#381

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 23.05.2012 00:58
von Mart | 735 Beiträge

Fritze,
das von HD und mir gemeinte Ereignis war härter und sollte wohl so um 1982 herum gewesen sein. Der Typ war schon in der Kaserne, der Posten schoss Dauerfeuer, wohl ein halbes Magazin. Dabei lag der Typ schon im Dreck.

Es ist aber so, dass es Bereiche gab, die im Grunde nicht bewacht waren. Also zwischen Alter Villa und Liebknechtstraße waren Einfamilienhäuser, da hätte man durch gemusst - dahinter war keine Wache. Hinter den beiden Wohnblocks der Batzen an der Liebknechtstraße war auch keine Wache, der Postenbereich fing erst mit Anfang Sturmbahn an. Auch der Bereich südlich Schwimmhalle war kein Postenbereich. Und das wußte im Grunde auch jeder. Wer sich da erwischen lies, der war wirklich blöd.

HD,
die Größe des Objekts: Es kommt darauf an, ob man mit dem Auto rumkurvt oder wirklich zu Fuß da geht. Als ich das erste Mal da wirklich rein kam, stand (fast) noch alles; auch das spielt eine Rolle.

Um da gleich mal abzuschweifen: Also seit 1990 komme ich da so ca. alle drei Jahre lang. Und ich habe da halt gelebt, zwar nicht freiwilliug, aber doch schon da gelebt. Also habe ich immer geguckt. Als da noch das SanBat der BW war, hatten die da so einen Wachschutz. Und danach auch noch: Also offen gesagt erinnerten mich dessen Manieren an die Stasi. Also da war kein Weg. Später ging es - aber da war der Abriss im Gange. Und im Bereich MHO/Alter Stab war schon alles weg.

Der Spruch "NATO kommt selten vorbei" war dazu gedacht, den Sprillis die Angst zu nehmen: Weiter vorn erörterte ich schon, wie das Modell funktionierte: Zeitentzug, Informationsüberflutung und Angst. - Und wir GF/Ausbilder standen dann mit unseren Hanseln, denen in GWA (gesellschaftswissenschaftliche Ausbildung) gerade eingeblasen wurde, dass der 3. Weltkrieg im Grunde schon läuft und die NATO unmittelbar ... also morgen oder übermorgen ... Und diese übermotivierten und völlig verängstigten jungen Männer wurde auf Wache geschickt, nachts. Einerseits konnten wir ja nicht sagen "Genosse, lass mal gerade sein" - andererseits war auch nicht so unbedingt der Traum, dass der Posten mal eben einen Zug Spätheimkehrer wegmetzelt. Ich kann mich da noch recht genau erinnern: Den GF/Ausbildern war klar, dass der Posten einerseits kein Wachvergehen machen durfte (Schlafen, rauchen) aber andererseits auch nicht das nähere Umfeld zum Friedhof bringen.

Waffenkammer und Wache:
Also in den UAK ging das wunderschön - ich weiß von was ich rede. In den UAK gab es drei Betretungberechtigte: Der Spiess, der Verantwortliche und der Stv. Soweit ich als Verantwortlicher die Schlüsselgewalt zur Kammer hatte, konnte ich sehr wohl auf Wache gehen - aber nur als Leiter KDL-1. Weil da die Wege kurz sind.


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#382

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 23.05.2012 10:43
von harleydavid (gelöscht)
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Hallo Mart
Bei uns gab es neben mir noch,ich glaube 2,aber mit Sicherheit,noch einen Waffenkammer-Uffz. Die Petschaft wurde je nach
Dienst,Ausgang oder dergleichen übergeben . Natürlich hatte der Spieß auch Zugang.
Das ich nicht auf Wache war,hatt warscheinlich nichts mit der Waffenkammer zu tun gehabt,denn im Alarmfall hätte der UvD diese sowieso öffnen können,da ja der Schlüssel im UvD-Tisch lag.
Ich weiß es noch,in diesem kleinen Holzkasten mit durchsichtigem Plastikfenster zum aufschieben und der "Knete"in die die Petschaft gedrückt wurde.
Übrigens habe ich vor dieses Jahr im Juli einen Abstecher nach PBG.zu machen.Ich weiß,es ist nicht mehr viel da,warscheinlich
kaum wiederzuerkennen,wie ich in anderen Berichten gelesen habe,trotzdem.
Übrigens ,kannst du dich an die Situation erinnern als die Polen aufständisch wurden.
Ich kam aus dem Urlaub,irgendwann zu früher Morgenstunde (3.00-4.00 Uhr ????) und hatte mich schon gefreut noch eine "klitzekleine Mütze voll Schlaf" zu bekommen,doch was war das?ich wurde durch den KdP2 regelrecht kontrolliert und bevor er mich einließ hielt er erst mit dem Wachhabende Rücksprache.Im Objekt war die Hölle los.In der Sporthalle waren irgendwelche Truppenteile einquartiert und in der Kompanie herrschte helle Aufregung.Man hatte mich schon voller Sehnsucht erwartet.
Die Kompanie war eh fast leer,alle auf dem KFZ -Park,der Spieß rannte umher und machte Hektik und mir wurde ganz schlecht bei
dem Gedanken das es jetzt doch Ernst wird. Denn beim Waffenempfang sah ich,das auch Munition ausgegeben wurde und ich musste sogar meine Pistole mitnehmen,die blieb sonst IMMER in der Kammer.
War ein verdammt mulmiges Gefühl.Auf dem Park herrschte dann die gleiche Betriebsamkeit.Alles wurde für einen grösseren KFZ-Marsch vorbereitet,jeder lief mit Kalaschnikov über der Schulter umher und man wusste nicht wie es weitergehen würde.
Irgendwann am Vormittag hieß es dann Entwarnung und es wurde Abgerüstet.
Ich habe mir bis zu diesem Zeitpunkt eigentlich über die konkrete Situation,Soldat zu sein,nie wirklich Gedanken gemacht.
Erst während und ab diesem Zeitpunkt wurde mir richtig klar.daß es nicht nur früh aufstehen und Meldung machen heisst,sondern im Falle des Falles auch in einen Krieg ziehen zu müssen,mit all der Scheisse die dazugehört.
Gott sei dank ist es dazu nicht gekomme und ich hoffe es bleibt auch so,daß es mir und allen anderen erspart bleibt.


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#383

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 23.05.2012 20:40
von Fritze (gelöscht)
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Hallo Mart u. Harley ! Vielen Dank für Eure Schilderungen ! Ist ja interessant mal aus anderer Sichtweise über Vorfälle in PBG zu hören .Wurde ja damals auch viel übertrieben oder auch verschwiegen.Hätte es nicht gedacht nach so langer Zeit nochmal wieder über Dinge zu lesen,welche damals so rumschwirrten.


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#384

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 23.05.2012 23:53
von Mart | 735 Beiträge

Nun HD - natürlich erinnere ich mich.
In der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember 1981 wurde in Polen das Kriegsrecht ausgerufen.

Der 13. Dezember 1981 war ein Sonntag. Ich hatte für den Nachmittag genehmigten Ausgang, wollte schön essen gehen. Und da war Schlafen bis 0700 Uhr. Eigentlich. Wir wurden um 0600 geweckt mit Alarm, aber einer Zwischenstufe: Die U-Schule kannte eigentlich nur VG. Sodann rückten wir zugweise in irgend ein Zimmer: Der Polit hatte eine Kassette, die er abspielte. Darauf war angeblich der Mitschnitt einer DDR-Rundfunksendung. Allerdings konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass das irgendwie vorbereitet war.

Zurück auf den Stuben war im Grunde nicht klar, was das eigentlich werden sollte: Es war Alarm, aber doch irgendwie keiner: Kein Waffenempfang, nichts. Dann - Motoren sind zu hören - ans Fenster! Oh - was ist das? Ein Marschband nimmt auf dem Ex-Platz Aufstellung. Aber das war nicht von uns: Unsere Ello hatten keine Scheinwerfer auf dem Dach. Und irgendwie überstützt sah das alles auch aus: Teilweise war Teil-2 auf dem Dach verzurrt, darauf nochmals Stiefel.

Pfiff. Sieeemmm-Panie raustreten!
Der Spiess höchstselbst gibt wissen und zu kund, dass ab sofort auf Befehl gegessen wird. Das Frühstück fällt aus - oder ist verschoben. So genau weiß der Hauptfeld Schnxxxxx das selbst auch nicht. Der Kompaniebereich ist nicht zu verlassen. Schade für die Raucher.

Wieder auf der Stube beobachten die Uschis, wie sich der betonierte Teil des Ex-Platzes immer mehr mit fremden Einheiten füllt. Kommandos werden unten gebrüllt. Langsam wird die Situation eigenwillig. Die Uschis plündern das Essenfach des Spinds. Und sind verunsichert: Mal Waffenempfang, mal Waffen abgeben. Mal dies am Mann, mal das am Mann. Mal wieder nicht. So kriegt man den Vormittag auch rum.

Pfiff. Sieeemmm-Panie raustreten!
KC Häxxxx himself erklärt die Lage: Es geht gegen Polen. Vielleicht. Man wisse es nicht. Auf alle Fälle sind wir nicht mehr die U-Schule VI, die gibt es nicht mehr. Wir sind das Grenzkommando Ost. (Hähh?). Dann der Hauptfeld: Unter entbehrungsreichem Kampf habe er Teile des Frühstücks auf die Kompanie gebracht.

Und immer wieder:
Pfiff. Sieeemmm-Panie raustreten!
Sämtliche nicht belegten Matratzen auf den Flur! Zeit: Dreeii Minuten!
Diese Matrazen wurden auf dem Ex-Platz konzentriert und dann weggebracht. Da die jemand tragen muss, kommt nun endlich die Gerüchtemühle in die Gänge; die Ankömmlinge werden ausgefragt. Da war ich nun nicht dabei, daher Hörensagen: Jeweils die Hälfte der Grenzeinheiten, Alarm so gegen 0200 mit direktem Ziel Polen. Dann umgeleitet zu uns - die sind wohl schon deutlich östlicher gewesen, als der Befehl kam, bei uns Zwischenstation zu machen.

Und immer wieder:
Pfiff. Sieeemmm-Panie raustreten!
Der Hauptfeld verkündet neue Essenszeiten, Rationierung (nicht genügend Vorräte momentan) und verkürzte Essenszeiten.
Normalerweise wurde ja in drei Schichten gegessen. Nun waren es fünf oder gar sechs Schichten. Rein logistisch düfte das eine recht ordentliche Leistung gewesen sein.

Der Spuck ging noch einige Tage, mir ist so wie eine knappe Woche. Dann verschwanden die zukommandierten Einheiten schrittweise wieder. Und der Normalbetrieb wurde fast schleichend wieder erreicht. - HD, Du dürftest KU oder VKU gehabt haben und im Grunde in die zweite Phase gekommen sein. Da war es schon wieder halbwegs sortiert. Vorher war es völlig wirr: Was will man denn mit Uschis, die einen guten Monat dabei sind und gerade mal so gelernt haben, die Stahlpütz richtig herum aufzusetzen?

In dieser Zeit habe ich so einiges erlebt. Beispielsweise recht viele sehr nachdenkliche Offiziere. An einen erinnere ich mich sehr gut: Leise sagte er: So kann man Sozialismus nicht aufbauen. - Aber ich habe auch einige Offiziere als Scharfmacher erlebt: Dem Polenpack müsse man es mal richtig zeigen. Besser heute als morgen. Eine Armee ist zum kämpfen da.

Der (für mich) tröstliche Ausgang ist der Ausgang ... mein KC hatte den beim Stabschef durchgedrückt. Das war zwar verkürzt, aber das war egal: Ich wollte eh nur gepflegt zu Abend essen. Und nachdenken: Wo bin ich hier eigentlich? Was mache ich hier - oder besser: Was machen die hier mit mir?


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#385

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 24.05.2012 22:02
von Fritze (gelöscht)
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Mann oh Mann ,zu der Zeit war ich in der Lehre .Wir unterbrachen unsere Feilerei und packten Polenhilfspakete.Die ersten Polenwitze kamen auf.Als Zivilist hat man doch nix mitbekommen.Irgendeine Gewerkschaft Solidarnosc spukt herum.
Später auf der U-Schule gabs Gerüchte ,die wir als Übertreibung abtaten.
Erst in der GK erzählten dann einige alte Uffze von dem Sackstand ,der in diesen Dezembertagen geherrscht hatte.


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#386

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 25.05.2012 08:04
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Ich stell mir gerade vor, Moskau hätte DDR-Deutsches Militär in Polen einmarschieren lassen um einen Volksaufstand niederschlagen zu lassen.
Eine krude und einfach unvorstellbare Vorstellung.
Aber scheinbar hatten einige vom Klassenkampf vernebelte Gehirne damals doch den realen Gedanken.


zuletzt bearbeitet 25.05.2012 15:22 | nach oben springen

#387

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 25.05.2012 12:14
von harleydavid (gelöscht)
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Also dann Ich wieder !
Hallo !
Danke Mart für die recht "erfrischende" Schilderung.
Gut zu wissen,das dieser doch so gravierende Vorfall in Polen ,der ja den Beginn des Zerfalls,Grundsätzlich, ausgelöst hatt,nicht nur
mich zum Nachdenken bewegt hatt,sondern auch bei anderen Spuren hinterlies.
Was ich dich fragen wollte Mart: hast Du eigentlich die Schulchronik gestohlen,oder schreibst Du Tagebuch?Anders kann ich mir nicht erklären das du noch alles so genau weisst,vor allem bei solchen konkreten Sachen wie "Datum,Namen etc.".OK,kann natürlich auch sein, das du erst alles stundenlang "abgoogelst".
Haben eigentlich schon andere über ihre Erinnerungen aus der Polenkriesensituation berichtet.Ich habe zwar nicht direkt danach gesucht,
bin aber noch über keinen Beitrag diesbezüglich gestolpert.Müssen doch andere auch betroffen gewesen sein und nicht nur die USVI. Zumindestens diejenigen die mit Ihren Fhzg,auf dem Ex.-Platz gestanden sind.Oder sollte von denen keiner im Forum sein?
Kann ich mir fast nicht vorstellen.
Ich kam warscheinlich aus dem VKU, denn wenn ich im Urlaub war,dann meist VKU ,KU hatt sich bei der Entfernung zum Heimatort
nicht gelohnt.Heute ist es anders ,da sind ca.200 km ein Lacher.
Was mich damals überraschte war,daß sogar die Panzer (ich glaube wir hatten 2Stück)und die SPW ,Transportbereit gemacht wurden,
ob sie auch aufmunitioniert wurden weiss ich nicht, aber unsere beiden Panzerfahrer Uffz. Tüxxe und Ufw.Pexx (ein paar Namen weiß ich trotz Alzheimer-light doch noch)hatten alle Hände voll zu tun und waren kaum ansprechbar,so"angefressen"waren die.Der GenMaj. Rothe Fahrer war überhaupt gänzlich verschwunden.Der hat auch später keine Auskunft darüber gegeben wo er sich mit seinem Bonzen rumgetrieben hat.Er hat allgemein nicht viel über seinen Job gesprochen,aber ein paar "Brocken"konnte man ihm jedoch meistens entlocken.
Wäre interessant,wenn auch andere mal über ihre Erfahrungen diesbeüglich schreiben würden
Gruss HD
Ach so Grenzwolf ,Du hast Recht "eine krude und einfach unvorstellbare Vorstellung"aber nichtsdestotrotz absolut REAL
Und genau das ist es was mir damals wie heute Angst gemacht hatt,und Angst macht.


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#388

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 25.05.2012 15:13
von DirkHarting | 14 Beiträge

Hallo alle zusammen, hab das Gefühl das die Uffz. Schule im Mai 87 dicht gemacht wurde. so ist so ziemlich der Zeitstrahl der bisherigen Beiträge.Zur Beruhigung, es gab sie auch noch danach. Bin selbst von 11/87 bis 04/88 dort zum Werferführer 120 mm ausgebildet worden. Danach ging es ins GAR 39 Bln Wilhelmshagen. Ist im Forum jemand dabei der zu der Zeit auch in Perleberg oder danach im GAR 39 war?


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#389

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 25.05.2012 15:35
von uffz_nachrichten | 475 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62
Ich stell mir gerade vor, Moskau hätte DDR-Deutsches Militär in Polen einmarschieren lassen um einen Volksaufstand niederschlagen zu lassen.
Eine krude und einfach unvorstellbare Vorstellung.
Aber scheinbar hatten einige vom Klassenkampf vernebelte Gehirne damals doch den realen Gedanken.



Hätte "Moskau" auf keinen Fall! Oder meinst du, die wollten wieder feldgraue Uniformen östlich Warschau´s haben

Nee, im ernst. Bloß gut, daß der Kelch an mir vorübergegangen ist. So gesehen war´s im Sommer 83 echt ruhig ( bis auf Waldbrandbekämpfung und dienstgeile 3ender Ufw´s aus Suhl als GF )



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#390

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 25.05.2012 15:40
von GeMi | 556 Beiträge

Zitat von Ladehugo

Klar, mit Einschreiben beim Studium mussten wir uns alle für eine Reserveoffiziersausbildung verpflichten ...





Hallo,

das stimmt so nicht. Man musste nur laut und deutlich "Nein" sagen und danach die Nerven behalten.
Wenn man sonst die ganze FDJ, DSF - .... Show mitgemacht oder mitgestaltet hat, ist nichts passiert.
Im Vergleich zu Halberstadt war Seelingenstädt war doch eigentlich recht locker - selbst ich bin Uffz. d. Reserve geworden.


Die Menschheit besteht aus einigen wenigen Vorläufern, sehr vielen Mitläufern und einer unübersehbaren Zahl von Nachläufern.

Jean Cocteau
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#391

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 25.05.2012 16:28
von harleydavid (gelöscht)
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Zitat von GeMi
[quote="Ladehugo"]
Klar, mit Einschreiben beim Studium mussten wir uns alle für eine Reserveoffiziersausbildung verpflichten ...





Hallo,

das stimmt so nicht. Man musste nur laut und deutlich "Nein" sagen und danach die Nerven behalten.
Wenn man sonst die ganze FDJ, DSF - .... Show mitgemacht oder mitgestaltet hat, ist nichts passiert.
Im Vergleich zu Halberstadt war Seelingenstädt war doch eigentlich recht locker - selbst ich bin Uffz. d. Reserve geworden.



Hallo
Suche gerade krampfhaft Ladehugos Beitrag!
Oder bist Du GEMI in der verkehrten "Abteilung"?


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#392

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 25.05.2012 16:31
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von harleydavid

Haben eigentlich schon andere über ihre Erinnerungen aus der Polenkriesensituation berichtet.Ich habe zwar nicht direkt danach gesucht,
bin aber noch über keinen Beitrag diesbezüglich gestolpert
.


Jo,haben sie,HD.
Schaust du z.B. Hier: Frühjahr 82',wer weiß etwas zur "Polenkrise"?
Allerdings hatte ich diese Aktion im Frühjahr 82 angesiedelt.
Kann aber auch Ende 81 gewesen sein.
Hatte nur aus meinen Erinnerungen geschrieben,ohne zu googeln......


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#393

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 25.05.2012 17:13
von harleydavid (gelöscht)
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Hallo
1000-Dank EK40
Werde mir es in aller Ruhe" zu Gemüte führen".
Ansonsten Allen ein"schönes Wochenende+Pfingsten"
Gruss HD


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#394

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 25.05.2012 23:18
von Gelöschtes Mitglied
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Keine Ursache HD,

wünsche ebenfalls ein schönes Pfingstfest.

Gruß ek40


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#395

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 26.05.2012 00:10
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von harleydavid

Was ich dich fragen wollte Mart: hast Du eigentlich die Schulchronik gestohlen,oder schreibst Du Tagebuch?Anders kann ich mir nicht erklären das du noch alles so genau weisst,vor allem bei solchen konkreten Sachen wie "Datum,Namen etc.".OK,kann natürlich auch sein, das du erst alles stundenlang "abgoogelst".


Ich schreibe nur über das, an das ich mich gut erinnere. (Ich mühe mich auch, Vermutungen und Gerüchte genau zu kennzeichnen.) Lange Zeit habe ich mich sehr gut an viele Dinge erinnert; es waren ja drei Jahre meines Lebens. Vor etwa 10 Jahren merkte ich, dass mein Erinnerungsvermögen nachläßt - da fing ich an, mir einige Stichpunkte zu machen: Namen, sowas. Und dann war (ist?) hier noch jemand, der ziemlich genaue Kenntnis in meinem Profil hat - wir haben unsere Erinnerungen abgestimmt.

Nein, ich habe die Schulchronik nicht gestemmt. Eine Sekunde lang dachte ich daran, zum Bundesarchiv nach Freiburg/Brg zu fahren und mir die Akte anzusehen, ja. Aber ich ahne, wie langweilig die Lektüre werden könnte - also so wichtig ist mir das nun auch wieder nicht.

Zur Polenkrise:
An den Spekulationen meiner Vorredner möchte ich mich eigentlich nicht beteiligen - eher daran erinnern, dass es in diesem Thread um die US VI Perleberg geht. Nicht um Polen. Zudem spielen Spekulationen ob "wir" in Warschau eine Straße bewacht hätten oder "nur" Grenzsicherung an der Oder gemacht hätten überhaupt keine Rolle, weil: Wir haben nicht! Dieser Kelch ist gottlob an uns vorbei gegangen. Wir sollten sehr-sehr froh sein.


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#396

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 26.05.2012 00:22
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von harleydavid
Der GenMaj. Rothe Fahrer ...


Die Administration gibt uns kein Unterforum. Also ist es gewollt, dass es unleserlich, nicht nachvollziehbar wird. Ok. Frisch ans Werk:

Dunkelblauer Lada 1600. Der Fahrer ein Ufw (UaZ). War der formal bei euch einsortiert?
Irgendwann sicher 1983 war der hopsdiehops weg. Im Unteroffizierskorps war die Gerüchtelage eindeutig - erinnerst Du Dich an den Raucherplatz vor dem Eingang zum Speisegebäude? Der lag in Linie zum Clubhaus. Dort sei ihm ein 0-7er Glasmantelgeschoss aus der Tasche gefallen, das sei nicht mehr zu verheimlichen gewesen.

Auf alle Fälle wurde dann ein Gruppenführer (BU, Feldwebel) des KFZ-Ausbildungszugs der 10. (?) Kompanie der neue Cheffahrer. Das war ein sympathischer zurückhaltender Mann.


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#397

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 26.05.2012 00:41
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von GeMi

Zitat von Ladehugo

Klar, mit Einschreiben beim Studium mussten wir uns alle für eine Reserveoffiziersausbildung verpflichten ...


das stimmt so nicht. Man musste nur laut und deutlich "Nein" sagen und danach die Nerven behalten.



Das hat zwar nichts bzw. wenig mit der US VI zu tun - aber zur Klarstellung (ihr redet aneinander vorbei!):

Tage vor dem Abgang mußte man eine Laufrunde machen, mit Laufzettel. Klamotten abgeben, Arzt, was weiß ich noch alles, ziemlich viel. Und im Stabsgebäude (Perleberg konkret) waren mehrere Dienstzimmer belegt, da hockten "die Organe" und gingen auf Fang: Man mußte in jedes Zimmer und wurde umworben. Also sehr deutlich erinnere ich mich an MdI (Polizei und Feuerwehr), Zoll. Bei MfS bin ich mir nicht sicher. Auf alle Fälle war da aber auch ein Zimmer, da wurde versucht, einem die Unterschrift ROA (Reserveoffiziersanwärter) abzunötigen.

Abschweifend: Ich habe das sofort unterschrieben. Meine Überlegung war: Irgendwann bist Du studiert und die wollen Dich alle naselang. Dann mal lieber als Offizier als als Feldwebel ... (Pikantes Detail später: Ich komme nach Seelinggrad. Und will da allerwenigstens Ltn d R werden. Und was machen die mit mir? Mich zum GF ... und dann zum Feldwebel. Puhhh.)

Weiter im Programm: Ladehugo meint offensichtlich was anderes - und das kenne ich auch. Da kommt man zur Immatrikulation und da stehen Tische. Ziemlich unübersichtliche Lage - grad war man noch E, und schon ist man wieder Ersti (Sprutz) ... genau da hat die kalte Hand des Staat nochmal zugegriffen: Wer als Uffz-E die ROA-Erklärung verweigerte, der wurde dann (sollte dann) bei der Immatrikulation weichgeknetet werden. Also nach meiner Beobachtung.


zuletzt bearbeitet 26.05.2012 00:42 | nach oben springen

#398

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 29.05.2012 12:53
von harleydavid (gelöscht)
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Hallo
So,da bin ich wieder,Pfingsten und Wochenende sind vorbei und ich finde auch wieder ein bischen Zeit fürs Forum.
Ja Mart, der Fahrer vom Rothe war bei uns einquartiert.Eigentlich ganz normal,wie alle Uffz bei uns ,im Zweimannzimmer.
Soweit ich es noch in Erinnerung habe.
An den Raucherplatz kann ich mich dunkel erinnern ,habe ja damals selbst noch geraucht und dort einige Zeit verbracht,
allein vom "Schnäpschen" den der gute Mann dort abgelegt hatt weiß ich nichts.Das muss dann gleich nach meinem Heimgang
passiert sein,denn ich hatte einen ziemlich guten Kontakt zu Ihm.Allein der Name ist mir entfallen und trotz intensivsten grübeln
will er mir nicht wieder einfallen.
Aber es stimmt er war Ufw und ist dies sogar recht früh geworden.und richtig ,es war ein 1600er LADA.
Ob er Blau war????ich weiß es nicht mehr .
Auf alle Fälle ist er auch Derjenige gewesen der mit dem IKARUS - Bus auf dem Weg gewesen ist wenn er benötgt wurde.
Wer allerdings im Krankheits- oder Urlaubsfall der Aushilfsfahrer war, kann ich auch nicht mehr sagen.
Ich glaube auch das die KFZ-Kompanie die 11.gewesen ist.!?und die dürfte im Mittelblock ganz unten beheimatet gewewsen sein!??
Aber auch da bin ich mir nicht ganz sicher.
Ja die Zeit hat ihren Tribut gefordert.


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#399

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 30.05.2012 00:14
von Mart | 735 Beiträge

Hallo HD,
also der Generals-Lada war dunkelblau, also das auch heute verwendete diplomaten-blau. Der General hatte nach meiner Erinnerung auch als einziger das Privileg, von zu Hause geholt und dann wieder dort hin gebracht zu werden. Ich meine zudem, dass der Lada nicht etwa ein VA-Kennzeichen sondern ein ziviles Kennzeichen hatte.

Das war übrigens immer ein Terz für den Uffz, der den Leiter KDL-1 geben mußte - also wenn der Meister aller Klassen geruhte, zum Dienst gefahren zu werden:
Später waren da wohl automatisch bedienbare so Bahnschranken - zu unserer Zeit waren da noch diese horizontal drehbaren Schranken. Eine vorn, eine hinten, das war der Kontrollbereich. Und das lief (auch als Erinnerungsauffrischung für Mitleser) so: Auto steht vor der Türe, Posten geht (oder je nach Wichtigkeit: rennt) zur äußeren Schranke. Den linken Teil 90° nach links drehen und arretieren. Dann den rechten Teil nach rechts um 90° drehen und arretieren. Auto fährt ein. Dann schließt der Posten wieder diese beiden Halbseiten - und das Auto ist im Kontrollraum "gefangen". Sodann folgte die Fahrzeug- und Personenkontrolle, Papiere und der ganze Spass. Danach die innere linke Halbschranke 90° drehen und ... (Rest spare ich mir). Und dann alles wieder zumachen. Das dauerte - wir waren eine deutsche Behörde.

Problem für den Leiter KDL-1 war nun, dass der General (bei Tanner wurde es eher noch schlimmer) nicht so sehr gern warten wollte. Das führte zu absonderlichsten Konstruktionen. Nach meiner Erinnerung wurde man ab und an vorgewarnt, ich weiß aber nicht mehr, wie der inoffizielle Meldeweg war. Jedenfalls hatte man zur Ankunftszeit des Generals gleich drei Posten draußen: Den Posten am Fußgängerbereich, einen an der äußeren KFZ-Schranke und einen an der inneren KFZ-Schranke. Damit Genosse General nicht warten mußte. Und die Posten sind da dann wirklich gerannt.

Wenn nun Deine Heiducken mit zwei W50 vor dem General auf Abfertigung warteten - dann war es vorbei mit dem schönen Plan. Und man erwartete den fälligen Anruf des OvD, der im Namen des Generals mal Klarheit durchsagen wollte. Das war aber eher Spaß, weil der Anruf ja nicht beim Leiter KDL-1, sondern beim Leiter der Wache auflief.

Erinnerlich sind mir zudem zwei (?) beige Wartburg. Der eine fuhr für Stabschef OSL x, der andere wohl für den Chef Ausbildung Oberst A. Nach meiner damaligen Beobachtung hatten die aber keine personengebundenen Fahrer. Und wurden auch nicht von zu Hause abgeholt.

An einen Ikarus-Bus habe ich keine Erinnerung.

Nochmal zu dem UaZ-Ufw-Cheffahrer:
Also (für uns) war der zunächst weg. Er war weg. Das Uffz-Korps tauschte sich ja im Uffz-Speiseraum aus, und da war die sehr klare Ansage: Also der Trottel hat auf dem Raucherplatz eine 0.7 aus der Tasche fallen lassen und war nicht mehr haltbar. Ich hab den nicht wiedergesehen, also der war nicht mehr in der Kaserne.

Wir (also Uffz-Korps) hatten damals immer den Verdacht, dass der Ufw-Fahrer sowie sein BU-Nachfolger auf der linken Schulter (eine andere Waffenfarbe) tragen könnten, würden. Beide waren recht schweigsam. - Heute bin ich sehr vorsichtig mit solchen Mutmaßungen, möchte das damalige Gerücht gleichwohl aber mitteilen.

Zitat von harleydavid
Aber auch da bin ich mir nicht ganz sicher.
Ja die Zeit hat ihren Tribut gefordert.


Here we go! ;-)


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#400

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 30.05.2012 17:00
von harleydavid (gelöscht)
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Hallo Mart

Ich kann mich gut an die Hektik erinnern (auch wenn ich nicht oft Wache war).Wenn der "Big Boss" im Anmarsch war
sind alle umhergewuselt und keiner wollte einen Fehler machen.
Auch ich weiß nur etwas von drehbaren Halbschranken. Aber gab es nicht auch ein richtiges Tor ,so mit Maschendraht
welches in der Nacht geschlossen wurde? Oder entspringt dies nur meiner Phantasie?

Es ist Richtig ,der Herr General(entschuldige:Genosse General ) wurde morgens geholt und abends heimgefahren.
An den Ikarus kann ich mich gut erinnern,denn den hätte ich einmal Aushlfsweise fahren sollen.Ging aber nicht ,da ich
keinen KOM-Schein habe.Der war aber auch nicht oft im Einsatz,nur wenn die Herren Offiziere (entschuldigung:Genossen!)
zum Beispiel ,zum Schiessen gefahren sind oder sonst irgendwo im "Rudel" auftauchen mussten.
Ich erinnere mich auch das der Ufw.-Cheffahrer den Bus für irgendein Ereigniss pikobello putzen musste,allein,und er hatt
dabei nicht wirklich Freude gehabt,"unansprechbar"und gereitzt bis zum gehtnichtmehr.
Genauso verhielt es sich mit dem / den Wartburg(s).Auch den/die kenne ich, sind aber auch nicht oft gefahren worden
und ich weiß auch nicht von wem.

Was mir allerdings übelst in Erinnerung geblieben ist sind die Parktage mit abschliesenden KFZ-Appell.
Als U.-Schüler der blanke Horror. Der W50 musste komplett geputzt werden ,das heisst auch im Fahrzeugrahmen
durfte sich absolut kein Schmutz befinden.Dann alles abschmieren was einen Schmiernippel hatt und hinterher den Fettkragen
wieder entfernen und sauberputzen.PUTZEN PUTZEN PUTZEN.Mir heute noch unerklärlich warum.
Das alles auf den Betonrampen,unter freiem Himmel mit blosem Wasserschlauch ,ohne Hochdruckreiniger oder Waschmittel.
Beim Appell musste dann alles was sich so im Fahrzeug befunden hatt vor dem Fahrzeug auf der Zeltbahn nach einem genau
festgelegtem Schema abgelegt werden. und Wehe in Teil lag falsch.
Später in der Kompanie war es dann etwas Entspannter ,zumal wir als Uffz.nicht mehr selber schruppen mussten ,es sei denn
man war für ein Auto verantwortlich,sondern dann hatten wir nur noch zu beaufsichtigen und den Anschiss einzustecken wenn der
Herr EK meinte ihn interressiere diese ganze Scheisse sowieso nicht mehr .
Aber ich habe es Überstanden sowol als Schüler als auch als GF.
Und Scheisse war's doch.
Gruß HD


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