#321

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 30.04.2011 21:59
von Alien1964 | 47 Beiträge

Hatte gerade meine Akte in der Hand



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#322

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 30.04.2011 22:27
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von EK87II
... Melder. Mir war so als wäre das kein fester Posten gewesen, der wurde immer wieder neu eingeteilt .


Das glaube ich fast nicht.
Vorab: Über die Zeiten hat sich viel geändert; ich bin hier nicht der, der sagt "so war das!". Unser beider Zeit hat sich offenbar fast überschnitten: Du bist doch Einstellung 84/II, wenn ich recht rechne. (Wenn ich von 7. und 8. rede, müsstest Du Dir 6. und 7, wegen der Um-Nummerierung denken.)

Nach meiner Erinnerung war es so (7./8.): Die sportlichsten US wurden ausgeguckt. Dann gab es eine praktische Einweisung: Ein Uffz, der auch mal Melder war, zog mit den Leuten los - mal zeigen wo was ist im Städtchen. Wo man so überall hin muss. - Also aus meiner Sicht funktioniert das nur, wenn man einen Pool von Leuten hat(te), die Melder sein konnten.

Relativ sicher weiß ich lediglich, dass ich als US mitkriegte, was da so geplant war - und sofort in Deckung ging: Ich dachte so bei mir, dass ich das nicht so unbedingt brauche. Insoweit sind meine Kenntnisse bzgl. Melder auch nicht so doll.

Zitat von EK87II
Einmal hat es mich mit Alarm erwischt. Musste die Alarmmeldung an Hpt. Häxxxx überbringen glaube der war damals noch Oltn. und wurde während meiner Zeit befördert.


Hmmm, kann das sein? Ok, mal die Führung aus meiner Erinnerung:
Bis 82 war Hptm. Ruxxxx der KC der 7. Ganz feiner Mann übrigens. Der wurde dann Fachlehrer Funk/Fernschreib. Als KC rückte der ZF Häxxxx nach, der war frisch gebackener Oltn. und mit 23 Jahren wohl der jüngste KC. Bei dem ging das Gerücht, dass sein Vater Oberst im Ministerium sei - und Sohnemann den Marschallstab im Tornister habe. Ich meine, dass er bereits 84 Hptm. wurde.

Der Ruxxxx hatte dann folgenden Weg: Als Fachlehrer sollte/mußte er zu einem Akademiestudium nach Dresden. Mir hat er mal erzählt, dass er das wegen seiner Frau/Familie ablehnte. Und schon schlug die DDR zu: 84 wurde er nun der KC der 8., da wurde er auch Major.

Zitat von EK87II
So weit ich mich erinnere ging es in FDU aber ohne Waffe im Sprint durch den KDP die Straße raus. Häxxxxx wohnte glaube ich in einem Neubaublock auf der Liebknecht Str. ein ganzes Stück nach der Hindernisbahn.


Ja, ist korrekt.


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#323

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 01.05.2011 01:09
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von vs1
hallo @ mart,
ein echt nettes thx für deine mühe.
es macht freude, auch mal die erklärende sicht eines ehemaligen ausbilders lesen zu können.
für mich, der selber dort oben leiden durfte, war perleberg, damals und heute noch, eine zeit mit vielen erfahrungen.
sowohl positive, als auch negative.


Danke-schön!

Du hättest übrigens gut an meiner Stelle sein können: Ich habe mir das damals nicht so direkt ausgesucht. Ich weiß bis heute nicht, wie es dazu kam, dass ich in Perleberg blieb: Meine Akte bei BStU ist ausnehmend geplündert. (Zur Musterung sagte ich, dass ich nicht zu den GT möchte, da ich im Frieden nicht schießen werde - ggf. wäre hier der Grund zu suchen.)

Perleberg war für mich eine Haßliebe: Die haben mir drei Jahre gestohlen; korrekter: Ich hab sie mir stehlen lassen. Denn irgendwer hat ja mal "ja" zu den drei Jahren gesagt. Klar.
Das Städtchen wurde sogar einigermaßen liebenswert, wenn man längere Zeit dort war, dann auch die Tricks kannte. Und ab Konter war man eh ausgebufft, auch im Dienst.

Ich habe versucht, mich an den Kantschen Kategorischen Imperativ zu halten; ich rede mir auch ein, dass mir das gelungen ist. Dabei ist mir durchaus klar, dass da Verdrängung im Spiel sein könnte: Das Problem war, dass der GF/Ausbilder keinen Streß hatte, wenn seine Gruppe "lief" - und das bedeutete schon auch Zwang. Und damit war ich ein Rädchen in einem ziemlich großen Getriebe, das war mir auch damals völlig klar.

Tatsächlich ist die Wahrnehmung der "anderen Seite" völlig anders: Wie schon berichtet, rief ich vor Jahren einen "meiner US" an, um über eine sehr unschöne Sache mehr zu erfahren. Nebenbei war der Mann nun nicht so wirklich günstig auf mich zu sprechen.

Ich würde vermuten, dass da die Umstellungsproblematik (zivil -> militär) eine ganz deutliche Rolle spielt: In der heutigen Erinnerung dürfte für die meisten Uffz ein "Perleberg war Sonderscheiße, da haben sie mich geschliffen" eine deutliche Rolle spielen.


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#324

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 01.05.2011 09:54
von Freddy (gelöscht)
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Zitat von Mart
[quote="EK87II"]...
Hmmm, kann das sein? Ok, mal die Führung aus meiner Erinnerung:
Bis 82 war Hptm. Ruxxxx der KC der 7. Ganz feiner Mann übrigens. Der wurde dann Fachlehrer Funk/Fernschreib. Als KC rückte der ZF Häxxxx nach, der war frisch gebackener Oltn. und mit 23 Jahren wohl der jüngste KC. Bei dem ging das Gerücht, dass sein Vater Oberst im Ministerium sei - und Sohnemann den Marschallstab im Tornister habe. Ich meine, dass er bereits 84 Hptm. wurde.

Der Ruxxxx hatte dann folgenden Weg: Als Fachlehrer sollte/mußte er zu einem Akademiestudium nach Dresden. Mir hat er mal erzählt, dass er das wegen seiner Frau/Familie ablehnte. Und schon schlug die DDR zu: 84 wurde er nun der KC der 8., da wurde er auch Major.

...



@Mart

Hpt. Ruxxx sagt mir noch was als ZF. Da ich von 77 bis 79 in der 7. war, hatte ich zeitweise direkt mit ihm zu tun. Da war er aber noch Oltn (Glaub ich zumindest). Mein ZF war Hptm Rexxx, GF OFW Päxxx und FW Wexxx. Sagt das noch jemandem etwas? Im Herbst 1979 habe ich dann Perleberg Richtung GAR-7 verlassen, um im Frühjahr 1980 zum Meisterlehrgang wieder anzurücken.

Ich habe mich Jahrelang nicht mit dieser Problematik beschäftig. Aber seit dem ich Eure Einträge auf dieser Seite versuche nachzuvollziehen, kommt stückchenweise alles wieder hoch.


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#325

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 01.05.2011 21:28
von EK87II | 109 Beiträge

Hallo Mart,
ich verlasse mich da eher auf deine Aussagen, ist ja schon verdammt lange her und die Erinnerungslücken werden immer größer. Wenn ich deine Berichte lese kommt man sich immer mitten drin vor, als wäre es eben passiert. Also ganz großes Lob noch einmal und ja ich bin 84II eingerückt und durfte mich mit der R-142 herumschlagen.


Gruß
EK87II
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#326

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 01.05.2011 23:40
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von Freddy
Hpt. Ruxxx sagt mir noch was als ZF. Da ich von 77 bis 79 in der 7. war, hatte ich zeitweise direkt mit ihm zu tun. Da war er aber noch Oltn (Glaub ich zumindest). Mein ZF war Hptm Rexxx, GF OFW Päxxx und FW Wexxx. Sagt das noch jemandem etwas?


Schick, Du warst Ausbilder in der 7. UAK? Das nimmt doch langsam Gestalt an: Jetzt haben wir hier schon drei Ausbilder.
Der Ruxxxx hatte den Spitznamen Rummel. So ein etwas knorriger, präziser, gelassener Offizier. Und fachlich unschlagbar - also zu meiner Zeit. Also der passte in die Welt.

Vermutlich haben wir nicht allzuviele gemeinsame Bekannte: Also ich da 81/II eintrat, sprang da sowohl bei den Offizieren als auch bei den Uffz. im Grunde nur junges Gemüse rum. Als ich US war, war da exakt ein EK, dritter Zug R-125 wohl: Ufw. Maxx. Ganz gelassener Mann, EK halt. Wenn mir recht ist, war der Maler. Und - der ist aber wohl 8. UAK gewesen oder der Nachrichtensicherstellungszug: Ofw. Haxxx. Der wohnte in der obersten Etage als Innenschläfer. Und war wohl Weltmeister im Schmuggeln von Glasmantelgeschossen.

Schicke mir mal bitte die uneingekürzten Namen als PN.

Ja, der Thread ist recht unübersichtlich. Ich habe die Administration gebeten, uns ein Unterforum US VI einzuräumen. Und den bisherigen Thread gleich mal in Themen aufzuspalten. Ich hoffe mal, dass das in den nächsten Tagen wird.


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#327

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 02.05.2011 00:27
von vs1 (gelöscht)
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Zitat von Mart
[quote="vs1"]hallo @ mart,

Du hättest übrigens gut an meiner Stelle sein können: Ich habe mir das damals nicht so direkt ausgesucht. Ich weiß bis heute nicht, wie es dazu kam, dass ich in Perleberg blieb: Meine Akte bei BStU ist ausnehmend geplündert. (Zur Musterung sagte ich, dass ich nicht zu den GT möchte, da ich im Frieden nicht schießen werde - ggf. wäre hier der Grund zu suchen.)

Perleberg war für mich eine Haßliebe: Die haben mir drei Jahre gestohlen; korrekter: Ich hab sie mir stehlen lassen. Denn irgendwer hat ja mal "ja" zu den drei Jahren gesagt. Klar.
Das Städtchen wurde sogar einigermaßen liebenswert, wenn man längere Zeit dort war, dann auch die Tricks kannte. Und ab Konter war man eh ausgebufft, auch im Dienst.

Ich habe versucht, mich an den Kantschen Kategorischen Imperativ zu halten; ich rede mir auch ein, dass mir das gelungen ist. Dabei ist mir durchaus klar, dass da Verdrängung im Spiel sein könnte: Das Problem war, dass der GF/Ausbilder keinen Streß hatte, wenn seine Gruppe "lief" - und das bedeutete schon auch Zwang. Und damit war ich ein Rädchen in einem ziemlich großen Getriebe, das war mir auch damals völlig klar.

Tatsächlich ist die Wahrnehmung der "anderen Seite" völlig anders: Wie schon berichtet, rief ich vor Jahren einen "meiner US" an, um über eine sehr unschöne Sache mehr zu erfahren. Nebenbei war der Mann nun nicht so wirklich günstig auf mich zu sprechen.

Ich würde vermuten, dass da die Umstellungsproblematik (zivil -> militär) eine ganz deutliche Rolle spielt: In der heutigen Erinnerung dürfte für die meisten Uffz ein "Perleberg war Sonderscheiße, da haben sie mich geschliffen" eine deutliche Rolle spielen.



meine musterung lief daher auch voll daneben. ich wollte eigentlich als bu zur marine, bereich maschine.
kurz vor der einberufung bekam ich die info vom wkk, alle stellen seien besetzt.

klar, auch die hatten ihren plan zu erfüllen.

nach einem gespräch mit diesen leuten, vom wkk, einigten "wir" uns auf 10 jahre grenzbrigade küste, bereich maschine.
in perleberg sah alles anders aus, kennst es ja noch und bestimmt auch derartige situationen.
ich landete in einer ausbildungskompanie für gruppenführer und irgendwann, nach der einkleidung, wurde man befragt, ob man richtig gelandet ist.
ich verneinte und das "spiel" begann.

erst wurde nach freien plätzen für den eigentlichen wunsch gesucht und dann nach ausweichmöglichkeiten gefragt.
ich hatte immer den gedanken, was ist danach und was bist du dann. schießen und übermäßig politisch wollte ich nie werden, doch hätte ich es als bu/ gf werden müssen.
daher hab ich mich damals entschlossen abzukohlen, auf 3 jahre.

die grundausbildung war abgeschlossen, wir wurden vereidigt und "gäste" durften teilnehmen.
ich hab nur meine mutter eingeladen, obwohl gehbehindert ist sie gekommen und wurde sofort separiert.
was ich von ihr erst nach meiner entlassung erfuhr.
man versuchte sie zu beeinflussen, mich zu überreden, um mein gesuch zurück zu nehmen.
sie hat sich damals nichts anmerken lassen und nur gesagt, ich sollte meinen weg gehen und selber entscheiden.



nun wurde es richtig heftig.
ich wurde aus der gruppe entfernt und bekam ein bett im kompaniebereich, ein zimmer ohne fenster in dem wohl noch der schreiber lebte.
nun, da feststand das ich abkohle, wurde es richtig heftig.

dieses gesuch musste man beim zuständigen kc abgeben und er ließ mich 4-5 mal abtreten, wegen formfehler im gesuch.
vor seinem zimmer stand ich stundenlang in grundstellung, auf einer fliese und dachte mir, was ist jetzt noch alles falsch im gesuch.
am spätem nachmittag kam mein gruppenführer vorbei, ich machte männchen, wie gelernt und er fragte mich "warum stehen sie denn noch immer hier."
ich erklärte ihm die situation, abgewiesen wegen formfehler und er entfernte mich von dieser fliese.
nahm mich mit, auf sein dienstzimmer und erklärte mir die dv und den wortlaut des gesuchs.

danach ging alles recht schnell. bu klamotten tauschen gegen die pferdedecken.

doch auch das war nur ein ungewollter kompromiss.

gruß vs


zuletzt bearbeitet 02.05.2011 00:28 | nach oben springen

#328

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 02.05.2011 00:34
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von EK87II
ich verlasse mich da eher auf deine Aussagen


Ich mühe mich. Einige Geschichten über die ersten Tage (Maßnahmen) und über die Ausbildung habe ich noch. Als ich nach der Wende merkte, dass die Erinnerung kleiner wird, habe ich mir das eine oder andere aufgeschrieben. Vor allem aber: Hier sind ja mehrere Leute, die länger als 6 Monate in Perleberg waren. Da geht was.

Zitat von EK87II
und ja ich bin 84II eingerückt


Knapp verfehlt. - Beste Gelegenheit, über meine EK-Zeit und Entlassung zu berichten: So sehr viele waren es ja nicht, die von Perleberg entlassen wurden.

Nun wurde ich also EK. Das hieß zunächst einmal, dass die K1 funkelniegelnagelneue Schulterstücke bekam. Kein Knick, nichts. Für das Bandmaß hatte ich einen geerbte Messingzylinder. Bandmaß war schwierig: Die DDR hatte grad mal keine. Nichtmal die mit diesem Alu-Abschluss, das kam damals auf. Also mußte Muttis Bandmaß dran glauben, das hatte zudem den Vorteil, dass der Abschluss noch Messing war. Der kam an die Uhr. Dazu später.

EK-Bewegung gab's im Grunde in Perleberg nicht: Wer hätte denn EK sein können? Wir hatten die Sicherstellungskompanie (unten, in den Holzbaracken) und den Nachrichtensicherstellungszug. Und vereinzelt UaZ/Ausbilder. Also ich war da weit und breit der einzige EK; die Nasen von der Sicherstellung hätten es nicht gewagt, mich auf "Kontrolle" anzusprechen. Auch in der Kompanie war es ganz entspannt: Die Offiziere wussten schon, wer EK war. Also ich habe da nicht mehr jeden Geikel mitmachen müssen - andererseits wurde natürlich erwartet, dass man in kritischen Situationen mit seiner Erfahrung da tatsächlich auf der Brücke ist.

Also ich habe da alle paar Tage mal Bandmaß geschnitten. Und den Anschnitt an der Uhr - den hatte ich fast vergessen. Die Uhr trage ich rechts. Einen Monat vor meinem Abgang war nochmal ein heißer Alarm. ich war ja Truppführer der Funkstelle des Stabschef - dann mal los: Etwas abgehetzt reihe ich mich in die Schlange beim OvD ein, da mal den ganzen Umschlagschnodder abholen: Ehrenbezeigung und Meldung. Häh, was hat der nur, schielt der OSL? Was stiert der so an mir vorbei?
Als dann die R-118 im Marschband zum StÜP ruckelte, wurde es mir klar: Bei der Ehrenbezeigung war meine Uhr zu sehen - und da bammelte der Anschnitt fröhlich vor sich hin. Der hat mir dann ... dazu später.

Die letzten Tage sind irgendwie aus meiner Erinnerung verschwunden. Wie ich den Gefechtskrempel abgab, wie ich meine Zivilkleidung bekam - alles weg. Nur sehr fragmentarische Erinnerungen habe ich: Die EKs mussten zum Stab. Da saßen in verschiedenen Zimmern alles, was der Staat so an "Organen" hatte: Polizei, Zoll, MfS, weiß der Geier wer noch alles. Und jeder erzählte, wie schön es bei ihm sei. Aber da wurde nicht pressiert: Der Satz "ich hab Studienplatz" reichte - und man war wieder draußen. Lediglich das eine Zimmer: Wollen Sie Reserveoffiziersanwärter werden? Ja, klar will ich das. Glaubst Du Nase, dass ich bei jeder Reserveübung als Feldwebel durch den Matsch laufen will?
Und eine ausnehmend abstruse Veranstaltung: Die Herren der Fachrichtung Gesellschaftswissenschaften machten eine Reservistenbelehrung. Das war offenbar auch bei denen hinreichend unbeliebt, sie ordneten da einen jungen Oltn ab. Der erzählte nochmal den ganzen kommunistischen Sermon. Aber er machte sich auch Sorgen um das Außenbild der Armee: Also alles ist geheim, das mal nicht vergessen. Und nur die guten Dinge berichten - da, da draußen. Die Gefreiten-EKs hatten aber beschlossen, weder dem Oltn noch sich selbst Stress zu machen: Sie schlummerten friedlich vor sich hin. Und der junge Genosse Oltn. wagte es nicht, sie zu wecken.

Wenige Tage vor Schluss kommt die Uhr mit dem Anschnitt nochmal ins Rennen. Ich muss die Sicherheit des Lehrgebäudes kontrollieren. Also insbesondere die Spezialklassen: Unten rechts SAS/SND, mitte rechts Lehrklasse R-118, oben rechts/hinten die Funkaufklärer. Ich bin etwas unrasiert und zugegeben auch lustlos. Ok, erledigt. Dann mal wieder zurück. Und direkt vor der SAS/SND-Lehrklasse läuft mir so ein frisch beförderter junger OSL über den Weg, der muss in der Fachrichtung Na auch in der Ecke SAS gewesen sein. Na gut, dann mal Meldung machen. Und fröhlich baumelt der Anschnitt an der Uhr an der rechten Hand an der rechten Mützenseite. Ja, Jottchen, ich bin E. Da musste jetzt durch, OSL. Rumms. Schwerer Anschiss. Warum sind Sie nicht rasiert, Genosse Ufw? Ich denke so für mich: Du Knalltüte, warum wohl nicht? Vielleicht, weil ich mich nicht rasiert habe? Und weil Du in vier Tagen jemand anderen schikanieren kannst? Gesagt habe ich das natürlich nicht - ich war ja lieb. Und der OSL sprach weiter: Morgen haben Sie ein Gespräch mit ihrem KC.

Hptm Häxxxx war höchst unglücklich: Warum haben Sie sich denn ausgerechnet diesen OSL ausgesucht? Tja, Cheffe. Ich hab mir den nicht ausgesucht, der hat mich ausgesucht. Häxxxx zu mir: Tja Mart. Der hat Dir grad Deine Abschlußbeförderung zum Fw. vermasselt. Behalte den in Erinnerung. Joh, Cheffe, zu Fehl. Bis heute.

Am Abgangstag gab es irgendwie Frühstück mit allen EK. Ich bin dann raus, habe das E-Tuch vor dem KdL-1 abgemacht und in der schwarzen Reisetasche (sig!) verstaut. Ich war wieder im Leben. Es gab keinerlei Grund, mich völlig freiwillig noch als Angehöriger der "bewaffneten Organe" zu erkennen zu geben. Ich habe mich auf dem Weg zum Bahnhof auch nicht umgedreht. Hinter mir lagen drei Jahre meiner Jugend.
Die Stadt der drei Lügen soll mich nie wieder ... dieses Versprechen habe ich dann allerdings gebrochen. Immer wenn es sich ergibt, ändere ich die Route so, dass ich in Perleberg vorbeischaue. Ein nettes mittelalterliches Städtchen. Was ganz schwer mit den Nachwendeproblemen kämpft.


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#329

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 02.05.2011 00:53
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von vs1
daher hab ich mich damals entschlossen abzukohlen, auf 3 jahre.


Ich hoffe mal, dass die Administration uns bald einen eigenen Unterbereich baut: Aufkohlen und Abkohlen müßte im Grunde ein eigener Thread werden. Daher im Moment nur kurz.

Es gab beides. Die Aufkohler waren im Wesentlichen in den Spezialfachrichtungen, die ihren Traum-Beruf gefunden hatten: UaZ kohlten auf BU auf (Freddy hier im Thread), BU kohlten auf Fä. auf (Blacky Schwxxx als Hfw.)

Abkohler müßte man trennen.
Also Olaf Anxxx (ich erzählte in diesem Thread schon) war BU und GF/Ausbilder. Seine Mutter wollte einen Westdeutschen heiraten. Das fand "der Staat" nicht so prima. Und Olaf fand nicht so prima, dass er in Sippenhaftung genommen wurde. Olaf hat abgekohlt. Er hat das ganz konsequent und politisch neutral durchgezogen. Nach 2,5 Jahren war er wieder zu Hause.

Es hat einige US/UaZ gegeben, die abkohlten. Die sind nicht vereidigt worden. Nach meiner Erinnerung wurden die etwa zur Vereidigung wieder nach Hause geschickt. Da das zu meiner Zeit in der 7. nie vorkam, kann ich nicht sagen, welcher Druck und durch wen da ausgeübt wurde.

Dein Fall erscheint mir als Sonderfall - weil Du ja nicht auf Soldat abgekohlt hast. Ich kann mir vorstellen, dass die V2000 genau damit ein Problem hatte: Also Dich als Feind darzustellen - ging nicht. Du wolltest ja immerhin noch drei Jahre.

Soweit ich das recht beobachtet habe, war das eine Spielwiese der V2000. Und offenbar hat es da (wir GT, diese Stasis da) durchaus vorsichtige Solidarisierung mit Abkohlern gegeben - Du beschreibst das ja auch. Der Genosse von V2000 hatte nun nicht so den kompletten Durchgriff auf die Kompanie. Also er hatte seine IM, da würde ich mal schätzen: Einen pro Zimmer im Durchschnitt. Dann hatte er sicher den einen oder anderen GF/Ausbilder. (Ich würde fast denken wollen, dass die absolute Minderheit der GF gleichzeitig IM waren: Die GF hatten die Tricks durchschaut, wie der Genosse V2000 an seine IM zum Gespräche kam; das war ja wegen des strengen Dienstregimes nicht so ganz einfach. Also ein GF als IM wäre den anderen GF sofort aufgefallen. Zweie - kenne ich.) Durchgriff hatte er auch auf KC und Hfw - aber das war es dann auch.


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#330

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 02.05.2011 01:13
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von vs1
nun wurde es richtig heftig.
ich wurde aus der gruppe entfernt und bekam ein bett im kompaniebereich, ein zimmer ohne fenster in dem wohl noch der schreiber lebte.


Überlesen. (Sage mal bitte das Einberufungsjahr.)

Ich will Dir nun nicht Deine (sicher sehr unschöne) Erinnerung nehmen. Aber das kann nicht stimmen. Bei dem Bautyp U-500 gibt es keine Zimmer ohne Fenster. Definitiv nicht. Ich ahne da aber was - da Du Schreiber erwähntest.
Links neben der Waffenkammer war ein kleiner Raum. Der diente als Kleinteilelager für den Hauptfeld und seinen Schreiber. Also aller möglicher Firlefanz: Knöpfe, Bügeleisen (Bügelstube!) und all das. Die Fenster dieses Raumes waren (bei der 7. Kp) ständig verdunkelt. Das könnte hinkommen.

Schreiber schliefen mit im Bereich der Sicherstellungskompanie - in meiner Erinnerung.


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#331

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 02.05.2011 01:26
von Nomex | 254 Beiträge

Hallo Mart,

die V2000 hat nicht jeden gleich als IM gehabt. Bei und im GAR kam auch ab und an ein Olt, und hat sich mit uns unterhalten. Ich hab beim ersten Mal auch nicht gleich begriffen/wusste wo der her kann. Hat aber schon ein ganz unverfängliches Gespräch in eine bestimmte Richtung gelenkt, ohne das man es gleich mitbekam. Viel später wurde mir erst klar gemacht was das für Einer war.

Über den Stabschef mussen wir uns noch mal per PM unterhalten.

Übrigens hast du den Schießplatz auf die linke Seite (von Wittenberge aus) der B 189 gelegt. Ich denke aber das wir auf der rechten Seite unseren StÜP mit Lehrgrenze hatten. Habe immer noch die Erinnerung das wir eine ganze Strecke parallel zu der Bundesstraße (damals F-Straße) gefahren sind um den StüP zu erreichen.

Gruß Nomex


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Günther Zieschong: "Mir hätten das System erst mal leasen solln...."
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#332

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 02.05.2011 01:37
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von Nomex
die V2000 hat nicht jeden gleich als IM gehabt.


Sonderkapitel. Würde ich erst aufrufen wollen, wenn wir ein eigenes Unterforum haben.
Als GF/Ausbilder hatte man schon ziemlich genau Plan, was da eigentlich ablief - und wer ganz konkret IM (diese Vokabel gab es damals nicht) war.
Ich würde es aber ohne Übertreibungen in die eine oder auch andere Seite halten wollen - also klarer Bericht, was da real war. Das wird kaum in einem solchen Mega-Thread gehen. Also lasse uns mal einige Tage noch warten.

Zitat von Nomex
Über den Stabschef mussen wir uns noch mal per PM unterhalten.


Gern. Sprich mich an.
Ich bin nicht ganz sicher: Irgendwer hatte mich vor ein oder zwei Jahren schon mal angesprochen. Der war ein entfernter Verwandter des Stabschefs. Ggf warst Du das?

Zitat von Nomex
Übrigens hast du den Schießplatz auf die linke Seite (von Wittenberge aus) der B 189 gelegt. Ich denke aber das wir auf der rechten Seite unseren StÜP mit Lehrgrenze hatten.


Negativ. Der StÜP war von Wittenberge kommend linkerhand der Fernverkehrsstraße. Rechterhand war der Schießplatz der "Freunde".
Es ordnet sich übrigens nahtlos in meinen Artikel "Mart als EK" ein: 1984 ist ein Teil des sowj. Schießplatzes ausgegrenzt worden. Dort entstand ein weiterer Schießplatz - nun aber für uns. Das lief in Truppeneigenleistung: Die US durften da für Arbeitsmaßnahmen antreten - und zwar zu meiner EK-Zeit. Das erfuhr ich aber erst vor wenigen Jahren von Nordpol: Das ging völlig an mir vorbei. Ich war EK - und aus unklarem Grund war ich bei diesem Unfug nie.

Nomex, die Koordinate Plastkernschießbahn stimmt definitiv. In der Nähe sind KdP-StÜP, Lehrbaracken und der Lehrführungspunkt.


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#333

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 02.05.2011 01:42
von Nomex | 254 Beiträge

Ja das mit dem Stabschef kann schon ich gewesen sein.

Mit dem StüP dachte ich immer das der auf der östlichen Seite der Bundestraße war. Denn da war doch auch die Lehrgrenze. Und nicht weit entfernt die "berühmte Abdeckerei". Das Problem ist auch das ich mich nie an ein Schießen mit Plastkern erinnern kann. Mag es sein das es daran liegt das ich schon 82/83 da war?

Ans Schießen kann ich mich eigentlich nur erinnern an Lübtheen. Die Fahrt hin und zurück waren der Hammer. Das war hinten auf dem W50 wirklich kein Spaß. In Erinnerung ist mir nur der Spruch unseres KC geblieben: " Wenn ihr dahinten der Turm trefft gibts Sonderurlaub". War natürlich Blödsinn weil der auf der anderen Seite der Elbe stand. Aber der KC war eh schon ne besondere Marke. Hatte ja auch einen zu der Zeit berühmten Bruder.

Gruß Nomex


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Günther Zieschong: "Mir hätten das System erst mal leasen solln...."
zuletzt bearbeitet 02.05.2011 02:01 | nach oben springen

#334

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 02.05.2011 02:29
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von Nomex
Mit dem StüP dachte ich immer das der auf der östlichen Seite der Bundestraße war. Denn da war doch auch die Lehrgrenze.


Du irrst.
Bei der Festlegung der Lehrgefechtsgrenze tue ich mich etwas schwer: Die 7. hatte damit ja weniger zu tun. Wir sind da mal aufgelaufen und haben grundsätzliche Abläufe geübt, also faktisch Polizeidienst. Anruf, Hinlegen, Durchsuchung. Vielleicht brauchen wir Nordpol für die Bestätigung der Lehrgefechtsgrenze. Ich möchte meinen, dass sie hier war (Fadenkreuz beachten!):
http://www.wikimapia.org/#lat=53.0425031...08&z=16&l=5&m=b

Zitat von Nomex
Und nicht weit entfernt die "berühmte Abdeckerei".


Die habe ich nie gesehen, nur gerochen. Hier vermutlich:
http://www.wikimapia.org/#lat=53.0422451...05&z=16&l=5&m=b

Zitat von Nomex
Das Problem ist auch das ich mich nie an ein Schießen mit Plastkern erinnern kann. Mag es sein das es daran liegt das ich schon 82/83 da war?


Nein. Das war ja auch meine Zeit.
Dort fand das erste Gewöhnungsschießen statt. Das war die Voraussetzung für den Wachdienst. Wenn Du da zufällig Guffdie warst, warst Du halt nicht dabei. Die Pistolenschießübung - die fand auch auf diesem Schießplatz statt. Direkt NW war eine große Freifläche. Da war die Kasperei mit Platzpatronen: Stehend, kniend. liegend. Lange Feuerstöße. Gegenüber war dann der Handgranatenstand. Hier wohl:
http://www.wikimapia.org/#lat=53.0513748...29&z=19&l=5&m=b

Zitat von Nomex
Ans Schießen kann ich mich eigentlich nur erinnern an Lübtheen. Die Fahrt hin und zurück waren der Hammer. Das war hinten auf dem W50 wirklich kein Spaß.


Oberschenkel gegenseitig verschränkt ... erinnerst? Das Lehrprogramm für den kleinen Schwulen - aber man war ja derart müde, dass man selbst bei solchen Nummern nicht zuckte; bissele gewöhnungsbedürftig war das aber schon.
Bei der 8, hat es einen auf den ersten Blick schlimmen Unfall gegeben:
Es war Tau, ggf auch Raureif. In einer Linkskurve hat der Fahrer überzogen und der W50 überschlug sich. Glücklicherweise lief das sehr glimpflich ab: Es gab zwar Abschürfungen und Beulen. Aber nach meiner Kenntnis keine ernsthaften Verletzungen.
Jetzt kommt's: Die Kameraden sind dann tatsächlich zum Schießen angetreten!

Die 7. war zeitgleich in Lübtheen. Wir rödeln dann so zurück. Ich war damals auch Waffenkammerverantwortlicher und gebe auf dem Flur den Oberaffen beim Waffenreinigen. KC Häxxxx guckt aus seiner Buchte und ruft: Unterfeld, zu mir!
Joh, Cheffe, zu Fehl.
Setz Dich mal. Joh, zu Fehl.
Sag mal, Unterfeld. Der KC der 8. hat die schießen lassen. Sag mal: Was hätten wir denn in so einer Situation gemacht?
Nun, Cheffe. Ich wäre zu Ihnen gekommen und hätte vorgetragen, dass die US auf keinen Fall schießen dürfen. Weil erstens nicht klar ist, ob die Waffen einen Schlag weg haben; die müssen zur Waffenwerkstatt. Zweitens sind die Jungs unter Schock. Die darf man nicht schießen lassen.

Zitat von Nomex
Aber der KC war eh schon ne besondere Marke. Hatte ja auch einen zu der Zeit berühmten Bruder.


Wenn Du etwas nicht sagen willst, darfst Du auch nichts andeuten.


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#335

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 03.05.2011 00:31
von vs1 (gelöscht)
avatar

Zitat von Mart

Zitat von vs1
daher hab ich mich damals entschlossen abzukohlen, auf 3 jahre.


Ich hoffe mal, dass die Administration uns bald einen eigenen Unterbereich baut: Aufkohlen und Abkohlen müßte im Grunde ein eigener Thread werden. Daher im Moment nur kurz.

Es gab beides. Die Aufkohler waren im Wesentlichen in den Spezialfachrichtungen, die ihren Traum-Beruf gefunden hatten: UaZ kohlten auf BU auf (Freddy hier im Thread), BU kohlten auf Fä. auf (Blacky Schwxxx als Hfw.)

Abkohler müßte man trennen.
Also Olaf Anxxx (ich erzählte in diesem Thread schon) war BU und GF/Ausbilder. Seine Mutter wollte einen Westdeutschen heiraten. Das fand "der Staat" nicht so prima. Und Olaf fand nicht so prima, dass er in Sippenhaftung genommen wurde. Olaf hat abgekohlt. Er hat das ganz konsequent und politisch neutral durchgezogen. Nach 2,5 Jahren war er wieder zu Hause.

Es hat einige US/UaZ gegeben, die abkohlten. Die sind nicht vereidigt worden. Nach meiner Erinnerung wurden die etwa zur Vereidigung wieder nach Hause geschickt. Da das zu meiner Zeit in der 7. nie vorkam, kann ich nicht sagen, welcher Druck und durch wen da ausgeübt wurde.

Dein Fall erscheint mir als Sonderfall - weil Du ja nicht auf Soldat abgekohlt hast. Ich kann mir vorstellen, dass die V2000 genau damit ein Problem hatte: Also Dich als Feind darzustellen - ging nicht. Du wolltest ja immerhin noch drei Jahre.

Soweit ich das recht beobachtet habe, war das eine Spielwiese der V2000. Und offenbar hat es da (wir GT, diese Stasis da) durchaus vorsichtige Solidarisierung mit Abkohlern gegeben - Du beschreibst das ja auch. Der Genosse von V2000 hatte nun nicht so den kompletten Durchgriff auf die Kompanie. Also er hatte seine IM, da würde ich mal schätzen: Einen pro Zimmer im Durchschnitt. Dann hatte er sicher den einen oder anderen GF/Ausbilder. (Ich würde fast denken wollen, dass die absolute Minderheit der GF gleichzeitig IM waren: Die GF hatten die Tricks durchschaut, wie der Genosse V2000 an seine IM zum Gespräche kam; das war ja wegen des strengen Dienstregimes nicht so ganz einfach. Also ein GF als IM wäre den anderen GF sofort aufgefallen. Zweie - kenne ich.) Durchgriff hatte er auch auf KC und Hfw - aber das war es dann auch.




nen fred für auf- oder abkohler kann jeder user eröffnen.

... egal.

ich bekam damals nur den tipp, geh nicht auf grundwehrdienst.
dann bist du am a...h und wirst erst mit 27 gezogen.
die zeit, die du hier warst wird nicht anerkannt und ich dachte mir shit, 1-2 monate für nix.
genau dass war mein fehler, falscher stolz.

egal, ich landete in der 5. kompanie, 1. zug, 1. gruppe.
neu eingekleidet, in felldecke und knobelbecher.
hab dort alles mitgemacht und wurde trotzdem uffz. .

zu meinem erstaunen, landete ich in schierke.
bei den erstgespräch, mit dem zugführer, kam es zur nächsten panne.
er fragte mich doch wahrhaftig, ob ich mir eine längere dienstzeit vorstellen könnte!

gruß vs


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#336

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 05.05.2011 21:38
von heinothaino (gelöscht)
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Halloe,
ich war 11/83-4/84 zur NaUffz Ausbildung da.
Weitervorn hab ich gelesen , dass Na-KC Poer....
1985 nicht Stabsoberfaehnrich sondern Stabsfaehnrich sei..?
oder ob er wohl die Treppe runtergefallen sei...

In meiner Akte steht: sinngemaess:

Poers... vergass wohl in seinem Wahn
jedes Jahr Chef der ,,beste Kompanie,,
zu werden,
seinen eigentlichen Grundauftrag,
naemlich versuchte Fluchten bzw. Grenzdurchbrueche
(aus den eigenen Reihen) zu vereiteln.
Um den Titel zu erreichen wurden hier und da
negative Ereignisse unter den Tisch gekehrt.

Der Mann war in Ordnung...
unfaehr ihm so nen Strick zu drehn.
nur mM


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#337

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 11.05.2011 18:56
von drlinge (gelöscht)
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Hallo Perleberger!
Ich war Mai 76 bis Oktober 76 in Perleberg. damals waren wir, und es war der gesamte Mittelblock Fachrichtung 3. kurz gesagt
Kantenlatscher. ich war ganz oben es müsste 5. oder 6. Stock gewesen sein. das schönste war immer zum Essen die Treppen runter und natürlich nach dem Essen, Treppen in Laufschritt wieder hoch. war man oben und zu langsamm, dass selbe Spiel noch mal. Oder ihr werdet es auch noch kennen, am Samstag, Mittagessen im Kochgeschirr.
Alles was schon geschrieben wurde kannte ich auch, ob das Schulungsgebäude, Freunde mit Frühsport oder der Stüp alles kommt in der Erinnerrung wieder. Ausgang war ich ca. 3 oder 4 mal, es hat sich einfach nicht gelohnt Raus zu gehen.
Komme aus dem Süden, also um die Gegend von Plauen/ Vogtland. Ihr könnt euch ja vorstellen wenn es damals VKU gab, wann ich in der Heimat war. Aus unserer Komp. waren 2 Mann von dort Unten. Wir waren am Bahnhof von Perleberg, da waren die von der Gegend um Perleberg schon besoffen. Ich war so gegen 03:00 Uhr in der Heimat und am Montag nach dem Mittagessen gings wieder zurück, so war ich 05:00 auf der Komp. und um 06:00 gings mit Frühsport wieder weiter.
Aber das halbe Jahr war so schnell vorbei, die Versetzung hat bei mir auch noch 2 Tage gedauert. über Nordhausen gings ins Gr. 10 das war Plauen( Heimat), weiter nach Wiedersberg das 3.Gb. 10.Gk.
ich wurde an einem Sonnabend abgeholt, wir waren 3 Uffze. es ging nach Schlegel in die 4.Gk. 1.Gb.10Gr. so war mein Anfang bei den Grünen Baretts. Schön war auch der Streifen am linken Arm." Grenztruppen der DDR".
Wünsch allen noch einen schönen Abend, Tschüss euer Gunter


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#338

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 12.05.2011 17:42
von Seppel (gelöscht)
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Hallo Perleberger
Ich war von Mai 1980 bis Oktober 1980 in Perleberg.
Dritte Kompanie ,vierter Zug,zweite Gruppe.
Geschützführerausbildung SPG 9
Samstag bin ich nicht mehr Mittagessen gegangen,gab eh nichts gescheites habe mir auf der Bude lieber Büchse Fleisch auf gemacht.
Mittagessen auf den Stüp wenn wieder mal die Abdeckerei Tiere verbrannte war immer lecker,da verging ein das Essen.
Ich schreibe gerade ein Buch über meine Erlebnisse an der Grenze,Perleberg kommt natürlich auch im Buch nicht zu kurz.
Ich bin ende Oktober nach Eishausen/Thüringen versetzt worden.GR 09 10. GK
Wie wir immer sagten "Perleberg Grab meiner Jugend"
Bis in die Tage Jörg/ EK Seppel 83/1


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#339

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 13.05.2011 00:47
von Ladehugo | 42 Beiträge

Eines müssen wir Mart lassen, er beleuchtet das Leben in Perleberg aus beiderlei Sicht, der des US und des GF. War er mir zu Anfang dieses Threats etwas suspekt, wegen der "Nähe" zu meinem Schleifer Ufw., so kann ich mittlerweile das System der Ausbildung erkennen und ihn verstehen. Das System hat funktioniert!!!

Eines kann ich aber nicht verstehen, Du (@Mart) sprichst auch von 3 geklauten Jahren, warum hast Du Dich dann auf den Reserveoffizierslehrgang eingelassen? Bekanntlich wurden alle Reserveoffz. alle zwei Jahre für 3 Monate einberufen.

Klar, mit Einschreiben beim Studium mussten wir uns alle für eine Reserveoffiziersausbildung verpflichten, aber ich hatte noch 3 Jahren Grenze derart mit dem System abgeschlossen, dass ich kein Offz. mehr wurde. Wie.... bei Bedarf mehr..... Sehlingstedt ist sowieso ein Thema wert!!!

Wie ging es bei Dir dann weiter?



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#340

RE: Unteroffiziersschule "Egon Schultz" Perleberg

in Grenztruppen der DDR 13.05.2011 02:30
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von Seppel
Ich schreibe gerade ein Buch über meine Erlebnisse an der Grenze,Perleberg kommt natürlich auch im Buch nicht zu kurz.


Hallo Jörg,
falls Du da bei Einzelheiten Hilfe benötigst: Hier sind derzeit fünf UAZ/Ausbilder sowie ein UaZ, der sicherstellend in Perleberg diente.
Zweifelsfragen bzgl. Perleberg sollten sich also klären lassen.


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