#181

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 01.03.2011 02:28
von Nomex | 254 Beiträge

Also mit den Namen der Gastkichkeiten kene ich mich nicht mehr so aus. Ich denke nur das es da auch mal ein Klubhaus mit einer Empore gegeben hat. Was mir immer noch in Erinnerung bleibt ist die Kneipe der Rusen. Das war ganz böse.

Gruß


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Günther Zieschong: "Mir hätten das System erst mal leasen solln...."
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#182

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 01.03.2011 07:22
von Nordpol | 71 Beiträge

Hallo Nomex,

gibt es beides nicht mehr. Das Klubhaus wurde Anfang der 90er abgetragen (wohl wegen massiver baulicher Mängel, als man es baute hat man wohl nicht daran gedacht was dort Sonnabends mal für Menschenmassen reinströmen würden). Auf dem Gelände der Sowjetarmee wurde eigentlich alles zurückgebaut was nicht unter Denkmalschutz steht bzw. sich für Wohnzwecke verwenden ließ.



zuletzt bearbeitet 01.03.2011 07:22 | nach oben springen

#183

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 01.03.2011 16:47
von der graue Wolf (gelöscht)
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Hi!
Da es hier vor kurzem ums Essen ging, kamen mir so seltsame Erinnerungen. An das Essen in Perleberg während meiner Zeit als Uffz-Schüler (79-80) hab ich eh keine guten Erinnerungen. Besonders blieb mir ein Erlebnis in Erinnerung .....es war Samstag und alle mussten aus dem Kochgeschirr essen. Es gab sowas wie Grünkohl mit irgendwelchen Speckstücken darin. Das hat schon durch die Klappe gestunken. Das Zeugs war irgendwie nicht runterzubekommen.
Nun meine Frage ...kann es sein, dass Uffz-Sch generell Samstags aus dem Kochgeschirr futtern mussten? Irgendwie hab ich so was wohl alles verdrängt. *grins Ich fing erst wieder an zu leben, als das halbe Jahr rum war.

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#184

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 01.03.2011 18:04
von Mike59 | 7.945 Beiträge

Zitat von der graue Wolf
Hi!
Da es hier vor kurzem ums Essen ging, kamen mir so seltsame Erinnerungen. An das Essen in Perleberg während meiner Zeit als Uffz-Schüler (79-80) hab ich eh keine guten Erinnerungen. Besonders blieb mir ein Erlebnis in Erinnerung .....es war Samstag und alle mussten aus dem Kochgeschirr essen. Es gab sowas wie Grünkohl mit irgendwelchen Speckstücken darin. Das hat schon durch die Klappe gestunken. Das Zeugs war irgendwie nicht runterzubekommen.
Nun meine Frage ...kann es sein, dass Uffz-Sch generell Samstags aus dem Kochgeschirr futtern mussten? Irgendwie hab ich so was wohl alles verdrängt. *grins Ich fing erst wieder an zu leben, als das halbe Jahr rum war.

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Hee Isegrim,

ich glaube du hast Recht, Samstag war Blechnapf angesagt. Angeblich hatte am Samstag die Bulettenschmiede mit wöchentlicher Entseuchung zu schaffen und somit keine Zeit für den Aufwasch. 79 war auch ich in Perleberg, Mai bis Oktober.

Mike59


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#185

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 01.03.2011 19:03
von der graue Wolf (gelöscht)
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@Mike

ahhhja.... sind doch noch nicht alle Daten von der Festplatte. *grins
UND.... wehe es hat mal jemand vergessen, das Teil richtig sauber zu machen.

Aber später in Glöwen kann ich mich nicht mehr über die Verpflegung beklagen. Es war nicht ganz billig, aber es war doch wenigstens erreichbar. Als UAZ hatten wir ja, wie schon erwähnt den gleichen Teller wie die Soldaten. Doch direkt daneben war die Vitrine für die BUs mit Aufschnitt, Butter, gekochte Eier etc. ....der bereitgestellte Teller für uns, mit dem Klacks Butter und der Toten Omma sah daneben ziehmlich alt aus. Wir durften aber offiziell nach belieben dazu kaufen. Eine Zeit lang hatte ich Glück. Jemand aus meinem *Dorf war als gelernter Koch in Küche. Ein Segen für mich, wenn der an der Kasse saß. *grins

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#186

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 03.03.2011 04:41
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von Nordpol

Zitat von Mart
"Hamburger Hof" oder "Hotel Hamburg" [...] Oder verwechsele ich da nun alles?


Ich fürchte ja. Der Hamburger Hof bzw. (auch schon in den 80ern) "Alt Perleberg" war ne stinknormale Kneipe. Was du meinst, ist sicherlich das Hotel "Stadt Berlin", mit dem Beinamen "zum dreckigen Löffel"



So mag es sein.
Die Einladung zu einer Stadtführung nehme ich übrigens gern an.

Zitat von Nordpol
Weil wir grade bei den Perleberger Hotels sind: mitten in der Stadt auf dem großen Markt gabs dann noch das Hotel "Am Rathaus", auch seit 1990 geschlossen...


Da würde ich jetzt streiten wollen - Deine Gattin sei mein Knappe:
Das Hotel war bis so ca. 1994 offen. Und hat mich da auch schick wegen "wir sind voll" abgewiesen. Später dann (1996?) stand ich vor der verrammelten Türe.

So sehr viele Hotels gibt es am Markt sicherlich nicht: Das mit den paar Treppenstufen.


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#187

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 03.03.2011 04:48
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von Nomex
Also mit den Namen der Gastkichkeiten kene ich mich nicht mehr so aus. Ich denke nur das es da auch mal ein Klubhaus mit einer Empore gegeben hat.


Nordpol, hilf da mal bitte: Wo soll das gewesen sein?
Ich erinnere mich an einen Standortdienst (Stichwort: Kettenhunde), ich war der Leiter der Veranstaltung. Kleiner Vorplatz dort. Innen war so eine Art Disko, die Bude war gerammelte voll. Da als Standortdienst wirklich reingehen zu wollen - wäre glatter Selbstmord gewesen. Nach meiner Erinnerung muss das irgendwo in der Nähe des Bahnhofs gewesen sein?
Hast Du grad mal eine Koordinate?

Zitat von Nomex
Was mir immer noch in Erinnerung bleibt ist die Kneipe der Rusen. Das war ganz böse.


Die kenne ich nun überhaupt nicht. Gibt es eine Koordinate?

Einer meiner ehemaligen Schüler hat mir vor wenigen Jahren allerdings erzählt, dass er dort ziemlich übel die Fresse poliert bekam. Und anschließend auch noch von unserem OvD angezählt wurde.


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#188

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 03.03.2011 04:56
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von Mike59
Samstag war Blechnapf angesagt.


So sehr ich in meiner Erinnerung krame: Meine Erinnerung gibt da nichts her - nichtmal schwach.
Also ab ca 1981 scheint es den Blechnapf-Tag nicht mehr gegeben zu haben.

Was es zu meiner Zeit aber einmal monatlich gab - das war der Komplekte-Tag.
Auf dem Teller waren die drei (vier) berühmten Dosen: Leberwurst, Schmalzfleisch, Jagdwurst, Käse.
Das waren die Komplekte, die aus der Wälzung rausflogen - und ansich ganz gut genießbar waren. Falls es interessiert: Sehr ähnliche Dosen gibt es noch heute: Wer im Oschten wohnt und einen Kaufland in der Nähe hat - da mal gucken.
(Hehe - der Aufdruck ist da sogar ähnlich!)

Dazu gab es Atombrot. Also das aus der Büchse. Da schieden sich die Geister: Die einen fanden es essbar - die anderen als Strafe.


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#189

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 03.03.2011 08:43
von Nordpol | 71 Beiträge

Guten Morgen,

Mart, bitteschön:

zum Kreiskulturhaus geht es hier entlang



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#190

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 03.03.2011 08:44
von Nordpol | 71 Beiträge

Bei den Grenzern auch recht beliebt war das Jugendklubhaus, auch "Kreml" genannt. Zu finden hier.



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#191

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 03.03.2011 08:48
von Nordpol | 71 Beiträge

Die Gaststätte der sowj. Streitkräfte befand sich in einem Gebäude mit dem Magazin in der Gertrudstraße

Mit dem Hotel am Rathaus ist sich meine Holde auch nicht so sicher, ich versuche es mal rauszubekommen.

BTW: ich mußte das in 3 Beiträge splitten weil mich diese Forensoftware nur 1 Link pro Beitrag setzen läßt.

Zitat von Mart
[Komplektetag]



Kann ich bestätigen. Nicht zu vergessen die Marmelade aus der Tube. Was das Atombrot anbelangt, nun ja, wie Du schon schriebst: Geschmackssache. Mein Urteil dazu: Wenn das noch so halbwegs frisch war, gings eigentlich. War es zu trocken fiel es auseinander und war auch so nicht mehr zu genießen.



zuletzt bearbeitet 03.03.2011 11:32 | nach oben springen

#192

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 07.03.2011 03:04
von Mart | 734 Beiträge

Hallo Nordpol,
ich fasse die verschiedenen Beiträge mal zusammen. Ich danke für die Koordinaten.

Die sowjetische Kneipe kenne ich absolut nicht. Erst vor wenigen Jahren erfuhr ich von einem meiner Schüler (ich telefonierte in ernsterer Sache mit ihm), dass er und seine mitgekommenen U-Schüler von sowj. Offzen (?) schwer auf die Fresse bekam. Anschließend war das wohl noch weniger lustig: Erst beim OvD, später dann auch noch beim V2000. Also das lief völlig an mir vorbei.

Das von Dir erwähnte Kreiskulturhaus - das war es:
Da habe ich allerschlechteste Erinnerungen. Ich mußte da den Standortdienst geben - in meinem Kommando zwei Uschis, die grad gelernt hatten, die Kaschi richtigrum anzuhängen. Die Bude war rappelvoll. Also umfallen konnte da niemand. Und die Stimmung war da auch etwas aufgeheizt. Ich bin da mal rein - Staatsmacht kurz zeigen. Und fix wieder raus.

Das von Dir erwähnte Jugendclubhaus - war zu meiner Zeit nicht so wirklich am Start.
Gegenüber war einerseits der Fischladen. Der erstarb mangels Fisch anfangs der 80er Jahre.
Gegenüber war auch das Kino: Da war die Gattin unseres KC Hptm Häxxxx die Platzanweiserin: Eine geile Braut. Es gerüchtete, dass der Hauptmann ein waches Auge ... da gab es schon einige Gerüchte.

Komplektetag:
Du erwähntest die Tuben-Marmelade. Das war mir entfallen. Und da kommen weitere Erinnerungen:
Der Krempel war ja aus dem K-Paket. Und so fand sich auf den Tellern auch folgendes:
* Diese Mini-Schokoladentafeln mit Pittiplatsch - zartbitter.
* Hansa-Keks. Staubt auch noch im Mund. Mittelblaue Verpackung.


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#193

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 07.03.2011 08:25
von utkieker | 2.915 Beiträge

Zitat von Mart

Zitat von Mike59
Samstag war Blechnapf angesagt.


So sehr ich in meiner Erinnerung krame: Meine Erinnerung gibt da nichts her - nichtmal schwach.
Also ab ca 1981 scheint es den Blechnapf-Tag nicht mehr gegeben zu haben.

Was es zu meiner Zeit aber einmal monatlich gab - das war der Komplekte-Tag.
Auf dem Teller waren die drei (vier) berühmten Dosen: Leberwurst, Schmalzfleisch, Jagdwurst, Käse.
Das waren die Komplekte, die aus der Wälzung rausflogen - und ansich ganz gut genießbar waren. Falls es interessiert: Sehr ähnliche Dosen gibt es noch heute: Wer im Oschten wohnt und einen Kaufland in der Nähe hat - da mal gucken.
(Hehe - der Aufdruck ist da sogar ähnlich!)

Dazu gab es Atombrot. Also das aus der Büchse. Da schieden sich die Geister: Die einen fanden es essbar - die anderen als Strafe.




Komplektetag gab es ja auch am Kanten, es gab dann immer den berühmten "Grünen Bohneneintopf". Die Wurst aus Dosen war beliebt, davon gab es verschiedene Sorten: Jagdwurst, Schmalzfleisch, Rotwurst, grobe Leberwurst, feine Leberwurst und mit dieser "Blechbüchsenwurst" war auch das "Atombrot" genießbar

Gruß Hartmut


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#194

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 09.03.2011 01:21
von Mart | 734 Beiträge

Keiner will?
Dann mache ich kapitelweise mal weiter: Die Generalität (anfangs der 1980er Jahre).

Mit höheren Dienstgraden hatten wir es ja: Nach meiner Erinnerung sprangen da 13 Oberste und ungezählte OSL rum. Und ein General - nebst Gefolge.

Anfangs war das Generalmajor Rothe, ein etwas beleibter älterer Herr, der den Eindruck eines gutmütigen Großvaters machte. Es gab im Unteroffizierskorps auch keinerlei Gerüchte, dass General Rothe da ungemäßen Streß veranstaltete. Selbst die Alarmübungen erinnerten an eine ausnehmend gelasse Veranstaltung: Bereitschaftszeit war so x+2h - und zwar ohne Aufstellung eines Marschbandes nach meiner Erinnerung.
In seinem Vorzimmer saß IMHO eine uniformierte Dame. Dazu kann ich aber nichts weiter sagen: Ich war dort eher selten: Ein Mal.

Als Rothe seinen Dienstposten an Generalmajor Tanner übergab, war das ein fürchterliches Bohei: Eine Woche lang turnten da Kontrolloffiziere überall herum. Die Unteroffiziere betraf das weniger; wir bekamen das mit, weil die Truppenoffiziere in heller Aufregung waren. Die offizielle Dienstübergabe darf man sich im Ablauf vorstellen wie eine Vereidigung; lediglich waren drei Generale anwesend, von denen zwei auch noch versuchten, den Exerzierschritt nachzuahmen. Der dritte war (damals) Generalleutnant Baumgarten. Auf ihn komme ich noch.

Also ab 1983 war dann GM Tanner der Chef des Hauses. Der Herr war eher klein und wirkte drahtig. Ich weiß nicht, ob es mit ihm (oder eher mit dem NATO-Doppelbeschluß) zu tun hatte: Die Alarmübungen und die heißen Alarme (zwei erinnere ich) waren nun völlig anders: Da war nun keine Zeit mehr für einen entspannten Kaffee nach der Tröte. Da war dann richtig Schwung drin: Die Melder gingen so etwa x+8 raus, die Waffenkammern mussten (also nach wager Erinnerung) x+6 offen sein. Der erste Teil des Marschbandes musste (sehr unsicher) x+25 mit laufendem Motor abfahrtbereit auf dem Hofe stehen: Das war schon ordentlicher Stress. Die Funkstelle des Stabschefs (die ich führte) war Marschband Nr.4 - da waren vorab noch die Umschläge vom OvD zu holen. Andererseits: Mir wurde das Gepäck getragen - sonst wäre das zeitlich nicht möglich gewesen.
Oh - ich schweife ab.

Herr Baumgarten kam auch ein weiteres Mal.
Dazu ist grundsätzlich zu sagen, dass natürlich die Kaserne fein gemacht wurde: Rasen mähen, Papier auflesen. Die gern erzählten Sondermaßnahmen "Bordsteine streichen" und "Blätter vom Baum pflücken" usw. - die erlebte ich allerdings nie; das blieb alles im Rahmen.
Der Herr Baumgarten kam mit einer Mi-8.
Ihr erinnert euch? Der eine Teil des Ex-Platzes (zum Stab hin) war Beton. Der andere Teil (zum Lehrgebäude ihn) war gewalzter rötlicher Split. Wie es immer so ist: Der Pilot fand den schöneren Teil als Landeplatz ok - und der Split war anschließend überall. Nur nicht mehr auf dem Ex-Platz.

An noch einen General erinnere ich mich: Das war ein sowjetischer. Ich nehme mal an, dass das der Kommandeur der ortsansässigen 21. MSD war. Bei dem Besuch gab es kein Bohei: Der war einfach da. Und ging mit unserem General zu Tisch.
Dumm war allerdings, dass ich (UvD der damals 7.) meine Truppe grad vom Essen zur Unterkunft führte - und insoweit samt Kp. das ganz große Zeremoniell veranstalten musste: Beide Generale kamen uns entgegen.

Dienstwagen des Kdr US IV war ein dunkelblauer Lada 1600. Also das diplomatenblau, was auch heutzutage üblich ist. Es gab keinen Personenschutz irgendwelcher Art. Der Fahrer war zunächst ein Uffz (UaZ) - da wurde gemunkelt, dass da irgendwelche höheren verwandtschaftlichen Beziehungen zu diesem Dienstposten führten. Das währte allerdings nicht lange: Auf dem Raucherplatz vor dem Essensgebäude fiel ihm (so wurde erzählt) eine Schnapsflasche aus der Jacke. Dumm.
Sodann wurde ein GF (Fw, BU) der 9. (?) KP (also der Kp, die den Zug Fahrer hatte) der neue Generalsfahrer.
Ich kann nicht genau sagen, ob die Fahrer bewaffnet waren - ich möchte es fast verneinen. Der General selbst war ständiger Waffenträger.

Soweit zur diesem Thema.


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#195

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 09.03.2011 13:05
von Nordpol | 71 Beiträge

Ok, dann willl ich auch mal wieder:

@Mart: Dein Erinnerungsvermögen, alle Achtung!

GM Rothe kenne ich nur vom Erzählen, an Generalmajor Tanner kann ich mich noch recht gut entsinnen. Direkten Kontakt habe ich mit ihm 2x gehabt. Das erste Mal als U-Schüler als Wachposten am KDP2, als der Gen. Kommandeur morgens gegen halb acht dort mit seinem Lada zum Tor hereinrollte und ich ne Meldung hinlegen durfte... Das 2. Mal war dann im letzten Diensthalbjahr. Irgendwie im Herbst 1986 wurde die USVI (Stab und einige Fahrzeuge) mit U700-Funktechnik ausgerüstet und ich bekam vom Ooffz. Nachrichten (OSL Brxxxxxxx) den Befehl den Jungs dabei zu helfen. Eines Tages dann waren wir grade mit dem Aufbau der Antennen auf dem Stabsgebäude fertig und wir waren gerade wieder unten - lief uns der Kdr. über den Weg. Auf seine Frage wann die Arbeiten beendet sein werden fiel mir sinngemäß nicht besseres ein als "Na dann wenn alles fertig ist, Genosse Generalmajor..." Blick von oben nach unten, mit der schnaubenden Bemerkung "Aus ihnen wird nie ein Militär, Genosse Unteroffizier!" verschwand er im Stab...

Zu den Alarmübungen kann ich nichts weiter sagen, ich hatte mit so etwas nichts zu tun. Nur ein einziges Mal wurde für mich als "stationär"-Funker Alarm ausgelöst, das ist aber eine andere Geschichte.

Zu der Dame in seinem Vorzimmer wäre zu sagen, dass diese zu meiner Zeit so ziemlich die einzige weibliche AGT an der USVI war, zumindest was das Stammpersonal anbelangt. Zu meiner Entlassung hatte sie den Dienstgrad Oberfähnrich. War ne ganz nette. Erst später kamen noch in der VS-Stelle (Uffz.), Küche (Uffz.) und Med.-Punkt (Ltn.) welche dazu.

Deine Begegnung mit dem Chef und dem sowj. General - könnte glatt während meiner Ausbildung gewesen sein, ich meine mich daran zu erinnern.

General Baumgarten habe ich während meiner Dienstzeit einmal gesehen, weiß aber nicht mehr aus welchem Grunde er in Perleberg weilte. Nur soviel, er kam mit dem Auto. Einen Hubschrauber habe ich auch einmal landen sehen. Passagier war Generaloberst Stechbarth, wenn ich mich recht entsinne im Zusammenhang mit dem Ableben von General Tanner. Dessen Nachfolger war übrigens kein General, sondern ein Oberst namens Reinholz.



zuletzt bearbeitet 09.03.2011 13:10 | nach oben springen

#196

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 09.03.2011 19:00
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von Nordpol
Dessen Nachfolger war übrigens kein General, sondern ein Oberst namens Reinholz.


Hmmm, der Andreas hat in einem anderen Forum vor Jahren mal Generalmajor Fritsche (ex GKN) als Nachfolger von Tanner genannt.


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#197

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 09.03.2011 20:53
von Nordpol | 71 Beiträge

Guten Abend,

nee, also der Name Fritsche sagt mir absolut nichts. Kann sein, dass Oberst Reinholz nur kommissarisch eingesetzt war - ich weiß es nicht. Direkt nach dem Ableben von GM Tanner hat er jedenfalls die Amtsgeschäfte übernommen. So, habe mir soeben nochmal meine Entlassungsurkunde zur Hand genommen; unterzeichnet von: Oberst Reinholz, Kommandeur.

Schöne Grüße!



zuletzt bearbeitet 09.03.2011 20:58 | nach oben springen

#198

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 09.03.2011 23:31
von Andi (gelöscht)
avatar


zuletzt bearbeitet 10.03.2011 23:05 | nach oben springen

#199

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 10.03.2011 02:29
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von Andi
Ich glaube bis heute stehen fast alle Gebäude noch.


Diesen Glauben kann ich Dir nehmen:
Die drei U-500 sind abgerissen; lediglich ein kleiner Teil des U-500 in Richtung Lehrgebäude steht noch.
Der Stab ist abgerissen.
Das Klubgebäude ist abgerissen.
Das Essensgebäude ist abgerissen.
Die Schwimmhalle ist abgerissen.
Die MHO ist abgerissen.
Der alte Stab ist abgerissen.
Der betonierte Teil des Ex-Platzes - kein Beton mehr da.

Eine "gute" Nachricht habe ich: Das versiffte Duschgebäude steht noch.

Eine Bitte habe ich an Dich:
Egal, wie schwer der Herr Ufw Gaxxx Dir im Magen liegt: Der Mann ist keine Person der relativen Zeitgeschichte. Vermutlich hat er Familie, Enkel inzwischen. Das ist alles bald 30 Jahre her: Klarnamen verbieten sich, wenn es nicht um Personen der relativen Zeitgeschichte geht.

Danke.


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#200

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 10.03.2011 03:04
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von Nordpol
@Mart: Dein Erinnerungsvermögen, alle Achtung!


Ach - ich bin fein raus: ich schreibe nur über das, an was ich mich einigermaßen sicher erinnere.

Zitat von Nordpol
Das erste Mal als U-Schüler als Wachposten am KDP2, als der Gen. Kommandeur morgens gegen halb acht dort mit seinem Lada zum Tor hereinrollte und ich ne Meldung hinlegen durfte...


Aus mehreren Gründen kann das eigentlich nicht stimmen.

KDP-2 war unten an der alten Villa. Das war ein Personendurchgang. Es gab dort (also wenn ich recht erinnere) auch ein Tor für Fahrzeuge - aber das war nie offen. Also am KDP-2 kannst Du Tanner nicht Männchen gemacht haben.

KDL-1 war die Haupteinfahrt.
Dort waren zwei horizontal verschwenkbare Schranken, halbseits - ganz schwer, das kurz zu erklären.
Der dortige Posten hatte die Arsch-Karte: Der Stab direkt daneben. Der Wachhabende im Wachgebäude, der Leiter KDL-1 auf dem direkten Sprung. Und dann die Befehlslage: Sämtliche Fahrzeuge erstmal einzeln in die Schleuse - Papiere kontrollieren. Dann raus aus der Schleuse. Das macht viel Spass, wenn die 7. mal eben mit allem Gerödel zur Übung ausritt.

Die morgentliche Ankunft des Generals (also ich rede von Rothe) hatte -also zu meiner Zeit- eine Besonderheit:
Da war nichts zu kontrollieren, da war Augenschein zu nehmen.
Die Schleuse war extrem schnell zu öffnen. - Da man nun in etwa wusste, wann Herr Genosse General geruhte zum Dienst anzutreten, wurde das so gelöst: Zwei Posten. Der erste an der einen Schranke, der zweite an der anderen Schranke.
Zu meiner Zeit war eine Meldung an den General nicht erforderlich oder gewünscht: Der Posten hatte mit Ehrenbezeigung die Passage zu ermöglichen.
Nach meiner Zeit muss sich das System übrigens geändert haben: Ich sah nach der Wende dort Halbschrankensysteme. Diese gab es zu meiner Zeit nicht.

Der Personendurchgang des KDL-1 (in unguter Erinnerung sämtlicher U-Schüler) hatte eine weitere Sonderheit: Dort war eine Schautafel mit den gültigen Ausweisen. Da war ein Haufen an Sonderausweisen definiert - also wer da so alles ohne jede Kontrolle mit - oder ohne Begleitung in das Objekt durfte. In besonderer Erinnerung blieb mir ein Exemplar, was von einem GM Kleinjung unterschrieben war: Was ich damals schon vermutete - war richtig: Der Herr war
* MfS
* HA I (V 2000)
* nicht GM, sondern GL
* zu meiner Zeit schon nicht mehr im Dienst


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