#41

RE: Schleuser-Tunnel an der Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.10.2011 16:48
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von Sonne
... Ob der Führungspunkt genau sah ,von wo aus wir uns meldeten ,weiß ich nicht.
Wir dachten es damals, obs so war keine Ahnung.

Wer war im Führungspunkt und kann diese Frage beantworten???


Hallo Sonne,

das mit dem Wort "sehen" ist so eine Sache, ich wusste nicht, ob sich das auf den konkreten Abschnitt bezog. Allgemein: Wenn Ihr Euch über GMN (Grenzmeldenetz) gemeldet habt, konnte der Kommandeur Grenzsicherung nicht beurteilen, von wo aus die Meldung erfolgte. Es gab durchaus Posten, die das ausnutzten und so eine Schicht mit viel Bewegung von einem Postenpunkt aus vortäuschten.

ciao Rainman2


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 12.10.2011 16:49 | nach oben springen

#42

RE: Schleuser-Tunnel an der Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.10.2011 17:20
von Zkom IV | 323 Beiträge

@ Krelle
also Krelle, stinklangweilig war es manchmal schon im GAD. Wir haben uns aber mit viel Phantasie oft die Zeit vertrieben. Ich habe 11 Jahre am "Draht" abgerissen. Natürlich ist da auch mal was passiert, aber eigentlich waren das immer nur unbedeutende Dinge. Wenn ich hier so von den Schleusungen höre, dann denke ich manchmal ich bin mit meinem Fahrrad täglich an der Zonengrenze an Agenten vorbeigefahren. Solche spektakulären Dinge sind bei uns (Bereich Zkom IV Berlin, das ging von der Glienicker Brücke bis Lichterfelde) nicht vorgekommen. Habe davon jedenfalls in unserem Bereich auch nie etwas gehört, dass Kollegen damals irgendwelche verdächtigen Beobachtungen gemacht haben. Jedenfalls bilde ich mir ein, dass ich auch immer aufmerksam war, habe aber trotzdem nie auch nur ansatzweise so was erlebt. Obwohl es auch einige merkwürdige Begebenheiten gab. Kann mich an einen Nachtdienst mit Hundeführer erinnern. Grenzweg- trotz etwas Licht von der Ostseite- sehr dunkel. Der Hund schlägt plötzlich an. Wir verharren, spähen ins Unterholz können aber nichts erkennen. Ich weiß nicht mehr genau ob der Kollege den Hund dann abgeleint hat oder nicht. Jedenfalls beruhigte sich der Hund wieder und wir setzten den Weg mit mulmigen Gefühl fort. Kann natürlich ein Reh oder Wildschwein gewesen sein, die gabs aber in dieser Gegend nicht und Wild hätten wir und der Hund bestimmt aufgescheucht und zur Flucht veranlasst. Blieb aber alles ruhig. War schon komisch. Ansonsten bin ich GAKl außer bei Bauarbeiten genau einmal in der Nähe der GKst Dreilinden begegnet. Die spielten dann ein bisschen verstecken, dass wars dann schon. Also bei uns war da mehr "tote Hose".

Gruß Frank



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#43

RE: Schleuser-Tunnel an der Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.10.2011 19:47
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von GZB1
@S51 ein KC der GT hätte da sicher nicht so locker mal entscheiden können, wir machen mal eben auf die schnelle den Zaun auf!

Andere Organe hatten da wahrscheinlich mehr Spielraum.



Also der KC kam für seine Untergebenen sehr bald nach dem Herrgott (oder eben St. Karl - ich meine Marx). Er hatte seine Aufgaben, seine Prämissen aber er konnte für seinen Bereich schon sehr weit gehen. Dafür stand er anschließend freilich gerade und fing den Hammer - nicht wir.
Bei solchen Anlässen hatte der KC für diesen doch sehr begrenzten Bereich aber nichts zu entscheiden. Das wurde je nach Lage mit schon sehr weit gehenden Vollmachten durch den kommandierenden Offizier vor Ort entschieden. Dabei war das keineswegs immer nur das allumfassend "böse" MfS in Gestalt der HVA oder eine andere eben gerade federführende HA. Es konnte sich auch um eine Aktion der NVA /MA handeln. Das wurde dann mit der Sicherung der HA I abgesprochen und lief auf dem sehr kurzen Dienstweg ab.
Also nichts mit Dienstherr, Dienstweg, Milch und Käse...


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#44

RE: Schleuser-Tunnel an der Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.10.2011 19:50
von Alfred | 6.848 Beiträge

S51,

in der NVA gab es Unterstellte , den anderen Begriff gab es nicht.


zuletzt bearbeitet 12.10.2011 19:57 | nach oben springen

#45

RE: Schleuser-Tunnel an der Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.10.2011 19:54
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Alfred
S51,

in der NVA gab es Unterstellte , den anderen Begriff ab es nicht.



Stimmt natürlich. Die drei Jahre (plus vier bei der VP) sind aber schon recht lange zurück und bei anderen Brötchengebern diente oder diene ich um einiges länger. Da schleift sich das ein. Sorry!


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#46

RE: Schleuser-Tunnel an der Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.10.2011 09:53
von Historiker84 | 49 Beiträge

Zitat von Zkom IV
@ Krelle
also Krelle, stinklangweilig war es manchmal schon im GAD. Wir haben uns aber mit viel Phantasie oft die Zeit vertrieben. Ich habe 11 Jahre am "Draht" abgerissen. Natürlich ist da auch mal was passiert, aber eigentlich waren das immer nur unbedeutende Dinge. Wenn ich hier so von den Schleusungen höre, dann denke ich manchmal ich bin mit meinem Fahrrad täglich an der Zonengrenze an Agenten vorbeigefahren. Solche spektakulären Dinge sind bei uns (Bereich Zkom IV Berlin, das ging von der Glienicker Brücke bis Lichterfelde) nicht vorgekommen. Habe davon jedenfalls in unserem Bereich auch nie etwas gehört, dass Kollegen damals irgendwelche verdächtigen Beobachtungen gemacht haben. Jedenfalls bilde ich mir ein, dass ich auch immer aufmerksam war, habe aber trotzdem nie auch nur ansatzweise so was erlebt. Obwohl es auch einige merkwürdige Begebenheiten gab. Kann mich an einen Nachtdienst mit Hundeführer erinnern. Grenzweg- trotz etwas Licht von der Ostseite- sehr dunkel. Der Hund schlägt plötzlich an. Wir verharren, spähen ins Unterholz können aber nichts erkennen. Ich weiß nicht mehr genau ob der Kollege den Hund dann abgeleint hat oder nicht. Jedenfalls beruhigte sich der Hund wieder und wir setzten den Weg mit mulmigen Gefühl fort. Kann natürlich ein Reh oder Wildschwein gewesen sein, die gabs aber in dieser Gegend nicht und Wild hätten wir und der Hund bestimmt aufgescheucht und zur Flucht veranlasst. Blieb aber alles ruhig. War schon komisch. Ansonsten bin ich GAKl außer bei Bauarbeiten genau einmal in der Nähe der GKst Dreilinden begegnet. Die spielten dann ein bisschen verstecken, dass wars dann schon. Also bei uns war da mehr "tote Hose".

Gruß Frank



Da sollte wohl die Pension gekürzt werden. In jedem Abschnitt befanden sich Schleusen. Die Behauptung, dass es 30-50 pro
Regiment gewesen sein sollen, würde ich für Berlin nicht annehmen (Otto Wenzel, Die Grenztruppen der DDR und die Schleusungen des MfS an der innerdeutschen Grenze, Zeitschrift des Forschungsverbunds SED-Staat, 14/2003, S. 39 ff.).
Historiker84


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#47

RE: Schleuser-Tunnel an der Grenze

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.10.2011 10:45
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Es waren aber je nach Lage nicht immer Personenschleusen. Es gab ja wohl auch Material- oder Informationsübermittlungschleusen(per Infrarot u.ä.).

http://www.focus.de/auto/ratgeber/zubeho...aid_142654.html


CAT hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 13.10.2011 10:53 | nach oben springen


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