#101

RE: Prager Frühling

in DDR Staat und Regime 23.08.2013 16:49
von Gelöschtes Mitglied
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Im Beitrag #38 habe ich geschildert, wie ich als knapp 20-jähriger und Angehöriger des MfS die Nacht zum 21. August 1968 erlebt hatte. Auf Grund der Entwicklungen zuvor in der CSSR, hatte ich mit dem Schlimmsten gerechnet. Auch mit einen Einsatz in der CSSR.

Mit dem "Prager Frühling" verbinden sich auch die Namen seiner Protagonisten. Alexander Dubcek, der den "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" forderte. Jan Palach, der sich aus Protest selbst verbrannte. Ludvik Vaculik, der im "Manifest der 2000 Worte" die Kurzanleitung für Reformen formulierte. Noch junge Dichter und Intellektuelle wie Vaclav Havel, Pavel Kohout und Milan Kundera.
Als im Sommer 1968 Ludvik Vaculik das "Manifest der 2000 Worte" niederschrieb und veröffentlichte, stellten sich hunderte von Prominenten und tausende von Bürgern hinter die Forderungen nach Demokratisierung und Meinungsfreiheit. In Tschechien ist das Zeitdokument heute noch immer aktuell. Vaculik selbst wirkte aus dem Untergrund auch bei der "Charta 77" mit.
Der Student Jan Palach setzte sich am Nachmittag des 16. Januar 1969 auf dem Prager Wenzelsplatz selbst in Brand. "Da unser Land davor steht, der Hoffnungslosigkeit zu erliegen", begründet er die Tat schriftlich.

Dubcek traf es, so wie die meisten der "Reformer", hart. Er wurde 1970 aus der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei ausgeschlossen und öffentlich geächtet. Zunächst verdingte er sich als Waldarbeiter. Erst im Zuge der Ereignisse nach 1989 erlebte er ein spätes politisches Comeback und wurde noch einmal Parlamentspräsident der Tschechoslowakei. Über seinen tödlichen Autounfall am 1. September 1992 wird bis heute nicht nur in der Tschechischen Republik gerätselt und spekuliert.
Für mich war Alexander Dubcek, nicht die charismatische Führungspersönlichkeit in der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei. Er lavierte zwischen den Flügeln, die sich innerhalb der Parteiführung gebildet hatten und war inkonsequent im Handeln. Charakerlich muß er ein weicher Mensch gewesen sein, den man sehr schnell verletzen konnte.
Das bewies er auch in der Sitzung des Präsidiums des ZK der KPTsch am 21. August 1968, nachdem in den frühen Morgenstunden auch Ludvik Svoboda hinzugezogen wurde. Dubcek soll theatralisch in Tränen ausgebrochen sein und sich das Hemd aufgerissen und gerufen haben: " Was haben sie mir angetan, mein Gott, was haben sie mir angetan !" Man befürchtete in dieser Sitzung sogar, dass er Hand an sich selbst legen würde - was er oft genug im Vorfeld angedeutet haben soll.

Für mich ist Alexander Dubcek eine der tragischen Personen des Prager Frühlings. Er hatte Prozesse in der CSSR mit in Gang gesetzt, die am Ende nicht mehr aus eigener Kraft zu beherrschen waren und letztendlich zu diesem Ergebnis führten. Es hatten sich andere Kräfte die Entwicklung zu Eigen gemacht und verfolgten letztendlich ein anderes Ziel, wie Dubcek mit seinem "Sozialismus mit menschlichem Antlitz". Somit stand der Sozialismus in der CSSR zu Disposition.

Die Ereignisse von 1968 in der CSSR prägten auch mich sehr nachhaltig und ich sah in der Folge viele Entwicklungen im eigenem Land auch viel kritischer. Damit takte ich mich auch dieser Diskussion aus.

Vierkrug


Kurt hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 23.08.2013 16:54 | nach oben springen

#102

RE: Prager Frühling

in DDR Staat und Regime 23.08.2013 17:19
von DoreHolm | 7.695 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #101
Im Beitrag #38 habe ich geschildert, wie ich als knapp 20-jähriger und Angehöriger des MfS die Nacht zum 21. August 1968 erlebt hatte. Auf Grund der Entwicklungen zuvor in der CSSR, hatte ich mit dem Schlimmsten gerechnet. Auch mit einen Einsatz in der CSSR.

Mit dem "Prager Frühling" verbinden sich auch die Namen seiner Protagonisten. Alexander Dubcek, der den "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" forderte. Jan Palach, der sich aus Protest selbst verbrannte. Ludvik Vaculik, der im "Manifest der 2000 Worte" die Kurzanleitung für Reformen formulierte. Noch junge Dichter und Intellektuelle wie Vaclav Havel, Pavel Kohout und Milan Kundera.
Als im Sommer 1968 Ludvik Vaculik das "Manifest der 2000 Worte" niederschrieb und veröffentlichte, stellten sich hunderte von Prominenten und tausende von Bürgern hinter die Forderungen nach Demokratisierung und Meinungsfreiheit. In Tschechien ist das Zeitdokument heute noch immer aktuell. Vaculik selbst wirkte aus dem Untergrund auch bei der "Charta 77" mit.
Der Student Jan Palach setzte sich am Nachmittag des 16. Januar 1969 auf dem Prager Wenzelsplatz selbst in Brand. "Da unser Land davor steht, der Hoffnungslosigkeit zu erliegen", begründet er die Tat schriftlich.

Dubcek traf es, so wie die meisten der "Reformer", hart. Er wurde 1970 aus der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei ausgeschlossen und öffentlich geächtet. Zunächst verdingte er sich als Waldarbeiter. Erst im Zuge der Ereignisse nach 1989 erlebte er ein spätes politisches Comeback und wurde noch einmal Parlamentspräsident der Tschechoslowakei. Über seinen tödlichen Autounfall am 1. September 1992 wird bis heute nicht nur in der Tschechischen Republik gerätselt und spekuliert.
Für mich war Alexander Dubcek, nicht die charismatische Führungspersönlichkeit in der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei. Er lavierte zwischen den Flügeln, die sich innerhalb der Parteiführung gebildet hatten und war inkonsequent im Handeln. Charakerlich muß er ein weicher Mensch gewesen sein, den man sehr schnell verletzen konnte.
Das bewies er auch in der Sitzung des Präsidiums des ZK der KPTsch am 21. August 1968, nachdem in den frühen Morgenstunden auch Ludvik Svoboda hinzugezogen wurde. Dubcek soll theatralisch in Tränen ausgebrochen sein und sich das Hemd aufgerissen und gerufen haben: " Was haben sie mir angetan, mein Gott, was haben sie mir angetan !" Man befürchtete in dieser Sitzung sogar, dass er Hand an sich selbst legen würde - was er oft genug im Vorfeld angedeutet haben soll.

Für mich ist Alexander Dubcek eine der tragischen Personen des Prager Frühlings. Er hatte Prozesse in der CSSR mit in Gang gesetzt, die am Ende nicht mehr aus eigener Kraft zu beherrschen waren und letztendlich zu diesem Ergebnis führten. Es hatten sich andere Kräfte die Entwicklung zu Eigen gemacht und verfolgten letztendlich ein anderes Ziel, wie Dubcek mit seinem "Sozialismus mit menschlichem Antlitz". Somit stand der Sozialismus in der CSSR zu Disposition.

Die Ereignisse von 1968 in der CSSR prägten auch mich sehr nachhaltig und ich sah in der Folge viele Entwicklungen im eigenem Land auch viel kritischer. Damit takte ich mich auch dieser Diskussion aus.

Vierkrug



Grün: War es jemals anders bei großen gesellschaftlichen Änderungen ? Die eine bessere Gesellschaft wollten, getragen vor allem von den Idealen von politischer Freiheit und mehr sozialer Gerechtigkeit, haben die Ereignisse in´s Rollen gebracht und die unzufriedene, aber vielfach zu kurz denkende Masse ist dann den im Gefolge der Ereignisse auftauchenden und am lautesten schreienden Rattenfängern hinterhergelaufen, die letztendlich nur eines wollten: Die eigenen, privaten, egoistischen Ziele und die ihrer Geld- und Auftraggeber mit Hilfe manipulierten Massen zu erreichen. Klingt vielleicht etwas überspitzt, aber schaue man sich die Erhebungen der bekannten Geschichte an: Die ursprünglich vorgegebenen Ziele, mit denen die Massen mobilisiert wurden, waren i.d.R. andere als die dann folgenden Realitäten und i.d.R. hatten dann auch andere Gestalten das Sagen als die ursprünglichen Führungspersonen. Die Wende verlief nach ähnlichem Schema, wer wollte das bestreiten und in der CSSR wäre es auch nicht anders gelaufen.



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#103

RE: Prager Frühling

in DDR Staat und Regime 23.08.2013 20:42
von DoreHolm | 7.695 Beiträge

Wie schon erwähnt, will ich versuchen, die Berichte meines Bekannten zu den Ereignissen auf dem Wenzelsplatz wiederzugeben. Vorab noch mal zu Spekulationen zu einer drekten Beteiligung, also Aktivitäten der NVA-Truppen auf tschechischem Territorium: Mein Schwager, damals etwa 20, war ein Angehöriger der zur CZ-Grenze verlegten Truppenteile. Er wurde verletzt und mußte in´s Krankenhaus. Nach seiner Schilderung hatte er in der CSSR von Einheimischen "eine über den Kneisel" bekommen. Meine Frau glaubt jedenfalls fest daran, daß er "drüben" war. Nach meiner Ansicht, da er nie Konkretes dazu gesagt hat, auch heute nicht, hat er entweder rumgegeikelt und sich dabei verletzt oder es war eine illegale Aktion. Ich frage mich dann nur, wie man sich als Bewaffneter und sicher nicht allein von Einheimischen verdreschen lassen kann.
Nun zu den Schilderungen meines Bekannten. Ich hatte ihn einige Jahre später kennengelernt. Er ist Geologe und hatte bis kurz nach den Ereignissen in einer staatlichen Behörde gearbeitet. Ich lernte ihn durch unser gemeinsames Hobby, die Mineralie, kennen. Er besuchte uns und wir ihn, auch privat. Bei Tauschtagen in Prag schlief ich dort in seinem neuen EFH. Natürlich schmuggelten wir auch etwas, denn die Mineralienausfuhr war für uns verboten, der Tausch (und auch Verkauf) an und mit westlichen Sammlern, die dort vertreten waren, aber um so lukrativer. Er wohnt in einem Vorort östlich von Prag.
Am Tag, an dem es losging, war er auf dem Wenzelsplatz. Ob zufällig, aus Neugier oder dienstlich, weiß ich nicht. Er hatte jedenfalls etwas eingekauft.
Die Panzer standen auf dem Platz und die Massen standen darum herum, aber es passierte nichts Nennenswertes. Zivilisten müssen versucht haben, einen Panzer anzuzünden. Ein Soldat holte einen kleinen Feuerlöscher. Dieser ging nach hinten los. Alles lachte. Dann ging es los. Eindeutig in seiner Schilderung, es wurde vom Nationalmuseum aus, welches am oberen Ende des Wenzelsplatzes lag, geschossen. Die Lage eskalierte, es wurde geschossen von beiden Seiten. Eine Straßenbahn bog um die Ecke. Eine Granate drauf und Dutzende sofort tot, so seine Schilderungen. Mein Bekannter machte sich auf den Heimweg. Außerhalb Prags geriet er in eine sowjetische Staßenkontrolle. Der dortige Militärarzt wollte ihn erschießen lassen in Anbetracht von LKW-Ladungen toter und verletzter Armisten. Mein Bekannter war zu seiner Jugendzeit in der tschechischen Armee Fallschirmjäger, aber er sagte, "Womit hätte ich mich verteidigen sollen ? Ich hätte mit meinen Broten schmeißen können, die ich gekauft hatte". Nur durch das Eingreifen eines anderen Offiziers blieb er am Leben und konnte nach Hause.
Später, als Einverständnisbekundungen für den Einmarsch der anderen Armeen von allen Staatsangestellten verlangt wurden, verweigerte er seine Zustimmung. Er verlor daraufhin seine Stelle in dieser Behörde und mußte sich eine andere Arbeitsstelle suchen. Offensichtlich ist ihm das ganz gut gelungen, da er baute an einem recht ordentlichen EFH für Frau und drei Kinder, für jedes ein separates Zimmer, heute sicher eine bevorzugte Wohngegend im Grünen mit viel Wald.
Ich schrieb es weiter oben schon mal: Seine Schilderungen decken sich mit einer Reihe Szenen aus dem Filmbericht.

Es ist eine Einzelschilderung und ich konnte sie auch nur aus dem Gedächtnis wiedergeben, aber seine Worte und Schilderunge haben sich wegen der für mich nachträglichen Bedeutung dieser Ereignisse aus der Bekanntschaft eines Zeugen bei mir recht gut in´s Langzeitgedächtnis eingeprägt.

Was meine eigenen Eindrücke der Ereignisse betrifft, muß ich gestehen, daß ich daran nicht allzuviel Erinnerungen habe. Meine NVA-Zeit war gerade vorbei und ich befand mich auf einem Lehrgang für Kranfahrer. Kann mich nur daran erinnern, daß einer unserer Lehrgangsteilnehmer ziemlich vom Leder zog und gegen den Einmarsch polemisierte. Ihm scheint nichts passiert zu sein, denn er war weiterhin in unserem Lehrgang.



Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#104

RE: Prager Frühling

in DDR Staat und Regime 31.03.2014 13:47
von Barbara (gelöscht)
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Bevor es aus der Arte - Mediathek verschwindet:

Das tschechische Fernsehen hat einen 3-Teiler zu den Ereignissen nach der Niederschlagung des Prager Frühlings produziert.
Es beginnt mit der Selbst-Verbrennung von Jan Palach und dem nachfolgenden Kampf der damaligen Oppositionsbewegung um die Würdigung von Palachs Tat.
Die Familie Pallachs verklagt den Parlamentsabgeordneten Novy, der Palach in der Zeitung als einen von faschistischen Kreisen gesteuerten Psychophaten bezeichnet hatte, wegen Ehrverletzung.

Die die Familie Palch vertretende Rechtsanwältin Dagmar Burešová und ihre Familie werden erheblich unter Druck gesetzt, ebenso wie die Familie Palach. Dennoch ziehen sie den Prozess unter großen Schwierigkeiten durch.
Die Richterin wird ebenfalls unter Druck gesetzt, Novy wird frei gesprochen...

Das ganze Spannungsfeld des unter der sovjet. Besatzung stehenden Landes wird eindrucksvoll nachgezeichnet.

Spannend auch die differenzierte Darstellung des im Fall Palach ermittelnden Polizisten der Staatspolizei.

http://www.arte.tv/guide/de/050183-001/b...-1-3?autoplay=1
http://www.arte.tv/guide/de/050183-002/b...-2-3?autoplay=1
http://www.arte.tv/guide/de/050183-003/b...-3-3?autoplay=1

------------------------------------


Aus der Arte - Ankündigung:
Prag, 1969: Der Student Jan Palach überschüttet sich auf der Treppe des Nationalmuseums mit Benzin und verbrennt sich öffentlich auf dem Wenzelsplatz. Er überlebt und wird schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. In seiner Aktentasche hinterlässt er einen Brief, in dem er erklärt, Mitglied einer Gruppe zu sein, die das Volk zum Protest gegen die sowjetische Diktatur bewegen wolle.
Ihre Forderungen: die sofortige Aufhebung der Zensur sowie ein Verbot der Kollaborationsschrift „Zpravy“. Sollten diese Forderungen innerhalb von fünf Tagen nicht erfüllt werden und das Volk die Gruppe in ihrem Protest nicht mit einem unbefristeten Streik unterstützen, werde die nächste „menschliche Fackel“ brennen. Kommandant Jires von der Geheimpolizei wird damit beauftragt, die Mitglieder der Gruppe um Palach ausfindig zu machen.
Palachs Mutter erfährt erst am nächsten Tag vom Schicksal ihres Sohnes und bricht zusammen. Jires setzt unterdessen alles daran, mögliche Nachahmer von ihrem Vorhaben abzubringen. Drei Tage nach seiner Tat erliegt Jan Palach seinen Verletzungen. Am Tag darauf findet eine Massendemonstration in den Straßen von Prag statt.
Der Abgeordnete Vilem Novy wird in einer sowjetfreundlichen Zeitung zitiert, Jan Palach sei rechtsextrem und psychisch labil gewesen. Ermutigt durch Ondrej Travnicek, Vorsitzender der Studentenvertretung der Karls-Universität, beschließen Jan Palachs Bruder Jiri und seine Mutter, Vilem Novy wegen Ehrverletzung anzuklagen …


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#105

RE: Prager Frühling

in DDR Staat und Regime 01.04.2014 09:14
von Schuddelkind | 3.512 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #104
Bevor es aus der Arte - Mediathek verschwindet:

Das tschechische Fernsehen hat einen 3-Teiler zu den Ereignissen nach der Niederschlagung des Prager Frühlings produziert.
Es beginnt mit der Selbst-Verbrennung von Jan Palach und dem nachfolgenden Kampf der damaligen Oppositionsbewegung um die Würdigung von Palachs Tat.
Die Familie Pallachs verklagt den Parlamentsabgeordneten Novy, der Palach in der Zeitung als einen von faschistischen Kreisen gesteuerten Psychophaten bezeichnet hatte, wegen Ehrverletzung.

Die die Familie Palch vertretende Rechtsanwältin Dagmar Burešová und ihre Familie werden erheblich unter Druck gesetzt, ebenso wie die Familie Palach. Dennoch ziehen sie den Prozess unter großen Schwierigkeiten durch.
Die Richterin wird ebenfalls unter Druck gesetzt, Novy wird frei gesprochen...

Das ganze Spannungsfeld des unter der sovjet. Besatzung stehenden Landes wird eindrucksvoll nachgezeichnet.

Spannend auch die differenzierte Darstellung des im Fall Palach ermittelnden Polizisten der Staatspolizei.

http://www.arte.tv/guide/de/050183-001/b...-1-3?autoplay=1
http://www.arte.tv/guide/de/050183-002/b...-2-3?autoplay=1
http://www.arte.tv/guide/de/050183-003/b...-3-3?autoplay=1

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Aus der Arte - Ankündigung:
Prag, 1969: Der Student Jan Palach überschüttet sich auf der Treppe des Nationalmuseums mit Benzin und verbrennt sich öffentlich auf dem Wenzelsplatz. Er überlebt und wird schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. In seiner Aktentasche hinterlässt er einen Brief, in dem er erklärt, Mitglied einer Gruppe zu sein, die das Volk zum Protest gegen die sowjetische Diktatur bewegen wolle.
Ihre Forderungen: die sofortige Aufhebung der Zensur sowie ein Verbot der Kollaborationsschrift „Zpravy“. Sollten diese Forderungen innerhalb von fünf Tagen nicht erfüllt werden und das Volk die Gruppe in ihrem Protest nicht mit einem unbefristeten Streik unterstützen, werde die nächste „menschliche Fackel“ brennen. Kommandant Jires von der Geheimpolizei wird damit beauftragt, die Mitglieder der Gruppe um Palach ausfindig zu machen.
Palachs Mutter erfährt erst am nächsten Tag vom Schicksal ihres Sohnes und bricht zusammen. Jires setzt unterdessen alles daran, mögliche Nachahmer von ihrem Vorhaben abzubringen. Drei Tage nach seiner Tat erliegt Jan Palach seinen Verletzungen. Am Tag darauf findet eine Massendemonstration in den Straßen von Prag statt.
Der Abgeordnete Vilem Novy wird in einer sowjetfreundlichen Zeitung zitiert, Jan Palach sei rechtsextrem und psychisch labil gewesen. Ermutigt durch Ondrej Travnicek, Vorsitzender der Studentenvertretung der Karls-Universität, beschließen Jan Palachs Bruder Jiri und seine Mutter, Vilem Novy wegen Ehrverletzung anzuklagen …





Hab ich auch gesehen. Ich fand den Film gut gemacht!


Intellektuelle spielen Telecaster
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#106

RE: Prager Frühling

in DDR Staat und Regime 16.10.2015 14:29
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

Habe ich im Archiv gefunden und möchte was ergänzen.
In dem Buch
von Berndt Marmulla ,,Ein Mord wie im Kino,,
fand ich, was mir völlig unbekanntes.
,,In Berlin und in anderen Städten der DDR protestierten viele aufgebrachte Bürger
Zwischen dem 21 August und dem 4 September verhaftete die Volkspolizei 468 Personen, von über 1000 wurden die Personalien aufgenommen,,


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