#1

so ein Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 30.10.2011 21:39
von Hans55 | 763 Beiträge

Hallo,zusammen!
Hat einer der ehemaligen Grenzer,so eine Spindkontrolle mitgemacht?http://wn.com/Spindkontrolle!
Wer hat denn bloß diesen Käse gedreht? Gruß Hans55


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#2

RE: so ein Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 30.10.2011 21:59
von Annakin | 526 Beiträge

Hallo

Wenn Du den ersten Beitrag meinst, der stammt aus dem Film " NVA" ,können aber nur Leute gedreht haben, die unsere Armee egal ob NVA oder Grenztruppen nur vom Hörensagen kennen.

Gruß Annakin


_____________________________________________________________________________________________________________
Wenn Du einen Feind nicht besiegen kannst, mache ihn zum Verbündeten.
zuletzt bearbeitet 30.10.2011 22:00 | nach oben springen

#3

RE: so ein Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 30.10.2011 22:06
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Nu, der Regisseur war bei der NVA, also muß es genauso gewesen sein.

Oh, ich seh gerade, das ist ja ne Komödie.


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#4

RE: so ein Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 30.10.2011 22:25
von Gert | 12.356 Beiträge

seht ihr in diesen Filmchen nicht den ganzen Schwachsinn des militärischen Drills, des preussischen Kadavergehorsams ?
Ich finde diese Filme als Karikatur großartig


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#5

RE: so ein Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 30.10.2011 22:49
von eisenringtheo | 9.185 Beiträge

Wie lief denn in der NVA die ganze Prozedur bis zum allgemeinen Ausgang ab? Ich kenne sie als Schweizer natürlich nur von der Schweizer Armee und Beanstandungen beim Park- und inneren Dienst konnte das Hauptverlesen in der Grundausbildung sehr spät werden. Kurz vor dem Hauptverlesen liess man in den Stuben antreten. Vor den Betten in Ruhnstellung. Nach dem ganzen Pipapo mit dem Antreten und Ausrichten (mittig vor dem Bett) durch den Korporal, erwartete man den Einheitskommandant, der Korporal meldete die Stube, jeder Soldat musste sich anmelden, Bettbezug und Spind wurde kontrolliert und der Feldweibel notierte, was der Kommandant ihm sagte. Hauptverlesen (und Ausgang) gab es erst, wenn in allen Stuben alles in Ordnung war.
Diese Prozedur wurde etwa nach dem ersten Monat zurückgefahren und später gab es nur noch Stichkontrollen.
http://www.rechtundgesetz.ch/14_67_296_D...che_Alltag.html
Theo


zuletzt bearbeitet 30.10.2011 22:55 | nach oben springen

#6

RE: so ein Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 31.10.2011 00:02
von grenzsoldat (gelöscht)
avatar

Zitat von Hans55
Hallo,zusammen!
Hat einer der ehemaligen Grenzer,so eine Spindkontrolle mitgemacht?http://wn.com/Spindkontrolle!
Wer hat denn bloß diesen Käse gedreht? Gruß Hans55



Hallo Hans,
...dieser "Käse" aus dem Film "NVA" ist eine Satire! Da wird die Handlung drastisch überhöht, verdichtet, verklausuliert, veralbert. Aber vom Prinzip her war es schon so. Ich habe es auch so erlebt. Manchmal heftiger, aber auch oft zahmer. Eine ähnliches Erlebnis habe ich in meinem Buch "Grenzsoldat" beschrieben (Szene mit PinupGirl im Spind). Das Drehbuch von "NVA" schrieb Thomas Brussig zusammen mit Leander Hausmann. Irgendwann hatte die Produktion von Steelbook.com die fixe Idee eine "Premium-Stahl-Edition" des Films mit dazugehörigen 2 DVD´s heraus zu bringen. Fürs Booklet benötigte man Texte.....und man meldete sich bei mir. Ob ich nicht noch was dazu hätte. "OK!" hab ich Trottel gesagt und den Text "Essen fassen" für umsonst mit raus gerückt. Die feine "Stahl Edition" hat man mir dafür zu geschickt....Auch das "Thema" in der Szene mit der "Braut" war da wohl auch von mir. Is mir aber heute egal, ich finde den Film schon ganz OK!


"Bis zur Einberufung arbeitete ich in den Leuna Werken
„Walter Ulbricht“ und wohnte in dem kleinen Städtchen Bad
Dürrenberg in Sachsen Anhalt. Elke hatte ich im Frühjahr
1966 auf dem Tanz in Bad Dürrenberg kennen gelernt. Sie war
damals 17 Jahre alt und ihre Eltern machten Druck, da sie
ihrer Meinung zu jung für mich war. Zudem sollte sie mit
einem „Armisten“, der auch noch an der Berliner Mauer dient
möglichst nichts zu tun haben. „Soldaten bumsen nur rum
und wollen eigentlich keine richtige Freundin“, meinten sie.
Nach 4 - 5 Briefen, in denen sie mir diese Einwände schilderte, schrieb ich ihr aber
wegen wegen Brigitte S. ab. Ich schob nun aber auch die NVA vor und jammerte, dass ich
sowieso so schnell keinen Urlaub bekommen würde. Ein Erlebnis schockierte mich
damals bei der Armee gewaltig. Ein riesiges Bild von Elke, welches ich im
Armeespind nicht im Privatfach, sondern im Unterwäschefach unvorschriftsmäßig
zufällig liegen hatte, (Anpinnen war verboten) wurde von einem Unteroffizier mit
der Bemerkung zerrissen, "Die Schlampe hat in einem NVA-Spind nichts zu suchen!".
Seitdem hütete ich mich auch die Fotos von meinen Freundinnen herum zu zeigen.
Neben dem Bett des besagten Unteroffiziers stand ein Fotoständer mit einer kleinen
pickeligen moppeligen Frau. Dass meine Freundin ein bissel attraktiver und
vorteilhafter fotografiert war als seine Freundin, reichte schon aus, um mich zu
demütigen. Im Film „NVA“ von Leander Hausmann gibt es am Anfang des Films eine
prima Szene, die dieses dusselige Verhalten der Vorgesetzten vorbildhaft darstellt.
Im Booklet des Films gibt es die Story aus meinem Buch „Essen fassen!“


Aber nochmal zu dem Thema "Spindkontrolle". Fakt ist wohl, das viele Rekruten das Thema "Ordnung in eigenen Schränken" vor der Dienstzeit in der Armee das nicht sehr verinnerlicht hatten. Denn, den Schrank aufgeräumt, hatte mehrheitlich zu Hause eigentlich "Mama".

Desderwegen ist Spindkontrollendrill manchmal nicht undumm, dieses Thema schnell und präzise im Soldatenleben ab zu haken. Die größten Rekruten-Schlampen lernen Ordnung mit eigenen und staatlichen Sachen manchmal sehr sehr fix. Ich erlebte Drill in der Grundausbildung und ich erlebte Fairnis durch meine "Vorgesetzten" danach. Als EK sah sowieso dann der Spind wieder aus wie noch nie aufgeräumt. Ich war nach der Entlassung wohl fast auf dem gleichen Level wie vor der Einberufung. Ein halbes Jahr nach der Entlassung heiratete ich und hatte wieder jemand zum "Schränke einräumen und aufräumen".....meine Frau!



Das Buch ist in derzeit Überarbeitung für die zweite Auflage und noch einige Tage gratis als PDF Datei erhältlich: http://www.rhebs.de/grenzsoldat2.pdf



PS: Das Thema "Armeespind" müsste man eigentlich mal kulturell und militärpolitsch durchleuchten. Es gehört zum leidigen Thema "Bagage". In meinem Zivilleben nach der NVA begegnete ich den "Dingern" in den Leuna Werken und dem Buna Werk als Arbeiter wieder. Nur, die Zweiteilung war anders. Links die Arbeitsklamotten, rechts die Wegklamotten oder umgekehrt. Gestunken haben beide Teile penetrant. Bei unseren Freunden "Den Sowjetsoldaten" gab es solchen "militärischen Luxus" wie einen Spind in den 60er Jahren nicht. Nicht mal private Briefe waren den Sowjetsoldaten erlaubt in irgendwelchen Behältnissen in der Kaserne auf zu bewahren. Einer meiner "Schwiegerväter", der im 2.WK an der Ostfront bei der "Abwehr" war, erklärte mir mal diese komischen Zusammenhänge.

Anhand der privaten Post, die gefangene Soldaten bei sich hatten, wurden militärische Erkenntnisse gewonnen. Bei der Eroberung der ersten sowjetischen Ganisionen auf dem "Vormarsch" wurden die "Spinde" der russischen Soldaten auch nach nach privater Post durchfilzt. Ein wenig dieser Vermeidungs - "Anordnungen" militärischer Geheimnisse blieben auch später in der NVA bei den Grenztruppen hängen. Bei uns gab es die Vorschrift, nie den Dienstort und die Armeeeinheit als Absender in privaten Briefen zu definieren, sonder z.B. "OU, den 23.05.1967". Mein Großvater fragte dann im nächsten Brief, "Wo ist OU?" Ich schrieb dann "OU" ist "Ortsunterkunft, ich bin nicht mehr in Berlin, ich bin in Ortsunterkunft!" OK, Opa wusste dann sofort was OU war, das hatte er in der Schule gelernt über den letzten "Deutschen Krieg". 1866 war der letzte innerdeutsche Krieg in meiner Heimat zwischen Bayern und Preußen. August Karl von Goeben zog für Preußen gegen Karl von Bayern für Bayern vom Leder am 4. Juli 1866. Beide meinten, sie hätten gewonnen. Am 3. Juli 1866 in der Schlacht von Königgrätz (Österreich zusammen mit Bayern hatte den Krieg gegen Preußen verloren) entschloss sich aber schon die bayerische Armeeführung zum Rückzug aus Thüringen nach Bayern, denn jetzt musste die Verteidigung des bayerischen Territoriums als vorrangiges Ziel gelten. In irgend einen Spind hatte man den Befehl dazu vergessen, den an Karl von Bayern zu schicken!

Egal ob preußische oder bayrische Militärgenialität dieser beiden Protagonosten - August und Karl hatten damals militärisch gesehen nicht alle Tassen im Schrank, respektive "SPIND"!

(http://de.wikipedia.org/wiki/Gefecht_bei_Dermbach)

Angefügte Bilder:
zuletzt bearbeitet 31.10.2011 01:30 | nach oben springen


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