#41

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 18.10.2011 10:22
von S51 | 3.733 Beiträge

Während des Klinkenputzens (eine heutzutage nahezu antiquierte Variante der kriminalistischen Ermittlungsarbeit) habe ich es in Berlin-Lichtenberg gerade im Bereich rund um die Rathausstraße trotz der Nähe zur Polizei aber auch um den Nöldnerplatz und in der Kaskelritze oft erlebt, dass da Mieter wohnten, die in keinem Hausbuch verzeichnet waren. Und in keinem Melderegister so eingetragen waren. Da stand oder steht in meinem Notizbuch dann so etwas wie "noch bei den Eltern gemeldet", "nicht umgemeldet" oder dergleichen. Absolut keine seltene Notiz. Wobei das auch etwas mit meiner Klientel zu tun hatte.
Diese Häuser waren damals so etwas wie der letzte Husten. Toilette auf der Treppe und so. Mieser um nicht zu sagen abbruchreifer Zustand. Meist waren es ganz junge Leute.
Eigentlich hätten wir so etwas melden müssen. Wenn es jedoch keine Neubauwohnung war haben wir es diesen Leuten selbst überlassen. Also eine Belehrung nach dem Motto "Sie haben eine Woche Zeit..." und es bei einer Notiz im Vorgang belassen. Höchstens noch dem ABV was gesagt. Anders hätten wir keine Informationen bekommen und ein gefasster Einbrecher war mir lieber als irgendwelche Schwarzwohner.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#42

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 19.10.2011 19:31
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#43

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 19.10.2011 19:55
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Paßt bedingt zum Thema... http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/...ng-1759964.html


Ja war eine gute PR Aktion, die Meldung hat sogar die Schweiz erreicht. Ich grüsse und beglückwünsche den Architekten für diese Meisterleistung in "Marketing und Vertrieb"!!!
Originale DDR Wohnung in Leipzig enteckt! Alles Original wie vor 20 Jahren
Theo


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#44

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 19.10.2011 20:32
von Boelleronkel (gelöscht)
avatar

Die Sache mit dem Strom anmelden.....
war auch nicht so einfach..wenn ersteinmal der Zähler zu war(Zählermangel war auch ne Nummer..vor AllemKraftzähler und deren Tafeln),also ausbauen was man ausbauen kann)
...abgemeldet...verplombt...da war man erst mal weg vom Strom.
Neuer Zählereinbau bedurfte eben auch immer einer EBA Energiebedarfsanmeldung....
Welch zugelassener Betrieb installiert und prüft Anlage und welch Meister zeichnet dafür.....

Der kürzeste Weg war ein "Unterzähler"...wenn machbar.
Den Energieversorger interessierts erstmal nicht...solange er vom Hauptzahler sein Geld bekommt.


Ehemaliger "Kollege"Mitarbeiter KWV Grundstückswesen...sagte wie folgt....

Da es in kleineren Orten auch Stress war...alles was mit Wohnraum zusammenhing...war es nicht so einfach mal irgendwo einzuziehen.
Fast Jeder kannte ja Jeden irgendwie....
Bei manchen Häusern nahm man auch gar kein Geld,alsMiete,somit gabs einen Schwebezustand,ein Provisorium...das konnte dauern,es gab jedenfalls keinen Mietvertrag...Füsse still halten, auf allen Seiten und schon gibs kein Stress.
Nach Aussen,alles ok und nur mündlich.
Wenn der Eingezogene dann noch selbst renoviert,klempnert,etc...allett wird juut.
Er ist jedoch der Meinung,das die "Verhältnisse"in Grosstädten,absolut anders waren...es bedurfte einer gewissen Annonymität und kein Intresse am Objekt selbst.
Gruss BO


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#45

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 20.10.2011 07:35
von Freedom (gelöscht)
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Zitat von S51
Während des Klinkenputzens (eine heutzutage nahezu antiquierte Variante der kriminalistischen Ermittlungsarbeit) habe ich es in Berlin-Lichtenberg gerade im Bereich rund um die Rathausstraße trotz der Nähe zur Polizei aber auch um den Nöldnerplatz und in der Kaskelritze oft erlebt,
Diese Häuser waren damals so etwas wie der letzte Husten. Toilette auf der Treppe und so. Mieser um nicht zu sagen abbruchreifer Zustand. Meist waren es ganz junge Leute.
.




Meine ganze Kindheit habe ich um den Nöldnerplatz verbracht und bis auf die Geusenstr. und auch Pfarrstr. sind mir keine Häuser bekannt wo das Klo auf dem Treppenhaus war!


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#46

RE: Illegal im Altbau - Schwarzwohnen in der DDR

in Leben in der DDR 20.10.2011 12:47
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von Freedom

Zitat von S51
Während des Klinkenputzens (eine heutzutage nahezu antiquierte Variante der kriminalistischen Ermittlungsarbeit) habe ich es in Berlin-Lichtenberg gerade im Bereich rund um die Rathausstraße trotz der Nähe zur Polizei aber auch um den Nöldnerplatz und in der Kaskelritze oft erlebt,
Diese Häuser waren damals so etwas wie der letzte Husten. Toilette auf der Treppe und so. Mieser um nicht zu sagen abbruchreifer Zustand. Meist waren es ganz junge Leute.
.




Meine ganze Kindheit habe ich um den Nöldnerplatz verbracht und bis auf die Geusenstr. und auch Pfarrstr. sind mir keine Häuser bekannt wo das Klo auf dem Treppenhaus war!




.............@S51 meinte bestimmt, dass es einige Häuser in den besagten Straßen gab, wo noch ein Aussenklo vorhanden war. Im Markgrafendamm 35 (nicht weit weg vom Nöldner) war es teilweise auch so. Hinterhaus, vierte Etage............vier Wohneinheiten. Die beiden Wohnungen hatten Innen- WC, die Wohnungen links und rechts vom Aufgang - WC eine halbe Treppe höher.
Gerade im Bereich Kaskel/Pfarrstraße waren die dortigen Wohnhäuser in einem sehr desolatem Zustand. Trotzdem dienten diese auch teilweise als Filmkulisse. So z.B. für den Film "Ede und Unku".
Wimre............erfolgten die ersten Wohnungsbesetzungen in den oben genannten Straßen, so ab März/April 1990. Gleichlaufend dazu auch Besetzungen im Bereich Proskauer/Bänschstraße, Schreiner/Samariterstraße und Mainzerstraße (F-hain).


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
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