#1

Nicht gegen- sondern miteinander

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 04.09.2011 23:03
von Krelle • ( Gast )
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Ob im Westen oder Osten,
Jeder von uns hat seine Pflicht getan
Wir standen auf unserem Posten
und haben gehandelt nach unserem Plan


Wir können nichts für eine verfehlte Politik,
nur diese hat uns dort hingestellt
Übt nicht an U N S negative Kritik,
wir haben das Übel nicht bestellt


Wir lassen uns nicht mehr aufeinander hetzen,
wir haben das böse Spiel erkannt
Wir sollten uns nicht einmal mehr verbal verletzen,
denn Deutschland ist unser ALLER Vaterland


(Worte, die UNS einen mögen) Manfred Krellenberg, 04.09.2011


zuletzt bearbeitet 05.09.2011 22:07 | nach oben springen

#2

RE: Nicht gegen- sondern miteinander

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 05.09.2011 00:00
von Krelle • ( Gast )
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zuletzt bearbeitet 05.09.2011 00:01 | nach oben springen

#3

RE: Nicht gegen- sondern miteinander

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 05.09.2011 00:07
von Rostocker | 5.263 Beiträge | 46769 Punkte

Zitat von Krelle
Ob im Westen oder Osten,
Jeder von uns hat seine Pflicht getan
Wir standen auf unseren Posten
und haben gehandelt nach unserem Plan


Wir können nichts für eine verfehlte Politik,
nur diese hat uns dort hingestellt
Übt nicht an uns Grenzer negative Kritik,
wir haben das Übel nicht bestellt


Wir lassen uns nicht mehr aufeinander hetzen,
wir haben das böse Spiel erkannt
Wir sollten uns nicht einmal mehr verbal verletzen,
denn Deutschland ist unser ALLER Vaterland


(Worte, die UNS einen mögen) Manfred Krellenberg, 04.09.2011


Diesen Worten stimme ich zu-- und wir haben das böse erkannt und diskutieren heute in diesem Forum darüber--das es nicht mehr böse bleibt--sondern das wir aus dem lernen --was wiederrum schon Geschichte ist. Gruß Rostocker


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#4

RE: Nicht gegen- sondern miteinander

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 05.09.2011 09:03
von Harsberg | 1.573 Beiträge | 7115 Punkte

Ein prima Gedicht, danke Krelle dafür, alle sollten sich ein Beispiel nehmen!


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#5

RE: Nicht gegen- sondern miteinander

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 05.09.2011 09:51
von 94 | 8.692 Beiträge | 63812 Punkte

Da möchte ich mich meinem Vorredner anschließen, fast sogar vorbehaltlos ...

Warum aber nur @Krelle fügst Du Deinem qualitativ hochwertigem Beitrag ein photographisches Abbild eines dieser unsäglichen Propaganda-Hetz-Plakat aus den Tiefzeiten des kalten Krieges an? Achso, ein Bild sagt mehr als 76 Worte? Vor einigen Tagen konnte ich mich noch zurückhalten, doch jetzt sei mir die Frage gestattet:

Was hat es mit dieser Photographie auf sich?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#6

RE: Nicht gegen- sondern miteinander

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 05.09.2011 10:17
von Feliks D. | 8.887 Beiträge | 44578 Punkte

Also sind wir zwei und da ich nun nicht mehr der erste bin, und daher nicht das geliebte Ziel für die üblichen Protagonisten abgebe, möchte ich mich dieser Frage anschließen.

Dieses Bild war und ist für mich Ausdruck der Nichtanerkennung souveräner Staaten und der grenzenlosen Arroganz der politischen Kaste der BRD, der dann im Alleinvertretungsanspruch gipfelte. Was wenn wir diese heute an unseren Ostgrenzen aufstellen um den dort "verlorenen" Gebieten nachzutrauern?

Ansonsten kann ich mich deinen Worten @Krelle anschließen, denn nur zusammen kann es uns gelingen das System zum Vorteil des Menschen und nicht des Kapitals zu verändern. Nur das Bild, so es diesen Wunsch unterstreichen soll, ist dazu denkbar ungeignet. Dies jedoch sicherlich aus deiner Sicht vollkommen unbeabsichtigt.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#7

RE: Nicht gegen- sondern miteinander

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 05.09.2011 10:35
von Moskwitschka | 5.524 Beiträge | 77925 Punkte

Hallo Krelle,

Danke!



LG von der grenzgaengerin


"Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont."


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#8

RE: Nicht gegen- sondern miteinander

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 05.09.2011 10:43
von Krelle • ( Gast )
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Zitat von 94
Da möchte ich mich meinem Vorredner anschließen, fast sogar vorbehaltlos ...

Warum aber nur @Krelle fügst Du Deinem qualitativ hochwertigem Beitrag ein photographisches Abbild eines dieser unsäglichen Propaganda-Hetz-Plakat aus den Tiefzeiten des kalten Krieges an? Achso, ein Bild sagt mehr als 76 Worte? Vor einigen Tagen konnte ich mich noch zurückhalten, doch jetzt sei mir die Frage gestattet:

Was hat es mit dieser Photographie auf sich?



Dieses Schild hatte weder damals noch hat es für mich heute einen "negativen" Charakter. Gewiss, es stammt aus der Zeit des "kalten Krieges". Doch die Worte "Auch drüben ist Deutschland" sollten nie ein "schlechtes Licht" auf "drüben" werfen - ganz im Gegenteil: es sollte allen Grenzbesuchern (und davon gab es am Schlagbaum Eichholz sehr viele) verdeutlichen, dass unser Heimatland, DEUTSCHLAND, nicht an dieser damaligen Trennlinie zwischen Ost und West aufhört zu existieren. Und so hat es mich beim damaligen Betrachten auch immer wieder in meiner Hoffnung unterstützt, dass einmal ein Ende dieser unnatürlichen Teilung kommt und wir Deutschen wieder zueinander finden, in einem vereinigten Deutschland. Ich bin unendlich froh, dass ich das miterleben durfte. Ich weiß aber auch, dass von "blühenden Landschaften" noch nicht die Rede sein kann und wir ALLE auch zukünftig gefordert sein werden, unseren Teil dazu beizutragen, dass auch die Schlagbäume in unseren Herzen und unserem Denken verschwinden. In diesem Forum sind wir auf einem guten Weg, dieses zu erreichen. Es braucht ALLES seine Zeit, gewiss. Aber es lohnt, sich dafür einzusetzen. DANK an alle unsere Mitglieder, die durch ihre Beiträge helfen, mit- und nicht gegeneinander zu sein!

Und da ich mit gutem Beispiel voran gehen möchte, habe ich das Foto wieder aus diesem Thread entfernt. Es sollte uns eigentlich vereinen, niemals trennen. Aber ich respektiere die Gefühle Anderer. Wenn es auch nur EINEN von uns auf irgend eine Art und Weise verletzt, so soll es von hier besser wieder verschwinden.


zuletzt bearbeitet 05.09.2011 10:54 | nach oben springen

#9

RE: Nicht gegen- sondern miteinander

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 05.09.2011 10:56
von eisenringtheo | 6.026 Beiträge | 46977 Punkte

Zitat von 94
(...)Warum aber nur @Krelle fügst Du Deinem qualitativ hochwertigem Beitrag ein photographisches Abbild eines dieser unsäglichen Propaganda-Hetz-Plakat aus den Tiefzeiten des kalten Krieges an?



Das ist kein Hetzplakat. Die Einheit Deutschlands war bis 1974 auch ein Staatsziel der DDR, das Plakat hätte also bis dann auch in der DDR stehen können, vgl. Artikel 8 Abs. 2 der Verfassung von 1968.
http://www.documentarchiv.de/ddr/verfddr1968.html#Ik1
So gibt es im Kursbucht der DDR von 1970 logischerweise unterschiedliche Hinweise zum internationalen Verkehr und zum Verkehr mit der westdeutschen Bundesrepublik:
http://www.eisenbahnwelt.com/Kursbuecher.../000_start.html
(Seitenzahl anklicken. Seite 12 kommt die BRD nicht vor.)

Aus unerfindlichen Gründen hat die DDR das Ziel der deutschen Einheit 1974 aufgegeben und ihre Verhandlungsposition entscheidend geschwächt. Denn man konnte nichts mehr "in Richtung deutsche Einheit" anbieten. Wenn man im Nachhinein sieht, wieviel Geld die BRD für den Abbau von Grenzbefestigungen oder für den "Freikauf" herausgerückt hat, wird klar, dass die die Aufgabe des Staatszieles "Deutsche Einheit" IMHO einer der grössten historischen Fehlers der DDR war.
Theo


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#10

RE: Nicht gegen- sondern miteinander

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 05.09.2011 11:05
von Feliks D. | 8.887 Beiträge | 44578 Punkte

Danke @Krelle für die Erklärung deiner Sicht die ich zwar nicht teilen, aber respektieren muss.
Das Bild musst Du auch nicht entfernen, denn es ist deine Sicht und jedem Recht ist eine Kunst die keiner kann.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#11

RE: Nicht gegen- sondern miteinander

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 05.09.2011 11:05
von GZB1 | 2.991 Beiträge | 13173 Punkte

@Theo,

ich vermute mal die DDR-Führung wollte unter Honnecker ihre Position stärken, nach dem Viermächte-Abkommen über Berlin und dem Grundlagenvertrag von 1972 mit der BRD.

Es bestand ja seit der Stalinnote von 1952 immer die Gefahr, dass die UdSSR als Besatzungsmacht ihre Zone wenn es ihr genehm war verkauft, so wie es letztenendes ja auch gekommen ist.

Diese Gefahr wollte die DDR-Führung mit der Aufgabe von "Deutschland einig Vaterland" und der internationalen Anerkennung der DDR als souveräner Staat verhindern bzw. reduzieren.


zuletzt bearbeitet 05.09.2011 11:23 | nach oben springen

#12

RE: Nicht gegen- sondern miteinander

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 05.09.2011 11:26
von eisenringtheo | 6.026 Beiträge | 46977 Punkte

Zitat von GZB1
@Theo,

ich vermute mal die DDR-Führung wollte unter Honnecker ihre Position stärken nach dem Viermächte-Abkommen über Berlin und dem Grundlagenvertrag von 1972 mit der BRD.
(...)


Oder eine Art Selbsterhaltungstrieb von Diktatoren, um selber nicht den für sie möglicherweise gefährlichen Entwicklungen der Geschichte ausgesetzt zu werden? Ein Rückzug in den eigenen Garten mit Zaun drum herum? Gar eine ähnliche Geisteshaltung, wie sie Trotzki den "Epigonen" vorwarf?
http://www.marxists.org/deutsch/archiv/t...40-epigonen.htm
Theo


zuletzt bearbeitet 05.09.2011 11:26 | nach oben springen

#13

RE: Nicht gegen- sondern miteinander

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 05.09.2011 11:48
von turtle | 4.890 Beiträge | 37611 Punkte

Danke Krelle für Deinen Beitrag . Natürlich hat mich Dein Bild nicht gestört !


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#14

RE: Nicht gegen- sondern miteinander

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 05.09.2011 11:50
von Feliks D. | 8.887 Beiträge | 44578 Punkte

Aber was hat diese Diskussion noch mit dem Anliegen von Krelle zu tun?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#15

RE: Nicht gegen- sondern miteinander

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 05.09.2011 11:53
von Krelle • ( Gast )
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Zitat von Feliks D.
Danke @Krelle für die Erklärung deiner Sicht die ich zwar nicht teilen, aber respektieren muss.
Das Bild musst Du auch nicht entfernen, denn es ist deine Sicht und jedem Recht ist eine Kunst die keiner kann.




Ja, man kann nicht immer einer Meinung sein. Muss man auch nicht. Aber sich gegenseitig respektieren, das sollten wir. Und darum: DANK für Deine Zeilen.

Es ist/war vollkommen in Ordnung, dass die im Osten unseres Vaterlandes lebenden Menschen stolz darauf waren, Bürger der Deutschen Demokratischen Republik zu sein. Auch ich als im Westen geborener /lebender Mensch war schließlich stolz darauf, ein Bürger der Bundesrepublik Deutschland zu sein.
VOR ALLEM war ich aber immer stolz darauf, ein DEUTSCHER zu sein. Mein eigentliches Vaterland hörte nie an jener Grenze auf, an der ich damals meinen Dienst versah. Und so habe ich mich auch heimisch gefühlt, als ich 1987 zum ersten Mal in die DDR einreiste, um meinen langjährigen Brieffreund, der in Stralsund lebte, erstmalig persönlich zu treffen. Ich betrat nicht AUSLAND, als ich den Grenzbahnhof Herrnburg erreichte. Ich befand mich auch weiterhin dort, wo ich zu Hause war/bin: in DEUTSCHLAND! Und das wunderbare Verhältnis zu meinem Stralsunder Freund hat mich auch immer wieder in meinem Gefühl bestärkt, wie unnatürlich diese innerdeutsche Grenze war. Wir waren wie Brüder. Uns trennte NICHTS!


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#16

RE: Nicht gegen- sondern miteinander

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 05.09.2011 12:07
von Rainman2 | 5.172 Beiträge | 39539 Punkte

Es geht um das Zuhören und den Respekt vor der Bereitschaft des anderen, dass er seine Geschichte und seine Sicht erzählt, auch wenn man seine Meinung nicht teilt. Ich danke Krelle für diese Initiative. Dem Gedicht kann ich mich nicht in vollem Umfang anschließen, aber das ist mein eigenes Problem. Loriot sagte einmal über seine Zeit als Offizier im 2. Weltkrieg, es sei schwer, sich selbst zu verzeihen, derart gut funktioniert zu haben. Ich verstehe, wovon er da spach. Insofern ist das keine Kritik an Krelles Gedicht, sondern nur die Widerspiegelung meiner eigene Entscheidung, für mich über den Begriff Pflicht hinauszudenken.

Danke Krelle!
Respekt!

ciao Rainman2


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 05.09.2011 12:08 | nach oben springen

#17

RE: Nicht gegen- sondern miteinander

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 05.09.2011 13:55
von Gohrbi | 504 Beiträge | 3066 Punkte

Schönes Thema, leider gibt es in Ost und West so viele Vorverurteiler und geistig engstirnige. Ich glaube ein Miteinander werden wir die nächsten 20 Jahre nicht erleben. Auch der Grenzer/Soldat hatte sich mit dem Leben hier und da identifiziert. Wie viele haben denn noch nicht über ihren Tellerrand geschaut. Wie viele waren noch nicht einmal nach 20 Jahren hüben oder drüben? Die tönen dann am lautesten, wenn es um Vorurteile geht. Ich betone in West UND Ost.

Und manchmal mußte ich, mich als Ossi im Westen, von meinen Landsleuten sehr distanzieren, wenn es zu, ich sags mal gelinde, affig wurde. Da habe ich Parallelen am Buffet vom FDGB Heim und dem Buffet auf der "AIDA" verzeichnen können. Aber nicht nur im Urlaub, sondern auch im ganz Alltäglichen. Das ging so weit, dass ich einfach nur von der Schwäbischen Alb kam und die Vorzeit geflissendlich verschwieg.


zuletzt bearbeitet 05.09.2011 13:56 | nach oben springen

#18

RE: Nicht gegen- sondern miteinander

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 05.09.2011 18:45
von Zermatt | 5.178 Beiträge | 8830 Punkte

Krelle,
das was du dort geschrieben hast klingt vernüftig..auch wenn ich mich dort nicht wieder finde,hatte ich doch keine solche Funktion.
Entscheidend aber ist der Kern dieser Aussage...versöhnen statt spalten.Wenn wir hier anfangen ist das ein guter Weg..auch wenn er lang und schwer ist.



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#19

RE: Nicht gegen- sondern miteinander

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 05.09.2011 19:41
von Krelle • ( Gast )
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Ja, wir sind auf einem guten Weg und sollten uns verpflichtet fühlen, die durch den „Kalten Krieg“ entstandenen Gräben wieder zuzuschütten. Wenn es gelingt, dass wir uns trotz differenter Auffassungen (denn die wird es immer geben) gegenseitig voll respektieren, dann ist das sehr wertvoll und ein erster Schritt des Versuches, wieder so zueinander zu finden, wie es sich für ein vereintes Land gehört.
Wäre ich Politiker und hätte Entscheidungsgewalt gehabt, dann hätte ich dafür gesorgt, dass am 3.10.1990 der Name unseres Landes „nur“ noch DEUTSCHLAND wäre. Schon als äußeres Zeichen der Vereinigung. Dann hätte manch damaliger Bürger der Deutschen Demokratischen Republik vielleicht auch das Gefühl bekommen, dass sich auch auf der „anderen“ Seite etwas tut und man nicht als einziger den Namen seines bisherigen Landes und "seine Identität" verliert. Durch den Wegfall der „Bundesrepublik“ hätten wir ALLE viel gewonnen. Eine bloße Angliederung an die „alte“ Bundesrepublik halte ich, so wie es geschehen ist, für unglücklich. Wir ALLE hätten viel intensiver analysieren müssen, was wirklich „gut“ war in der DDR. Es war doch nicht ALLES schlecht, ganz gewiss nicht! Und wir hätten dann versuchen müssen, so es (z.B. finanziell) umsetzbar gewesen wäre, das in DEUTSCHLAND zu realisieren. Leider ist dies so gut wie nicht geschehen. Kein Wunder also, dass sich mancher (auch hier im Forum) nicht so richtig mit der heutigen Bundesrepublik Deutschland identifizieren kann und seinen Blick rückwärts richtet. Das haben wir aber nicht uns (z.B. den Ex-Grenzern) zuzuschreiben, sondern unseren Politikern, die leider nicht immer zum Wohle unseres Vaterlandes handelten/handeln, ja man muss es wohl so sagen! Den wahren Dreck der Geschichte sucht also nicht an den Grenzen bzw. bei den Grenzern, sondern im tiefsten Innern unseres Landes (eigentlich aller Länder…) – in den Stuben, wo die Politik „gemacht“ wird. Man muss sich wirklich nicht wundern, wenn es immer mehr Wähler gibt, die sich entweder stark nach rechts oder links orientieren – wenn die Politik in der „Mitte“ stimmen würde, dann bräuchte es „radikale Tendenzen“ nicht geben…


zuletzt bearbeitet 05.09.2011 20:28 | nach oben springen

#20

RE: Nicht gegen- sondern miteinander

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 05.09.2011 20:22
von SEG15D | 695 Beiträge | 5083 Punkte

@Krelle

Ich glaube, mit Deiner Analyse sprichst Du so manchen aus dem Herzen. Leider ist es im Nachhinein müßig, über die verspielten
Möglichkeiten zu spekulieren. Damals wie heute hat man sich nicht die Zeit gelassen für solche Überlegungen. Sei es aus Überheblichkeit oder einfach Zeitdruck, die Resultate werden wir noch lange Zeit als unterschiedliche Sichtweisen der Menschen auf ihre jeweilige Vergangenheit als auch die Realität erleben.
In jedem Falle gehe ich jedoch mit Dir mit was die Art und Weise der Diskussion dieser erlebten Zeit hier im Forum betrifft.
Respekt vor der Meinung und dem Erlebten der Mitglieder sollten helfen die Brücken zu bauen, die die Generationen nach uns betreten werden.
Dann hoffentlich ohne Vorurteile und Dünkel sondern offen und mit Freude!

Gruß vom SEG15D



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