#41

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 06.09.2012 17:45
von Duck | 1.741 Beiträge

Hallo Leute,

ich habe auch zwei kleine Geschichten vom Kanten zu erzählen, ich war von 12/88 bis 01/90 in Erbenhausen. Im April 89 musste ich zum Postenführerlehrgang nach Buttlar. In Buttlar sind bei mir zwei Sachen hängen geblieben. Zum einen ist gerade in dieser Zeit , ich glaube durch eine fehlerhafte Sprengung im Kalischacht in Merkers zu einen Gebirgsschlag gekommen, der einen Erdstoß zur Folge hatte,der immerhin eine Stärke von 5,5 auf der Richtersskala erreichte. Ich habe das jedenfalls in Buttlar so erlebt, das ich gerade gemütlich unten in meinen Bett eingeschlafen war. Ich muss dazu sagen oben im Bett lag ein Kamerad der ziemlich übergewichtig war. Jedenfalls fing auf einmal alles an zu wackeln, ich dachte mir gerade hat sich der Dicke nun endlich wieder in die Sau gequält aber Irrtum das Bett oben war leer. Ein paar Minuten später kam mein Dicker etwas blass, mit noch ein paar Rauchern die draußen standen und haben uns erzählt wie die ganze Treppe gewackelt hatte. Zu dem Zeitpunkt hatten wir noch an ein Erdbeben gelaubt, die wirkliche Ursache haben wir erst viel später erfahren.
Die zweite Geschichte in Buttlar war auch etwas kurios, wir waren gerade dabei unsere Übungen zum Postenführer im Gelände zu absolvieren, als ein Postenpaar was gerade Dienstschluss hatte vorbeikam. Ich dachte mir noch so der eine kommt dir doch irgendwie bekannt vor und richtig es war ein Kumpel aus meiner Schulzeit, mit den ich 10 Jahre in einer Klasse war. Als ich dann wieder auf meiner Kompanie war,es war so ungefähr ein Monat vergangen, kam die Nachricht in einer benachbarten Kompanie ist ein Postenführer und sein Posten während der A-Gruppe stiften gegangen, sie haben einfach während der Ruhephase von den anderen beiden die Gewehrschlösser ausgebaut und weg waren sie. Jedenfalls war erstmal große Aufruhr in allen benachbarten Kompanien. Alle Kameraden die mit Ihm zusammen in Eisenach ihre Grundausbildung hatten mussten nach Dermbach zur "Befragung". Was ich erst später herausbekam und anscheinend auch den Genossen von der 2000 entgegangen ist. Es handelt sich bei den Gefreiten (Posten) um meinen alten Schulkameraden. Na jedenfalls habe schön meine Klappe gehalten.[zwinker]

Gruß Duck


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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zuletzt bearbeitet 18.09.2012 09:46 | nach oben springen

#42

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 30.11.2012 21:21
von amigaguru | 96 Beiträge

Hallo,
in meiner Zeit an der Grenze-Nov.65-Sept.66,hatte ich ca.sechs Kontrollgänge mit Offizieren der Grenzkompanie.Damals die 7.GK Hohengandern.Solch
ein Kontrollgang dauerte damals ca.zwei Stunden.Mit den Kompaniechef,Zugführer und PK verliefen diese Streifen normal.Aber damals gab es es einen
Offizier für Grenzsicherung.Dieser wußte damals auch die Lage der Minen.Mit diesen Offizier ging ich 2x abends auf Streife.Es war in der Winterzeit 65-66.
Um ca. 19:00 gingen wir auf Streife.Er passte die Zeit so ab,das er um 20:00 an den Fenstern oder Türen in Kirchgandern"Horch und Guck" in die Praxis
umsetzte.Er wollte wissen,wer in den Ort die"Tagesschau" sah.Er machte sich dann Notizen und ich mußte aufpassen,das uns niemand sah.Aber er machte diese Streife immer nur am Montag,da damals die einzige Kneipe im Ort Ruhetag hatte..
Welche Konsequenzen diese Notizen hatten,weiß ich nicht.Aber durch meine damalige Freundin aus Kirchgandern wußte ich,das einige Leute aus
Kichgandern auf einer"Liste"standen.Der"Nachrichtendienst" der Kirche funktionierte damals wahrscheinlich besser,als der"staatliche Dienst" einer
anderen"Firma".
Den"Grenzern" in dieser Zeit,wurden solche Aufgaben nicht übertragen.Uns war es damals"Scheißegal",ob jemand"Westfensehen"sah.Jeder von uns
sah damals"Westfernsehen",auch in der Grenzkompanie.
Gruß
amigaguru


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#43

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 01.12.2012 09:16
von schulzi | 1.765 Beiträge

währent meiner zeit in der3.gk im gr34 hatten wir u-schüler .wie üblich die einen ganz in ordnung die anderen etwas plemplem nach der fahrt zum g-dienst war plötzlich so ein kleiner unglücksrabe übrig der zugführer sah das locker und meinte was er den für einer sei (postenbereich) da schaute er ihn mit treuen dackelaugen an und meinte "na eh peffi seht man das nicht"


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#44

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 01.12.2012 16:35
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von amigaguru im Beitrag #42
Hallo,
in meiner Zeit an der Grenze-Nov.65-Sept.66,hatte ich ca.sechs Kontrollgänge mit Offizieren der Grenzkompanie.Damals die 7.GK Hohengandern.Solch
ein Kontrollgang dauerte damals ca.zwei Stunden.Mit den Kompaniechef,Zugführer und PK verliefen diese Streifen normal.Aber damals gab es es einen
Offizier für Grenzsicherung.Dieser wußte damals auch die Lage der Minen.Mit diesen Offizier ging ich 2x abends auf Streife.Es war in der Winterzeit 65-66.
Um ca. 19:00 gingen wir auf Streife.Er passte die Zeit so ab,das er um 20:00 an den Fenstern oder Türen in Kirchgandern"Horch und Guck" in die Praxis
umsetzte.Er wollte wissen,wer in den Ort die"Tagesschau" sah.Er machte sich dann Notizen und ich mußte aufpassen,das uns niemand sah.Aber er machte diese Streife immer nur am Montag,da damals die einzige Kneipe im Ort Ruhetag hatte..
Welche Konsequenzen diese Notizen hatten,weiß ich nicht.Aber durch meine damalige Freundin aus Kirchgandern wußte ich,das einige Leute aus
Kichgandern auf einer"Liste"standen.Der"Nachrichtendienst" der Kirche funktionierte damals wahrscheinlich besser,als der"staatliche Dienst" einer
anderen"Firma".
Den"Grenzern" in dieser Zeit,wurden solche Aufgaben nicht übertragen.Uns war es damals"Scheißegal",ob jemand"Westfensehen"sah.Jeder von uns
sah damals"Westfernsehen",auch in der Grenzkompanie.
Gruß
amigaguru
Westfernsehen schauen wars schon ein Verbrechen.....,wie Kleingeistig die Genossen doch schon von Anfang an waren............

ek40


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#45

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 02.12.2012 12:58
von 80er | 572 Beiträge

Ich hoffe, das Thema "Freizeit" hat hier auch Platz?

Dienstzeit 1974-75

Die Freizeit auf der Kompanie zu verbringen, war nicht besonders vielfältig anzugehen. Das Spiel „Monopoly“ hatte Anfang der 70er Jahre seinen Beliebtheitszenit erreicht und war daher den meisten Zimmergenossen bekannt. Aber, woher bekommen? Wir beschlossen, die beliebten Doppelkopf-Runden, an denen auch immer nur 4 Spieler teilnehmen konnten, um dieses weitere Spiel im Selbstbau zu erweitern.

Der Spielplan wurde von einem Mitbewohner mit Füllerfarbe auf das Sprelacart des Zimmertisches gemalt,
Ein anderer schnitt aus rohen Kartoffeln Druckformen für die Zahlen auf den Geldscheinen aus. Mit Linolschnittfarbe bedruckten wir damit DIN A4 Blätter, welche am Schluss ausgeschnitten wurden. Die Häuser wurden aus 3- und 4 Kantleisten geschnitten, die Dächer verklebt und mit roter und grüner Plaka-Farbe angemalt. Aus dem Urlaub brachte ein Gefreiter die fertigen „Gemeinschafts- und Ereigniskarten“ mit, die handschriftlich mit Hilfe der Geschwistern vom Original abgekupfert wurden.
Würfel und Figuren holten wir uns aus den doppelt vorhandenen „Mensch ärgere dich nicht“- Spielen aus dem Freizeitraum, die ohnehin niemand spielte.
Um blöden Fragen von Vorgesetzten aus dem Wege zu gehen, wurde der Tisch bei Nichtbenutzung regelmässig mit der vorhandenen Tischdecke abgedeckt.
Einmal, inmitten eines heissen Spieles, machte der Polit des Hauses einen Kurzbesuch auf der Stube. Für den Olt. muss es ausgesehen haben, wie im Spielcasino. Kaffeetassen, Geldscheine und Häuser standen bzw. lagen auf dem Tisch herum, an dem sich 6 Spieler amüsierten.
Wir schauten uns nach der erwiesenen Ehrerbietung entgeistert an, denn an ein schnelles Wegräumen war natürlich nicht zu denken. Was wir da spielten, fragte der Polit freundlich interessiert.
Ach, das ist so ein Spiel, wo man mit seiner Figur im Kreis rumlaufen muss und was gewinnen kann, antwortete jemand (wimre war es sogar unser Parteigenosse).
Ach so, antwortete der Polit und verschwand, ohne eine einzige Nachfrage zu stellen, wieder. Ob er das Spiel kannte, aber daraus keine Affäre machen wollte, konnten wir nicht beurteilen, blöde war er jedenfalls nicht!
Auch hat sich danach nie wieder ein Vorgesetzter dafür interessiert. Wie lange das Spiel in der 1. Gruppe des 1. Zuges weitergespielt wurde, oder später der Tisch mit einem aus einem anderen Zug getauscht wurde, ist mir leider nie bekannt geworden.


zuletzt bearbeitet 02.12.2012 12:59 | nach oben springen

#46

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 02.12.2012 19:48
von jecki09 | 422 Beiträge

Auch wir hatten im Bereich "Stangenweg" der GK Ifta, Weiden mit Tierbestände und einem fahrbahren Melkstand. Als Weidezaungeräte dienten dort bereits die sogenannten Netzgeräte die richtig Wumms hatten. Bei Nacht und nassem Gras, flimmerten die "Funken" nur so um die MPI wenn der Weidezaundraht herunter gedrückt wurde. Einer der Melker war wohl ein ganz hartgesottener oder er merkte nichts mehr. Dieser Melker wickelte den Draht in der Hand über den Ellenbogen auf - obwohl voll Strom darauf war.


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#47

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 03.12.2012 16:44
von LO-Fahrer | 607 Beiträge

Sommer 89 und es war mal wieder eine FHG-Übung angesagt. Die Jungs marschierten also los und Oltn. H.. , mein LO und meine Wenigkeit waren für die materielle Sicherstellung zuständig. Als der FHG-Zug dann am Ziel ankam war auch der Grill mit Spieß und darauf befindlichem Hammel fertig und der erfolgreiche Abschluss der Übung konnte gebührend gewürdigt werden. Übrigens waren alle (auch Oltn. H.. ) der Meinung 1 oder 2 Flaschen Bier können einen Grenzgefreiten nicht beim LO-fahren behindern. Was der gute Oltn. nicht mitbekam (oder übersehen wollte), war, daß ein FHG nach dem anderen mich "unauffällig" beiseite nahm um mir eine halbvolle Flasche Schnaps zuzustecken. Auf jeden Fall hatten wir in der GK noch ein leckeres Abendessen mit den Resten vom "Hammel am Spieß" und für die Getränke war auch gesorgt.


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#48

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 03.12.2012 17:05
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat von 80er im Beitrag #45
Ich hoffe, das Thema "Freizeit" hat hier auch Platz?

Dienstzeit 1974-75

Die Freizeit auf der Kompanie zu verbringen, war nicht besonders vielfältig anzugehen. Das Spiel „Monopoly“ hatte Anfang der 70er Jahre seinen Beliebtheitszenit erreicht und war daher den meisten Zimmergenossen bekannt. Aber, woher bekommen? Wir beschlossen, die beliebten Doppelkopf-Runden, an denen auch immer nur 4 Spieler teilnehmen konnten, um dieses weitere Spiel im Selbstbau zu erweitern.

Der Spielplan wurde von einem Mitbewohner mit Füllerfarbe auf das Sprelacart des Zimmertisches gemalt,
Ein anderer schnitt aus rohen Kartoffeln Druckformen für die Zahlen auf den Geldscheinen aus. Mit Linolschnittfarbe bedruckten wir damit DIN A4 Blätter, welche am Schluss ausgeschnitten wurden. Die Häuser wurden aus 3- und 4 Kantleisten geschnitten, die Dächer verklebt und mit roter und grüner Plaka-Farbe angemalt. Aus dem Urlaub brachte ein Gefreiter die fertigen „Gemeinschafts- und Ereigniskarten“ mit, die handschriftlich mit Hilfe der Geschwistern vom Original abgekupfert wurden.
Würfel und Figuren holten wir uns aus den doppelt vorhandenen „Mensch ärgere dich nicht“- Spielen aus dem Freizeitraum, die ohnehin niemand spielte.
Um blöden Fragen von Vorgesetzten aus dem Wege zu gehen, wurde der Tisch bei Nichtbenutzung regelmässig mit der vorhandenen Tischdecke abgedeckt.
Einmal, inmitten eines heissen Spieles, machte der Polit des Hauses einen Kurzbesuch auf der Stube. Für den Olt. muss es ausgesehen haben, wie im Spielcasino. Kaffeetassen, Geldscheine und Häuser standen bzw. lagen auf dem Tisch herum, an dem sich 6 Spieler amüsierten.
Wir schauten uns nach der erwiesenen Ehrerbietung entgeistert an, denn an ein schnelles Wegräumen war natürlich nicht zu denken. Was wir da spielten, fragte der Polit freundlich interessiert.
Ach, das ist so ein Spiel, wo man mit seiner Figur im Kreis rumlaufen muss und was gewinnen kann, antwortete jemand (wimre war es sogar unser Parteigenosse).
Ach so, antwortete der Polit und verschwand, ohne eine einzige Nachfrage zu stellen, wieder. Ob er das Spiel kannte, aber daraus keine Affäre machen wollte, konnten wir nicht beurteilen, blöde war er jedenfalls nicht!
Auch hat sich danach nie wieder ein Vorgesetzter dafür interessiert. Wie lange das Spiel in der 1. Gruppe des 1. Zuges weitergespielt wurde, oder später der Tisch mit einem aus einem anderen Zug getauscht wurde, ist mir leider nie bekannt geworden.



Das finde ich aber interessant 80 er . Die Grenztruppen spielten Monopoly? Kurz vor der Wende hat man mir am Grenzübergang Wartha ein solches Spiel abgenommen, das ich noch nicht mal in die DDR einführen wollte, sondern mit meinen Söhne spielen wollte, wenn wir bei dem Aufenthalt in Thüringen Langeweile bekommen sollten. Ich bekam allerdings eine Quittung und konnte es bei der Ausreise wieder mitnehmen.
So was gabs auf der ganzen Welt nicht.



edit Fehler


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 03.12.2012 17:35 | nach oben springen

#49

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 03.12.2012 17:28
von furry | 3.581 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #48

Das finde ich aber interessant 80 er . Die Grenztruppen spielten Monopoly? Kurz vor der Wende hat man mir am Grenzübergang Wartha ein solches Spiel abgenommen, das ich noch nicht mal in die DDR einführen wollte, sondern mit meinen Söhne spielen wollte, wenn wir bei dem Aufenthalt in Thüringen Langeweile bekommen sollten. Ich bekam allerdings eine Quittung und konnte es bei der Ausreise wieder mitnehmen.
So was gabs auf der ganzen Welt.



Gert, jetzt weißt Du auch, warum die Dir das abgenommen haben. Während Deines Aufenthaltes in Thüringen haben die Jungs das Ding auf ihre Tischplatte abgemalt. Das wurde bestimmt noch weiter rumgereicht. Du hattest so vielleicht Langeweile und die Jungs eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#50

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 03.12.2012 17:51
von schulzi | 1.765 Beiträge

noch eine kleine anektote oln.sch...e (polit) marschierte mit uns den explatz rauf und runter und übte mit uns für den tag des marschgesang kam der regimenter vorbei und fragte was er mit uns mache ,übe mit den genossen für den tag des marschgesang meinte der regimenter das dies sehr löblich von ihm wär doch er solle die einheit wegtretten lassen den er braucht die jungs an der grenze und nicht um fröhliche lieder zu trällern


Damals87 und utkieker haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#51

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 09.12.2012 13:48
von prignitzer | 281 Beiträge

Hallo ,
als ich heute Morgen meinen ersten Schnee-Schipp-Einsatz erledigt hatte, kamen wieder Erinnerungen an Ende April 1970. Nach einem Ausbildungshalbjahr in Blankenburg/Harz, wo wir den Winter ganz schön verflucht haben, kam der Tag der Versetzung auf die GK. In Blankenburg war der Winter erledigt, die ersten Bäume und Sträucher wurden grün und fingen an zu blühen. Auf dem LO ging es ab zur GK, ich zur 4. GK Scharfenstein, am Fuße des Brocken. Ihr könnt Euch nicht vorstellen wie groß die Freude war: auf dem Scharfenstein tiefster Winter! Also vom Frühling zurück in den Winter, ich habe fast geheult. Der Hammer waren dann die ersten Schichten. Wir Flachländer mußten auf die Skier! Keiner hatte Ahnung und wurde auch nicht danach gefragt. Die Grenze mußte geschützt werden, egal wie. Wie ich mich erinnere haben wir mehr gelegen als auf den Dingern gestanden. Zu dieser Zeit war die Grenze in unserem Abschnitt sehr löchrig und jeder erfahrene GV wäre uns mit Sicherheit entschwunden. Aber der Frühling setzte sich dann auch auf dem Scharfenstein schnell durch. Ich kann heute noch nicht verstehen, dass wir so ganz ohne Blessuren über diese Zeit gekommen sind. Im nächsten Winter konnten wir uns dann ja allmählich auf die neue Situation einstellen. So, und in ca. 2 Stunden werde ich wieder die neuen Schneemassen in der Prignitz vom Grundstück räumen...
In diesem Sinne noch einen schönen 2. Advent und herzliche Grüße aus der Prignitz vom
prignitzer


Grenzer von 11/69 bis 04/71 im GR 20 / 4. GK (Scharfenstein)


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#52

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 09.12.2012 20:13
von Ex-Huf (gelöscht)
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Hallo prignitzer,

gern bestätige ich der Forumgemeinde, dass wir heute einen unüblichen schneelastigen 2. Advent in der Prignitz hatten.
In der Hoffnung, dass Du Dich körperlich wieder erholt hast, beste Grüße aus der Prignitz

vom Ex-Huf


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#53

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 05.01.2013 13:37
von GeMi | 556 Beiträge

Hallo,

mal wieder was zum Thema Grenze.
Die rasenden Fahrten auf dem LO waren schon ein Erlebnis. Durch die Teilnahme am Sportfest ´77 war ich 3 Monate später an den Kanten gekommen. Meine Halbjahreskameraden hatten also schon genügend Erfahrung.
Die ersten Fahrten auf dem LO waren für mich wie ein Ritt auf der Kanonenkugel, besonders auf der Fahrt ins Objekt und bei Dunkelheit.
Die erfahrenen Kämpen saßen mit geschlossenen Augen, die Mpi zwischen den Beinen und kerzengrade auf ihren Stammplätzen. Die EK´s ganz vorn an der Planke und die Knollen am Fahrerhaus. In jeder Kurve, je nachdem rechts oder links, presste man sich an die Rückenlehne oder hob mal kurz die Beine. Bei hoprigem Pflaster ist man im Halbschlaf kurz aufgestanden, damit es keinen Schaden am Steißbein gab. Und das alles im rasanten Wechsel. Meist wurde kein Wort gesprochen.
In unserem Abschnitt gab es die "Bongo-Schlucht". Forumsmitglied Coff hat mich darüber aufgeklärt, daß das Ding eigentlich Beendorfer Senke heißt. Diese "Senke" hat mir beim ersten mal schon Angst eingejagt. Man sitzt am Fahrerhaus, guckt nach hinten raus und sieht durch den Staub fast nichts. Plötzlich kippt der Horizont ab und es geht wie beim Stuka-Angriff abwärts. Im Tal wird man zusammengestaucht, kurze Kurve und dann mit Vollgas bergauf. Bei einem bestimmten Punkt musste geschalten werden, sonst gab es Probleme mit dem Rest des Berges. Das war schon beängstigend für einen Neuankömmling. Wochen später war alles Routine. Im Winter war die Bongo-Schlucht öfters gesperrt.

Noch schlimmer waren unsere Kradfahrer - alles Verrückte !!!


Die Menschheit besteht aus einigen wenigen Vorläufern, sehr vielen Mitläufern und einer unübersehbaren Zahl von Nachläufern.

Jean Cocteau
zuletzt bearbeitet 05.01.2013 13:42 | nach oben springen

#54

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 05.01.2013 15:20
von jecki09 | 422 Beiträge

Im Grenzabschnitt der 5. vormals 7. GK in Ifta, gab es auch einen solchen Berg der im Winter oft gesperrt war: "Hakenberg" Da ging es über kurze Serpentinen hoch bzw. runter. Und wir hatten ein steiles V-Tal. (Name ist mir entfallen). Ohne Schwung kam man nur ganz schwer wieder raus.


zuletzt bearbeitet 05.01.2013 15:20 | nach oben springen

#55

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 05.01.2013 18:43
von willie | 615 Beiträge

Zitat von jecki09 im Beitrag #54
Im Grenzabschnitt der 5. vormals 7. GK in Ifta, gab es auch einen solchen Berg der im Winter oft gesperrt war: "Hakenberg" Da ging es über kurze Serpentinen hoch bzw. runter. Und wir hatten ein steiles V-Tal. (Name ist mir entfallen). Ohne Schwung kam man nur ganz schwer wieder raus.


hallo jecki09,
es müßte sich um den Bereich zwischen "Entenberg" und "Hakenberg" gehandelt haben. Möglicherweise war es das "Ölbachtal", was sich jedoch ein wenig weiter in westl. Richtung befindet.
Gruß Willie


...Rechtschreibfehler sind die Special Effects meiner Tastatur!...
jecki09 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.01.2013 20:36 | nach oben springen

#56

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 05.01.2013 19:44
von LO-driver | 750 Beiträge

Im Besonderen sind auch die LO-Weitsprünge bei der Ausfahrt aus dem Schutzstreifen am Tor vom K2 zu nennen. Wenn die Ablösung in der Voraussicht der schnelleren Ablösung schon mal das Tor etwas eher geöffnet hat, sind wir mit dem LO in faßt Höchstgeschwindigkeit über diesen geflogen. Da sind Sätze von einigen Metern geschaft worden.
Die Fahrt zum Fuldaschen Berg mit BT, ist auch nur im Schleichgang für LO und P3 zu erklimmen gewesen.



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#57

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 05.01.2013 19:48
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Zitat von schulzi im Beitrag #50
noch eine kleine anektote oln.sch...e (polit) marschierte mit uns den explatz rauf und runter und übte mit uns für den tag des marschgesang kam der regimenter vorbei und fragte was er mit uns mache ,übe mit den genossen für den tag des marschgesang meinte der regimenter das dies sehr löblich von ihm wär doch er solle die einheit wegtretten lassen den er braucht die jungs an der grenze und nicht um fröhliche lieder zu trällern

Jaja, Grenzdienst, Kommandeure und "Kultur". Das konnte schon eine brisante Mischung sein.
Der Kompaniechef einer GK im GR-3, ein noch recht junger Oberleutnent, sah sich eines Tages einem Zivilisten gegenüber, den der UvD in die Kompanie gelassen hatte. Auf die entgeisterte Frage, was er hier wolle, entgegnete der gute Mann, er sei ein Zauberkünstler und engagiert, in der Kompanie eine Zauber-Show aufzuführen. Prinzipiell war so etwas möglich, da das Regiment solche Veranstaltungen planen und buchen konnte bis zur Kompanieebene. Auf welchem Teil der Informationsstrecke zu der Frage, wer da wann wozu kommt, die Information auch immer hängengeblieben war, der Kompaniechef fühlte sich uninformiert. Er schaute den Mann kurz an und traf eine knappe und präzise Entscheidung: "Hier zaubert nur einer und das bin ich! KOMPANIE - WAFFENWARTEN!" Der Zauberer sah sich übertrumpft und zog von dannen. Die Show musste der Kompaniechef allerdings später aus eigener Tasche bezahlen. (übermittelte Geschichte 1982/83 aus Spahl)

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#58

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 05.01.2013 20:07
von Grete85 | 840 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #57

Jaja, Grenzdienst, Kommandeure und "Kultur". Das konnte schon eine brisante Mischung sein.
Der Kompaniechef einer GK im GR-3, ein noch recht junger Oberleutnent, sah sich eines Tages einem Zivilisten gegenüber, den der UvD in die Kompanie gelassen hatte. Auf die entgeisterte Frage, was er hier wolle, entgegnete der gute Mann, er sei ein Zauberkünstler und engagiert, in der Kompanie eine Zauber-Show aufzuführen. Prinzipiell war so etwas möglich, da das Regiment solche Veranstaltungen planen und buchen konnte bis zur Kompanieebene. Auf welchem Teil der Informationsstrecke zu der Frage, wer da wann wozu kommt, die Information auch immer hängengeblieben war, der Kompaniechef fühlte sich uninformiert. Er schaute den Mann kurz an und traf eine knappe und präzise Entscheidung: "Hier zaubert nur einer und das bin ich! KOMPANIE - WAFFENWARTEN!" Der Zauberer sah sich übertrumpft und zog von dannen. Die Show musste der Kompaniechef allerdings später aus eigener Tasche bezahlen. (übermittelte Geschichte 1982/83 aus Spahl)

ciao Rainman


Hallo Raini,

also diese "Zaubervorstellung" hab ich nicht nicht mitbekommen. Entweder war ich noch nicht da oder auf Streife.

Gruß Grete


--------------------------------------------------
Geschichte ist nichts anderes
als die Unfallchronik der Menschheit.

Chales Talleyrand,französicher
Staatsmann (1754-1838)
--------------------------------------------------
Gedient von Frühjahr 1982 bis Frühjahr 1985 beim
VEB Landesverteidigung, Betriebsteil Grenzsicherung Rhön
zuletzt bearbeitet 05.01.2013 20:09 | nach oben springen

#59

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 05.01.2013 20:18
von Jawa 350 | 676 Beiträge

Zitat von LO-driver im Beitrag #56
Im Besonderen sind auch die LO-Weitsprünge bei der Ausfahrt aus dem Schutzstreifen am Tor vom K2 zu nennen. Wenn die Ablösung in der Voraussicht der schnelleren Ablösung schon mal das Tor etwas eher geöffnet hat, sind wir mit dem LO in faßt Höchstgeschwindigkeit über diesen geflogen. Da sind Sätze von einigen Metern geschaft worden.
Die Fahrt zum Fuldaschen Berg mit BT, ist auch nur im Schleichgang für LO und P3 zu erklimmen gewesen.


Solange es nicht so wie im unteren Bild ausgeht !

Angefügte Bilder:
236S.jpg

MfG
Jawa350
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#60

RE: Geschichten vom Grenzdienst!!!!!!!!!!!!!!!

in Grenztruppen der DDR 05.01.2013 20:41
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Ohhhh ja...was LO betrifft...fahren raus zum GD in unseren Abschnitt und dann ging es im Waldabschnitt talwärts....es war im Winter 79/80 .
.....bekommen durch das Gefälle ordentlich Fahrt....unterhielt mich als Fv mit dem Fahrer...dann gab es ein seltsames Geräusch.
Wir schauen uns kurz an ..auf einmal sehe ich fahrerseitig..wie wir von einem Lkw-rad überholt werden....natürlich war da nicht so ein Betrieb , wie auf der Autobahn,also konnte es nur von uns sein.Nach einem verdutzten Grinsen, das Fahrzeug abgebremst und das Rad eingefangen und wieder angebaut....


xxx
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