#21

RE: Ein gefährliches Rohr

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 18.09.2011 19:27
von GeMi | 556 Beiträge

Hallo,

in Halberstadt hat einer aus meiner Gruppe ein Teil seines Hörvermögens verloren. Ihm war beim Schießen der Gehörschutz verrutscht. Und weil das Ziel so schön im Visier war, hat er trotzdem abgedrückt. Peng und weg waren 50%.

Ich habe das Ding in der Kampfgruppe geschossen. Gut zu schiessen und vor allem zu reinigen.

Bei einer großen Übung mit Russenunterstützung (Hubschrauber) hätte ich bald einen vom Himmel geholt.
Ich habe in den Augen eines Kontrolloffiziers falsch gekniet und sollte das Bein wechseln. Die Waffe war aber schon entsichert. Der Mann hat solange rumgenörgelt, bis ich gewechselt habe. Dabei ging versehentlich die Granate los. Unter 45 Grad ist der Gipskopf in den Himmel gerauscht und vielleicht 10m an einem Hubschrauber vorbei, der uns gerade überflogen hatte.

Da hat er aber Glück gehabt.


Die Menschheit besteht aus einigen wenigen Vorläufern, sehr vielen Mitläufern und einer unübersehbaren Zahl von Nachläufern.

Jean Cocteau
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#22

RE: Ein gefährliches Rohr

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 18.09.2011 20:43
von damals wars | 12.133 Beiträge

Ich musste in Perleberg einmal mit dem Ding schießen, reicht für den Rest meines Leben.
Mit der Makarov durfte ich auch einmal schießen, mit Werfen hätte ich besser getroffen.

Als Gruppenführer im Feldlager lies ich die RPG Schützen immer rechts außen laufen, vor den Dingern bzw. vor dem Strahl, der hinten rauskam, hatte ich höllischen Respekt.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#23

RE: Ein gefährliches Rohr

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 18.09.2011 20:55
von Büdinger | 1.503 Beiträge

Zitat von Boelleronkel
... Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht...
Aus den Kompanien der GARs wurde zur sogenannten "Strukturausbildung"(LMG /RPG Schützen etc) zu einem sagen wir mal Lehrgang zusammengezogen.
Also alle RPG/LMG/SPG und und und waren dann um die 100 Mann je Waffe. ... Gruss BO



Hi BO ,

in HBS nannte sich das 'Profilausbildung' - u. a. NPKCA, Saniausbildung?, lMG, RPG.

Soweit mir bekannt ist, waren SPG nicht mit einbezogen, da wir eine AbK waren, welche einen Zug AGS-17 und einen Zug SPG-9 im Bestand hatten. Die Besonderheit zu den anderen AbK'n war, dass wir zum Ende der dreimonatigen Ausbildung in einem einwöchigem Feldlager auf dem Schießplatz Berge das praktische Schießen mit diesen Waffen absolvierten. Die theoretische Ausbildung und die Handhabung der Waffen erfolgte aber bereits vorher im GAR.

Gruß

Ricardo


.

Ich finde Menschen faszinierend, die meinen mich zu kennen.
Manchmal drängt es mich sie zu fragen, ob sie mir ein bisschen was über mich erzählen können ...

Ich übernehme die Verantwortung für alles, was ich sage, aber niemals für das, was andere verstehen!

.
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#24

RE: Ein gefährliches Rohr

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 18.09.2011 21:13
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Büdinger

Zitat von Boelleronkel
... Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht...
Aus den Kompanien der GARs wurde zur sogenannten "Strukturausbildung"(LMG /RPG Schützen etc) zu einem sagen wir mal Lehrgang zusammengezogen.
Also alle RPG/LMG/SPG und und und waren dann um die 100 Mann je Waffe. ... Gruss BO



Hi BO ,

in HBS nannte sich das 'Profilausbildung' - u. a. NPKCA, Saniausbildung?, lMG, RPG.

Soweit mir bekannt ist, waren SPG nicht mit einbezogen, da wir eine AbK waren, welche einen Zug AGS-17 und einen Zug SPG-9 im Bestand hatten. Die Besonderheit zu den anderen AbK'n war, dass wir zum Ende der dreimonatigen Ausbildung in einem einwöchigem Feldlager auf dem Schießplatz Berge das praktische Schießen mit diesen Waffen absolvierten. Die theoretische Ausbildung und die Handhabung der Waffen erfolgte aber bereits vorher im GAR.

Gruß

Ricardo



Wärend dem halben Jahr Ausbildung in Glöwen--musste ich so einen Lehrgang absolvieren auf den Truppenübungsplatz in Berge bei Gardeleben--Scheiben aufzubauen und von Turm aus zu bedienen. Während der 4 wöchigen Ausbildung,kamen viele Truppen die das RPG Schießen übten. Von weiten sah das ja klasse aus--aber im Ernstfall ist man jemand der sehr gut unter Feuer steht


zuletzt bearbeitet 18.09.2011 21:14 | nach oben springen

#25

RE: Ein gefährliches Rohr

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 19.09.2011 00:05
von Büdinger | 1.503 Beiträge

Zitat von Rostocker
... Von weiten sah das ja klasse aus--aber im Ernstfall ist man jemand der sehr gut unter Feuer steht



Hi Rostocker ,

da liegst Du vollkommen richtig. Gute Leute schafften vielleicht noch die 2. Granate, ausgezeichnete mit 5 % Wahrscheinlichkeit noch einen schnellen Stellungswechsel ohne Geschütz. Das ist die Realität.

Gruß

Ricardo


.

Ich finde Menschen faszinierend, die meinen mich zu kennen.
Manchmal drängt es mich sie zu fragen, ob sie mir ein bisschen was über mich erzählen können ...

Ich übernehme die Verantwortung für alles, was ich sage, aber niemals für das, was andere verstehen!

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#26

RE: Ein gefährliches Rohr

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 19.09.2011 11:10
von Rainman2 | 5.758 Beiträge

Zitat von coff
... Zu unserer Zeit hatte der RPG - 2 Schütze keine Pistole sondern seine Kalaschnikow und einen grossen "Granatensack". Der RPG - 1 Schütze hatte sein "Ofenrohr", die Zieloptik, eine Makarow und den kleinen "Granatensack" ...


Das kann ich auch so bestätigen. Die große Granatentasche des Schützen 2 hatte Platz für 3 Granaten und Starttreibladungen und in die kleine Granatentasche des Schützen 1 passten 2 Granaten mit Treibladung. Die Taschen, auf den Rücken geschnallt, waren tückisch, wenn die Ausbildung gleichzeitig mit Schützenpanzer PSH stattfand. Das Aussteigen aus der Seitentür bei vorschriftsmäßig angelegter Granatentasche war für den Schützen 2 durchaus ein kleines Abenteuer, das gelegentlich auch mal mit einer satten Dreipunktlandung (Knie-Knie-Kinn) neben dem SPW endete.

Im Übrigen hatte ich als Schütze 2 das außerordentliche Pech, dass mein Schütze 1 schlecht zu Fuß war und bei längeren Märschen oft ausfiel. Das hieß für mich, dass ich dann zu meiner eigene Bewaffnung und noch das Rohr samt Zieloptik und Granaten vom Schützen 1 zu übernehmen hatte. Und das über drei Jahre hinweg ...

ciao Rainman2


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 19.09.2011 11:11 | nach oben springen

#27

RE: Ein gefährliches Rohr

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 19.09.2011 20:52
von Boelleronkel (gelöscht)
avatar

Zitat von Büdinger

Zitat von Boelleronkel
... Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht...
Aus den Kompanien der GARs wurde zur sogenannten "Strukturausbildung"(LMG /RPG Schützen etc) zu einem sagen wir mal Lehrgang zusammengezogen.
Also alle RPG/LMG/SPG und und und waren dann um die 100 Mann je Waffe. ... Gruss BO



Hi BO ,

in HBS nannte sich das 'Profilausbildung' - u. a. NPKCA, Saniausbildung?, lMG, RPG.

Soweit mir bekannt ist, waren SPG nicht mit einbezogen, da wir eine AbK waren, welche einen Zug AGS-17 und einen Zug SPG-9 im Bestand hatten. Die Besonderheit zu den anderen AbK'n war, dass wir zum Ende der dreimonatigen Ausbildung in einem einwöchigem Feldlager auf dem Schießplatz Berge das praktische Schießen mit diesen Waffen absolvierten. Die theoretische Ausbildung und die Handhabung der Waffen erfolgte aber bereits vorher im GAR.

Gruß

Ricardo





Hi Büdinger...

siehste die grauen Zellen...Profilausbildung,jenau...
also die "Sense"AGS 17 musste ich mir nicht mehr antun...
Die Truppe SPG wurde zu meiner Zeit auch noch zusammengefasst in eine Abk(für die Dauer der Profilausbildung)...mMn.war das dann die 9te..die die "Führung darüber hatte.
Da "nur"mit Einstecklauf trainiert wurde,war die Sache auch für die Ohren eher erträglich.
Ebenfals "litten"die Ziele weniger als bei den RPG Gipsköpfen.

Bei den GRs...waren die "Einen Löcher buddeln"und im Gelände rumspringen... da hatten die SPG Truppen "Ihre Zeit".
Was das RPG 7 betrifft...bei rund 100Mann,mMn.jeder 4Granaten....Tag und Nacht.
Nach solch Aktionen wäre ein Life Konzert aller Metal...eher eine "Volksmusike"

Die Ziele hierfür waren dann frontal und querfahrende Panzeratrappen zwischen 200/330m Entfernung auf Gleisbahnen.
Nachts wurde diese durch eine 24V/12Volt Glühlampe "angestrahlt" das eine Silouette erkennbar war.
Irgendwann hatten wir dies Thema schon mal....der RPG Schütze trug damals eine Taschenlampe(diese 4 Farben Unifunzel) auf dem Rücken...blaues Licht.

At Blondi...genau Du hast das gut erklärt!
In sich gerade schräg zum Ziel.....(Hacken und Arsch also aus de Bahn)

Wenn ich mich recht entsinne,waren die Übungsmunitionen fürs RPG 7 grundsätzlich mit Leuchtspur ausgestattet.
Bei den "Scharfen war eher nix zu sehen"(also die Flugbahn)

Für die Mütter die hier mitlesen,während "meiner Zeit"gab es keine Unfälle mit RPGs.
Die einzigen "brenzlichen"Situationen mit RPGs gabs nur beim Zuggefechtsschiessen,während eines befohlenen Stellungswechsels.
Grundsätzlich ...Granate raus und dann im "Rücken"der Kameraden bewegen!
Diese "Geschichte"wurde allerdings mit "wachsamen Augen"verfolgt und mangelnde Aufsicht von "überlasteten Aufsichtsführenden"...darüber gabs schon dann und wann mal eine kurze Belehrung.
Alles in Allem...Routine war immer der grösste "Feind" und Jeder hat mal nen schlechten Tag.
Aber das gilt wohl auch für Strassen-Kreuzungen wo ein rotes Lichtlein brennt.
In diesem Sinne.
Gruss BO

P.S. wer hat denn noch und bis wann..so aus Erinnerung mit RPG 2 und RPG 18 trainiert?
Dankerschöön.


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