#121

RE: Eine DDR wird es nie mehr geben ?!

in DDR Zeiten 07.09.2011 19:37
von Polter (gelöscht)
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[quote="Huf"]Hallo 94er, also das Studium der Humanmedizin schloss man in der DDR mit einem Zeugnis ab, auf dem die Noten von drei Hauptfächern, und den übrigen Fächern verzeichnet waren.

Die drei Hauptfächer waren Innere Medizin, Chirurgie und M/L.

Und da steht beim Huf jeweils ein "sehr gut" (soll keine Prahlerei sein).

Während des Studiums allerdings dachten wir jedoch häufig, wir studieren M/L mit Rot-Kreuz-Ausbildung!

Entschuldigung Huf!

Innere Medizin, Chirurgie und M/L (?) mit jeweils ein " sehr gut ". Biste wenigstens ein guter Arzt geworden, oder ein M/L (?) mit
Rot-Kreuz- Ausbildung, also ein Rettungssanitäter mit hoher Qualifikation?


zuletzt bearbeitet 07.09.2011 19:40 | nach oben springen

#122

RE: Eine DDR wird es nie mehr geben ?!

in DDR Zeiten 07.09.2011 20:27
von Huf (gelöscht)
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Hallo Polter, diese Frage kann ich natürlich nicht selbst beantworten. Gut oder nicht gut...
Meine Praxis läuft gut und ich habe keine Probleme im Umgang mit Menschen.

VG Huf

P.S.: Wenn es auch widersprüchlich klingen mag, die zwangsläufige M/L-Ausbildung erweitert heute manche Horizonte!


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#123

RE: Eine DDR wird es nie mehr geben ?!

in DDR Zeiten 07.09.2011 20:45
von Polter (gelöscht)
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Zitat von Huf
Hallo Polter, diese Frage kann ich natürlich nicht selbst beantworten. Gut oder nicht gut...
Meine Praxis läuft gut und ich habe keine Probleme im Umgang mit Menschen.

VG Huf

P.S.: Wenn es auch widersprüchlich klingen mag, die zwangsläufige M/L-Ausbildung erweitert heute manche Horizonte!



Ich weiß zwar immer noch nicht was M/L ist., aber wenn sie Horizonte erweitert hat, dann sollte sie man doch beibehalten! So als kleiner Teil von der " DDR ".


zuletzt bearbeitet 07.09.2011 20:46 | nach oben springen

#124

RE: Eine DDR wird es nie mehr geben ?!

in DDR Zeiten 07.09.2011 20:57
von Boelleronkel (gelöscht)
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Polter.....

M/L - Studienfach des/der Marxismus Leninismus..wie Du willst.
Abgesehen mal davon kannte den auch jedergut "ausgebildete"Pfarrer in der ehemaligen DDR.
Jo so war dett.
Gruss BO


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#125

RE: Eine DDR wird es nie mehr geben ?!

in DDR Zeiten 08.09.2011 08:19
von sentry | 1.077 Beiträge

Zitat von werner
Verelendung des Proletariats bedeutet kein Leben in Elend, wie wir es verstehen, sondern das Verhältnis der Teilhabe am Gesellschaftlichen Reichtum. ...Uns kann es durchaus relativ gut gehen, da dieser Prozess relativ langsam vonstatten geht, spüren wir das nicht sofort.
...
Marx hat nie davon gesprochen, ob der Prozess der gesellschaftlichen Entwicklung auch mal in einzelnen Ländern rückläufig sein kann oder nicht. Wenn Du so was mal von einem Lehrer gehört haben solltest, hat er Dir seine persönliche Vorstellung vermittelt und sicher auch den Wunsch vieler anderer.



Ein bisschen "marxen" muss ich denn doch nochmal. Es passt ja auch zum Thema.
Selbstverständlich will ich mir nicht anmaßen, Marx zu widerlegen. Er war ein heller Kopf und als Philosoph und mit seinen Darstellungen über die Funktionsweisen des Kapitalismus gehört er zweifellos zu den ganz Großen.
Ich reibe mich mehr an dem Umstand, dass der Marxismus (untrennbar verbunden mit dem Leninismus) zu einer wissenschaftlichen Weltanschauung erhoben wurde und dass M/L einen zwangsläufigen Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus prognostiziert hat und auch beschrieben hat, wie das ablaufen wird.
Damit wird eine Vorhersage der Zukunft als Wissenschaft deklariert, die doch eher auf die Ebene Astrologie oder maximal noch Religion gehört. Die Realität in der Geschichte und in der Gegenwart zeigt denn ja auch, dass dieses Thesen falsch waren.
Es gab bisher keine Revolution in entwickelten Industrieländern und dort, wo die Systeme unter Zwang installiert wurden, sind sie zu 100% gescheitert.

@werner
Erst einmal schönen Dank für diesen kleinen Exkurs. Das war durchaus eine erhellende Beschreibung.
Allerdings wirft sie auch wieder neue Fragen auf (die eigentlich schon damals an der Penne, in der Politschulung und im Studium meine alten waren).

Man möge mir nachsehen, wenn ich die Basis der marxisitisch-leninistischen Weltanschauung nicht immer dem richtigen Urheber zuordne. Ich gebe auch zu, dass mein Wissen maßgeblich von Lehrern im weitesten Sinne beeinflusst ist und nicht immer dem Selbststudium der Klassiker entstammt.
Meines Erachtens hat Lenin als unbedingte Voraussetzung für eine Revolution eine sogenannte revolutionäre Situation angesehen. Das macht Sinn: Im Volk (oder meinetwegen auch nur dem Proletariat) muss ein vitales Interesse an einer Umwälzung vorliegen, sprich: es muss ihm so richtig dreckig gehen.
So gesehen kann ich mit Deiner Interpretation der "Verelendung" nicht übereinstimmen. Sicher sind wir ein Volk, das ständig Vergleiche mit dem Nachbarn anstellt und die Neiddebatte ist bei uns besonders ausgeprägt. Aber das reicht lange nicht für eine "revolutionäre Situation".
Marx und Lenin würden den Mund nicht zukriegen, wenn sie sehen könnten, unter welchen Bedingungen das Proletariat dahinvegetiert.
Es arbeitet kaum 40 Stunden die Woche an gerade mal gut 200 Tagen im Jahr, es hat ca. einen Monat bezahlten Urlaub, die Hälfte besitzt Wohneigentum, noch viel mehr fahren ein zum Teil recht teuren Wagen, die Durchschnittseinkommen sind sehr anständig, sogar Krankheitstage werden weiterbezahlt und im Staatshaushalt gehören Ausgaben für Soziales zu den größten Posten.
Es gibt demokratische Wahlen und starke Gewerkschaften, die dafür sorgen können, dass das alles auch halbwegs so bleibt.
Eine revolutionäre Situation ist nicht in Sicht - nicht einmal in den Problemländern. Ich würde sogar behaupten, bis auf die zyklischen Krisen, die dem kapitalistischen System innewohnen (so eine haben wir gerade), waren wir nie weiter weg von einer revolutionären Situation als heute. Seit Marx und Lenin ihre Thesen entwickelt haben, haben sich die Länder kontinuierlich von der "Gefahr" einer sozialistischen Revoltuion entfernt. Dem zu Folge ist es meiner Meinung nach äußerst unwahrscheinlich, dass es in überschaubarer Zukunft ein ähnliches System wieder geben wird.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Welt nun 40 Jahre lang, bezüglich der Sowjetunion sogar ca. 70 Jahre lang, das Experiment Sozialismus beobachten konnte. Man konnte verfolgen, ob die Vorhersagen der Klassiker zutreffen und ob ihre Thesen tatsächlich gesetzmäßig, also zwangsläufig wirken. Man konnte auch verfolgen, ob die selbst ernannten Führer tatsächlich in der Lage sind so ein System zu betreiben, ob die Planwirtschaft der Weisheit letzter Schluss ist und ob der Sozialismus tatsächlich die Erlösung für das Volk ist.
Offenbar nicht.
Außerdem muss man sich die Gegenfrage stellen, ob denn im Sozialismus, wie wir ihn kannten, tatsächlich die arbeitende Bevölkerung gerechter am Gesellschaftlichen Reichtum beteiligt wurde? Wer diese Frage mit "Ja" beantwortet, muss sich sicher Fragen zu Mangelwirtschaft, Versorgungslage, Wohnungssituation usw. gefallen lassen. Offensichtlich war ja praktisch über die gesamte Lebensdauer der DDR ein ganz gewaltiger Teil der Bevölkerung der Meinung, dass die Teilhabe am gesellschaftlichen Eigentum für den Einzelnen in der Bundesrepublik irgendwie besser gelöst ist - und das nicht so ganz unbegründet. Im Grunde ist es nämlich den meisten egal, ob sich der Besitzer der Produktionsmittel den Löwenanteil einsteckt, so lange er einen Lohn bezahlt, der ein würdevolles Leben gestattet und ein paar elementare Wünsche (und noch ein bisschen mehr) erfüllen kann. Wenn dann noch eine Prise Freiheit dazukommt, lässt das Interesse im Proletariat an einem Systemwechsel ganz schnell nach.

Mag sein, dass Marx nie explizit rückläufige Prozesse ausgeschlossen hat. Das weiß ich nicht. Aber den Zusammenbruch des gesamten sozialistischen Weltsystems nach 40 Jahren Zeit (bzw. SU 70 jahre), sich selbst zu etablieren, weiterzuentwickeln und zu manifestieren, würde ich nicht als eine rückläufige Entwicklung in einzelnen Ländern betrachten. Das ist für mich eindeutig die Widerlegung des M/L.
Übrigens ist es heute durchaus ein schlauer Plan, einmal etwas über Marx zu lesen. Da schließe ich ganz allgemein auch "westliche" Bücher ein, die sich mit der Geschichte der sozialistischen Länder beschäftigen.
Meiner Meinung nach ist das sogar die bessere Bildungsmethode und regt ungemein die grauen Zellen an. Allein die gewaltigen Verbrechen die in der Sowjetunion unter dem Deckmantel des Aufbaus des Sozialismus passiert sind und die von der gesellschaftswissenschaftlichen Bildung in der DDR vollständig ingnoriert wurden, lassen einen sehr nachdenklich werden und über den Unterschied von Theorie und Praxis nachdenken.

Ich kann nicht in die Zukunft sehen. Deshalb kann ich nicht sagen, ob es jemals etwas ähnliches wie die DDR wieder geben wird. Allerdings sehe ich gegenwärtig keine Ansätze, die in diese Richtung gehen.
Revolutionäre Situation? Nicht in Sicht.
Systemwechsel über demokratische Wahlen? Nicht in Sicht.
Willen des Volkes, das heutige gegen ein DDR-ähnliches System einzutauschen? Nur bei Minderheiten in Sicht.

P.S.: Mein statement soll keine Verteidigung des heutigen Systems sein. Ich denke, die Schwächen und insbesondere auch Risiken sind uns allen klar. Allerdings scheint gegenwärtig kein besseres System greifbar zu sein - der Sozialismus ist es jedenfalls nicht...nur meine unmaßgebliche Meinung.


zuletzt bearbeitet 08.09.2011 08:26 | nach oben springen

#126

RE: Eine DDR wird es nie mehr geben ?!

in DDR Zeiten 08.09.2011 09:59
von GZB1 | 3.286 Beiträge

@sentry,

du kannst sicher sein, dass auch die herrschenden Repräsentanten des gegenwärtigen Gesellschaftssystems und ihre "Berater" Marx und Co. ausführlich studiert haben und ihre Schlussfolgerungen aus den Werken gezogen haben.

Allerdings merkt man auch, dass die "Konkurrenz" des ehem. soz. Systems nicht mehr vorhanden ist.
Der Druck kommt jetzt eher von den Billiglohnländern und den knapper werdenden Rohstoffen.

Wenn man dies "weiterspinnt" könnte dies langfristig doch noch zu einer "Verelendung" in den westl. Industrieländern führen.

http://www.morgenpost.de/wirtschaft/arti...eutschland.html
Dieser Artikel zeigt die Tendenz wohin es in Zukunft evtl. gehen wird.

Man beachte die erste Grafik: http://de.wikipedia.org/wiki/Reallohn


zuletzt bearbeitet 08.09.2011 11:01 | nach oben springen

#127

RE: Eine DDR wird es nie mehr geben ?!

in DDR Zeiten 08.09.2011 11:56
von sentry | 1.077 Beiträge

Zitat von GZB1
Wenn man dies "weiterspinnt" könnte dies langfristig doch noch zu einer "Verelendung" in den westl. Industrieländern führen.



Da magst Du recht haben. Solche Einflüsse können so ein System kippen.
Das ist sogar ein ganz interessanter Aspekt für diese Diskussion.
Wie wäre wohl die DDR mit dem gegenwärtig schweren Fahrwasser klargekommen? Und welche Stellschrauben hätte das sozialistische System gehabt, bei Rohstoffknappheit und Billiglohnländern im Angesicht des ständigen Devisenmangels einer Verelendung im eigenen Land entgegenzuwirken? Oder hätte man vielleicht sogar ein bisschen (mehr) "Verelendung" in Kauf genommen und (weil es ja ständig regnet) noch weniger Nackensteaks produziert, weil der Futtermais jetzt auch teuer als Biomasse in Devisen umgewandelt werden kann?


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#128

RE: Eine DDR wird es nie mehr geben ?!

in DDR Zeiten 08.09.2011 12:27
von Uleu | 528 Beiträge

Zitat von GZB1

Der Druck kommt jetzt eher von den Billiglohnländern und den knapper werdenden Rohstoffen.




Sehe ich auch so. Wobei die Ströme der Flüchtlinge nach Europa ihr Übriges dazu tun. Die Anfänge hat man in Paris und London schon gesehen. Und was Rohstoffe angeht ... könnte mit vorstellen dass demnächst Kriege um Wasser geführt werden.


" Die geheime Aufklärung ist ein Dienst, der nur Herren vorbehalten ist " ( Oberst Nicolai, Leiter der dt. Militäraufklärung im 1. WK )
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#129

RE: Eine DDR wird es nie mehr geben ?!

in DDR Zeiten 08.09.2011 12:28
von GZB1 | 3.286 Beiträge

@Sentry

aufgrund der historischen und nationalen Gegebenheiten hätte die DDR auch bei moderat geschlossenen Grenzen solche Bedingungen nicht lange überlebt, selbst wenn ein "chinesisches Wirtschaftsmodell" eingeführt worden wäre. Der Lebensstandart hätte drastisch abgesenkt werden müssen (davor wurde, aufgrund der Devisenverschuldung, Ende Oktober 1989 bereits gewarnt) und es gab ja dann immer noch das westl. liegende "Schlaraffenland".

Ich sage mir, jedes System kippt irgendwann, aufgrund Abnutzung, mangelnder Leistungskraft und/oder Einwirkungen welche es nicht mehr beeinflussen/ abwehren kann.


zuletzt bearbeitet 08.09.2011 12:40 | nach oben springen

#130

RE: Eine DDR wird es nie mehr geben ?!

in DDR Zeiten 08.09.2011 12:34
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Polter

Zitat von Huf
Hallo Polter, diese Frage kann ich natürlich nicht selbst beantworten. Gut oder nicht gut...
Meine Praxis läuft gut und ich habe keine Probleme im Umgang mit Menschen.

VG Huf

P.S.: Wenn es auch widersprüchlich klingen mag, die zwangsläufige M/L-Ausbildung erweitert heute manche Horizonte!



Ich weiß zwar immer noch nicht was M/L ist., aber wenn sie Horizonte erweitert hat, dann sollte sie man doch beibehalten! So als kleiner Teil von der " DDR ".




Hallo Huf, im westlichen Teil Deutschlands nahm zur Bewusstseinserweiterung und für neu Horizonte damals eine Joint, wenn du verstehst was ich meine. Das geht auch ohn M/L


Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
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Dostojewski 1866
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Mahatma Gandhi
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#131

RE: Eine DDR wird es nie mehr geben ?!

in DDR Zeiten 08.09.2011 12:46
von sentry | 1.077 Beiträge

Zitat von Uleu
Die Anfänge hat man in Paris und London schon gesehen.



Unter Berücksichtigung der Thread-Überschrift sehe ich das nicht so. Diese Art von Unruhen sind nicht mal ansatzweise Anfänge einer Umwälzung in Richtung sozialistische Gesellschaft, genauso wenig wie Randale im Schanzenviertel oder in Kreuzberg am 1. Mai.


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#132

RE: Eine DDR wird es nie mehr geben ?!

in DDR Zeiten 08.09.2011 12:51
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Ja @Gert und manche haben evtl. einen zuviel genommen.


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#133

RE: Eine DDR wird es nie mehr geben ?!

in DDR Zeiten 08.09.2011 12:53
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Zitat von sentry

Zitat von Uleu
Die Anfänge hat man in Paris und London schon gesehen.



Unter Berücksichtigung der Thread-Überschrift sehe ich das nicht so. Diese Art von Unruhen sind nicht mal ansatzweise Anfänge einer Umwälzung in Richtung sozialistische Gesellschaft, genauso wenig wie Randale im Schanzenviertel oder in Kreuzberg am 1. Mai.




Da sehe ich die großen Sozialproteste in Spanien oder Israel eher in diese Richtung tendieren.

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/p...lleton/1548709/
http://de.wikipedia.org/wiki/Proteste_in_Spanien_2011


zuletzt bearbeitet 08.09.2011 13:07 | nach oben springen

#134

RE: Eine DDR wird es nie mehr geben ?!

in DDR Zeiten 08.09.2011 13:45
von damals wars | 12.130 Beiträge

Eins ist Fakt.
Den Sozialismus wird man den DDR- Bürger nie verzeihen.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#135

RE: Eine DDR wird es nie mehr geben ?!

in DDR Zeiten 08.09.2011 18:33
von PF75 | 3.292 Beiträge

Zitat von damals wars
Eins ist Fakt.
Den Sozialismus wird man den DDR- Bürger nie verzeihen.



wieso sind nun mit mal die bürger am sozialismus schuld ?


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#136

RE: Eine DDR wird es nie mehr geben ?!

in DDR Zeiten 08.09.2011 19:46
von Uleu | 528 Beiträge

Zitat von PF75

Zitat von damals wars
Eins ist Fakt.
Den Sozialismus wird man den DDR- Bürger nie verzeihen.



wieso sind nun mit mal die bürger am sozialismus schuld ?




Richtig, sind ja alle Opfer


" Die geheime Aufklärung ist ein Dienst, der nur Herren vorbehalten ist " ( Oberst Nicolai, Leiter der dt. Militäraufklärung im 1. WK )
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#137

RE: Eine DDR wird es nie mehr geben ?!

in DDR Zeiten 09.09.2011 11:22
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von sentry

Zitat von GZB1
Wenn man dies "weiterspinnt" könnte dies langfristig doch noch zu einer "Verelendung" in den westl. Industrieländern führen.



Da magst Du recht haben. Solche Einflüsse können so ein System kippen.
Das ist sogar ein ganz interessanter Aspekt für diese Diskussion.
Wie wäre wohl die DDR mit dem gegenwärtig schweren Fahrwasser klargekommen? Und welche Stellschrauben hätte das sozialistische System gehabt, bei Rohstoffknappheit und Billiglohnländern im Angesicht des ständigen Devisenmangels einer Verelendung im eigenen Land entgegenzuwirken? Oder hätte man vielleicht sogar ein bisschen (mehr) "Verelendung" in Kauf genommen und (weil es ja ständig regnet) noch weniger Nackensteaks produziert, weil der Futtermais jetzt auch teuer als Biomasse in Devisen umgewandelt werden kann?



Die DDR wäre im Europamaßstab das geworden, was China heute im Weltmaßstab ist.
Leider ist die Konsumentenfraktion bei den Demonstrationen damals zu schnell gewesen als man ein "Deutschland eilig Vaterland" herbeiprotestierte ohne sich auf die eigene Kraft zu besinnen.
Die innere Kraft der DDR war da, soviel steht nach allem was man heute über China weiß fest und dieser Vergleich ist keineswegs abwegig.
Die Chance, sich mit Zugeständnissen hinsichtlich Reisefreiheit, demokratischen Wahlen u.a. "weichen" Faktoren von der Cocom- Liste herunterzu mogeln war da, klingt nach Trickserei, ist es auch- nichts anderes machen die Chinesen mit ihren globalen Technologie- und Ressourcendiebstahl zum Wohle des eigenen Volkes auch bloß (Diebstahl ?...erinnert sei an die Unterschiede was die DDR den afrikanischen Nationalstaaten für ihre Rohstoffe gab und wie China heute an die Sache heran geht...).
In weiteren Schritten hätte man DDR- Eliten durchaus auch im Ausland dahin gehend aktivieren können, für das eigene Land das Optimale heraus zuholen, Bedingung für all diese Ideen wäre natürlich eine sehr starke Zentralregierung, welche die SED in einer früheren Phase der Proteste noch hätte werden können.
Das heißt, Einzelpersonen dahingehend in der Überwachung zu behalten (Beispiel Chordokowski), daß sie trotz aller kapitalistischen Ellenbogenmentalität doch zu einem Mindestmaß an Verantwortung für den Staat, dem sie eigentlich alles verdanken, verdonnert werden, notfalls mit Hilfe der gleichgeschalteten Justiz.
Auch muß nicht alles an die Öffentlichkeit, das hat nichts mit Demokratiedefiziten zu tun sondern ist technisch bedingt, da viele Wirtschaftsinformationen- und -Daten vom gemeinem Volk gar nicht immer zu verstehen sind...
Natürlich wäre die DDR so auch ein Billiglohnland geblieben mit wenigen Superreichen, die besonders dreist und mit krimineller Energie geladen waren wie G. Krause, S.-Golodkowski u.a. und die meisten DDR- Bürger würden heute nicht besser da stehen wie die 800 Mio. chinesischen Wanderarbeiter, die nichts davon wissen, daß sie eine Weltmacht sind.
Darum geht es aber nicht, es geht um das langfristig überlebensfähigste Modell für die Zukunft und niemand sollte sich vom hier beschriebenem aktuellem Wohlstand irritieren lassen, der ist prozentual immer mehr auf Pump installiert und so glaube ich, daß Nationen wie China sowohl demografisch als auch wirtschaftlich trotz aller Verteilungsprobleme für die Zukunft bessser positioniert ist als die ehemalige Weltmacht USA.
Die DDR war am Ende ihrer Historie mit zweistelligen Valutamilliarden ein Gläubiger zahlreicher RGW- Staaten, sie war demografisch betrachtet eine perspektivreiche Nation und hätte ohne die Festlegung allein auf einen Partner, die BRD mit etwas mehr Zeit viel mehr erreichen können.
Wie kompiziert alles war und ob die Russen wirklich unsere Freunde waren...:
http://www.trend.infopartisan.net/trd0999/t370999.html



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#138

RE: Eine DDR wird es nie mehr geben ?!

in DDR Zeiten 09.09.2011 11:30
von GZB1 | 3.286 Beiträge



Da vergiss jemand aber vollständig die nationale Identität, die Verlockungen des Konsums (bei gleichzeitig sinkendem eigenen Lebensstandart) sowie die Macht der westl Medien!
Die deutsche Mentalität ist gegenüber der der Chinesen bzw. Nordkoreaner doch "leicht" unterschiedlich.


zuletzt bearbeitet 09.09.2011 11:57 | nach oben springen

#139

RE: Eine DDR wird es nie mehr geben ?!

in DDR Zeiten 09.09.2011 13:07
von EK86II (gelöscht)
avatar

Zitat von Hackel39

http://www.trend.infopartisan.net/trd0999/t370999.html



Hallo Hackel39,
zugegebenerweise ein interessanter Artikel der auch mit glaubhaften Zahlen und Fakten aufwartet, der zudem noch die Aussage in der rhetorischen Frage von @Ahlbecker im Beitrag#88 ad absurdum führt:

Zitat von Ahlbecker
.....ich frage mich nur wie die DDR da pleite gehen konnte....



Ich hoffe er kann sich über den Erkenntnissgewinn freuen!

Gruß
Peter


zuletzt bearbeitet 09.09.2011 13:10 | nach oben springen

#140

RE: Eine DDR wird es nie mehr geben ?!

in DDR Zeiten 10.09.2011 12:39
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von GZB1


Da vergiss jemand aber vollständig die nationale Identität, die Verlockungen des Konsums (bei gleichzeitig sinkendem eigenen Lebensstandart) sowie die Macht der westl Medien!
Die deutsche Mentalität ist gegenüber der der Chinesen bzw. Nordkoreaner doch "leicht" unterschiedlich.



Es ist nicht nur die Mentalität, die den urchristlichen Ansatz, den Sozialismus in der DDR unter den Bedingungen der Zivilisation (im Gegensatz zur Sowjetunion mit ihrem paranoiden Führer Stalin) aufzubauen zum Scheitern gebracht hat, sondern das Unvermögen, die Lehre von Marx in die Praxis umzusetzen.
Das ist wie mit dem Fußballtrainer, der seinem Strafstoßschützen sagt, er soll mit 125 km/h ins linke obere Eck treffen, was der auch gerne versucht, aber nur ausnahmsweise schafft.
Der gescheiterte Strafstoßschütze kann aber vielleicht intelligente Pässe schlagen und hat eine hohe Schnellkraft und genau dieses Verkennen der Gesamtkpmpetenz von Persönlichkeiten war der Grund für das Scheitern unseres anfangs perspektivreichen Versuches des Aufbaus der reinsozialistischen Gesellschaftsordnung- man hat einfach verkannt, daß jeder, wirklich jeder Vorzüge hat, die man intelligent im System integrieren sollte.
Das ist wegen der dogmatischen Weltanschauung unserer antifaschistischen Führer eben nicht gelungen.
Sie warnten vor Gefahren, die so latent gar nicht anstanden, eben weil sie meinten zu wissen, daß der Kapitalismus immer Kriegsgefahr bedeutete und uns so von den tatsächlichen Anforderungen der aktuellen innenpolitischen Lage ablenkten.
Konsum war nur ein Mosaiksteinchen davon und wird heute genauso über bewertet wie das damalige Gehetzte von Löwenthal im Westfernsehen.
Prioritäten werden täglich neu gesetzt und so kommen für jeden einzelnen Charts zustande, welche die DDR mal oben und mal unten sehen, quasi eine Börse der Befindlichkeiten, die u.a. auch wegen dieses Forums im täglichen Wandel begriffen ist.



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