#121

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 07.09.2011 11:52
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Feliks D.
Bummi hieß ja auch die Kinderzeitung die mir meine Eltern damals immer kauften und aus der sie mir immer so schöne Geschichten vorgelesen hatten. Ich habe es bei meinem Ältesten dann auch so gehalten.

Komisch, dass ich mich nun hier und in einem anderen Thread beim lesen einiger Beiträge so daran erinnern muss.




Ja, @ Turtle und Feliks meine teuren Freunde....
Mein erster stay in the Soviet Union war gepraegt von der Erkenntnis, wie sehr die Russen (und auch andere Voelker der SU) sich mit Literatur befassten, selbst in dwellings mit wenig gehobener Ausstattung waren Buecher vorhanden. Versessen waren diese darauf sich mit fremdlaendischer Literatur zu befassen, ueberall wo man hinging, sah man diese 'Buecherwoermer' lesen. Vor allem die Klassiker, in englisch und franzoesisch waren nicht nur gefragt, sondern bekannt! ebenso deutsche Literatur. Und Musik, nicht nur im Kaukausus die Ossietier, die Tscheschenfreunde, und selbstverstaendlich die Russen, kannten mehr von den Beatles und anderen Popstars als ich! Und das ist mehr als 35 Jahre her. Meine Schueler in den USA haben kaum Ahnung von ihren eigenen Schriftstellern. Um nur Tinkerbell anzusprechen, ja so bekannt, haengt und klebt ueberall die kleene Lieblichkeit - nur, dass Tinkerbell aus dem Klassiker Peter Pan stammt, det wissense nicht.
Nun seid Ihr mich los................. auf ins Wochenende heisst es fuer mich..........fahre in wenigen Stunden Richtung Berlin.
Liebe Gruesse, Larissa


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#122

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 07.09.2011 12:01
von WernerHolt (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.
Bummi hieß ja auch die Kinderzeitung die mir meine Eltern damals immer kauften und aus der sie mir immer so schöne Geschichten vorgelesen hatten. Ich habe es bei meinem Ältesten dann auch so gehalten.

Komisch, dass ich mich nun hier und in einem anderen Thread beim lesen einiger Beiträge so daran erinnern muss.



hallo feliks,


auch ich kann mich noch an diese zeitschrift erinnern. denn auch meine eltern haben mir immer daraus vorgelesen.und ironischerweise hieß auch der kindergarten in den ich ging "bummi" kindergarten .....

ist zwar völlig OT ,aber das schoß mir durch den kopf ,als ich deinen beitrag las ........

VG


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#123

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 07.09.2011 12:08
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von Bummi
Mich hat damals keiner gefragt, ob ich in diese Einheit will. Als Dienstanfänger hat man mich einfach da hinein gesteckt. Am besten ist es wenn Du Dir etwas mehr Zeit zum lesen und nachdenken nimmst. Du bist nämlich jetzt hier das beste Beispiel für die mangelnde Rücksicht und das mangelnde Verständnis für Dinge die außerhalb Deiner persönlichen Vorstellungskraft liegen. So wie ich in meinem letzten Beitrag beschrieben habe: Es kann nur sein, was sein darf.



Also Bummi, auch wenn wir hier weit OT kommen.

Was bitte ist in Deinen Augen eine Spezialeinheit? Die Angehörigen einer Akl.-oder GW- Kp. kann man durchaus als Spezialisten bezeichnen, zu einer Spezialeinheit werden diese Kompanien davon noch lange nicht!

1. Um in eine Spezialeinheit der VP zu kommen, musstest Du auch schon zu DDR Zeiten oberhalb der Wehrpflicht auflaufen, mal vorsichtig gesagt. Und da wurde vorher ein Gespräch geführt, keiner wurde da ungefragt einfach so reingesteckt.

2. hat die VP-Bereitschaften keine "Frischen" in eine Spezíaleinheit gesteckt, es sei denn die Köche und MKF der 10.Kp. haben sich selbst als Spezialeinheit bezeichnet.

3. Ist die VP-Bereitschaften nicht ausgerückt, um Fahnenflüchtige zu verhaften oder zu vernichten. Die Aufgabe der VP-Bereitschaften bei derlei Einsätzen war die Suche, Einkreisung und Abriegelung. Den Rest haben die bis dahin auf den Plan getretenen Einheiten der GSSD gemacht – oftmals leider ohne Festnahme.

4. wurde niemandem ohne Ausbildung ein SSG in die Hand gedrückt und eine derartige Ausbildung gab es nicht für einen WED´ler.

5. Der Kfz Park nimmt naturgemäß viel Platz ein. Die 10.Kp machte da keine Ausnahme, auf Grund der Aufgabenstellung eher das Gegenteil.

6. Zuführungspunkte sind keine Objektbezeichnungen sondern taktische Begriffe in bestimmten Bedingungen der Lage. Diese wurden nur in Einsatzsituationen gebildet und stellten keine strukturmäßigen permanent vorgehaltenen baulichen Einheiten dar. Es ist also Unsinn, wenn Du das so darstellst.

7. Ein Kp.Chef (!?) besucht eine weit entfernte Garnison der GSSD und lässt sich von einem Dienstanfänger fahren?

Du warst also Kraftfahrer der 10.Kp., musstest Dein Fahrzeug beim Einsatz stehen lassen und bekamst dann das SSG mal eben aufgebrummt? Auch bei Einsätzen galt der Grundsatz: Kraftfahrer bleiben bei den Fahrzeugen.

Abgesehen davon, dass die Sonderbewaffnung bei derlei Einsätzen nicht mitgeführt wurde, hat die 10.Kp. auf Grund der Aufgabenstellung nicht über solche Waffen verfügt.

Und das hat nichts mit Vorstellungskraft zu tun.

@Grenzergold: Die 9.Kp. gab es genau 1x und nur in Potsdam Eiche. Die kam nur in besonderen Fällen zum Einsatz, wie bei dem von Dir geschilderten Fall.
Erstmal flogen aber je nach Größe des Areals die DHE der jeweilig zuständige VPB raus.

Edit: DHE= Diensthabende Einheit


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
zuletzt bearbeitet 07.09.2011 12:11 | nach oben springen

#124

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 07.09.2011 12:15
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Zitat von Bummi
@GZB1
Ich war nie in der DSF, ich war auch nichtmal in der FDJ, geschweige denn in der SED, ich hatte es nicht für nötig gehalten mir durch Scheinmitgliedschaften und und andere Tricks persönlicher Vorteile zu verschaffen, aus ähnlichen Gründen haben nicht wenige Grenzer auf Flüchtlinge geschossen, der persönlichen Vorteile wegen. Für mich nicht nachvolltiehbar und nicht akzeptabel.



Nun @Bummi ich weiß zwar nicht warum du mich speziell zu den angeblichen Schein-Mitgliedschaften und den anderen Dingen direkt ansprichst, zumal ich dazu rein garnichts geschreiben habe, aber deine Beiträge nötigen mir, wenn überhaupt, nur noch ein ab.

So long!


zuletzt bearbeitet 07.09.2011 12:57 | nach oben springen

#125

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 07.09.2011 17:15
von damals wars | 12.150 Beiträge

Bei uns gab es mal die Meldung: Sowjetsoldat mit Kalaschnikow ohne Munition auf dem Weg.

Wer weiß, wie die mit ihrem Mumpeln umgegangen sind, weiß wie wir gelacht haben.

Bei den Deutschen wurde abgezählt und zurückgerechnet. Die bekamen eine Handvoll Munition.

Einmal waren welche mit einem SPW geflitzt, da zogen an der Autobahn nach Drehwitz Grenzsoldaten mit RPG 7 auf. Bei dem Verkehr dort habe ich mich gefragt, wie die da gefahrlos schießen sollen.

Die Fahnenfluten waren wirklich kein Witz.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#126

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 07.09.2011 17:48
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Zitat von damals wars

Die Fahnenfluten waren wirklich kein Witz.


Das kann ich nur bestätigen!

Mein galt etwas anderem!!


zuletzt bearbeitet 07.09.2011 17:49 | nach oben springen

#127

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 07.09.2011 20:36
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von GZB1

Zitat von damals wars

Die Fahnenfluten waren wirklich kein Witz.


Das kann ich nur bestätigen!

Mein galt etwas anderem!!





Stimmt..Damals wars,da gabs noch Bummi...
Pubertierendes Etwas...

Könnte sich vielleicht mal Jemand um den "Gefrusteten mit den schweren Kindheitserlebnissen in der Nähe der Bootschaft kümmern"und diesen Thread bereinigen.
O.T.und kein Gruss
BO


zuletzt bearbeitet 07.09.2011 20:37 | nach oben springen

#128

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 07.09.2011 20:43
von 94 | 10.792 Beiträge

Aber nicht löschen! Dazu ist der Unterhaltungswert einfach zu groß!


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#129

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 07.09.2011 20:46
von Greso | 2.377 Beiträge

Damit sollte sich alles beruhigen
Die Sowjetz,die flüchten wollten giebt es nicht mehr...oder?

Angefügte Bilder:
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen und (falls vorhanden) Vorschau-Grafiken der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
MZ u.Stern 021.JPG

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#130

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 07.09.2011 22:34
von exgakl | 7.236 Beiträge

vierundneunziger.... so schnell löscht es sich nicht und wenn es nicht jeder glauben mag, auch wir lieben Humor


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#131

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 08.09.2011 01:34
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Bummi
... Die außerhalb der Kasernen verübten straftaten sind hauptsächlich von meist betrunkenen sowjetischen Offizieren begangen worden. Soldaten war sowas nicht möglich, da sie schlicht keinen Ausgang bekamen. Die Soldaten wurden gehalten wie die Tiere.
... Zu essen gab es meist Hirse- oder Haferbrei. Einziger Luxus: Im Winter gab es eine Heizung. Ganz anders bei den Offizieren: Sie hatten Ihr eigenes Privatzimmer und ihr Casino mit allem Luxus...
Die DDR-Gerichtsbarkeit kehrte alles unter den Tisch. Vor diesen Offizieren hatten die Soldaten panische Angst. Prügel und Folter waren an der Tagesordnung
... JEDER, der seine Kaserne unerlaubt verlassen hat, war automatisch ein toter Mann
.... Stationiert im berliner Randgebiet im Blankenburger Pflasterweg.
... Für mich war es aber kein Ziel, für mich war es einer dieser bemitleidenswerten, bis aufs Blut gepeinigten Menschen,
... Dehalb ist jeder der auf einen Menschen geschossen hat für mich ein skrupelloser Mörder und ich wünsche mir, daß ein jeder seine gerechte Strafe dafür bekommen mag.



Jo, da haste aber von Leder gezogen. Auch so erlebt?
Ich habe von 1986 bis 1988 in der Revierzweigstelle des VP-Revieres Karlshorst gearbeitet. Zu unseren Pflichten gehörte der mitunter sehr direkte Kontakt zu den dort tätigen sowjetischen Dienststellen, auch der Garnison.
Es gab zwar keinen oder nur wenig Ausgang für sowjetische Soldaten. Das hat sie aber keineswegs daran gehindert, über die Mauer des Nachts stiften zu gehen und in den Gärten sowie Siedlungshäusern einzubrechen. Von den von uns gestellten Einbrechern war keiner Offizier, die meisten Soldaten und einige Unteroffiziersdienstgrade. Wir habe jeden Monat ein bis drei von ihnen wieder in der Garnison vorbeigebracht.
Betrunkene Offiziere waren dann eher für Randale, sexuelle Belästigungen (aber nicht eine Vergewaltigung in meiner Zeit!) und Sachbeschädigungen "gut". Kam auch öfter vor.
Nicht einer von ihnen (oder uns) ist dabei ums Leben gekommen, es wurde auch nie geschossen. Geprügelt haben wir uns öfter. Dafür hat es aber nie eine Anzeige wegen Widerstand gegeben. Denn dann hätte deren Militärstaatsanwalt noch eine Position mehr bekommen. Gerade von den Offizieren hatte ich einige "öfter", woran man merkt, dass die Strafen dafür nicht allzu vernichtend gewesen sein können. Allerdings wurden die meisten von ihnen sehr friedlich, wenn sie merkten, dass "es" deutsche Polizisten waren.
Wenn wir jemanden ablieferten, war erst mal "Billard" angesagt. Das bedeutete Haue und zwar kräftig. Je besoffener oder niedriger im Dienstgrad um so heftiger. Das stimmt schon. Doch habe ich erlebt, dass da viel Show dabei war. Waren wir unten am KP angekommen, war oben der Lärm zu Ende.
Wer von uns in der Garnision (oder in der Zwieseler Str.) abgeliefert wurde, mit dem hatte die deutsche Justiz nichts zu tun. Der unterlag deren eigener Militärjustiz. Wir haben solche Vorgänge immer abgegeben.
Wenn Deutsche geschädigt wurden, dann gab es eigentlich immer Schadenersatz in irgendeiner Form. Schon deshalb, weil so etwas nicht publik werden sollte.
Ich kannte seinerzeit auch das Leben in der Garnision recht gut. Ungewohnt und mitunter abstoßend war für uns die Praxis der Offiziere, einen Burschen zu haben.Oder der Umstand, dass es für Fehlverhalten auch Schläge setzen konnte. Das mit den Schlafsälen stimmt schon. War so in der deutschen Armee einige Jahrzehnte früher aber auch üblich. Das Essen hatte ich auch öfter. Mit und ohne sto Gramm. Meckern könnte ich aber nur über den für mein Empfinden arg fettigen Geschmack.Den "Luxus" der sowjetischen Offiziere habe ich auch erlebt. Den würde sich in anderen Armeen kein Unteroffizier antun.Ich war oft genug Gast in ihren Wohnungen.Das war mitunter schon peinlich, wenn dann die Frage kam, wer nun eigentlich den Krieg gewonnen habe.
Den Blankenburger Pflasterweg kenne ich, weil ich einige Tage im Frühjahr 1990 dort als Sicherung für die MfS-Zentrale stationiert war. Damals war dies jedoch nur noch eine Müllhalde. War dort wirklich die K IX stationiert? "K IX" heißt übrigens nicht 9. Kompanie, sondern Komissariat IX! Es war auch keine Kompanie der BePo, es waren Angehörige der Kriminalpolizei in besonderer Verwendung. Meines Wissens war kein GWD-ler unter ihnen.Mindestens HWM (Hauptwachtmeister analog dem Feldwebel) der K. Also Berufspolizisten. Jedoch eher Offiziere.
Das SWD war dort eher unüblich. Die ihm eigene Streuung macht es zwar zu einer immer noch guten Unterstützungswaffe aber ein Scharfschützengewehr im polizeilichen Sinne war und ist es eher nicht. Vor allem, weil die Trefferpunktlage sehr abhängig von der Auflage ist. Soll heißen, wenn du das Ding anders auflegst als geübt, kann es auf 100 m auch schon mal 15 cm drüber (je weiter vorn die Auflage, um so höher die Trefferlage) oder drunter als gewohnt einschlagen. Ich habe aber schon von Mot-Schützeneinheiten gelesen, wo der Küchenbulle diese Waffe bediente. Dies jedoch im Rahmen der Mot-Schützenkompanie.
Wenn wir mit flüchtigen GSSD-Soldaten aneinandergerieten, dann hatten wir unsere strukturmäßigen Waffen dabei. Sprich, MPi, LMG und Pistole. Das wars denn schon. Und den Hund mitunter.
Keine Sonderwaffen!
Wenn man auf einen Menschen schießt und dies nicht gerade tut um seine Brieftasche mal wieder kurzzeitig aufzufüllen, dann geschieht dies, weil man als Soldat oder Polizist (oder Zöllner, oder einfacher Bürger und so weiter) andere Menschen dadurch vor Schaden bewahrt oder eben sich selber. Nicht, um den anderen zu töten sondern um ihn an der Fortsetzung einer Tat zu hindern, die sich als Verbrechen darstellt. Um Verbrecher aufzuhalten! Oder weil man den Kameraden neben sich eben nur so gegen den Gegner verteidigen kann, nur so seinen Auftrag erledigen kann. Solch eine Entscheidung fällt in Sekundenbruchteilen und diese Entscheidung fällt jeder für sich selbst.
Da denkt man an vieles aber an eines nicht. Nämlich, wie bedauernswert der Gegner in diesem Moment oder vielleicht vorher war. Das kommt erst wieder, wenn man danach davor steht. Falls man das kann. Deshalb aber gesteht man ihm trotzdem seine gesetzlichen Rechte zu, schont ihn, wenn es irgend geht.
Was zählt, das sind in diesem Moment aber Gesetze und die eigenen Leute, das sind jene, die man zu schützen hat und die gegebenenfalls einem auch selbst aus der Patsche helfen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


GeWa-8 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.09.2011 01:39 | nach oben springen

#132

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 08.09.2011 02:02
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Sehr gut beschriebener Beitrag -S 51--Ich wollte auch gerade mal die Frage einstellen. Warum und Weshalb kam es zu so höffigen Fluchten von russischen Soldaten aus ihren Einheiten? Ich suche nun nicht die Schuld bei den einzelnen russischen Soldaten.Ich suche die Schuld an dem Warum und an dem System den diese Soldaten dienten.Denn der Soldat ist auch nur ein Mensch und will auch als Mensch betrachtet werden.Gruß Rostocker


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#133

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 08.09.2011 02:47
von S51 | 3.733 Beiträge

Ja, warum.
Wehrdienst bei der GSSD (Gruppe der sojwetischen Streitkräfte in Deutschland) war in der Sowjetarmee etwas Exquisites. Wegen der besseren Verpflegung, einer angeblich besseren Besoldung und besserer Technik.
Aber er bedeutete auch drei bis fünf Jahre kein Urlaub. Als Offizier einmal im Jahr nur. So gut wie keine Freizeit außerhalb der Garnison für Mannschaften und Unteroffiziere. Und so mancher gerade der Soldaten offenbarte da mitunter eine Allgemeinbildung, die nach meinem Empfinden zeitrechnungsmäßig ungefähr 1944 stehen geblieben war.
Der diente da eben im Feindesland. Entsprechende Ansichten gab es da über uns Deutsche. Wir lebten für sie geradezu unverschämt gut. Besser als im Kommunismus zumindest auf dem Lande.
Dazu kam sicherlich, dass wie überall in so strikt kasernierten Einheiten die innere Disziplin nicht nur im öffentlichen Teil sehr kategorisch war sondern sich die Leute da auch untereinander eher noch mehr geschurigelt haben. Schon, um wenigstens einmal "wer" zu sein.
Bei hundertausenden von Leuten sind dann auch ganz natürlich tausende von Ganoven dabei. Das ist nun mal menschlich.
So erklären sich die Fälle von Fahnenflucht aus Heimweh. Die Soldaten hatten oft gar keine Vorstellung von den Entfernungen, die vor ihnen lagen. Und so mancher stellte sich den Westen recht goldig vor. Der liebe Amerikaner wartete ja nur auf ihn, mindestens.Das gab es nun mal auch.
Und dann gab es jene, die schnell mitbekamen, wie marode die unüberwindbaren Kasernenmauern waren. Das sich dieses Meldegerät auf der Mauerkrone ganz einfach mit Draht lahmlegen ließ. Sie bemerkten, wie gut es sich in der Kaserne mit Geklautem handeln ließ. Das einen der Geist in so einer Einheit sogar vor Entdeckung schützte.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#134

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 08.09.2011 07:00
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von S51

Den Blankenburger Pflasterweg kenne ich, weil ich einige Tage im Frühjahr 1990 dort als Sicherung für die MfS-Zentrale stationiert war. Damals war dies jedoch nur noch eine Müllhalde. War dort wirklich die K IX stationiert? "K IX" heißt übrigens nicht 9. Kompanie, sondern Komissariat IX! Es war auch keine Kompanie der BePo, es waren Angehörige der Kriminalpolizei in besonderer Verwendung. Meines Wissens war kein GWD-ler unter ihnen.Mindestens HWM (Hauptwachtmeister analog dem Feldwebel) der K. Also Berufspolizisten. Jedoch eher Offiziere.



Tschuldschung GZB, K IX und 9.Kp waren zwei verschieden Schuhe . . . Guckst Du auch hier: http://de.wikipedia.org/wiki/9._Volkspolizei-Kompanie

Allerdings richtig, die im TV publizierte Geschichte mit dem Fahnenflüchtigen wurde vom Ref. IX geklärt.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#135

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 08.09.2011 07:31
von GZB1 | 3.287 Beiträge

@werner

GZB??? was habt ihr nur alle mit mir

Du meinst sicher S51 !


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#136

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 08.09.2011 08:50
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von GZB1
@werner

GZB??? was habt ihr nur alle mit mir

Du meinst sicher S51 !



Klar doch, sorry!


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#137

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 08.09.2011 09:57
von 94 | 10.792 Beiträge

War der Wehrdienst der bei der GSSD (später WGT) geleistet werden durfte, nicht sogar verkürzt und auch und besonders deswegen bei den jungen Sowjetbürgern sogar recht beliebt?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#138

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 08.09.2011 19:05
von Greso | 2.377 Beiträge

Ich habe mal 4 Jahre in Wittenberg gewohnt,da konnte ich von meinem Balkon genau in ein Russenzimmer sehen.Es war ein Schlafsaal,
und eine Prügelstube.Ich habe gesehen,wie die Soldaten behandelt wurden,nicht nur weil ich in ihr Schlafraum sehen konnte,nein denn ich kam auch in Kasernen der roten Armee und war auch Zeuge ,wie sie gescheucht wurden.Ich habe auch mit ihnen Geschäfte gemacht,aber das waren nun schon wieder keine Soldaten,das waren solch die den Soldaten was vorenthalten haben.Aber das sind Sachen,die mich damals nicht interessiert hatten.Man sagte nur..die armen Kerle..
Das waren sicherlich auch Gründe für Flucht.
Greso


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#139

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 09.09.2011 12:09
von Bummi (gelöscht)
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So, ich hoffe Ihr habt Euch jetzt ausgelästert. Ich meine, lästern ist ja das Einfachste wenn man etwas nicht versteht. Aber inzwischen mehren sich die Beiträge in denen vieles bestätigt wird, was ich in meinen Beiträgen beschrieben habe. Aber das hängt natürlich auch davon ab ob die Lästerer das auch akzeptieren wollen, in der Regel tun sie das aber nicht. Wie gesangt, sowas kann jeder und es ist kinderleicht. Sowas erfordert schon Köpfchen.


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#140

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 09.09.2011 12:24
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Bummi
Ich meine, lästern ist ja das Einfachste wenn man etwas nicht versteht.


Nee, das ist Meckern!
Also zumindest als gelernter Ossi (der den Begriff Dienstanfänger erst nach der Wende zum erstemal vernahm) nennt man es so.
Lästern, hmm, also das erfordert mMn richtig Köpfchen, sollte der Schuß nicht nach hinten losgehen *wink*

Na, egal. Aber jetzt nochmal meine konkrete Frage:
Wie lange dauerte der Wehrdienstes in der SA im Allgemeinen und war in der GSSD/WGT verkürtzt? Weiß man da was genaueres?

P.S. 'Mahlzeit!' - Antwort: 'Mahl dir deine Zeit selber!'


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 09.09.2011 12:26 | nach oben springen



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