#1

Brandanschlage auf Bahnanlagen in Berlin

in Themen vom Tage 12.10.2011 12:56
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Verrückte gefährliche, kriminelle Spinner terrorisieren die Bevölkerung in und um Berlin mit bisher 13 versuchten bzw. vollzogenen Brandanschlägen auf Bahnanlagen der S-Bahn und der Bundesbahn seit dem Wochenendende. Es gab starke Auswirkungen im Bahn Nah- und Fernverkehr.

Man kann von Glück sprechen, dass es bisher keine Verletzte bzw. Tote gab.

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/be...8,10994992.html

http://www.tagesspiegel.de/berlin/polize...en/4742718.html


zuletzt bearbeitet 12.10.2011 19:40 | nach oben springen

#2

RE: Brandanschlage auf Bahnanlagen in berlin

in Themen vom Tage 12.10.2011 13:22
von eisenringtheo | 9.181 Beiträge

Die Bahn nennt als Störungsgrund "Vandalismus". Ab wann gilt sowas als Brandanschlag, Bombenattentat? Wenn der Hauptbahnhof in die Luft fliegt?
Theo


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#3

RE: Brandanschlage auf Bahnanlagen in berlin

in Themen vom Tage 12.10.2011 13:29
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Wenn Signalsteuerungs- und Sicherungsanlagen bei der Bahn durch Brandanschläge ausfallen kann es ja wohl kein Vandalismus mehr sein!


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#4

RE: Brandanschlage auf Bahnanlagen in berlin

in Themen vom Tage 12.10.2011 13:50
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Der gefährliche Eingriff u.a. in den Bahnverkehr ist eine Straftat nach StGB:

§ 315
Gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr

(1) Wer die Sicherheit des Schienenbahn-, Schwebebahn-, Schiffs- oder Luftverkehrs dadurch beeinträchtigt, daß er
1. Anlagen oder Beförderungsmittel zerstört, beschädigt oder beseitigt,
2. Hindernisse bereitet,
3. falsche Zeichen oder Signale gibt oder
4. einen ähnlichen, ebenso gefährlichen Eingriff vornimmt,

und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

(3) Auf Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr ist zu erkennen, wenn der Täter
1. in der Absicht handelt,
a) einen Unglücksfall herbeizuführen oder
b) eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken, oder
2. durch die Tat eine schwere Gesundheitsschädigung eines anderen Menschen oder eine Gesundheitsschädigung einer großen Zahl von Menschen verursacht.

(4) In minder schweren Fällen des Absatzes 1 ist auf Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren, in minder schweren Fällen des Absatzes 3 auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu erkennen.

(5) Wer in den Fällen des Absatzes 1 die Gefahr fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(6) Wer in den Fällen des Absatzes 1 fahrlässig handelt und die Gefahr fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.


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#5

RE: Brandanschlage auf Bahnanlagen in berlin

in Themen vom Tage 12.10.2011 14:28
von damals wars | 12.198 Beiträge

Zitat von GZB1
Wenn Signalsteuerungs- und Sicherungsanlagen bei der Bahn durch Brandanschläge ausfallen kann es ja wohl kein Vandalismus mehr sein!



Genau.
Sabortage.

Und es hat sich noch kein Terrorist gefunden, der nicht "das Beste" wollte.
Und seine Verbrechen nur beging, um "die Welt vom Bösen zu befreien".


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#6

RE: Brandanschlage auf Bahnanlagen in berlin

in Themen vom Tage 12.10.2011 15:16
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Man orientiert sich immerhin an Lenins Meinung zum bewaffneten Kampf.

Dies ganz ohne pers. Wertung.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#7

RE: Brandanschlage auf Bahnanlagen in berlin

in Themen vom Tage 12.10.2011 15:29
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Man orientiert sich immerhin an Lenins Meinung zum bewaffneten Kampf.

Dies ganz ohne pers. Wertung.



Was meinst du mit immerhin??? Diese Aktion richtet sich gegen die normale Bevölkerung und ist einfach nur kriminell!!!


zuletzt bearbeitet 12.10.2011 15:50 | nach oben springen

#8

RE: Brandanschlage auf Bahnanlagen in berlin

in Themen vom Tage 12.10.2011 15:48
von Zaunkönig | 624 Beiträge

Inzwischen spricht auch die Bahn von Sabotage.


März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße
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#9

RE: Brandanschlage auf Bahnanlagen in berlin

in Themen vom Tage 12.10.2011 16:02
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Inzwischen hat die Bundesanwaltschaft die Ermitlungen wegen des Verdachts des Tatbestand der verfassungsfeindlichen Sabotage an sich gezogen.

§ 88 StGB

Verfassungsfeindliche Sabotage

(1) Wer als Rädelsführer oder Hintermann einer Gruppe oder, ohne mit einer Gruppe oder für eine solche zu handeln, als einzelner absichtlich bewirkt, daß im räumlichen Geltungsbereich dieses Gesetzes durch Störhandlungen
1. Unternehmen oder Anlagen, die der öffentlichen Versorgung mit Postdienstleistungen oder dem öffentlichen Verkehr dienen,
2. Telekommunikationsanlagen, die öffentlichen Zwecken dienen,
3. Unternehmen oder Anlagen, die der öffentlichen Versorgung mit Wasser, Licht, Wärme oder Kraft dienen oder sonst für die Versorgung der Bevölkerung lebenswichtig sind, oder
4. Dienststellen, Anlagen, Einrichtungen oder Gegenstände, die ganz oder überwiegend der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung dienen,

ganz oder zum Teil außer Tätigkeit gesetzt oder den bestimmungsmäßigen Zwecken entzogen werden, und sich dadurch absichtlich für Bestrebungen gegen den Bestand oder die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland oder gegen Verfassungsgrundsätze einsetzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.


zuletzt bearbeitet 12.10.2011 16:04 | nach oben springen

#10

RE: Brandanschlage auf Bahnanlagen in berlin

in Themen vom Tage 12.10.2011 16:20
von VNRut | 1.486 Beiträge

Zitat
Quelle: http://nachrichten.t-online.de/brandsatz..._50548168/index

Keine Hinweise auf Linksterrorismus
Das Bundesinnenministerium sieht in den Anschlägen noch keinen neuen Linksterrorismus in Deutschland. Es gebe bislang keine Hinweise darauf, dass aus den linksextremistischen Strukturen bereits linksterroristische Vereinigungen im Sinne des Strafgesetzbuches geworden seien, sagte Ministeriumssprecher Jens Teschke. "Trotzdem sind wir der Ansicht, dass wir auf der Hut sein und allen Strukturen im Ansatz entschieden entgegenwirken müssen, die sich zum Linksterrorismus entwickeln können."

Dagegen hatte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" erklärt: "Der Linksextremismus eskaliert zum Linksterrorismus." Die jüngsten Anschlagsversuche auf Bahnanlagen seien keine Zufallstaten mehr. "Das ist eine weitere Verschärfung im Rahmen einer ganzen Kette linksextremistischer Anschläge." Schünemann erinnerte an die in den 70er Jahren aktiven Revolutionären Zellen: "Der Weg von Brandanschlägen zu gezielten Mordanschlägen ist nicht weit."



Vorschnell sprachen Politiker von Linksterrorismus, aber wer sagt uns nicht, dass diese Tätergruppe aus Reihen der Bandidos, Hells Angels, rechter Gesinnungsleute oder andere Gruppierungen entspringen. Racheakte gegen den Staat wegen Verbote, Diskriminierung, sozialen Abstieg etc. wären möglich, genauso wie eine Erpressung gegen die Deutsche Bahn (siehe Ikea-Möbel-Kette)

Wolle


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
zuletzt bearbeitet 12.10.2011 17:57 | nach oben springen

#11

RE: Brandanschlage auf Bahnanlagen in berlin

in Themen vom Tage 12.10.2011 16:40
von Rainman2 | 5.763 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Man orientiert sich immerhin an Lenins Meinung zum bewaffneten Kampf.

Dies ganz ohne pers. Wertung.


Hallo Feliks,

ich habe bis dato die Bekennerschreiber nirgendwo in Gänze gefunden, kann also die Aussage nicht ganz nachvollziehen.

Ich las nur etwas auszugsweise von einer "Entschleunigung der Gesellschaft bis zum Stillstand". Fakt ist, dass selbst innerhalb des Marxismus-Leninismus der individuelle Terror als Kampfform abgelehnt wurde (ich weiß, dass die Parteiführungen die theoretischen Grundsätze nicht immer ernst genommen haben - es geht mir hier zunächst um die Theorie). Das Problem hier ist, dass das Handeln dieser Gruppe (Gruppen?) "nur" als Sabotage aufgefasst werden kann und von ihnen selber augenscheinlich auch so verstanden wird. Die Auswirkungen scheinen nicht schlimmer, als bei einem Bahnstreik.

Das greift aber zu kurz. Die Beschädigung von Einrichtungen, die für Leben und Gesundheit von Menschen notwendig sind, und Signaleinrichtungen beispielsweise sind das nunmal, stellt eine direkte Bedrohung dar, die, unabhängig von klassenkämpferischer oder vielleicht auch juristischer Bewertung, das Ganze in den Rang von terroristischen Handlungen hebt. Hier stimmt also auf den ersten Blick für mich weder die Form des Kampfes noch die Berufung auf Lenin.

ciao Rainman2


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 12.10.2011 16:41 | nach oben springen

#12

RE: Brandanschlage auf Bahnanlagen in berlin

in Themen vom Tage 12.10.2011 17:42
von Huf (gelöscht)
avatar

Die angeführten Anschläge bzw. Anschlagsversuche auf den Bahnverkehr sind nach m.M. als Verbrechen zu werten, weil der/die Täter unabsehbare Folgen für Leib und Leben von Bahnreisenden und Sachbeschädigungen billigend in kauf nehmen. Insofern, @Feliks sehe ich hier auch keinen "verständlichen" bewaffneten Kampf gegen das System.

Allerdings sollten wir auch bedenken, wie die Information uns "aufbereitet" durch die Medien erreicht.

VG Huf


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#13

RE: Brandanschlage auf Bahnanlagen in berlin

in Themen vom Tage 12.10.2011 19:18
von damals wars | 12.198 Beiträge

Zitat von Huf


Allerdings sollten wir auch bedenken, wie die Information uns "aufbereitet" durch die Medien erreicht.

VG Huf


unaufbereitet:
Presseerklärung der Brandstifter
....
P.S.: Unsere Aktion zielt nicht darauf, Menschen zu gefährden. Das haben wir bestmöglich ausgeschlossen. Die Terrorismuskeule sollten die Politiker_innen, Polizei und einige Medien also besser in der Tasche lassen. Denn terroristisch ist, wer Waffen baut, Geld daran verdient und beabsichtigt, Menschen damit umzubringen oder umbringen zu lassen.

http://linksunten.indymedia.org/de/node/48377


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#14

RE: Brandanschlage auf Bahnanlagen in berlin

in Themen vom Tage 12.10.2011 20:16
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Als erstes möchte ich einmal klarstellen dass ich diese Handlungen aus drei Gründen ablehne, dazu jedoch später mehr.


Lenin hat @Rainman den Terror als Kampfform jedoch niemals grundsätzlich abgelehnt, sondern lediglich als [seinerzeit] unzweckmäßig angesehen.

Zitat
Grundsätzlich haben wir den Terror nie abgelehnt und können wir ihn nicht ablehnen. Er seit eine Kampfhandlung, die in einem bestimmten Zeitpunkt der Schlacht, bei einem bestimmten Zustand der Truppe und unter bestimmten Bedingungen durchaus angebracht und sogar notwendig sein kann. Doch das Wesen der Sache besteht gerade darin, daß gegenwärtig der Terror keineswegs als eine mit dem ganzen Kampfsystem eng verbundene und koordinierte Operation der kämpfenden Armee vorgeschlagen wird, sondern als selbständiges und von jeder Armee unabhängiges Mittel des Einzelangriffs. Bei dem Fehlen einer zentralen Organisation und bei der Schwäche der örtlichen revolutionären Organisationen kann ja der Terror auch nichts anderes sein. Und deshalb erklären wir entschieden, das ein solches Kampfmittel unter den gegebenen Umständen unzeitgemäß und unzweckmäßig ist, daß es die aktivsten Kämpfer von ihrer wirklichen, für die Gesamtbewegung wichtigsten Aufgabe ablenkt, und nicht die Kräfte der Regierung, sondern die der Revolution desorganisiert. Man denke an die letzten Ereignisse: Vor unseren Augen drängen breite Massen der städtischen Arbeiter und des „gemeinen Volkes“ der Städte zum Kampf, die Revolutionäre aber haben keinen Stab von Leitern und Organisatoren. Besteht unter solchen Bedingungen nicht die Gefahr, daß durch die Abwanderung der tatkräftigsten Revolutionäre zum Terror jene Kampfabteilungen geschwächt werden, auf die einzig und allein ernste Hoffnungen gesetzt werden können? Besteht nicht die Gefahr, daß dadurch die Verbindung der revolutionären Organisationen mit den zersplitterten Massen der Unzufriedenen, Protestierenden und Kampfwilligen zerrissen wird, deren Schwäche gerade in ihrer Zersplitterung besteht? Bai liegt doch in dieser Verbindung die einzige Gewähr für unseren Erfolg. Wir sind weit entfernt von dem Gedanken, heldenmütigen Einzelaktionen jede Bedeutung abzusprechen, aber es ist unsere Pflicht, mit aller Energie davor zu warnen, sich am Terror zu berauschen, ihn als wichtigstes und hauptsächliches Kampfmittel zu betrachten, wozu heute sehr, sehr viele so stark neigen. Der Terror kann niemals eine alltägliche Kampfhandlung werden: bestenfalls taugt er nur als eine der Methoden des entscheidenden Sturmangriffs. Es fragt sich, ob wir im gegenwärtigen Moment zu solchem Sturmangriff aufrufen können?



Später hörte sich dies dann so an...

Zitat
Zweitens hielt sich diese Partei für besonders "revolutionär" oder "linksradikal", weil sie für den individuellen Terror, für Attentate war, was wir Marxisten entschieden ablehnten. Selbstverständlich lehnten wir den individuellen Terror nur aus Gründen der Zweckmäßigkeit ab; Leute aber, die es fertigbrächten, den Terror der Großen Französischen Revolution oder überhaupt den Terror einer siegreichen und von der Bourgeoisie der ganzen Welt bedrängten revolutionären Partei "prinzipiell" zu verurteilen, solche Leute hat bereits Plechanow in den Jahren 1900-1903, als er Marxist und Revolutionär war, dem Spott und der Verachtung preisgegeben.



...was immer noch keine grsdl. Ablehnung ist.

Aufbauend auf diesen, seinen, Ansichten zum Terror der Französischen Revolution wurde später das Dekret zum roten Terror verkündet, dessen erklärtes Ziel ja die Vernichtung der Bourgeoisie als Klasse insgesamt war.



Ich sehe diese Aktionen als Kampfform deshalb in Übereinstimmung mit Lenins Ansichten, da sie für mich zwar falsch, jedoch kein Terror sind. Man müsste natürlich klären inwieweit tatsächlich Menschenleben gefährdet waren, nachdem was ich mittlerweile gelesen habe war hier zwar eine (sofort festgestellte) Beeinträchtigung der Anlagen gegeben, jedoch keine unmittelbare Gefahr wie sie z.B. durch entfernte oder mit Betonblöcken blockierte Gleise hervorgerufen wird.

Natürlich wurde das Kapital und sein Funktionsablauf kurzfristig und minimal entschleuningt, jedoch nicht in einem solchen Maße, welches, von der strafrechtlichen Bewertung einmal abgesehen, den Ärger der Masse der Bevölkerung auch nur annähernd rechtfertigen würde. Weiterhin wären selbst beim erreichen der geplanten Wirkung die gesamtgesellschaftlichen Voraussetzungen, für breite Zustimmung solcher Aktionen, in der Bevölkerung noch lange nicht gegeben. Auch wenn wir im Rahmen der europäischen Schuldenkrise, für die letztendlich das Proletariat aufkommen muss, auf direktem Wege dorthin sind. Diese Aktionen haben also dem Anliegen der linken Kräfte in diesem Land mehr geschadet als genutzt. Grund 1 diese Aktionen abzulehnen.

Auch für einen als Hauptgund angeführten Protest gegen die Auslandseinsätze der Bundeswehr sind solche durch die Bevölkerung nicht mitgetragenen Aktionen nicht geeignet. Niemand der gegen Krieg ist wird verstehen dass er dafür 2 Stunden später auf Arbeit ankommen soll, eher wird er verstehen das dafür dann Fahrzeuge der Bundeswehr in Flammen aufgehen wie z.B. an der OHS. Grund 2 diese Aktionen abzulehnen.

Der dritte Grund für die Ablehnung jeglicher oben beschriebener Aktionen ist natürlich in der Gesetzslage zu suchen, denn es entstünde ein unheilbares Chaos wenn jede Minderheit die Gesetze für ihre Ziele missachten und brechen würde. Ich mag Struktur und Ordnung, Gesetze sind dessen Grundlage und daher zu beachten. Wenn eines vielleicht gar nicht mehr so fernen Tages die Mehrheit diese Ziele mitträgt und unterstützt, dann werden diese auch in Übereinstimmug mit den [dann] geltenden Gesetzen zu realisieren sein.


Edit: 100.000,00 € sind nun von der DB ausgelobt...


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 12.10.2011 20:34 | nach oben springen

#15

RE: Brandanschlage auf Bahnanlagen in berlin

in Themen vom Tage 12.10.2011 21:03
von Huf (gelöscht)
avatar

@Feliks, ich wollte Dich in meinem Beitrag keineswegs als Gutheißer jener Aktionen brandmarken!
Betrachtet man jedoch die Anmerkungen von Rainman2 und Dir, erkennt man sofort eine durchaus nachvollziehbare kritische Auseinandersetzung mit den Vorgängen an sich und weiterführenden systemkritischen Gedanken.
Meine möglicherweise für Dich schwer verständliche Frage allerdings lautet: Wer mit der Politik und den daraus resultierenden Erscheinungen nicht zufrieden ist, warum nutzt er nicht seine demokratischen Rechte?
Wahlen? Organisieren in demokratisch legitimierten Parteien bzw. Wählervereinigungen?
Nach meinem Eindruck wird unser demokratisches System viel zu selten zur Durchsetzung von Interessen der Mehrheit genutzt?
Aber darin kann ich auch irren!

VG Huf


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#16

RE: Brandanschlage auf Bahnanlagen in berlin

in Themen vom Tage 12.10.2011 21:18
von Marder | 1.413 Beiträge

Hallo Feliks,
dass die Schäden durch vorsätzliche Brandstiftung oder Sabotage erkannt wurden ist leider in der Sicherheitstechnik bei Bahnen usw. nicht berücksichtigt.
Sabotage wird bei allen Sicherheitsbetrachtungen aussen vor gelassen, bzw. müssen nicht weiter betrachtet werden. Nur zufällige oder systematische Fehler muss die Technik erkennen, nach dem Motto der erste Fehler darf nicht zu einem unsicherm Zustand führen und sich offenbaren, damit ein zweiter Fehler nicht gefählich werden kann.
Durch Brandanschläge bzw. Sabotage muss man von Mehrfachfehlern ausgehen, die von der Technik durchaus erkannt werden können aber nicht mehr unbedingt den gefährlichen Zustand verhindert. Daher ist es mehr oder weniger Glück wenn bei derartigen Aktionen nichts passiert.
Und eine Rechtfertigung für derartige Taten, da gebe ich DIR recht, gibt es überhaupt. Ich glaube nämlich nicht, dass die Täter die Auswirkungen auf die Technik umfassend beurteilen können.
MfG Jürgen


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
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#17

RE: Brandanschlage auf Bahnanlagen in berlin

in Themen vom Tage 12.10.2011 22:34
von damals wars | 12.198 Beiträge

Ich weiß aus meiner Arbeit in BUNA, dass das MfS für die Aufklärung von Sabortagefälle zuständig war.
Und wenn ich richtig gehört habe, ist in Berlin auch nicht die Kripo zuständig.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#18

RE: Brandanschlage auf Bahnanlagen in berlin

in Themen vom Tage 12.10.2011 22:47
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Das BKA hat die Ermittlungen im Auftrag der Bundesanwaltschaft übernommen.


zuletzt bearbeitet 12.10.2011 22:49 | nach oben springen

#19

RE: Brandanschlage auf Bahnanlagen in berlin

in Themen vom Tage 13.10.2011 01:19
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Feliks D.
Als erstes möchte ich einmal klarstellen dass ich diese Handlungen aus drei Gründen ablehne, dazu jedoch später mehr.


Lenin hat @Rainman den Terror als Kampfform jedoch niemals grundsätzlich abgelehnt, sondern lediglich als [seinerzeit] unzweckmäßig angesehen.

Zitat
Grundsätzlich haben wir den Terror nie abgelehnt und können wir ihn nicht ablehnen. Er seit eine Kampfhandlung, die in einem bestimmten Zeitpunkt der Schlacht, bei einem bestimmten Zustand der Truppe und unter bestimmten Bedingungen durchaus angebracht und sogar notwendig sein kann. Doch das Wesen der Sache besteht gerade darin, daß gegenwärtig der Terror keineswegs als eine mit dem ganzen Kampfsystem eng verbundene und koordinierte Operation der kämpfenden Armee vorgeschlagen wird, sondern als selbständiges und von jeder Armee unabhängiges Mittel des Einzelangriffs. Bei dem Fehlen einer zentralen Organisation und bei der Schwäche der örtlichen revolutionären Organisationen kann ja der Terror auch nichts anderes sein. Und deshalb erklären wir entschieden, das ein solches Kampfmittel unter den gegebenen Umständen unzeitgemäß und unzweckmäßig ist, daß es die aktivsten Kämpfer von ihrer wirklichen, für die Gesamtbewegung wichtigsten Aufgabe ablenkt, und nicht die Kräfte der Regierung, sondern die der Revolution desorganisiert. Man denke an die letzten Ereignisse: Vor unseren Augen drängen breite Massen der städtischen Arbeiter und des „gemeinen Volkes“ der Städte zum Kampf, die Revolutionäre aber haben keinen Stab von Leitern und Organisatoren. Besteht unter solchen Bedingungen nicht die Gefahr, daß durch die Abwanderung der tatkräftigsten Revolutionäre zum Terror jene Kampfabteilungen geschwächt werden, auf die einzig und allein ernste Hoffnungen gesetzt werden können? Besteht nicht die Gefahr, daß dadurch die Verbindung der revolutionären Organisationen mit den zersplitterten Massen der Unzufriedenen, Protestierenden und Kampfwilligen zerrissen wird, deren Schwäche gerade in ihrer Zersplitterung besteht? Bai liegt doch in dieser Verbindung die einzige Gewähr für unseren Erfolg. Wir sind weit entfernt von dem Gedanken, heldenmütigen Einzelaktionen jede Bedeutung abzusprechen, aber es ist unsere Pflicht, mit aller Energie davor zu warnen, sich am Terror zu berauschen, ihn als wichtigstes und hauptsächliches Kampfmittel zu betrachten, wozu heute sehr, sehr viele so stark neigen. Der Terror kann niemals eine alltägliche Kampfhandlung werden: bestenfalls taugt er nur als eine der Methoden des entscheidenden Sturmangriffs. Es fragt sich, ob wir im gegenwärtigen Moment zu solchem Sturmangriff aufrufen können?



Später hörte sich dies dann so an...

Zitat
Zweitens hielt sich diese Partei für besonders "revolutionär" oder "linksradikal", weil sie für den individuellen Terror, für Attentate war, was wir Marxisten entschieden ablehnten. Selbstverständlich lehnten wir den individuellen Terror nur aus Gründen der Zweckmäßigkeit ab; Leute aber, die es fertigbrächten, den Terror der Großen Französischen Revolution oder überhaupt den Terror einer siegreichen und von der Bourgeoisie der ganzen Welt bedrängten revolutionären Partei "prinzipiell" zu verurteilen, solche Leute hat bereits Plechanow in den Jahren 1900-1903, als er Marxist und Revolutionär war, dem Spott und der Verachtung preisgegeben.



...was immer noch keine grsdl. Ablehnung ist.

Aufbauend auf diesen, seinen, Ansichten zum Terror der Französischen Revolution wurde später das Dekret zum roten Terror verkündet, dessen erklärtes Ziel ja die Vernichtung der Bourgeoisie als Klasse insgesamt war.



Ich sehe diese Aktionen als Kampfform deshalb in Übereinstimmung mit Lenins Ansichten, da sie für mich zwar falsch, jedoch kein Terror sind. Man müsste natürlich klären inwieweit tatsächlich Menschenleben gefährdet waren, nachdem was ich mittlerweile gelesen habe war hier zwar eine (sofort festgestellte) Beeinträchtigung der Anlagen gegeben, jedoch keine unmittelbare Gefahr wie sie z.B. durch entfernte oder mit Betonblöcken blockierte Gleise hervorgerufen wird.

Natürlich wurde das Kapital und sein Funktionsablauf kurzfristig und minimal entschleuningt, jedoch nicht in einem solchen Maße, welches, von der strafrechtlichen Bewertung einmal abgesehen, den Ärger der Masse der Bevölkerung auch nur annähernd rechtfertigen würde. Weiterhin wären selbst beim erreichen der geplanten Wirkung die gesamtgesellschaftlichen Voraussetzungen, für breite Zustimmung solcher Aktionen, in der Bevölkerung noch lange nicht gegeben. Auch wenn wir im Rahmen der europäischen Schuldenkrise, für die letztendlich das Proletariat aufkommen muss, auf direktem Wege dorthin sind. Diese Aktionen haben also dem Anliegen der linken Kräfte in diesem Land mehr geschadet als genutzt. Grund 1 diese Aktionen abzulehnen.

Auch für einen als Hauptgund angeführten Protest gegen die Auslandseinsätze der Bundeswehr sind solche durch die Bevölkerung nicht mitgetragenen Aktionen nicht geeignet. Niemand der gegen Krieg ist wird verstehen dass er dafür 2 Stunden später auf Arbeit ankommen soll, eher wird er verstehen das dafür dann Fahrzeuge der Bundeswehr in Flammen aufgehen wie z.B. an der OHS. Grund 2 diese Aktionen abzulehnen.

Der dritte Grund für die Ablehnung jeglicher oben beschriebener Aktionen ist natürlich in der Gesetzslage zu suchen, denn es entstünde ein unheilbares Chaos wenn jede Minderheit die Gesetze für ihre Ziele missachten und brechen würde. Ich mag Struktur und Ordnung, Gesetze sind dessen Grundlage und daher zu beachten. Wenn eines vielleicht gar nicht mehr so fernen Tages die Mehrheit diese Ziele mitträgt und unterstützt, dann werden diese auch in Übereinstimmug mit den [dann] geltenden Gesetzen zu realisieren sein.


Edit: 100.000,00 € sind nun von der DB ausgelobt...




Wären solche Anschläge zu DDR-Zeiten,z.B. auf Anlagen der DR damals von dir auch so interpretiert worden?
Was wäre mit diesen "Kämpfern" passiert?


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#20

RE: Brandanschlage auf Bahnanlagen in berlin

in Themen vom Tage 13.10.2011 06:55
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Ich schrieb ja mehrmals dass ich diese Aktionen in der Form ablehne, es fällt mir nun also leicht zu sagen, dass ich sie auch damals abgelehnt hätte!

Was wäre mit ihnen passiert?

1. Sie wären gefasst und verurteilt worden
2. Sie wären alsbald nach dem Westen entlassen worden
3. Als Kämpfer gegen das System würden sie heute gefeiert werden und in den Genuss der sog. Opferrente kommen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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