#1

Gedenktag Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 12:31
von ahlbecker (gelöscht)
avatar

Mauerbau vor 50 Jahren

Berlin gedenkt der Opfer (wir hier in diesem Forum doch sicher auch)
"Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen." Dass diese Aussage von SED-Chef Ulbricht eine dreiste Lüge war, mussten die Menschen in Berlin am Morgen des 13. August 1961 schmerzhaft erfahren.

Ich denke auch ab und an diese Zeit und suche nach einer Lösung wie man das hätte anders machen können. Einen Zaun hätte man ja noch akzeptieren können, aber auf Flüchtene zu schießen das kann ich auch heut noch nicht verstehen.


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#2

RE: Gedenktag Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 13:53
von mic44 | 183 Beiträge

Gysi nennt Mauerbau "zutiefst inhuman"

Berliner Mauer im Jahr 1976Linksfraktionschef grenzt sich von Parteichefin ab
Linksfraktionschef Gregor Gysi hat den Mauerbau als "zutiefst inhuman" bezeichnet und sich damit auch von umstrittenen Äußerungen von Parteichefin Gesine Lötzsch abgegrenzt. "Wenn ich eine gerechtere Gesellschaft aufbaue, kann ich es nie dadurch machen, dass ich die eigenen Leute einsperre und auf sie schieße, wenn sie gehen wollen. Das geht einfach nicht, das ist zutiefst inhuman", sagte Gysi laut einem Bericht des Berliner "Tagesspiegel" bei einer Veranstaltung der Zeitung.

Er könne erklären, wie es zur Mauer gekommen sei, sagte Gysi weiter. Es sei aber etwas ganz anderes, "das zu erklären, als es zu bewerten." Als demokratischer Sozialist könne er bei der Bewertung "nur klipp und klar Nein sagen, auch wenn ich historisch erklären kann, wie es dazu gekommen ist." Für ihn gebe es deshalb nur eine Verurteilung einer solchen Maßnahme.

Linken-Chefin Lötzsch hatte den Mauerbau als logische Folge des Zweiten Weltkriegs bezeichnet. Dies war auf heftige Kritik gestoßen. Lötzsch und der Ko-Vorsitzende Klaus Ernst rückten am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung ein Stück weit von der umstrittenen Formulierung ab. "Die Teilung Deutschlands war ein Ergebnis des Zweiten Weltkriegs", heißt es darin. Zugleich bezeichneten die Parteichefs den Mauerbau als "nicht akzeptables Unrecht".

Vor dem Landesparteitag der Linkspartei in Mecklenburg-Vorpommern forderte der Spitzenkandidat Helmut Holter seine Partei zur klaren Distanzierung vom Mauerbau auf. "Wir brauchen eine klare, unmissverständliche Aussage: Die Mauer war Unrecht", sagte der Fraktionschef der Linken im Schweriner Landtag dem "Hamburger Abendblatt".

Der CDU-Landeschef und Innenminister, Lorenz Caffier, kritisierte den Streit in der Linkspartei über den Mauerbau scharf: "Die aktuelle Debatte zur Rechtfertigung des Baus der Mauer macht mich sprachlos", sagte Caffier dem "Hamburger Abendblatt". Auch mit ihrer Kommunismus-Debatte schieße sich die Linke selbst ins Aus. Die Linke sei mit ihrem Programm und ihren Debatten für die Zukunft des Landes nicht hilfreich. Das wisse auch die SPD, sagte Caffier.

Erstellt: 13. Aug 2011 13:15
Berlin (AFP) © 2011 AFP


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#3

RE: Gedenktag Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 15:47
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Hallo ahlbecker,

mit dem Wissen von heute lässt sich die Frage nach einer Alternative leicht stellen. Doch darüber nachzudenken, was wäre wenn, ist müßig.

Bei ähnlichen Gedankengängen fiel mir ein geflügeltes Wort ein: "Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient." Irgendjemand hat es mal umgedreht: "Auch die Regierenden haben das Volk, das sie verdienen. Denn in stabilen Staatswesen haben sie sich durch ihr Handeln ihre Bürger zu dem erzogen, was und wie sie sind."

Seit ihrer Gründung hat der Staat DDR es nicht geschafft durch "Erziehung" eine Stabilität herbeizuführen, denn die Wirklichkeit sah anders aus.Durch den Bau der Mauer haben sie ihrer Meinung nach eine Stabilität und damit Fakten geschaffen. Und erinnern wir uns. Kaum einer konnte der Propaganda entfliehen. Vom Kind in Kindergarten, das den Kampfgruppen und der NVA Bilder malte, über die obligatorische wöchentliche Politinformation in der Schule bis hin zu diversen regeläßigen Veranstaltungen in der Ausbildung und im Beruf. Die Urangst der Menschen, nicht dazu zu gehören kann man keinem vorwerfen.

Es gab wenige, die in ihrer Haltung zu dem Unrecht, was geschah, konsequent blieben. Meistens nicht ohne Folgen.

Wie schwierig es war sich zu entziehen, habe ich mal bei einer Volkskammerwahl erlebt. Mein Mann und ich haben beschlossen nicht wählen zu gehen. das war das mindeste, was man tun konnte. Am Wahltag klingelte es gegen 16 Uhr an der Haustür. Der Wahlleiter stand mit der fliegenden Wahlurne vor der Tür und grinste hämisch. Was tun? Neben uns standen unsere Kinder und verstanden die Welt nicht mehr. Und wir haben gefaltet. Ich habe mich noch tageland elend gefühlt. Bei der nächsten Wahl sind wir mit den Kindern in den Tierpark gefahren und sind erst zur Sandmännchenzeit zurückgekommen.

LG von der grenzgaengerin


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#4

RE: Gedenktag Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 16:10
von Perle | 106 Beiträge

Hallo Grenzgaengerin,
Hut ab vor Dir bei der Wahl der Volkskammer nicht gewählt zu haben. Hoffentlich hast du dadurch keine Nachteile gehabt.Die letzte Wahl in der DDR war ja im Mai 89´ wenn mich nicht alles täuscht.Ich selbst habe mir das nicht getraut nicht wählen zu gehen . (hatte Angst vor Unannehmlichkeiten )

Gruß Perle


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#5

RE: Gedenktag Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 16:16
von Pit 59 | 10.132 Beiträge

Eine Wahl war das ja nicht,das war eine Zettelabgabe.Das habe ich immer Vorbildlich erledigt,brauchte ja auch jedes Jahr ein Visa für Ungarn,um den Urlaub mit Westverwandten zu Verbringen.Hat immer prima geklappt,naja an so einen Vorbildlichen Staatsbürger gab es eben nichts zu meckern.


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#6

RE: Gedenktag Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 16:18
von exgakl | 7.227 Beiträge

ich denke wir sollten diesen Thread hier wirklich dazu nutzen, für das er m.E. auch gedacht war.... den Opfern der Grenze zu gedenken.... allen! Was ich damit auch tue....

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#7

RE: Gedenktag Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 16:22
von ahlbecker (gelöscht)
avatar

Zitat von exgakl
ich denke wir sollten diesen Thread hier wirklich dazu nutzen, für das er m.E. auch gedacht war.... den Opfern der Grenze zu gedenken.... allen! Was ich damit auch tue....

VG exgakl




Danke exakl
ich weiß auch nicht warum man immer die eingangsfrage vergisst


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#8

RE: Gedenktag Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 16:26
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Ich denke seit Tagen an nichts anderes. Und bei einer Schweigemnute sind die Gedanken frei. Und meine ich frage mich dabei immer wieder, warum es diese Opfer gegeben hat.

Ich kann es mir einfach machen und sagen: Bei den Grenztruppen waren die skrupellosesten und menschenverachtensten Soldaten der NVA versammelt.

Das es nicht so war, beweist dieses Forum. Also andersrum: Warum wurde geschossen??? Diese Frage treibt die Angehörigen der Opfer bis heute um!

LG von der grenzgaengerin


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#9

RE: Gedenktag Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 16:42
von uffz_nachrichten | 475 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin
...........
Ich kann es mir einfach machen und sagen: Bei den Grenztruppen waren die skrupellosesten und menschenverachtensten Soldaten der NVA versammelt.

Das es nicht so war, beweist dieses Forum. Also andersrum: Warum wurde geschossen??? Diese Frage treibt die Angehörigen der Opfer bis heute um!

LG von der grenzgaengerin



Was möchtest du denn als Antwort auf deine Frage hören?



nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#10

RE: Gedenktag Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 17:04
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Wenn ich das wüsste, würde ich die Frage nicht stellen. Es überstieg schon damals mein Vorstellungsvermögen.

LG von der grenzgaengerin


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#11

RE: Gedenktag Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 17:05
von Perle | 106 Beiträge

Hallo Grenzgaengerin,
zum Glück kam ich nicht in die Situation ,Grenzverletzter festzunehmen bzw. zu erschießen.Ich war selbst an dieser unseeligen Grenze als Unteroffizier .Ich habe auch selbst an der Grenze viel dazu beigetragen den Grenzdienst soviel wie möglich desinteressiert zu versehen.Wurde deshalb auch öffters seitens meiner Vorgesetzten bestraft.Das sollte jetzt keine Endschuldigung sein.Schuld daran ist einzig und allein das damalige SED - Regime und ihr,, großer Waffenbruder``.Ich denke mal ich spreche im Namen aller ,das es mir (uns)um den vielen Mauertoten leid tut.Es gab kein menschenunwürdigeres Bauwerk, als die Grenze.Der 13. August darf nicht vergessen werden.

Gruß Perle


zuletzt bearbeitet 13.08.2011 17:08 | nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#12

RE: Gedenktag Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 17:22
von ahlbecker (gelöscht)
avatar

Zitat von Perle
Hallo Grenzgaengerin,
zum Glück kam ich nicht in die Situation ,Grenzverletzter festzunehmen bzw. zu erschießen.Ich war selbst an dieser unseeligen Grenze als Unteroffizier .Ich habe auch selbst an der Grenze viel dazu beigetragen den Grenzdienst soviel wie möglich desinteressiert zu versehen.Wurde deshalb auch öffters seitens meiner Vorgesetzten bestraft.Das sollte jetzt keine Endschuldigung sein.Schuld daran ist einzig und allein das damalige SED - Regime und ihr,, großer Waffenbruder``.Ich denke mal ich spreche im Namen aller ,das es mir (uns)um den vielen Mauertoten leid tut.Es gab kein menschenunwürdigeres Bauwerk, als die Grenze.Der 13. August darf nicht vergessen werden.

Gruß Perle


danke Perle, es müssten das nur viel mehr unterschreiben und nicht versuch die Mauer zu rechtfertigen


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#13

RE: Gedenktag Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 17:23
von uffz_nachrichten | 475 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin
Wenn ich das wüsste, würde ich die Frage nicht stellen. Es überstieg schon damals mein Vorstellungsvermögen.

LG von der grenzgaengerin



Also bist du Angehörige eines Opfers, sorry, das wußte ich nicht. Mein Beileid.
Warum geschossen wurde? Wird dir wohl niemand schlüssig in 2 Sätzen erklären können.
Ich persönlich kam nie in die Bredouille schießen zu "müssen". Was ich gemacht hätte - keine Ahnung.
Vielleicht hätte ich drüber geschossen, vielleicht perfekt gezielt, vielleicht wäre mir die Knarre vor Aufregung auch nur in den Dreck gefallen, ich weiß es nicht. Im Nachhinein bin ich froh drüber nicht vor eine derartige Entscheidung gestellt worden zu sein.
Und andere Grenzer? Ich kann mich auch nur an einen "Mitgrenzer" erinnern, welcher einen Schußwechsel! mitgemacht hat zu meiner Wehrzeit. Und ich habe selten einen so "alten" jungen Mann gesehen.



nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#14

RE: Gedenktag Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 17:28
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Hallo perle,

ich zweifel nicht an der Aufrichtigkeit Deines Beitrages.

So schwer es jedem einzelnen fällt, war nicht nur die Mauer Unrecht, sondern auch der Staat in dem wir lebten. Vor 20 Jahren hätte ich größte Schwierigkeiten gehabt, zu schreiben, dass ich in einem Unrechtstaat lebte.

Die Frage mal anders gestellt. Unabhängig von den "Kadergesprächen" bevor man den Dienst an der Grenze antrat: Gab es eine grundsätzliche Bereitschaft im Fall der Fälle von der Schußwaffe gebrauch zu machen? Oder hat man das verdrängt?

LG von der grenzgaengerin


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#15

RE: Gedenktag Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 17:35
von uffz_nachrichten | 475 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin
......
So schwer es jedem einzelnen fällt, war nicht nur die Mauer Unrecht, sondern auch der Staat in dem wir lebten. Vor 20 Jahren hätte ich größte Schwierigkeiten gehabt, zu schreiben, dass ich in einem Unrechtstaat lebte......

LG von der grenzgaengerin



Ich persönlich hab damit auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung noch ein Problem.
Der Begriff "Unrechtstaat" impliziert bei mir nämlich immer, daß jedem Bewohner darin Unrecht zugefügt wurde.
Darf ich sagen ( auf Grund fehlender persönlicher "Unrechtserfahrung" ) daß ich in einem Staat gelebt habe, in dem einem gewissen Anteil der Bevölkerung von ihrer Warte aus gesehen Unrecht geschehen ist?



nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#16

RE: Gedenktag Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 17:56
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Mir ist das in den letzten Tagen bewusst geworden. Insbesondere nach dem Lesen hier im Forum.

Wir sind uns einig, dass die Mauer Unrecht war. Die Mauer war das Ergebnis des Staates und dessen Gesetzen. Also waren auch die Unrecht.

Und unter diesem Unrecht litten nicht nur die Opfer, sondern zum Teil auch die Ausführenden an den Grenzanlagen. Und war es nicht Unrecht, dass sich junge Männer in der DDR den Studienplatz durch einen 3-jährigen Ehrendienst erkämpfen mussten? Oder der "Schießbefehl"? Das sind nur 2 Beispiele für Unrecht, von dem Grenzsoldaten betroffen waren.

Über Unrecht in anderen gesellschaftlichen Bereichen würde hier zu weit führen.

LG von der grenzgaengerin


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#17

RE: Gedenktag Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 18:26
von uffz_nachrichten | 475 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin
Mir ist das in den letzten Tagen bewusst geworden. Insbesondere nach dem Lesen hier im Forum.

Wir sind uns einig, dass die Mauer Unrecht war. Die Mauer war das Ergebnis des Staates und dessen Gesetzen. Also waren auch die Unrecht.

Und unter diesem Unrecht litten nicht nur die Opfer, sondern zum Teil auch die Ausführenden an den Grenzanlagen. Und war es nicht Unrecht, dass sich junge Männer in der DDR den Studienplatz durch einen 3-jährigen Ehrendienst erkämpfen mussten? Oder der "Schießbefehl"? Das sind nur 2 Beispiele für Unrecht, von dem Grenzsoldaten betroffen waren.

Über Unrecht in anderen gesellschaftlichen Bereichen würde hier zu weit führen.

LG von der grenzgaengerin



Hmm, wenn das deine Definition von Unrecht ist, dann magst du für dich gesehen Recht haben.
Ich für meinen Teil fand es eigentlich damals nur schlicht nervig, daß ich für einen schnelleren besseren Zugang zu einem Studienplatz 3 Jahre "dienen" mußte.
Daß man bei den "Soldaten" immer drauf gefaßt sein muß die "Gegner" des Landes, für das man Soldat ist, beschießen zu müssen steht außer Frage. Und daß die meisten "Soldaten" keinen gesteigerten Wert auf die Schießerei gelegt hatten/haben wohl auch.
Aber Unrecht? Unrecht ist eigentlich doch immer davon abhängig, welche Maßstäbe man anlegt, welche gesetzlichen Gegebenheiten man zu Grunde legt. Oder? Genau wie Recht. Wenn im einen Land laut Gesetz der Besitz von Drogen für den privaten Gebrauch legal ist und man in einem anderen dafür 5 Jahre Karzer bekommt, was ist dann Recht?
Ich weiß das Vergleiche hinken, ein bessrer fiel mir grade nicht ein. Vielleicht verdeutlicht er aber das, was ich ausdrücken möchte.
Für mich stehen Unrecht und Ungerechtigkeit eher in Zusammenhang. Ungerecht behandelt gefühlt hab ich mich damals in der DDR einige Male. Genau wie heutzutage im wiedervereinten Germany.
Aber deshalb gleich das große Ganze als Unrecht abtun, nein, da geh ich nicht mit dir konform.
Ob ich allerdings mit dem Wissen von heute nochmal irgendwelche Sachen unterschriebe um im Leben weiter zu kommen, ich weiß nicht. Mit 18 in die CDU* um bessre Aussichten auf nen Studienplatz zu haben, nee laß mal?
* auch durch andere "Parteibücher" ersetzbar, je nach Studienvorhaben.

Gedenktag Mauerbau? So heißt´s in der Überschrift.
Und ich sag mal: Nee
Gedenken an die Opfer, welche die Teilung Deutschlands nach 1945 forderte: ja.
Jedem einzelnen.



nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#18

RE: Gedenktag Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 18:42
von Commander | 1.055 Beiträge

13.8.,Man sollte Heute Aller derer gedenken,die durch diese unselige Grenze zu Tode gekommen sind!
Über den Schußwaffengebrauch wurde schon genug debattiert,nur so viel noch,wer nimmt einen im zarten Alter von 20 Jahren die Entscheidung ab,das Ding zu gebrauchen o.nicht?Mit der Lebenserfahrung von Heute sieht Vieles ganz anders aus.

Schönes WE noch,Gruß C.



nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#19

RE: Gedenktag Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 19:20
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von uffz_nachrichten
[quote="grenzgaengerin"]
Gedenktag Mauerbau? So heißt´s in der Überschrift.
Und ich sag mal: Nee
Gedenken an die Opfer, welche die Teilung Deutschlands nach 1945 forderte: ja.
Jedem einzelnen.





Danke Uffz.
Wie immer, es wird sich im Kreise gedreht, wenn es um diese Systemgrenze geht.
Bei aller Liebe, bei allem Erkennen was Unrecht war oder nicht, langsam sollten wir uns loesen von dieser einseitigen Auffassung der Geschichte des geteilten Deutschlands.
Diese Grenze 'entstand' nicht erst 1961. Das geteilte Deutschland stand mit genauen Zonen fuer die USA bereits vor Einmarsch der Sowjettruppen in Leipzig fest, die US Armee zog sich von dort ohne zu Murren zurueck. Waere es nach General Patton gegangen, waere er weiter bis ueber Polen mit seinen Panzern geprescht. Die Politiker wollten es ganz anders, business as usual stand an, big business. Deutschland war das Stueck Kuchen.
Das Hauptleitthema dieses Forums heisst: Wer die Vergangenheit nicht versteht, wird die Zukunft nicht verstehen.
Bei meinen ganz jungen Schuelern hier kann ich verstehen, dass sie nicht mit der deutschen Geschichte vertraut sind, die Teens zeigen grosses Interesse, mal etwas anders als vom US Buergerkrieg zu hoeren, die aelteren Semester however haben bis heute in grosser Prozentzahl keine Ahnung. Erst gestern musste ich mit Landkarten der BRD und der DDR den Status des geteilten Berlins erklaeren, das Transitwesen etc. und das gegenueber Soldaten, die damals Jahre in Berlin dienten. So hadern wir nicht nur hier mit der geschichtlichen Aufarbeitung, sondern mit Sicherheit auch in Deutschland. Eine junge Potsdamerin, die hier lebt, 24 Jahre alt, sagte mir vor wenigen Tagen 'sie haette absolut keine Ahnung' wie es war in Deutschland damals'. Ich kann nur hoffen in diesem Zusammenhang, dass der Geschichtsunterricht nicht wie hier abgetan wird. In diesem Forum brauche ich nur zu lesen, dann weiss ich ebenfalls was Geschichte Wert ist, bzw. welche 'Geschichte' angebracht erscheint. Sicherlich ist diese Geschichtsdarstellung eine zweiseitige Angelegenheit, die sich, wie gesagt im Kreise dreht oftmals. Streiten sich die Deutschen gerne, sieht so aus. Ohne hier auf naeheres einzugehen, ich habe mich hier schon ausreichend geaeussert, hier geht es um den 13. August 1961.
Auch im Falle, dass ich mich wiederhole: seit 1945 stand diese Grenze fest. Diese unsichtbare, aber eindeutig verlaufende Grenze war eine Systemgrenze, welche die grossen Militaerbloecke der Nato und der Warschauerpaktstaaten voneinander trennte, eine Systemgrenze in Deutschland! die eine militaerische Aufruestung mit sich brachte, die in der Geschichte seinesgleichen sucht heute noch. Das deutsche Volk hatte das Nachsehen, in Berlin, wie alle Deutschen wissen sollten, aber auch im Rahmen einer Grenze, die das Volk trennte in BRD und DDR. Ich hoere das Wort muessig, wenn, waere usw. Und ich frage mich, wann wird der Schritt gemacht einer gemeinsamen Aufarbeitung. Alle haben gelebt, gefeiert, gelitten, sind gestorben auf beiden Seiten dieser Grenze und auch AN dieser Grenze auf BEIDEN SEITEN. Und ich werde nicht muede zu behaupten, wenn der eine Bruder den anderen nicht verschlungen haette bei der Vereinigung auf die durchgefuehrte Art und Weise, waeren heute alle zufriedener.
Der 13. August musste kommen. Da koennen wir alle Floskeln die wir haben einwerfen. Kalter Kaffee. Fakt ist, 'niemand will eine Grenze bauen' stand dem gegenueber was die USA und was die Sowjetunion wollten und schon laengst beschlossen hatten fuer Deutschland. (ich lasse meine Englaender und Franzosen aussen vor). Das Volk auf beiden Seiten war unwichtig!Deutschland geteilt, fein, machen wir uns darueber her, ueber den einen und den anderen. Pech fuer das Volk auf beiden Seiten, was Kultur und Leben anbelangte. Das Rad der Aufruestung drehte sich und es ging um Gewinne, das war wichtig. Die Ergebnisse sehen wir heute. Nun sind wir doch alle frei und vor allem zufrieden oder? Nicht? dann keine Bange, es wird noch viel schoener werden, wir sind auf dem besten Wege mit in den Schlund abzurutschen, moralisch sind wir schon laengst angekommen.
Menschen sind auf beiden Seiten gestorben, und wenn ich einige Andeutungen lese hier, dann kommen mir hier die Nackenhaare hoch. Andeutungen, Vorwuerfe, ist das alles? Die Nationale Volksarmee war keine Verbrecherbande. Ebenso wenig die deutschen Brueder auf der anderen Seite. In den 60iger Jahren lebten wir in der Angst, dass Deutsche auf Deutsche schiessen muessten. Das ergab sich nach dem 13. August 1961. Es war das fatale Erbgut einer Naziherrschaft.und eines 'Demokratisierungsversuchs' das nur im Eigeninteresse ausgelegt war. und der grosse 'Gegner' war auf der anderen Seite zu suchen. Auf die wirtschaftlichen Belange, ja darauf einzugehen, wirklich 'muessig'.
Ich bin Genossin, mein bester Freund ist aus der Republik gefluechtet damals, DDR Fluechtling sozusagen. Ich war 'die Sau, die es fast geschafft hatte' in den Osten zu kommen, er war 'das Schwein, das es geschafft hatte'. Also, quacken hin- und her.
Gedenken wir heute allen Menschen, die an dieser Systemgrenze der Grossmaechte ihr Leben liessen, und zwar auf BEIDEN SEITEN dieser GRENZE mit der wir ALLE leben mussten damals; auch denen gedenke ich, die im Verlauf eines harten militaerischen Drills, weit entfernt der Heimat auf deutschen Friedhoefen begraben sind.
Geschichte wird durch Menschen gemacht, diese Menschen sind meist die ersten die vergessen werden.
Gruss, Larissa


zuletzt bearbeitet 13.08.2011 19:23 | nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#20

RE: Gedenktag Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2011 19:53
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von ahlbecker

Zitat von exgakl
ich denke wir sollten diesen Thread hier wirklich dazu nutzen, für das er m.E. auch gedacht war.... den Opfern der Grenze zu gedenken.... allen! Was ich damit auch tue....

VG exgakl




Danke exakl
ich weiß auch nicht warum man immer die eingangsfrage vergisst




Ich schließe mich meinen beiden Vorschreibern in stillem Gedenken an.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.



Besucher
25 Mitglieder und 62 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: loryglory
Besucherzähler
Heute waren 854 Gäste und 91 Mitglieder, gestern 3810 Gäste und 192 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14365 Themen und 557471 Beiträge.

Heute waren 91 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen