#1

Ein furchtbarer Tag

in Mein Grenzer Tagebuch 27.09.2011 22:50
von Hans55 | 762 Beiträge

Hallo,miteinander!
Im Sommer 1979 hatten wir eine" EK-Schicht" auf einem BT-11! Zum Mittagessen gab es die berühmte" tote Oma"!
Nach etwa 1Stunde Grenzdienst fing die Oma an, sich in meinem Magen zu bewegen und ich mußte das erste mal vom Turm absitzen!
Kaum war ich oben wieder angekommen,konnte ich wieder kehrt machen! Nach DV hätten wir es ja melden müssen,aber darauf haben wir verzichtet,es hätte bloß wieder Ärger gegeben! Meinem Kameraden,auch Postenführer ,standen die Tränen in den Augen ,aber vor lachen!
Als die Schicht vorbei war, konnte ich kaum noch laufen,eigentlich nur noch schleichen! Da hat man auch gemerkt,wie hoch 11m sind!
Ist hier noch so ein Leidensgefährte im Forum? Hans!


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#2

RE: Ein furchtbarer Tag

in Mein Grenzer Tagebuch 28.09.2011 00:55
von Rostocker | 7.717 Beiträge

Zitat von Hans55
Hallo,miteinander!
Im Sommer 1979 hatten wir eine" EK-Schicht" auf einem BT-11! Zum Mittagessen gab es die berühmte" tote Oma"!
Nach etwa 1Stunde Grenzdienst fing die Oma an, sich in meinem Magen zu bewegen und ich mußte das erste mal vom Turm absitzen!
Kaum war ich oben wieder angekommen,konnte ich wieder kehrt machen! Nach DV hätten wir es ja melden müssen,aber darauf haben wir verzichtet,es hätte bloß wieder Ärger gegeben! Meinem Kameraden,auch Postenführer ,standen die Tränen in den Augen ,aber vor lachen!
Als die Schicht vorbei war, konnte ich kaum noch laufen,eigentlich nur noch schleichen! Da hat man auch gemerkt,wie hoch 11m sind!
Ist hier noch so ein Leidensgefährte im Forum? Hans!



Ja Hans--so eine Oma kann einen schwer im Magen liegen und auf trab halten. Naja hast es ja überlebt und Abwechslung hattest auch.


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#3

RE: Ein furchtbarer Tag

in Mein Grenzer Tagebuch 28.09.2011 01:02
von amigaguru | 96 Beiträge

Zitat von Hans55
Hallo,miteinander!
Im Sommer 1979 hatten wir eine" EK-Schicht" auf einem BT-11! Zum Mittagessen gab es die berühmte" tote Oma"!
Nach etwa 1Stunde Grenzdienst fing die Oma an, sich in meinem Magen zu bewegen und ich mußte das erste mal vom Turm absitzen!
Kaum war ich oben wieder angekommen,konnte ich wieder kehrt machen! Nach DV hätten wir es ja melden müssen,aber darauf haben wir verzichtet,es hätte bloß wieder Ärger gegeben! Meinem Kameraden,auch Postenführer ,standen die Tränen in den Augen ,aber vor lachen!
Als die Schicht vorbei war, konnte ich kaum noch laufen,eigentlich nur noch schleichen! Da hat man auch gemerkt,wie hoch 11m sind!
Ist hier noch so ein Leidensgefährte im Forum? Hans!




was ist"Tote Oma" und BT11???
immer diese Abkürzungen
Ich kann mit diesen Abkürzungen nichts anfangen.
GAK,KAK;FAK,ETC.
schreibt doch einfach Beobachtungsturm Pferdeberg,Hottenrode,etc.
Zu meiner Zeit wurden die Namen noch ausgesprochen.
Da gab es keinen KC,das war einfach nur"der Alte"oder Kompaniechef.
Nur der Politkommisar war der PK
Und dieser hatte Trotz mangelhafter militärischer Erfahrung,mehr zu sagen,als ein damals "altgedienter Wehrmachtsoffizier" im höheren Dienstgrad.
Früher oder später mußte die NVA und die Armeen der"Sozialistischen Bruderstaaten" an diesen"Pfeifen" ihren Waffenrock an den Nagel hängen.

amigaguru


amigaguru


zuletzt bearbeitet 28.09.2011 01:33 | nach oben springen

#4

RE: Ein furchtbarer Tag

in Mein Grenzer Tagebuch 28.09.2011 01:11
von Moskwitschka (gelöscht)
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Hausmittel-Tipps gegen Durchfall

Schütteln Sie aus einer Cola die Kohlensäure raus, lassen Sie sie lauwarm werden und trinken Sie dann die Cola in kleinen Schlucken. Dazu essen Sie eine Handvoll Salzstangen.

Essen Sie Reisschleim, in kleinen Portionen, mehrmals am Tag. Denn Schleim nur mit Wasser (niemals Milch) anmachen und leicht salzen, nicht zuckern.

Reiben Sie einen reifen, leicht säuerlichen Apfel, lassen Sie die Masse an der Luft oxidieren bis sie bräunlich wird, dann in kleinen Bissen essen.

Essen Sie zweimal gebackenen Zwieback mit ungesüßtem Tee.

Pürieren Sie eine Banane und essen Sie die auf zwei Portionen verteilt den Tag über.

Zerkauen Sie zweimal am Tag einen bis zwei Teelöffel getrocknete Heidel- oder Brombeeren. Sie können die Wirkstoffe dieser Früchte auch im Tee zu sich nehmen.

Lösen Sie einen Teelöffel Heilerde in lauwarmem Wasser oder Tee auf und trinken Sie diese Mischung ganz schnell aus.

Bereiten Sie sich einen Breis aus geröstetem Roggenmehl und abgekochtem Wasser zu, essen Sie davon stündlich ein bis zwei Esslöffel. Dazu trinken Sie einen Fencheltee.

Mischen Sie Eichenrinde und Blutwurz im Verhältnis 1 : 1. Kochen Sie diese Mischung ca. eine halbe Stunde in mit Wasser verdünntem Wein, abkühlen lassen und langsam trinken.

Essen Sie mehrmals am Tag einen Löffel Milchpulver.

Auch wenn es schwer fällt: Sie müssen mehr trinken als sonst, weil der Körper durch den meist flüssigen Durchfall sehr viel Wasser verliert. Mindestens drei Liter stilles Mineralwasser (nie kalt) und lauwarmen Tee.

Machen Sie sich folgenden Tee: 3 Teile Erdbeerblätter, 2 Teile Waldmeisterkraut und 1 Teil zerquetschter Fenchelsamen mischen und öfters (alle zwei bis drei Stunden) zwei Teelöffel davon mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und trinken.

Übergießen Sie zwei Teelöffel Bohnenkraut mit einem Viertelliter kochendem Wasser, ziehen und dann abkühlen lassen, davon täglich zwei bis drei Tassen trinken. Nicht für Kinder geeignet.

Verzichten Sie für 24 Stunden auf jede Nahrung und trinken Sie, so viel Sie können.

Sie können sich folgendes Hausmittel für Durchfall selbst herstellen: Lösen Sie auf einen Liter Wasser 2,5 Gramm Speisesoda, 1,5 Gramm Kaliumchlorid, 3, 5 Gramm Kochsalz und 20 Gramm Traubenzucker ( alles Apotheke). Über den Tag verteilt trinken.

Ausser Bananen war doch alles zu haben. Man musste es nur an der grünen Grenze pflücken.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 28.09.2011 01:17 | nach oben springen

#5

RE: Ein furchtbarer Tag

in Mein Grenzer Tagebuch 28.09.2011 01:14
von Moskwitschka (gelöscht)
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Tote Oma?

Blutwurst mit Kartoffeln und Sauerkraut.

Wahrscheinlich war das Sauerkraut der Feind.

Müssen wir huf befragen.

LG von der grenzgaengerin


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#6

RE: Ein furchtbarer Tag

in Mein Grenzer Tagebuch 28.09.2011 01:36
von amigaguru | 96 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin
Tote Oma?

Blutwurst mit Kartoffeln und Sauerkraut.

Wahrscheinlich war das Sauerkraut der Feind.

Müssen wir huf befragen.

LG von der grenzgaengerin



schmeckt aber gut
amigaguru


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#7

RE: Ein furchtbarer Tag

in Mein Grenzer Tagebuch 28.09.2011 01:50
von Moskwitschka (gelöscht)
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Find ich auch.

Doch durch die Schul- und Kantinenspeisung in der DDR hat dieses bodenständige Gericht sehr gelitten.

Im Rheinland gibt es etwas ähnliches: Himmel und Äd. Da ist es ein "Szeneessen". Bei weitem nicht so lecker, wie die tote Oma.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 28.09.2011 01:51 | nach oben springen

#8

RE: Ein furchtbarer Tag

in Mein Grenzer Tagebuch 28.09.2011 07:16
von damals wars | 12.113 Beiträge

Durchfall war der Horror.

Ich hatte für solche Fälle immer Kohletabletten.
Aber die wirkten nur langsam. Immodium war noch nicht erfunden.

Und auch wir sind ohne Bescheid zu sagen in "Notfällen" abgesessen.
Mir ist nie jemand verloren gegangen.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#9

RE: Ein furchtbarer Tag

in Mein Grenzer Tagebuch 28.09.2011 15:45
von VNRut | 1.483 Beiträge

...und dann gab´s noch gekochte (ausgekochte) Leberwurst mit Kartoffeln und Sauerkraut. Aber am liebsten habe ich im Sommer die Kaltschale gegessen, obwohl ich lieber ...getrunken hätte.


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
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#10

RE: Ein furchtbarer Tag

in Mein Grenzer Tagebuch 28.09.2011 15:59
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Bei Gerichten wie "Tote Oma" kam es entscheidend auf die Küche an. Waren da Leute mit Erfahrung und etwas Liebe am Werk, dann konnte das ganz gut schmecken. Bei Gerichten wie z.B. Schweinebraten hatte auch die beste Küche keine Chance. Die Kartoffeln waren oft in einem bejammernswerten Zustand und für die Soße konnte nur das Einheitssoßenpulver genommen werden. Da schüttelt es mich heute noch.

Das mit dem "Absitzen" ist ja in Ordnung gewesen. Aber als Kommandeur Grenzsicherung konnte man auch so seine Probleme bekommen, wenn während des "Drucks" eine Lage, oder während der Lage ein "Druck" kam. Jaja, sagt es ruhig: Hättest Du Dir einen anständigen Beruf gesucht, wäre es Dir nicht passiert! Ich weiß, ich weiß ...

ciao Rainman2


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#11

RE: Ein furchtbarer Tag

in Mein Grenzer Tagebuch 28.09.2011 17:22
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

............absitzen im Grenzdienst. Ist mir auch passiert, allerdings nicht nach Nahrungsaufnahme einer "toten Oma" sondern nach dem Verzehr einer als PV gereichten Büchse " Fisch im Tomatentunke".
Um auf die Verpflegung bei den GT der DDR zurück zu kommen. Die Verpflegungsnorm der grenzsichernden Einheiten, lag deutlich über dem Verpflegungsdurchschnitt der NVA und war gleichzusetzen mit den schwimmenden Einheiten der Volksmarine sowie speziellen Einheiten der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung und auch speziellen Einheiten der NVA (z.B. Fallschirmjäger u.a.).
Waren im Bereich der Verpflegung an der grünen Grenze in der Woche hauptsächlich weibliche Zivilbeschäftigte tätig - welche teilweise noch wie bei "Muttern" kochten, waren es in Berlin zu 70% Grundwehrdienstleistende bzw. Dreiender, welche dort in der Küche ihren Dienst absolvierten. Von den letzt genannten hatten - wenn überhaupt - nur 3-4% bereits die Grundlagen der Kochkunst genossen.
Während an der "grünen" Grenze in einer Grenzkompanie es durchaus sein konnte (aus eigenem Erleben war es so) dass die Kartoffel noch per Hand geschält wurde, war dies in Berlin nicht möglich. Dies schon resultierend aus der Anzahl der Essenteilnehmer pro Versorgungsgang. Jedoch mußte in Berlin die maschinell geschälte Kartoffel nicht zwangsläufig als glibbernde Kugel auf dem Teller eines Soldaten liegen. Auch die Verwendung von Trockenpulver zur Herstellung von Soßen, mußte nicht immer auf eckelerregene Zustände zu laufen. Gewiss und dies unbestritten, lag es an den Fähigkeiten und Fertigkeiten des Leiters Küche ein schmackhaftes Mahl für die Soldaten herzustellen. In der 2. Grenzkompanie Grenzregiment 24 (1982/83 ff.) gab es zur Kontrolle der Verpflegung ein Küchenkollektiv, welches aus mindestens zwei Soldaten (GWD), ein oder zwei Unteroffizieren (UaZ), mindestens einem Berufsunteroffizier und einem Fähnrich/Offizier bestand. Geführt durch den StKC. Diesem Küchenkollektiv stand das Recht zu - unangemeldet unter Beachtung der damals geltenden gesetzlichen Bestimmungen des Gesundheits-, Arbeits- und Brandschutz, bereits vorab vor der Essenausgabe, die Speisen zu kontrollieren. Festgestellt Mängel wurden protokolliert und mußten sofort durch die eingesetzten Küchenkräfte abgestellt werden. Gleichzeitig wurde auch - dies gemeinsam mit dem Sanitätsdienst - der s.g. 24 Stundenraum kontrolliert. In diesem mußten neben den Vorräten der Speisenzubereitung auch die Probepeisen der vergangenen 24 Stunden aufbewahrt werden. Letztere selbstverständlich in verschlossenen Gläsern, gekennzeichnet und getrennt gelagert von frischem Obst, Gemüse und Fleisch. Wenn bei einem Soldaten Krankheiten aufgetreten wären, wo der Verdacht bestanden hätte dass dies auf die Verpflegung zurück zu führen wäre...............so wäre zumindest die Ursache in den zurückgestellten Speiseproben zu finden und es wären sofort weitere Maßnahmen ergriffen.
Ein weiters Hauptproblem war die Bereitsstellung von Backwaren für den täglichen Verzehr. An sich mußte Mischbrot, welches teilweise noch warm geliefert wurde, mindestens drei Tage in den s.g. Brotraum (1988/89 im GR 33). Die Folgen von frisch gebackenem und genossenem Brot, brauche ich wohl nicht erklären. Jedoch war nach den absolvierten drei Tagen das Brot weder arromatisch noch frisch. Was wurde also gemacht: das Schild der Einlagerung der frsichen Brote wurde um zwei Tage vordatiert.......Ergebnis, die Soldaten hatten frisches Brot, jedoch hat so mancher dies nicht so recht vertragen (s.h. Absitzen im Grenzdienst).
Selbst aus den Komplekten konnte man aus Schmalzfleisch, Blutwurst u.a. ja sogar aus dem "geliebten" Chesterkäse etwas nahrhaftes herstellen.
Um hier nicht evtl. ins OT zu rutschen. Es verwundert mich noch heute, wenn Berufsunteroffiziere, Fähnriche, Unterleutnante und Offiziere sowie Politoffiziere über Mängel in der Verpflegung der Soldaten und Unteroffiziere sich beklagen und heute den Zeigefinger erheben. Ich stelle mir deshalb die Frage.............wenn damals die Blutwurst so "schei......e" in eurer Kompanie war, was habt ihr für Handlungen getätigt, um diese Mängel ab zu stellen. Anscheinend keine..............womit ich einer Antwort nicht vorgreifen will.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
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#12

RE: Ein furchtbarer Tag

in Mein Grenzer Tagebuch 28.09.2011 17:47
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Hallo Stabsfähnrich,

ich denke, da sollte man ruhig auch mal die Kirche im Dorf lassen. Ganz so demokratisch ging es nun auch nicht zu. Zunächst bestimmte das Team Küchenleiter/Hauptfeldwebel, ob die Küche grundsätzlich lief. Da wurden durchaus auch Kritiken zurückgewiesen, berechtigt und unberechtigt. In der Qualität des Essens spielten dann die Köche bzw. Köchinnen eine wichtige Rolle. Die Qualitäts- und Hygienkontrolle konnte durch die Küchenkommission ausgeführt werden. Die Organisation der Arbeit dieser Kommission lag in den Aufgabengebieten des Politstellvertreters. Er musste sie nicht unbedingt selber leiten. In der Regel war der Politstellvertreter aber dann auch Leiter der Hygienekommission. Das betraf die Kontrolle der allgemeinen Sauberkeit, der Verfallsdaten, der Essensproben. Bei der Beurteilung der Qualität des Essens ist es schwer, ein durchgehend gerechtes Urteil zu finden. Ich ziehe vor der Küche in Stedtlingen heute noch meinen Hut. In meiner Zeit war das Essen dort für die Möglichkeiten sehr gut. Aber beim Essen besteht ein Problem: 50 gute Essen nimmt man zur Kenntnis, dann kommt das eine ... Wenn man noch bedenkt, dass die Masse der AGT nicht freiwillig da war und im Angebot z.B. an Wurst und Käse nun auch nicht immer reiche Auswahl herrschte, dann kann man manche nachgereichte Meckerei verstehen. Das ist nicht schön, ändert aber nichts an der Tatsache, dass die meisten Küchen der Grenzkompanien sehr gute Arbeit leisteten. Und, am Rande bemerkt: Nicht jede Magen- oder Darmverstimmung hat ihre unmittelbare Ursache im Essen gehabt.

ciao Rainman2


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#13

RE: Ein furchtbarer Tag

in Mein Grenzer Tagebuch 28.09.2011 18:38
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von Rainman2
Hallo Stabsfähnrich,

ich denke, da sollte man ruhig auch mal die Kirche im Dorf lassen. Ganz so demokratisch ging es nun auch nicht zu. Zunächst bestimmte das Team Küchenleiter/Hauptfeldwebel, ob die Küche grundsätzlich lief. Da wurden durchaus auch Kritiken zurückgewiesen, berechtigt und unberechtigt. In der Qualität des Essens spielten dann die Köche bzw. Köchinnen eine wichtige Rolle. Die Qualitäts- und Hygienkontrolle konnte durch die Küchenkommission ausgeführt werden. Die Organisation der Arbeit dieser Kommission lag in den Aufgabengebieten des Politstellvertreters. Er musste sie nicht unbedingt selber leiten. In der Regel war der Politstellvertreter aber dann auch Leiter der Hygienekommission. Das betraf die Kontrolle der allgemeinen Sauberkeit, der Verfallsdaten, der Essensproben. Bei der Beurteilung der Qualität des Essens ist es schwer, ein durchgehend gerechtes Urteil zu finden. Ich ziehe vor der Küche in Stedtlingen heute noch meinen Hut. In meiner Zeit war das Essen dort für die Möglichkeiten sehr gut. Aber beim Essen besteht ein Problem: 50 gute Essen nimmt man zur Kenntnis, dann kommt das eine ... Wenn man noch bedenkt, dass die Masse der AGT nicht freiwillig da war und im Angebot z.B. an Wurst und Käse nun auch nicht immer reiche Auswahl herrschte, dann kann man manche nachgereichte Meckerei verstehen. Das ist nicht schön, ändert aber nichts an der Tatsache, dass die meisten Küchen der Grenzkompanien sehr gute Arbeit leisteten. Und, am Rande bemerkt: Nicht jede Magen- oder Darmverstimmung hat ihre unmittelbare Ursache im Essen gehabt.

ciao Rainman2



...........hoffe nur dass ich nicht dem Falschen ans Bein gepinkelt habe mit meiner Frage. Ich glaube die Antwort darauf bereits zu kennen.
Es ist mir bewußt, dass es nicht in allen Truppenteilen der GT der DDR ein gleichbleibende und qualitative gute Bereitstellung von Nahrungsmitteln entsprechend den Richtlinien gab. Es ist jedoch unbestritten, dass die Anzahl der gereichten Speisen in einer GK, einem GB oder GR ausreichend war. Auch für mich eröffneten sich neue Welten der Verpflegung, nachdem ich sechs Monate US VI absolviert hatte und anschließend in einer GK landete. Es bleibt auch zu berichten, dass die zeitweilige Kommandierung zur OHS Rosa Luxemburg in Suhl - keinen Abbruch an der Verpflegung sowohl in Qualität als auch in Quantität gab.
Nach erfolgter Abversetzung in das GR 33 (Berlin-Treptow) und der damit verbundenen Aufgabenübertragung eines Hauptfeldwebels, mußte ich auch die Dienstbezüge (Wehrsold) an abkommandierte Soldaten meiner Einheit auszahlen. Dies betraf u.a. Soldaten, welche in der WE Mukran waren...........zwangsweise mußte ich dort in der OK speisen. Es war kein Genuss. Ehrlich gesagt schmeckte auch das Essen an der MAK Dresden nicht besonders. Dort gleichwohl gespeist aus den oben genannten Gründen.
Um einen kleinen Vergleich zu ziehen, ob in Halberstadt (GAR), Wilhelmshagen (GAR), Rüthnik (TÜP), Mellin (GK), Ziemendorf (GB), Pätz (KdGT) oder sonstigen Einrichtungen der GT schmeckte das Essen.
Was für mich jedoch beachtlich ist, dass die Soldaten der linieneinheiten sich trotz guter Verpflegung und Zusatzverpflegung im Grenzdienst noch zusätzliche "Brutzeleien" bescheerten. War es Langeweile? Fressucht? Der "Kick" etwas Verbotenes zu tun?


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
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#14

RE: Ein furchtbarer Tag

in Mein Grenzer Tagebuch 28.09.2011 19:44
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von Stabsfähnrich
...........hoffe nur dass ich nicht dem Falschen ans Bein gepinkelt habe mit meiner Frage. Ich glaube die Antwort darauf bereits zu kennen. ...


Hallo Stabsfähnrich,

also bei mir ist nichts feuchtes angekommen.

Ich habe mal den Vergleich bei mir gezogen zwischen meiner Zeit in Plauen und in der Grenzkompanie. Ohne Zweifel war die Verpflegung in der GK besser. Aber Plauen würde ich nicht unter Wert weggehen lassen. Und dennoch - die Tatsache, dass ich in Plauen einer war, der nur Befehlen zu gehorchen hatte, bescherte mir auch einen anderen Blickwinkel auf die Verpflegung. Man "musste" zum Essen, also war das schonmal in der trotzigen Wahrnehmung und der kollektiven Diskussion "der letzte Fraß". Kaum war ich aus dieser Haltung raus und trug selbst Verantwortung, veränderte sich auch die Sicht auf die Verpflegung.

Und im Bezug auf das Brutzeln sage ich nur:
"Ein Mensch, der sich ein Schnitzel briet
Bemerkte, dass es ihm missriet,
Jedoch, da er es selbst gebraten
Tut er, als wär's ihm wohl geraten.
Und um sich nicht zu strafen Lügen
Isst er's mit sichtlichem Vergnügen."

Gegen eine von Zuhause geschickte, selbst gebrutzelte Wurst, hätte der Küchenleiter selbst mit einem 3-Sterne-Menü keine Chance gehabt.

ciao Rainman2


PS: Beinahe vergessen zu erwähnen: Das Gedicht ist von Eugen Roth - leider nur aus dem Gedächtnis zitiert, kann also Fehler enthalten.


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 28.09.2011 19:46 | nach oben springen

#15

RE: Ein furchtbarer Tag

in Mein Grenzer Tagebuch 28.09.2011 19:52
von damals wars | 12.113 Beiträge

In der Ausbildung in Perleberg hatte ich stark abgenommen, da mir das Essen der Fischköppe (z.B. Kiloweise Senfkörner in der Wurst), ständig und immer wieder tote Oma (jedenfalls in meiner Erinnerung) usw. für einen Mitteldeutschen (geologisch) mit seiner Vorliebe für schwimmende Essen, ab besten noch mit Mehl eingedickt und wenigsten einm halben Pfund Magarine einfach eine Zumutung war.
Besonders schlimm war es am Sonntag mit den 2 Weißbrotschnitten zum Frühstück.
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Ich müsste, dringend, mal wieder ein halbes Jahr aber da ist wohl fast alles weg.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Das änderte sich schlagartig in der Grenzkompanie.
Verpflegung praktisch unbegrenzt. Regelmäßig stand so ein großer Zuber im der Kantine, in dem die berühmten Wurstbüchsen lagen.
Das Zeugs wurde fast nicht alle.
Die Büchsen habe ich sogar mit nach Hause genommen. Lecker.
Mir hat auch der Käse geschmeckt. Bisschen Senf. MMM.
Brot Wurst Butter. Alles kein Problem.

Mit dem warmen Essen hatte ich so mein Problem. Das schmeckte immer etwas seltsam. Ohne näher darauf einzugehen, das warme Wasser war nach Küchenschluss sehr oft alle. Das reichte immer nur für eine Kompanie zum duschen, der Rest durfte kalt.
Mann, wir waren harte Kerle.

Leider wurden dann die Töpfe nicht richtig sauber.

Was ich da nicht bekam, gab es in der MHO. Wir bekamen dort sogar Bananen. Ins Badehandtuch gewickelt und nach Hause geschickt.
Lecker Bowo.
Im Vergleich zum Konsum ein wesentlich besseres Angebot.

Bei der Zusatzpostenverpflegung war man als Uffz., der das Zeugs verteilt hat, im Vorteil. Da gab es Kekse, Schokolade, usw.
Natürlich hatte sich zuerst der Fähnrich versorgt. Obwohl er die Verpflegung abgezählt bekam.
Und der Rest musste dann für den Zug reichen.

Die Schnonse wollte die Soldaten oftmals nicht. Die Hunde haben sich gefreut.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#16

RE: Ein furchtbarer Tag

in Mein Grenzer Tagebuch 03.10.2011 17:53
von boofinger | 140 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin
Hausmittel-Tipps gegen Durchfall

Schütteln Sie aus einer Cola die Kohlensäure raus, lassen Sie sie lauwarm werden und trinken Sie dann die Cola in kleinen Schlucken. Dazu essen Sie eine Handvoll Salzstangen.
...



Je nach persönlicher und tagesaktueller Chemie im "Bioreaktor" (eigene Erfahrung) sollte man damit vorsichtig sein.
So suchst du schnell wieder Mittelchen, weil man Backsteine im Querformat kackt und das ebenfalls unbehagen verursacht.

Boofinger


„Der Weg zum Ziel ist gefährlich. Er ist die Flugbahn aller Geschosse.“ Stanislaw Jerzy, poln. Schriftsteller
* NVA * Grundwehrdienst 88-90 * 3. Raketenbrigade * Vermesser *
zuletzt bearbeitet 03.10.2011 17:53 | nach oben springen

#17

RE: Ein furchtbarer Tag

in Mein Grenzer Tagebuch 04.01.2012 08:08
von holzwurm | 9 Beiträge

Hallo Hans, habe im Herbst 77 auch so eine Schicht erlebt. BT 11 bei Schwanefeld/ Walbeck. Es war Herbststurm angesagt, d.h. Turm hat gewackelt wie Sau. Erst kam der Polit unangemeldet auf Kontrolle, hat sich aber nach 2 Turmwacklern schnell wieder abgeseilt. Dann rumorten im Bauch die grünen Pfirsiche von der Wochenendverpflegung. Mein Posten hatten sich zum Schlafen niedergelegt und ich mußte dringenst runter vom Turm. Alleine abzusetzen war mir doch zu gefährlich. Ehe ich den Kumpel munter hatte, abgeseilt, die 3 Hosen und Jacken aus hatte, konnte ich die Unterhose wegschmeißen. War eine"Scheiß" Schicht.
Zur sonstigen Verpflegung: In Halberstadt ziemlich schlecht, habe bestimmt 8 kg abgenommen. Hat den Küchenfrauen in Döhren bestimmt leid getan. sie haben alles gegeben das wieder 12 kg draufkamen. Will sagen Verpflegung war gut. Als ich Ende April 77 das erste Mal in die GK kam, traute man sich kaum von dem vielen Essen zu nehmen, hat erst höflich gefragt.
Gruß Holzwurm.



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#18

RE: Ein furchtbarer Tag

in Mein Grenzer Tagebuch 04.01.2012 10:16
von Fall 80 | 171 Beiträge

"Himmel und Äd", was istÄd?? Bei uns heißt das "Äpfel und Kartoffeln" oder "Himmel und Erde". Mit Himmel ist der Apfel gemeint und mit Erde die Kartoffel. Gab es in meiner Kindheit oft zu essen Ekele mich heute noch davor. Dann lieber eine leckere Erbsensuppe aus der Kanone.

Zitat von grenzgaengerin
Find ich auch.

Doch durch die Schul- und Kantinenspeisung in der DDR hat dieses bodenständige Gericht sehr gelitten.

Im Rheinland gibt es etwas ähnliches: Himmel und Äd. Da ist es ein "Szeneessen". Bei weitem nicht so lecker, wie die tote Oma.

LG von der grenzgaengerin



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#19

RE: Ein furchtbarer Tag

in Mein Grenzer Tagebuch 04.01.2012 19:25
von Marder | 1.413 Beiträge

ÄD = Erde kommt glaube ich aus dem kölschem Platt.

MfG Jürgen


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
zuletzt bearbeitet 04.01.2012 19:27 | nach oben springen

#20

RE: Ein furchtbarer Tag

in Mein Grenzer Tagebuch 04.01.2012 19:39
von Mholzmichel | 381 Beiträge

Abei uns "Ardeppeln" (Kartoffeln )


EK 81/2
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