#61

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 05.09.2011 23:33
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von Mozart
"Oh Gott, wo bin ich denn hier hineingeraten."

Du hast Dich doch selber eingeloggt.
Bleibe bitte sachliich und du wirst merken, daß Deine Gegenüber es genaua so tun.
Sprich bitte nicht von Mördern, da Du selbst ein ausgebildeter Scharfschütze bist. (Stein im Glashaus)

Mozart




Naja,
da muss doch der "glückliche Unwissende"BO noch sehr starke Zweifel anmelden.
Dett gloob ick erst wenn der Bummi ne ganz bestimmte "Nummer" hier ins Forum schreibt..gelle Bummi?
Also wegen dieser "speziellen Ausbildung"....
Die hast Du wann erfahren und wie lief denn diese ab?
Technisch gesehen versteht sich...sicher sehr interessant...las mal höhren und schon mal Dank vorab!
Sodann...
Gruss BO


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#62

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 05.09.2011 23:35
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Dann lies mal was ehem. Offiziere zur 10ten schreiben... http://www.nva-forum.de/nva-board/index....&showtopic=2995

Aber es liegt ja an Dir etwas Licht ins Dunkel um diese scheinbar bisher unbekannte Spezialeinheit zu bringen. Bei täglichen Einsätzen müsste es ja irgendwo eine Quelle geben die Du uns benennen kannst?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#63

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 05.09.2011 23:41
von Mike59 | 7.942 Beiträge

@Mike59
ich habe werder von Kampfhandlungen, noch von Kriegseinsatz geredet. Auch nicht davon das Soldaten ihre Offiziere umgebracht hatten. Ich sprach von einem Schußwechsel, bei dem ich und ein Offizier nur knapp verfehlt wurden.

[/quote]
-------------------------------
So ist es - keine Frage. Bisher wurde aber auch von dir geschrieben das "dein Offizier" verfehlt wurde.

Nimms mir mal nicht übel, aber bei solchen Berichten wie dem von Dir, werde ich immer hell wach. In der Dienstanfängereinheit und PS wird sicher nicht Postsekretär sondern Personenschutz bedeuten.
Ich geh mal davon aus das du nicht über die Grundausbildung hinausgekommen bist. Kann mich auch täuschen, dann sei mir verziehen. Aus diesem Grund halte ich deinen Einsatz als Scharfschütze bei der von Dir dargelegten Aktion für fraglich, zumal die Ausbildung zu einem solchen etwas umfangreicher ist.

Deine Meinung zu Gott und der Welt ist das eine - die ist mir so recht wie jede andere Meinung auch.

Mike59

P.S. Das mit dem Krieg und den Offizieren sollte eher zweideutig rüber kommen. Na manchmal bekomme ich das hin - manchmal nicht.


zuletzt bearbeitet 05.09.2011 23:43 | nach oben springen

#64

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 05.09.2011 23:55
von Bummi (gelöscht)
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Der gute Mann aus dem NVA-Forum, der sich "19.VPB/3.KP" nennt, gibt als Dienstgrad Feldwebel an. Hm, diesen Dienstgrad gibt es bei VP-Bereitschaften nicht. Also immer solche Aussagen mit Vorsicht genießen. Und die Blumberger als "Antiterroreinheit" zu bezeichnen ist schon recht gewagt. Die waren viel zu weit draußen um Zeitnah in Berlin einrücken zu können. Von unserer "Kochschule" aus waren wir in 10 min drin. Unsere Ausbildung fand auf verschiedenen Objekten statt. Schießausbildung in Basdorf,das war immer lecker, recht nahe am Schießplatz war damals eine Abdeckerei, wenn der Wind ungünstig stand dann hat es über den gesamten Schieß- und Kasernenbereich furchtbar gestunken. Feldausbildung und Häuserkampf z-Teil in Malchow und z.Teil in Basdorf. Anti-Demo, glaube ich auch dort. Malchow war offiziell ein Lagerbereich für Material und Ausrüstung der VPB, wurde aber eben auch anders genutzt. In Basdorf waren die größeren Einheiten und auch die Wasserwerfer stationiert. Und natürlich war ich in der 10. und nicht in der 2. ist schon so lange her(1980-1983) glaube ich, und ich habe mich auch lange nicht mehr damit beschäftigt. Aber so langsam fallen mir wieder die Einzelheiten ein.


zuletzt bearbeitet 06.09.2011 00:10 | nach oben springen

#65

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 06.09.2011 00:08
von Mike59 | 7.942 Beiträge

Zitat von Bummi
Der gute Mann aus dem NVA-Forum, der sich "19.VPB/3.KP" nennt, gibt als Dienstgrad Feldwebel an. Hm, diesen Dienstgrad gibt es bei VP-Bereitschaften nicht. Also immer solche Aussagen mit Vorsicht genießen. Und die Blumberger als "Antiterroreinheit" zu bezeichnen ist schon recht gewagt. Die waren viel zu weit draußen um Zeitnah in Berlin einrücken zu können. Von unserer "Kochschule" aus waren wir in 10 min drin. Unsere Ausbildung fand auf verschiedenen Objekten statt. Schießausbildung in Basdorf, Feldausbildung und Häuserkampf z-Teil in Malchow und z.Teil in Basdorf. Anti-Demo, glaube ich auch dort. Malchow war offiziell ein Lagerbereich für Material und Ausrüstung der VPB, wurde aber eben auch anders genutzt. In Basdorf waren die größeren Einheiten und auch die Wasserwerfer stationiert. Und natürlich war ich in der 10. und nicht in der 2. ist schon so lange her(1980-1983) glaube ich, und ich habe mich auch lange nicht mehr damit beschäftigt. Aber so langsam fallen mir wieder die Einzelheiten ein.


----------
Ist nur ein Tip!

Such dir ein anderes Thema, du wirst nicht glaubwürdiger.

Mike59


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#66

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 06.09.2011 00:16
von Bummi (gelöscht)
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Wie ich schon sagte, Du kannst es galuben oder nicht, ist mir egal. Für mich war die Zeit dort recht traumatisch und es gibt nichts worauf man da stolz sein könnte, außer daß ich keine Schuld auf mich geladen habe, so wie manch anderer hier.


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#67

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 06.09.2011 00:17
von Moskwitschka (gelöscht)
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Hallo Mike59,

warum ist Bummi nicht glaubwürdig?

LG von der grenzgaengerin


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#68

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 06.09.2011 00:22
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Bummi
außer daß ich keine Schuld auf mich geladen habe, so wie manch anderer hier.



Bummi,

wer hat denn hier "Schuld auf sich geladen " ? Ich wäre mit solchen Formulierungen sehr vorsichtig.

Mit deinen wenigen Beiträgen bringst Du einen gewaltigen RUNDUMSCHLAG. Man könnte vermuten Du warst mal General und nicht ....


zuletzt bearbeitet 06.09.2011 00:23 | nach oben springen

#69

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 06.09.2011 00:26
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von Bummi
Der gute Mann aus dem NVA-Forum, der sich "19.VPB/3.KP" nennt, gibt als Dienstgrad Feldwebel an. Hm, diesen Dienstgrad gibt es bei VP-Bereitschaften nicht. Also immer solche Aussagen mit Vorsicht genießen. Und die Blumberger als "Antiterroreinheit" zu bezeichnen ist schon recht gewagt. Die waren viel zu weit draußen um Zeitnah in Berlin einrücken zu können. Von unserer "Kochschule" aus waren wir in 10 min drin. Unsere Ausbildung fand auf verschiedenen Objekten statt. Schießausbildung in Basdorf,das war immer lecker, recht nahe am Schießplatz war damals eine Abdeckerei, wenn der Wind ungünstig stand dann hat es über den gesamten Schieß- und Kasernenbereich furchtbar gestunken. Feldausbildung und Häuserkampf z-Teil in Malchow und z.Teil in Basdorf. Anti-Demo, glaube ich auch dort. Malchow war offiziell ein Lagerbereich für Material und Ausrüstung der VPB, wurde aber eben auch anders genutzt. In Basdorf waren die größeren Einheiten und auch die Wasserwerfer stationiert. Und natürlich war ich in der 10. und nicht in der 2. ist schon so lange her(1980-1983) glaube ich, und ich habe mich auch lange nicht mehr damit beschäftigt. Aber so langsam fallen mir wieder die Einzelheiten ein.



vielleicht ist dieser Link etwas hilfreich: Was war dort?


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
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#70

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 06.09.2011 08:19
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Bummi
Der gute Mann aus dem NVA-Forum, der sich "19.VPB/3.KP" nennt, gibt als Dienstgrad Feldwebel an. Hm, diesen Dienstgrad gibt es bei VP-Bereitschaften nicht. Also immer solche Aussagen mit Vorsicht genießen.



Feldwebel ist lediglich sein automatischer Dienstgrad den ihm das System aufgrund der Zahl seiner Beiträg verliehen hat. Schreibt er mehr ist er bald Ofw und immer so weiter.

Kann mich bisher nur Mike anschließen, irgendwie fehlt mir was handfestes zu dieser Einheit. Da musst Du schon mal auf Material verweisen, welches sich mit ihr beschäftigt. Ansonsten sag ich mal die hat es nie gegeben denn auch der Einsatz von Kräften des MdI in solchen Fällen ist nicht gerade glaubhaft wenn man sich ein wenig mit der Sicherheitsarchitektur der DDR beschäftigt


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#71

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 06.09.2011 10:13
von 94 | 10.792 Beiträge

wenn das Thema nicht so ernst wäre ... lol bis rofl
ABER das Thema ist ernst. Todernst sogar, falls man ein Lebewesen über Kimme und Korn oder in einer Optik sieht und dann noch einen Finger krumm macht!

Achso, Frage: entspricht der Dienstgrad eines Feldwebels nicht sogar dem eines Wachtmeisters, eines Dienstgrades den der BGS seit Jahrzehnten nicht mehr und die Bundespolizei noch nie kannte *wink*

Doch das mit dem schuldbeladen 'so wie manch anderer hier' möchte ich jetzt auch mal hinterfragen. Solche allgemeinen Äußerungen stellen eine arge Belastung in einer sachlichen Diskussion dar und sollten entweder unterbleiben oder besser, falls man das Rückrath dazu besitzt, Roß und Reiter, oder sollte ich lieber sagen Sock und Puppe nennen, hä?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 06.09.2011 10:22 | nach oben springen

#72

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 06.09.2011 10:54
von Thunderhorse | 3.997 Beiträge

Die letzten Beiträge sind alle mehr oder weniger interessant, ähm uninteressant.

Was haben die mit dem Grundthema zu tun???


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#73

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 06.09.2011 11:52
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat
Larissa
Es wurden so weit mir bekannt ist, auch Selbsthilfevereine gegruendet, die sich irgendwann in Wohlgefallen aufloesten.



Es mag sein, dass sich die Selbsthilfegruppen aufgelöst haben, doch spätestens Ende der 80-iger Jahre entstand eine starke Bewegung der Soldatenmütter Russlands.

http://de.wikipedia.org/wiki/Union_der_K...Ctter_Russlands
http://www.igfm.de/Russland-offiziell-Ge...eit.1292.0.html
http://www.lahn.net/dfgvk/russland.htm

LG von der grenzgaengerin


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#74

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 06.09.2011 12:49
von Moskwitschka (gelöscht)
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Ihr wundert Euch bestimmt, warum ich mich an diesem Thema so festbeisse. Daher hier ein einige Hintergründe.

Mein Großvater war Offizier in der Roten Armee. Ich habe ihn nie kennengelernt. Ich weiß nur, dass er in den 30-iger Jahren Opfer der stalinistischen Säuberungswelle wurde und damit ein grosses Tabuthema in unserer Familie war und immernoch ist.

Mein Stiefgroßvater war auch Offizier in der Roten Armee, der es bis Berlin geschafft hat, jedoch 1964 an den Folgen seiner Verwundungen starb.

Mein Onkel hat in den 60-iger Jahren in der Sowjetarmee seinen Wehrdienst abgeleistet. Auf das Thema angesprochen sagte er mir: "Mädchen, darüber spricht man nicht."

Daher werde ich von dieser Seite keine Antworten bekommen. Es wird ein dunkles Kapitel in meiner Famile bleiben.

Doch zurück zu dem direkten DDR-Bezug. Ich denke, es wurde bei den Wehrdienstleistenden in der NVA, Grenztruppeen etc. auch tabuisiert. Was ich mich frage oder Euch: Ist etwas von dieser "eisernen Militärdisziplin" in der Sowjetarmee auch in die Streitkräfte der DDR übergeschwappt?

LG von der grenzgaengerin


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#75

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 06.09.2011 13:10
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Das es den "Muschik´s" bei der GSSD nicht so toll ging hatte sich doch in Standorten bei der DDR-Bevölkerung welche dort auch Kontakt mit ihnen hatte herumgesprochen. Allerdings blieb die GSSD in den Augen der Zivilbevölkerung auch Besatzungstruppe, und aufgrund von vielen Vorkommnissen in den Jahrzehnten hielt sich das Mitleid etwas in Grenzen.

EK-Bewegung und "eiserne Militärdisziplin" gab es bei den GT eher weniger ausgeprägt. Das hing auch mit dem ständigen Mitführen der Waffe "mit 60 scharfen Argumenten" beim GD zusammen, außerdem bestand ja immer auch die Möglichkeit des "Abhauens", deshalb wurden EK-Auswüchse von Vorgesetzten und der V2000 meist schnell unterbunden.

Das war bei der NVA stärker ausgeprägt, aber noch lange nicht so schlimm wie in der Sowjetarmee.

Aufnahme-Rituale bei den DDR Grenztruppen?


zuletzt bearbeitet 06.09.2011 16:28 | nach oben springen

#76

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 06.09.2011 13:45
von Boelleronkel (gelöscht)
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Hallo Grenzgängerin...
Tabu...ja es war eigentlich ein Tabu öffentlich die Zustände in/um/über die Zustände in den GSSD zu diskutieren,weil Du als Person sehr schnell zum "Feind"der DSF (Deutsch Sowjetischen Freundschaft) in Deinem eigenen Land hättest werden können.
Dennoch wussten viele Menschen was da teilweise in den Kasernen abläuft.
Dies betraf vor allem Unterkunft der Mannschaften,Versorgung (Essen, Medizin,Kulturelle Dinge wie Ausgang...Besoldungsunterschiede,das Erlauben das Offizierfsfrauen auch in DDR Betrieben arbeiten durften...kam erst in den 80igern auf...
die Argumentenresistenz der Kommandeure und Generäle in Bezug auf Umwelt,Lärm,Straftaten,technische Probleme mit Ausbildungsgeländen(verlieren von Kontrolle über abgeschossene Ü-Raketen und Bomben,das hektarweise in Brand setzten von ganzen Wäldern im Sommer,das Waschen von Panzertechnik direkt an Badestellen,die Benzin und Ölverpestung des Bodens und und und....
Das wichtigste aber im Umgang mit der DDR war,alle die in den GSSD etwas zu sagen hatten, waren letztlich Kommandeure und Teilnehmer am 2.Weltkrieg....
Der DDR Bürger war immerhin Deutscher,dieses Misstrauen konnten sie nie ablegen....nach Meiner Meinung haben sie dies auch nie getan.
Weder in Bezug auf Volkspolizei,MdI,Staastsicherheit etc.....alles waren Deutsche und Ihr Misstrauen haben die GSSD nie abgelegt und so geht das bis in die untersten Mannschaften.
Bruderkuss ist das Eine...der 2.Weltkrieg etwas Anderes,den haben sie zwar gewonnen,aber, alle die ich kenne haben immer gesagt...
Naja den Krieg haben Sie gewonnen,aber eigentlich sind sie wieder die Verlierer,,,,guck Dir das an, wie sie leben.
Das ist meinerseits keine Wertung...nur eine Feststellung und ja ich habe einige Freunde.
Mit offiziellen Freundschaften war das auch immer so eine Sache,von der Armeeführungder GSSD eigentlich nicht gefördert,dennoch gabs dies...beim Angeln,beim Hunde ausbilden,im Sportklub,aber Du selbt bist Deutscher und die GSSD sehen sich in einem fremden Land.
Die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis,der verordneten offiziellen Darstellung des Verhältnisses durch DDR Organe und der Realität...diese "Schere "wurde ab Mitte der 80iger immer grösser.
Zum Einen haben die DDR Bürger sich offen nicht mehr alles gefallen lassen und offen eben auch kritisiert...was dann wieder andere Spitzeldienste in Arbeit versetzte.
Allerdings die Argumentenrisistenz der GSSD hat eigentlich nie richtig aufgehöhrt.
Bolschoi Problema in GDR
Grzuss BO

Ach ja und was die Härte betrifft...auf AGT nicht,sicher war der Dienst von Raketentruppen,Mot Schützen..körperlich hart,aber ein Vergleich mit dem Dienst in GSSD kannste Dir locker "abschminken"....
Die Nummer wär in der DDR so nie gelaufen!
Absolut sicher bin.


zuletzt bearbeitet 06.09.2011 13:52 | nach oben springen

#77

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 06.09.2011 13:54
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin
... Was ich mich frage oder Euch: Ist etwas von dieser "eisernen Militärdisziplin" in der Sowjetarmee auch in die Streitkräfte der DDR übergeschwappt? ...


Hallo grenzgaengerin,

zunächst kurze Antwort: Nein. Hier spielen die Traditionen innerhalb der Kulturen eine wichtige Rolle. Innerhalb der NVA und der Grenztruppen gab es kein vergleichsweise so ausgeprägtes Elitedenken im Offizierskorps. So wäre eine gezielte und dauerhafte Misshandlung von Unterstellten durch Vorgesetzte nicht denkbar gewesen. Es gab die EK-Bewegung und innerhalb dieser gab es durchaus kriminelle Auswüchse. Aber das ist nicht vergleichbar mit dem, was augenscheinlich in der Sowjetarmee gang und gäbe war. Es gab auch für Unterstellte die Möglichkeit, Beschwerde zu führen. Das ist in keiner Armee leicht, kommt es doch immer darauf an, auf wen der Bummerang zurückfällt. Aber grundsätzlich bestand die Möglichkeit und sie wurde auf verschiedenen Ebenen angewendet. Neben den militärischen Hierarchien standen auch die Politorgane und die Partei zur Verfügung. Beispiel: Einer unserer Soldaten hatte sich mit einer Eingabe sogar an Erich Honecker gewandt. Und schon stand ein Bus vor der Einheit mit einer entsprechend großen Kontrollgruppe.

Ich hatte 1984 eine Gruppe sowjetischer Soldaten in unserer Kompanie herumgeführt. Danach kritisierte mich ihr Politstellvertreter und forderte, dass so etwas nicht noch einmal passiert. Die Soldaten hätten ihn gefragt, wer denn eigentlich den Krieg gewonnen hat. Ich war geschockt. Für mich waren bis dahin unsere Armeen "Waffenbrüder" und nun so etwas. Man könnte auch das als einen der Flaksplitter ansehen, die mich aus meinem poltischen Wolkenreich heruntergeholt haben.

ciao Rainman2


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 06.09.2011 13:55 | nach oben springen

#78

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 06.09.2011 14:56
von Moskwitschka (gelöscht)
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Um an rainman anzuknüpfen, mich haben in meiner Kindheit 2 Granaten der deutsch-sowjetischen Freundschaft getroffen, die meine politische Einstellung wesentlich geprägt haben

Das ich anders war als andere Kinder habe ich sehr füh zu spüren bekommen. In der DDR war ich das Russenkind, in der Sowjetunion die nemka. Beides waren bestimmt keine Kosenamen. Da ich zweisprachig aufgewachsen bin, habe ich mich immer bemüht, meinen Status im jeweiligen Land zu verbergen, das ging soweit, dass ich meine Herkunft in bestimmten Kreisen verschwieg.

Es war 1962. Wir wohnten am Stadtrand von Berlin und ich musste auf dem Weg zum Kindergarten an einem Bauernhof vorbei. Mal mit meiner Mutter, mal allein. Als ich einmal allein zum Kindergarten ging, kam mir an diesem Bauernhof an kleiner, niedlicher Schäferhundwelpe entgegegen. Als ich ihn streicheln wollte, stand plötzlich die Bäuerin neben mir und verpasste mir mit den Worten "Russenkinder fassen keine deutschen Schäferhunde an" eine schallende Ohrfeige. Wie ich aus der Situation rauskam, weiss ich nicht mehr. Ich kann mich nur erinnern, dass ich danach in einen anderen Kindergarten gebracht wurde und zwar immer in Begleitung.

5 Jahre später, 1967, bin ich mitten in Moskau auf offener Straße auf dem Schulweg von 2 jungen Burschen angehalten worden, die mich aufgefordert haben, stramm zu stehen und den Hitlergruß zu sagen. Die wüsten Beschimpfungen, die dann noch folgten, waren dann schon fast Streicheleinheiten.

Soviel zu erlebter deutsch-sowjetischer Freundschaft. Doch zurück zum Thema. Ich habe 1975 im Rahmen der Feiern zum 30. Jahrestag der Befreiung mehrere Generale a.D. betreut, die an der Befreiung von Berlin beteiligt waren. Es war auffallend, dass sie im Kreise von Zivilisten freundlich und umgänglich waren. Beim Zusammentreffen mit Militärs der GSSD meist in Berlin Karlshorst, ging eine unglaubliche Wandlung mit ihnen vor. Sie wurden zum Teil richtig zornig, wenn es nicht nach ihrer Pfeife ging. Instinktiv habe ich mich aus dem Staub gemacht und habe im Auto auf sie gewartet, denn in Karlshorst brauchten sie meine Hilfe sowieso nicht

LG von der grenzgaengerin


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#79

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 06.09.2011 15:36
von Gert | 12.354 Beiträge

Ich habe bekanntlich bis 1965 in der DDR gelebt. Da kannte ich zwar die Gesellschaft DSF, aber in den 50e rn und Anfang 60er Jahre hatte sie keine große Bedeutung. Später aber erfuhr ich auf Besuchsreisen, dass man fast jeden Arbeitnehmer dazu brachte Freund der
" Freunde " zu sein. Das ist etwa so wie heute bei twitter ( oder facebook?), man hat ca. 10.000 Freunde.
Nun meine Frage : das war doch die größte Heuchelei in der DDR Mitglied beim DSF zu sein, wenn ich das mit den Posts in diesem Thread vergleiche, oder sehe ich das falsch ?

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#80

RE: Fahnenfluchten russischer Soldaten

in DDR Staat und Regime 06.09.2011 15:54
von sentry | 1.077 Beiträge

Zitat von Gert
das war doch die größte Heuchelei in der DDR Mitglied beim DSF zu sein,



Ich weiß nicht, ob ich ein repräsentativer DDR-Bürger war, aber für mich war DSF noch viel weniger als Heuchelei. Es hatte gar keine Bedeutung. Das galt zwar auch für den Rest der Massenorganisationen, aber DSF war irgendwie besonders bedeutungslos.
In der GST (Gesellschaft für Sport und Technik - eine Art paramilitärische Jugendbande ) war ich streckenweise gleichzeitig 3x Mitglied und nicht einmal die FDJ hatte eine praktische Bedeutung.
Bei den Grenztruppen, wo die FDJ-Mitgliedschaft (und insbesondere die Beitragszahlung) streng kontrolliert wurde, klebten wir die Sonderbeitragsmarken, die eigentlich in den Mitgleidsausweis gehörten, lieber auf unsere Briefe nach Hause. Die sahen original aus wie Briefmarken (nur ohne "DDR"-Schriftzug) und kamen auch immer an - und die 20 Pfennig Sonderbeitrag (wofür auch immer die waren) waren gut investiert.

Für viele war das einfach nur ein großer Mummenschanz und es war einfacher,ein paar Aluchips als Beitrag abzudrücken und mitzuspielen, als sich aufzulehnen, zu verweigern und vielleicht dadurch Einschnitte hinnehmen zu müssen.


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