#1021

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 11.12.2015 11:28
von lutz1961 | 404 Beiträge

Okay 1983 @damals wars hat es bestätigt; haben wir etwas was zu Perleberg passt aus dieser Zeit und ich die Bilder durch suchen kann?
Irgend etwas, was zur Vereidigung besonders aufgefallen ist!

1982. Objekt Vereidigung - ebenso, was war besonders?

1973: Übergabe der Schule habe ich auch Bilder, jemand hier der das Erlebt hat?

Danke für Eure Hilfe.

@Mart hatte dir eine eMail gesendet, bekommen?


* mit Fragezeichen/Stern gekennzeichnete Stellen sind evtl. nur Gerüchte bzw. Fehlinformationen
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1987/89 GR-1 Mühlhausen 7.Grenzkompanie
2006: Geschichte der Grenzsicherung in der DDR als Hobby
Angehöriger der Lausitzer Kameradschaft
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#1022

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 11.12.2015 11:35
von damals wars | 12.205 Beiträge

Ich hatte schon mal darüber geschrieben, die Vereidigung war nicht geprobt worden, also wußten die armen Unteroffiziersschüler gar nicht, das sie den Eid mitsprechen mussten, daher war es anfangs etwas ruhig.

Erkannt wurde ich von meiner Familie auch nicht, ich sah etwas komisch aus, so in Uniform...


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#1023

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 11.12.2015 11:51
von Hanum83 | 4.794 Beiträge

Als ich vereidigt wurde hatte ich die Dunstkiepe auf, war wohl auch nicht einheitlich geregelt weil auf dem Bild Schirmmütze?


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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#1024

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 11.12.2015 16:08
von EK87II | 109 Beiträge

Okay gebe mich geschlagen, dann war es die Ernennung auf dem Ex- Platz.


Gruß
EK87II
Johnny hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#1025

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 11.12.2015 16:09
von Johnny | 79 Beiträge

@Hanum
Ja, wie du siehst wurden wir 1984/II mit Schirmütze und Mantel vereidigt.

Ich erinnere mich gut daran, weil ich zur Vereidigung mit drei anderen US gefahren werden musste. Das kam so: Wir hatten zwar unsere Stiefel als zu klein reklamiert, wurden aber angeranzt: Das tritt sich aus! Folge war dann nach dem letzten Gepäckmarsch, dass wir offene Wunden hatten. Meinem Kumpel U.G. troff das Blut hinten raus und bei mir waren es beide kleine Zehen, die bis aufs Fleisch offen waren. Die sind heute noch "vergnubbelt" an der Stelle. Da mussten wir ärztlich verordnet die Turnschuhe tragen und durften nicht an der Parade teilnehmen.
(Gibt Schlimmeres, denn im Anschluss hatten wir als Ausbilder ja noch fünf Mal das Vergnügen, Vereidigungen durchzuführen.)
Dann, gegen 18.00Uhr, meine Freundin war gerade mit dem Zug aus Perleberg abgereist, begann heftiger Schneefall, innerhalb kürzester Zeit war alles weiß und ein Winter brach an, der so kalt wurde, dass in den folgenden Wochen statt des morgendlichen Frühsports "Morgenspaziergang" befohlen wurde, Anzugsordnung: Sportzeug mit Mantel drüber und Bärenf... auf dem Kopf.



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zuletzt bearbeitet 11.12.2015 16:10 | nach oben springen

#1026

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 11.12.2015 16:23
von General | 14 Beiträge

Ich war nur kurze Zeit in Perleberg von 1.November 1972 bis um den 4.November 1972. Man hatte uns versehentlich dort abgesetzt. Später kamen wir in die Uffz.-Schule nach Nordhausen welche auch "Egon Schultz" hieß. Dort war ich bis Ende April 1973. Unser Zugführer war Oberleutnant Beuthler, mein Gruppenfüher war Ufw. Schreiber. Wer von den Forumsmitgliedern war in der von mir genannten Zeit ebenfalls in Nordhausen. beliebte Spielwiese war die gegend Petersdorf
Gruß
General


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#1027

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 11.12.2015 19:18
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von lutz1961 im Beitrag #1021
Okay 1983 @damals wars hat es bestätigt; haben wir etwas was zu Perleberg passt aus dieser Zeit und ich die Bilder durch suchen kann?
Irgend etwas, was zur Vereidigung besonders aufgefallen ist!

1982. Objekt Vereidigung - ebenso, was war besonders?

Lutz, kannst Du bitte ausführlicher und präziser formulieren? Ich habe nicht verstanden, was überhaupt Deine Fragen sind. Bitte neu.

Zitat von lutz1961 im Beitrag #1021
@Mart hatte dir eine eMail gesendet, bekommen?

Ja.

Zitat von damals wars im Beitrag #1022
Ich hatte schon mal darüber geschrieben, die Vereidigung war nicht geprobt worden, also wußten die armen Unteroffiziersschüler gar nicht, das sie den Eid mitsprechen mussten, daher war es anfangs etwas ruhig.

Nicht geprobt? Auch nicht schlecht.
Aber das kenne ich ganz anders, ich erzähle mal.

Also zu meiner Zeit (81-84) fanden die Vereidigungen auf dem Ex-Platz statt - letztens schrieb ich noch: Alle! Wie ich vor Monaten lernen durfte, war eine der Vereidigungen aber tatsächlich außerhalb des Objekts. Da war ich definitiv nicht dabei, also das wüsste ich.

Ok, dann vereidigen wir mal. Ich beschreibe, kann aber nicht dafür garantieren, irgend etwas bei der eigentlichen Vereidigung im Ablauf durcheinander zu bringen. (Ich selbst habe fünf Vereidigungen und eine Schulübergabe erlebt.)

Das Ganze fing etwa eine Woche nach Einberufung an: Exerziertraining der Kompanie auf dem Ex-Platz. Es wurde in den Gruppen bis zum Erbrechen geübt: Liiinks-Ummm! Abteiluuuung - kehrt! Im Exerzierschritt - marsch!" Und jeder Weg zum Essen war auch Exerziertraining. Wenige Tage vor der Vereidigung wurde der Vereidigungsablauf verkürzt im Bestand der Kompanie geübt - schon auf dem richtigen Stellplatz der Kompanie und mit Vorbeimarsch an der Tribüne.

Generalprobe!
Jetzt übt die komplette U-Schule, für die Uffze und Offze geht es eher entspannt zu. Die Kompanie tritt vor dem Unterkunftsgebäude an, im Gleichschritt geht es eine halbe Runde um den Ex-Platz und aus Richtung Klubhaus/Speisegebäude auf den Ex, etwa bis zur Mitte. Jede Kompanie hat einen festgelegten Platz. Dann folgte eine längere Phase des Ausrichtens und der Herstellung der Kleiderordnung. Andere Kompanien treffen ein. Nun wird der komplette Ablauf einmal durchgespielt, allerdings mit folgenden Unterschieden: Genosse Chef und Genosse Stabschef lassen sich vertreten, auch die Musike lässt sich durch ein Tonband vertreten. Und am Mikrofon ist ein Kommentator/Einweiser: Vor jeder Aktion erklärt er, was gleich passieren wird - und warum. Mit dem Probevorbeimarsch ist die Sache dann recht zügig gegessen.

Mal Leute einladen:
Die Uschis schrieben (wie immer in der DDR - freiwillig) Einladungen an die Familie. Zu der Einladung kam ein Merkblatt, A5. Da war im Grunde nur der Weg zur Kaserne eingezeichnet, die Geheimhaltung, wissen schon. Und auf der Rückseite standen die Hotels (zwei, eventuell drei) und die Gaststätten. Nach meiner -hier schwachen- Erinnerung war die Anzahl der Besucher je Uschi limitiert, ich meine vier Besucher.

Einschub:
Meine Eltern wollten eigentlich nicht kommen, in meiner Familie hatte die Armee keinen sonderlich hohen Stellenwert. Aber ich rief nochmal an (die Kasernen-Telefonzellen wären ein Artikel für sich) und bat um Erscheinen: Ich hatte richtig große Sehnsucht, fühlte mich sehr allein. Mein Vater dreht dann kurzfristig an der Uhr: Er orderte Hotel (Stadt Berlin) und bei der Gelegenheit auch noch Tisch - ich habe nie gefragt wie er das machte.

Mal Kaserne fein machen:
Wenn Gäste kommen, wischt man die Wohnung kurz durch, so auch hier. Rasen schneiden, Straße säubern, Lehrgebäude auf Hochglanz. Aber es war nicht dieses übertriebene "Bordsteine streichen", also das hielt sich im Rahmen. Und am Vortag wurden Bereiche abgesperrt, die Besucher konnten sich nicht frei im Objekt bewegen: Es gab klar gesperrte Bereiche.

Der große Tag:
Eine gewisse Aufregung schwappt durch die Kompanie, die Uschis sind heute anders drauf. Na dann wollen wir mal langsam los: Antreten vor dem Block! Rumpel-Rumpel, alles runter und antreten. KC himself führt die Kompanie, eine halbe Runde um den Ex-Platz, auf dieser Straße stehen schon Zivilisten. Und von hinten auf den Ex, ab zum Stellplatz der Kompanie, Rührt Euch!, Offze, Uffze Austreten! Na, dann wollen wir mal die Anzugsordnung der Uschis auf Vordermann bringen. Hinter uns sind mehrere Sankra, Sanitäter stehen an der Objektstraße/Küche. Alle Uschis wissen: Im Stillgestanden mit den Zehen wackeln!

Auf der Tribüne steht der SED-Kreissekretär, der Vorsitzende des Rates des Kreises, der Bürgermeister, der sowjetische Genosse und weitere verdienstvolle Persönlichkeiten aus Stadt und Land. Auf dem Ex vor der Tribüne steht ein Mikrofon, dahinter der wortgewaltigste Hauptmann der Schule. "Uuuuunteroffiziersschule!" ... der KC hechtet zu seinem Stellplatz ... "Stiiiillstaaaannn!" Dann erzählt er leise einem dicklichen Oberst etwas, von dem nur "übergebe ... Schule" zu verstehen ist. Jetzt weiß ich nicht, ob erst Musike oder erst General, aber egal: Die Truppenfahne marschiert ein, bewacht durch einen Ehrenzug. Den stellte wohl eine Kantenlatscher-Kompanie, die hatten nochmal extra Ex-Training. Und die Musike war jetzt auch echt, naja: Halbecht: Die gesetzten Herrn aus Potsdam (in meiner Erinnerung Potsdam) trugen Plaste-Stahlhelme, die hatten es gut. Der Genosse Oberst Stabschef bewegt seinen Bauch mit Exerzierschritt Richtung Med-Punkt, das sieht lustig aus. Und er meldet dem Generalmajor die Schule zur Vereidigung.

Nachträglicher Einschub - alles genau beschreiben:
General nebst Stabschef und dahinter der laute Hauptmann schreiten nun die Front ab: Einmal zum Stabsgebäude, dann entlang der Truppen bis zum Stabsgebäude, da steht Musike und Fahne.

Gelassenen Schrittes bewegt sich Rothe (sportlichen Schritts später Tanner) zur Tribüne, schüttelt erstmal in aller Ruhe Hände ... und der erste Uschi fällt um. Selbst das war geübt - also soweit man das üben kann: Wenn man es noch merkt, dann Seitenmann anstoßen. Und wenn man selbst merkt, dass der Seitenmann kippt: Auffangen; hinlegen, selbst sofort wieder stehen! Und der Hintermann einen Schritt nach vorn. - Man muss sagen, dass die Sanis das gut im Auge hatten, es dauerte nur wenige Sekunden und die waren mit Trage da, packten den Umfaller drauf und weg.

Wo waren wir grad? Ach ja, Rothe hat zu Ende geschüttelt, nickt nun dem wortstarken Hauptmann vor der Tribüne zu. Der gibt das erlösende "Auuun gerade auss - Gähwääär ab, rührt euch!". Und alle atmen ganz tief durch, das war knapp. (Ja, gut, das Kommando kam vielleicht vor dem Generalsmarsch zur Tribüne - aber so liest sich das doch besser.) Nun reden wir mal miteinander: Als erstes redet der General über den Sozialismus ansich. Und das er beschützt werden müsse. Und warum wir hier sind. (Der spinnt, ich bin hier, weil ich so doof war zu unterschreiben. Und es ist auch langweilig, ich kenne den Text, jeder kennt den Text.) Dann redet ein Genosse. Der Kreissekretär oder der Bürgermeister. Wie stolz wir sein können, so ganz grundsätzlich. Und dann ausgerechnet bei ihm. Und wie erfolgreich der Kreis doch ... während ich noch überlege, was der Kreis eigentlich an Industrie hat: Bups, der nächste Uschi kippt um.

Jetzt ist der General dran: Er übergibt dem Hauptmann vor der Tribüne. Stillgestanden, Fahne vor, vier Uschis vor, senkt Fahne. Die vier Uschis greifen zu und halten fein fest. Der Hauptmann liest den Fahneneid satzweise vor, die Schule spricht nach. Etwas leise für 1.200 Mann, finde ich. Da werden locker 30% nur die Lippen bewegt haben - und ich will nicht wissen, wie viele die Finger dabei gekreuzt hatten. (Ja, ich auch: Ein Eid per Befehl, das mal lieber ohne mich.) Der Hauptmann schickt die Fahne ins Glied zurück.

Der General übernimmt wieder, er dankt Gott und der Welt - nein Gott kam nicht vor. Und eigentlich auch nur die halbe Welt, die aber doppelt. Egal - es ist das Ende in Sicht! Der Hauptmann darf nochmal ran: "Stillstaaaahhn! Zum Vorbeimarsch ... Linienposten zur Linie". Vier Uschis rennen wie angestochen die Objektstraße vor der Tribüne lang, einer bleibt stehen, dann der zweite. Nach der Tribüne der dritte und dann der vierte - das Ende ist wirklich in Sicht! Vorn das Fahnenkommando, danach der Ehrenzug, dann die Musike - und dann die Kompanien von 1 bis 12: Erst im Gleichschritt zum Med-Punkt, weiter im Gleichschritt zum ersten Linienposten - der KC befiehlt "Im Exerzierschritt - marsch". Am zweiten Linienposten "Augen rechts!" - die Tribüne - am dritten Linienposten "Augen gerade aus" und (wer hätte es gedacht) am letzten Linienposten das erlösende "Gleichschritt". Ufffff ... nie war Gleichschritt so wertvoll wie heute!

Direkt danach:
Nein, vergesst es! Keine Eltern, keine Freundin. Definitiv nicht! Jetzt geht es erstmal wieder auf den Kompanieflur. Wir ziehen uns fein um. Stahlhelm in den Schrankaufsatz, Stiefel in den Schrank. Der UvD ruft mal kurz "Kompanie heraustreten" ... es ist beeindruckend: Schnell geht das ja auch! Letzte Anzugskontrolle, der Spieß verwarnt die Kompanie nochmal: Nicht besaufen! Und ab die Luzi ... jetzt endlich können die Uschis auf dem Ex-Platz die Verwandten begrüßen ... also falls sie sie finden. Und man selbst sah sich ja auch nur noch entfernt ähnlich.

Aber hier gab es zwei Versionen: Man konnte seine Verwandten in der Kaserne treffen. Auf alle Fälle ging das im Schulungsgebäude, da bin ich sicher: Da war ich ab und an auf dem Flur der 1. Etage Ansprechpartner. Die Unterkunftsgebäude waren absolutes Tabu, an jedem Eingang stand so eine Art Posten. Also fast absolutes Tabu - Fremde Uniformträger ab Offizier durften rein. Und es scheint Betretungsausweise gegeben zu haben: Wenige Zivilisten durften auch rein.

Die zweite Version ist natürlich
Der Ausgang:
Es gibt ja nichts, was in einer Armee nicht geübt wird: Vor der Vereidigung gab es zwei Probeausgänge (Oder das ist vielleicht mal getauscht worden, ich bin nicht sicher.) Der erste war im Bestand des Zuges. Der zweite war im Bestand der Gruppe. So ganz richtig Ausgang war das natürlich nicht, ZF bzw. GF hatte ein Auge auf die Schäflein und erzählte auch noch, was man so alles im Ausgang beachten müsse. Na jedenfalls war das schon mal geübt.

Wir sind jetzt noch auf dem Ex-Platz, die Familien haben sich gefunden. Und raus da! Diesen Teil kennt wohl jeder, der zur Vereidigung Besuch hatte. Dieser Ausgang war allerdings nicht bis Null Uhr, der ging früher zu Ende. Ich weiß leider nicht mehr, wann das war. Am KdL-1 wurde dann da nicht so viel kontrolliert - Hauptsache, Schäflein ist wieder da. Anders sah das dann auf der Kompanie aus. Nein, es gab keinen Stress für die Uschis; eher für die Uffze: Alle an Bord. Und das komplette Meldesystem bis OvD scharf wie Lumpi: Permanent sind wir Listen durchgegangen: Wr so alles noch fehlt. Und alle zig Sekunden Stärkemeldungen an zig Stellen. Die Uschis selbst wurden völlig in Ruhe gelassen, kein Zauber mit Schrankkontrolle und Stubendurchgang. Die Stimmung war sowieso sehr gedrückt, es war sehr leise auf dem Kompanieflur.

Korrigiert:
* Falsche Formatierung
* Abschreiten der Front fehlte


Johnny hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.12.2015 21:30 | nach oben springen

#1028

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 11.12.2015 19:39
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von Johnny im Beitrag #1020
Zitat von Mart im Beitrag #1018

Ihr seid ernsthaft mit MTLB durch KdP-2? Das muss ja einen Höllenlärm gemacht haben, das war da ja so eng, dass die hätten drehen müssen?


Das war sogar Vorschrift, denn der Marderweg war Feldweg, die Quitzower Kopfsteinpflaster, am KDP bis zur Ari-Halle war auch Kopfsteinpflaster, also drohte kein Abrieb auf den Betonplatten. Der Höllenlärm hielt sich ja in Grenzen, wir nervten da unten am KDP 2 ja keinen.

Na Du bist ja lustig: Natürlich habt ihr da genervt: Direkt gegenüber (also südliche Quitower) standen Mehrfamilienhäuser, was Du da im GMaps siehst ist von vor 1989. Es war ja ein beliebter Zeitvertreib des Postens KdP-2, abend in beleuchtete Fenster zu gucken und was von "Rosis Haus" sich abzuspinnen. Und ich schlief (Du hast es vielleicht gelesen) in meiner letzten Zeit in der Alten Villa: Also sowas wäre mir schon aufgefallen. Aber da war nix: Alle drei Wochen durfte da mal ein PKW rein, das war es aber auch.

Bzgl. Ketten kann ich mich an folgendes erinnern: Bei Alarm fuhren auch die T-54 auf den Ex-Platz. Und die gingen im Marschband auch über KdL-1 raus ... mit schönen Grüßen an die Betonstraße. Mit Gummipolstern hatten wir es ja nicht so.

Ich habe einen Hinweis an Dich:
Ich dachte immer, dass die U-Schule recht statisch gewesen sei und meine Erlebnisse im Grunde für eine noch längere Zeit stehen. In diesem Forum lernte ich, dass dem nicht so ist: Der Laden war sehr dynamisch. Was ich erlebte, muss zu Deiner Zeit nicht so gewesen sein. Und umgekehrt. Und so weiter.

In diesem Zusammenhang kannst DU einige Dinge aufhellen, wir übergaben ja praktisch den Staffelstab, Unterfeld an Uschi:
* Auf Uschi-Stube: Waren da Aschenbecher?
* Auf Uschi-Stube: Hatten die BU-Uschis schon BU-Bettwäsche?
* Wo hast Du als GF Deine Stube gehabt?


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#1029

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 11.12.2015 20:22
von Johnny | 79 Beiträge

Sorry fürs Nerven mit dem MTLB! Kommt nicht wieder vor. Versprochen....

Also Aschenbecher gab es definitiv nicht auf den Stuben der US. Zum Rauchen wurde sich beim UvD abgemeldet. Raucherplatz war unten neben dem Duschhaus.
Es gab nur normale Bettwäsche, Karo blau-weiß.
Wir wohnten dann als GF im Wohnheim Thomas Müntzer Straße. Das war schon klasse für nen UaZ....
Hab ja ne Menge Zeug von damals aufgehoben. Den Heimausweis auch...



zuletzt bearbeitet 11.12.2015 20:23 | nach oben springen

#1030

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 11.12.2015 21:20
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von Johnny im Beitrag #1029
Sorry fürs Nerven mit dem MTLB! Kommt nicht wieder vor. Versprochen....

Mangels MTLB und Mangels KdP-2 kannst Du das ja auch nicht mehr. ;-)

Zitat von Johnny im Beitrag #1029
Also Aschenbecher gab es definitiv nicht auf den Stuben der US. ... Es gab nur normale Bettwäsche, Karo blau-weiß.

Als E ging ich die Sache ja recht entspannt an: Als der Sommerlehrgang 1984 abgerückt war, beteiligte ich mich nicht mehr so wirklich am "Zwischenlehrgang", also die Vorbereitung auf Deine Einberufung. Ich war halt noch da und guckte auch mal, mit was die anderen Uffze so gestraft waren. Und das waren zwei Dinge: Das erste waren Aschenbecher auf den Uschi-Zimmern. Das müsse nun so sein, Erhaltung der Wehrfähigkeit. Und ich als Raucher dachte mir: Jetzt sind sie völlig abgedreht, das funktioniert nie.

Die zweite Sache war: Man konnte sich als Einberufender ja nichts aussuchen, jedenfalls bei Funkers nicht: Der Name klebte am Spind sowie am Bett. Und dieses war frisch bezogen. Das war so, das mal aus Voraussetzung.

Einschub BU-Betten: Einem BU-Innenschläfer stand ein Daunenkopfkissen und eine Daunenbettdecke zu. Ja, gut, kann man verstehen: Wer 10 Jahre dient und Innenschläfer ist, der muss nun nicht unbedingt mit Pferdedecke schlafen. Ja, das gab es: Um 1982 schliefen noch so einige BU in den 5. Etagen, kaserniert. - Einem Uffz stand das formal nicht zu. Als ich Uffz wurde (damals schliefen wir Uffze in den 4-Mann-Zimmern auf der Kompanie) bekam ich aber wie alle Uffze Daunenkopfkissen und Daunendecke. Klar war die blau-weiß kariert bezogen.

Als ich dann ging und die anderen Uffze den nächsten Lehrgang vorbereiteten, kam BU-Bettzeug auf der Kompanie an. Und so wurden die Betten auch bezogen: Die BU-Uschis sollten vom ersten Tage an in BU-Bettzeug schlafen. Ich fand das nun keine gute Idee: Klassenbildung im 12-Mann-Zimmer. Andererseits fand ich auch keine gute Idee, mir darüber den Kopf zu zerbrechen: Nur noch drei Tage!

Was ich nicht mehr weiß: Sind in Deinem Lehrgang die BU-Uschis gleich mit BU-Kammgarn-Uniform rumgekaufen?

Zitat von Johnny im Beitrag #1029
Wir wohnten dann als GF im Wohnheim Thomas Müntzer Straße. Das war schon klasse für nen UaZ....

Nun sag' mal noch einer was gegen den Sozialismus und gegen das sozialistische Wohnungsbauprogramm ... wow!

Die Diensthalbjahre bis Vize schlief ich auf der Kompanie, @Selle kennt das überhaupt nicht anders, er ging ein halbes Jahr vor mir. Und im letzten Halbjahr logierte ich in der Alten Villa - selbst das war schon ein Traum.

Als ich ging war es vorbei mit der Alten Villa:
Die UaZ zogen wieder in die U-500 zurück. Jetzt wäre @Nordpol spannend, der ist eine Einstellung vor Dir und hat diesen Teil miterlebt. - In die Alte Villa zog dann der Mädels-Zug. Da wurde so eine Art Pförtnerloge eingebaut, die ich vor wenigen Jahren erstmals sah.

Moment, warte: Eine aus dem Mädels-Zug hatte sich mal per PN bei mir gemeldet. In diesem Forum. - Ehe ich jetzt suche: Mädel, bist DU noch da, liest Du noch mit?


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#1031

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 11.12.2015 21:28
von Mart | 735 Beiträge

Fehler - bitte löschen


zuletzt bearbeitet 11.12.2015 21:29 | nach oben springen

#1032

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 11.12.2015 22:07
von Johnny | 79 Beiträge

@Mart
BU-US hatten gleich von Anfang an die ordentlichen Uniformen.
Ein Sonderfall, wenn ich mich recht erinnere, bekamen die Enten erst nach der Vereidigung ihre Marine-Uniformen.
Hier gibt's doch Leute aus dem 4.Zug- Frage: Stimmt meine Erinnerung?



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#1033

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 11.12.2015 22:29
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von Johnny im Beitrag #1032
@Mart
BU-US hatten gleich von Anfang an die ordentlichen Uniformen.

Und auch schon die Daunenkissen und -decken?

Hattest Du gleichzeitig BU und UaZ in Deiner Gruppe?

Ich hatte - und die sind alle einheitlich in Soldatenfilz durch die Landschaft geturnt. Man konnte nicht sehen, wer wer war. Der einzige Unterschied war der zweite Winkel auf der Jacke der Ausgangsuniform.

Als ich da 1981 antrat, war das übrigens noch anders:
Wir sind als Soldaten einberufen worden. Und wir blieben das auch bis zur Vereidigung, erst mit der Vereidigung wurden wir Unteroffiziersschüler, erst dann kam das dünne grüne Band an die Schulterstücken. Handgemacht, natürlich.

Etwas später, zu meiner Zeit, wurde das dann geändert: Die Neuen wurden gleich als Unteroffiziersschüler einberufen, vom ersten Tage an mit dem grünen Bändchen am Schulterstück.


zuletzt bearbeitet 11.12.2015 22:29 | nach oben springen

#1034

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 11.12.2015 23:11
von Johnny | 79 Beiträge

Das Bettzeug war nach meiner Erinnerung für alle US gleich.
Ich selbst hatte keinen BU in meiner Gruppe. Aber meine BU- Kollegen. Warum das so war, hab ich nie hinterfragt.
Doppelte Winkel gab es bei uns nicht mehr. Und, wie du schon richtig geschrieben hast, alle US trugen von Anfang an die selbst auf die Schulterstücke aufzuziehende grüne Stoffschlaufe.



zuletzt bearbeitet 11.12.2015 23:36 | nach oben springen

#1035

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 12.12.2015 01:07
von vs1400 | 2.397 Beiträge

Zitat von Johnny im Beitrag #1034
Das Bettzeug war nach meiner Erinnerung für alle US gleich.
Ich selbst hatte keinen BU in meiner Gruppe. Aber meine BU- Kollegen. Warum das so war, hab ich nie hinterfragt.
Doppelte Winkel gab es bei uns nicht mehr. Und, wie du schon richtig geschrieben hast, alle US trugen von Anfang an die selbst auf die Schulterstücke aufzuziehende grüne Stoffschlaufe.


... bis zur vereidigung,
danach wurde de gefreiten- balken 'draufgebabt' und man wurde somit einem postenführer, im grenzdienst, gleichgestellt.
interne gruppenführer, der gruppe eines zuges, erhielten noch nen roten stoffbalken.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#1036

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 12.12.2015 08:39
von Johnny | 79 Beiträge

@vs1400
Wieder muss ich sagen: bei uns gab es keine Gefreitenbalken mehr für US.
Alle US, die während meiner Zeit als Ausbilder in Perleberg die u-Schule durchliefen trugen bis zur Ernennung grüne Schlaufen um die Schulterstücke. Die roten Zusatzbalken waren auch nicht mehr gebräuchlich.

Wie @Mart schon schrieb: das war alles in ständigem Wandel.
Ich kenne die roten zusätzlichen Balken als ich noch U-Schüler war, als Ausbilder dann nicht mehr...



zuletzt bearbeitet 12.12.2015 13:15 | nach oben springen

#1037

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 12.12.2015 11:51
von Gelöschtes Mitglied
avatar

@Johnny, andere Zeiten, alle Waffengattungen. Für U-Schüler gab es den zweiten textilen Balken in Rot (vereinzelt) und kennzeichnete den
Stellvertreter des GF.
Micha


Johnny und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#1038

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 12.12.2015 13:21
von Johnny | 79 Beiträge

Stimmt, Micha...

und nun: Na, wer erinnert sich an diese Karten?
Hab meine "Sammlung" damals behalten können...

Übrigens gab es als PSA (rosa) 1987/I bei uns schon die "Hamsterbacke"-
die war viel besser als der alte "Schnuffi", vor allem beim Hantieren am Geschütz...|addpics|319-g-9262.jpg|/addpics|



vs1400 und Schlutup haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.12.2015 13:22 | nach oben springen

#1039

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 12.12.2015 19:09
von Andre311 | 21 Beiträge

Meine Vereidigung 1988 fand auf nen Sportplatz in Perleberg statt,zumindest sind das meine Erinnerungen.

Mal noch ne Annekdote von der US.
Hatte mal Wache, erst am Kdl 2,in der Nacht dann im Munilager und gerade da gabs so eine Geschichte,wo ich nicht weiss ob sie stimmt oder jemand uns scharf machen wollte.Im Munilager,sollen sich 1987 zwei Uschis gegenseitig mit der Kaschi umgemæht haben,der eine sass in der Baracke und hatte Bereitschaft und spielte wohl mit der Waffe rum,ein anderer kam von draussen vorbei,sah das nahm die Waffe runter und hielt ein Magazin Dauerfeuer in die Baracke,jedenfalls haben sie sich angeblich ein kleines Feuergefecht geliefert, einer von den beiden ist dann erst im Krankenhaus gestorben, so die Geschichte davon.
Nun ja ich Nachts das erste mal im Munilager auf Wache,Streife laufen,zwei Stunden,doch vorsicht wurde mir gesagt,die haben da Hunde an der Laufleine,na schøn und wo,konnte die Viecher ja nicht sehen,na ja und keiner wusste wo die Viecher laufen,mein Postenweg beschrænkte sich dann in diesen zwei Stunden auf 100m Zaun,hin und zurueck,da weisste wie lang zwei Stunden werden kønnen.



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#1040

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 12.12.2015 23:22
von Johnny | 79 Beiträge

Einen schweren Zwischenfall mit Todesfolge gab es tatsächlich 1987 im Bereich der Wache Munitionslager.
War schrecklich.



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