#1

Geschichten vom Grenzdienst!

in Grenztruppen der DDR 23.08.2011 13:12
von ahlbecker (gelöscht)
avatar

Ich würde es gut finden wenn hier auch mehr alltägliche Grenzgeschichten erzählt werden würden. Das Forum will doch unseren Nachkommen erzählen wie warum und was an der Grenze passiert ist.
Jeder hat doch etwas Lustiges, Spannendes, Trauriges oder fast Unglaubliches erlebt. Ich war nur vier Monate direkt im Grenzdienst aber ich kann mich schon an einiges erinnern. Was ich wirklich aber nicht möchte, ist dass das Thema wissendlich verfehlt wird um hier Politik zu machen.
Also Jungs dann legt mal los!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


zuletzt bearbeitet 31.08.2012 04:49 | nach oben springen

#2

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 23.08.2011 13:13
von ahlbecker (gelöscht)
avatar

Ich lege mal mit einer kleinen Erinnerung vor.
Als Hundeführer war ich nach der Ausbildung bis Januar 1966 in Schönwalde. Fragt mich nicht wie die Kompanie hieß, war aber ein kleiner netter Haufen. Hier konnte man sich wohl fühlen, wenn wir nicht Grenzdienst hätte schieben müssen wäre es fast wie zuhause gewesen. Ich kann mich an keinen Vorgesetzten erinnern, den wir nicht mochten. Uns Hundeführer, ließ man auch total in Ruhe. Eine Nacht Grenzdienst dann ein Tag Ruhe und dann einen Tag Hundepflege. Futter kochen, Trassenhunde versorgen und ein wenig mit dem Diensthund zum ;Training.
Zum Grenzdienst gingen bei uns in der Regel zwei Hundeführer zusammen. So gab es mit dem Hund wohl weniger Probleme. Viele Soldaten hatte da ja schon Respekt. Aber ab und an war ich mit meinen Arco auch auf Offizier oder Unteroffizierkontrolle.
Ich kann mich da an einen Dienst erinnern, der uns beinahe eine Strafe hätte einbringen können. Mein Postenführer und ich waren auf Hinterlandstreife. (das gab es zu dieser Zeit recht häufig) Die Grenze bestand ja nur aus KS und Maschendrahtzaun. Wer es bis dahin geschafft hatte dem konnte nicht mehr viel aufhalten. Die Vorderposten hatten wohl so 300-400m zu bewachen und waren ja einmal links oder dann rechts zum „Postentreffen“
Also unsere Hinterlandstreife war ca. 1000m vor dieser Grenze. Der Januar 66 war schon sehr kalt (20° waren keine Seltenheit) da war uns ein Aufenthalt in einer Scheune die sich dort befand schon eine willkommende Sache. Rein in das Heu und etwas ab ruhen war angesagt. Mein Arco hätte uns schon vor Grenzverletzern oder eine Kontrolle gewarnt. So sind wir dann auch Seelenruhig eingeschlafen. Dienstende wäre eigentlich für uns das Morgengrauen gewesen. Als wir aufwachten war es schon ziemlich hell und dies wohl auch weil es mächtig geschneit hatte. Nun hatten wir ein Problem. Wenn wir zu Kaserne gehen kann man nur eine Spur erkennen und man bekommt mit dass wir ziemlich lange in der Scheune waren. Die Idee war dann, dass wir einen Ballen Heu mit dem Koppel hinter uns her ziehen. Das hätte wohl nicht sehr geholfen, aber wir hatten Glück es kam ein richtiger Schneesturm der unsere Spuren wohl verwischte. In der Kompanie angekommen wurden wir sogar belobigt das wir bei dem Wetter länger draußen waren wie angesagt.
Leider wurde ich dann bald nach Staaken versetzt, denn es wurde die Regiment Sicherung eingeführt.


nach oben springen

#3

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 23.08.2011 20:11
von Tonberg | 24 Beiträge

Zitat von ahlbecker
Ich würde es gut finden wenn hier auch mehr alltägliche Grenzgeschichten erzählt werden würden. Das Forum will doch unseren Nachkommen erzählen wie warum und was an der Grenze passiert ist.
Jeder hat doch etwas Lustiges, Spannendes, Trauriges oder fast Unglaubliches erlebt. Ich war nur vier Monate direkt im Grenzdienst aber ich kann mich schon an einiges erinnern. Was ich wirklich aber nicht möchte, ist dass das Thema wissendlich verfehlt wird um hier Politik zu machen.
Also Jungs dann legt mal los!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


Hallo Leute ! Ich habe mal eine kleine geschichte aus meiner zeit an der grenze (1987 im Harz ) .Also die geschichte war etwas kurioss
es gab an einigen grenztoren einen sogenannten uhu ,wie sie es zu ddr zeiten auf den Autobahnen gab das heisst klappe auf und es meldete sich der komanteur grenzsicherung .Eines Nachts meldete sich an so einem gerät ein etwas alkoholisierter Bürger aus der
Ordschaft und fragte nach einer Taxe der komanteur von der Führungstelle riet ihm am ort zu verbleiben man würde ihm ein fahrzeug
schicken das taten wir dan auch im form der alarmgruppe objekt um ihn festzunehmen den das grenztor befand sich innerhalb des
schutzstreifens und für diesen hatte er keine erlaubnis .Das war ein klarer fall von verletzung der Grenzordnung.



nach oben springen

#4

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 23.08.2011 20:17
von icke-ek71 (gelöscht)
avatar

hallo ahlbecker,na ich war ein bisschen später am kanten..mai 70-april 71..wir hatten einen dicken zugführer und bei dem hatte ich öfters keine guten karten weil ich wohl immer meine meinung gesagt habe..egal ob es ihn gefallen hat oder nicht..ich konnte den oberleutnant nicht ausstehen..das bedeutete immer das ich mit ihm früh und abends den k6 ablatschen mußte..wenn ich mal wieder aufgefallen bin!!na ja der oberleutnant war stark übergewichtig und ich damals mit 20 noch super sportlich!!wir mußten dann die 8,5 km kanten unserer kompanie ablaufen und den k6 auf spuren überprüfen!!er lief als postenführer immer hinter mir..ich hörte dann nach den ersten kilometern immer eine dampflok hinter mir und ich wartete dann immer bis der fettklops auf meiner höhe war..das fand er aber gar nicht gut und er befahl mir dann mein tempo zu gehen das war ihm wohl peinlich!!!...das fazit war ich war schon am soolbach und er hatte noch zwei hügel zu überwinden!!da stand dann der lo und der fahrer lachte sich kaputt!!einmal gingen wir wieder den gemeinsamen weg..und er pfiff mich jedes mal an wenn ich stehen geblieben bin!!!...so da waren aber nun spuren in richtung westen die frisch waren...ich stand und wartete auf ihn...da wurde ich angepfiffen..gehen sie weiter genosse gefreiter...abends dann war alles wieder frisch geharkt und von spuren im sand war nichts mehr zu sehen...es gab wohl einen soz wettbewerb unter den kompanieen...gruß aus berlin von icke


nach oben springen

#5

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 23.08.2011 20:27
von ahlbecker (gelöscht)
avatar

das fazit war ich war schon am soolbach und er hatte noch zwei hügel zu überwinden!!da stand dann der lo und der fahrer lachte sich kaputt
in meiner Erinnerung durfte man nie alleine unterwegs sein,auch keine Grenzer. Die sollte man sofort festnehmen. Meine Erinnerungen können aber auch falsch sein. 45 Jahre ist schon eine lange Zeit


nach oben springen

#6

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 23.08.2011 22:29
von Zaunkönig | 624 Beiträge

Ich kann zwar keine Geschichten von der geschlossenen Grenze erzählen, aber vor dem Mauerbau sind in Berlin auch so einige Dinge passiert, die erwähnenswert sind.
Zum Bleistift diese hier: Auf dem alten KP 2 (der lag oben im Norden von Berlin am damals noch Bahnhof Blankenfelde) fuhr mal ein Funkwagen ohne anzuhalten an den Posten vorbei auf den Alten Bernauer Heerweg und vor in Richtung Grenze. Der Postenführer rief natürlich im Stützpunkt an und meldete das. Als die Meldung über den Funkwagen drinnen einging, soll der Kompanieführer fast über dem Telefon zusammengebrochen sein. Unser LKW (damals noch H3A) stand mit offener Klappe vor dem Stützpunkt, was vom Kontrollpunkt aus zu sehen war. Er den Kraftfahrer hochgejagt, Beide rauf auf den Bock und los zum Kontrollpunkt. Nicht mal zum Klappe zumachen hat es gereicht. Sie sind auch an dem Posten vorbei bis an die Grenze vorgefahren und dort stand der Funkwagen und hat 2 Westberliner Flüchtlinge, die in der DDR unerwünscht waren, wieder bei der Westberliner Polizei abgeliefert. Das muss im Sommer 1960 passiert sein.
Zum Dienst damals: Wir standen immer 3 Stunden auf dem jeweiligen KP, wurden dann abgelöst, hatten 1 Stunde Pause und dann ging es mit einem anderen Mann auf einen neuen Kontollpunkt.


März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße
zuletzt bearbeitet 23.08.2011 22:33 | nach oben springen

#7

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 24.08.2011 15:11
von ahlbecker (gelöscht)
avatar

ich bin traurig, warum
Geschichten an der Grenze hat keiner erlebt, aber wenn es darum geht ob junge Ossis oder Wessis solidarischer sind geht es im Forum rund.
Lasst doch mal das aufeinander hauen sein und versucht die Geschichte ruhig und locker aufzuarbeiten. Die DDR ist nicht mehr und es wird sie nie mehr geben, das ist Fakt. Nur wenn wir uns gegeseitg erzählen wie es bei uns war werden wir uns verstehen, oder besser versuchen zu verstehen.
Erzählt eure Geschichten ohne irgendwem dafür verantwortlich zu machen.
das wünscht sich der Ahlbecker


nach oben springen

#8

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 24.08.2011 15:17
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Hallo @Ahlbecker,

dieses Forum steckt voller Geschichten, wenn auch nicht alle nur in einem Thema.


nach oben springen

#9

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 24.08.2011 17:43
von icke-ek71 (gelöscht)
avatar

hallo ahlbecker,na wer sollte denn jemanden von uns festnehmen??es waren sowiso nur drei postenpaare am kanten!!bei8,5 kilometer grenze der 8.gk jützenbach!!die posten wußten doch bescheid das der k6 von unserem zug um 8uhr und abends um 18 uhr überprüft werden mußte..der oberleutnant hatte mir doch den befehl gegeben nicht immer auf ihn zu warten..und befehle mußten doch ausgeführt werden!!da war doch der soldat dann stur!!!ich habe mich dann nicht mehr umgesehen und bin halt in meinem tempo weitergelaufen!!er ist wohl lieber alleine gelaufen..mir war es jedenfalls egal!!noch was zu unserem zugführer..er hatte urlaub und der ko chef machte uns öfter mal die aufwartung..er kam öfter mal auf die stuben und fragte die soldaten..ob es irgendetwas gibt... was uns am herzen liegt!!na ja unsere stube sah kahl aus und da fragten wir ob wir die stube ein wenig verschönern könnten..wir stellten eine bodenvase mit sonnenblumen hin und an der wand wo der tisch stand hingen dann 2 bilder..eins vom eichsfeld und das andere war ein portrait von che guevara..alle waren zufrieden der ko chef fand es toll!!!dann kam unser zugführer aus dem urlaub zurück..er kam ins zimmer und traute seinen augen wohl nicht mehr...er schrie nur..der beatle muß von der wand..da sich keiner bemüßigt fand..riß er das bild von che von der wand und schmiß es im hohen bogen in den papierkorb..der rahmen war im eimer...das ende der geschichte war..er mußte das bild mit neuem rahmen wieder an die wand bringen...befehl vom ko chef!!!gruß von icke-ek71


nach oben springen

#10

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 25.08.2011 00:01
von moreau | 384 Beiträge

Ich hatte mal 1985 eine etwas seltsame Begegnung mit dem BGS. Wobei ich bis heute nicht weiß was die ganze Aktion für einen Sinn machte.
Folgendes hat sich zu getragen.
Ich war als PF zur freundseitigen Sicherstellung von zwei GAKL befohlen worden, die sich auf dem Vorgelagerten befanden und die dortige Straße bzw. deren Verkehr aufklären sollten. Die Straße führt unter anderem auch zu einem sogenannten Anfahrtspunkt/Besichtigungspunkt auf westlicher Seite mit gelegentlicher Anfahrt durch Busgesellschaften.
Der Ort ist Görsdorf und ich stehe ca. 150m rechts der Ortschaft an einer K6 GMN-Säule. Der Grenzzaun läuft von mir aus gesehen nach recht auf den Ort zu um kurz vor diesen einen rechtwinkligen Knick „feindwärts“ zumachen um nach ca. weiteren 150m wieder nach rechts abzuknicken. Die Gakl befinden sich im Bereich des zweiten Knickes. Links neben ihnen ist ein „Kastenwald“ ca. 100 x50m. (einfach unter google maps schauen. Görsdorf liegt bei Schalkau und das liegt ca. 8 km rechts (westl.) von Sonneberg)
Jedenfalls kommt nach einer Weile ein VW-Bus vom BGS mit zwei Beamten. Ich mache wie üblich Meldung an den KGsi und ansonsten beäugen wir uns durch die DF. Das Übliche halt. Auf einmal steigt der Fahrer (ca. Mitte Zwanzig) aus und geht ca. 5m in den Wald rein und bewegt sich Deckung suchend von Baum zu Baum in Richtung der Gakl. Die Anwesenheit der Gakl muß den Beiden bekannt gewesen sein, den die Gakl haben dort nicht so die Möglichkeit sich abzutarnen.
So weit so gut. Da hat jemand wiedermal zu viel Winnetou - Filme gesehen und muß sich produzieren. So mein erster Gedanke. Gar nicht mehr lustig fand ich die Tatsache das er ca. 20m vor Ende des Waldes seine Dienstwaffe zieht und weiter von Baum zu Baum in Deckung springt. Irgend wie fand ich das ich darauf reagieren muß, aber ohne das die Situation eskaliert. Aber was machen? Das war hier DIE Frage. Nun ja! Ich bin auf den Einfall gekommen, meine Kalaschnikow auf die GMN Säule mit Lauf in seine Richtung zulegen und bin gleichzeitig demonstrativ einen Schritt zurückgetreten. Sein Begleiter im VW hat das natürlich gesehen. Wie auch nicht, hatte er doch die ganze Zeit sein DF an den Augen und uns nicht aus den selbigen gelassen. Sekunden später geht er ans Funkgerät und pfeift offensichtlich seinen Kollegen zurück. Der guckt scheinbar etwas irritiert (so mein Eindruck) in meine Richtung, steckt seine Dienstwaffe wieder ins Holster, richtet sich gerade auf und verlässt den Wald in Richtung VW-Bus. Und ich nehme unterdessen meine MPI wieder auf die Schulter und quatsche auffällig mit meinem Paul. Wir haben uns noch 20-30min beobachtet bis sie wieder abgefahren sind.
Ich kann mir bis heute keinen Reim darauf machen was den BGS-Beamten geritten hat so einen Schxxß abzuziehn. Vielleicht haben ja seine ehemaligen Kollegen und heutige Forumsmitglieder eine, wenn auch spekulative, Erklärung dafür.

Gruß
Moreau

PS: Ich bin mir heutzutage nur noch zu 95% sicher das es der BGS war.


nach oben springen

#11

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 25.08.2011 10:52
von amigaguru | 96 Beiträge

Es war März-April 66. Mit einem Soldaten aus meiner Gruppe gingen wir auf den Strich.Es war bei der 7.GK Arenshausen,bzw Hohengandern im Bereich der ehemaligen Ziegelei Hottenrode.(damals stand sie noch und war monatlich Treffpunkt von Zoll,BGS,Amerikaner und teilweise Briten)Ein Zöllner stand mit einem Mann am Schlagbaum und rief uns zu,dieser Mann neben mir will in die DDR.Er nahm seinen Ausweis ab.
Wir waren verdutzt und ich rief den Zöllner zu,behalte ihn,er soll bleiben wo er ist.Dann rief uns der Mann zu,ich will in die DDR.Ich rief ihn zu,ich habe jetzt keine Zeit,komm morgen wieder.Der Mann gab dann auf und der Zöllner rief,gut gemacht.
Mit Handgruß verabschiedeten wir uns.
Etwa ein Jahr später(1967) traf ich den Zöllner bei Gut Besenhausen wieder,auf Seite der Bundesrepublik.Er erkannte mich und sagte,der Mann ist nicht mehr gekommen.Ich war nach meiner Dienstzeit"ausgewandert"

amigaguru


nach oben springen

#12

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 28.08.2011 20:51
von GKUS64 | 1.613 Beiträge

es war 1964/1965 (genau weiß ich es nicht mehr) in meiner alten GK Untersuhl.
Ein Postenpaar hatte tagsüber die Bahnlinie Gerstungen-Bebra zu bewachen. In einer Entfernung von ca. 300 bis 400 m rechtwinklig zu Bahnlinie war zu diesem Zweck im Erdreich ein Bunker mit Sehschlitzen eingelassen. Der Bunker wurde nur am Tage besetzt, nachts bewegten wir uns dann in der Nähe der Bahnlinie. Parallel zur Bahnlinie verlief die Straße von Untersuhl im Osten nach Obersuhl im Westen, natürlich mit den entsprechenden Sperranlagen im östlichen Teil.
Die Häuser (meist Einfamilien-Häuser) auf der Obersuhler Seite lagen ziemlich nahe der Grenze.
Der Abstand von der eigentlichen Grenze bis zum ersten Zaun der Sperranlagen betrug von der westlichen Seite aus gesehen ca. 50 m.
An dem besagten Tag konnten die Posten aus ihrem Bunker eine Person beobachten, die von Obersuhl kommend auf der Straße bis zum 1. Zaun lief, also sich bereits 50 m auf DDR-Gebiet bewegte.
Über das Grenzmeldenetz wurde der Vorgang an die Kompanie gemeldet. Beim Diensthabenden in der Kompanie stand bei der Entgegennahme der Meldung gerade der KC und ließ sich sofort den Hörer geben um Befehle zum weiteren Handeln zu erteilen.
Die Bewaffnung der Posten tagsüber im Bunker bestand vielfach aus einer MPi und einem LMG, so auch an diesem Tag.
Der Befehl des KC an die Posten lautete nun sinngemäß wie folgt: „Bunker verlassen und LMG in Stellung bringen, Person ist auf unserem Gebiet zu vernichten“.
Wie im Schockzustand , innerlich total aufgewühlt verließen die Posten den Bunker. Was tun?
Die Entscheidung wurde ihnen glücklicherweise abgenommen, die Person ging langsam wieder in Richtung Obersuhl zurück. Der Spuk war zu Ende.
Noch tagelang wurde dieser Vorgang unter uns mit folgenden Äußerungen diskutiert:
- Irrsinniger Befehl, Vorwarnung wäre nicht möglich gewesen, hätte in die Luft geschossen, extreme Gefährdung der Obersuhler Wohnhäuser usw.
Das Fazit von fast allen war natürlich: hoffentlich vergeht die Zeit bis zu unserer Entlassung schnell und ohne Konflikte. Die Zeit verging nicht ganz so schnell, aber ansonsten hatte ich Glück.
Das beste an dieser Geschichte ist, dass sie Geschichte ist.

Es grüßt alle GKUS64


nach oben springen

#13

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 28.08.2011 21:54
von Jawa 350 | 676 Beiträge

Bernd, welcher von den beiden war es ?

Aber wurde uns denn nicht immer eingeschärft - auf keinen Fall über die Grenze schießen ?

Angefügte Bilder:
MfG
Jawa350
nach oben springen

#14

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 29.08.2011 09:37
von GKUS64 | 1.613 Beiträge

Zitat von Jawa 350
Bernd, welcher von den beiden war es ?

Aber wurde uns denn nicht immer eingeschärft - auf keinen Fall über die Grenze schießen ?



Hallo Klaus,

aufgrund des 50m (vielleicht waren es auch 100m) Schutzstreifens hätte sich alles auf DDR-Gebiet abgespielt. Hast Du keine Erinnerung an diesen Vorgang? Es kann natürlich auch kurz vor Deiner Zeit gewesen sein. Es müsste der massive Bunker gewesen sein, ich habe aber in Erinnerung, dass er vollkommen im Erdreich eingelassen war. Von dem Bunker konnte man auch die Touristen auf dem unfertigen Autobahnteilstück beobachten.

Viele Grüße von

GKUS64

Aber wurde uns denn nicht immer eingeschärft - auf keinen Fall über die Grenze schießen ?[/quote]


nach oben springen

#15

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 29.08.2011 17:15
von karlbär (gelöscht)
avatar

Ich wurde beauftragt mit einem Uffz. den K2 zu kontrollieren,ich fuhr eine 250 Ts.
Leider hatte es schon ein paar Tage geregnet, und am K2 war nur ein unbefestigter Weg.
Natürlich total schlammig, fahren konnten wir gar nicht. 1. Gang rein und dann ging es los 3km dabei noch ein paar mal auf die Schnauze gefallen und jedes mal die Ts wieder hoch heben.
Als wir dieses geschafft hatten sind wir am Tor Kibitzdamm wieder in den Abschnitt rein.
Vorher wollten wir uns noch einmal vernünftig anziehen, denn wir waren fix und fertig.
Da stand ein Bauwagen und ich habe meine Kalaschnikoff an die Anhängergabel gehängt.
Wir sollten so schnell wie möglich zum Führungspunkt kommen.
Wir bekamen einen neuen Auftrag einen Bunker besetzen und als wir los wollten suchte ich meine Knarre.
Und im selben Moment kam unser Bataillioner in den Abschnitt.
Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen das die MPi noch außerhalb am Bauwagen hing.
Da der Kibitzdamm besetzt war, schickte der diensthabende gleich das Postenpaar los.
Gott sei dank hing sie da noch. Bekam aber auch kein Anschiß wurde auch nicht beim KC angeschissen.
Hab ganz schön geschwitzt.


nach oben springen

#16

RE: Ausrüstung des Grenzposten während dem Grenzdienst

in Grenztruppen der DDR 29.08.2011 21:56
von Tonberg | 24 Beiträge

Hallo Leute! wer kann sich noch an die Ausrüstung des Grenzposten während dem grenzdienst erinnern.Ich weiss noch das die beiden
Soldaten eine ganze menge an untensilien mitnehmen mussten ich glaube mich erinnern zu können da waren : jeder eine Mpi mit 30 schuss
im Magazin desweiteren hatte jeder eine Munitionstasche mit einem weiteren Magazin.Da waren noch das Postenfernglas ,die Tasche
mit den Handleuchtzeichen ,die tasche mit der Posten tabelle mit Parole torkennzahl rufnummer postenbereich usw.da waren noch UFT und
Höhrer fürs GMN und ganz wichtig postentasche mit der verpflegung brotdose und thermöse.ich weiss nicht ob ich was vergessen habe.Wem fällt noch was ein.Das war natürlich alles zu meiner Dienstzeit ende der 80ziger.mfg Tonberg



nach oben springen

#17

RE: Ausrüstung des Grenzposten während dem Grenzdienst

in Grenztruppen der DDR 30.08.2011 13:34
von GKUS64 | 1.613 Beiträge

Zu den Aufgaben der Grenzer im Grenzdienst gehörte es, die Feldarbeiten der LPG im Abschnitt zu überwachen bzw. zu kontrollieren. Zu diesem Zweck musste die LPG einige Tage vorher eine Namensliste mit Ort und Art der Arbeiten an die Kompanie übergeben. Diese Liste erhielten wir dann zur Personenüberprüfung im Grenzdienst. Wir kannten ja die meisten Leute des Dorfes Untersuhl vom Ausgang und den kulturellen Höhepunkten der Kneipenbesuche. Aus diesen Gründen wurden die Kontrollen meistens locker oder gar nicht und ohne Ausweiskontrolle durchgeführt. Freundliches Grüßen und in der Liste abgehakt.
Wieder einmal hatte ein Postenpaar eine Kontrollliste mit und sie bemerkten dass eine ganze Schulklasse (ca. 7./8. Klasse) mit Feldarbeiten beschäftigt war, jedoch nicht auf der Liste stand.
Ein Anruf auf der Kompanie ergab keine Klärung sondern das Gegenteil: Es wurde der Befehl erteilt, die nicht gemeldeten Personen sind festzunehmen und bis zur Abholung durch ein Kompaniefahrzeug festzuhalten. Dem Postenpaar war diese Aktion nicht ganz geheuer aber sie brachte doch Abwechslung und Stimmung in den oft eintönigen Grenzeralltag.
Unter großem Hallo bei den Schülern wurde denen verkündet, dass sofort alle Arbeiten einzustellen sind und dass sie bis zur Abholung am Platz verbleiben müssten.
Nach einiger Zeit kam dann auch der angekündigte LO und die Schüler mussten „zur Klärung eines Sachverhaltes“ aufsitzen, wieder großes Hallo. Auf der Kompanie mussten dann die Schüler warten, bis die LPG die entsprechende Namensliste vorbei brachte. Für die Schüler war es bestimmt „eine Begegnung der besonderen Art“ an die sie noch lange mit Schmunzeln gedacht haben, eine „Ernteschlacht“ an vorderster Linie.

In Erinnerungen schwelgte

GKUS64


nach oben springen

#18

RE: Ausrüstung des Grenzposten während dem Grenzdienst

in Grenztruppen der DDR 30.08.2011 15:15
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Auch in unseren Abschitten wurden oft durch die LPG Mäharbeiten durchgeführt bzw.das Vieh (Kühe) auf der Weide versorgt.
Bei uns ging es an den Gassentoren ebenfalls locker zu,kannte man doch "seine" Bauern.
Nur einmal lief etwas schief.
Ich war im Abschnitt 6 als Postenführer eingesetzt.
Der Posten links von uns hatte die Aufgabe,diverse Feldarbeiten der LPG nahe seinem PP im Auge zu behalten.
Es war hellichter Tag,so um die Mittagszeit,ich war gerade in einer Senke auf der Wiese am abmatten und gab mich meinen Träumen hin.
Bis ich jäh aus diesen gerissen wurde.
Mein Posten weckte mich ganz aufgeregt (ich dachte die Briten kommen ) und er sagte,xxxxx,da kommt ein Zivilist auf dem Kolonnenweg mit dem Fahrrad daher gefahren,genau auf uns drauf zu.
Ich denke,der ist auch gerade aufgewacht und sieht ne Fata Morgana.....die "Blase" spinnt doch.
Nun musste ich mich ja selbst überzeugen und erhob mein Haupt in linke Richtung gen Kolonneweg.
Da staunte ich echt nicht schlecht als doch wirklich ein alter Bauer auf seinem Mifa dahergeradelt kam.
Ich nahm das Gummiohr in die Hand und macht ne Meldung zur FÜST.
Von dort kam dann ganz lapidar die Bestätigung,dass besagter "Opa" bestätigt und dort richtig ist.(Weide/Tierzaunkontrolle)
Er fährt auf dem KW bis zu uns und wir sollten ihn dann über unser Gassentor raus lassen.....natürlich freundwärts....
Es wurde halt vergessen uns Bescheid zu geben.
Wenn man bedenkt das jemand mit schwachen Nerven da ganz schnell durchdrehen konnte,sieht man wie brisant dieser "Vorfall" eigentlich war.
So eine Situation konnte mal ganz schnell gefährlich werden und in die Hose gehen.
Unserem "Opa" war sicherlich nicht bewusst,dass er sich in einer gefährlichen Lage befand.
Er konnte ja nichts dafür.
Es war der fehlenden Kommunikation geschuldet.
Jedenfalls kam er winkend auf uns zu gefahren,um dann genau vor uns anzuhalten.
Wir tauschten noch ein paar Worte,bzw.hielten ein kleines Schwätzchen,bevor wir ihn in die "Freiheit" entließen.
Wirklich so geschehen,im Jahre 82.

Gruß ek40


Arnstädter hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.08.2011 17:40 | nach oben springen

#19

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 03.07.2012 22:45
von amigaguru | 96 Beiträge

Außer das ich meine Freundin aus Kirchgandern 1966 kennen lernte,gab es für mich ein sehr interessantes
Erlebnis.Es war Frühjahr-Sommer 66.Wir kamen nachts,gegen 01:30 von einer Postenkontrolle und gingen in Richtung der GK Hohengandern.Ich sah zurück in Richtung Witzenhausen.Da erschien ein weißer,heller Punkt.Er zog in Richtung Arenshausen-Rustenfelde.Als er näher kam,sahen wir,er zog eine helle weiße Rauchfahne hinter
sich her.Alles war geräuschlos.In dieser sternenklaren Nacht leuchtete die Rauchfahne noch lange über den nächtlichen Himmel.
Als ich dann auf "meiner Bude" in der Kompanie war,schaltete ich auf meinen Radio den HR ein.
Um 02:00 kamen dort Nachrichten und ich hörte,das ein amerikanischer Satellit verglüht war.

Es war damals verboten,oder "nicht erwünscht" Radio oder Fernsehen der BRD zu sehen,aber im Fernsehraum
der Kompanie,sahen wir alle"Westfernsehen",auch Genossen,wenn kein Offz.anwesend war.


nach oben springen

#20

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 03.07.2012 23:24
von Mati | 64 Beiträge

@Eki

An Welche FüSt hast du denn die Meldung abgegeben bzw. wo spielte sich den deine Erzählung ab?

Gruß Mati


nach oben springen



Besucher
5 Mitglieder und 30 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: TalSiar
Besucherzähler
Heute waren 149 Gäste und 25 Mitglieder, gestern 3617 Gäste und 188 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14376 Themen und 558746 Beiträge.

Heute waren 25 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen