#541

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.01.2013 20:56
von Ex-Huf (gelöscht)
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RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung
in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.01.2013 00:56
von frank • | 929 Beiträge | 9412 Punkte • Nachricht senden | Profil ansehen |
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Zitat von Ex-Huf im Beitrag #498
________________________________________
Nein Dieter, eigentlich bin ich nicht verbittert, aber es bleibt einzuschätzen, dass nicht nur hier, sondern flächendeckend die Machenschaften des MfS der ehem. DDR reingewaschen werden sollen, und das lasse ich nicht zu!

Man kann mir gern den Mund verbieten, mich zersetzen oder,wie geschehen, mich als blöd hinstellen, diese hier und anderswo vernetzten ehemaligen Brüder sollte man nicht unterschätzen, sie haben ein Verbrecherhandwerk erlernt, weiter spreche ich hier nicht!

Das sollte man nicht vergessen!
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jut ,eigendlich sollte mann im alter 'ruhiger' und vor allem 'weiser' werden ! machenschaften , verbrecher oder deren 'handwerk' des mfs , all das ist in deinen beiträgen zu lesen und um einmal mehr drauf hinzuweisen zu einer breiten öffentlichkeit die nicht unsere erfahrung besitzt ! es ist schon erschreckend zu lesen mit welcher 'systematik' und 'sicherheit' du ehemalige mitarbeiter des mfs hier als 'verbrecher' titulierst !! welches problem da auch immer in deiner vergangenheit an dir zerrt !! ich werde auf keinenfall zu lassen das du mich unbekannter weise hier als 'verbrecher' darstellst auch wenn du , laut profil , zum 'intellekt' in der gesellschaft zählst !!! ich spreche hier auch , glaube ich , im namen vieler 'ehemaliger' des mfs !!! wie wärs wenn ich den 'spieß' umdrehe und ganz einfach hier behaupte du warst 'IM' der Staatssicherheit ? kann man ja mal machen ? immer noch besser als 'VERBRECHER' !!! vielleicht will man seine vergangenheit damit bewältigen ( 'gewissen' ) in dem man gegen die eigenen genossen jetzt zu felde zieht !!! klingt utopisch , nicht ? oder ? hoffendlich verstehen alle lesenden die das forum besuchen den beitrag so wie er gemeint war , ansonsten kann mann schnell für außenstehende zum 'IM' werden !!!

Bedanken
seaman, Feliks D., passport und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt!

Gute Ansage Frank, ich denke die war klar und mal notwendig.

Klaus Dir möchte ich mitteilen dass mich deine, nunmehr quartalsweise wiederkehrenden, Ausfälle doch relativ stark erschüttern. Nicht nur dass derartige Ergüsse gleich mit mehreren Forenregeln kollidieren, nein vor allem menschlich bin ich etwas enttäuscht. Es scheint als ob derartige Stimmungsschwankungen, und die damit verbundenen verbalen Ausfälle, nicht kurzzeitig in Ausnahmesituationen auftreten, sondern die Regel sind.

Einer nochmaligen Entschuldigung Vertrauen zu schenken sollte daher schwer fallen.


P.S. Vielleicht sollten wir uns über 20 Jahre danach lieber mit der ebenso bestechlichen wie betrügerischen Ärzteschaft und ihrem verbrecherischen Wirken, welches ja mittlerweile selbst den Gesundheitsminister auf den Plan ruft, beschäftigen. Warst Du nicht auch so einer, ein Arzt?




Hallo frank und Feliks,

mit einigen Tagen Abstand möchte ich mich zu den von Euch getätigten Äußerungen zu Wort melden, und jeder Leser kann sicher sein, es folgen keine spektakulären Worte im erwarteten Sinne eines Trolls, zu dem mich einige oberflächlich Lesende auserkoren haben!

@frank, Dein Umkehrmanöver, denunzierend lesbar in Deinem Post hat mich sehr getroffen, das gebe ich zu, aber es war völlig daneben. Mich als mich reinwaschenden IM zu deklarieren ist fast öffentlichkeitswirksamals skandalös zu bewerten, Du wirst lesen, warum. Und wer Du in diesem Forum bist, weiß ich auch.

@Feliks, Du weißt viele persönliche Dinge von mir, und ich hoffe, nur von mir.
Dass Du mich in der zugegeben sehr kontroversen, ja hitzigen Diskussion der kriminellen Ärzteschaft damals und/auch heute zuordnest, hat mich sehr schwer getroffen, zumal ich Dir mehrfach persönlich geschildert habe, dass ich mich zu jenen Ärzten in Ostdeutschland zähle, die bestehende soziale Schieflagen bei Patienten mit auszugleichen helfe. Und Du weißt auch, dass ich trotz meiner politischen Anschauungen immer volles Verständnis für Deine individuelle Situation hatte und habe!
Keine Sorge, ich bin kein Opfer!

Auf meinem Schreibtisch, der dem Monitor vorgelagert ist liegt allerdings meine Stasi-Akte in Kopie, Du, Feliks, weißt das auch.
Seit dem 07.12.2012 lese ich fast täglich darin und frage mich, was wollte das MfS eigentlich von mir?
Die mich bespitzelnden IM´s sind zwischenzeitlich nach entsprechendem Antrag per Klarnamen identifiziert.

Demzufolge bitte ich im Nachhinein um ein geringes Maß an Nachsicht für mein offensichtlich cholerisches Auftreten hier im Forum, was Euch beiden jedoch keineswegs zu den oben laienhaft zitierten Äußerungen ermächtigt!

Zusammenfassend erwarte ich keine Äußerung von Euch beiden, auch von anderen Usern erbitte ich keine Bekundungen jedweder Art!

Dieses Statement soll kein Öl ins Feuer gießen, meine zuvor getägten Äußerungen allerdings auch nicht entschuldigen!
Und bitte, keine erneute Diskussion!

Ex-Huf


zuletzt bearbeitet 28.01.2013 21:20 | nach oben springen
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#542

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.01.2013 22:16
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Huf

Zitat von Meiner einer
Vielleicht sollten wir uns über 20 Jahre danach lieber mit der ebenso bestechlichen wie betrügerischen Ärzteschaft und ihrem verbrecherischen Wirken, welches ja mittlerweile selbst den Gesundheitsminister auf den Plan ruft, beschäftigen. Warst Du nicht auch so einer, ein Arzt?

Dass Du mich in der zugegeben sehr kontroversen, ja hitzigen Diskussion der kriminellen Ärzteschaft damals und/auch heute zuordnest, hat mich sehr schwer getroffen




Siehst Du und genau das habe ich nicht getan! Ich habe lediglich festgestellt das Du so einer bist.... ein Arzt... nicht mehr und nicht weniger. Allerdings habe ich dabei nun natürlich ebensowenig differenziert wie Du in diesen Texten hier.

Zitat von Huf
Trotz allem, @Alfred, die Befrager in westdeutschen Aufnahmelagern waren doch wohl nicht gleichzustellen mit manchen Verbrechern der Stasi in der ehem. DDR, oder?

Man kann mir gern den Mund verbieten, mich zersetzen oder,wie geschehen, mich als blöd hinstellen, diese hier und anderswo vernetzten ehemaligen Brüder sollte man nicht unterschätzen, sie haben ein Verbrecherhandwerk erlernt, weiter spreche ich hier nicht!



Scheinbar ist es mir also sehr gut gelungen Dir die Wirkung solcher Phrasen vor Augen zu führen. Denk also einmal darüber nach wie mir und anderen hier deine Worte aufgestoßen sind. Bei allem Verständnis für deine Situation, diese Sätze gingen mir dann doch zu weit.

Um das Kapitel abzuschließen und zum Thema zurückzufinden eine Frage. Du liest nun seit dem 07.12.2012 sgast Du, dann müsste Dir doch so langsam etwas untergekommen sein in dem die Maßnahmen zur Aufklärung deiner Person begründet wurden?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#543

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.01.2013 01:23
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Ex-Huf im Beitrag #541
RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung
in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.01.2013 00:56
von frank • | 929 Beiträge | 9412 Punkte • Nachricht senden | Profil ansehen |
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Zitat von Ex-Huf im Beitrag #498
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Nein Dieter, eigentlich bin ich nicht verbittert, aber es bleibt einzuschätzen, dass nicht nur hier, sondern flächendeckend die Machenschaften des MfS der ehem. DDR reingewaschen werden sollen, und das lasse ich nicht zu!

Man kann mir gern den Mund verbieten, mich zersetzen oder,wie geschehen, mich als blöd hinstellen, diese hier und anderswo vernetzten ehemaligen Brüder sollte man nicht unterschätzen, sie haben ein Verbrecherhandwerk erlernt, weiter spreche ich hier nicht!

Das sollte man nicht vergessen!
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jut ,eigendlich sollte mann im alter 'ruhiger' und vor allem 'weiser' werden ! machenschaften , verbrecher oder deren 'handwerk' des mfs , all das ist in deinen beiträgen zu lesen und um einmal mehr drauf hinzuweisen zu einer breiten öffentlichkeit die nicht unsere erfahrung besitzt ! es ist schon erschreckend zu lesen mit welcher 'systematik' und 'sicherheit' du ehemalige mitarbeiter des mfs hier als 'verbrecher' titulierst !! welches problem da auch immer in deiner vergangenheit an dir zerrt !! ich werde auf keinenfall zu lassen das du mich unbekannter weise hier als 'verbrecher' darstellst auch wenn du , laut profil , zum 'intellekt' in der gesellschaft zählst !!! ich spreche hier auch , glaube ich , im namen vieler 'ehemaliger' des mfs !!! wie wärs wenn ich den 'spieß' umdrehe und ganz einfach hier behaupte du warst 'IM' der Staatssicherheit ? kann man ja mal machen ? immer noch besser als 'VERBRECHER' !!! vielleicht will man seine vergangenheit damit bewältigen ( 'gewissen' ) in dem man gegen die eigenen genossen jetzt zu felde zieht !!! klingt utopisch , nicht ? oder ? hoffendlich verstehen alle lesenden die das forum besuchen den beitrag so wie er gemeint war , ansonsten kann mann schnell für außenstehende zum 'IM' werden !!!

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Gute Ansage Frank, ich denke die war klar und mal notwendig.

Klaus Dir möchte ich mitteilen dass mich deine, nunmehr quartalsweise wiederkehrenden, Ausfälle doch relativ stark erschüttern. Nicht nur dass derartige Ergüsse gleich mit mehreren Forenregeln kollidieren, nein vor allem menschlich bin ich etwas enttäuscht. Es scheint als ob derartige Stimmungsschwankungen, und die damit verbundenen verbalen Ausfälle, nicht kurzzeitig in Ausnahmesituationen auftreten, sondern die Regel sind.

Einer nochmaligen Entschuldigung Vertrauen zu schenken sollte daher schwer fallen.


P.S. Vielleicht sollten wir uns über 20 Jahre danach lieber mit der ebenso bestechlichen wie betrügerischen Ärzteschaft und ihrem verbrecherischen Wirken, welches ja mittlerweile selbst den Gesundheitsminister auf den Plan ruft, beschäftigen. Warst Du nicht auch so einer, ein Arzt?




Hallo frank und Feliks,

mit einigen Tagen Abstand möchte ich mich zu den von Euch getätigten Äußerungen zu Wort melden, und jeder Leser kann sicher sein, es folgen keine spektakulären Worte im erwarteten Sinne eines Trolls, zu dem mich einige oberflächlich Lesende auserkoren haben!

@frank, Dein Umkehrmanöver, denunzierend lesbar in Deinem Post hat mich sehr getroffen, das gebe ich zu, aber es war völlig daneben. Mich als mich reinwaschenden IM zu deklarieren ist fast öffentlichkeitswirksamals skandalös zu bewerten, Du wirst lesen, warum. Und wer Du in diesem Forum bist, weiß ich auch.
@Feliks, Du weißt viele persönliche Dinge von mir, und ich hoffe, nur von mir.
Dass Du mich in der zugegeben sehr kontroversen, ja hitzigen Diskussion der kriminellen Ärzteschaft damals und/auch heute zuordnest, hat mich sehr schwer getroffen, zumal ich Dir mehrfach persönlich geschildert habe, dass ich mich zu jenen Ärzten in Ostdeutschland zähle, die bestehende soziale Schieflagen bei Patienten mit auszugleichen helfe. Und Du weißt auch, dass ich trotz meiner politischen Anschauungen immer volles Verständnis für Deine individuelle Situation hatte und habe!
Keine Sorge, ich bin kein Opfer!

Auf meinem Schreibtisch, der dem Monitor vorgelagert ist liegt allerdings meine Stasi-Akte in Kopie, Du, Feliks, weißt das auch.
Seit dem 07.12.2012 lese ich fast täglich darin und frage mich, was wollte das MfS eigentlich von mir?
Die mich bespitzelnden IM´s sind zwischenzeitlich nach entsprechendem Antrag per Klarnamen identifiziert.

Demzufolge bitte ich im Nachhinein um ein geringes Maß an Nachsicht für mein offensichtlich cholerisches Auftreten hier im Forum, was Euch beiden jedoch keineswegs zu den oben laienhaft zitierten Äußerungen ermächtigt!

Zusammenfassend erwarte ich keine Äußerung von Euch beiden, auch von anderen Usern erbitte ich keine Bekundungen jedweder Art!

Dieses Statement soll kein Öl ins Feuer gießen, meine zuvor getägten Äußerungen allerdings auch nicht entschuldigen!Und bitte, keine erneute Diskussion!

Ex-Huf


nun da ich angesprochen wurde , werde ich hier auch mal ein 'letztes statement' dazu geben ! das es dich getroffen hat war auch meine absicht ,um dir mal deutlich zu machen das man menschen , über die man null ahnung hat , hier als verbrecher zu beschimpfen , total daneben ist !!! meine person in dem fall mit eingeschlossen ! normal lache ich über so was wie deine , oben schon rot mark ( laienhaft zi ....)äußerungen !!
um den letzten satz von dir rechnung zu tragen ist das sehr schade ! wie soll man sich annähern wenn im kopf purer hass existiert ?? was auch immer in der vergangenheit gewesen sei , so eine darstellung von personen - oder gruppen wie du es postest , dient jedenfalls nicht dazu andere menschen die andere einstellungen und bewegründe im leben hatten oder haben , zu verstehen !!!
aktzeptieren wir uns einfach gegenseitig als mensch , ohne verbalen entgleisungen , und du wirst sehen es wird schon funktionieren !!!

PS : ich weiß selber nicht , wer ich hier im forum bin , respekt !!!???



Micos hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#544

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.01.2013 02:43
von student | 89 Beiträge

Ich muß weit zurückgehen, immerhin zu einem Beitrag von Feliks D., womit der Bezug zum Thema bestimmt gesichert ist. Im Beitrag # 57 schreibt Feliks D.:

"Wer ? [hat ihn in den Knast gebracht?] - er selbst als (un)verantwortlich handelndes Rechtssubjekt ..."
Und "Was [hat ihn in den Knast gebracht?] - eine strafbare Handlung nach dem StGB ! "

Ich weiß nicht, ob Feliks D. sich darüber klar ist, in welche Gesellschaft er sich mit dieser bequemen simplifizierenden Darstellung begibt (es sei denn, diese Aussage wäre ironisch gemeint, was ich nicht annehme).
Fiat justitia, et pereat mundus - es möge Recht geschehen, und wenn darüber die Welt zugrunde geht. Natürlich das Recht, das zuvor gesetzt wurde, und damit hat alles seine Ordnung, man ist des eigenen Nachdenkens enthoben, und diejenigen, die sich mit dem System anlegen (oder sich ihm zu entziehen versuchen), haben ja selbst schuld.

Dem halte ich entgegen, was über den "Eid des englischen Soldaten" geschrieben worden ist:
"Der englische Soldat wird also vom Gesetz keineswegs als eine willenlose Maschine angesehen, der dem ihm gewordenen Kommando gehorchen muß ohne zu räsonieren, sondern als ein 'free agent', ein Mann mit freiem Willen, der in jedem Augenblick wissen muß, was er tut und für jede seiner Handlungen verantwortlich ist. Die englischen Richter würden einem angeklagten Soldaten schöne Dinge antworten, wenn er zu seiner Verteidigung sagte, das Feuern sei kommandiert worden und er habe 'Ordre parieren' müssen." (Nachzulesen in Marx/Engels Werke, Bd. 6 der Ausgabe von 1959 des Dietz Verlag auf Seite 333).

Nicht alles, was formales Recht ist, ist deswegen auch gerecht, und wenn man, aus welchen Gründen auch immer, vor Zeiten der Ansicht gewesen ist, das sei so in Ordnung, dann sollte man aus einer gewissen Altersweisheit heraus auch solche scheinbar unumstößlichen Ansichten in Frage stellen, und sei es nur alleine in einem dunklen Zimmer.
Was "Angst und Schrecken" angeht : Ich habe zu keiner Zeit Angst gehabt oder bin in Schrecken versetzt worden, weil das nur bei solchen Menschen möglich ist, die sich ihrer selbst nicht sicher sind. Tatsächlich hatte derjenige nichts zu befürchten, der sich mit dem System arrangiert hat. Die Frage ist dabei, was man als moralischer ansieht: Das Sich-fügen oder der Versuch, eigene Vorstellungen von seinem Leben zu realisieren. Schlimm war nur, daß die Amöben in weit höherem Ansehen standen als diejenigen, die kritisch-loyal waren. Jedes autoritäre oder totalitäre System hat die Tendenz, sich früher oder später auch gegen diejenigen zu wenden, die ihm am wohlgesonnensten sind. -

Wie gesagt, mich stört es gar nicht, wenn jemand eine Überzeugung vertritt, auch wenn sie aus der Mode gekommen ist. Aber sich auf die Position zurückzuziehen, alles sei ja schließlich nach geltendem Recht und Gesetz zugegangen, da befindet man sich tatsächlich in keiner sehr schmeichelhaften Gesellschaft.
Ich finde es übrigens unangebracht, heute, wo man sich in der Position des ungefährdeten erschütterten Anklägers wähnt, mit Worten wie "Verbrecher" und dergleichen um sich zu werfen. Man ändert damit nichts an dem, was gewesen ist, und man sollte denen, die es nötig haben, nicht noch die Begründung dafür liefern, daß sie sich selbst als Opfer der nunmehrigen Verhältnisse verstehen können. Immerhin ist ihnen auf humane Weise nahegebracht worden, was Cicero wußte: "Qui alteri exitium parat, eum scire oportet sibi paratam pestem" - Wer anderen Untergang bereitet, der muß wissen, daß ihm selbst Verderben droht.

Und ausdrücklich auch an Feliks D. gerichtet: "Wer dem Volke falsche Revolutionslegenden erzählt und es - ob vorsätzlich oder aus Unwissenheit - durch Geschichtsdithyramben täuscht, ist ebenso strafbar wie der Geograph, der falsche Karten für den Seefahrer entwirft." (Lissagaray, "Geschichte der Kommune"). Die ganze DDR war doch so eine Legende, und bei Deiner Profession solltest du doch wissen, daß es nur makaber ist, an seiner Legendierung festzuhalten, nachdem man für alle sichtbar aufgeflogen ist.


80er und Micos haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#545

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.01.2013 10:28
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von student im Beitrag #544
Ich muß weit zurückgehen, immerhin zu einem Beitrag von Feliks D., womit der Bezug zum Thema bestimmt gesichert ist. Im Beitrag # 57 schreibt Feliks D.:

"Wer ? [hat ihn in den Knast gebracht?] - er selbst als (un)verantwortlich handelndes Rechtssubjekt ..."
Und "Was [hat ihn in den Knast gebracht?] - eine strafbare Handlung nach dem StGB ! "

Ich weiß nicht, ob Feliks D. sich darüber klar ist, in welche Gesellschaft er sich mit dieser bequemen simplifizierenden Darstellung begibt (es sei denn, diese Aussage wäre ironisch gemeint, was ich nicht annehme).
Fiat justitia, et pereat mundus - es möge Recht geschehen, und wenn darüber die Welt zugrunde geht. Natürlich das Recht, das zuvor gesetzt wurde, und damit hat alles seine Ordnung, man ist des eigenen Nachdenkens enthoben, und diejenigen, die sich mit dem System anlegen (oder sich ihm zu entziehen versuchen), haben ja selbst schuld.

Dem halte ich entgegen, was über den "Eid des englischen Soldaten" geschrieben worden ist:
"Der englische Soldat wird also vom Gesetz keineswegs als eine willenlose Maschine angesehen, der dem ihm gewordenen Kommando gehorchen muß ohne zu räsonieren, sondern als ein 'free agent', ein Mann mit freiem Willen, der in jedem Augenblick wissen muß, was er tut und für jede seiner Handlungen verantwortlich ist. Die englischen Richter würden einem angeklagten Soldaten schöne Dinge antworten, wenn er zu seiner Verteidigung sagte, das Feuern sei kommandiert worden und er habe 'Ordre parieren' müssen." (Nachzulesen in Marx/Engels Werke, Bd. 6 der Ausgabe von 1959 des Dietz Verlag auf Seite 333).

Nicht alles, was formales Recht ist, ist deswegen auch gerecht, und wenn man, aus welchen Gründen auch immer, vor Zeiten der Ansicht gewesen ist, das sei so in Ordnung, dann sollte man aus einer gewissen Altersweisheit heraus auch solche scheinbar unumstößlichen Ansichten in Frage stellen, und sei es nur alleine in einem dunklen Zimmer.
Was "Angst und Schrecken" angeht : Ich habe zu keiner Zeit Angst gehabt oder bin in Schrecken versetzt worden, weil das nur bei solchen Menschen möglich ist, die sich ihrer selbst nicht sicher sind. Tatsächlich hatte derjenige nichts zu befürchten, der sich mit dem System arrangiert hat. Die Frage ist dabei, was man als moralischer ansieht: Das Sich-fügen oder der Versuch, eigene Vorstellungen von seinem Leben zu realisieren. Schlimm war nur, daß die Amöben in weit höherem Ansehen standen als diejenigen, die kritisch-loyal waren. Jedes autoritäre oder totalitäre System hat die Tendenz, sich früher oder später auch gegen diejenigen zu wenden, die ihm am wohlgesonnensten sind. -

Wie gesagt, mich stört es gar nicht, wenn jemand eine Überzeugung vertritt, auch wenn sie aus der Mode gekommen ist. Aber sich auf die Position zurückzuziehen, alles sei ja schließlich nach geltendem Recht und Gesetz zugegangen, da befindet man sich tatsächlich in keiner sehr schmeichelhaften Gesellschaft.
Ich finde es übrigens unangebracht, heute, wo man sich in der Position des ungefährdeten erschütterten Anklägers wähnt, mit Worten wie "Verbrecher" und dergleichen um sich zu werfen. Man ändert damit nichts an dem, was gewesen ist, und man sollte denen, die es nötig haben, nicht noch die Begründung dafür liefern, daß sie sich selbst als Opfer der nunmehrigen Verhältnisse verstehen können. Immerhin ist ihnen auf humane Weise nahegebracht worden, was Cicero wußte: "Qui alteri exitium parat, eum scire oportet sibi paratam pestem" - Wer anderen Untergang bereitet, der muß wissen, daß ihm selbst Verderben droht.

Und ausdrücklich auch an Feliks D. gerichtet: "Wer dem Volke falsche Revolutionslegenden erzählt und es - ob vorsätzlich oder aus Unwissenheit - durch Geschichtsdithyramben täuscht, ist ebenso strafbar wie der Geograph, der falsche Karten für den Seefahrer entwirft." (Lissagaray, "Geschichte der Kommune"). Die ganze DDR war doch so eine Legende, und bei Deiner Profession solltest du doch wissen, daß es nur makaber ist, an seiner Legendierung festzuhalten, nachdem man für alle sichtbar aufgeflogen ist.


lila: Ist völlig richtig. Du kannst davon ausgehen, daß diese Erkenntnis auch bei denjenigen Usern gereift ist, die der DDR-Gesellschaft grundsätzlich positiv gegenüberstehen. Auch aus der heutigen Rechtspraxis heraus. Die Schere zwischen Recht und gerecht klafft heute nach meiner Erfahrung weietr auseinander als im DDR-Recht, auf jeden Fall auf dem Gebiet des Zivilrechtes. Mich hatte zu DDDR-Zeiten immer die Reklame einer großen Versicherung im TV gewundert, die da etwa so lautete: Recht haben, ja, aber Recht bekommen ? Entweder habe ich Recht oder nicht. Jetzt weiß ich es, warum. Was meinst Du, was die die Politiker etablierter Parteien heute sagen würden, wenn Du die Rechtsprechung in der BRD kritisierst ?
grün Auch da hast Du insofern recht, daß willifährige Untergebene immer vom Vorgesetzten lieber gesehen werden als Kritiker. Zwischen Amöben über die kritisch-Loyalen bis Gegnern gibt es fließende Übergänge. Leider sind diejenigen Entscheidungsträger dünn gesät, denen ein kritischer Geist, der sie vor eigenen Fehlern warnt, lieber ist als ein Radfahrer und Nickemännchen. Die Revolution frisst ihre Kinder, hat mal ein schlauer Mann gesagt. Sich durchgesetzt haben sich in aller Regel meist die Amöben. In der Wirtschaft der DDR sind diese, wenn sie es fachlich nicht drauf hatten, meist nach einiger Zeit gescheitert, aber in der Politik, leider, haben sie jeden ihre Position gefährden könnenden Eindringling verdaut. Hier muß ich eine Aussage von Krenz zitieren, die da lautete, daß die Wissenschaftlichkeit in der politischen Führung verloren gegangen ist, d.h. die Amöben hatten zu viel zu sagen. Auch hier, auch eine Erfahrung, von wegen, der Westen hat gesiegt und das sind die besseren Fachleute, wie kurz nach der Wende eingeredte, Fehlanzeige. Alles wie gehabt.

rot: Feliks wird sich zu Deinen Äußerungen auch seine Meinung bilden, aber gehe mal davon aus, daß auch Du kein Insider in diesem Metier bist und Feliks und wer auch immer damals in diesen Dienststellen gearbeitet hatte, manches auch heute noch als Realität sehen, was Du als Legende bezeichnest. Diese Menschen sehen heute ganz sicher Vieles anders und würden mit heutiger Erkenntnis Vieles anders entscheiden oder sogar die eine oder andere Anweisung verweigern, aber Du kannst nicht erwarten, daß sie ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Erlebnisse und eigenen Handlungen alle als falsch oder als Legende sehen, die sie sich wohl nur eingebildet haben. Du siehst es doch schon im Forum selbst, wie viele verschiedene Meinungen und Wertungen es zu ein und derselben Sache gibt. Wer will behaupten: "Ich habe Recht, genau so war es und zwar allgemein und immer und überall und nicht nur in meinem kleinen eigenen Erlebnisbereich".



Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#546

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.01.2013 10:50
von Gelöschtes Mitglied
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Auch wir sind immer noch lernfähig !!! Dann sollte der kritisierende User auch einige Beiträge in anderen Threads von uns lesen, dann wird er sehen, dass wir viele damalige Prozesse und Entwicklungen, heute aus einem anderem Blickwinkel sehen, betrachten und bewerten.

Vierkrug

"Die Revolution, gleich Saturn, frisst ihre eigenen Kinder." - das waren die letzten Worte von Pierre Victurnien Vergniaud, bevor er als Letzter der Girondisten zum Schafott geführt wurde.


zuletzt bearbeitet 29.01.2013 10:50 | nach oben springen
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#547

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.01.2013 11:49
von Passer | 74 Beiträge

Zitat von student im Beitrag #544
Ich muß weit zurückgehen, immerhin zu einem Beitrag von Feliks D., womit der Bezug zum Thema bestimmt gesichert ist. Im Beitrag # 57 schreibt Feliks D.:


Dem halte ich entgegen, was über den "Eid des englischen Soldaten" geschrieben worden ist:
"Der englische Soldat wird also vom Gesetz keineswegs als eine willenlose Maschine angesehen, der dem ihm gewordenen Kommando gehorchen muß ohne zu räsonieren, sondern als ein 'free agent', ein Mann mit freiem Willen, der in jedem Augenblick wissen muß, was er tut und für jede seiner Handlungen verantwortlich ist. Die englischen Richter würden einem angeklagten Soldaten schöne Dinge antworten, wenn er zu seiner Verteidigung sagte, das Feuern sei kommandiert worden und er habe 'Ordre parieren' müssen." (Nachzulesen in Marx/Engels Werke, Bd. 6 der Ausgabe von 1959 des Dietz Verlag auf Seite 333).



Schlechtes Beispiel... Demnach kann der britische Soldat selbst entscheiden, ob er einen erhaltenen Befehl ausführt oder nicht. Er wandelt also ständig zwischen Gehorsam und Gewissen. Dann jedoch macht ein Eid keinen Sinn. Dennoch darf ein Soldat den Befehl verweigern, wenn er mit der Ausführung dessen, gegen das allgemeine Völkerrecht verstößt, wie sie in der Haager Konvention bzw. im Genfer Abkommen festgeschrieben sind. In der Regel ist dieser Fall im Eid eingearbeitet. Ob dieser Fall dann Konsequenzen für denjenigen Soldaten hat, ist eine andere Frage, die im jeweiligen Rechtssystem so oder so ausgelegt werden kann...

Passer


1981-1984 MFS PKE
1985-1989 MFS Abt. VI/OLZ/Fahndung
1990 Fahndungsoffizier GBK (GT)
1990-1991 Kontrolloffizier f. Rückbau d. Grenzanlagen

François Mitterrand: "Ich war das Produkt meiner Erziehung und meines Milieus!"
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#548

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.01.2013 12:53
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Es handelte sich dabei um eine leicht ironische Antwort an @94, die die damaligen Zwänge und Gegebenheiten wiederspiegeln sollte. Das ich heute einiges anders sehe wird in etlichen Texten deutlich, aber auch das ich meine grundsätzliche Meinung behalten habe und nicht alles in Frage stelle.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#549

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.01.2013 13:08
von Gelöschtes Mitglied
avatar

gelöscht,da falscher Thread.


zuletzt bearbeitet 29.01.2013 13:10 | nach oben springen
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#550

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.01.2013 15:33
von 94 | 10.792 Beiträge

Um langes Suchen zu ersparen, welcher Beitrag vom FED jetzt wie und vor allem warum und auch interessno von wem beantwortet wurde, es war ab #49 welcher diesen Thread wieder aus der Versenkung holte.

Und ek40, da hatteste jetzt hoffentlich keine schröckliche Angst beim Löschen *grins*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#551

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.02.2013 14:31
von Sohnematz | 7 Beiträge

Also Angst und Schrecken hat es nach meiner Geschichte nicht hervorgerufen, eher ein beklemmendes Gefühl und den Eindruck immer irgendwie unter Kontrolle gestanden zu haben.
Folgendes ist passiert:
In meiner Eigenschaft als Lokführer fuhren wir natürlich auch in den Grenzbahnhof Oebisfelde in Sachen-Anhalt, ehemals Bezirk Magdeburg. Da wir aus welchen Gründen auch immer dort einige Zeit zubringen mußten,weil wir auf die Abfertigung der Güterzüge warten mußten, kam mir der Gedanke,obwohl strengstens verboten (aber irgendwie hatte ich das verdrängt) mit meinem westdeutschen Kollegen kurz ins Gespräch zu kommen,weil mich seine Lokomotive aus technischen Gründen interessiert hat. So haben wir quasi von Lok zu Lok eine Zigarette geraucht und uns über die Eisenbahn unterhalten. Soweit so gut nach ca:20 min. fuhr ich dann an meinen Zug in Richtung Stendal. Innerhalb von 5 Min. waren dann auf einmal Trapo (Transportpolizei) und zwei Zivilbeamte von Horch und Kuck an meiner Lok. Ich wurde befragt über was wir uns unterhielten und das ich dem Klassenfeind eine F6 angeboten habe, aber das wußten sie schon alles. Egal ich durfte jedenfalls ein Jahr lang nicht ins Grenzgebiet dienstlich einreisen und mußte mich neu auf der Rangierlok bewähren. Heut lache ich darüber, damals habe ich gekotzt sorry. Aber so war es Repressalien gab es immer, mal so das man es merkte,aber auch so das man es erst viel zu spät bemerkte.


zuletzt bearbeitet 05.02.2013 14:33 | nach oben springen
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#552

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.02.2013 14:56
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von Sohnematz im Beitrag #551
Also Angst und Schrecken hat es nach meiner Geschichte nicht hervorgerufen, eher ein beklemmendes Gefühl und den Eindruck immer irgendwie unter Kontrolle gestanden zu haben.
Folgendes ist passiert:
In meiner Eigenschaft als Lokführer fuhren wir natürlich auch in den Grenzbahnhof Oebisfelde in Sachen-Anhalt, ehemals Bezirk Magdeburg. Da wir aus welchen Gründen auch immer dort einige Zeit zubringen mußten,weil wir auf die Abfertigung der Güterzüge warten mußten, kam mir der Gedanke,obwohl strengstens verboten (aber irgendwie hatte ich das verdrängt) mit meinem westdeutschen Kollegen kurz ins Gespräch zu kommen,weil mich seine Lokomotive aus technischen Gründen interessiert hat. So haben wir quasi von Lok zu Lok eine Zigarette geraucht und uns über die Eisenbahn unterhalten. Soweit so gut nach ca:20 min. fuhr ich dann an meinen Zug in Richtung Stendal. Innerhalb von 5 Min. waren dann auf einmal Trapo (Transportpolizei) und zwei Zivilbeamte von Horch und Kuck an meiner Lok. Ich wurde befragt über was wir uns unterhielten und das ich dem Klassenfeind eine F6 angeboten habe, aber das wußten sie schon alles. Egal ich durfte jedenfalls ein Jahr lang nicht ins Grenzgebiet dienstlich einreisen und mußte mich neu auf der Rangierlok bewähren. Heut lache ich darüber, damals habe ich gekotzt sorry. Aber so war es Repressalien gab es immer, mal so das man es merkte,aber auch so das man es erst viel zu spät bemerkte.


Das ist eine treffliche Beschreibung. Man hatte keine Angst , aber immer dieses ungute Gefühl in der Magengegend. Das verstärkte sich dann in unangenehmer Weise , falls dann noch das berühmte Schreiben : Einladung zur "Klärung eines Sachverhaltes" im Briefkasten lag.

Da schlafe ich heute bedeutend ruhiger.


zuletzt bearbeitet 05.02.2013 14:57 | nach oben springen
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#553

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.02.2013 14:59
von exgakl | 7.237 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #552
[quote=Sohnematz|p230570][rot]

Das ist eine treffliche Beschreibung. Man hatte keine Angst , aber immer dieses ungute Gefühl in der Magengegend. Das verstärkte sich dann in unangenehmer Weise , falls dann noch das berühmte Schreiben : Einladung zur "Klärung eines Sachverhaltes" im Briefkasten lag.

Da schlafe ich heute bedeutend ruhiger.



ja jetzt wo Du es sagst..... wirklich schrecklich diese ständigen Schreiben, die man bekam...


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#554

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.02.2013 15:08
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Sohnematz im Beitrag #551
Also Angst und Schrecken hat es nach meiner Geschichte nicht hervorgerufen, eher ein beklemmendes Gefühl und den Eindruck immer irgendwie unter Kontrolle gestanden zu haben.
Folgendes ist passiert:
In meiner Eigenschaft als Lokführer fuhren wir natürlich auch in den Grenzbahnhof Oebisfelde in Sachen-Anhalt, ehemals Bezirk Magdeburg. Da wir aus welchen Gründen auch immer dort einige Zeit zubringen mußten,weil wir auf die Abfertigung der Güterzüge warten mußten, kam mir der Gedanke,obwohl strengstens verboten (aber irgendwie hatte ich das verdrängt) mit meinem westdeutschen Kollegen kurz ins Gespräch zu kommen,weil mich seine Lokomotive aus technischen Gründen interessiert hat. So haben wir quasi von Lok zu Lok eine Zigarette geraucht und uns über die Eisenbahn unterhalten. Soweit so gut nach ca:20 min. fuhr ich dann an meinen Zug in Richtung Stendal. Innerhalb von 5 Min. waren dann auf einmal Trapo (Transportpolizei) und zwei Zivilbeamte von Horch und Kuck an meiner Lok. Ich wurde befragt über was wir uns unterhielten und das ich dem Klassenfeind eine F6 angeboten habe, aber das wußten sie schon alles. Egal ich durfte jedenfalls ein Jahr lang nicht ins Grenzgebiet dienstlich einreisen und mußte mich neu auf der Rangierlok bewähren. Heut lache ich darüber, damals habe ich gekotzt sorry. Aber so war es Repressalien gab es immer, mal so das man es merkte,aber auch so das man es erst viel zu spät bemerkte.
Oh du böser Lokführer,mit dem Klassenfeind "Kontakt" aufgenommen und "Rauchzeichen" abgegeben........
Ja nur keine zwischenmenschlichen normalen Beziehungen zulassen....die haben sich nicht mal selbst getraut.......
Es stimmt,heute kann man darüber nur noch lachen,damals war es einfach nur total bekloppt.....und zog für so manchen Bürger unangenehme Konsequenzen nach sich.


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#555

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.02.2013 15:12
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von 94 im Beitrag #550
Um langes Suchen zu ersparen, welcher Beitrag vom FED jetzt wie und vor allem warum und auch interessno von wem beantwortet wurde, es war ab #49 welcher diesen Thread wieder aus der Versenkung holte.

Und ek40, da hatteste jetzt hoffentlich keine schröckliche Angst beim Löschen *grins*


Nöö,hatte ich niche,hab's vorm MfS woanderscht vorsteckt.


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#556

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.02.2013 15:27
von Lutze | 8.035 Beiträge

Zitat von Sohnematz im Beitrag #551
Also Angst und Schrecken hat es nach meiner Geschichte nicht hervorgerufen, eher ein beklemmendes Gefühl und den Eindruck immer irgendwie unter Kontrolle gestanden zu haben.
Folgendes ist passiert:
In meiner Eigenschaft als Lokführer fuhren wir natürlich auch in den Grenzbahnhof Oebisfelde in Sachen-Anhalt, ehemals Bezirk Magdeburg. Da wir aus welchen Gründen auch immer dort einige Zeit zubringen mußten,weil wir auf die Abfertigung der Güterzüge warten mußten, kam mir der Gedanke,obwohl strengstens verboten (aber irgendwie hatte ich das verdrängt) mit meinem westdeutschen Kollegen kurz ins Gespräch zu kommen,weil mich seine Lokomotive aus technischen Gründen interessiert hat. So haben wir quasi von Lok zu Lok eine Zigarette geraucht und uns über die Eisenbahn unterhalten. Soweit so gut nach ca:20 min. fuhr ich dann an meinen Zug in Richtung Stendal. Innerhalb von 5 Min. waren dann auf einmal Trapo (Transportpolizei) und zwei Zivilbeamte von Horch und Kuck an meiner Lok. Ich wurde befragt über was wir uns unterhielten und das ich dem Klassenfeind eine F6 angeboten habe, aber das wußten sie schon alles. Egal ich durfte jedenfalls ein Jahr lang nicht ins Grenzgebiet dienstlich einreisen und mußte mich neu auf der Rangierlok bewähren. Heut lache ich darüber, damals habe ich gekotzt sorry. Aber so war es Repressalien gab es immer, mal so das man es merkte,aber auch so das man es erst viel zu spät bemerkte.

es gab doch auch Lokführer die die jeweiligen Interzonenzüge bis zum 1. Bahnhof hinter der Grenze fuhren,
in einen Bericht über die Prager Botschaftsflüchtlinge sind die mit einem Zug in Hof angekommen,
wo vorne eine Lok der deutschen Reichsbahn dran war,kann mir nicht vorstellen,das die ein
Bundesbahner gefahren hat
gruss Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#557

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.02.2013 15:36
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von exgakl im Beitrag #553
Zitat von Eisenacher im Beitrag #552
[quote=Sohnematz|p230570][rot]

Das ist eine treffliche Beschreibung. Man hatte keine Angst , aber immer dieses ungute Gefühl in der Magengegend. Das verstärkte sich dann in unangenehmer Weise , falls dann noch das berühmte Schreiben : Einladung zur "Klärung eines Sachverhaltes" im Briefkasten lag.

Da schlafe ich heute bedeutend ruhiger.



ja jetzt wo Du es sagst..... wirklich schrecklich diese ständigen Schreiben, die man bekam...


Ich habe sie bekommen, aber dafür habe ich auch meinen Spaß gehabt und ganz gut gelebt. Ich bereue nichts.


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#558

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.02.2013 15:36
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Verstanden habe ich solches abstruse Verhalten von Behörden damals auch nicht, auch nicht als SED-Mitglied und Parteisekretär und ich habe mich auch damals einen Sch...ß darum geschert, wenn ich die Gelegenheit hatte, mich mit Deutschsprachigen, ob nun A, CH oder BRD, zu unterhalten. habe das immer als Horizonterweiterung betrachtet. Wenn wir zu den Tauschbörsen in Prag oder Tisnov fuhren, dann haben wir vorzugsweise mit den Sammlern aus D-West, CH, I, A oder anderswo getauscht, weil die 1. für unser Material einiges mehr boten (auch D-Mark oder Schillinge) und 2. die von uns begehrten Raritäten aus Übersee hatten. Bei den Tschechen war das möglich, hier nicht, leider. Während der Weltfestspiele in Berlin war es die Regel, Gesprächsrunden zwischen Ost und West und die Partner von West waren ganz sicher nicht nur von der Jung-DKP. Dienstlich kam ich einmal zusammen mit meinem Prod. Dir. in die Situation eines unangemeldeten Fachgespräches mit Briten. Na und, es war fachlich notwendig und das war´s. Mein PD hat einen Reisebericht geschrieben und damit hatte sich die Sache erledigt (etwa Mitte der 70er). Und wenn ich erst an die mannigfaltigen "Kontaktaufnahmen" von uns Grenzern mit den WB denke. Kleiner Grenzhandel mit Pilzen von uns und Schoko u. Zigaretten von denen (Ende der 60er). Durfte natürlich kein Offz.wissen.
Angst und Schrecken ? Meine, die sowas empfunden haben, waren die ganz große Ausnahme und da muß auch wohl etwas mehr als eine normale Fachsimpelei vorgelegen haben oder es wurde sich auch hypochondrisch eingeredet. In unserer Firma (200 Leute) gab es einen, von dem wir wußten, daß er ab und zu mal zu einem "Gespräch" vorgeladen wurde und auch von uns wurde verlangt, daß wir ihn von der Unrichtigkeit seines Handelns überzeugen. Ich weiß bis heute noch nicht, was ihm denn eigentlich genau vorgeworfen wurde. Er war in irgendeiner Umweltgruppe aktiv und bei uns hatte er nur den Spitznamen "der Indianer". Unsere Qualitätschefin war Ausreiseantragsteller. Sie wurde daraufhin im Labor an eine andere Stelle versetzt, wo sie zumindest nicht mehr den Hut über die Qualitätskontrolle auf hatte und ich hatte den Eindruck, daß diese Stelle erst geschaffen wurde. Auch mit ihr sollten wir uns, jeder einmal alle paar Tage, unterhalten und sie zur Rücknahme ihres Antrages bewegen. Das empfand ich so was von unangenehm und wir haben uns dann meist über alles Mögliche unterhalten, um der Pflicht Genüge zu tun. Habe ihr wegen des eigentlichen Grundes nur gesagt, daß ich es zwar nicht gut finde, aber es letztlich ihre private Entscheidung ist. Das wars dann.



zuletzt bearbeitet 05.02.2013 15:38 | nach oben springen
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#559

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.02.2013 15:41
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #556
..., wo vorne eine Lok der deutschen Reichsbahn dran war

Meinste dies Foto ... http://www.wir-waren-so-frei.de/index.ph.../object_id/4858


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#560

RE: Angst und Schrecken durch das MfS, war dran an der Behauptung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.02.2013 15:45
von Lutze | 8.035 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #559
Zitat von Lutze im Beitrag #556
..., wo vorne eine Lok der deutschen Reichsbahn dran war

Meinste dies Foto ... http://www.wir-waren-so-frei.de/index.ph.../object_id/4858

genau 94,sieht doch wie eine russische Diesellok aus


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