#281

RE: Staat ohne Staatsgrenze

in DDR Staat und Regime 29.12.2013 20:15
von RudiEK89 | 1.950 Beiträge

@ studfri:
du musst das nicht alles in Frage stellen. Die kriminalisten in der ehem. DDR waren nun mal Spitze in der Spurensuche- und Sicherung dieser.
Mein jetziger Chef hat in Berlin Kriminalistik studiert. Das Studium wurde ihm in Sachsen nicht als Hochschulstudium anerkannt.
Aber wir profitieren jetzt von seinem Wissen. Ich schreibe immer noch Schlussberichte, die einer Anklage gleichkommen und
nehme dem Staatsanwalt damit viel Arbeit ab. Aber nicht darum, weil ich viel Zeit habe sondern nach dem Motto
"meine Hand für mein Produkt".
Für mich persönlich ist eine Gerichtsverhandlung in der ich als Verfahrensführer als Zeuge vernommen werde, wie die
Verdeidigung einer Hausarbeit. Wenn du weißt, was ich damit meine.

Gruß Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
passport, Küchenbulle 79 und ABV haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#282

RE: Staat ohne Staatsgrenze

in DDR Staat und Regime 29.12.2013 20:26
von WernerHolt (gelöscht)
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ich finde ja unser @studfri könnte mal wieder ein schönes buch lesen......und dieses fachwissen kann er ja nun wirklich nicht bestreiten..
Remo Kroll
Die Kriminalpolizei im Ostteil Berlins (1945-1990)


werner, passport und ABV haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.12.2013 20:39 | nach oben springen

#283

RE: Staat ohne Staatsgrenze

in DDR Staat und Regime 29.12.2013 20:26
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von passport im Beitrag #275
Zitat von studfri im Beitrag #257
Zitat von ABV im Beitrag #253
@studfri: Also ehrlich: du machst es einem wirklich nicht leicht, beim Lesen ruhig zu bleiben. Aber ich nehme dir das Geschriebene nicht wirklich übel. Für einen Geschichtsstudenten hast du jedoch auffallend wenig Ahnung von der Materie. Das wirft nicht gerade ein gutes Bild auf das Niveau der von dir besuchten Bildungseinrichtung. Und den dort vorherrschenden Auswahlkriterien.
Auch wenn es deinem engen Weltbild widerspricht: bei der Auswahl der Bewerber wurde seitens der VP sehr wohl Wert auf Bildung gelegt! Sehr gerne wurden Bewerbungen von Abiturienten gesehen. Diese wurden zum Beispiel an der Humboldt-Universität in Berlin zu Diplomkriminalisten ausgebildet. Was glaubst du denn, nach welchen Richtlinien künftige Hochschulabsolventen ausgewählt wurden? Je dümmer, desto besser?
Falls du als Historiker im Leben Erfolg haben möchtest, dann solltest schnellstens von deinem hohen Ross herunterkommen. Sonst nimmt dich niemand ernst! Mit Ausnahme irgendwelcher ewig gestriger vielleicht. Die selbst keine Ahnung haben und / oder noch heute " Kalten Krieg" leben.

Gruß Uwe



Die von mir -in den verschiedensten Quellen- gelesenen Vitae der betreffenden Personen sprechen da eine ganz andere Sprache.
Dann solltest Du Dir mal über Inhalte von Studiengängen Gedanken machen und über die die Vergleichbarkeit der Abschlüsse.

Um bei Deinen Beispiel zu bleiben: Den Studiengang gibt es meines Wissens an der Uni Berlin nicht mehr und der von Dir zitierte Diplom-Grad wird nicht mehr vergeben. Woran das wohl liegt, was denkst Du?
Das ganze wurde auf eine Fachhochschule zurück gestuft und was Dich selbst betrifft: Du kannst den Studiengang heute an der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg belegen aber nur dann, wenn Du im Polizeidienst stehst





Ja, woran das wohl liegen mag? Vielleicht ein Ausdruck der noch immer herrschenden Siegermentalität bestimmter Kreise ?

Hier ein Auszug von:

Prof. Dr. Erich Buchholz:
Beweisaufnahme und Beweisführung
Zu den Unterschieden des Beweisrechts in der DDR und in der BRD

11) Nicht zuletzt darf im Hinblick auf die Frage der Beweisführung und die Erforschung der Wahrheit nicht übersehen werden, dass in deutlichem Unterschied zur DDR die kriminalistische, namentlich kriminaltechnische Arbeit, insbesondere auch die kriminalistische Arbeit am Tatort, die Spurensuche und -sicherung nach den Grundsätzen der Trassologie (Spurenkunde) und die kriminalistische Kleinarbeit, auch unter dem Aspekt des modus operandi, die gebotenen Maßnahmen zur Beweissicherung (zur Sicherung von Beweismitteln) in der Bundesrepublik sehr häufig unzureichend und mangelhaft ist. Anschaulich zeigte sich dieser Unterschied, als Ende 1990 und im Jahre 1991 von den Untersuchungsorganen der DDR noch nicht abgeschlossen Vorgänge von bundesdeutschen Strafverfolgungsbehörden weiterzuführen waren. Sie fanden gerade auch in kriminalistischer Hinsicht gründlich bearbeitete Vorgänge vor und waren erstaunt über die sorgfältigen Schlussberichte der Untersuchungsorgane der DDR. Eine Staatsanwältin erklärte gegenüber dem Autor dieses Beitrages anerkennend: "Ihre Kriminalisten müssen aber viel Zeit gehabt haben !"

Dem gegenüber ist heutzutage nur zu oft kriminalistisch unzureichende Arbeit, so gerade auch ungenügende Tatortarbeit, fehlende Beweissicherung und ähnliche "kriminalistische Schlamperei" zu beobachten. Die Folge sind mitunter unbegründete Freisprüche oder Verurteilungen ohne genügende objektive Beweise, mehr aufgrund der allgemeinen Intuition des Richters.

Das alles ist nicht zufällig.

In der DDR stand bereits in den 50er Jahren die kriminalistische Ausbildung, auch von Staatsanwälten und Richtern, hoch im Kurse. An der Offiziersschule in Aschersleben erhielten die künftigen Kriminalisten eine gediegene Ausbildung; Staatsanwälte der DDR waren des öfteren in dieser Bildungsstätte zum Zwecke der Fortbildung auf dem Gebiete der Kriminalistik. An der Humboldt-Universität zu Berlin bestand bereits in den 50er Jahren ein Kriminalistisches Institut, aus dem sich später eine Fachrichtung Kriminalistik und dann eine eigenständige Sektion bzw. Fakultät Kriminalistik mit Außenstellen an anderen juristischen Fakultäten herausbildete. Namentlich in Berlin und Jena, wo Justizjuristen ausgebildet wurden, gehörte das Fach "Kriminalistik" nach dem Studienplan zum obligatorischen Bestand der juristischen Ausbildung.

Das war - auch im Vergleich zur Bundesrepublik - einmalig. Deshalb wurde von bundesdeutschen Fachleuten die Ansicht vertreten, dieses Unikat auch nach dem Beitritt der DDR, nunmehr für die Bundesrepublik, zu erhalten. Dass dies jeglicher Vernunft zuwider nicht geschah, dass vielmehr diese Kriminalistik alsbald "abgewickelt" wurde, hatte ausschließlich politische Gründe. Es war natürlich und selbstverständlich, dass die Sektion Kriminalistik der Humboldt-Universität - wie alle Forschungs- und Lehrstätten in der DDR - enge Verbindung zur jeweiligen Praxis hielt, also zu den unter Aufsicht des Staatsanwalts handelnden Untersuchungsorganen der DDR gem. § 88 Abs.2 StPO/DDR, auch zu denen des Ministeriums für Staatssicherheit. Nur wegen dieser "Verquickung" - also nur aus politischen Gründen - musste die Sektion Kriminalistik, und damit eine für die Kriminalitätsbekämpfung wertvolle Lehr- und Forschungsstätte beseitigt werden - mit Folgen, die wir heutzutage in den Strafverfahren tagtäglich beobachten können.




Für Interessierte der Gesamtbeitrag:


http://www.red-channel.de/buchholz_beweisrecht_ddr_brd.htm


passport


Ich hoffe es stimmt alles was der Herr Buchholz schreibt, ich kann da ja auch nicht mit reden, weil ich nicht aus der Branche komme. Nur, was ich nicht leiden kann ist das Wort Siegermentalität, weil nicht die BRD uns wollte sondern wir zu ihr. Denkt mal , an die Montagsdemos, was schrieb man auf
die Plakate ( Deutschland einig Vaterland) und aus diesem Grunde muss man mit dem dort herrschenden Verhältnissen leben und akzeptieren!
Nicht die BRD ist untergegangen, sondern die DDR, nicht vergessen! Wenn man sich jemanden unterwirft , muss man halt auch mit seinen Gesetzen leben und sich arragieren, auch wenn es manchmal nicht so einfach ist.
Grüsse Steffen52


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#284

RE: Staat ohne Staatsgrenze

in DDR Staat und Regime 29.12.2013 20:35
von RudiEK89 | 1.950 Beiträge

Die Politik ist das eine das Fachspezifische jeder Berufsrichtung das andere.
Wollte nur damit sagen, dass auch der Westen aus dem Osten lernen konnte.


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
Küchenbulle 79, DoreHolm und ABV haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#285

RE: Staat ohne Staatsgrenze

in DDR Staat und Regime 29.12.2013 20:37
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #242
Zitat von ABV im Beitrag #240
@Alfred: wenn das Papier als noble Geste an die Adresse der angeklagten Soldaten gedacht war, dann kam sie leider viel zu spät! Verfahrenstechnisch hatte das Papier sicher kaum einen Einfluss auf das Geschehen. Das die Soldaten auf Befehl handelten, war doch schon vorher bekannt. Auch das diese Befehle von "ganz Oben" kamen.

Gruß Uwe


Das dieses Schreiben Verfahrenstechnisch kaum Einfluss hatte kannst Du einschätzen ?
[...]

Das Schreiben könnte durchaus Einfluß gehabt haben.
Gab es denn bei den "Mauerschützenprozessen" überhaupt einen Fall, in welchem ein "einfacher Grenzsoldat" zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde?

Gruß
Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#286

RE: Staat ohne Staatsgrenze

in DDR Staat und Regime 29.12.2013 20:43
von Marder | 1.413 Beiträge

meines Wissens hat es schon viele Freiheitsstrafen gegeben, die aber fast ausschließlich zur Bewährung ausgesetzt wurden.
MfG Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
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#287

RE: Staat ohne Staatsgrenze

in DDR Staat und Regime 29.12.2013 20:50
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #281
@ studfri:
du musst das nicht alles in Frage stellen. Die kriminalisten in der ehem. DDR waren nun mal Spitze in der Spurensuche- und Sicherung dieser.
Mein jetziger Chef hat in Berlin Kriminalistik studiert. Das Studium wurde ihm in Sachsen nicht als Hochschulstudium anerkannt.
Aber wir profitieren jetzt von seinem Wissen. Ich schreibe immer noch Schlussberichte, die einer Anklage gleichkommen und
nehme dem Staatsanwalt damit viel Arbeit ab. Aber nicht darum, weil ich viel Zeit habe sondern nach dem Motto
"meine Hand für mein Produkt".
Für mich persönlich ist eine Gerichtsverhandlung in der ich als Verfahrensführer als Zeuge vernommen werde, wie die
Verdeidigung einer Hausarbeit.
Wenn du weißt, was ich damit meine.

Gruß Andreas


Ein sicher eherliches Statement, aber das lass mal besser nicht andere wissen. Als Zeuge sollst Du nur Dein Wissen über selbst Erlebtes wider geben und keine Einschätzungen oder weitere Mutmassungen und schon gar nicht darfst Du deine Aussage im Hinblick auf die Anklage abgleichen.

Aber ich weis natürlich was Du meinst und aus der Sicht des Berufs ist ja sogar auch irgendwie verständlich.



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#288

RE: Staat ohne Staatsgrenze

in DDR Staat und Regime 29.12.2013 20:52
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Konnte, wollte sie aber nicht und damit muss man leben. Es gibt viele Dinge, die in das neue gemeinsame Deutschland hätten eingebracht werden konnten.
Aber auch sie glaubten( bei einigen Sachen gibt es schon andere Meinungen) sie sind die Erfinder des Fahrrades. War nun am Anfang so und auch wir wussten ja nix oder sehr wenig vom Kapitalismus! Alle mussten lernen mit dieser System umzugehen! Einige Ostdeutsche haben verdammt schnell begriffen wie es längs geht( Unternehmer) , vor allem ehemalige Genossen waren darin die Schnellsten!
Grüsse Steffen52


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#289

RE: Staat ohne Staatsgrenze

in DDR Staat und Regime 29.12.2013 20:53
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von Ari@D187 im Beitrag #285
Zitat von Alfred im Beitrag #242
Zitat von ABV im Beitrag #240
@Alfred: wenn das Papier als noble Geste an die Adresse der angeklagten Soldaten gedacht war, dann kam sie leider viel zu spät! Verfahrenstechnisch hatte das Papier sicher kaum einen Einfluss auf das Geschehen. Das die Soldaten auf Befehl handelten, war doch schon vorher bekannt. Auch das diese Befehle von "ganz Oben" kamen.

Gruß Uwe


Das dieses Schreiben Verfahrenstechnisch kaum Einfluss hatte kannst Du einschätzen ?
[...]

Das Schreiben könnte durchaus Einfluß gehabt haben.
Gab es denn bei den "Mauerschützenprozessen" überhaupt einen Fall, in welchem ein "einfacher Grenzsoldat" zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde?

Gruß
Ari


Der erste war Ingo Heinrich, einer der 4, die auf Chris Gueffroy geschossen haben. In der ersten Instanz hat der 3 Jahre und 6 Monate kassiert.



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#290

RE: Staat ohne Staatsgrenze

in DDR Staat und Regime 29.12.2013 21:15
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #289
[
Gab es denn bei den "Mauerschützenprozessen" überhaupt einen Fall, in welchem ein "einfacher Grenzsoldat" zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde?

Gruß
Ari


Der erste war Ingo He., einer der 4, die auf Chris Gueffroy geschossen haben. In der ersten Instanz hat der 3 Jahre und 6 Monate kassiert.
[/quote]

Welches in der Urteilverkündung vom 14. März 1994 zu einer Freiheitsstrafe wg. Totschlag von 2 Jahren, ausgesetzt zur Bewährung abgeändert wurde.
Das in erster Instanz ergangene Urteil erlangte nie Rechtskraft, Revision, Urteil vom 25. März 1993.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#291

RE: Staat ohne Staatsgrenze

in DDR Staat und Regime 29.12.2013 21:16
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #289

Der erste war Ingo Heinrich, einer der 4, die auf Chris Gueffroy geschossen haben. In der ersten Instanz hat der 3 Jahre und 6 Monate kassiert.


Sofern ich das recherchieren konnte, wurde das Urteil 1994 auf zwei Jahre auf Bewährung reduziert.

Gruß
Ari

Edit: Thunderhorse war schneller. Thanks


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
zuletzt bearbeitet 29.12.2013 21:17 | nach oben springen

#292

RE: Staat ohne Staatsgrenze

in DDR Staat und Regime 29.12.2013 21:19
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Marder im Beitrag #286
meines Wissens hat es schon viele Freiheitsstrafen gegeben, die aber fast ausschließlich zur Bewährung ausgesetzt wurden.
MfG Marder

Ist denn eine Bewährungsstrafe in diesem Zusammenhang nicht sinnlos? Zum Zeitpunkt des Urteils waren die Grenztruppen ja nicht mehr existent.

Gruß
Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#293

RE: Staat ohne Staatsgrenze

in DDR Staat und Regime 29.12.2013 21:23
von Marder | 1.413 Beiträge

Es geht um den Totschlag und nicht um die Grenztruppen. Die Wahrscheinlichkeit des Rückfalles geht natürlich gegen Null, schon alleine weil diese Personen normalerweise auch keine Schusswaffen besitzen bzw. sicherlich selbst nie wieder in diese Situation kommen werden eine Schusswaffe gegen Menschen anzuwenden.
MfG Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
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#294

RE: Staat ohne Staatsgrenze

in DDR Staat und Regime 29.12.2013 21:26
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Genau so hatte ich das gemeint.

Gruß
Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#295

RE: Staat ohne Staatsgrenze

in DDR Staat und Regime 29.12.2013 21:28
von Marder | 1.413 Beiträge

Es gibt ja aber nur die Möglichkeit einsperren oder Bewährung, sobald kein Freispruch in Betracht kommt.
Also Bewährung weil nicht einsperren.
MfG Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
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#296

RE: Staat ohne Staatsgrenze

in DDR Staat und Regime 29.12.2013 21:50
von Rüganer (gelöscht)
avatar

Nein, nein, liebe Leute, man stelle sich nur einmal die Lage dieser Ex-Soldaten vor. Wenn man es denn kann....
1994 - wer hat da irgendwas für sich selbst aufgearbeitet? Da hatte jeder mit sich selbst und der Zukunft zu tun. Und nun kam ausgerechnet bei ihm vor Jahren einer, der über die Mauer wollte und er hat getreu seinem Auftrag gehandelt, hat den Grenzdurchbruch verhindert, hat die seelischen Konflikte ausgestanden und vielleicht tief vergraben. Vor kurzem ging es heiß her, wegen psychologischer Betreuung, der Ex-Soldat hat sie garantiert nicht bekommen. Ihm hat man das Grenzerei angeheftet, vielleicht hat er paar Tage Urlaub extra bekommen, aber ansonsten musste er weiter machen. Und wer hat damals von denen, die an der Mauer standen, schon Unrecht und Menschenrechtsverletzungen erkannt? Ich nicht! Ich hatte Glück, der andere nicht, bei dem kam einer.
Und dann plötzlich kommt die Justiz, plötzlich ist die Frage da, bist du ein Mörder oder nicht. Vor paar Jahren warst du noch der vorbildliche Grenzsoldat,
nun vielleicht der Mörder?
Was macht dieser Junge durch? Dazu kommt noch dies Unkenntnis in den Gesetzen, dieses alleine gelassen werden, man nehme sich einen Anwalt... Vor Gericht und auf See sind alle in Gottes Hand, heißt es...
Was nutzt da der Brief seiner Generalität? Man kann ihm nicht nachweisen, dass er den Vorsatz hatte, denjenigen, der da kam, zu töten... Wer der Grundwehrdienstleistenden hatte schon solch Vorsätze? Ich kenne keinen und kann es mir auch nicht vorstellen. Dies war vielleicht sein Glück vor Gericht, dieses nicht nachweisen können... Bewährung, er wird garantiert nicht wieder irgend etwas machen, was gegen diese Bewährung verstößt, er ist froh, mit diesem blauen Auge weggekommen zu sein. Sind die Dinge, die er da nochmal durchmacht, nicht Strafe genug? Zusätzlich zu den schlimmen Träumen, die er bestimmt auch wieder hat. Er hat im Auftrag der führenden Partei gehandelt, er hat seine Befehle befolgt, er hat sich heiß machen lassen, wie man alle heiß gemacht hat, die Schuldigen, die Politoffiziere, die Einpeitscher, die Überwacher der Grenzsoldaten, die die sich heute stumm stellen, die ja nur Militär und von der Sache überzeugt waren, sie standen nicht vor den Richtern. Denn sie machten ja die Finger nicht krumm, sie hätten nur den Ex-Soldaten unter Umständen damals fertig gemacht, wenn er den Grenzdurchbruch nicht verhindert hätte..
Wo sind sie denn gewesen, wo sind sie aufgetreten und haben den Richtern gesagt, ja, ich habe ihn vergattert, ich habe ihm den Befehl gegeben, Grenzdurchbrüche nicht zuzulassen und wenn ihr den Gefreiten verurteilt, dann müsst ihr auch über mich richten, denn ich war bei dieser Angelegenheit sein Vorgesetzter?
Ich kann mich echt nicht an solch Auftreten erinnern, kann ja sein, dass doch einer diesen Arsch in der Hose hatte, vor dem würde ich Achtung haben...


Marder, hundemuchtel 88 0,5 und ABV haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#297

RE: Staat ohne Staatsgrenze

in DDR Staat und Regime 29.12.2013 21:55
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von Marder im Beitrag #295
Es gibt ja aber nur die Möglichkeit einsperren oder Bewährung, sobald kein Freispruch in Betracht kommt.
Also Bewährung weil nicht einsperren.
MfG Marder


Die zivilrechtlichen Folgen waren zumeist viel gravierender, als die ausgesprochenen Strafen. Viele wurden anschliessend für den dem Staat entstandenen Schaden, wie etwa die Gewährung von Opferrenten pp haftbar gemacht.



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#298

RE: Staat ohne Staatsgrenze

in DDR Staat und Regime 29.12.2013 22:12
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Rüganer,

wimre wurde in dem Prozess gegen Heinrich auch sein Kompaniechef vernommen.

"...Unterschiede fallen auf: Noch kein Zeuge hat im zweiten Mauerschützen-Prozeß so überwältigend offen und aufrecht ausgesagt wie der ehemalige Kompaniechef im 33. Grenzregiment, Ronald Fabian, 34, im Verfahren gegen Heinrich und die anderen. Keiner hat die selbstzerstörerische Hohlheit des Systems so unumwunden dargestellt und die Versuche, gleichwohl noch leidlich Ordnung zu halten im allfällig sich anbahnenden Chaos. Richter Seidel hat ihn dafür gelobt. Doch dann ging er darüber hinweg, als wäre Fabian ein ganz Kleiner...."
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13679815.html


zuletzt bearbeitet 29.12.2013 22:20 | nach oben springen

#299

RE: Staat ohne Staatsgrenze

in DDR Staat und Regime 29.12.2013 22:16
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #296
Nein, nein, liebe Leute, man stelle sich nur einmal die Lage dieser Ex-Soldaten vor. Wenn man es denn kann....
1994 - wer hat da irgendwas für sich selbst aufgearbeitet? Da hatte jeder mit sich selbst und der Zukunft zu tun. Und nun kam ausgerechnet bei ihm vor Jahren einer, der über die Mauer wollte und er hat getreu seinem Auftrag gehandelt, hat den Grenzdurchbruch verhindert, hat die seelischen Konflikte ausgestanden und vielleicht tief vergraben. Vor kurzem ging es heiß her, wegen psychologischer Betreuung, der Ex-Soldat hat sie garantiert nicht bekommen. Ihm hat man das Grenzerei angeheftet, vielleicht hat er paar Tage Urlaub extra bekommen, aber ansonsten musste er weiter machen. Und wer hat damals von denen, die an der Mauer standen, schon Unrecht und Menschenrechtsverletzungen erkannt? Ich nicht! Ich hatte Glück, der andere nicht, bei dem kam einer.
Und dann plötzlich kommt die Justiz, plötzlich ist die Frage da, bist du ein Mörder oder nicht. Vor paar Jahren warst du noch der vorbildliche Grenzsoldat,
nun vielleicht der Mörder?
Was macht dieser Junge durch? Dazu kommt noch dies Unkenntnis in den Gesetzen, dieses alleine gelassen werden, man nehme sich einen Anwalt... Vor Gericht und auf See sind alle in Gottes Hand, heißt es...
Was nutzt da der Brief seiner Generalität? Man kann ihm nicht nachweisen, dass er den Vorsatz hatte, denjenigen, der da kam, zu töten... Wer der Grundwehrdienstleistenden hatte schon solch Vorsätze? Ich kenne keinen und kann es mir auch nicht vorstellen. Dies war vielleicht sein Glück vor Gericht, dieses nicht nachweisen können... Bewährung, er wird garantiert nicht wieder irgend etwas machen, was gegen diese Bewährung verstößt, er ist froh, mit diesem blauen Auge weggekommen zu sein. Sind die Dinge, die er da nochmal durchmacht, nicht Strafe genug? Zusätzlich zu den schlimmen Träumen, die er bestimmt auch wieder hat. Er hat im Auftrag der führenden Partei gehandelt, er hat seine Befehle befolgt, er hat sich heiß machen lassen, wie man alle heiß gemacht hat, die Schuldigen, die Politoffiziere, die Einpeitscher, die Überwacher der Grenzsoldaten, die die sich heute stumm stellen, die ja nur Militär und von der Sache überzeugt waren, sie standen nicht vor den Richtern. Denn sie machten ja die Finger nicht krumm, sie hätten nur den Ex-Soldaten unter Umständen damals fertig gemacht, wenn er den Grenzdurchbruch nicht verhindert hätte..
Wo sind sie denn gewesen, wo sind sie aufgetreten und haben den Richtern gesagt, ja, ich habe ihn vergattert, ich habe ihm den Befehl gegeben, Grenzdurchbrüche nicht zuzulassen und wenn ihr den Gefreiten verurteilt, dann müsst ihr auch über mich richten, denn ich war bei dieser Angelegenheit sein Vorgesetzter?
Ich kann mich echt nicht an solch Auftreten erinnern, kann ja sein, dass doch einer diesen Arsch in der Hose hatte, vor dem würde ich Achtung haben...


Verschiedene Vorgesetzte sind z.B. in Prozessen aufgetreten.


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#300

RE: Staat ohne Staatsgrenze

in DDR Staat und Regime 29.12.2013 22:20
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #296
Nein, nein, liebe Leute, man stelle sich nur einmal die Lage dieser Ex-Soldaten vor. Wenn man es denn kann....
1994 - wer hat da irgendwas für sich selbst aufgearbeitet? Da hatte jeder mit sich selbst und der Zukunft zu tun. Und nun kam ausgerechnet bei ihm vor Jahren einer, der über die Mauer wollte und er hat getreu seinem Auftrag gehandelt, hat den Grenzdurchbruch verhindert, hat die seelischen Konflikte ausgestanden und vielleicht tief vergraben. Vor kurzem ging es heiß her, wegen psychologischer Betreuung, der Ex-Soldat hat sie garantiert nicht bekommen. Ihm hat man das Grenzerei angeheftet, vielleicht hat er paar Tage Urlaub extra bekommen, aber ansonsten musste er weiter machen. Und wer hat damals von denen, die an der Mauer standen, schon Unrecht und Menschenrechtsverletzungen erkannt? Ich nicht! Ich hatte Glück, der andere nicht, bei dem kam einer.
Und dann plötzlich kommt die Justiz, plötzlich ist die Frage da, bist du ein Mörder oder nicht. Vor paar Jahren warst du noch der vorbildliche Grenzsoldat,
nun vielleicht der Mörder?
Was macht dieser Junge durch? Dazu kommt noch dies Unkenntnis in den Gesetzen, dieses alleine gelassen werden, man nehme sich einen Anwalt... Vor Gericht und auf See sind alle in Gottes Hand, heißt es...
Was nutzt da der Brief seiner Generalität? Man kann ihm nicht nachweisen, dass er den Vorsatz hatte, denjenigen, der da kam, zu töten... Wer der Grundwehrdienstleistenden hatte schon solch Vorsätze? Ich kenne keinen und kann es mir auch nicht vorstellen. Dies war vielleicht sein Glück vor Gericht, dieses nicht nachweisen können... Bewährung, er wird garantiert nicht wieder irgend etwas machen, was gegen diese Bewährung verstößt, er ist froh, mit diesem blauen Auge weggekommen zu sein. Sind die Dinge, die er da nochmal durchmacht, nicht Strafe genug? Zusätzlich zu den schlimmen Träumen, die er bestimmt auch wieder hat. Er hat im Auftrag der führenden Partei gehandelt, er hat seine Befehle befolgt, er hat sich heiß machen lassen, wie man alle heiß gemacht hat, die Schuldigen, die Politoffiziere, die Einpeitscher, die Überwacher der Grenzsoldaten, die die sich heute stumm stellen, die ja nur Militär und von der Sache überzeugt waren, sie standen nicht vor den Richtern. Denn sie machten ja die Finger nicht krumm, sie hätten nur den Ex-Soldaten unter Umständen damals fertig gemacht, wenn er den Grenzdurchbruch nicht verhindert hätte..
Wo sind sie denn gewesen, wo sind sie aufgetreten und haben den Richtern gesagt, ja, ich habe ihn vergattert, ich habe ihm den Befehl gegeben, Grenzdurchbrüche nicht zuzulassen und wenn ihr den Gefreiten verurteilt, dann müsst ihr auch über mich richten, denn ich war bei dieser Angelegenheit sein Vorgesetzter?
Ich kann mich echt nicht an solch Auftreten erinnern, kann ja sein, dass doch einer diesen Arsch in der Hose hatte, vor dem würde ich Achtung haben...


Sie alle haben doch nichts gemacht. Sie wurden nicht verurteilt und deswegen ist ihnen nichts aber auch gar nichts vorzuwerfen. Wie manche von denen heute noch auftreten kann man nachlesen, teils auch hier.



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