#61

RE: Der Medizinische Dienst in den GT

in Grenztruppen der DDR 30.08.2011 21:30
von Huf (gelöscht)
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So, nun hatten wir eine kleine schöpferische Pause, weil es eine große Familienfeier gab.

In meinem nächsten Beitrag möchte ich Erinnerungen beschreiben, wie ein Offizier des Med. Dienstes vor dem gesamten GAR zum Soldaten degradiert wurde. Es war echt erniedrigend.

Also morgen geht es hier weiter!

VG Huf


zuletzt bearbeitet 30.08.2011 21:40 | nach oben springen

#62

RE: Der Medizinische Dienst in den GT

in Grenztruppen der DDR 30.08.2011 21:38
von EK87II | 109 Beiträge

@Stabsfähnrich
Das kann ich bestätigen. Hatte ja hier im Thread weiter oben schon über meine ,,medizinischen Erlebnisse" berichtet. Bei meiner OP in Neustadt- Glewe lag ich schon schön benebelt im Vorbereitungsraum des OP's , als man schlagartig alle Tätigkeiten an mir einstellte und mich zurück auf die Station brachte. Wie ich später erfuhr, hatte es in der Nähe von Schwerin einen schweren zivilen Verkehrsunfall gegeben.
Es wurden also auch Notfälle aus dem Zivilbereich übernommen. Ich war dann einfach am nächsten Tag dran. Es war auch von allen Seiten zu hören, dass hier richtige Kapazitäten am werkeln sind.


Gruß
EK87II
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#63

RE: Der Medizinische Dienst in den GT

in Grenztruppen der DDR 31.08.2011 01:21
von Harsberg | 3.247 Beiträge

Zitat von Huf
So, nun hatten wir eine kleine schöpferische Pause, weil es eine große Familienfeier gab.

In meinem nächsten Beitrag möchte ich Erinnerungen beschreiben, wie ein Offizier des Med. Dienstes vor dem gesamten GAR zum Soldaten degradiert wurde. Es war echt erniedrigend.

Also morgen geht es hier weiter!

VG Huf



Das würde mich aber auch echt interessieren, Uffz. bis Fw, vor versammelter Mannschaft (Regiment) zu degradieren war eigentlich üblich aber höhere DG wurden nur vor dem versammelten Uffz.- und Offz.-Korps degradiert.


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#64

RE: Der Medizinische Dienst in den GT

in Grenztruppen der DDR 31.08.2011 17:43
von Huf (gelöscht)
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Der Rausschmiss

Es gab wirklich die folgende Begenheit. Ein lang gedienter Hauptmann des Med.-Punktes hatte beim Bau seines Hauses sich nicht legaler Dinge bedient. Er hatte zwar nicht geklaut, trotzdem sind ihm Machenschaften kriminellen Inhaltes nachgewiesen worden.
Es gab eine Gerichtsverhandlung vor dem Militärgericht in Stendal, an der einige AGT des Med.-Punktes, so auch ich, als Zeugen befohlen waren.
An die Strafe im Einzelnen kann ich mich nicht mehr erinnern.

Jedenfalls erfolgte wenige Tage danach folgendes: Zunächst wurden die SED-Genossen des Regimentes zu einer Sonder-Parteiversammlung zusammengetrommelt. Den Ablauf kenne ich nicht, da ich nicht dazu gehörte. Der Gen. Hptm. wurde aus der SED ausgeschlossen.
Nachmittags gab es einen Regimentsappell bei dem der Gen. Hauptmann vortreten musste und seine Degradierung zum Soldaten und die Entlassung in Unehren aus den GT bekannt gegeben wurde. Dem Hptm. wurden die Schulterstücke abgeschnitten.

Danach musste er zur BA-Kammer, um sich eine Soldaten-Uniform anzuziehen. Mit dieser Uniform musste er die Stationen seines Laufzettels ablatschen.
Noch vor Dienstschluss 17:00 Uhr hatte er das Objekt ohne Abschied verlassen.

In besagtem Haus wohnt er noch heute.

VG Huf


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#65

RE: Der Medizinische Dienst in den GT

in Grenztruppen der DDR 31.08.2011 18:29
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Gott sei dank hat es keinen SED Genossen erwischt !
Die Reihenfolge der Degradierund finde ich genial

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#66

RE: Der Medizinische Dienst in den GT

in Grenztruppen der DDR 31.08.2011 18:41
von Pitti53 | 8.788 Beiträge

Zitat von Oss`n
Gott sei dank hat es keinen SED Genossen erwischt !
Die Reihenfolge der Degradierund finde ich genial

Oss`n



Eben eben .Das war so üblich


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#67

RE: Der Medizinische Dienst in den GT

in Grenztruppen der DDR 31.08.2011 18:43
von Huf (gelöscht)
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hallo Oss´n.
Natürlich war die Reihenfolge der Ereignisse gemäß einem Drehbuch gleich, weil, wie Du schon anmerkst, natürlich niemals ein Parteigenosse als Offz. zum Soldaten degradiert und in Unehren entlassen werden konnte.
Übrigens ist mir nicht bekannt, dass jemand im Regiment danach über die betroffene Person irgendwie gelästert hätte.
Man hat einfach ein jegliches Gespräch über ihn vermieden.

VG Huf


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#68

RE: Der Medizinische Dienst in den GT

in Grenztruppen der DDR 31.08.2011 18:50
von Pit 59 | 10.138 Beiträge

Interessant wäre der weitere Lebensweg des Genossen Soldaten.Ein Stabiles Haus hat er ja gebaut.Vieleicht war er auch gar nicht so Böse über den Rauswurf aus der SED.


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#69

RE: Der Medizinische Dienst in den GT

in Grenztruppen der DDR 31.08.2011 18:52
von 94 | 10.792 Beiträge

Zum Glück war's ja auch nur ein Sanitätsdienstgrad und kein Offizier *duck_und_wegrenn*
Hatte er denn wenigstens den Äskulapstab noch auf die Soldatenschulterstücke draufgeknipst?



P.S. hab gerad den 'alten' Thread Militärjustitz gefunden
Dazu stellt sich mir jetzt die Frage, hatten auch die Sani-Uffze diesen Zierrat auf den Achseln? Und gabs die auch in grau für die FDU?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 31.08.2011 19:15 | nach oben springen

#70

RE: Der Medizinische Dienst in den GT

in Grenztruppen der DDR 31.08.2011 18:54
von Huf (gelöscht)
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Zitat von Pit 59
Interessant wäre der weitere Lebensweg des Genossen Soldaten.Ein Stabiles Haus hat er ja gebaut.Vieleicht war er auch gar nicht so Böse über den Rauswurf aus der SED.



Hallo Pit,

diese Frage habe ich erwartet.
Der Geschasste wurde im Zuge der Wende erfolgreicher Unternehmer im LK. Noch heute ist sein Betrieb agil.
Aus Gründen des Schutzes von Persönlichkeitsrechten habe ich hier keinerlei nähere Angaben zum weiteren Verlauf gemacht.

Es wird einen Beitrag von mir geben, in dem ich schildere, wie und unter welchen Umständen ich so manchen Kämpfer von damals wiedergetroffen habe.

VG Huf


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#71

RE: Der Medizinische Dienst in den GT

in Grenztruppen der DDR 31.08.2011 18:54
von Pitti53 | 8.788 Beiträge

Zitat von Pit 59
Interessant wäre der weitere Lebensweg des Genossen Soldaten.Ein Stabiles Haus hat er ja gebaut.Vieleicht war er auch gar nicht so Böse über den Rauswurf aus der SED.



Kannste von ausgehen,daß er nicht arbeitslos wurde...bei dem Vorleben fand sich schon was...sicher im medizinischem Bereich


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#72

RE: Der Medizinische Dienst in den GT

in Grenztruppen der DDR 31.08.2011 18:59
von Huf (gelöscht)
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Zitat von Pitti53

Zitat von Pit 59
Interessant wäre der weitere Lebensweg des Genossen Soldaten.Ein Stabiles Haus hat er ja gebaut.Vieleicht war er auch gar nicht so Böse über den Rauswurf aus der SED.



Kannste von ausgehen,daß er nicht arbeitslos wurde...bei dem Vorleben fand sich schon was...sicher im medizinischem Bereich




@Pitti:

VG Huf


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#73

RE: Der Medizinische Dienst in den GT

in Grenztruppen der DDR 31.08.2011 19:00
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Zitat von Huf
hallo Oss´n.
Natürlich war die Reihenfolge der Ereignisse gemäß einem Drehbuch gleich, weil, wie Du schon anmerkst, natürlich niemals ein Parteigenosse als Offz. zum Soldaten degradiert und in Unehren entlassen werden konnte.
Übrigens ist mir nicht bekannt, dass jemand im Regiment danach über die betroffene Person irgendwie gelästert hätte.
Man hat einfach ein jegliches Gespräch über ihn vermieden.

VG Huf




Ein abschreckendes Beispiel mit entsprechender Wirkung.
Obwohl ich nicht glaube, das es die Genossen nicht "überzeugte" nun .........................wissen wir ja.
Aber man mußte halt vorsichtiger sein.

Ist immer und überall so !
Heute, wie damals , wie in Zukunft !

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
zuletzt bearbeitet 31.08.2011 19:01 | nach oben springen

#74

RE: Der Medizinische Dienst in den GT

in Grenztruppen der DDR 31.08.2011 20:38
von Huf (gelöscht)
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Zivilangestellte im Med.-Punkt

Dadurch, dass im Med.-Punkt auch zivilangestellte Damen als Krankenschwestern tätig waren, erschien unsere Dienstzeit auch erträglicher!

Bei uns gab es eine "Zahnschwester" die wir "Muttchen" rufen durften, eine etwas ältere, aber lebensnahe Frau, die ihrem Rufnamen sehr häufig gerecht wurde. Leider ist sie nach meiner Zeit recht früh verstorben, was mir selbst die Erinnerung an sie immer wieder als herzerwärmend hochkommen läßt.
Zwei Schwestern waren Ehefrauen von hohen Stabsoffizieren. Ihre Ehemänner waren aber nicht in "konkurrierenden" Bereichen tätig, so dass es demzufolge auch nie einen Zickenkrieg gegeben hat. Beide Ehemänner, hatten stets im Bedarfsfall Asyl bei uns, um mal einen Kaffee zwischendurch mit einer in Ruhe gepusteten Duett zu genießen. Dabei kam es schon mal mit beiden zu erleichternden Gesprächen, im letzten DHJ haben wir uns respektvoll geduzt.
Eine Schwester war mit einem nicht zivilangestellten, jedoch NSW-bestätigtem LKW-Fahrer verheiratet, und eine war rothaarig, geschieden mit Kind und stockhäßlich.

Um allen Fragen nach etwaigen Zudringlichkeiten vorzubeugen, sexuell motivierte Übergriffe seitens der AGT gab es zu meiner Zeit und berichtsmäßig zuvor auch nicht. Die Geschichten, wir beglücken mal Rosi, sind also eine althergebrachte Mär.

Trotzdem oder gerade deshalb denke ich gern an jene Zeit des kameradschaftlichen Umganges mit jenen Frauen zurück, die uns "Jungspunden" so manches Mal den Marsch wegen vergangener Saufgelage geblasen haben.

VG Huf


zuletzt bearbeitet 31.08.2011 20:39 | nach oben springen

#75

RE: Der Medizinische Dienst in den GT

in Grenztruppen der DDR 31.08.2011 21:38
von frb-vd (gelöscht)
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Zitat von Huf
Zivilangestellte im Med.-Punkt
Trotzdem oder gerade deshalb denke ich gern an jene Zeit des kameradschaftlichen Umganges mit jenen Frauen zurück, die uns "Jungspunden" so manches Mal den Marsch wegen vergangener Saufgelage geblasen haben.
VG Huf



...und anschließend den Mocca zum „Aufrüsten“ gebrüht haben, stimmt's?


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#76

RE: Der Medizinische Dienst in den GT

in Grenztruppen der DDR 01.09.2011 07:24
von Huf (gelöscht)
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...genau, frb-vd


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#77

RE: Der Medizinische Dienst in den GT

in Grenztruppen der DDR 08.09.2011 21:13
von Huf (gelöscht)
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Und man trifft sich immer zweimal im Leben

Die Jahre sind sehr schnell vergangen, das kennt Ihr ja sicher auch. Dann kam die Wende und für fast alle von uns hat sich das Leben neu sortiert.

Durch günstige Umstände kehrten meine Frau und ich in unsere Heimatstadt nach dem Studium zurück und hier erlebten wir die Wende 1989, personifiziert durch Menschen, deren Aktivitäten wir zu DDR-Zeiten noch gut im Gedächtnis hatten, das soll eine nicht unbedingt negative Wertung sein.

Eines Tages begenete ich dem zuvor beschriebenen degradierten Hauptmann, der mich zwar erkannte, dann aber flugs das Weite suchte. Ich habe ihn bis heute nicht wieder gesehen.
Unser Regimentsarzt, den ich immer sehr verehrt hatte, soll nach unsicheren Angaben Dritter als Hausarzt im Bereich Havelberg-Sandau tätig gewesen sein und Anfang der 90er Jahre frühzeitig an den Folgen seiner Alkoholsucht durch einen tragischen VKU umgekommen sein.
Der KC der 5. AbK begegnete mir einmal als Leiter eines Pflegeheimes in Bad Wilsnack, er konnte sich zwar nicht an mich erinnern, aber das war immer ein netter Mann!
Der Polit der Stabskompanie zu meiner Zeit war einmal als schwerkranker Mann in unserem Krankenhaus. Er hatte ernste Komplikationen seines Diabetes mellitus.
Und mein Kamerad R.P. arbeitet noch heute sehr erfolgreich in einem Pflegeheim in Bad Wilsnack, gelegentlich treffen wir uns, wenn ich im Bereitschaftsdienst dorthin gerufen werde.

Ein Kamerad ist ein etablierter Hautarzt an der ostdeutschen Ostseeküste geworden, wir hatten über das Internet Kontakt.
Ein anderer arbeitet erfolgreich als Zahnarzt in Sachsen, wir sind uns in diesem Forum begegnet!

Und immer spult sich die Vergangenheit wie ein Film vor mir ab, damals war´s...

VG Huf


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#78

RE: Der Medizinische Dienst in den GT

in Grenztruppen der DDR 11.09.2011 09:42
von nimmnix | 196 Beiträge

Heute ist mir mein altes Gesundheitsbuch in die Hände gefallen .
Dies wurde angelegt bei der Musterungsuntersuchung und begleitete mich durch meine gesammte Wehrdienstzeit .
Dort wurde alles akriebisch festgehalten ,also Musterungsuntersuchung dann die Einberufungsüberprüfung ,dazwischen dann ein medizienisches Nachweißblatt wo bei mir die Diagnose einer Reibeblase festgestellt wurde mit Datum und welche Verordneten Hilfsmittel Dokumentiert wurden .Dann kahm ca. 6 Wochen vor dem Heimgang die Entlassungsuntersuchung durch das Landambulatorium in Treffurt und dann nochmal im Nov.85 eine Einberufungsuntersuchung veranlasst durch das zuständige Wehrkreiskommando .

Angefügte Bilder:
zuletzt bearbeitet 11.09.2011 09:45 | nach oben springen

#79

RE: Der Medizinische Dienst in den GT

in Grenztruppen der DDR 11.09.2011 10:13
von Harsberg | 3.247 Beiträge

Das hat sich bei mir auch an gefunden, aber viel steht da nicht drin

Angefügte Bilder:
Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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