#1601

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 16.11.2015 11:46
von 1941ziger | 993 Beiträge

Moin, zur Erinnerung...das schrieb ich in meinem Beitrag #1575

Zurück zu deiner geliebten DDR.
Ich betone, ich rede hier nur für mich. Ich habe da von 1955-1958 Werkzeugmacher gelernt, war von 1960-1965 Soldat.
Nach meine Wehrdienst habe ich in meiner alten Firma wieder angefangen und den Meisterabschluß gemacht,
habe 10 Jahre als Fahrlehrer für die GST gearbeitet und 10 Jahre als Fahrlehrer für den Kraftverkehr Meissen,
das trotz meiner 3 Schichtarbeit in meinem VEB.
.................

Natürlich hatten wir etwas Glück, aber wenn keine Leistung dahinter steht bezahlt auch kein Arbeitgeber etwas mehr oder ist
daran interessiert das du bleibst.
Ich habe mich nicht gescheut mit 50 noch mal auf die Meisterschule zu gehen und bin nach dem Unterricht noch in die Firma
um die Dinge zu erledigen die notwendig waren.
Meine Frau (damals 37) hat den Ing.-Ök. der Ingenieurschule Meißen in der Abendschule zum Betriebswirt umbiegen müssen.
Ich kann nur sagen, von nichts kommt nichts.
Aber in der DDR war z.B. ich eben so produktiv, ich habe keine Arbeit gescheut........gekommen bin ich zu nichts.
Nicht weil wir es nicht bezahlen konnten (Geld hatten wir), nein es gab nichts.
Sicher satt wurde jeder, Schuhe gab es auch und eine Jacke /Hose konnte man auch kaufen...das war es aber.
Wie lange bin ich nach einen E-Herd gelaufen (AWG sagte wir bekommen keinen, wenn sie selber...),wie lange habe
ich nach einen neuen Auspuff gesucht, nach Zahnarzttermin 3 Monate, usw.
Das schlimmst war die Art & Weise wie mit uns umgegangen wurde.
Meine Schwägerin in Stuttgart starb, meine Frau wollte zu Beerdigung........also auf dem VPKA in Meißen Antrag gestellt.
Es rührte sich nichts, der Termin zu dem meine Frau hätte fahren müssen war da.......also rief meine Frau auf der Meldestelle
an, sie bekam die Antwort: Kommen Sie her , nur um ihr dort zu sagen: der Antrag ist abgelehnt
Auf ihre Frage warum, die Antwort....das müssen wir ihnen nicht sagen.

Wir haben nie an einen Ausreiseantrag gedacht, auch wir hatten uns eingerichtet....mit Groll, aber eben eingerichtet.
Im Gegensatz zu vielen anderen sind wir nicht mit Illusionen umgesiedelt, wir hatten aber unser Wissen und Können
zu verkaufen und das haben wir genutzt.
Das hat uns hier bei den bösen Kapitalisten in relativ kurzer Zeit einen bescheidenen Wohlstand gebracht.
Die Frage stellt sich mir immer wieder.........wie weit wäre ich gekommen wenn ich nicht bis 1978 an den Staat DDR geglaubt hätte.

Übrigens: ich hatte in meinem Arbeitsleben 2 Arbeitgeber & meine Frau 3


Die veröffentlichte Meinung ist nicht die Öffentliche.
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#1602

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 16.11.2015 11:50
von turtle | 6.961 Beiträge

Auf einen gemeinsamen Nenner werden wir hier nie kommen. Sicherlich haben sich Anfangs bei den Montags Demos viele nur eine bessere DDR gewünscht. An eine Wiedervereinigung wurde da bestimmt noch nicht gedacht. Ich auch nicht. Kohl und Co erkannte die historische Chance und mischte mit. Günstiger konnte es auch nicht werden, die SU selber im Taumel und Verfall. Etwas später wollte man in der DDR die DM und Einheit. Das die Politiker aus der Bundesrepublik die der DDR überlegen waren war nicht verwunderlich. Ich bin froh dass alles so gekommen ist, und unser Vaterland nicht mehr getrennt ist. Als es noch zwei deutsche Systeme gab, musste man versuchen dem anderen zu zeigen was das Bessere System ist. Und Zweifellos sehe ich in einigen bei uns seit der Wiedervereinigung nicht nur Verbesserungen. Mich stört absolut nicht wenn jemand der DDR nachtrauert, es gab zu viele Verlierer. Und Zusammengewachsen ist auch nichts. Es wurde Zusammen geschmissen. Verständlich musste man die Politische Situation ausnutzen. Doch Eines kann ich überhaupt nicht akzeptieren, sich die DDR wieder zu wünschen, und zwar genauso wie sie war. Das würde auch bedeuten die vielen Toten der Mauer und Innerdeutschen Grenze, viele Unrechtsurteile als in Ordnung zu finden. Potsdamerin fand bei meinen Zeilen etwas zynisch. Sich die DDR zurückzuwünschen und zwar genauso wie sie war übertrifft allen Zynismus.


1941ziger, GKUS64, IM Kressin und der 39. haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.11.2015 18:05 | nach oben springen

#1603

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 16.11.2015 11:57
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Aaach Leute, die DDR zurück oder nicht – das hat sich doch längst erledigt.

Zweifellos es gab in der DDR Sachen, die gut waren und im heutigen Deutschland gibt es Zustände und Befindlichkeiten, die abgeschafft gehören. Und wenn's nicht so wäre, würde man schon was zum Meckern finden.
Klar, gerne kommt von uns Ostlern der Spruch: "Das hätte es zu DDR-Zeiten nicht gegeben!"
Meiner Meinung nach ist das aber meistens situationsbedingt und irgendwie auch in der Natur des Menschen.
Aber jeder, der "unser deutsch demkratsche Reblik" (Originalton Erich H.) zurück haben will, sollte doch mal im stillen Kämmerlein in sich gehen und drüber nachdenken, wenn der fiktive Knall käme und sie wieder da wäre. Da käme (zumindest insgeheim) auch wieder der große Katzenjammer.
Wie wär's denn, wieder mit der Wanderpappe umweltverpestend über holprige Autobahnen zu knattern?
Wie wär's denn, im Laden wieder zu fragen "Hammse …?
Wie wär's denn, sich wieder der Natural- und Tauschwirtschaft zu bedienen, um an Produkte zu kommen, an denen man heute die Auswahl aus dutzenden Marken hat?
Wie wär's denn, wieder eine Kahnfahrt auf der Saale zu unternehmen und dabei festzustellen, dass man in Ufernähe in einer teerigen Masse kleben bleibt und sich hinter dem Heck eine deutliche Spur von Kiel und Rudern abzeichnet, während man den Chemiegestank gratis dazu bekommt?
Wie wär's denn, wieder am Tisch zu sitzen und nicht mehr gedankenlos zum aus vielen Sorten im Supermarkt ausgewählten Honig, Joghurt oder sonst was zu greifen?
Wie wär's denn, vor einer Familienfeier wieder tage-oder gar wochenlang Hamster zu spielen, um selbst solche schlichten Leckerlis wie Erdnuss-Flips auf den Tisch stellen zu können?
Wie wär's denn, im Bevorstehen einer Festivität wieder den richtigen Moment zum Bierkauf finden zu müssen, weil der Gerstensaft einerseits schnell verderblich und die Erhältlichkeit andererseits nicht stets gewährleistet war.
Wie wär's denn, wenn die Reiselustigen unter uns wieder mit der Tatsache konfrontiert wären, nur in Ostblock-Länder fahren zu können und dabei teilweise nur beschränkt Landeswährung mitnehmen zu dürfen.
Ich weiß, dass man alles gut- und schlechtreden kann. Ich weiß auch, dass die heutige Vielfalt einer kapitalistischen Konkurrenz entspringt und ich weiß ebenfalls, dass sich nicht jeder alles leisten kann und es nicht allein Gewinner gibt.
Ich selbst bin ganz gewiss kein flammender Anhänger von enthemmtem Kapitalismus, aber man muss die Kirche auch im Dorf lassen können und nicht unentwegt schwarzsehen; sonst kann man sich ja gleich aus dem Fenster schmeißen.
Es sind die tagtäglichen kleinen Dinge, die von vielen Mäklern nicht wahrgenommen werden.
Ach so, hier wurde auch die Bezahlbarkeit von Kultur zur Sprache gebracht ("Der Freischütz" für 70,- € in der Semper Oper) und ich schrieb weiter vorn etwas von meinen Befindlichkeiten als Rock & Rop-Fan. Aus dieser Eigenschaft heraus weiß ich nur zu gut, dass mitunter unverschämt zu nennende Preise für sogenannte Superstars verlangt werden; namhafte Lokalitäten spielen sicher auch eine Rolle.
Es geht aber auch anders. Um nur ein einziges Beispiel von vielen zu nennen: Im kommenden Jahr treten in einem kleinen Halleschen Laden, in dem ich Stammgast bin, Mitch Ryder & Engerling für 19,- € Vorverkaufspreis auf. Wer sich in der Szene auskennt, weiß, dass dies sehr preiswert ist. Ich behaupte, dass sich das wirklich die Allermeisten zumindest einmal pro Jahr leisten können.
So jetzt habe ich etwas ungeordnet und ohne Absätze meine Gedanken dargelegt. Nicht jeder wird mit ihnen konform gehen oder meinen, ich habe nicht alles tief genug ausgelotet oder mich zu einseitig artikuliert.

Muss ich jetzt ins Kinderbergwerk zum Marmeladeschippen, wo es aus und vorbei ist mit dem süßen Leben?


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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#1604

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 16.11.2015 12:20
von Hanum83 | 4.694 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #1595


Also ich habe von keiner Frau gehört --das sie in der DDR intensiv ausgebeutet wurde. Aber ich kenne viele Frauen aus dem eigenen Berieb,die man gleich nach der Wende auf die Straße gesetzt hat. Genauso sah es mit den älteren Kollegen aus--die man demokratisch in den Vorruhestand drückte und wenn sie nicht gehen wollten,ganz einfach kündigte. Die in den Vorruhestand gingen, da sah es ja anfangs nicht schlecht aus, aber als sie das Rentenalter erreichten--bekamen sie plötzlich 18% weniger Rente,weil ja die Arbeitsjahre fehlten. Also wurde auch auf diesen Gebiet tausende beschissen. Und das zieht sich bis heute hin--deshalb ist auch die Altersarmut in Deutschland auf den Vormarsch.



Wenn Ausbeutung wenig Lohn für viel Arbeit bedeudet, naja, meine ehemalige hat nach 3 Jahren Fachschule als Krippentante 400 Mark verdient, war 1982.
Nicht gerade üppig, heute würde man gleich die antikapitalistische Faust schütteln, damals war es halt einfach so und fertig.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 16.11.2015 12:21 | nach oben springen

#1605

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 16.11.2015 12:56
von Alfred | 6.841 Beiträge

Hanum,

sicher nicht viel, aber auf alle Fälle hatte man nach der Ausbildung einen Arbeitsplatz sicher, selbst dies ist heute keine Selbstverständlichkeit. Und das Gehalt stieg ja auch im laufe der Jahre.....


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#1606

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 16.11.2015 13:04
von DoreHolm | 7.685 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #1604
Zitat von Rostocker im Beitrag #1595


Also ich habe von keiner Frau gehört --das sie in der DDR intensiv ausgebeutet wurde. Aber ich kenne viele Frauen aus dem eigenen Berieb,die man gleich nach der Wende auf die Straße gesetzt hat. Genauso sah es mit den älteren Kollegen aus--die man demokratisch in den Vorruhestand drückte und wenn sie nicht gehen wollten,ganz einfach kündigte. Die in den Vorruhestand gingen, da sah es ja anfangs nicht schlecht aus, aber als sie das Rentenalter erreichten--bekamen sie plötzlich 18% weniger Rente,weil ja die Arbeitsjahre fehlten. Also wurde auch auf diesen Gebiet tausende beschissen. Und das zieht sich bis heute hin--deshalb ist auch die Altersarmut in Deutschland auf den Vormarsch.



Wenn Ausbeutung wenig Lohn für viel Arbeit bedeudet, naja, meine ehemalige hat nach 3 Jahren Fachschule als Krippentante 400 Mark verdient, war 1982.
Nicht gerade üppig, heute würde man gleich die antikapitalistische Faust schütteln, damals war es halt einfach so und fertig.



Grün: Für Anfang der 80er war das in der Tat wenig. Es relativiert sich allerdings, wenn man die Kaufkraft von DDR-Mark damals und Euro heute vergleicht. Nun komme mir keiner gleich mit dem Hinweis, daß man ja für Ostmark viele Dinge einfach nicht kaufen konnte, da nicht konvertierbar, aber das waren i.d.R. keine Dinge, die man zum Leben unbedingt braucht. Das meine ich nicht, sondern die Dinge des täglichen Lebens, also das, was man täglich, wöchentlich oder in Monatsbeträgen (Miete, Gebühren u.s.w.) so benötigte, um vernünftig leben zu können einschl. der Freizeit- und kulturellen Bedürfnisse und derer der Kinder (Hort, Kindergarten, Schulausflüge, Lehrbücher u.s.w.). Äpfel mit Birnen vergleichen funktioniert hier nicht, das gibt ein schiefes Bild.



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#1607

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 16.11.2015 13:07
von Heckenhaus | 5.127 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #1604
Zitat von Rostocker im Beitrag #1595


Also ich habe von keiner Frau gehört --das sie in der DDR intensiv ausgebeutet wurde. Aber ich kenne viele Frauen aus dem eigenen Berieb,die man gleich nach der Wende auf die Straße gesetzt hat. Genauso sah es mit den älteren Kollegen aus--die man demokratisch in den Vorruhestand drückte und wenn sie nicht gehen wollten,ganz einfach kündigte. Die in den Vorruhestand gingen, da sah es ja anfangs nicht schlecht aus, aber als sie das Rentenalter erreichten--bekamen sie plötzlich 18% weniger Rente,weil ja die Arbeitsjahre fehlten. Also wurde auch auf diesen Gebiet tausende beschissen. Und das zieht sich bis heute hin--deshalb ist auch die Altersarmut in Deutschland auf den Vormarsch.



Wenn Ausbeutung wenig Lohn für viel Arbeit bedeudet, naja, meine ehemalige hat nach 3 Jahren Fachschule als Krippentante 400 Mark verdient, war 1982.
Nicht gerade üppig, heute würde man gleich die antikapitalistische Faust schütteln, damals war es halt einfach so und fertig.


Deshalb kann man nicht "damals" Ostmark und "damals" DDR-Preise mit "heute" Euro vergleichen.
Dein Beispiel schildert das Jahr 1982, das ist 33 Jahre her.
Was nutzen dir heute 1300 € netto, wenn die Miete schon 500 € wegnimmt, dann kommt Energie, Fahrgeld, Versicherungen...........
Finanziell steht heute nicht jeder besser als wir in der DDR.
Jaaaa, die Freiheit, die Möglichkeiten. Und dann kommt das böse ABER !


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#1608

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 16.11.2015 13:09
von Hanum83 | 4.694 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #1606
Zitat von Hanum83 im Beitrag #1604
Zitat von Rostocker im Beitrag #1595


Also ich habe von keiner Frau gehört --das sie in der DDR intensiv ausgebeutet wurde. Aber ich kenne viele Frauen aus dem eigenen Berieb,die man gleich nach der Wende auf die Straße gesetzt hat. Genauso sah es mit den älteren Kollegen aus--die man demokratisch in den Vorruhestand drückte und wenn sie nicht gehen wollten,ganz einfach kündigte. Die in den Vorruhestand gingen, da sah es ja anfangs nicht schlecht aus, aber als sie das Rentenalter erreichten--bekamen sie plötzlich 18% weniger Rente,weil ja die Arbeitsjahre fehlten. Also wurde auch auf diesen Gebiet tausende beschissen. Und das zieht sich bis heute hin--deshalb ist auch die Altersarmut in Deutschland auf den Vormarsch.



Wenn Ausbeutung wenig Lohn für viel Arbeit bedeudet, naja, meine ehemalige hat nach 3 Jahren Fachschule als Krippentante 400 Mark verdient, war 1982.
Nicht gerade üppig, heute würde man gleich die antikapitalistische Faust schütteln, damals war es halt einfach so und fertig.



Grün: Für Anfang der 80er war das in der Tat wenig. Es relativiert sich allerdings, wenn man die Kaufkraft von DDR-Mark damals und Euro heute vergleicht. Nun komme mir keiner gleich mit dem Hinweis, daß man ja für Ostmark viele Dinge einfach nicht kaufen konnte, da nicht konvertierbar, aber das waren i.d.R. keine Dinge, die man zum Leben unbedingt braucht. Das meine ich nicht, sondern die Dinge des täglichen Lebens, also das, was man täglich, wöchentlich oder in Monatsbeträgen (Miete, Gebühren u.s.w.) so benötigte, um vernünftig leben zu können einschl. der Freizeit- und kulturellen Bedürfnisse und derer der Kinder (Hort, Kindergarten, Schulausflüge, Lehrbücher u.s.w.). Äpfel mit Birnen vergleichen funktioniert hier nicht, das gibt ein schiefes Bild.



Ok, für den angegammelten Krautkopf im Konsum hat es schon gereicht und die Miete war billig, aber schon bei Möbel wurde es mit normalen DDR-Arbeiter-Verdienst verdamt eng.
So das Schlaraffenland war es nun wirklich auch nicht.
Wir waren froh das wir 82 den Ehekredit hatten, der reichte für ein neues Schlafzimmer für 4000 Mark, die andere Einrichtung wurde gebraucht gekauft oder gesponsert von den Eltern.
Über die Jahre wurde dann schrittweise was neues angeschafft.
Wenn man sieht was heute Möbel kosten, ein Traum für junge Leute mit wenig Mitteln.
Was du schreibst ist so die alte Sozialismus-Leier "Was brauchst du Luxus wenn deine Grundbedürfnisse abgesichert sind", war ja dann auch nur so eine Art DDR-Harz4 für das man aber sogar noch arbeiten musste wenn man es genau nimmt.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
Gert und beobachter haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.11.2015 13:22 | nach oben springen

#1609

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 16.11.2015 15:02
von bürger der ddr | 3.594 Beiträge

Falls wir weiter auf der Verdienst- und Kostenschiene bleiben wollen, dann bitte einmal darüber nachdenken über die Kaufkraft und der Hirarchie der Bedürfnisse.
Ein Rentner in der DDR mit 400 Mark war doch besser bedient als ein Rentner heute mit 700 €, und mit arbeiten für ein "Ost H4" das ist lächerlich, warum gibt es heute noch "Aufstocker"?
Nur weil heute Elektronikartikel billig sind, so ist doch der wirklich wichtige Rest einfach zu teuer. Warum gehen so viele Rentner Zeitungen austragen, bestimmt nicht weil die Vögel frühs so schön singen....
Das Beispiel mit den Möbeln hinkt auch etwas, wie lange hat eine Schrankwand in der DDR gehalten und wie lange ist die Lebensdauer der der Folienplatten aus dem Discounter?

Setze Dich mal in Deine Zeitmaschine und mache ein paar Recherchen.... und unterhalte Dich dann mal mit einigen BRD Rentner.



IM Kressin, Heckenhaus und Fritze haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#1610

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 16.11.2015 18:09
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #1599
Zitat von Gert im Beitrag #1559

was schreibst du denn hier für einen Unsinn und findest dabei auch noch Leute, die das (ungeprüft ) für gut befinden.

schau mal hier :http://www.rp-online.de/kultur/kunst/wie...rt-bid-1.570822


@Gert, ich will nicht wieder einen Privatzwist mit dir, aber daß diese Subventionen noch lange nicht dazu führen, daß jeder
Bürger sich eine Theater- oder Konzertkarte leisten kann dürftest auch du nicht leugnen.

Hast du Ahnung davon, wie es in der DDR lief, nur als Vergleich ?
Nein, denn du lebtest dort nicht sehr lange.

Theateranrechte gab es bereits für Schüler, keine Karte kostete mehr als 10 bis 12 Mark. Für gute Plätze !!!
Ich habe das jahrelang genutzt, sah Schwanensee, Peer Gynt, Lohengrin, div.Konzerte, besuchte Sprechbühnen und Operettentheater.
Geh mal mit dem Betrag heute an eine Theaterkasse !
Hartz IV-Empfänger, Mindestrentner oder untere Einkommensgruppen sind da die Dummen.
(Ja, es gibt auch intelligente Hartz IV-Empfänger, die nicht saufen, keine Kinder schlagen und Nichtraucher sind)

Das, 10 Euro, bezahlst du oft fast an einer Kinokasse, bis 9 Euro sind normal.

Die Menschen, die kaum Geld für frisches Obst haben, für die Urlaub ein Fremdwort ist, die können auch keine kulturellen Veranstaltungen
besuchen. Genau das sollte aber ermöglicht werden, ohne ellenlange "Teilhabeanträge" a´la von der Leyen.

Kleines Beispiel : http://www.staatstheater-wiesbaden.de/karten/preise/

Sicher gibt es auch Preise unter 10 Euro, im 3. Rang ganz hinten. Da kannst du gleich zu Hause bleiben.


richtig diese Preise kenne ich auch und noch niedrigere. Zu der Zeit habe ich aber auch in meinem damaligen erlernten Beruf 600 Mark in der DDR verdient, nach dem Wechsel in den Westen 1965 schon 850 DM. Aber da kostete auch der Liter Benzin noch 0,65 DM und z.B. 1970 bezog ich mit meiner jungen Familie eine Neubauwohnung, 3 Zimmer 75 qm mit Fernheizung und allem Pipapo für 245 DM.
Also die Lebenshaltungskosten haben sich in der Zeit vervierfacht die Einkommen mindesten auch.

Die Preise für das Düsseldorfer Schauspielhaus liegen bei :

Grosses Haus / Große Bühne
Platzgruppe 1 2 3 4
Normalpreis 39,– 36,– 31,– 15,–
Sonderpreis* 44,– 41,– 35,– 23,–
Premierenpreis 49,– 45,– 39,– 25,–

P.S ich mach da mal eine Rechnung auf.
Der Durschnittsverdienst liegt in D 2015 bei 35000€ ( Quelle Deutsche Rentenversicherung)
die beste Karte des Düsseldorfer Schauspielhauses kostet 39 €, das 12 x im Jahr sind 468 €, das sind 1,34 % des Jahresverdienstes
ich verdiente 1965 , wie geschrieben, ca. 600 Mark im Monat, das sind 7200 Mark im Jahr. Eine Theaterkarte 12 Mark x 12 Monate = 144 Mark.
Diese 144 Mark sind 2 % des Jahreseinkommens für Kultur. Nun rate mal welche Theaterkarte teurer ist ??
So geht Vergleich der Kaufkraft und nicht einfach irgendwelche Zahlen wild gegenüber gestellt.
grün mark
Übrigens, ich habe immerhin diesen Staat und die verangegangene sowj. Besatzungszone 21 Jahre "genießen " dürfen. IN NRW wirst du schon nach 17 Jahren begnadigt bei " lebenslänglich". Ob das lange ist oder nicht lange , na ja ist alles relativ


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 16.11.2015 18:48 | nach oben springen

#1611

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 16.11.2015 18:25
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #1595
[quote]
Also ich habe von keiner Frau gehört --das sie in der DDR intensiv ausgebeutet wurde. Aber ich kenne viele Frauen aus dem eigenen Berieb,die man gleich nach der Wende auf die Straße gesetzt hat. Genauso sah es mit den älteren Kollegen aus--die man demokratisch in den Vorruhestand drückte und wenn sie nicht gehen wollten,ganz einfach kündigte. Die in den Vorruhestand gingen, da sah es ja anfangs nicht schlecht aus, aber als sie das Rentenalter erreichten--bekamen sie plötzlich 18% weniger Rente,weil ja die Arbeitsjahre fehlten. Also wurde auch auf diesen Gebiet tausende beschissen. Und das zieht sich bis heute hin--deshalb ist auch die Altersarmut in Deutschland auf den Vormarsch.



Rostocker du verstehst nicht immer meine Scherzchen, natürlich wurden die Frauen nicht ausgebeutet, des halb habe ich das Wort extra gekennzeichnet.Ich habe für kurze Zeit die Arbeitsmoral in der DDR kennengelernt. Also Schweissperlen bekam man nicht auf der Stirn, Arbeitspausen wurden auch mal ausgedehnt wenn man gerade ein gutes Skatblatt auf der Hand hatte , interessierte doch keinen. Konnte man sich auf der anderen Seite nicht leisten, da wäre der nächste erste der erste Arbeitstag bei einem neuen AG gewesen(oder auch Alu)
Ihc verstehe auch nicht warum du dich an der Frühverentung hochziehst. Natürlich hat das nicht jedem gefallen aber was sollte man denn mit den vielen Scheinarbeitslosen(sprich Überbeschäftigung und nutzlosen Politkommissare der DDR Betriebe usw.) der VEBs machen? Es war doch eine bessere Lösung als sie in die Arbeitslosigkeit zu schicken. Denn die vielen Industrieruinen, die die DDR hinterließ und die die Treuhand irgendwie zu Geldmachen sollte, waren seit dem Tag der Währungsunion hoffnungslos unterlegen im nationalen und internationalen Wettbewerb. Da ist doch nicht von der Hand zu weisen.


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Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#1612

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 16.11.2015 18:31
von Signalobermaat | 356 Beiträge

Wenn es 1989 kluge Politiker der BRD gegeben hätte und die auch noch die Macht im Staat gehabt hätten, wie sich das für eine Regierung gehört, dann hätte man ja mal überlegen können, was für das gesamtdeutsche Volk von Wert gewesen wäre zu behalten, und auf was man hätte verzichten können.
Die Superreichen wären bestimmt nicht in die totale Armut gefallen.Die hätten doch mit Höchstjahreseinkommen von privat 5 Mill. auch noch ganz gut leben können.
Ganze Bereiche von gut verdienenden DDR Bürgern ,die durch Studium und harte Arbeit ihre Qualifikationen verdient haben, hat man die Rentenpunkte gestrichen,das betrifft die Zusatzversorgung von Intelligenz,Wissenschaftlern,Medizinern,Künstlern usw.usw.
Es sollen noch ca. 60000Personen sein( ohne bewaffnete Organe)
Die Petitionen dieser Leute wurde Anfang Juli im Bundestag einfach gestrichen,zusätzlich derer von den bewaffneten Organen.
Das wurde einfach beschlossen.Ist doch machbar,warum n icht auch im Westen.
Aber unsere Reichen und Schönen wollten 1. nichts abgeben und ganz im Gegenteil auf Kosten des Ostens noch reicher werden.Schnell noch ein paar gut gehende Betriebe billig eingekauft, oder als Konkurenten platt gemacht.
Es ging doch nicht darum ein paar Assis mit durchzuschleifen, das passiert heut in anderen Größenordnungen.Ich glaube, die meisten DDR Leute wollten sich gut in die Einheit einbringen und waren bereit Leistung zu erbringen.
Da haben manche Unternehmen nur gestaunt, was Ossis im Westen für Ideen hatten,waren gern gesehene natürlich auch billige Arbeitskräfte.
Es ist schon beschäment mit welcher Arroganz einige BRD Arbeitnehmer sich über DDR Berufstätige geäußert haben.
Ich habe im letzten Jahr an einem Streitgespräch teilhaben dürfen,einem BRD Meister,einem Mann aus der Chefetage eines Konzerns und einem DDR Ing.
Der Meister hat sich aufgespielt wie ein kleiner Gott, der alles kann und der DDR Bürger ein Nichts.Da schritt der Mann aus der Chefetage ein und sagte dem Meister,das er nur ein kleiner Meister sei,der letzte der Hierarchie im Konzern und zwar auf der untersten Stufe.Diese Zurechtweisung , hat er bis heut nicht verdaut.Auch soetwas gibt es.
In diesem Deutschland ist so viel Geld da, was ungerecht verteilt wird(z.B. Fußballer gegenüber Ärzten u.a. Wertschaffenden),daß keiner in Armut leben müßte,Alleinerziehende ausreichend versorgt werden könnten,eine gute medizin. Versorgung und Altersbetreung für alle möglich wäre usw.
Es hätte ein guter Sozialstaat aufgebaut werden können,über deren Einhaltung und Mehrung des Bruttosozialproduktes und deren volkswirtschaftliche Verwendung, zum Wohle der Werteschaffenden und der sozial Bedürftigen unsere Regierung zu wachen hätte.
Aber, es geht nun mal nicht, wie schon so oft angeführt nicht nach des Volkes Wille, sondern sondern nach den Interessen des Kapitals.
Schade, die Chance war 1990 da, ebenso wie in der DDR nicht einen realen, sondern zumindestens die Grundlagen für einen richtigen Soz. zu schaffen.
Ich glaube(weiß es nicht)daß unser Walter auf den VII. Parteitag dazu die Kurve kriegen wollte, aber aus der Kurve gedrängt wurde.
Die bundesdeutsche Störtätigkeit hat ihr übriges dazu getan,es lag also nicht allein am Unvermögen der DDR.
Ich denke mal, wenn die Politik es verstanden hätte, nach der Wende alle Kräfte in Ost und West nach vorn zu bündeln und sich nicht in kleinen Rachegelüsten zu verzetteln dann hätte mit der jetzigen Losung, wir schaffen das, etwas Großes werden können.
Aber da mußten Akten hervorgeholt werden, die im Archiv gut verschlossen aufgehoben gewesen wären .Wem haben sie genützt?, Immer neue
Feindschaften und Verdächtigungen entstanden.Es hätte keiner gewußt was da drin steht und Ruhe wäre gewesen.
Gut ausgebildete Leute, die dringend für den Neuafbau gebraucht wurden grenzte man aus. Da wurden Personen in Funktionen gehoben, die nichts zustande brachten, außer Chaos.
Es hätte alles gut werden können, wenn Klugheit und Vernunft die Richtung vorgegeben hätte.



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#1613

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 16.11.2015 18:46
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Signalobermaat im Beitrag #1612
Wenn es 1989 kluge Politiker der BRD gegeben hätte und die auch noch die Macht im Staat gehabt hätten, wie sich das für eine Regierung gehört, dann hätte man ja mal überlegen können, was für das gesamtdeutsche Volk von Wert gewesen wäre zu behalten, und auf was man hätte verzichten können.
Die Superreichen wären bestimmt nicht in die totale Armut gefallen.Die hätten doch mit Höchstjahreseinkommen von privat 5 Mill. auch noch ganz gut leben können.
Ganze Bereiche von gut verdienenden DDR Bürgern ,die durch Studium und harte Arbeit ihre Qualifikationen verdient haben, hat man die Rentenpunkte gestrichen,das betrifft die Zusatzversorgung von Intelligenz,Wissenschaftlern,Medizinern,Künstlern usw.usw.
Es sollen noch ca. 60000Personen sein( ohne bewaffnete Organe)
Die Petitionen dieser Leute wurde Anfang Juli im Bundestag einfach gestrichen,zusätzlich derer von den bewaffneten Organen.
Das wurde einfach beschlossen.Ist doch machbar,warum n icht auch im Westen.
Aber unsere Reichen und Schönen wollten 1. nichts abgeben und ganz im Gegenteil auf Kosten des Ostens noch reicher werden.Schnell noch ein paar gut gehende Betriebe billig eingekauft, oder als Konkurenten platt gemacht.
Es ging doch nicht darum ein paar Assis mit durchzuschleifen, das passiert heut in anderen Größenordnungen.Ich glaube, die meisten DDR Leute wollten sich gut in die Einheit einbringen und waren bereit Leistung zu erbringen.
Da haben manche Unternehmen nur gestaunt, was Ossis im Westen für Ideen hatten,waren gern gesehene natürlich auch billige Arbeitskräfte.
Es ist schon beschäment mit welcher Arroganz einige BRD Arbeitnehmer sich über DDR Berufstätige geäußert haben.
Ich habe im letzten Jahr an einem Streitgespräch teilhaben dürfen,einem BRD Meister,einem Mann aus der Chefetage eines Konzerns und einem DDR Ing.
Der Meister hat sich aufgespielt wie ein kleiner Gott, der alles kann und der DDR Bürger ein Nichts.Da schritt der Mann aus der Chefetage ein und sagte dem Meister,das er nur ein kleiner Meister sei,der letzte der Hierarchie im Konzern und zwar auf der untersten Stufe.Diese Zurechtweisung , hat er bis heut nicht verdaut.Auch soetwas gibt es.
In diesem Deutschland ist so viel Geld da, was ungerecht verteilt wird(z.B. Fußballer gegenüber Ärzten u.a. Wertschaffenden),daß keiner in Armut leben müßte,Alleinerziehende ausreichend versorgt werden könnten,eine gute medizin. Versorgung und Altersbetreung für alle möglich wäre usw.
Es hätte ein guter Sozialstaat aufgebaut werden können,über deren Einhaltung und Mehrung des Bruttosozialproduktes und deren volkswirtschaftliche Verwendung, zum Wohle der Werteschaffenden und der sozial Bedürftigen unsere Regierung zu wachen hätte.
Aber, es geht nun mal nicht, wie schon so oft angeführt nicht nach des Volkes Wille, sondern sondern nach den Interessen des Kapitals.
Schade, die Chance war 1990 da, ebenso wie in der DDR nicht einen realen, sondern zumindestens die Grundlagen für einen richtigen Soz. zu schaffen.
Ich glaube(weiß es nicht)daß unser Walter auf den VII. Parteitag dazu die Kurve kriegen wollte, aber aus der Kurve gedrängt wurde.
Die bundesdeutsche Störtätigkeit hat ihr übriges dazu getan,es lag also nicht allein am Unvermögen der DDR.
Ich denke mal, wenn die Politik es verstanden hätte, nach der Wende alle Kräfte in Ost und West nach vorn zu bündeln und sich nicht in kleinen Rachegelüsten zu verzetteln dann hätte mit der jetzigen Losung, wir schaffen das, etwas Großes werden können.
Aber da mußten Akten hervorgeholt werden, die im Archiv gut verschlossen aufgehoben gewesen wären .Wem haben sie genützt?, Immer neue
Feindschaften und Verdächtigungen entstanden.Es hätte keiner gewußt was da drin steht und Ruhe wäre gewesen.
Gut ausgebildete Leute, die dringend für den Neuafbau gebraucht wurden grenzte man aus. Da wurden Personen in Funktionen gehoben, die nichts zustande brachten, außer Chaos.
Es hätte alles gut werden können, wenn Klugheit und Vernunft die Richtung vorgegeben hätte.




@Signalobermaat
du bist einfach ein verbitterter alter Mann , dem nichts besseres einfällt als die alten Sch.. parolen gebetsmühlenhaft hier abzuspulen. Du bist nie angekommen und wirst es auch nicht


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#1614

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 16.11.2015 18:48
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Die DDR war doch 1989 komplett runtergerockt und pleite. Der Westen hat ihr trotzdem über Nacht geholfen, mit allem was er hatte und sogar auf Pump mit seiner Kreditwürdigkeit. Die DDR-Bürger sind vorher gefragt worden, ob sie der Bundesrepublik beitreten möchten, die Westler umgekehrt nicht. Zahlen durften sie trotzdem für Jahrzehnte lange Verwahrlosung der DDR-Wirtschaft und Infrastruktur. Ich sage nur mal Straßen, Dächer, Fenster und Telefon.

Jetzt im Nachhinein darüber zu quengeln, dass es nicht ganz perfekt war, ist schon etwas vermessen. Niemand hatte ein Rezept, wie man so ein Land umbaut. Der RGW war weg, die SU war weg, also der bisherige Markt für DDR-Produkte, der Mittelstand war weg und viele gute DDRler waren in den Westen gegangen.


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zuletzt bearbeitet 16.11.2015 18:49 | nach oben springen

#1615

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 16.11.2015 19:02
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #1611
Zitat von Rostocker im Beitrag #1595
[quote]
Also ich habe von keiner Frau gehört --das sie in der DDR intensiv ausgebeutet wurde. Aber ich kenne viele Frauen aus dem eigenen Berieb,die man gleich nach der Wende auf die Straße gesetzt hat. Genauso sah es mit den älteren Kollegen aus--die man demokratisch in den Vorruhestand drückte und wenn sie nicht gehen wollten,ganz einfach kündigte. Die in den Vorruhestand gingen, da sah es ja anfangs nicht schlecht aus, aber als sie das Rentenalter erreichten--bekamen sie plötzlich 18% weniger Rente,weil ja die Arbeitsjahre fehlten. Also wurde auch auf diesen Gebiet tausende beschissen. Und das zieht sich bis heute hin--deshalb ist auch die Altersarmut in Deutschland auf den Vormarsch.



Rostocker du verstehst nicht immer meine Scherzchen, natürlich wurden die Frauen nicht ausgebeutet, des halb habe ich das Wort extra gekennzeichnet.Ich habe für kurze Zeit die Arbeitsmoral in der DDR kennengelernt. Also Schweissperlen bekam man nicht auf der Stirn, Arbeitspausen wurden auch mal ausgedehnt wenn man gerade ein gutes Skatblatt auf der Hand hatte , interessierte doch keinen. Konnte man sich auf der anderen Seite nicht leisten, da wäre der nächste erste der erste Arbeitstag bei einem neuen AG gewesen(oder auch Alu)
Ihc verstehe auch nicht warum du dich an der Frühverentung hochziehst. Natürlich hat das nicht jedem gefallen aber was sollte man denn mit den vielen Scheinarbeitslosen(sprich Überbeschäftigung und nutzlosen Politkommissare der DDR Betriebe usw.) der VEBs machen? Es war doch eine bessere Lösung als sie in die Arbeitslosigkeit zu schicken. Denn die vielen Industrieruinen, die die DDR hinterließ und die die Treuhand irgendwie zu Geldmachen sollte, waren seit dem Tag der Währungsunion hoffnungslos unterlegen im nationalen und internationalen Wettbewerb. Da ist doch nicht von der Hand zu weisen.


Gert--ich war fast 3 Jahre ununterbrochen in den alten Bundesländern auf Montage--von Süd bis Nord--also ich habe da ebenfalls Bereiche kennengelernt--wo man vom arbeiten sicher auch keine Schweißperlen auf der Stirn bekam und wo so mancher Schuster einen die Schuhe im laufen besohlen konnte. Dieses Problem gab es nicht nur im Osten -sondern auch im Westen- Also über Arbeitsmoral kann man sich streiten --aber dann doch bitte nicht einseitig. Während meiner Montagetätigkeit sagte mir mal ein alter Meister dort--Junge, hier wird genauso mit Wasser gekocht, wie bei euch da drüben.


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#1616

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 16.11.2015 19:03
von linamax | 2.015 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #1614
Die DDR war doch 1989 komplett runtergerockt und pleite. Der Westen hat ihr trotzdem über Nacht geholfen, mit allem was er hatte und sogar auf Pump mit seiner Kreditwürdigkeit. Die DDR-Bürger sind vorher gefragt worden, ob sie der Bundesrepublik beitreten möchten, die Westler umgekehrt nicht. Zahlen durften sie trotzdem für Jahrzehnte lange Verwahrlosung der DDR-Wirtschaft und Infrastruktur. Ich sage nur mal Straßen, Dächer, Fenster und Telefon.

Jetzt im Nachhinein darüber zu quengeln, dass es nicht ganz perfekt war, ist schon etwas vermessen. Niemand hatte ein Rezept, wie man so ein Land umbaut. Der RGW war weg, die SU war weg, also der bisherige Markt für DDR-Produkte, der Mittelstand war weg und viele gute DDRler waren in den Westen gegangen.



Ob, daß ankommt bei den Quenglern da habe ich meine Zweifel .


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#1617

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 16.11.2015 19:10
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Die Jammern ja sogar über die Renten, die in den neuen Ländern pro Haushalt höher sind, als in den alten Bundesländern. Das kommt, weil im Osten Männer und Frauen schon früh gearbeitet haben und das als Rentenzeit stark mitzählt. Eine Mutter im Westen, die "nur" ihre Kinder großgezogen hat, kriegt ohne große Rentenansprüche heute nur eine Minirente und der Mann hat die richtige Rente, oder hinterlässt sie ihr.


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#1618

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 16.11.2015 19:12
von Klauspeter | 987 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #1614
Die DDR war doch 1989 komplett runtergerockt und pleite. Der Westen hat ihr trotzdem über Nacht geholfen, mit allem was er hatte und sogar auf Pump mit seiner Kreditwürdigkeit. Die DDR-Bürger sind vorher gefragt worden, ob sie der Bundesrepublik beitreten möchten, die Westler umgekehrt nicht. Zahlen durften sie trotzdem für Jahrzehnte lange Verwahrlosung der DDR-Wirtschaft und Infrastruktur. Ich sage nur mal Straßen, Dächer, Fenster und Telefon.

Jetzt im Nachhinein darüber zu quengeln, dass es nicht ganz perfekt war, ist schon etwas vermessen. Niemand hatte ein Rezept, wie man so ein Land umbaut. Der RGW war weg, die SU war weg, also der bisherige Markt für DDR-Produkte, der Mittelstand war weg und viele gute DDRler waren in den Westen gegangen.



Es ist gut, darüber zu sprechen. Das zwingt immer wieder zu eigenem Überlegen und kann auch zu neuen Erkenntnissen führen.

Ist sicher aus Deiner Sicht alles richtig, was Du schreibst. Du musst aber auch verstehen, dass mancher, der das hier alles unmittelbar miterlebt hat, auch andere Gedanken dazu hat.

Ich bringe mal so ein ganz kleines Beispiel - eigentlich eine nebensächliche Episode.
Heute las ich in der "Leipziger Volkszeitung", dass man 1965 nur 6 Flaschen "Krostitzer Bier in der Kaufhalle in den Einkaufswagen legen durfte. Und das auch nur, wenn es denn mal welches gab. Stimmt, war so.
Krostitz ist ein kleiner Ort in der Nähe von Leipzig und Krostitz braute ein hervorragendes Bier. Die Brauerei war alt und baufällig - aber das Bier war Spitze. Die marode Brauerei schaffte beim besten Willen nicht mehr.
Dann kam die Wende. Die Brauerei ging in andere Hände über - sie wurde aufwendig modernisiert und produziert jetzt in großen Mengen.
Nur: Das Bier schmeckt nicht mehr. Es ist nicht mehr unterscheidbar von anderen Bieren.

Ich könnte andere Beispiele bringen. In der DDR hat niemand gehungert, aber gute Fleisch- und Wurstwaren waren meist knapp. DDR-Lebensmittel lösten keine Allergien aus, enthielten keine Antibiotika.
Alles sicher Nebensächlichkeiten - aber man denkt schon noch an diese Dinge und ich staune manchmal, was Profitsucht so allesl auslösen kann.

Man muss schon über solche Dinge mal nachdenken dürfen, ohne gleich ein unbelehrbarer Betonkopf zu sein...

Klaus


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#1619

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 16.11.2015 19:12
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #1614
Die DDR war doch 1989 komplett runtergerockt und pleite. Der Westen hat ihr trotzdem über Nacht geholfen, mit allem was er hatte und sogar auf Pump mit seiner Kreditwürdigkeit. Die DDR-Bürger sind vorher gefragt worden, ob sie der Bundesrepublik beitreten möchten, die Westler umgekehrt nicht. Zahlen durften sie trotzdem für Jahrzehnte lange Verwahrlosung der DDR-Wirtschaft und Infrastruktur. Ich sage nur mal Straßen, Dächer, Fenster und Telefon.

Jetzt im Nachhinein darüber zu quengeln, dass es nicht ganz perfekt war, ist schon etwas vermessen. Niemand hatte ein Rezept, wie man so ein Land umbaut. Der RGW war weg, die SU war weg, also der bisherige Markt für DDR-Produkte, der Mittelstand war weg und viele gute DDRler waren in den Westen gegangen.




Harzwanderer--man sollte nicht alles verallgemeinern--klar gab es das auch--was Du ansprichts, ist auch nicht zu bestreiten, Aber nun sagen die ganze Wirtschaft war verwahrlost--stimmt einfach nicht. In den beiden Betrieben in den ich gearbeitet habe--die gibt es heute noch-- und so groß wurde bis heute in den Letzten auch nicht investiert.


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#1620

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 16.11.2015 19:15
von Klauspeter | 987 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #1617
Die Jammern ja sogar über die Renten, die in den neuen Ländern pro Haushalt höher sind, als in den alten Bundesländern. Das kommt, weil im Osten Männer und Frauen schon früh gearbeitet haben und das als Rentenzeit stark mitzählt. Eine Mutter im Westen, die "nur" ihre Kinder großgezogen hat, kriegt ohne große Rentenansprüche heute nur eine Minirente und der Mann hat die richtige Rente, oder hinterlässt sie ihr.

Sind in den Westrenten auch die Pensionen und die Versorgungen der Ärzte enthalten ?

Klaus


zuletzt bearbeitet 16.11.2015 19:16 | nach oben springen


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