#61

RE: Tarnung der Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.12.2011 00:09
von Mike59 | 7.969 Beiträge

[quote="Fall 80"]Wie war das mit den schlampig gesicherten Wasserdurchlässen? Ich habe vor längerer Zeit einen Wasserdurchlass entdeckt der mit einem Gitter und Vorhängeschloss gesichert war. War das nicht die Regel? [quote="Tonberg"]

Was verstehst du unter längerer Zeit? Die Grenze ist seit 1989 nicht mehr. Wenn es dich stört das er nicht ordentlich gesichert ist, dann schweiß ihn zu. Das passt dann schon.

Mike59


zuletzt bearbeitet 08.12.2011 00:10 | nach oben springen

#62

RE: Tarnung der Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.12.2011 06:44
von S51 | 3.733 Beiträge

Meist waren die Wasserdurchlässe mit Betonröhren gesichert. So, wie es Kilber im Grenzmuseum Sorge fotografiert hat:
g179p3225-IMG-x.html

Doch war dies so nicht immer praktikabel. Vor allem dort, wo Schmelzwasser oder eben Regenwasser auch mal größere Brocken, Äste oder dergleichen mitgerissen hat. Mitunter auch weil es es sich eben um eine Passierstelle gehandelt hat.
Dann war es nur ein Gitter freundwärts in einem Metallrahmen, gesichert mit einem oder mehreren Vorhängeschlössern und auf Höhe des Zaun I noch einem weiteren, ebenso gesicherten Gitter.
Bodesprung im Harz zum Beispiel.
Das Gitter musste zum Öffnen gezogen werden, einfach aufklappen ging also nicht. Meist waren auch noch Signalgeräte installiert und ab etwa 1985 hatten die meisten dieser Gitter dann einen Meldekontakt zur Führungsstelle. Wenn der funktionierte, dann hat der KGSi gesehen, ob sich jemand am Durchlass zu schaffen machte.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#63

RE: Tarnung der Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.12.2011 07:48
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von eisenringtheo

Zitat von stutz
[
Vieleicht sollte das Gaze ein bißchen martialischer aussehen, als es sowieso schon war.



In Berlin wurde alles versucht, die Mauer gegen Osten mit baulichen Massnahmen zu "verstecken"; in Richtung Westberlin wurde nichts in dieser Hinsicht unternommen. Ich könnte mir vorstellen, dass auch in Richtung BRD gewisse Türme von Osten her gut sichtbar waren - bei klarem Wetter sieht man ja sehr weit, wenn man auf einer Anhöhe ist. Und dass es solche Türme waren, die bemalt wurden.
Theo




Da ist es wohl wie bei fast allem an der Grenze. Kaum eine Regel, die vor Ort nicht mal so und mal so ausgelegt und gehandhabt wurde. Praktisch gab es in beinahe jedem Abschnitt mehr Türme als überhaupt Posten. Im Abschnitt Schierke waren von drei Türmen (Führungsstelle eingerechnet) zwischen einem und zwei besetzt. Praktischerweise wurden in den 80-er Jahren beschichtete Fenster eingeführt, so dass nicht immer auf Anhieb zu sehen war, ob jemand darauf blockte. So zu "tun als ob" war also eine wichtige Aufgabe.
Andererseits gab es eine Neurerbewegung, die auch gefördert wurde. Neuer waren Leute aus der Truppe, die durch Ideen die Grenzsicherung verbessern wollten und sollten. Potjomkinsche Dörfer, also die Praxis, kam in der Theorie aber nicht vor. So scheint es schon sinnvoll, Türme zu tarnen, um den GV nicht abzuschrecken sondern abzupassen. Wenn jemand so eine Idee hatte, wurde die auch ausprobiert. Örtlich begrenzt im jeweiligen Abschnitt. So haben auf dem Wege der Neurerbewegung manche Türme eben einen Tarnanstrich erhalten. Probieren dauert ja eine Weile. Der große Rest blieb grau.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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