#1

Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 05.10.2011 22:34
von Gelöschtes Mitglied
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Also davon hatte ich bis dato noch nie gehört......ich meine von den "Hausbesetzern".
Die Wohnungsnot war krass und bekannt,die verfallenen Innenstädte und Ruinen damals kann niemand leugnen......aber vom "Schwarzwohnen" las ich heute zum ersten mal.
Hat das jemand von euch (eventuell in Großstädten) damals mitbekommen?

"In der DDR eine eigene Bleibe zu bekommen, das war für junge, unverheiratete und kinderlose Frauen und Männer nahezu aussichtslos - die Vergabe der wenigen verfügbaren Wohnungen war fest in staatlicher Hand. Tausende junge Leute zogen deshalb kurzerhand schwarz in leerstehende und verfallende Altbauten ein. Der Historiker Udo Grashoff hat das Phänomen erforscht und sagt: Schwarzwohnen war zu DDR-Zeiten normal und keine Randerscheinung."

Hier weiterlesen: http://www.volksstimme.de/nachrichten/sa.../?em_cnt=546312


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#2

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 05.10.2011 22:48
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Super EK, spannendes Thema!

Mir aus meiner Heimatstadt unbekannt, hatte jedoch gehört das es sowas in Berlin gibt. Wer kann aktiv dazu aussagen?

Danke


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#3

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 05.10.2011 23:30
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von ek40
Also davon hatte ich bis dato noch nie gehört......ich meine von den "Hausbesetzern".
Die Wohnungsnot war krass und bekannt,die verfallenen Innenstädte und Ruinen damals kann niemand leugnen......aber vom "Schwarzwohnen" las ich heute zum ersten mal.
Hat das jemand von euch (eventuell in Großstädten) damals mitbekommen?

"In der DDR eine eigene Bleibe zu bekommen, das war für junge, unverheiratete und kinderlose Frauen und Männer nahezu aussichtslos - die Vergabe der wenigen verfügbaren Wohnungen war fest in staatlicher Hand. Tausende junge Leute zogen deshalb kurzerhand schwarz in leerstehende und verfallende Altbauten ein. Der Historiker Udo Grashoff hat das Phänomen erforscht und sagt: Schwarzwohnen war zu DDR-Zeiten normal und keine Randerscheinung."

Hier weiterlesen: http://www.volksstimme.de/nachrichten/sa.../?em_cnt=546312



So traurig wie es war-aber das grün Markierte stimme ich voll zu---selber erlebt--wie war es denn--sie müssen erst einmal Verheitatet sein..War man es--kam die Frage haben sie Kinder und so weiter. Echt gesagt--das Wohnungsproblem--hätten die Kommunisten--wenn man als Beispiel das Jahr 1989 nimmt und sie wären noch 25 Jahre an der Macht gewesen--nicht in den Griff bekommen. Selber hatte ich einen Wohnungsantrag fast 12 Jahre laufen und nichts tat sich und ich bin nur einer von vielen---Aber eins möchte ich noch mal anbringen---mir gingen immer die Nackenhaare hoch--wenn ich im Fernseh sah.Wie Erich jungen Arbeitern Wohnungen in Berlin Marzan übergab und große Fresse gehabt hat.Da kam mir jedesmal die Wut hoch und ich dachte--der Honecker hätte mal Musiker werden sollen---dann wäre er schon bei der Geburt flöten gegangen und so manch einen wäre seine Musik erspart geblieben. Gruß Rostocker[winke
]


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#4

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 05.10.2011 23:38
von StabsfeldKoenig | 2.638 Beiträge

Unsere Bundeskanzlerin kann man dabei als Zeitzeugin befragen. Auch diese als FDJ-Funktionärin getarnte Hamburger Pfarrerstochter hat in ordnungswidriger Weise eine Wohnung besetzt und diese damit der geregelten Vergabe entzogen. Auch instandsetzungsbedürftige Wohnungen wurden (meist über die FDJ) als Ausbauwohnungen vergeben, damit junge Leute diese mit Hilfe der Kollegen aus dem Betrieb in Eigenleistung nutzbar gemacht wurde.



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#5

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 06.10.2011 00:16
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig
Unsere Bundeskanzlerin kann man dabei als Zeitzeugin befragen. Auch diese als FDJ-Funktionärin getarnte Hamburger Pfarrerstochter hat in ordnungswidriger Weise eine Wohnung besetzt und diese damit der geregelten Vergabe entzogen. Auch instandsetzungsbedürftige Wohnungen wurden (meist über die FDJ) als Ausbauwohnungen vergeben, damit junge Leute diese mit Hilfe der Kollegen aus dem Betrieb in Eigenleistung nutzbar gemacht wurde.

Da magst Du --sicher Recht haben Stabsfeld--aber es war nicht Finanzierbar oder nur in einigen Fällen und mit Beziehungen. Der Staat hat ein Fehler gemacht--er hat die Innenstädte schleifen lassen und hat sich auf die Platte vor den Städten konzentriert.Ok --nun kann man sagen oder nachfragen--was tut man wenn der Wohnraum knapp ist in einen Staat für die Bevölkerung. Nur komisch ist --nach der Wende lief es--und auch heute stehen Wohnungen frei. Und zu DDR-Zeiten führte für viele kein Weg dorthin ein eigenes Heim zu haben.


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#6

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 06.10.2011 00:39
von StabsfeldKoenig | 2.638 Beiträge

Zitat von Rostocker

Zitat von StabsfeldKoenig
Unsere Bundeskanzlerin kann man dabei als Zeitzeugin befragen. Auch diese als FDJ-Funktionärin getarnte Hamburger Pfarrerstochter hat in ordnungswidriger Weise eine Wohnung besetzt und diese damit der geregelten Vergabe entzogen. Auch instandsetzungsbedürftige Wohnungen wurden (meist über die FDJ) als Ausbauwohnungen vergeben, damit junge Leute diese mit Hilfe der Kollegen aus dem Betrieb in Eigenleistung nutzbar gemacht wurde.

Da magst Du --sicher Recht haben Stabsfeld--aber es war nicht Finanzierbar oder nur in einigen Fällen und mit Beziehungen. Der Staat hat ein Fehler gemacht--er hat die Innenstädte schleifen lassen und hat sich auf die Platte vor den Städten konzentriert.Ok --nun kann man sagen oder nachfragen--was tut man wenn der Wohnraum knapp ist in einen Staat für die Bevölkerung. Nur komisch ist --nach der Wende lief es--und auch heute stehen Wohnungen frei. Und zu DDR-Zeiten führte für viele kein Weg dorthin ein eigenes Heim zu haben.




Wohnungsneubau ab 1990 (großteils als überteuerte Abschreibungsobjekte), Auflösung von Betriebswohnungsbeständen und Arbeiterwohnheimen, die für auswärtig auf Montage beschäftigte Mitarbeiter genutzt worden waren und Wegzug in den Westen. Deshalb haben wir heute Leerstand.



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#7

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 06.10.2011 09:32
von damals wars | 12.143 Beiträge

Zitat von Rostocker


Nur komisch ist --nach der Wende lief es--und auch heute stehen Wohnungen frei. Und zu DDR-Zeiten führte für viele kein Weg dorthin ein eigenes Heim zu haben.[/gruen]



Einfache Erklärung. Bevölkerungswanderung Ost-> West.
2 Millionen.
Daher werden weniger Wohnungen gebraucht.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#8

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 06.10.2011 09:36
von Freedom (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.
Super EK, spannendes Thema!

Mir aus meiner Heimatstadt unbekannt, hatte jedoch gehört das es sowas in Berlin gibt. Wer kann aktiv dazu aussagen?

Danke




Ich!
Ich hatte wegen meiner Ausreiseanträge nie eine Chance bekommen eine Wohnung zu erhalten. Also blieb mir nix anderes übrig als im Hinterhof irgendwo in der Warschauerstraße schwarz zu wohnen. Das ging ungefähr 7 Monate gut bis die Vopo mich heraus schmiss.


zuletzt bearbeitet 06.10.2011 09:36 | nach oben springen

#9

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 06.10.2011 11:16
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Ja, das Phänomen des Schwarzwohnens kenne ich auch vom hören. War es nicht so, dass man dies nach einer bestimmten Zeit von der KWV legalisieren lassen konnte wenn die Wohnung kein Anderer begehrte und man die Wohnung dann instand setzte gegen Mietminderung???


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#10

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 06.10.2011 21:08
von torpedoschlosser | 330 Beiträge

Schwarzwohnen in meiner Umgebung ist mir nicht bekannt. Ich könnte mir vorstellen, dass wäre auch nicht lange unbemerkt geblieben. Es war doch ein ganz "heißes" Thema.
In meinem speziellen Fall : Kind geboren
- alleinerziehende Mutter bekam eine 2-Zimmer Betriebswohnung und sofort einen Krippenplatz
- ich zog mit ein und stellte in meiner Heimatstadt einen Antrag bei einer ansässigen -AWG-
- nach 6 Jahren konnten wir (nun schon Familie) in meiner Heimatstadt eine nagelneue 3-Raum Wohnung
beziehen. Für diese Wohnung habe ich allerdings etliche Aufbaustunden/Eigenleistung erbracht und
obendrein einen nicht unerheblichen Geldanteil gezahlt.
Ich war ganz sicher nicht privilegiert und habe deshalb auch keinen Grund über bestimmte Personen zu meckern.
Andere Kollegen haben sich Dachböden ausgeguckt und deren Ausbau mittels Eigenleistung beantragt. Dieses Verfahren klappte oft.
Beim Ausbau half selbstverständlich das gesamte Kollektiv.


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#11

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 06.10.2011 23:12
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Freedom

Zitat von Feliks D.
Super EK, spannendes Thema!

Mir aus meiner Heimatstadt unbekannt, hatte jedoch gehört das es sowas in Berlin gibt. Wer kann aktiv dazu aussagen?

Danke




Ich!
Ich hatte wegen meiner Ausreiseanträge nie eine Chance bekommen eine Wohnung zu erhalten. Also blieb mir nix anderes übrig als im Hinterhof irgendwo in der Warschauerstraße schwarz zu wohnen. Das ging ungefähr 7 Monate gut bis die Vopo mich heraus schmiss.





Und warum ? Mussten Leute die einen Ausreiseantrag gestellt haben, auf der Strasse kampieren ?
Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
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Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#12

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 06.10.2011 23:20
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Nein Gert! Sie wurden nur, aus nachvollziehbaren Gründen, nicht vorrangig bei der Verteilung von Wohnraum berücksichtigt. Meist hatten sie ja schon eine Wohnung, oder wohnten ganz simpel einfach noch bei den Eltern.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#13

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 07.10.2011 14:10
von sentry | 1.083 Beiträge

Zitat von ek40
aber vom "Schwarzwohnen" las ich heute zum ersten mal.
Hat das jemand von euch (eventuell in Großstädten) damals mitbekommen?



Ich denke, da gab es verschiedenste Abstufungen. Das "Erschleichen" von angemessenem oder überhaupt erst einmal eigenem Wohnraum dürfte häufig gewesen sein.
Omi zieht angeblich mit ein, Scheinpartnerschaften, Untervermietungen und Unteruntervermietungen - es gab haufenweise praktische Tricks um etwas zu optimieren.

Tatsächliches Schwarzwohnen, also illegalen Bezug einer Wohnung ohne Miete zu entrichten, habe ich ganz massiv in Dresden ab 1989 erlebt, als die Ausreisewelle über Ungarn und Tschechien einsetzte.
Plötzlich gab es diversen Leerstand z.B. in der stark verfallenen Dresdner Neustadt, kombiniert mit neu gewonnenen Freiheiten in der Studentenschaft, gepaart mit Geldknappheit.
Viele Studenten versuchten sich aus den Studentenwohnheimen abzusetzen, z.B. weil sie zwanghaft als "Betreuerstudent" mit ausländischen Studenten untergebracht waren. Das hatte nicht viel mit Ausländerhass oder Rassismus zu tun, es war einfach nicht das Leben, das man sich als Student vorgestellt hat.
Jedenfalls herrschte eine mächtige Aufbruchstimmung und der legale Bezug der frei gewordenen Wohnungen war meist nicht möglich, weil von den Konten der überstürzt "Abgehauenen" noch regelmäßig Mietzahlungen eingingen. Das mussten die erfahren, die weniger kriminelle Energie hatten und zunächst bei der Wohnungsverwaltung nach freigewordenem Wohnraum fragten.
Also sah man viele junge Menschen durch die Neustadt schlendern und Fassaden scannen.
Aus meinem Bekanntenkreis (mich eingeschlossen) haben viele so illegal in solchen Wohnungen gewohnt. Wir haben sogar vermeintlich verlassene Wohnungen aufgebrochen und dann anhand der Hinterlassenschaften versucht festzustellen, ob die Wohnung tatsächlich leer ist (immer Glück gehabt ).
Diese "Mietverhältnisse" haben dann im weiteren Verlauf die unterschiedlichsten Wege genommen. Einige wurden mit der Zeit legalisiert, Hausbesitzer wechselten, Abgehauene kamen zurück... (lustige Sachen erlebt ), mehrmals mit Sack und Pack umgezogen und und und. War schon ne spannende Zeit damals und die Neustadt war ein Abenteuerland mit massenhaft illegalen und halblegalen Kneipen und einer coolen Atmosphäre, die noch nicht in jedem Reiseführer stand.


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#14

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 14.10.2011 22:44
von GeMi | 556 Beiträge

Hallo,

Schwarzwohnen kenne ich nicht. Mein Freund hat in Berlin trotz Arbeitsstelle an der Akademie der Wissenschaften kein Wohnraum bekommen. Er war halt kein Genosse und schon immer ein Querdenker.
Da ist er mit der Bohrmaschine auf Wohnungssuche gegangen. Das lief dann so:

Im gewünschten Stadbezirk nach leerstehenden Wohnungen suchen (Fenster ohne Gardinen), die Anwohner nach Leerstand fragen oder in der Kneipe die Altkunden ausquetschen.
Danach wurde die Wohnung einfach bezogen. Die Bastler haben das Schloß aufgebohrt. Die weniger Zarten haben einfach die Tür eingetreten. Mit der Nummer des Stromzählers ist man dann zum Energieversorger und hat den Strom bezahlt und an die Wohnungsgenossenschaft ganz korrekt die Miete überwiesen. Nach einiger Zeit bekam man dann ganz offiziell einen Mietvertrag.
An dem System hat sich nicht mal der ABV gestört.
Die diversen Wohnungen meines Freundes lagen allerdings meist im Erdgeschoss des dritten Hinterhofes. Die Bude roch muffig und im Winter hat man sich nicht ins Bett getraut, so klamm war die Koje.

So war das.


Die Menschheit besteht aus einigen wenigen Vorläufern, sehr vielen Mitläufern und einer unübersehbaren Zahl von Nachläufern.

Jean Cocteau
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#15

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 14.10.2011 22:52
von GeMi | 556 Beiträge

Noch einen Nachtrag:

Man musste in der DDR auch nicht unbedingt eine Arbeitsstelle haben. Mein ehemaliger Bassist in Halle/Saale hat sich bestimmt 10 Jahre so durchgemogelt. Von der Musik hat er leben können. Und da er nicht aufgefallen war, hat er in seiner Mansardenwohung ein lustiges Leben geführt, während ich im VEB-Betrieb die Kohlen aus dem Feuer gerissen habe.


Die Menschheit besteht aus einigen wenigen Vorläufern, sehr vielen Mitläufern und einer unübersehbaren Zahl von Nachläufern.

Jean Cocteau
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#16

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 14.10.2011 23:26
von eisenringtheo | 9.169 Beiträge

Zitat von GeMi
Noch einen Nachtrag:

Man musste in der DDR auch nicht unbedingt eine Arbeitsstelle haben. Mein ehemaliger Bassist in Halle/Saale hat sich bestimmt 10 Jahre so durchgemogelt. Von der Musik hat er leben können. Und da er nicht aufgefallen war, hat er in seiner Mansardenwohung ein lustiges Leben geführt, während ich im VEB-Betrieb die Kohlen aus dem Feuer gerissen habe.




Neben Berufstätigen gibt es in den DDR Statistiken "freiberufliche Personen" und "freischaffende Künstler". Diese waren in Verbänden organisiert. Wenn man gut war und deshalb gute Gage erhielt und davon leben konnte, musste man wohl keiner anderen Arbeit nachgehen. Es wurde hier schon an anderer Stelle (für mich glaubhaft) erklärt, dass man nicht unbedingt eine feste Arbeitsstelle haben musste.
Theo


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#17

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2011 14:19
von Harsberg | 3.247 Beiträge

Schwarzwohnen in der DDR konnte es eigentlich nicht geben, da alle Wohnungen ob Alt-oder Neubau beim Amt für Wohnraumlenkung bei der Gemeinde registriert waren.
Und die waren hinterher, wenn z.B. 2 Wohnungen wegen größerer Familie zusammengelegt werden sollten, musste ein Beschluss herbeigeführt werden.


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#18

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2011 16:58
von GZB1 | 3.287 Beiträge

In Großstädten war das wohl ein bißchen anders.


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#19

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2011 18:24
von Gelöschtes Mitglied
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Schon mal ein Danke an alle für die interessanten Antworten.
Habe ich doch so wieder neue Erkenntnisse zu diesem Thema gewonnen.
Vieles was hier geschrieben wurde kannte ich so nicht,bzw.hatte es bis dato so noch nicht gehört.

Gruß ek40


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#20

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 15.10.2011 18:46
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von eisenringtheo

Zitat von GeMi
Noch einen Nachtrag:

Man musste in der DDR auch nicht unbedingt eine Arbeitsstelle haben. Mein ehemaliger Bassist in Halle/Saale hat sich bestimmt 10 Jahre so durchgemogelt. Von der Musik hat er leben können. Und da er nicht aufgefallen war, hat er in seiner Mansardenwohung ein lustiges Leben geführt, während ich im VEB-Betrieb die Kohlen aus dem Feuer gerissen habe.




Neben Berufstätigen gibt es in den DDR Statistiken "freiberufliche Personen" und "freischaffende Künstler". Diese waren in Verbänden organisiert. Wenn man gut war und deshalb gute Gage erhielt und davon leben konnte, musste man wohl keiner anderen Arbeit nachgehen. Es wurde hier schon an anderer Stelle (für mich glaubhaft) erklärt, dass man nicht unbedingt eine feste Arbeitsstelle haben musste.
Theo





Manno Manno Theo....
explizit "Dein Wissen über die Realitäten im Leben DDR haut mich ehrlich gesagt immer wieder vom Hocker"....
vielleicht mal ein kleiner Hinweis und mit Verlaub...es nützt wenig aus dem Net eine Linkseite nach der anderen zu kopieren..die Realität
sah wie folgt aus!!!

Grundsätzlich musste erst einmal einen konkreten Unterschied zwischen Amateuren und Berufskünstlern im weitestens Sinne sehen.
Die Amateure...ob Band,DJ(Schallplattenunterhalter..natürlich staatl.geprüft etc)Alleinunterhalter,Artisten im Werden und und und....mussten sich erst mal "selbst profilieren"und zeigen das ein gewisses "Können"vorhanden ist.
Dann kann es naürlich sein,das es eine gewisse Föderung,Unterstützung gab...punkt um.
Dies kam dann meist organisiert von den Bezirks und Kreiskabinetten für Kulturarbeit,bei grossen Kombinaten eben auch in Verbindung mit den "Hauseigenen Kulturtruppen".
In diesen "Kabinetten,die es in jedem Kreis/Bezirk gab...gabs unterschiedliche "Betreuer"also für DJs,Bands ect....
Die Einstufungsveranstaltungen...kann man auch Prüfung nennen..haben dann gezeigt,manchmal auch mit ein bissle "Schmu" bekommt der Amateur ob Band /DJ/Alleinunterhalter/Amateurzauberer und und und...die Grund/Mittel/Oberstufe...hing dann mit der jeweiligen Vergütung zusammen.
Aus der Klasse der Oberstufe...konntest Du nach geraumer Zeit...in die Profiliga aufsteigen....das war aber nicht einfach!
Mancher musste den Bezirk wechseln...die Chefin von der Direktion in den 7.Himmel vögeln oder andere tolle Taten vollbringen.
Wie überall in der Welt.
Solange Du in irgendeiner Weise Amateur warst...gabs eigentlich keine Gnade...Du hattest einen Job zu haben.
Ob nun 4 Stunden Friedhofsgärtner,Kraftfahrer bei de Kirche,Helfer imKrankenhaus ...alles nicht wichtig...Hauptsache ein arbeitendes Teil der Gesellschaft!!!
Dann...solltest Du es mal geschafft haben,wie auch immer in den Genuss einer Profispielerlaubnis zu kommen,dann und erst dann wurdest Du über die KGD(Konzert und Gastspieldirektion)direkt vermittelt und hattest mit Auftrittsvermittlung eher weniger zu tun.
Im DJ Bereich gab es wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht vielleicht 40/60 hauptberufliche Mugger in der DDR.
Hieraus gabs den Einen oder Anderen der dann mal im Rundfunk auftauchte.

So und nu mal zum "Schwarzwohnen"!!!
Die KWV(Kommunale Wohnungsverwaltung)und wie hier im Forum schon genannt die bei den Räten der Städte,der Kreise und Gemeinden anssässige Kommision für Wohnraumlenkung...haben natürlich auch "Fehler"gemacht.
Hattest Du eine leerstehende Wohnung gefunden und konntest diesen "Behördenteilen"schlampige Arbeit nachweisen und den richtig "in die Eier treten"hatten diese schlechte Karten,Dir den Wohnraum zu verweigern......
Andernfalls klare Ansage und Anschiss an oberer Stelle.
DDR eben... Druck/Dampf und Reviere....für faule Staatsbedienstete...immer einen Oben druff....manchmal halfs eben auch.

Einige hier im Forum haben Recht....man konnte vielleicht erst einmal "schwarz einziehen"je nach Talent und dann den umgekehrten Weg gehen....eine gewisses Gewohnheitsrecht ableiten...wo kein Kläger /da auch kein Richter!
Natürlch sich anmelden und Strom bezahlen...wenn den ein Zähler schon da war.

In diesem Sinne und schön weiterlernen!
Gruss BO


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