#581

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.02.2013 12:46
von erkoe | 301 Beiträge

Habt vielen Dank für die schnellen Antworten. Jetzt wird mir so einiges klar. Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass die TraPo wirklich nur in diesem speziellen Bereich gearbeitet hat, ich hatte damals eine andere Vorstellung von den Kollegen. So kann man sich irren. Die genannte Website ist Klasse... Alle Unklarheiten beseitigt.

VG
Erik


Nicht alle Beulen im Helm eines Offiziers stammen vom Klassenfeind...


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#582

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.02.2013 20:33
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Kurz zur Trapo:
Bei der DR in West-Berlin gab es auch noch eine softere DR-"Bahnpolizei". Die richtige Trapo war in WB unerwünscht, weil es eher eine richtige (fremde) Polizei war. Sie versuchte trotzdem, dort tätig zu werden und wurde dann jeweils von der West-Berliner-Polizei verjagt.

Hier die Bahnpolizei:
http://signalarchiv.de/Meldungen/10000731


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#583

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.10.2013 17:41
von Sperrbrecher | 1.657 Beiträge

Zitat von Zermatt im Beitrag #171

Freilich kann jedes Land seine Grenzen auf seinem Gebiet so errichten wie es für notwenig hält.Die Grenzanlagen der DDR sind bekannt..extrem aufwendig und tiefgestaffelt.Die BRD begnügte sich mit den bekannten Schildern kurz vor der Grenzlinie.Es gab keinen Grund die Anlagen der DDR zu kopieren.

Der wesentliche Unterschied bei den Grenzen in den westlichen Ländern im Gegensatz zu denen im WP war wohl der, dass es in den Westländern keine (oder recht selten) Ausreisekontrollen gab. Es wurden lediglich die einreisenden Personen kontrolliert, ausreisen konnte jeder der das wollte, ohne sich ausweisen zu müssen.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#584

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.10.2013 17:59
von Sperrbrecher | 1.657 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #505
Wird wohl so gewesen sein.....
Andere sind meiner Kenntnis nach aber auch befragt worden.
Vielleicht wurden Freigekaufte anders gehändelt.

Also ich, als sogenannter "Sperrbrecher" (DDR-Flucht über Bulgarien/Jugoslawien) wurde
lediglich gefragt, ob und inwieweit ich über die Einzelheiten des Fluchtweges Auskunft geben
wolle. Meinen Bruder, der zusammen mit mir geflüchtet war, hat man überhaupt nichts gefragt.

Die Befragung war freiwillig, ich hätte meine Kenntnisse auch für mich behalten können.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#585

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.10.2013 19:13
von student | 89 Beiträge

Als ich Zugführer im GR-6 war, wurde mein Stellvertreter "fahnenflüchtig". Nachdem er einige Wochen später wieder da war, gab es eine "Sonder-API", bei der dargestellt wurde, was für den "Klassenfeind" von besonderem Interesse gewesen und folglich mit besonderer revolutionärer Wachsamkeit geheimzuhalten sei. Befragungen waren sicher sehr abhängig davon, was man von dem zu Befragenden an Informationen erwarten konnte.
Was "Angst und Schrecken" angeht: Um Angst und Schrecken zu verbreiten, muß man öffentlich machen, was man im Extremfall zu tun bereit ist. Das war für das MfS meines Wissens nach nicht der Fall, man setzte im Gegenteil auf die Unsicherheit, die man dadurch erzeugt, daß man sich mit dem Nimbus des Omnipräsenten umgibt. Gelegentlich kann man dann auf die Wirkung vertrauen, die durch besonders konsequentes Handeln bei einem bestimmten Personenkreis entsteht, der überschaubar ist.

Auch hier beruhte die Wirkung wohl eher auf der allmählichen Legendenbildung, je weiter sich bestimmte Dinge herumsprachen. Außerdem kann kein Regime nur auf Repression beruhen, es muß stets ein Mix aus Repression und Konsens vorhanden sein. Nicht alle, die dem MfS zugearbeitet haben, mußten dazu erpreßt werden. Und anfangs konnte man sehr unbefangen einer "Einladung" folgen, ganz abgesehen davon, daß es zur Normalität gehörte, in bestimmten Bereichen mit dem MfS zusammenzuarbeiten. Die Strukturen waren ja nun einmal so, daß man es sich nicht aussuchen konnte, und das MfS hatte die Tendenz, allmählich zu einer nicht mehr staatstragenden, sondern den Staat ersetzenden Institution zu werden.

Daß das Verhältnis zur Stasi ambivalent war, haben mir die Reaktionen auf die einige Zeit regelmäßig ausgestrahlten Sendungen wie "Das unsichtbare Visier" gezeigt. Wie man das MfS erlebte, war auch abhängig davon, in welchem Zusammenhang man mit ihm zu tun hatte. Man konnte dort alles erleben: Den cholerisch herumbrüllenden Sanktionsandroher (was ich nur einmal erlebt habe) über den geheimnisvoll orakelnden "Alleswisser" bis hin zu dem professionell arbeitenden, sachlichen Mitarbeiter. Was mir allerdings aufgefallen ist, das war häufig ein für mich unverständlicher Mangel an Wissen, vor allem an Allgemeinwissen.

Falls das MfS jemals etwas von dem immer beanspruchten "Rückhalt in der Bevölkerung "gehabt haben sollte, dann hat es den zu einem großen Teil auch dadurch verloren, daß viele Mitarbeiter und IM's von einer herablassenden Schnöseligkeit waren, wie sie im Gefolge des Bewußtseins von einem kleinen bißchen Macht und der Überzeugung, allwissend zu sein eben auftritt. "Angst und Schrecken" ist eine von den vielen unzulässig verallgemeinernden und auch mit einer bestimmten Zielstellung verbreiteten Behauptungen über das Leben in der DDR, die oft von Leuten verfaßt werden, die nicht eine Stunde in der DDR verbracht haben. Man konnte ein mulmiges Gefühl haben, aber auch mit der Zielstellung herangehen, sich selbst durchzusetzen, wenn man mit diesem "Organ" zu tun hatte. Ich habe keinen Grund, dem MfS Eigenschaften anzudichten, die es nicht hatte, jedenfalls für einen Außenstehenden. Eins ist aber unstrittig: Läßt man das für den realen Sozialismus allgemeingültige Mißverhältnis von Aufwand und Nutzen beiseite, dann können sich solche notorisch glücklosen Vereine wie der Verfassungsschutz in methodischer Hinsicht und sicher auch was die Identifizierung der Mitarbeiter mit ihrer Aufgabe angeht, ein ziemlich großes Stück vom "Organ der Felikse" abschneiden.


94, ABV, Gert, DoreHolm, andy, furry, 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 und Küchenbulle 79 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#586

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.10.2013 19:44
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von student im Beitrag #585
Als ich Zugführer im GR-6 war, wurde mein Stellvertreter "fahnenflüchtig". Nachdem er einige Wochen später wieder da war, gab es eine "Sonder-API", bei der dargestellt wurde, was für den "Klassenfeind" von besonderem Interesse gewesen und folglich mit besonderer revolutionärer Wachsamkeit geheimzuhalten sei. Befragungen waren sicher sehr abhängig davon, was man von dem zu Befragenden an Informationen erwarten konnte.
Was "Angst und Schrecken" angeht: Um Angst und Schrecken zu verbreiten, muß man öffentlich machen, was man im Extremfall zu tun bereit ist. Das war für das MfS meines Wissens nach nicht der Fall, man setzte im Gegenteil auf die Unsicherheit, die man dadurch erzeugt, daß man sich mit dem Nimbus des Omnipräsenten umgibt. Gelegentlich kann man dann auf die Wirkung vertrauen, die durch besonders konsequentes Handeln bei einem bestimmten Personenkreis entsteht, der überschaubar ist.

Auch hier beruhte die Wirkung wohl eher auf der allmählichen Legendenbildung, je weiter sich bestimmte Dinge herumsprachen. Außerdem kann kein Regime nur auf Repression beruhen, es muß stets ein Mix aus Repression und Konsens vorhanden sein. Nicht alle, die dem MfS zugearbeitet haben, mußten dazu erpreßt werden. Und anfangs konnte man sehr unbefangen einer "Einladung" folgen, ganz abgesehen davon, daß es zur Normalität gehörte, in bestimmten Bereichen mit dem MfS zusammenzuarbeiten. Die Strukturen waren ja nun einmal so, daß man es sich nicht aussuchen konnte, und das MfS hatte die Tendenz, allmählich zu einer nicht mehr staatstragenden, sondern den Staat ersetzenden Institution zu werden.

Daß das Verhältnis zur Stasi ambivalent war, haben mir die Reaktionen auf die einige Zeit regelmäßig ausgestrahlten Sendungen wie "Das unsichtbare Visier" gezeigt. Wie man das MfS erlebte, war auch abhängig davon, in welchem Zusammenhang man mit ihm zu tun hatte. Man konnte dort alles erleben: Den cholerisch herumbrüllenden Sanktionsandroher (was ich nur einmal erlebt habe) über den geheimnisvoll orakelnden "Alleswisser" bis hin zu dem professionell arbeitenden, sachlichen Mitarbeiter. Was mir allerdings aufgefallen ist, das war häufig ein für mich unverständlicher Mangel an Wissen, vor allem an Allgemeinwissen.

Falls das MfS jemals etwas von dem immer beanspruchten "Rückhalt in der Bevölkerung "gehabt haben sollte, dann hat es den zu einem großen Teil auch dadurch verloren, daß viele Mitarbeiter und IM's von einer herablassenden Schnöseligkeit waren, wie sie im Gefolge des Bewußtseins von einem kleinen bißchen Macht und der Überzeugung, allwissend zu sein eben auftritt. "Angst und Schrecken" ist eine von den vielen unzulässig verallgemeinernden und auch mit einer bestimmten Zielstellung verbreiteten Behauptungen über das Leben in der DDR, die oft von Leuten verfaßt werden, die nicht eine Stunde in der DDR verbracht haben. Man konnte ein mulmiges Gefühl haben, aber auch mit der Zielstellung herangehen, sich selbst durchzusetzen, wenn man mit diesem "Organ" zu tun hatte. Ich habe keinen Grund, dem MfS Eigenschaften anzudichten, die es nicht hatte, jedenfalls für einen Außenstehenden. Eins ist aber unstrittig: Läßt man das für den realen Sozialismus allgemeingültige Mißverhältnis von Aufwand und Nutzen beiseite, dann können sich solche notorisch glücklosen Vereine wie der Verfassungsschutz in methodischer Hinsicht und sicher auch was die Identifizierung der Mitarbeiter mit ihrer Aufgabe angeht, ein ziemlich großes Stück vom "Organ der Felikse" abschneiden.


Die rot markierte Aussage kann ich nicht teilen und schon garnicht bestätigen.

Vierkrug


passport hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#587

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.10.2013 19:48
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Die rot markierte Aussage kann ich nicht teilen und schon garnicht bestätigen.

Vierkrug

Das hätte ich jetzt aber an Deiner Stelle auch nicht bestätigt


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#588

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.10.2013 20:47
von student | 89 Beiträge

@ Vierkrug: Du mußt es weder teilen noch bestätigen, weil es mein Eindruck gewesen ist, und ich habe ausdrücklich "häufig" geschrieben, nicht "generell". Ich habe auch andere kennengelernt - nur war ich zur damaligen Zeit leichter durch fehlendes als durch vorhandenes Wissen zu beeindrucken, weil ich noch der Meinung war, für diese Profession brauchte man auch in intellektueller Hinsicht eine gewisse positive Auslese. Erst mit der Zeit habe ich erkannt, daß der sogenannte "feste Klassenstandpunkt" -häufig genauer übersetzt mit "klassenbewußter Ignoranz"- mit weitem Abstand vor allen anderen Eignungskriterien rangierte. Damit behaupte ich nicht, alle MfS-Angehörigen wären verpflichtet gewesen, das intellektuelle Niveau ihres obersten Befehlshabers zu teilen. Vielleicht war mein Eindruck auch nur dadurch begründet, daß ich nur die untersten Ebenen genauer kennenlernen mußte.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#589

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.10.2013 20:58
von Alfred | 6.850 Beiträge

Zitat von student im Beitrag #588
@ Vierkrug: Du mußt es weder teilen noch bestätigen, weil es mein Eindruck gewesen ist, und ich habe ausdrücklich "häufig" geschrieben, nicht "generell". Ich habe auch andere kennengelernt - nur war ich zur damaligen Zeit leichter durch fehlendes als durch vorhandenes Wissen zu beeindrucken, weil ich noch der Meinung war, für diese Profession brauchte man auch in intellektueller Hinsicht eine gewisse positive Auslese. Erst mit der Zeit habe ich erkannt, daß der sogenannte "feste Klassenstandpunkt" -häufig genauer übersetzt mit "klassenbewußter Ignoranz"- mit weitem Abstand vor allen anderen Eignungskriterien rangierte. Damit behaupte ich nicht, alle MfS-Angehörigen wären verpflichtet gewesen, das intellektuelle Niveau ihres obersten Befehlshabers zu teilen. Vielleicht war mein Eindruck auch nur dadurch begründet, daß ich nur die untersten Ebenen genauer kennenlernen mußte.



Wie viele MA des MfS waren DIR denn bekannt ?


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#590

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.10.2013 21:00
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Also war es doch gar nicht so schlimm mit dem MfS , alles war so geschildert wird , kann jeder denken wie er will .

Den festen Klassenstandpunkkt .pflegt ihr den heute noch.??????????????
Hier im Forum habt ihr eure Heimat gefunden .!!!!!!!!!!!!!


Grenzverletzerin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.10.2013 21:02 | nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#591

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.10.2013 21:16
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Ich habe festgestellt: Je geringer der IQ desto höher das Verantwortungsbewusstsein.

Gilt nicht für das MfS, dass kann ich nicht beurteilen.

Tatsache: Der "dünn angerührte" Pförtner, wenn der nicht will oder wollte kommst Du nicht rein.

Mfg Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#592

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.10.2013 21:33
von Grenzgänger (gelöscht)
avatar

Streitet euch nicht: Über "Tellijenzfragen" kann hier nur einer urteilen- und das ist unser Heiko vom 4.Zug...
Wartet ab, bis er wieder da ist- dann wird das alles geklärt..
Schönen Abend in die Runde..

Siggi


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#593

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.10.2013 21:41
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Pit 59 im Beitrag #587
Die rot markierte Aussage kann ich nicht teilen und schon garnicht bestätigen.

Vierkrug

Das hätte ich jetzt aber an Deiner Stelle auch nicht bestätigt


Warum sollte ich auch ??? Vielleicht muß @student noch ein paar Studien zum Gegenwärtigem anhängen.

Vierkrug


zuletzt bearbeitet 20.10.2013 21:43 | nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#594

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.10.2013 22:25
von student | 89 Beiträge

@Alfred: Vielleicht werde ich mir gelegentlich die Mühe machen, exakt zu zählen - es waren auf alle Fälle mehr, als mir lieb gewesen sein kann. Im übrigen freue ich mich, daß Du auf genau die Art reagierst, wie ich sie von denen kenne, die ich unter "häufiger" subsumiert habe. Die Frage, die keinen sinnbezogenen Inhalt hat und nur so wirken soll, als könnte sie irgendetwas relativieren.
Das gleiche Niveau wie in dieser Episode:
"In dieser Situation ist es so, wie der Genosse Stalin sagt: Die Kader entscheiden alles." - Und der beflissene "Klassenbewußte" entgegnet: "Soll das bedeuten, daß sich eine Situation denken ließe, in der es nicht so ist, wie der Genosse Stalin sagt ...?" So sinngemäß von Hermann Kant, den Du sicher aus klassenbewußten Gründen zu lesen unterlassen hast. Eins kann ich Dir versichern: Bei Leuten, die solche Fragen gestellt haben, ist es mir besonders schwer gefallen, nicht zu lächeln. Man hat sachlich nichts zu entgegnen und versucht durch eine kryptische Frage Überlegenheit zu demonstrieren.
Ich habe mich immer bemüht, auch und gerade gegenüber den ehemaligen MfS-Leuten ein objektives Verhältnis zu bewahren, auch deshalb, weil ich nicht vergessen habe, wie ich selbst einmal losgezogen bin, um den Sozialismus gegen jeden Feind zu schützen. Ich weiß nicht, wie groß unser Altersunterschied ist, aber ich kann Dir versichern, daß es einen Unterschied gibt zwischen einem Standpunkt, der es einem durch größere Einsicht nahelegt, gegen seine ursprünglichen Überzeugungen zu handeln, und einfachem Starrsinn. Letzteres bemerke ich häufig bei ehemaligen MfS-Angehörigen, sicher auch hervorgerufen durch die allgemeine Dämonisierung.
Auch ich, das gebe ich zu, kann mich oft nicht des Gedankens erwehren: Jetzt wißt auch ihr einmal, wie es ist, sich für seine Überzeugungen "außerhalb der Gesellschaft" gestellt zu sehen. Eins dürft ihr dabei nicht vergessen: Würde der jetzige Staat, dem ich keine Unfehlbarkeit zubillige, mit euch so umspringen, wie ihr es denen zugemutet habt, die nicht eurer Auffassungen waren, auch wenn das oft nur Drohungen, vielleicht auch einzelne Wunschträume waren, wir würden uns sicher nicht so herzerfrischend unterhalten können. Ich kenne sicher nicht so viele wie Du, Alfred, aber ich erinnere mich an jeden einzelnen. Oder glaubst Du, man vergißt die Leute, die dir sagen, du könntest jetzt nach Hause fahren, und die dich dann keine hundert Meter vor deinem Wohnhaus wieder mitnehmen, als du schon deine kleine Tochter im Hof spielen sehen konntest ? Tut mir leid, wenn der Ton so scharf wird, das ist es eigentlich nicht wert, aber nichts erbost mich so wie Starrsinn gepaart mit Selbstgerechtigkeit.


Hapedi, andy, furry, Schuddelkind, Gert, Grenzverletzerin und 94 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#595

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.10.2013 22:42
von Uleu | 528 Beiträge

" Angst und Schrecken " ?? Schmarrn, ich sass 5 Tage die Woche morgens zur Dienstberatung beim Chef mit den Jungs an einem Tisch, kann mich nicht erinnern dass es mich einmal gegruselt hätte. Sie hatten ihren Job, ich den meinen. Manchmal gab es Berührungspunkte, klappte reibungslos.
Wers erlebt hat, siehts mit Gelassenheit, aber jene die nicht dabei waren brauchen was zum Gruseln ....


" Die geheime Aufklärung ist ein Dienst, der nur Herren vorbehalten ist " ( Oberst Nicolai, Leiter der dt. Militäraufklärung im 1. WK )
passport und 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#596

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.10.2013 23:54
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von ratata im Beitrag #590
Also war es doch gar nicht so schlimm mit dem MfS , alles war so geschildert wird , kann jeder denken wie er will .

Den festen Klassenstandpunkkt .pflegt ihr den heute noch.??????????????
Hier im Forum habt ihr eure Heimat gefunden .!!!!!!!!!!!!!



Werde morgen eine Auszeichnung für diesen Beitrag beantragen......

seaman


Küchenbulle 79 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#597

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.10.2013 07:49
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

Zitat von student
"Würde der jetzige Staat, dem ich keine Unfehlbarkeit zubillige, mit euch so umspringen, wie ihr es denen zugemutet habt, die nicht eurer Auffassungen waren, auch wenn das oft nur Drohungen, vielleicht auch einzelne Wunschträume waren, wir würden uns sicher nicht so herzerfrischend unterhalten können."


Gert und Sperrbrecher haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#598

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.10.2013 08:40
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #596
Zitat von ratata im Beitrag #590
Also war es doch gar nicht so schlimm mit dem MfS , alles war so geschildert wird , kann jeder denken wie er will .

Den festen Klassenstandpunkkt .pflegt ihr den heute noch.??????????????
Hier im Forum habt ihr eure Heimat gefunden .!!!!!!!!!!!!!



Werde morgen eine Auszeichnung für diesen Beitrag beantragen......

seaman


diese Aussage trieft nur so von Zynismus


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#599

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.10.2013 09:18
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

@student, deine veralgemeinernden aussagen bzgl. dem allgemeinwissen habe ich grinsend gelesen, genau solche sätze zeigen aber auch, dass man selbst glaubt intellektuell etwas besseres zu sein. sei es drum, pflege weiter dein ego...

aber hier:

Zitat von student im Beitrag #594
Eins dürft ihr dabei nicht vergessen: Würde der jetzige Staat, dem ich keine Unfehlbarkeit zubillige, mit euch so umspringen, wie ihr es denen zugemutet habt, die nicht eurer Auffassungen waren, auch wenn das oft nur Drohungen, vielleicht auch einzelne Wunschträume waren, wir würden uns sicher nicht so herzerfrischend unterhalten können.



zeigt sich ganz deutlich deine oberflächlichkeit. ich hätte in meinem job in der heutigen bundesrepublik weiter arbeiten können. nun sage mir, wie ich denn früher "mit anderen umgesprungen" sein soll die "andere auffassungen" hatten ?


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#600

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.10.2013 09:30
von Lutze | 8.039 Beiträge

geht es nicht bei diesen Thema um Angst und Schrecken
durch das MfS?,wie viele DDR-Bürger hatten eine Akte?,
30% vermute ich,fast ein Drittel der DDR-Bevölkerung
wurde ausgehorcht,vielleicht sogar noch mehr,
das kann einen Angst und Schrecken bereiten,
und immer noch beantragen Bürger eine Einsicht
auf ihre MfS-Unterlagen
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.



Besucher
14 Mitglieder und 58 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Oderfischer
Besucherzähler
Heute waren 3774 Gäste und 178 Mitglieder, gestern 3660 Gäste und 197 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14372 Themen und 558348 Beiträge.

Heute waren 178 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen