#681

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 05.01.2015 22:56
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von selle im Beitrag #680
[quote=Mart|p430952]
ich seh` das Ganze sogar bildlich vor mir und kann mir das Lachen tatsächlich nicht verkneifen!


Ohne Zigarette natürlich. Ansonsten passt das mit Deinem Auge: Heh, letzte Schicht, niemand da. Aber meine Meldung war stramm und akkurat. Lediglich der an der Uhr baumelnde Anschnitt ... da wäre ich nie drauf gekommen: 140 Tage lang hat das niemanden geschert, ausgerechnet da ...

Apropos Anschnitt: Die Nummer ist mir auch mal beim OvD passiert: Heißer Alarm, da hatte ich die R-118, die die stationäre "Wechselrahmen" doublierte. Marschband No.4 oder so. Da war die Zeit so kurz, dass meine beiden Uschis mein Gepäck zur R118 auf dem Ex-Platz trugen und ich im Laufschritt zum OvD, versiegelte Umschläge holen. Der OvD guckte bei meiner Meldung auch so komisch auf meine Uhr. Nur habe ich mir damals nichts dabei gedacht.

Zitat von selle im Beitrag #680
[quote=Mart|p430952]
Kannst du dich noch erinnern, dass auch ich keine Beförderung zum Fw mehr bekam?


Nicht wirklich. Vielleicht hast Du es erzählt. Sichtbar war das ja in keinem Fall: Die Beförderung galt ab dem E-Tag, da war man aber schon zivil.

Zitat von selle im Beitrag #680
[quote=Mart|p430952]
Grund war irgendeiner meiner letzten Uschis, aber ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Der Ledxxx geistert da in meinem Kopf rum - bin mir aber nicht sicher.


Was war da konkret passiert?
Irgendwas mit Leder, im Namen? War das nicht der, der für Deine Gruppe immer nach oben zur anderen Feldpostnummer lief?


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#682

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 06.01.2015 12:34
von selle | 51 Beiträge

Natürlich ohne Zigarette? SO natürlich war das damals aber nicht *grins*

Erzählt hatte ich das bestimmt - so gesprächig wie ich war *wiedergrins* ... aber was damals passiert ist, weiß ich wirklich nicht mehr. Wenn du es auch nicht mehr weißt, dann ist dieses Wissen wohl für immer verloren - ich kann mich ja nicht einmal mehr erinnern, das die andere Feldpostnummer oben war, geschweige denn, wer da hingelaufen ist *zumletztenmalgrins*!


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#683

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 11.01.2015 12:50
von rufteddy14 | 71 Beiträge

Zitat von Gast im Beitrag #20
hai
Ich hatte 1973 das Vergnügen die gesamte Pioniertechnik einschl. Sprengstoff des UAR 5 Potsdam nach Perleberg zu überführen. War damals Schirrmeister im UAR und hatte das Glück nicht nach Perleberg versetzt zu werden. Ich hatte mich mit allen Mitteln dagegen gesträubt. Eine Eingabe nach der anderen hatte ich geschrieben bis der Erfolg da war. Meine Frau war damals noch im Zentralen Staatsarchiv Potsdam (Ministerium des Inneren)tätig. Scheinbar war es das, was mit zur Entscheidung beigetragen hatte.

Hallo
ich war auch ab Mai 1973 in Perleberg. zur Ausbildung.
Grüße von Bruno


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#684

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 19.04.2015 14:55
von helga | 2 Beiträge

Zitat von Gast im Beitrag #141
na dann sag ich auch mal "Hallo" in diesem Forum und da auch bei mir mit Perleberg alles anfing... beginne ich hier [zwinker] .
Ich war von 5/88 bis 9/88 als Uschi in Pbrg. und dann noch mal von Oktober bis Ende Januar 89 auf BU Meisterlehrgang. Zu dieser Zeit lief schon alles irgendwie verkürzt ab. Sebst meine Facharbeiterausbildung zuvor, betrug nicht wie gewöhnlich 2 Jahre sondern ein viertel Jahr weniger. Warscheinlich ahnten damals doch schon einige was wenige Monate später in diesem Land passieren würde. Leider gibt es nur noch wenige Erinnerungen an Perleberg, denn wie Mart schon sagte, entweder erinnert man sich hauptsächlich an angenehme Dinge oder an die üblen Sachen. Da ich selber Musiker bin, sind mir die gesellschaftlichen Ereignisse im "Haus der GT" ganz gut im Gedächtnis geblieben, u.a. ein Auftritt von "Petra Zieger und Band" (wow, fand ich die mal scharf *grins*). Auch der lange Heimgang nach dem Discobesuch immer entlang dem Zaun an der Karl Liebknecht Straße, an welchem sich entweder die Kameraden entlang hangelten denen das Perleberger Bier nicht so gut bekommen war oder an dem sich ab und an mal, der ein odere noch schnell in gebührender Form von seinem One Night Stand verabschiedete [kicher] . Negativ bleiben mir nur zwei Dinge in Erinnerung, der fast 100jährige OSL??? der uns am liebsten Samstags über den Exersziersplatz marschieren ließ, als ob der Kaiser persönlich seinen Besuch verkündet hätte und die Strafrunden auf dem Sportplatz, wenn man bei den 5000er ne Null Nummer geliefert hat. Passierte dann immer nach Dienstschluss, während die Kameraden schon in den wohlverdienten Ausgang durften. Aber ein Ereigniss toppte am Ende alles und so behielt ich Perleberg in guter Erinnerung. Am Ende meiner Ausbildung wurde ich entgegen aller Vorhersagen als waschechter Berliner doch nach Berlin an den Kanten versetzt und zu allem Glück sogar in meinem Heimatort Treptow.

Ich landete in der 3.Kompanie im GR33.


moin moin
ich war auch von 5 bis 9 88 in perleberg und auch zum meisterlehrgang 88 -89
konzert von petra z. hab ich auch gesehen. man war ihre hose eng. wer bist du?



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#685

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 02.05.2015 22:33
von Fritze | 3.474 Beiträge

Hatte gerade ein Telefongespräch mit einem "ehemaligen " Perleberger . Arbeitet und lebt seit Jahren in Bayern .
Den Job hat er unter 4 Bewerbern bekommen ,weil der Firmenchef eine Affinität zu der Prignitzstadt hat , und er in seinen Bewerbungsunterlagen seinen halbjährlichen Lehrgang in Pbg. erwähnte .

Am meisten haben wir uns über unseren GWA Lehrer unterhalten .Selbiger hatte den Spezi paar Mal beim Einnicken erwischt und stehen lassen .
Der Major war schon n echter Durchreisser ! Preussisch und russisch zugleich .

Nun will er im Sommer auf dem Weg nach Schweden eine Abstecher nach Perleberg machen und ein wenig in Erinnerungen schwelgen .
Hoffentlich bekommt er keinen Schreck ,obwohl ich schon was andeutete .

MfG Fritze


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#686

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 15.06.2015 22:29
von Fritze | 3.474 Beiträge

mal ne frage an die Insider !

Gab es zum Frühstück eigentlich Weißbrot in der Woche ? Sonntags waren es ja wohl Brötchen ! Oder gar anders herum ?

An die Milchsuppe kann ich mich noch erinnern ,aber nicht an die Brotsorte zum Frühstück .

MfG Fritze


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#687

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 15.06.2015 22:46
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #686
Gab es zum Frühstück eigentlich Weißbrot in der Woche ? Sonntags waren es ja wohl Brötchen ! Oder gar anders herum ?


Es war genau andersherum. Wochentags gab es drei Brötchen. Sonntags gab es Weißbrot und wohl drei ganz kleine Kuchenstücken.

Was ich nicht mehr weiß: Es kann sein, dass es auch Sonnabend (oder Montag) Weißbrot gab.


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#688

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 15.06.2015 23:01
von Fritze | 3.474 Beiträge

Was man alles vergisst !?!
na klar Sonntag Weissbrot ,weil ja kein Bäcker arbeitete .

Weisst Du noch ob es gekochte Eier oder Rühereier gab ? In der GK gabs Sonntags immer ,und manchmal in der Woche zusätzlich Eier .

MfG Fritze


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#689

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 15.06.2015 23:20
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #688
Weisst Du noch ob es gekochte Eier oder Rühereier gab ?


Leider nicht so wirklich. Man merkt sich ja, was sich wiederholt. Und so gesehen hatte ich auch nur das halbe Jahr als Uschi. Und dann immer als UvD stehend im US-Speisesaal.

Hmm, was ist noch in meinem Gedächtnis? Einiges ist Wiederholung, schrieb ich schon mal.

Theoretische Essenszeit war früh, mittags und abends je 20 Minuten. Von denen gingen aber fünf Minuten ab: Einmarsch, Essenausgabe, "Fertigwerden!". Und das war noch die Idealversion. Denn das war für den UvD kaum einzuhalten: Die Kampanie kam zu spät von Ausbildung oder strödelte beim Heraustreten oder beim Antreten auf dem Ex-Platz. Als UvD war man da zwischen Baum und Borke, denn andererseits waren Essenszeiten heilig, da konnte schon ein ordentlicher Anschiss abfallen.

Obwohl das der erweitere Verpflegungssatz GT war, war das Essen eher spärlich:

Früh drei Brötchen, knapp bemessen Butter, Löffel Marmelade aus dem Pappeimer, drei Scheiben Wurst und manchmal Schmierkäse. Übrigens kann ich mich nicht an Puddingsuppe erinnern.

Mittags ist klar. Dazu gab es ab und an einen Apfel oder eine Nachspeise.

Abends Graubrot, knapp bemessen Butter, drei Scheiben Wurst usw. Ab und an noch grünen Salat.

Ich erzählte es schon: Wenn man als UaZ an der U-Schule verblieb, änderte sich das: Da aß man im Speisesaal der BU. Es standen einem nur die normale Truppenverpflegung zu, also das was die Uschis auch bekamen. Und da standen tatsächlich drei solche Teller, direkt neben der Abwäsche. Und daher schmeckte das alles nach Fit.

Man konnte aber inoffiziell am Wahlessen der BU teilnehmen: Früh und abends Büffet, Mittags drei Wahlessen, dazu wählbare Nachspeise. Das war für DDR-Verhältnisse schon eine ganz andere Liga. An der Kasse gab man seine Essensmarke ab, den Mehrpreis muste man bar zahlen.


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#690

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 15.06.2015 23:34
von Fritze | 3.474 Beiträge

Zeit zum Essen war da nicht wirklich ! Wenn man als letzter Zug eingerückt war ,schnell alle Brote gemacht ,dann konnte man sie auf dem Rückweg oder auf Kompanie essen . Das Esstempo was ich mir in Perleberg angewöhnt hatte , bricht zeitweise noch durch .

Habe noch die gewellten grauen Leberkäsescheiben vorm Auge ! Dann in der GK kamen wir uns manchmal wie Prinzen vor ,was es dort für Leckereien in ausreichender Menge gab .

MfG Fritze


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#691

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 15.06.2015 23:41
von RudiEK89 | 1.949 Beiträge

Da gebe ich dir Recht @Fritze ,
der Koch hat uns nach der Spätschicht noch Hamburger Schnitzel gemacht.

Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#692

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 16.06.2015 00:07
von vs1400 | 2.364 Beiträge

Zitat von Mart im Beitrag #689


Leider nicht so wirklich. Man merkt sich ja, was sich wiederholt. Und so gesehen hatte ich auch nur das halbe Jahr als Uschi. Und dann immer als UvD stehend im US-Speisesaal.

Hmm, was ist noch in meinem Gedächtnis? Einiges ist Wiederholung, schrieb ich schon mal.

Theoretische Essenszeit war früh, mittags und abends je 20 Minuten. Von denen gingen aber fünf Minuten ab: Einmarsch, Essenausgabe, "Fertigwerden!". Und das war noch die Idealversion. Denn das war für den UvD kaum einzuhalten: Die Kompanie kam zu spät von Ausbildung oder trödelte beim Heraustreten oder beim Antreten auf dem Ex-Platz. Als UvD war man da zwischen Baum und Borke, denn andererseits waren Essenszeiten heilig, da konnte schon ein ordentlicher Anschiss abfallen.

Obwohl das der erweitere Verpflegungssatz GT war, war das Essen eher spärlich:

Früh drei Brötchen, knapp bemessen Butter, Löffel Marmelade aus dem Pappeimer, drei Scheiben Wurst und manchmal Schmierkäse. Übrigens kann ich mich nicht an Puddingsuppe erinnern.

Mittags ist klar. Dazu gab es ab und an einen Apfel oder eine Nachspeise.

Abends Graubrot, knapp bemessen Butter, drei Scheiben Wurst usw. Ab und an noch grünen Salat.

Ich erzählte es schon: Wenn man als UaZ an der U-Schule verblieb, änderte sich das: Da aß man im Speisesaal der BU. Es standen einem nur die normale Truppenverpflegung zu, also das was die Uschis auch bekamen. Und da standen tatsächlich drei solche Teller, direkt neben der Abwäsche. Und daher schmeckte das alles nach Fit.

Man konnte aber inoffiziell am Wahlessen der BU teilnehmen: Früh und abends Büffet, Mittags drei Wahlessen, dazu wählbare Nachspeise. Das war für DDR-Verhältnisse schon eine ganz andere Liga. An der Kasse gab man seine Essensmarke ab, den Mehrpreis muste man bar zahlen.



hallo Mart,
hat man dann, als uvd, auch mitbekommen was die jeweiligen verantwortlichen des essen-zuges so trieben?
gab es diesbezüglich eventuell diskussionen?

zu spät kam ein essens-zug doch in der masse, weil jeweiligen ausbilder und begleiter etwas missfiel. oft waren es absolute kleinigkeiten, nen marschlied nicht mit genügend lautstärke gesungen, dann gab es noch ne runde. beim einrücke

n nicht die reienfolge beachtet und alles zurück ins glied.

bei verschiebungen, durch ausbildung, gab es keinerlei probleme und extrarunden.

mein absolutes highlight, ne massregelung des essensverantwortlichen des zuges.
jener wollte, dass ich mein brötchen mit messer und gabel esse.
mein frühstück durfte ich dann im stehen zu mir nehmen, abzüglich der diskussionszeit.

ist jedoch alles geschichte, Mart,
dass beste essen bekam ich nach ner freiwilligen blutspende.
es war nen schnitzel mit letscho, welches auch, indirekt, als werbeträger fungierte.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#693

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 16.06.2015 00:35
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #692
Zitat von Mart im Beitrag #689

Leider nicht so wirklich. Man merkt sich ja, was sich wiederholt. Und so gesehen hatte ich auch nur das halbe Jahr als Uschi. Und dann immer als UvD stehend im US-Speisesaal.

hallo Mart,
hat man dann, als uvd, auch mitbekommen was die jeweiligen verantwortlichen des essen-zuges so trieben?
gab es diesbezüglich eventuell diskussionen?


Kannst Du mir bitte sagen, was Du mit "Essenszug" meinst? Es gab eine Zeit, dass von jeder Gruppe einer einige Minuten vorher zum Speisegebäude musste und da für seine Gruppe eindecken. Und die mussten dann auch den Tisch abwischen. Meinst Du die? Nein, was die trieben, bekamst Du nicht mit, Du hattest ja genug mit Deiner Kompanie zu tun.

Ich bin mir übrigens fast sicher, dass es diese Erfindung nicht ständig gab. Das ging ganz gut auch ohne diese Truppe.

Zitat von vs1400 im Beitrag #692
zu spät kam ein essens-zug doch in der masse, weil jeweiligen ausbilder und begleiter etwas missfiel. oft waren es absolute kleinigkeiten, nen marschlied nicht mit genügend lautstärke gesungen, dann gab es noch ne runde. beim einrücken nicht die reienfolge beachtet und alles zurück ins glied.


Kenne ich, ich war ja selbst Uschi. Und was habe ich gebrochen. Aber wir machen mal Perspektivwechsel, Du warst dann ja auch Uffz, nur woanders.

Ich will die Schleifer überhaupt nicht in Schutz nehmen, ich will lediglich die Zwänge erklären.

Du hattest schon Probleme, Deine Kompanie pünktlich überhaupt auf die Straße zu bekommen. Und natürlich sollte der Weg zum Speisegebäude einigermaßen militärisch zurückgelegt werden. Das Ganze war unter der faktischen Aufsicht von Heerscharen von Offizieren, gern Stabsoffizieren. Und das bedeutete, dass Du als UvD schon aus Selbstschutz es Dir nicht leisten konntest, da Gammelei durchgehen zu lassen.

Wenn Du die Runde am Stabsgebäude machtest, konnte Dir passieren, dass da ein Fenster aufging und der Stabschef Dich als UvD vor Deiner Kompanie zusammenfaltete. Und auf der Runde entlang des Lehrgebäudes fast noch eher: Da sprangen ja Unmengen an Lehroffizieren (Majore, OSL) rum.

Und die Tendenz zur Gammelei gab es: Besonders in den ersten 2,5 Monaten waren Teile der Ausbildung extrem hart, da wollte jeder irgendwie ausbrechen.

Und es gab richtigen Schwachsinn: Da sollte (befohlen vom KC) gleichzeitig Marschtraining gemacht werden, also 50 Meter Exerzierschritt. Und noch größerer Blödsinn war das irgendwie von der Roten Armee übernommene "Ein Lied!" was angeblich die Kampfmoral steigerte ... das ich nicht lache.

Ich will übrigens auch gar nicht bestreiten, dass der UvD ab und an auch Rache an der Kompanie nahm. Meist, wenn die ihn vorher ärgerte - oder der das auch nur glaubte. Da kam es aber schwer darauf an, welcher Uffz den UvD gab. Ob der beispielsweise selbst noch ein unerfahrender Spitz war. Oder ein junger BU mit Tagedrücken. Ich selbst habe mich recht schnell von dem Gedanken verabschiedet, dass es was bringen könnte, die Kompanie über die Maßen zu schikanieren.

Und wenn Du die ganze Fuhre dann endlich nach dem Essen und Rauchen zurück auf der Kompanie hattest, stand da entweder der KC und maulte Dich voll, dass das eine Hammelherde sei. Oder er maulte rum, dass Du ein Ex gemacht habest. Wenn Du es gemacht hattest, konnte Dir passieren, dass der Fachrichtungs-Polit da stand und rummaulte, dass Du die Essenszeit nicht eingehalten hattest.

Ja, ist Geschichte. Sollte man aber nicht vergessen. Denn die Essenseinnahme war schon fragwürdig, gerade vor dem Hintergrund, dass da ja behauptet wurde, dass wir eine sozialistische Armee seinen.


Fritze und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.06.2015 00:36 | nach oben springen

#694

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 16.06.2015 01:48
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Eigentlich schade, das ich das ich dies Thema erst heute gefunden habe. Es wurde der Begriff Grenzkommando Ost verwendet. Na schlimmer geht es
nicht. Es gab neben den GKN, GKM und GKS, also Grenzkommandos Nord, Mitte und Süd, Die GAK VRP und GAK CSSR.
Grenzabschnittskommandos.
Micha


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#695

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 16.06.2015 01:55
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von G.Michael im Beitrag #694
Eigentlich schade, das ich das ich dies Thema erst heute gefunden habe. Es wurde der Begriff Grenzkommando Ost verwendet. Na schlimmer geht es nicht.


Was meinst Du mit "schlimmer geht es nicht"? Meinst Du damit die Zeit? Oder meinst Du zu wissen, dass es kein Grenzkommando Ost gab? Nicht alles, was Du nicht weißt gab es nicht, ich erzähle es Dir.

Am 13. Dezember 1981 wurde das Grenzkommando Ost aufgestellt, Stab Perleberg. Es existierte einige Tage. Das war übrigens der Tag, an dem in Polen das Kriegsrecht ausgerufen wurde. Ja, das war gar nicht lustig in Perleberg.

Ich war live dabei. Und nicht nur ich, so einige hier im Forum.


lutz1961 und Fritze haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#696

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 16.06.2015 02:23
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Mart im Beitrag #695
Zitat von G.Michael im Beitrag #694
Eigentlich schade, das ich das ich dies Thema erst heute gefunden habe. Es wurde der Begriff Grenzkommando Ost verwendet. Na schlimmer geht es nicht.


Was meinst Du mit "schlimmer geht es nicht"? Meinst Du damit die Zeit? Oder meinst Du zu wissen, dass es kein Grenzkommando Ost gab? Nicht alles, was Du nicht weißt gab es nicht, ich erzähle es Dir.

Am 13. Dezember 1981 wurde das Grenzkommando Ost aufgestellt, Stab Perleberg. Es existierte einige Tage. Das war übrigens der Tag, an dem in Polen das Kriegsrecht ausgerufen wurde. Ja, das war gar nicht lustig in Perleberg.

Ich war live dabei. Und nicht nur ich, so einige hier im Forum.



Ach so, das GKO gab es ein paar Tage, das macht natürlich Sinn.
Eure Nachbarn, das GAR 5/ Glöwen verlegte fast komplett an die polnische Grenze und blieb fast 4 Monate. Das war nicht nur nicht lustig.
Selbst die Zivilangestellten hatten umgestellt auf 3 Schichten, also das GAR war , wie sagt man "Immer Bereit"
Na gut, lassen wir die Heldengeschichten
Micha


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#697

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 16.06.2015 03:00
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von G.Michael im Beitrag #696

Ach so, das GKO gab es ein paar Tage, das macht natürlich Sinn.


Eine knappe Woche. Irgendwo habe ich das schon mal umfangreich beschrieben, ich weiß allerdings nicht ob in diesem Forum. Möglich wäre es.

Zitat von G.Michael im Beitrag #696

Na gut, lassen wir die Heldengeschichten


Heldengeschichten? Das war schon ziemlich gruselig.

Wir Uschis konnten das ja mangels Erfahrung sowieso nicht wirklich zuordnen. Die meisten Offiziere waren sehr nachdenklich und leise. Allerdings habe ich auch einige wenige erlebt, die wohl gern mal in einen Krieg gezogen wären: Da fielen auch Sätze, die mich bis heute erschüttern.


Fritze und damals wars haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.06.2015 03:00 | nach oben springen

#698

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 17.06.2015 01:08
von vs1400 | 2.364 Beiträge

Zitat von Mart im Beitrag #693


Kenne ich, ich war ja selbst Uschi. Und was habe ich gebrochen. Aber wir machen mal Perspektivwechsel, Du warst dann ja auch Uffz, nur woanders.

Ich will die Schleifer überhaupt nicht in Schutz nehmen, ich will lediglich die Zwänge erklären.

Du hattest schon Probleme, Deine Kompanie pünktlich überhaupt auf die Straße zu bekommen. Und natürlich sollte der Weg zum Speisegebäude einigermaßen militärisch zurückgelegt werden. Das Ganze war unter der faktischen Aufsicht von Heerscharen von Offizieren, gern Stabsoffizieren. Und das bedeutete, dass Du als UvD schon aus Selbstschutz es Dir nicht leisten konntest, da Gammelei durchgehen zu lassen.

Wenn Du die Runde am Stabsgebäude machtest, konnte Dir passieren, dass da ein Fenster aufging und der Stabschef Dich als UvD vor Deiner Kompanie zusammenfaltete. Und auf der Runde entlang des Lehrgebäudes fast noch eher: Da sprangen ja Unmengen an Lehroffizieren (Majore, OSL) rum.

Und die Tendenz zur Gammelei gab es: Besonders in den ersten 2,5 Monaten waren Teile der Ausbildung extrem hart, da wollte jeder irgendwie ausbrechen.

Und es gab richtigen Schwachsinn: Da sollte (befohlen vom KC) gleichzeitig Marschtraining gemacht werden, also 50 Meter Exerzierschritt. Und noch größerer Blödsinn war das irgendwie von der Roten Armee übernommene "Ein Lied!" was angeblich die Kampfmoral steigerte ... das ich nicht lache.

Ich will übrigens auch gar nicht bestreiten, dass der UvD ab und an auch Rache an der Kompanie nahm. Meist, wenn die ihn vorher ärgerte - oder der das auch nur glaubte. Da kam es aber schwer darauf an, welcher Uffz den UvD gab. Ob der beispielsweise selbst noch ein unerfahrender Spitz war. Oder ein junger BU mit Tagedrücken. Ich selbst habe mich recht schnell von dem Gedanken verabschiedet, dass es was bringen könnte, die Kompanie über die Maßen zu schikanieren.

Und wenn Du die ganze Fuhre dann endlich nach dem Essen und Rauchen zurück auf der Kompanie hattest, stand da entweder der KC und maulte Dich voll, dass das eine Hammelherde sei. Oder er maulte rum, dass Du ein Ex gemacht habest. Wenn Du es gemacht hattest, konnte Dir passieren, dass der Fachrichtungs-Polit da stand und rummaulte, dass Du die Essenszeit nicht eingehalten hattest.

Ja, ist Geschichte. Sollte man aber nicht vergessen. Denn die Essenseinnahme war schon fragwürdig, gerade vor dem Hintergrund, dass da ja behauptet wurde, dass wir eine sozialistische Armee seinen.



ach Mart,
im vergleich würde ich dieses "woanders", ohne vorwurf, eher gern als realität bezeichnen wollen.
sich damit auseinanderzusetzen war jedoch ne ganz andere geschichte und wie es im leben so ist,
ist, wurde, war man darauf nicht vorbereitet.
egal ... ist nicht direkt das thema ...

ich erinnere mich an zwei vorgesetzte, von denen ich chapeau sagen würde.
die masse der ausbilder war für den grenzdienst nicht tauglich, Mart.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


zuletzt bearbeitet 17.06.2015 01:08 | nach oben springen

#699

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 17.06.2015 04:33
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #698

ach Mart,

Ach VS,

Zitat von vs1400 im Beitrag #698

im vergleich würde ich dieses "woanders", ohne vorwurf, eher gern als realität bezeichnen wollen.



Einwurf abgelehnt.

Wir beide sind doch erwachsen und lebenserfahren. Du hast Dir den Kanten nicht ausgesucht und ich mir nicht die U-Schule. Und dann hat man versucht, Mensch zu bleiben, unter wirklich widrigen Umständen. Und diese Umstände haben weder Du noch ich herbeigeführt.

Die Ausbildung an der U-Schule war nicht praxisnah. Uns Ausbildern wurde erklärt, dass wir Formalausbildung machen, Praxis wäre dafür schädlich. Es wäre nicht hilfreich, wenn wir Ausbilder Grenzerfahrung hätten.

Mir ging es um etwas anderes: Das Spannungsfeld zwischen "oben" und "unten" und wir dazwischen. Und das war überall gleich.

In sehr vertraulichen Gesprächen mit Kameraden, die am Kanten liefen wurde mir klar, dass der liebe Gott mir dieses Schicksal ersparte, das "Angst haben". Der Preis dafür ist, dass in Haftung genommen werde für ein System, was ich lediglich beschreibe - aber nicht verantworte: Ich meine die Ausbildung an der U-Schule.

Und, ja: Das System der U-Schule lief in den ersten Wochen real auf "brechen des Willens" hinaus, den Ausbildern, die zuhören wollten, wurde es in Schulungen ansatzweise erklärt.

Natürlich die Gesamtheit des Systems: Und dazu gehört der Freizeitentzug. Dazu gehört die Essenseinnahme, dazu gehört das Marschtraining dahin. Dazu gehören die unwürdigen hygienischen Zustände. Und vieles andere mehr. Ich habe das sehr genau schon beschrieben.

Ich war ohne Frage Mitläufer, das darf man mir vorwerfen. Der Mut zu sagen "ich kohle ab, die Konsequenzen für mein Leben sind mir egal" - den hatte ich nicht.

Das lasse ich mir von Abkohlern vorwerfen - aber nicht von anderen Mitläufern. Die glauben, dass das System anders irgendwie anders gewesen wäre. Nein, war es nicht.

Das - zum Nachdenken.


vs1400, EK87II und Fritze haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#700

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 17.06.2015 08:07
von damals wars | 12.113 Beiträge

Als Uffz. in der Ausbildung hatte man es doch relativ leicht."Ich befehle" war doch für Uffz.Schüler eine Mausefalle.

Wenn ich in der Grenzkompanie sagte: Ich befehle! passierte es mir im besten Fall, das ich ein unappetitliches Angebot bekam.

Als Uffz. Schüler hatte man doch Respekt vor den Vorgesetzten.
Und tatsächlich ging einmal im Stab ein Fenster auf. Aber nur um die unendliche Schikane durch einen sangesfreudigen UaZ zu beenden.
Und es war der Chef persönlich, der den Spaniennachturlaub beendete.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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