#1

Bericht eines geflüchteten DDR-Offiziers v. 1986

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.05.2009 22:56
von Augenzeuge (gelöscht)
avatar

Hallo zusammen,
ich habe hier einen Bericht (1986) eines geflüchteten DDR-Offiziers gefunden. Ich weiß, das sicher übertrieben wurde, aber einige Aussagen sind interessant. Der 38jährige Dietmar Mann befehligte als Kommandeur des Zweiten Bataillons im 24. Grenzregiment 500 Soldaten. Er war 18 Jahre lang Angehöriger der Grenztruppe. Vielleicht kennt den noch jemand....und kann was erzählen.

Artikel (unbedingt lesen):

http://80.237.193.200:8000/article.php?u...861012_8580.xml


Aussagen:
"Die Verfolgung bis auf westdeutsches Territorium gelte bei allen flüchtenden "Uniformierten", seien es nun Mitglieder der Grenztruppen, der Nationalen Volksarmee oder der sowjetischen Stationierungs-Einheiten. Sie müßten von den Grenzposten "liquidiert werden, koste es, was es wolle".

"Außerdem stehe der Grenzer immer vor der Wahl: "Gezielter Schuß" oder mindestens acht bis zehn Jahre Gefängnis. Für eine "verhinderte Republikflucht" jedoch gibt es Prämien von 150 bis 1000 Ostmark."

"In Kantinen und Sonder-Geschäften können die hohen Dienstgrade fast alle Waren aus dem Westen kaufen. Der Westpreis kann umgerechnet 1:1 in Ostmark beglichen werden."


Meine Meinung dazu: Heftiger Tobak...oder was meint ihr?

Gruß, Augenzeuge


nach oben springen

#2

RE: Bericht eines geflüchteten DDR-Offiziers v. 1986

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.05.2009 23:59
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

der hat zu viel bild gelesen.wo konnten w i r westwaren einkaufen?is ja wohl ein witz


nach oben springen

#3

RE: Bericht eines geflüchteten DDR-Offiziers v. 1986

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 09.05.2009 01:13
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Hallo Augenzeuge,

das ist widerlich. Selbst wenn man kein gutes Haar an der DDR lassen kann, aber mit solchen Lügen sich einkratzen zu wollen, zeugt von einem kranken Geist, einem notorischen Opportunisten oder einem perfiden Verräter oder einer Mischung aus diesen Dingen.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


nach oben springen

#4

RE: Bericht eines geflüchteten DDR-Offiziers v. 1986

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 09.05.2009 04:14
von CaptnDelta (gelöscht)
avatar
Zitat von Rainman2

... aber mit solchen Lügen sich einkratzen zu wollen, zeugt von einem kranken Geist, einem notorischen Opportunisten oder einem perfiden Verräter oder einer Mischung aus diesen Dingen.
ciao Rainman

Ich glaub' auch das der von der Stasi war.

-Th

zuletzt bearbeitet 09.05.2009 04:14 | nach oben springen

#5

RE: Bericht eines geflüchteten DDR-Offiziers v. 1986

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 09.05.2009 10:51
von turtle | 6.961 Beiträge

Rainman hat das alles beantwortet, dem gibt es nichts hinzuzufügen! Schönes Wochenende!Gruß Peter (turtle)


nach oben springen

#6

RE: Bericht eines geflüchteten DDR-Offiziers v. 1986

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 09.05.2009 10:56
von Augenzeuge (gelöscht)
avatar

Danke euch allen für die klaren Antworten. Der Bericht ist sicher ein gutes Beispiel dafür, wie man die (einfache) Bevölkerung beeinflussen kann.
Der Mann muss wie Jekyll und Hyde zwei Gesichter haben. Erstaunlich, wie so einer Komandeur werden konnte.

Gruß, Augenzeuge


nach oben springen

#7

RE: Bericht eines geflüchteten DDR-Offiziers v. 1986

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 09.05.2009 15:16
von S51 | 3.733 Beiträge

Ob der "Mocka-Fix" als Westware begriffen hat? Vor oder nach dem Genuß? In letzterem Fall könnte man ihm sogar mildernde Umstände zubilligen.
Sprenglöcher in Brücken bohren? Der kann keine Ahnung haben. Die wurden doch von westlicher Seite bereits eingebaut. Wir nannten die Bundeswehrsoldaten, die für deren Bestückung und ggf. Zündung verantwortlich waren "Feuerwerker". Ihre interne Bezeichnung war anders. Brücken, bestimmte Straßen, Staumauern besaßen solche Bauwerke. Teilweise bis in die 90-er Jahre waren sie teilweise sogar für Atom-Minen vorgesehen und werden seitdem bei Sanierungen überbaut. Manchmal sehe ich sie aber noch. Ihre Sonderwaffenlager gibt es noch zum Teil. Wir hätten die Herren gegebenenfalls "stoppen" müssen/sollen.
"Vernichten um jeden Preis" Das hat der wohl seinen Soldaten erzählt?! Uns und sicher auch allen anderen, die "vorne" eingesetzt waren, wurde immer wieder klargemacht "Ihr seid gewissermaßen die ersten Vertreter eures Landes. An der Trennlinie zwischen zwei feindlichen Machtblöcken. Was ihr macht, wie ihr auftretet, spiegelt das Erscheinungsbild wieder." Irre Aktionen, wie Verfolgungen gar um jeden Preis, Grenzverletzungen, gar Erschießungen wären ein "tolles" Spiegelbild gewesen. Vom Risiko für Krieg und Frieden dort vorne, und das gab es nun mal, gar nicht zu reden.
Aber es gab immer mal einen Satz, den unsereins so zwischendurch zu hören bekam: "Ihr könnt Verrat begehen aber wir kriegen euch. Immer." Man mochte daran glauben oder nicht. Aus heutiger Sicht würde ich ihn als Bluff bezeichnen. Damals aber hat man ihn nicht vergessen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


nach oben springen

#8

RE: Bericht eines geflüchteten DDR-Offiziers v. 1986

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 09.05.2009 18:56
von bruno | 598 Beiträge

ich denke schon das die ermittler des bnd,
schnell mitbekommen haben was ihnen da gegenüber sass
und schon wussten die lügen und halbwahrheiten richtig ein-
zuordnen.
im übrigen muss er ja seine frau und seine kinder über alles
geliebt haben.


nichts auf der welt ist so gerecht verteilt wie der verstand.
denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
rené descartes
nach oben springen



Besucher
14 Mitglieder und 37 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: TalSiar
Besucherzähler
Heute waren 666 Gäste und 46 Mitglieder, gestern 3638 Gäste und 176 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14373 Themen und 558545 Beiträge.

Heute waren 46 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen