#1

Umgang mit der Bevölkerung im Grenzgebiet

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.10.2011 04:19
von amigaguru | 96 Beiträge

Zu meiner Zeit 1965-66 war der Kontakt mit der Bevölkerung im Eichsfeld teilweise
sehr herzlich.Ich war damals u.a. bei der 7.GK in Hohengandern,bzw.Arenshausen.
Manchmal stand ich am Schlagbaum z.500"Schutzgebiet" bei Kirchgandern.
Bei jeden Schlachtfest und anderen Feiertagen brachten uns die Einwohner"dicke Mett-oder
Wurstbrote" und auch"Flüssigkeiten".Ich selbst war damals mit einem"Jungen Mädchen",18 Jahre,aus Kirchgandern befreundet und auch mehr.
Als ich dann in Rustenfelde bei der damaligen 6.GK war wurde mir vom Spieß
und Offizieren ein Geschichte erzählt,welche sich nach dem Mauerbau 1961 dort ereignete.

Grenzer hatten dort.während des Ausgangs den" INRI " etwas angetan.
(jeder der im Eichsfeld Dienst geschoben hatte,kennt dieses.
An jeder Ecke oder einen "Leidensweg" stand ein Kreuz und dort hing der "INRI" ans Kreuz genagelt.
INRI war oder ist die Bezeichnung für Jesus.Auf den Kreuz steht halt"INRI").
Damit möchte ich niemanden in seiner Gesinnung zu nahe treten.
Ich erzähle nur,was mir damals erzählt wurde,ohne eine Bewertung
dazu abzugeben.
Grenzer hatten damals die Füße vom INRI mit schwarzer Schuhcreme" eingeschmiert"
und dann mit einem Verbandspäckchen seine"Wunde" verbunden.
Der INRI stand damals im Dorf.
Am darauf folgenden Tage sind die Bewohner von Rustenfelde mit Dreschflegeln und anderen
Gerät zur Kaserne am Kirchweg gezogen.Damals waren dort Holzbaracken.
Irgendwie wurde sich geeinigt.
Wenn wir zum Dienst durch den Ort mußten,hatten wir stets die MP"nach unten".
Ansonsten wurde die"Knarre",mit dem Lauf nach vorn oder in der Hand getragen.
Auch an Hand der Rangabzeichen waren wir nicht leicht erkennbar,da wir damals keine
Rangabzeichen auf der Tarnjacke trugen.

amigaguru


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#2

RE: Umgang mit der Bevölkerung im Grenzgebiet

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.10.2011 12:07
von Marder | 1.413 Beiträge

Hallo

"INRI" heisst "Hier hängt der König der Juden"



MfG Jürgen


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
zuletzt bearbeitet 08.10.2011 12:08 | nach oben springen

#3

RE: Umgang mit der Bevölkerung im Grenzgebiet

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.10.2011 12:36
von LO-Fahrer | 607 Beiträge

Zitat von Marder
Hallo

"INRI" heisst "Hier hängt der König der Juden"



MfG Jürgen



Fast richtig. I N R I sind die Initialen für den lateinischen Satz Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum – „Jesus von Nazaret, König der Juden“.

Aber zurück zum Thema. Zu meiner Zeit hatten wir ein recht gutes Verhältnis zur Grenzbevölkerung. Man war ja irgendwie gegenseitig auf einander angewiesen, also warum soll man sich da unnötigen Stress machen?


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#4

RE: Umgang mit der Bevölkerung im Grenzgebiet

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.10.2011 13:22
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Zitat von LO-Fahrer

Zitat von Marder
Hallo

"INRI" heisst "Hier hängt der König der Juden"



MfG Jürgen



Fast richtig. I N R I sind die Initialen für den lateinischen Satz Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum – „Jesus von Nazaret, König der Juden“.

Aber zurück zum Thema. Zu meiner Zeit hatten wir ein recht gutes Verhältnis zur Grenzbevölkerung. Man war ja irgendwie gegenseitig auf einander angewiesen, also warum soll man sich da unnötigen Stress machen?






Genau so war es.
Viele sahen uns ins geheim als Besatzer.
Sie wollten keinen Streß und wir für die paar Monate auch nicht.
Nicht alle mochten uns und auch wir mochten es nicht, wenn auf einmal ein "Waldarbeiter" im Wald weg war.
Ich habe nie einen von denen getraut und sie mir auch nicht und das war gut so.
Klare Linie - sie wohnten dort - und sie wußten weshalb wir dort standen.
Ein rein "echtes" freundschaftliches Verhältnis kenne ich deshalb aus meiner Zeit nicht.

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
zuletzt bearbeitet 08.10.2011 13:24 | nach oben springen

#5

RE: Umgang mit der Bevölkerung im Grenzgebiet

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.10.2011 13:55
von KAMÜ | 198 Beiträge

zu meiner zeit als Grenzaufklärer in einem Ort wie Schachtebich war es zum Anfang nicht leicht. Nach einer kurzen eingewöhnungsphase hat die Grenzbevölkerung zwar akzeptiert, aber hinter holler hand wurden wir auch als ausländer in eigen Staat beschimpft.Die Bevölkerung sprach bei Auftreffen immer Plattdeutsch, so das man sie nicht verstehen ( selber eine Oma,die mit uns Pattdeutsch sprach) sollte.



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#6

RE: Umgang mit der Bevölkerung im Grenzgebiet

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.10.2011 15:36
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Kann man das nicht irgendwo verstehen ???

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#7

RE: Umgang mit der Bevölkerung im Grenzgebiet

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.10.2011 19:25
von Commander | 1.056 Beiträge

Zu meiner Zeit war das Verhältnis zur Bevölkerung nicht gerade herzlich,aber doch recht enspannt.Zum einen hatten wir 3 Zivilangestellte,die in der Küche versuchten,uns das Leben etwas angenehmer zu gestalten,zum anderen gab es ein Lokal in Großburschla,in dem wir gerne gesehen waren.Entgegen allen Berichten,die es über GB gibt,waren wir nicht unbedingt die "Bösewichter".Es gab in den Reihen der Bewohner genug Leute,die es mehr zu hassen galt,u.a. der ABV oder die freiwilligen Grenzhelfer.Es gab 77/78 zwei KC,die versucht haben,alles so unbürokratisch wie möglich u.zur Zufriedenheit Aller,die Probleme,die existierten,zu lösen. Wenn es Reibereien gab,dann meist zwischen uns u. den männl.Jugendlichen des Ortes.Die wurden dann sportl.fair?geregelt!Ich habe das an anderer Stelle schon mal beschrieben.
Ein KC,der bei mir schon Chef war,wird auf der Seite von GB auch als guter u.unkomplizierter Grenzer beschrieben.Gerade in dieser,von Zäunen umgebenen Gemeinde war etwas Feingefühl angesagt u.das war zu meiner Zeit vorhanden.
Schönen Sonntag,Gruß C.



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#8

RE: Umgang mit der Bevölkerung im Grenzgebiet

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.10.2011 23:21
von Graywolf1958 | 34 Beiträge

http://www.exicose.de/b6.gif Während meiner Zeit bei den Grenztruppen war das Verhältnis welches ich Persönlich zur Bevölkerung an den verschiedenen Dienststellen hatte immer gut. Allerdings änderte sich dies 1989 dann Schlagartig. Da bekam man auch schon begriffe wie "Schweinehunde" oder ähnliches an den Kopf geworfen. da war dann sehr schnell vergessen das eine Große Anzahl von festnahmen und Verhinderungen von Grenzdurchbrüchen nur auf Grund der Hinweise aus der Bevölkerung möglich waren.http://www.exicose.de/sm4.jpg



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#9

RE: Umgang mit der Bevölkerung im Grenzgebiet

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 23.02.2013 17:31
von gitarre52 | 127 Beiträge

hallo,
weis jemand wie die grenzer von der bevölkerung im grenzgebiet genannt wurden?
bei uns im harz nannten sie uns "putzer", und die gaststätten wo wir überwiegend waren, "putzerkneipem"
mfg klaus


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#10

RE: Umgang mit der Bevölkerung im Grenzgebiet

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 11.06.2013 15:28
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

NVA Lehrfilm, fast schon etwas kitschig...

Theo


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#11

RE: Umgang mit der Bevölkerung im Grenzgebiet

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 11.06.2013 15:44
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #10
NVA Lehrfilm, fast schon etwas kitschig...

Theo


DDR Propaganda vom feinsten. So gut war der Umgang mit der bevölkerung im Grenzgebiet gar nicht
Doch,mit einer schon Uta. Fast Vergessen.


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