#81

RE: Einkommen und Abfindungen in der DDR

in Dienstgrade Verteilung BGS NVA GT BW 25.04.2012 10:25
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von Gert

Zitat von Feliks D.

Zitat von maxel22

Zitat von Feliks D.
Na ja Gert die 2.300 Mark dürften meiner Meinung nach Brutto gewesen sein. Bekommt ein OSL heute nicht auch mehr als der durchschnittliche Facharbeiter?

Was mich betrifft muss ich mit keine Vorwürfe machen, ich empfinde es als normal dass ein Mitarbeiter mit Studium mehr bekommt als ein Facharbeiter. Außerdem gab es durchaus Hochschulabsolventen in zivilen Bereichen die mehr verdient haben und da wollen wir von endlosen Überstunden und anderen Sachen gar nicht sprechen. Das war damit alles abgegolten, da war nichts mit Zusatzverdiensten oder ähnlichen. Rechnet man da die tatsächliche Dienstzeit gegen dann relativiert sich die Zahl ganz schnell.




Dann hast Du aber Marx nicht richtig verstanden!


Grüße




Kannst Du das belegen? Nach meinen Unterlagen hat er nämlich genau das gesagt, lasse mich jedoch gerne eines besseren belehren.





Und warum hat die DDR(Fach)Arbeiter besser bezahlt als Studierte/Intellektuelle? So hat man es mir jedenfalls immer berichtet, wenn ich dort zu Besuch war, dass in der DDR die Einkommenspyramide auf den Kopf gestellt ist.



gert selbst ich kann dir darauf keine antwort geben, aber es war so. beim wohnungsbaukombinat berlin verdiente ein lehrmeister ca.900 mark brutto und ein kranführer ca.1200 mark brutto plus zuschläge wie schmiergeld (heist abschmieren des kranes und treppengeld) was nochmal ca.50 mark brachte sowie schichtzulagen. weitere lohnbeispiele wären auch drinn. dieser lohnvergleich ist ca 1983 damit eine zeit vorhanden ist.
andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 25.04.2012 10:29 | nach oben springen

#82

RE: Einkommen und Abfindungen in der DDR

in Dienstgrade Verteilung BGS NVA GT BW 25.04.2012 10:46
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Nostalgiker
Auf den Kopf ist die Einkommenspyramide in der DDR nun nicht gerade gestellt worden, es gab schon Unterschiede in der Belohnung der Arbeit.
Was es allerdings nicht gab waren die Heute üblichen riesigen Einkommensunterschiede. Ein Kombinatsdirektor, halbwegs Vergleichbar mit einem Vorstandsvorsitzenden eines Konzerns, bekam im Jahr nicht ein Grundgehalt in Millionenhöhe plus diverse Bonuspakete am Jahresende.
Er bekam sein Gehalt und wenn er Glück hatte auch noch eine Jahresendprämie.

Durch das, wie sich im Verlauf der Entwicklung zeigte, falsche Herangehen an die Stimulierung der Masse zu mehr Arbeitsleistung zählte gerade in den 50er die Losung, das Kollektiv ist alles, der Einzelne nichts. Wobei das so nicht propagiert wurde.

Es wurde aber tatsächlich davon ausgegangen das sich mit der Entwicklung des neuen; sozialisten; Menschen auch dessen Bewußtsein grundlegend ändert und er in der Arbeit nicht die Grundlage sieht um seine persönlichen materiellen Bedürfnisse zu befriedigen (welche über die materiellen Grundbedürfnisse hinausgehen), sondern mehr und mehr dahin kommt sein Glück darin zu sehen das es allen Mitgliedern der Gesellschaft gut geht und er selber, wenn schon geehrt dann doch bitte mit einem Porträt an der Strasse der Besten. Diese gesellschaftliche Auszeichnung und imaterielle Anerkennung der Arbeitsleistung beflügle den Ausgezeichneten wesentlich mehr als Prämien und hohes Gehalt. (Zu kaufen gab es eh wenig, wozu also Geld......)
Mit diesen Thesen und Ansichten bin ich ernsthaft Ende der 60er Jahre konfrontiert worden und diejenigen die das Postulierten meinten es auch ernst.
Sie waren der offensichtlichen Überzeugung ein Bild, öffentlich aufgestellt, eine Auszeichnung in Form einer Medaille und Urkunde motiviert den Menschen zu Höchstleistungen auf Arbeit.
Der damals sehr bekannte Spruch, welcher einer Frida Hockauf in den Mund gelegt wurde, „So wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben“ wurde von der Bevölkerung sehr trocken um folgendes ergänzt: "um Himmels willen, bloß nicht!"

Erst mit der Entdeckung das auch der Mensch im "Sozialismus" Bedürfnisse hat und diese auch noch materiell ausgerichtet sind wurde im Ergebnis dieser Erkenntnis die Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik postuliert.

Es gab dann größere Differenzierungen im Lohn- und Gehaltsgefüge, auch stiegen diese in der Regel in den 70er und 80er Jahren an.

In einigen Bereichen der Wirtschaft wurde für die Mitarbeiter welche in den verwaltenden Teilen der Betriebe saßen und H+F Absolventen waren ein leistungsorientiertes Gehalt eingeführt.
Es gab ein entsprechend der Aufgaben und Qualifikation festgelegtes Grundgehalt und einen variablen Teil der von verschiedenen speziell für den Aufgabenbereich festgelegten Kriterien abhängig gemacht wurde.
Wurden diese festgelegten Aufgaben, jeden Monat neu vom unmittelbaren Vorgesetzten formuliert, nach Einschätzung selbigen am Monatsende erfüllt, dann gab es auch den variablen Teil zum Grundgehalt.....

Dadurch das ein Arbeiter grundlegend anders besteuert wurde wie ein Angestellter sagt ein Bruttogehalt in der Industrie nicht allzu viel.
aus.
Ein Arbeiter welcher 1.000 Mark verdiente wurde mit max. 10% besteuert, ein H+F Kader, also Angestellter mit dem gleichen Gehalt, wurde mit bis zu 30% besteuert.........

Teilweise wurde auch ernsthaft mit dem zweiten Lohntopf, den Subventionen, argumentiert. Also Du verdienst nicht so viel weil sehr viele Dienstleistungen, Waren des täglichen Bedarfs, Kunst und Kultur, wohnen, um Einige zu nennen vom Staat sehr deutlich subventioniert werden und damit allen zur Verfügung stehen.
Auch hier wieder der Gedanke Kollektiv vor Individuum. Was dem Kollektiv zu gute kommt und von ihm genutzt wird kann, muß aber nicht, auch vom Einzelnen genutzt werden......

Abfindungen wurden bei der Auflösung der Kombinate und Betriebe, soweit mir bekannt ist, von diesen festgelegt.
Es gab Betriebe welche Abfindungen zahlten und es gab welche wo es keine gab.
Eine zentrale Regelung ist mir nicht bekannt.
In meiner Firma bekamen zum Beispiel die Angehörigen der Kombinatsbetriebe ein Abfindung bei Entlassung, hingegen die Mitarbeiter der Kombinatsleitung nicht......

Gruß
Nostalgiker



Danke sehr für die umfangreiche Darstellung der Strukturen. Was mir besonders auffiel und auch aufstiess, dass Arbeiter nur 10 % Steuern zahlen mussten, dagegen Angestellte 30 %. Als früherem Angestellten schreit da mein Gerechtigkeitsgefühl auf, wie kann denn das sein? Sowas wäre in der Bundesrepublik innerhalb eines Tages vom BVG gekippt worden oder?

Anlässlich eines Besuches in der DDR wurde ich mal heftig krank. Ich ging in eine Poliklinik und wurde nach Vorlage meines Reisepasses kostenlos von einer Ärztin behandelt. Das fand ich sehr nobel. Bei der Gelegenheit verwickelte sie mich in ein Gespräch und klagte heftig, wie schlecht sie bezahlt wird und was die Kollegen in der Bundesrepublik dagegen an Einkommen erhielten usw usw.Sie war bestens im Bilde. Mir war das Gespräch dann am Ende etwas peinlich, denn ich konnte ja nichts machen um der guten Frau zu helfen. Da wurde mir aber klar, wie schlecht der Arbeiter und Bauernstaat diese Leute bezahlte. Sie nannte damals Zahlen, die ich aber vergessen habe. Sie waren aber in einer Größenordnung, da hätte ein westdeutscher Arzt nicht den Kopf aus dem Kopfkissen erhoben.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#83

RE: Einkommen und Abfindungen in der DDR

in Dienstgrade Verteilung BGS NVA GT BW 25.04.2012 10:55
von Alfred | 6.841 Beiträge

Gert,

haben heute alle Berufsgruppen identsiche Abzüge ?

Die DDR hat sich nie als das Land hingestellt, wo alle Löhne gerecht waren. Die Ärztin hat sicher auch vor dem Studium gewusst, was FRAU verdienen kann. Auch gab es in der Ärzteschafft Gehälter die ganz ordentlich waren und wo weniger oder nicht geklagt wurde.

Das einiges verrückt war ist richtig. Ich kannte Personen im Bereich der Gastronomie, die hatten im Monat über 10.000 Mark an Trinkgeldern.....


zuletzt bearbeitet 25.04.2012 11:01 | nach oben springen

#84

RE: Einkommen und Abfindungen in der DDR

in Dienstgrade Verteilung BGS NVA GT BW 25.04.2012 10:59
von Pit 59 | 10.123 Beiträge

Ich kannte Personen im Berich der Gastronomie, die hatten im Monat über 10.000 Mark an Trinkgeldern.....@Alfred

Alle Achtung,Super Job.

P.S.Die Bedienungen beim Münchner Oktoberfest ?


zuletzt bearbeitet 25.04.2012 11:02 | nach oben springen

#85

RE: Einkommen und Abfindungen in der DDR

in Dienstgrade Verteilung BGS NVA GT BW 25.04.2012 11:05
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von Pit 59
Ich kannte Personen im Berich der Gastronomie, die hatten im Monat über 10.000 Mark an Trinkgeldern.....@Alfred

Alle Achtung,Super Job.


na da haste mal was gesagt was dir keiner glauben wird. darum bestätige ich es aus eigener erfahrung. es kam allerdings auf die gastronomie an. in der yukabar prenzlberg zb. wo diplomaten und schmuggler hausierten gingen scheine über den tisch. im stillbruch in karow waren zimmer für die schnelle nummer nicht umsonst und wir taxifahrer lebten vom diplomatenschmuggel auch nicht schlecht. 20 minuten wartezeit vor dem versinashop in der beilsteiner strasse brachte 50 mark plus westwaren. dafür fuhren wir paketeweise zigaretten zur friedrichstr. es gab schon wege und mittel zu geld zu kommen.
war jetzt nur eine bestätigung deiner angabe, aber unter vorbehalt das es nicht überall in der summe lag.
andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 25.04.2012 11:14 | nach oben springen

#86

RE: Einkommen und Abfindungen in der DDR

in Dienstgrade Verteilung BGS NVA GT BW 25.04.2012 11:14
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Pit 59
Ich kannte Personen im Berich der Gastronomie, die hatten im Monat über 10.000 Mark an Trinkgeldern.....@Alfred

Alle Achtung,Super Job.

P.S.Die Bedienungen beim Münchner Oktoberfest ?




Pit,

nichts Oktoberfest.

Du darfst mir die Summen schon abnehmen. Sicher nicht die Regel aber auch keine Ausnahmen.

Ich kannte mich in der Gastroszene etwas aus. In einigen Objekten, ob Yucca - Bar, Stilbruch, Palasthotel, Metropol, Ganymed und einige Diskotheken wurde richtig Kohle gamacht.

Ein Professor bekam ein Grundgehalt von rund 2.400 Mark , dafür sind einige Einlasser in entsprechenden Objekten nicht mal aufgestanden.


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#87

RE: Einkommen und Abfindungen in der DDR

in Dienstgrade Verteilung BGS NVA GT BW 25.04.2012 11:18
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von Alfred

Zitat von Pit 59
Ich kannte Personen im Berich der Gastronomie, die hatten im Monat über 10.000 Mark an Trinkgeldern.....@Alfred

Alle Achtung,Super Job.

P.S.Die Bedienungen beim Münchner Oktoberfest ?




Pit,

nichts Oktoberfest.

Du darfst mir die Summen schon abnehmen. Sicher nicht die Regel aber auch keine Ausnahmen.

Ich kannte mich in der Gastroszene etwas aus. In einigen Objekten, ob Yucca - Bar, Stilbruch, Palasthotel, Metropol, Ganymed und einige Diskotheken wurde richtig Kohle gamacht.

Ein Professor bekam ein Grundgehalt von rund 2.400 Mark , dafür sind einige Einlasser in entsprechenden Objekten nicht mal aufgestanden.



das bestätige ich auch und unter den linden an der staatsoper waren die kellner auch nicht ohne da kannte ich den restaurantleiter und der lachte mich mit meinen knapp 3000 mark lohn inklusive trinkgeld plus DM aus. der gab immer großzügig kohle im taxi. nimm nur henry in frihain die taxikneipe wo der einlasser 20 mark pro gast bekam oder zur linde in der josef orloppstr.

andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 25.04.2012 11:24 | nach oben springen

#88

RE: Einkommen und Abfindungen in der DDR

in Dienstgrade Verteilung BGS NVA GT BW 25.04.2012 11:21
von Pit 59 | 10.123 Beiträge

Ja OK Alfred.Das sind einige ordentliche Beispiele,dann glaube ich das auch.


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#89

RE: Einkommen und Abfindungen in der DDR

in Dienstgrade Verteilung BGS NVA GT BW 25.04.2012 11:33
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

@ alfred mich wundert nur das wir als dienstleister immer unsere ruhe hatten obwohl die oben wusten wie wir unser geld machten. darüber grübel ich heute noch. klar der stilbruch wurde hochgezogen und es gab schon kontrollen aber ansonsten war es wohl geduldet.
andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#90

RE: Einkommen und Abfindungen in der DDR

in Dienstgrade Verteilung BGS NVA GT BW 25.04.2012 11:42
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Alfred
Gert,

haben heute alle Berufsgruppen identsiche Abzüge ?

Die DDR hat sich nie als das Land hingestellt, wo alle Löhne gerecht waren. Die Ärztin hat sicher auch vor dem Studium gewusst, was FRAU verdienen kann. Auch gab es in der Ärzteschafft Gehälter die ganz ordentlich waren und wo weniger oder nicht geklagt wurde.

Das einiges verrückt war ist richtig. Ich kannte Personen im Bereich der Gastronomie, die hatten im Monat über 10.000 Mark an Trinkgeldern.....



rot mark.
Alfred dafür haben deine Genossen hier immer das Stereotyp " bitte verstehend lesen " Ich wende das mal ausnahmsweise bei dir an.

Ich sprach nicht von Abzügen, sondern von Steuern. Und besteuert wird in der Bundesrepublik immer noch gleich nach der Steuertabelle, natürlich fallen die Steuern nominal unterschiedlich aus, je nach Verdienst aber in relativen Zahlen immer gleichmäßig und ohne Ansehen der Person. Dagegen ist die DDR Besteuerung, wenn ich das richtig verstanden habe, diskriminierend gewesen. Hab ich dir das verständlich erklärt ?


.
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#91

RE: Einkommen und Abfindungen in der DDR

in Dienstgrade Verteilung BGS NVA GT BW 25.04.2012 12:12
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Gert


Ich sprach nicht von Abzügen, sondern von Steuern. Und besteuert wird in der Bundesrepublik immer noch gleich nach der Steuertabelle, natürlich fallen die Steuern nominal unterschiedlich aus, je nach Verdienst aber in relativen Zahlen immer gleichmäßig und ohne Ansehen der Person. Dagegen ist die DDR Besteuerung, wenn ich das richtig verstanden habe, diskriminierend gewesen.



Falsch, die BRD unterscheidet Arbeitnehmer steuerlich auch zwischen 2 Gruppen mit unterschiedlichen Steuersätzen!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 25.04.2012 12:22 | nach oben springen

#92

RE: Einkommen und Abfindungen in der DDR

in Dienstgrade Verteilung BGS NVA GT BW 25.04.2012 12:19
von werner | 1.591 Beiträge

@gert, das muss man auch im Kontext des Selbstverständnisses der DDR sehen.

Platt und stark verkürzt dargestellt - um nur mal einen Ansatz zu geben:

Die DDR hat sich als Arbeiter- und Bauern-Staat verstanden. Heißt die Arbeiter (und Bauern) wurden als Haupt - Träger der gesellschaftlichen Wertschöpfung verstanden - was sie ja auch sind. Die Intelligenz wurde eher als vor - "denkende" Unterstützung gesehen

Es sollte so zum Einen die besondere Wertschätzung des Arbeiters dokumentiert werden im Vergleich zur kapitalistischen Entlohnung, in der der Ing. ohnehin deutlich mehr verdient als der CNC-Fräser. Keine Frage der Gleichmacherei sondern ein Regularium, um enorme Einkommensunertschiede zu verhindern.

Halte ich für keine schlechte Sache, auch wenn dies in der DDR noch höchst unvollkommen entwickelt war.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#93

RE: Einkommen und Abfindungen in der DDR

in Dienstgrade Verteilung BGS NVA GT BW 25.04.2012 12:30
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von werner
@gert, das muss man auch im Kontext des Selbstverständnisses der DDR sehen.

Platt und stark verkürzt dargestellt - um nur mal einen Ansatz zu geben:

Die DDR hat sich als Arbeiter- und Bauern-Staat verstanden. Heißt die Arbeiter (und Bauern) wurden als Haupt - Träger der gesellschaftlichen Wertschöpfung verstanden - was sie ja auch sind. Die Intelligenz wurde eher als vor - "denkende" Unterstützung gesehen

Es sollte so zum Einen die besondere Wertschätzung des Arbeiters dokumentiert werden im Vergleich zur kapitalistischen Entlohnung, in der der Ing. ohnehin deutlich mehr verdient als der CNC-Fräser. Keine Frage der Gleichmacherei sondern ein Regularium, um enorme Einkommensunertschiede zu verhindern.

Halte ich für keine schlechte Sache, auch wenn dies in der DDR noch höchst unvollkommen entwickelt war.



@werner
Das kommt darauf an auf welcher Seite der "Barrikade" du stehst, wenn du eine solche Bewertung abgibst


.
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#94

RE: Einkommen und Abfindungen in der DDR

in Dienstgrade Verteilung BGS NVA GT BW 25.04.2012 12:33
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Feliks D.

Zitat von Gert


Ich sprach nicht von Abzügen, sondern von Steuern. Und besteuert wird in der Bundesrepublik immer noch gleich nach der Steuertabelle, natürlich fallen die Steuern nominal unterschiedlich aus, je nach Verdienst aber in relativen Zahlen immer gleichmäßig und ohne Ansehen der Person. Dagegen ist die DDR Besteuerung, wenn ich das richtig verstanden habe, diskriminierend gewesen.



Falsch, die BRD unterscheidet Arbeitnehmer steuerlich auch zwischen 2 Gruppen mit unterschiedlichen Steuersätzen!



Meinst du Grundtabelle und Splittingtabelle ?

Wenn ja so ist das aber eine ander Zielrichtung und meiner Meinung nach nicht diskriminierend. Und jeder Bürger kann das ändern, indem er einfach heiratet.


.
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#95

RE: Einkommen und Abfindungen in der DDR

in Dienstgrade Verteilung BGS NVA GT BW 25.04.2012 12:38
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

es wird wohl immer ungerechte löhne geben. warum verdienen beamte heute soviel wie ein gleisbauer der seine knochen abnutzt und vom beamten noch gehindert wird in frührente zu gehen?
ich denke das gerechtigkeit im lohn nie erreichbar ist.
andy


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#96

RE: Einkommen und Abfindungen in der DDR

in Dienstgrade Verteilung BGS NVA GT BW 25.04.2012 12:44
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Nein Gert ich meine Lohnsteuertabelle A und B, bei B kommt bei gleichem Bruttolohn ein höherer Lohnsteuerabzug raus als bei A. Zwei unterschiedliche Steuersätze, genau das was Du der DDR hier ankreidest.

Nachtrag: Einfach selber googlen @Andy


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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zuletzt bearbeitet 25.04.2012 12:53 | nach oben springen

#97

RE: Einkommen und Abfindungen in der DDR

in Dienstgrade Verteilung BGS NVA GT BW 25.04.2012 12:49
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Nein Gert ich meine Lohnsteuertabelle A und B, bei B kommt bei gleichem Bruttolohn ein höherer Lohnsteuerabzug raus als bei A. Zwei unterschiedliche Steuersätze, genau das was Du der DDR hier ankreidest.


was sind denn nun wieder steuergruppen A und B? ich kenne nur steuerklassen I-VI.
andy


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#98

RE: Einkommen und Abfindungen in der DDR

in Dienstgrade Verteilung BGS NVA GT BW 25.04.2012 13:25
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von EK 82/2

Zitat von Feliks D.
Nein Gert ich meine Lohnsteuertabelle A und B, bei B kommt bei gleichem Bruttolohn ein höherer Lohnsteuerabzug raus als bei A. Zwei unterschiedliche Steuersätze, genau das was Du der DDR hier ankreidest.


was sind denn nun wieder steuergruppen A und B? ich kenne nur steuerklassen I-VI.
andy




vielleicht hilft das weiter:

Besondere Lohnsteuertabelle B

Die besondere Lohnsteuertabelle B mit gekürzter Vorsorgepauschale ist anzuwenden, falls keine Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung bezahlt werden, somit Versicherungsfreiheit besteht. Dies gilt insbesondere für Beamte, Richter oder Berufssoldaten oder man erhält Versorgungsbezüge als Behinderter.
Entsprechendes gilt, wenn man Beamtenpensionär ist oder Witwengelder oder Waisengelder auf Grund beamtenrechtlicher oder entsprechender Vorschriften bezieht.

Eine Lohnversteuerung nach der besonderen Tabelle kommt auch dann in Frage, wenn man keine Beitragsanteil zu gesetzlichen Rentenversicherung zahlt, weil zum Beispiel von früheren Arbeitgebern Versorgungsbezüge zufließen.
Gleiches trifft für weiterbeschäftigte Altersrentner zu, die ein Altersruhegeld aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten, oder für Arbeitnehmer, die auf Antrag ihres Arbeitgebers von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht befreit sind, so etwas Geistliche oder Beschäftigte bei Trägern der Sozialversicherung.

Diese besondere Lohnsteuertabelle gilt ebenfalls bei Vorstandsmitgliedern von Aktiengesellschaften beziehungsweise beherrschenden Gesellschafter Geschäftsführer einer GMBH, denen eine betriebliche Altersversorgung ganz oder teilweise ohne eigene Beitragsleistungen zugesagt wurde.


Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#99

RE: Einkommen und Abfindungen in der DDR

in Dienstgrade Verteilung BGS NVA GT BW 25.04.2012 13:29
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

danke nostalgiker, da alles für mich nicht zutrifft kannte ich es auch nicht.
gruß andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#100

RE: Einkommen und Abfindungen in der DDR

in Dienstgrade Verteilung BGS NVA GT BW 25.04.2012 16:32
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Nein Gert ich meine Lohnsteuertabelle A und B, bei B kommt bei gleichem Bruttolohn ein höherer Lohnsteuerabzug raus als bei A. Zwei unterschiedliche Steuersätze, genau das was Du der DDR hier ankreidest.

Nachtrag: Einfach selber googlen @Andy



Richtig und falsch. Begründung der DDR ideologisch, also willkürlich, Begründung für Tabelle B höhere Besteuerung wegen Nichtzahlung Altersvorsorge in die Rentenkasse ( logisch, also kein entspr. Freibetrag)
Irgendwoher müssen ja die Pensionen kommen, die der Staat seinen Beamten zahlt.


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
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