Verzeichnis aller Strafvollzugeinrichtungen der DDR mit Anschrift und Telefonnummer. Dieses Verzeichnis lag bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften vor. Die Anstalt Hoheneck wurde, wie andere auch, durch die Staatsanwälte für Strafvollzugsaufsicht bei der Bezirksstaatsanwaltschaft und beim Generalstaatsanwalt, durch Kontrollgruppen der Verwaltung Strafvollzug, des Innenministeriums und durch die Arbeitsgruppe Strafvollzug der Bezirksbehörde der Volkspolizei regelmäßig kontrolliert. Darüber liegen Kontrollberichte in den Archiven. Ein tolles Geheimgefängnis!

Heute gibt es in Deutschland keine Justizvollzugsanstalt, die durch eine Institution des Bundes kontrolliert wird. Der Strafvollzug ist Ländersache, gehört zum Justizministerium des Landes und wird von diesem kontrolliert. Man kontrolliert sich selbst.

Alle Gefangenen in Hoheneck bekamen regelmäßig Post und Besuch von ihren Angehörigen. Ca 600 – 1000 Verwandte fuhren monatlich aus allen Teilen und Bevölkerungsschichten der DDR nach Hoheneck – und sie fanden das „Geheimgefängnis“!

Für alle Gefangenen in Hoheneck bestand ein Recht auf Arbeit. Sie arbeiteten überwiegend in Produktionsstätten innerhalb der Einrichtung, die Volkseigene Betriebe aus dem Territorium dort errichteten oder ausstatteten und waren in der Zeit renten- und krankenversichert. Ca 120 freie Bürger, Arbeiter dieser Betriebe, leiteten die Gefangenen fachlich an. Sie kamen zu Arbeitsbeginn in die Anstalt und gingen nach Arbeitsschluß wieder in ihr Wohnumfeld. Was für ein „Geheimgefängnis“?



Im Film wird durch Aufnahmen aus einem 100 Jahre altem Gefängnis, das seit mehr als 10 Jahren stillgelegt ist, mit all den in diesen Jahren verfallenen Gemäuern, ein Gefühl des frühen Mittelalters erzeugt: marode, alt, dreckig, verschimmelt, miefig und unmenschlich – totale Hoffnungslosigkeit. Mit solchen Aufnahmen beleidigt man nicht nur die DDR, sondern auch die Frauen, die dort eine Freiheitsstrafe verbüßten. Die Filmemacher haben vergessen, dass auch Mörder und Diebe Menschen sind. Und die Frauen in Hoheneck haben aus eigenem fraulichem Antrieb und durch Anleitung eine solide Ordnung und Sauberkeit gepflegt. Wäre dies in einer Einrichtung, wo viele Menschen auf engem Raum leben, nicht so, es käme zu Seuchen.



Da mancher Leser mir als Kenner des Strafvollzuges der DDR und anderer Länder nicht glauben könnte, will ich auf das Buch einer politischen Gefangenen verweisen, die in Hoheneck eine Freiheitsstrafe wegen Staatsverleumdung verbüßte. In ihrem, auch mich nachdenklich machendem autobiografischen Buch, „Die bröckelnde Festung“ (2002) schreibt Gabriele Stötzer u. a.:



"Essen gibt es immer genug, Kartoffeln, Soße und Gemüse können als Nachschlag geholt werden”, sagte Karla. “Zum Frühstück gibt es Brot und Sirup, manchmal Marmelade, dafür immer ein kleines Stück Butter.”

Sie setzten sich an einen der langen grauen Tische mit ebenso langen Holzbänken. Karla wies auf den Kiosk, der mit seinem Fenster in den Essenssaal reichte und in der Mittagspause geöffnet hatte. Hier konnten die Gefangenen für Knastgeld, das aus Scheinen mit einem Stempel der Strafvollzugsanstalt bestand, einkaufen. Neben Kosmetikartikeln, Obst, Zigaretten, Kuchen, Süßigkeiten, Brötchen, Milch, Quark, Vitamintabletten oder Brause auch Papierbons, für die man sich, da es zu jeder Brotmahlzeit nur Malzkaffee gab, Bohnenkaffee oder schwarzen Tee holen konnte. Außer in der Nachtschicht, da gab es besseres Essen: Leber, alle sechs Wochen ein gegrilltes Hähnchen..”(S. 35)

“..Sachen, die sie sich einmal im Monat zum Sprecher (gemeint ist der Besuch des Mannes) mitbringen lassen konnte oder die sie sich alle zwei Monate in einem Paket schicken ließ. Die Pakete waren auf zwei oder drei Kilo beschränkt, was von der Erzieherin festgelegt wurde. Die Beigaben zum Sprecher waren auf einen Geldwert von fünfzehn Mark begrenzt. Sie bestellte in den Paketen teure und vom Gewicht her leichte Sachen und zum Sprecher schwerere oder leichtverderbliche Dinge. In den Paketen ließ sie sich Parfüm, Zahnbürsten, Wimpernspiralen, Deostifte, Lidschatten und Schreibwaren schicken. Gegen den immer gleichen Geschmack des Essens bestellte sie sich einen runden Plastikstreuer mit mehreren Gewürzen, Knoblauch- und Fischpasten. Zum Sprecher wechselten Äpfel, Zitronen, Erdbeeren, Kirschen, Himbeeren über das Jahr hin zu Pampelmusen, Bananen und Apfelsinen. Manchmal wünschte sie sich weichgekochte Eier, Pfannkuchen oder sinnlose Dinge wie Blumen, die außerhalb der Geldklausel mitgebracht werden durften. Alles mußte gekauft sein, Selbstgebackenes war verboten.”(S.44)



Wenn man diese Schilderung mit dem Spiegel-Film vergleicht, möchte man meinen, Gabriele Stötzer war in einem anderen Gefängnis. Übrigens, wenn Insassen bundesdeutscher Vollzugsanstalten lesen, was ein Gefangener im DDR-Knast beim Besuch seiner Angehörigen erhalten konnte, werden sie staunen. Im heutigen Knast darf der Besucher nichts übergeben was häusliche Gefühle erweckt, sondern nur aus einem Automaten in der Anstalt etwas Abgelagertes ziehen. Auf den 154 Seiten dieses beeindruckenden Buches finden sich keine Hinweise zu Folter, Wasserzelle oder andere Erfindungen in den Hirnen von Geschichtsfälschern.



Es gab in Hoheneck keine Folter und keine Wasserzelle, in der Menschen gefoltert wurden. Die gezeigte „Wasserzelle“ im Kellerverlies ist ein Nachbau und wurde für Filmaufnahmen über die Nazizeit geschaffen. Nun präsentiert der Film eine ehemalige Gefangene, die in den 70 er Jahren Zeuge einer Folter gewesen sei. Also vor rund 40 – 50 Jahren. Auf die Nachfrage, warum sie bisher geschwiegen habe, erklärte sie, sie sei von der Stasi eingeschüchtert worden. Eine Frage, die im Film nicht gestellt wurde, stelle ich: Warum hat sie sich nicht seit 1990 gemeldet oder Anzeige erstattet?

Ich hoffe, dass nach der Ausstrahlung des Films sofort die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen hat.



Die Filmemacher gehen sehr geschickt vor und präsentieren ihre verdrehten Nachrichten auf eine fiese Art im Stile von Propagandafilmen von vor 1945.

Jedes Gefängnis aus der Kaiserzeit, ob Hoheneck oder Celle bei Hannover, ist von seiner baulichen Anlage, der räumlichen Enge, den dicken Mauern und kleinen Knastfenstern für einen Vollzug einer Freiheitsstrafe ungeeignet.

Das wusste man auch in der DDR und baute trotz geringen finanziellen Spielraums in den 70 er Jahren zwei neue Vollzugseinrichtungen für weibliche Strafgefangene in Berlin-Grünau und Hohenleuben. Auch dort verbüßten wegen Republikflucht verurteilte Frauen ihre Strafe, aber solche moderneren Gefängnisse hätten sich schlecht für die Hetze gegen die DDR geeignet.

In jedem alten Gefängnis, ob Hohenleuben, Brandenburg-Görden oder Celle bei Hannover gibt es Kellerverliese, die nicht für den Vollzug genutzt werden. Sie dienen als Lagerräume, sind mit brandschutzsicheren Türen versehen und sollten in Notfällen genutzt werden (z.B. als Luftschutzbunker). Nun diese seit 10 Jahren verfallenen Kellerräume als Dunkelarrest zu verkaufen, ist gelinde gesagt eine arge Täuschung der Öffentlichkeit. Die Disziplinarstrafe „Dunkelarrest“ gab es in der DDR nicht. Es gab nur den Freizeitarrest, einfachen Arrest und verschärften Arrest in einer Arreststation. Diese Strafen gibt es auch heute noch im Strafvollzug der EU.



Der Zusammenschnitt von Ton- und Bildaufnahmen ist ebenfall geschickt gemacht. Wenn die Frauen von Schikanen, Drangsalierungen und Schlägen berichten, entsteht der Eindruck sie meinten die „Wärterinnen“, „Wächterinnen“. Schon diese unkorrekte Bezeichnung soll Suggestionen an die faschistische Zeit wecken. Im Film erzählen die Frauen aber tatsächlich über die inneren Beziehungen, die Hierarchien und auch Gruppenbildungen im kriminellen Milieu der Gefangenen. Auch keine Besonderheit von Hoheneck, sondern leider Tatsache in jedem Gefängnis.



In jedem Gefängnis der Welt gibt es aus unterschiedlichen Motiven Selbstverstümmlungen, Selbstmordversuche und Selbstmorde und die Bediensteten kämpfen da gegen an, auch gegen den Willen der Betroffenen. Zur Verhinderung dienen als erste Mittel Einzelunterbringung, Zwangsjacke und Fixierungen am Bett, sowie eine verstärkte Kontrolle. Dabei schreien und toben manche Gefangenen über lange Zeit. Wenn man dies im Film nicht sagt, entsteht schnell für den nicht Eingeweihten der Eindruck, dies sei nur typisch für das „Unrechtsregime“ DDR.



Große Empörung will der Film vermitteln, dass in Hoheneck die politischen Gefangenen gemeinsam mit kriminellen Gewaltverbrechern untergebracht waren. Das Normalste im bundesdeutschen Strafvollzug! Man kann dies nachlesen in den Büchern von Egon Krenz oder Klaus-Dieter Baumgarten. Das ehem. Staatsoberhaupt der DDR kam in Moabit in eine verdreckte Zelle, nach Protest sofort in eine andere, auch verdreckte. Er bat dann um Schrubber und Eimer und machte den Dreck weg. Auch wer etwas über Schikanen im heutigen Justizvollzug wissen möchte, lese seine „Gefängnisnotizen“.



Der Spiegelpropagandafilm versucht auch ein negatives Bild über die Strafvollzugsbediensteten in Hoheneck zu zeichnen. Fälschlicher Weise wird behauptet, dort seien Volkspolizistinnen tätig gewesen. Ein Historiker, wahrscheinlich im Solde der Birthler-Behörde, sagt im Film. „In den Strafvollzug kamen die, die wo anders nicht tauglich waren.“ Dies mag auf den Einen oder Anderen zutreffen, ist aber keinesfalls richtig. Die im Aufsichtsdienst beschäftigten Strafvollzugsangehörigen hatten alle die 10. Klasse der Polytechnischen Oberschule abgeschlossen, einen Beruf erlernt und einen mehrmonatigen Lehrgang an der Schule für Neueingestellte besucht. Die für 60 – 80 Gefangene zuständige Erzieherin hatte einen Abschluß einer pädagogischen Fachschule oder der Fachschule des Strafvollzuges (Studienzeit 2 Jahre). Außerdem fanden regelmäßige Weiterbildungen statt, nicht nur in Marxismus.



Da Bundesdeutsche die Welt nur mit ihrer eigenen Nabelschnur messen, verstehen sie nicht, dass die sozialistischen Länder eine ganz andere Herangehensweise an den Vollzug einer Freiheitsstrafe hatten. Man übernahm die sowjetischen Erfahrungen (kollektive gesellschaftlich-nützliche Arbeit, kollektive Unterbringung wie beim Militär, politisch-kulturelle Erziehung, zielgerichtete Wiedereingliederung von Haftbeginn usw.). Das war bis in die UNO bekannt und die erzielten Ergebnisse auch. Dies beweisen die Protokolle der Antifolterkommission der UNO und die alle vier Jahre stattfindenden Kongresse „Zur Kriminalitätsvorbeugung und – bekämpfung und der Behandlung von Strafrechtsverletzern.“ Über das Herangehen beim Vollzug der Freiheitsstrafen kann man unterschiedlicher Meinung sein. Der Strafvollzug der DDR hatte Licht und Schatten und war nicht durch das MfS bestimmt. Er war eine Zwangsmaßnahme des Staates und griff tief in das persönliche Leben jedes Gefangenen ein. Er war nicht unmenschlich. Wer in der DDR im Strafvollzug war, denkt nicht mit Freude daran zurück. Wer heute im Knast sitzt auch nicht.



D. Winderlich"

Quelle: mfs-insider.de


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#8

RE: Frauengefängnis Hoheneck,

in DDR Staat und Regime 10.11.2011 08:10
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Absichtlich mit politischen zusammengesteckt?

Hätte man für sog. politische Häftlinge eigene Anstalten betreiben sollen? Werden heute "politische Gefangene" in eigenen Anstalten untergebracht oder ist es nicht viel mehr so, dass diese auch mit Häftlingen die der gewöhnlichen Kriminalität zuzuordnen sind zusammen untergebracht werden?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#9

RE: Frauengefängnis Hoheneck,

in DDR Staat und Regime 10.11.2011 08:26
von Polter (gelöscht)
avatar

Zitat von Pit 59
Doch Feliks,es ist erwähnt worden das auch Hoch Kriminelle mit einsaßen,und das diese absichtlich mit den Politischen zusammen gesteckt wurden.Wie auch immer,es ist gut das solche Filme,und Dokus gezeigt werden.Nichts darf vergessen werden was diese Diktatur mit Ihren Organisationen den Freiheitsliebenden Menschen angetan hat.



Für mich ist dies genau die Krux: " politische und kriminelle " Gefangene zusammen. Die kriminellen Gefangenen sind bis auf diese,
am Rande erfolgte Erwähnung, weggelassen worden. Keine Unterschiede in den Haftbedingungen wurden benannt. Die Kriminellen
haben es nach 1989 nicht geltend gemacht, daß sie diesen unmenschlichen ( Haft ist immer unmenschlich ) Haftbedingungen unterworfen waren. Waren die politischen Gefangenen nicht auch durch das von beiden Staaten praktizierte " Freikaufen " geschützt ?
Das Rechtssystem im Osten kannte auch Rechtsanwälte. Nach 1989 hat sich kein Rechtsanwalt gefunden, der erklärte: Ich war schon immer dagegen?
Film und Doku haben mehr Fragen hinterlassen als Antworten geliefert.


zuletzt bearbeitet 10.11.2011 08:27 | nach oben springen

#10

RE: Frauengefängnis Hoheneck,

in DDR Staat und Regime 10.11.2011 08:53
von Pit 59 | 10.131 Beiträge

Alles klar Alfred,es ist aber auch unerhört was sich diese Zeitzeugen erlauben.Was diese ehemaligen Insassen (politisch),egal ob in HSH oder Hoheneck sich alles einfallen lassen,und nur Lügen Verbreiten.Alles Frei erfunden,es ist doch nie jemanden Unrecht getan worden.
Ich kann Eure Rechtfertigungen einfach nicht mehr hören.


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#11

RE: Frauengefängnis Hoheneck,

in DDR Staat und Regime 10.11.2011 09:28
von Alfred | 6.841 Beiträge

Pit 59,

wer sagt denn, dass "NUR Lügen" verbreitet werden ?


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#12

RE: Frauengefängnis Hoheneck,

in DDR Staat und Regime 10.11.2011 09:53
von Gert | 12.354 Beiträge

@ Alfred hab da mal 'ne Frage: Als ich die Gedenkstätte HSH(eh. Stasi Untersuchungshaftanstalt) in Berlin besuchte, bekam ich unter anderem die Information, dass der Standort HSH weiträumig abgeriegelt war und für normale Bürger nicht zugängig war, weiterhin hörte ich, dass der Standort des Untersuchungsgefängnisses und seiner abgeriegelten Umgebung in keinem Stadtplan verzeichnet war, also einen weissen Fleck in Berliner Landkarten darstellte. Ist das so richtig ?

Gruß Gert


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#13

RE: Frauengefängnis Hoheneck,

in DDR Staat und Regime 10.11.2011 09:58
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Gert
@ Alfred hab da mal 'ne Frage: Als ich die Gedenkstätte HSH(eh. Stasi Untersuchungshaftanstalt) in Berlin besuchte, bekam ich unter anderem die Information, dass der Standort HSH weiträumig abgeriegelt war und für normale Bürger nicht zugängig war, weiterhin hörte ich, dass der Standort des Untersuchungsgefängnisses und seiner abgeriegelten Umgebung in keinem Stadtplan verzeichnet war, also einen weissen Fleck in Berliner Landkarten darstellte. Ist das so richtig ?

Gruß Gert




Gert,

és war ganz einfach.

HSH lag ja in einem Objekt des MfS. Das Objekt hatte Einfahrten wie jedes Objekt. Bis zur Einfahrt, Eingang konnte jeder Zivilist ran. Auch die Straße vor dem Objekt war für jeden befahrbar. Sprich, dass Objekt war wie jedes militärische Objekt gesichert, auch heute kann ich nicht in eine Kaserne der Bundeswehr fahren. Einen Sperrkreis um das Objekt gab es nicht.

Einen Stadtplan von 1989 habe ich nicht mehr. Es ist möglich, dass dieses kleine Gebiet weiß war aber auch dies ist für Sperrgebite nicht ungewöhnlich.


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#14

RE: Frauengefängnis Hoheneck,

in DDR Staat und Regime 10.11.2011 10:02
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Gert
@ Alfred hab da mal 'ne Frage: Als ich die Gedenkstätte HSH(eh. Stasi Untersuchungshaftanstalt) in Berlin besuchte, bekam ich unter anderem die Information, dass der Standort HSH weiträumig abgeriegelt war und für normale Bürger nicht zugängig war, weiterhin hörte ich, dass der Standort des Untersuchungsgefängnisses und seiner abgeriegelten Umgebung in keinem Stadtplan verzeichnet war, also einen weissen Fleck in Berliner Landkarten darstellte. Ist das so richtig ?



diese frage wurde bereits mehrfach hier im forum gestellt und immer wieder fachlich korrekt beantwortet. es ändert sich nichts an der antwort wenn man die selbe frage immer wieder - gebetsmühlenartig- wiederholt.


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#15

RE: Frauengefängnis Hoheneck,

in DDR Staat und Regime 10.11.2011 10:05
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Alfred hat ja schon geantwortet und ich ahne worauf Du hinaus willst!

HSH lag in einem militärischen Speerbereich und war daher nicht groß bekannt, jedoch deshalb trotzdem kein klassisches Geheimgefängnis in dem Personen verschwanden. Die dort inhaftierten konnten, indem sie dazu in die Magdalenenstr. verbracht wurden, trotzdem Sprecher wahrnehmen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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zuletzt bearbeitet 10.11.2011 10:06 | nach oben springen

#16

RE: Frauengefängnis Hoheneck,

in DDR Staat und Regime 10.11.2011 10:11
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Absichtlich mit politischen zusammengesteckt?

Hätte man für sog. politische Häftlinge eigene Anstalten betreiben sollen? Werden heute "politische Gefangene" in eigenen Anstalten untergebracht oder ist es nicht viel mehr so, dass diese auch mit Häftlingen die der gewöhnlichen Kriminalität zuzuordnen sind zusammen untergebracht werden?



Ob absichtlich oder nicht, ist doch nicht wichtig. Ich weiss aus 2 Quellen, die wegen Republikflucht einsassen, dass sie mit Kriminellen zusammen eingesperrt waren, sie berichteten weiterhin, dass die Kriminellen eine bevorzugte Behandlung bekamen oder anders herum gesagt dass die politischen Gefangenen rigider behandelt wurden.
Politische Gefangene der DDR waren nach unserer heutigen Ansicht gesetzestreue Bürger und würden hier nie in Gefängnissen landen. Daher ist es schon eine Zumutung, mit Mördern und Totschlägern z.B. in einer Zelle zu sein. Ich denke, den Häftling der nach unseren Massstäben unter die Kategorie politisch wie auch kriminell gefallen ist, gab es gar nicht oder ganz selten.
Ich glaube, der DDR Strafvollzug hat gerne diese Gruppen gemischt, denn es war die Kirsche auf dem Sahnehäubchen, den politischen zu ihrer Freiheitsstrafe noch diese "Strafe" aufzubrummen. Man hat es bei Beschwerden darüber dann mit einer besonderen Häme kommentiert, einer Eigenschaft die die kommunistische Gesellschaft in all ihren Facetten immer wieder besonders herauskehrte. Sie konnten so argumentieren, weil sie eine Allmacht hatte. Ich habe es mitunter in meinem DDR Leben auch so erlebt.
Gruß Gert


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#17

RE: Frauengefängnis Hoheneck,

in DDR Staat und Regime 10.11.2011 10:16
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat
... einer Eigenschaft die die kommunistische Gesellschaft in all ihren Facetten immer wieder besonders herauskehrte. Sie konnten so argumentieren, weil sie eine Allmacht hatte. Ich habe es mitunter in meinem DDR Leben auch so erlebt.



herrlich solche blasen.... sie sind einer gesunden diskussion immer sehr förderlich


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#18

RE: Frauengefängnis Hoheneck,

in DDR Staat und Regime 10.11.2011 10:30
von Gert | 12.354 Beiträge

@ Gilbert, das ist nicht aus der Luft gegriffene Polemik sondern gelebte DDR Erfahrung von mir und meinen Informanten, so wie ich es in dem Post beschrieben habe. Ich wollte es wäre anders gewesen, du gehörtest sicher zu denen die es hätten anders machen können. Habt ihr aber nicht, darum fliegt es den damals Verantwortlichen heute um die Ohren. Hat dir nicht damals einer deiner "Kunden" gesagt , man trifft sich im Leben immer 2 x. ( dazu gehörte sicher viel Mut )? Der Moment ist nun da.Damit musst du leben, ob's dir gefällt oder nicht.

Trotzdem 'nen schön Tach


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#19

RE: Frauengefängnis Hoheneck,

in DDR Staat und Regime 10.11.2011 10:45
von Alfred | 6.841 Beiträge

Gert,

wo saßen denn die Personen der BRD die wegen des Verbots der Kommunistischen Partei einsaßen, oder die Kundschafter der DDR oder Honecker, Keßler, Baumgarten, Streletz. Die hatten auch keinen extra Knast.


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#20

RE: Frauengefängnis Hoheneck,

in DDR Staat und Regime 10.11.2011 10:59
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat
das ist nicht aus der Luft gegriffene Polemik



polemik bleibt polemik - an einer sachlichen diskussion ist dir - das zieht sich quer durch dieses forum- nicht gelegen.

Zitat
du gehörtest sicher zu denen die es hätten anders machen können. Habt ihr aber nicht, darum fliegt es den damals Verantwortlichen heute um die Ohren. Hat dir nicht damals einer deiner "Kunden" gesagt , man trifft sich im Leben immer 2 x. ( dazu gehörte sicher viel Mut )? Der Moment ist nun da.Damit musst du leben, ob's dir gefällt oder nicht.



auch nur billige polemik, nicht weiter. vermutungen und behauptungen ins blaue hinein. das soll grundlage einer sachlichen diskussion sein ?
ich hatte "kunden" ?

ein grossteil meiner "kunden" ist heute schon tod und damit hätten sie (wenn sie es denn gesagt hätten - man sieht sich immer 2 x mal ) sicherlich recht und zwar dann, wenn auch ich den weg zur grossen armee antreten muss....



sorry @gert, wenn ich dir absolute oberflächlichkeit bescheinigen muss


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Erstellt im Forum Videos aus dem Alltag und Leben der DDR von Grete85
12 15.11.2009 10:32goto
von Zermatt • Zugriffe: 701

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