#1441

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 20.10.2015 10:20
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #1438
Die Häme, @Gert bezog sich mehr auf allgemeinere Äußerungen von Dir zum Thema im weitesten Sinne.
Reicht das?

Gruß
Nostalgiker


ja , ich schreibe dir mal etwas zu den Fragen per PN, aber erst heute Nachmittag


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#1442

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 20.10.2015 10:21
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Geht in Ordnung @Gert


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#1443

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 20.10.2015 23:03
von bürger der ddr | 3.625 Beiträge

@Gert , ich kannte die BRD der 80´er Jahre nicht aus eigenem erleben. Ich habe aber 1989 und 1990 die Reste dieser BRD noch miterlebt, das wr vor dem Thema "Leiharbeit" und "H4".
Machen wir uns nichts vor, mit dem "dahinscheiden" des Sozialistischen System ging auch eine Konkurerrenzrolle verloren. Viele DDR Bürger sagten damals sinngemäß "Was nutzt mir der Sozialismus ohne Ausbeutung, wenn es mir im Kapitalismus mit Ausbeutung besser geht".

Zu dem Thema Veränderung, nein ich habe keine Angst vor Veränderungen. 1993 habe ich noch meine IHK Abschluß als Industriekaufmann gemacht, 2005 habbe ich noch die Sachkundeprüfung als Karosseriebauer gemacht um ein eigenes Gewerbe in diesem Sektor eröffnen zu können (Meisterpflicht). Mit Veränderungen meine ich, der Preis ist manchmal zu hoch. Familie und Freundschaften (gut Freundschaften?) gehen dabei kaputt und der wirtschaftliche Erfolg ist oft zweifelhaft. Da bei der Sachkunddeprüfung die Berechtigung zur Ausbildung fehlt, wollte ich die Ausbilder Eignungsprüfung noch machen, nur hätte ich meinen Sohn nicht als Lehrling einstellen können (zu hohe Auflagen der Berufsgenossenschaft) und einen Mitarbeiter konnte ich aus ähnlichen Gründen nicht einstellen. Das Investitionsvolumen war mir bei einem Neustart im Alter von 50 Jahren zu hoch, also schuften allein bis zum umfallen.....
Ich lag diesem Staat nur sehr kurz auf der Tasche, meine Devise - wenn Du keine passende Arbeit findest, dann schaff dir eine. Insgesamt war ich ca. 10 Jahre selbst., nur was habe ich heute ? Als Bittsteller war ich immer zu stolz, nur kann ich durch mein Leben auch beurteilen wie schnell man in der "sozialen Hängematte" (ich meine diesen Begriff ironisch und lehne ihn ab) landen kann.



IM Kressin, Oss`n, Gert, exgakl, vs1400, 1941ziger und Pitti53 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.10.2015 23:04 | nach oben springen

#1444

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 21.10.2015 09:46
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von bürger der ddr im Beitrag #1443
@Gert , ich kannte die BRD der 80´er Jahre nicht aus eigenem erleben. Ich habe aber 1989 und 1990 die Reste dieser BRD noch miterlebt, das wr vor dem Thema "Leiharbeit" und "H4".
Machen wir uns nichts vor, mit dem "dahinscheiden" des Sozialistischen System ging auch eine Konkurerrenzrolle verloren. Viele DDR Bürger sagten damals sinngemäß "Was nutzt mir der Sozialismus ohne Ausbeutung, wenn es mir im Kapitalismus mit Ausbeutung besser geht".

Zu dem Thema Veränderung, nein ich habe keine Angst vor Veränderungen. 1993 habe ich noch meine IHK Abschluß als Industriekaufmann gemacht, 2005 habbe ich noch die Sachkundeprüfung als Karosseriebauer gemacht um ein eigenes Gewerbe in diesem Sektor eröffnen zu können (Meisterpflicht). Mit Veränderungen meine ich, der Preis ist manchmal zu hoch. Familie und Freundschaften (gut Freundschaften?) gehen dabei kaputt und der wirtschaftliche Erfolg ist oft zweifelhaft. Da bei der Sachkunddeprüfung die Berechtigung zur Ausbildung fehlt, wollte ich die Ausbilder Eignungsprüfung noch machen, nur hätte ich meinen Sohn nicht als Lehrling einstellen können (zu hohe Auflagen der Berufsgenossenschaft) und einen Mitarbeiter konnte ich aus ähnlichen Gründen nicht einstellen. Das Investitionsvolumen war mir bei einem Neustart im Alter von 50 Jahren zu hoch, also schuften allein bis zum umfallen.....
Ich lag diesem Staat nur sehr kurz auf der Tasche, meine Devise - wenn Du keine passende Arbeit findest, dann schaff dir eine. Insgesamt war ich ca. 10 Jahre selbst., nur was habe ich heute ? Als Bittsteller war ich immer zu stolz, nur kann ich durch mein Leben auch beurteilen wie schnell man in der "sozialen Hängematte" (ich meine diesen Begriff ironisch und lehne ihn ab) landen kann.


also Leiharbeit und Hartz IV sind keine Ergebnisse der Wende. Die Leiharbeitsfirmen reichen zurück bis in die 60 er Jahre.,Und Hartz IV hiess früher nur anders, nämlich Sozialhilfe. Wurde aus Steuermitteln bezahlt wie heute auch das ALG 2(HartzIV) Die Leiharbeit hatte in der Bundesrepublik vor 89 nur keine solche Verbreitung wie später. Ich glaube das kam erst auf mit Schröders Agenda 2010.
Sicher war die Wende für einige oder viele ein sehr großer Einschnitt. Ich habe es ja selbst im Miniformat erlebt, das waren etwa 5 Jahre bei mir bis ich wusste wo Bartel den Most holt. Z.B war ich schon 3 Jahre hier, als mir einer sagte, ich verschenke Geld wenn ich keinen Jahreslohnsteuerausgleich mache. Ich fragte was ist das? Ihc habe mich danach in die Materie hineingekniet und viel Geld vor dem Finanzamt gerettet. So war das bei mir. Kein Mensch klärte mich auf, wie der Hase läuft.Ich musste mir alles selbst erarbeiten. Ich hatte aber eine hohe Motivation und sagte mir jeden Morgen das Zitat eines berühmten Staatsmannes auf : Vorwärts immer, rückwärts nimmer
Im Grunde genommen hattet ihr die selbe Aufgabe nach der Wende, jedoch millionenfach. Und habt große Hilfen aus dem Altbundesgebiet , nicht nur finanzielle, vor allem aber Aufklärung über den neuen Staat bekommen. Die Zeit der Entwöhnung vom führenden Händchen der Partei und Staatsführung war vorbei. Das zu begreifen lief bei den einzelnen Menschen unterschiedlich ab. Es galt ein hohes Mass an Selbstständigkeit und Eigenverantwortung zu entwickeln.


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
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zuletzt bearbeitet 21.10.2015 09:48 | nach oben springen

#1445

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 21.10.2015 10:02
von Rostocker | 7.721 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #1444
[quote=bürger der ddr|p498642]@Gert , ich kannte die BRD der 80´er Jahre nicht aus eigenem erleben. Ich habe aber 1989 und 1990 die Reste dieser BRD noch miterlebt, das wr vor dem Thema "Leiharbeit" und "H4".
Machen wir uns nichts vor, mit dem "dahinscheiden" des Sozialistischen System ging auch eine Konkurerrenzrolle verloren. Viele DDR Bürger sagten damals sinngemäß "Was nutzt mir der Sozialismus ohne Ausbeutung, wenn es mir im Kapitalismus mit Ausbeutung besser geht".

Zu dem Thema Veränderung, nein ich habe keine Angst vor Veränderungen. 1993 habe ich noch meine IHK Abschluß als Industriekaufmann gemacht, 2005 habbe ich noch die Sachkundeprüfung als Karosseriebauer gemacht um ein eigenes Gewerbe in diesem Sektor eröffnen zu können (Meisterpflicht). Mit Veränderungen meine ich, der Preis ist manchmal zu hoch. Familie und Freundschaften (gut Freundschaften?) gehen dabei kaputt und der wirtschaftliche Erfolg ist oft zweifelhaft. Da bei der Sachkunddeprüfung die Berechtigung zur Ausbildung fehlt, wollte ich die Ausbilder Eignungsprüfung noch machen, nur hätte ich meinen Sohn nicht als Lehrling einstellen können (zu hohe Auflagen der Berufsgenossenschaft) und einen Mitarbeiter konnte ich aus ähnlichen Gründen nicht einstellen. Das Investitionsvolumen war mir bei einem Neustart im Alter von 50 Jahren zu hoch, also schuften allein bis zum umfallen.....
Ich lag diesem Staat nur sehr kurz auf der Tasche, meine Devise - wenn Du keine passende Arbeit findest, dann schaff dir eine. Insgesamt war ich ca. 10 Jahre selbst., nur was habe ich heute ? Als Bittsteller war ich immer zu stolz, nur kann ich durch mein Leben auch beurteilen wie schnell man in der "sozialen Hängematte" (ich meine diesen Begriff ironisch und lehne ihn ab) landen kann.


also Leiharbeit und Hartz IV sind keine Ergebnisse der Wende. Die Leiharbeitsfirmen reichen zurück bis in die 60 er Jahre.,Und Hartz IV hiess früher nur anders, nämlich Sozialhilfe. Wurde aus Steuermitteln bezahlt wie heute auch das ALG 2(HartzIV) Die Leiharbeit hatte in der Bundesrepublik vor 89 nur keine solche Verbreitung wie später. Ich glaube das kam erst auf mit Schröders Agenda 2010.
Sicher war die Wende für einige oder viele ein sehr großer Einschnitt. Ich habe es ja selbst im Miniformat erlebt, das waren etwa 5 Jahre bei mir bis ich wusste wo Bartel den Most holt. Z.B war ich schon 3 Jahre hier, als mir einer sagte, ich verschenke Geld wenn ich keinen Jahreslohnsteuerausgleich mache. Ich fragte was ist das? Ihc habe mich danach in die Materie hineingekniet und viel Geld vor dem Finanzamt gerettet. So war das bei mir. Kein Mensch klärte mich auf, wie der Hase läuft.Ich musste mir alles selbst erarbeiten. Ich hatte aber eine hohe Motivation und sagte mir jeden Morgen das Zitat eines berühmten Staatsmannes auf : Vorwärts immer, rückwärts nimmer
Im Grunde genommen hattet ihr die selbe Aufgabe nach der Wende, jedoch millionenfach. Und habt große Hilfen aus dem Altbundesgebiet , nicht nur finanzielle, vor allem aber Aufklärung über den neuen Staat bekommen. Die Zeit der Entwöhnung vom führenden Händchen der Partei und Staatsführung war vorbei. Das zu begreifen lief bei den einzelnen Menschen unterschiedlich ab. Es galt ein hohes Mass an Selbstständigkeit und Eigenverantwortung zu entwickeln.
[/quote

Also Händchen gehalten hat bei mir niemand auch keine Partei und die lasse ich mir auch heute nicht von solchen Partei-Vereinen halten. Natürlich habe auch ich eine gute Schulbildung erhalten,hab einen guten Beruf erlernt und als ich von der Fahne kam,noch einen zweiten dazu.Und der Weg täglich zu Arbeit ist mir auch nicht schwer gefallen.


Rainer-Maria Rohloff hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#1446

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 21.10.2015 10:36
von bürger der ddr | 3.625 Beiträge

@Gert , Du vergißt die andere Situation 1989 und 1960. Im Jahr 1989 brach ein Arbeitsmarkt in Deutschland zusammen, während 1960 Arbeitskräfte gesucht wurden.
Und das Thema Leiharbeit ist erst durch eine Gestzänderung in diesem Umfang möglich geworden. Ein Herr Clement hat ja auch nach seiner Politikerkarriere bei einer Zeitarbeitsfirma sein "auskommen" gefunden (leider nicht als Zeitarbeiter). Und die Änderungen im Sozialgesetz in Richtung H4 hat nicht mehr viel mit den "alten" Sozialleistungen zu tun. Diese wurden nicht an Sanktionen zur "Zwangsarbeit" geknöpft. Mit diesen Sanktionen machte man erst die Zeitarbeit, Minijobs und ähnliches möglich, denn viele hätten sich so etwas freiwillig nicht angetan.

Ich selber habe in einer Firma gearbeitet (im Bereich Prototypenbau), die hatten eine eigene Zeitarbeitsfirma um den Haustarif zu unterlaufen und geringere Schichtzuschläge zu zahlen. Die aufreibensten Arbeiten wurden durch die Zeitarbeiter erledigt um das Stammpersonal zu "schonen".
kannst du Dir vorstellen was man für einen "dicken Hals" bekommt, man hat die bessere Qualifizierung, buckelt wie ein Tier und der "Kollege" neben dir geht mit einigen € mehr nach Hause.
Solche Situationen hat Zeitarbeit geschaffen, Zeitarbeit und H4 dient nur als Druckmittel gegen die Arbeiter um auf deren Kosten den Profit (durch Minimierung der Lohnkosten) zu steigern.
Das nur weil Du mich nach dem Zusammenhang in dem Thema gefragt hast.

Zu dem Thema "Eigeninitiative", das war vorhanden. Die "ossis" wollten lernen und haben auch schnell auf die neuen Rechtsformen (Steuerrecht) reagiert. Nur was nutzt einen Arbeitslosen die Steuererklärung......
Hier ging ja wirklich eine ganze Industrie unter, vieles wurde "zerschlagen" um dann neu "aufteilen" zu können. Selbst wenn die Produktionsmittel verschlissen waren, der Produktionsfaktor Boden, wie wurde der verramscht?

Ich sehe das heute viel emotionsloser als vor kurzer Zeit, das ist halt Kapitalismus und der Satz: "Die Gesellschaft mit der höheren Produktivität wird siegen" hat sich bewahrheitet. Nur ist die Produktivität durch die geschichtliche Entwicklung (Marshallplan), durch die Nutzung der menschlichen Instinkte (Konsumverhalten, Gier) und durch die Ausbeutung höher.
Die technische Entwicklung geht mit diesem Geschehen einher. So gesehen konnte es nicht gut gehen mit der DDR.

Aber zurück, "wer wünscht sich die DDR zurück?"

Ich habe auch die Auswirkungen der Subventionspolitik nicht vergessen, auf der einen Seite wird die hier als Vorteil dargestellt, ich habe die aber als Nachteil aus eigener Erfahrung erlebt.
1978 habe ich das Grundstück von meinen Großeltern übernommem und meine Großeltern wohnten unten im Haus . Mein Bruder hatte in Eisenach Nord eine 4 Zimmer Neubauwohnung (warm und icl. Nebenkosten ca. 70 Mark Miete). Ich bezahlte Grundsteuer, Versicherung etc. und buckelte jeden Sack Zement selber. Beim Kauf meines Farb TV habe ich über die "Umlagen" meinem Bruder ein halbes Jahr Mietsubvention mitbezahlt. Als Alleinstehender auf Wohnungssuche, gute Nacht..... Und nach dem meine Großeltern gestorben sind wollte man mir "Zwangsmieter" rein setzen. gehts noch? Ich habe die Bude mit aufwand saniert, ohne Subventionen und soll dann für die gleiche Miete vermieten müssen wie der staatliche Sektor, der Subventionen bekam?
Auch das habe ich nicht vergessen, jede Medaille hat zwei Seiten, heute teilweise der Mietwucher....

Der Mittelweg fehlt, nenn es wie Du wilst (der Begriff Sozialismus ist für Dich ein Unwort), entweder Sozialismus mit den Grundlagen Leistungsprinzip, in den Bereichen Handwerk und Industrie zweiten Ranges mit privaten Sektor oder einen sozialen Kapitalismus, die Industrie ersten Ranges (Produktion der Grundmittel) unter staatlicher Kontrolle, lebenswichtige Zweige wie Post, Bahn, Energie und Wasserwirtschaft wieder verstaatlicht (so war das ja auch früher in der BRD). Und weg von H4 und Zeitarbeit.

Egal wie man das Modell nennt, das wäre eine DDR oder BRD in der ich gerne leben möchte.
Ich zitiere Goethe: " Mit freien Menschen auf freien Boden stehn, dann würde ich sagen Augenblick verweile du bist so schön"

Es ist nicht die DDR nach der ich mich "zurück sehne" es ist ein sozialerer Staat.



IM Kressin, beobachter, Rainer-Maria Rohloff, RudiEK89, DoreHolm, Heckenhaus, Gert, Rostocker, Fritze und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#1447

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 21.10.2015 18:20
von Grenzläufer | 1.775 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #1404
Da mühe ich mich hier ab und da kommt doch heute bei Freitag online eine Soziologin mit geschliffenem Wort um die Ecke:

(....)

https://www.freitag.de/autoren/der-freit...campaign=buffer

Klar tut das weh, das zu lesen. Ich fühle mich aber nicht als Nestbeschmutzerin, wenn ich es immer wieder thematisiere. Denn ich bin der Meinung, dass es auf eine Minderheit zutrifft und nicht pauschal auf alle ehemaligen DDR - Bürger.

Und wenn die einen für sich die freie Meinungsäußerung in Anspruch nehmen, dann lasse ich mir erst recht nicht ein altes, überholtes "Denkverbot" zum Thema überhelfen. Sondern hoffe eher, dass andere sich davon befreien.

LG von der Moskwitschka




Na wenn`s im freitag steht........

Was sagt die Soziologin zur 2012 Top Ten Anti-Semitic-list des Simon-Wiesenthal-Zentrums?

http://www.wiesenthal.com/atf/cf/%7B54d3...D/TT_2012_2.PDF


>>Wiesenthal-Zentrum setzt Jakob Augstein auf Antisemiten-Liste
(....) Auf der internationalen Negativliste des Simon-Wiesenthal-Zentrums (SWC) hat nun auch der deutsche Publizist Jakob Augstein einen Platz als Israel-Verleumder. Der Herausgeber der Wochenzeitung "Der Freitag" wird in der "Top-Ten" anti-semitischer und anti-israelischer Verunglimpfungen für 2012 auf dem neunten Rang geführt. Die Organisation begründet Augsteins Nennung mit Zitaten aus dessen Kolumnen bei "Spiegel Online".
Als einziger Deutscher wird Augstein damit in einem Atemzug mit Irans Präsident Mahmoud Ahmadinedschad (Rang 2) und den ägyptischen Muslimbrüdern Mohammed Badie und Futouh Abd Al-Nabi Mansour (Rang 1) genannt. (...)<<<

http://www.tagesspiegel.de/politik/umstr...te/7574538.html


zuletzt bearbeitet 21.10.2015 18:21 | nach oben springen

#1448

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 22.10.2015 01:26
von StabsfeldKoenig | 2.646 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #1444
Zitat von bürger der ddr im Beitrag #1443
@Gert , ich kannte die BRD der 80´er Jahre nicht aus eigenem erleben. Ich habe aber 1989 und 1990 die Reste dieser BRD noch miterlebt, das wr vor dem Thema "Leiharbeit" und "H4".
Machen wir uns nichts vor, mit dem "dahinscheiden" des Sozialistischen System ging auch eine Konkurerrenzrolle verloren. Viele DDR Bürger sagten damals sinngemäß "Was nutzt mir der Sozialismus ohne Ausbeutung, wenn es mir im Kapitalismus mit Ausbeutung besser geht".

Zu dem Thema Veränderung, nein ich habe keine Angst vor Veränderungen. 1993 habe ich noch meine IHK Abschluß als Industriekaufmann gemacht, 2005 habbe ich noch die Sachkundeprüfung als Karosseriebauer gemacht um ein eigenes Gewerbe in diesem Sektor eröffnen zu können (Meisterpflicht). Mit Veränderungen meine ich, der Preis ist manchmal zu hoch. Familie und Freundschaften (gut Freundschaften?) gehen dabei kaputt und der wirtschaftliche Erfolg ist oft zweifelhaft. Da bei der Sachkunddeprüfung die Berechtigung zur Ausbildung fehlt, wollte ich die Ausbilder Eignungsprüfung noch machen, nur hätte ich meinen Sohn nicht als Lehrling einstellen können (zu hohe Auflagen der Berufsgenossenschaft) und einen Mitarbeiter konnte ich aus ähnlichen Gründen nicht einstellen. Das Investitionsvolumen war mir bei einem Neustart im Alter von 50 Jahren zu hoch, also schuften allein bis zum umfallen.....
Ich lag diesem Staat nur sehr kurz auf der Tasche, meine Devise - wenn Du keine passende Arbeit findest, dann schaff dir eine. Insgesamt war ich ca. 10 Jahre selbst., nur was habe ich heute ? Als Bittsteller war ich immer zu stolz, nur kann ich durch mein Leben auch beurteilen wie schnell man in der "sozialen Hängematte" (ich meine diesen Begriff ironisch und lehne ihn ab) landen kann.


also Leiharbeit und Hartz IV sind keine Ergebnisse der Wende. Die Leiharbeitsfirmen reichen zurück bis in die 60 er Jahre.,Und Hartz IV hiess früher nur anders, nämlich Sozialhilfe. Wurde aus Steuermitteln bezahlt wie heute auch das ALG 2(HartzIV) Die Leiharbeit hatte in der Bundesrepublik vor 89 nur keine solche Verbreitung wie später. Ich glaube das kam erst auf mit Schröders Agenda 2010.
Sicher war die Wende für einige oder viele ein sehr großer Einschnitt. Ich habe es ja selbst im Miniformat erlebt, das waren etwa 5 Jahre bei mir bis ich wusste wo Bartel den Most holt. Z.B war ich schon 3 Jahre hier, als mir einer sagte, ich verschenke Geld wenn ich keinen Jahreslohnsteuerausgleich mache. Ich fragte was ist das? Ihc habe mich danach in die Materie hineingekniet und viel Geld vor dem Finanzamt gerettet. So war das bei mir. Kein Mensch klärte mich auf, wie der Hase läuft.Ich musste mir alles selbst erarbeiten. Ich hatte aber eine hohe Motivation und sagte mir jeden Morgen das Zitat eines berühmten Staatsmannes auf : Vorwärts immer, rückwärts nimmer
Im Grunde genommen hattet ihr die selbe Aufgabe nach der Wende, jedoch millionenfach. Und habt große Hilfen aus dem Altbundesgebiet , nicht nur finanzielle, vor allem aber Aufklärung über den neuen Staat bekommen. Die Zeit der Entwöhnung vom führenden Händchen der Partei und Staatsführung war vorbei. Das zu begreifen lief bei den einzelnen Menschen unterschiedlich ab. Es galt ein hohes Mass an Selbstständigkeit und Eigenverantwortung zu entwickeln.




Früher gab es einen Unterschied. Wer gearbeitet hatte, erhielt nach Auslaufen des Arbeitslosengeldes die Arbeitslosenhilfe. die wurde weiterhin Lohn-/Gehalts-Bezogen berechnet. Sozialhilfe bekam, wer nie Sv-pflichtig gearbeitet hatte, oder wer bei ALG/ALH Sperrzeiten hatte. eine Kürzung der Sozialhilfe war unzulässig. Leiharbeit unterlag engeren Grenzen (Überlassungsdauer, Synchronisations-Verbot). Es gab in der ALH auch noch einen Qualifikationsschutz und Zumutbarkeitsregeln.



Rainer-Maria Rohloff hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#1449

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 22.10.2015 08:59
von Rainer-Maria Rohloff | 1.366 Beiträge

Und das Schönste war, so erzählte mir einmal ein Profi oder besser Lebenskünstler, diese Arbeitslosenhilfe konntest du dann ein Leben lang beziehen, wenn du dich nicht zu doof angestellt hast dabei. Also das Leben vom Ausscheiden aus der Firma sagen wir so mit 50 Lenze, dem Ende des ALG Eins ....siehe also das danach bis zur Rente. War Wahnsinn sowas, das war sinngemäß Sozialismus vom Feinsten in der BRD.

Rainer-Maria



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#1450

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 22.10.2015 09:45
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von bürger der ddr im Beitrag #1446
@Gert , Du vergißt die andere Situation 1989 und 1960. Im Jahr 1989 brach ein Arbeitsmarkt in Deutschland zusammen, während 1960 Arbeitskräfte gesucht wurden.
Und das Thema Leiharbeit ist erst durch eine Gestzänderung in diesem Umfang möglich geworden. Ein Herr Clement hat ja auch nach seiner Politikerkarriere bei einer Zeitarbeitsfirma sein "auskommen" gefunden (leider nicht als Zeitarbeiter). Und die Änderungen im Sozialgesetz in Richtung H4 hat nicht mehr viel mit den "alten" Sozialleistungen zu tun. Diese wurden nicht an Sanktionen zur "Zwangsarbeit" geknöpft. Mit diesen Sanktionen machte man erst die Zeitarbeit, Minijobs und ähnliches möglich, denn viele hätten sich so etwas freiwillig nicht angetan.

Ich selber habe in einer Firma gearbeitet (im Bereich Prototypenbau), die hatten eine eigene Zeitarbeitsfirma um den Haustarif zu unterlaufen und geringere Schichtzuschläge zu zahlen. Die aufreibensten Arbeiten wurden durch die Zeitarbeiter erledigt um das Stammpersonal zu "schonen".
kannst du Dir vorstellen was man für einen "dicken Hals" bekommt, man hat die bessere Qualifizierung, buckelt wie ein Tier und der "Kollege" neben dir geht mit einigen € mehr nach Hause.
Solche Situationen hat Zeitarbeit geschaffen, Zeitarbeit und H4 dient nur als Druckmittel gegen die Arbeiter um auf deren Kosten den Profit (durch Minimierung der Lohnkosten) zu steigern.
Das nur weil Du mich nach dem Zusammenhang in dem Thema gefragt hast.

Zu dem Thema "Eigeninitiative", das war vorhanden. Die "ossis" wollten lernen und haben auch schnell auf die neuen Rechtsformen (Steuerrecht) reagiert. Nur was nutzt einen Arbeitslosen die Steuererklärung......
Hier ging ja wirklich eine ganze Industrie unter, vieles wurde "zerschlagen" um dann neu "aufteilen" zu können. Selbst wenn die Produktionsmittel verschlissen waren, der Produktionsfaktor Boden, wie wurde der verramscht?

Ich sehe das heute viel emotionsloser als vor kurzer Zeit, das ist halt Kapitalismus und der Satz: "Die Gesellschaft mit der höheren Produktivität wird siegen" hat sich bewahrheitet. Nur ist die Produktivität durch die geschichtliche Entwicklung (Marshallplan), durch die Nutzung der menschlichen Instinkte (Konsumverhalten, Gier) und durch die Ausbeutung höher.
Die technische Entwicklung geht mit diesem Geschehen einher. So gesehen konnte es nicht gut gehen mit der DDR.

Aber zurück, "wer wünscht sich die DDR zurück?"

Ich habe auch die Auswirkungen der Subventionspolitik nicht vergessen, auf der einen Seite wird die hier als Vorteil dargestellt, ich habe die aber als Nachteil aus eigener Erfahrung erlebt.
1978 habe ich das Grundstück von meinen Großeltern übernommem und meine Großeltern wohnten unten im Haus . Mein Bruder hatte in Eisenach Nord eine 4 Zimmer Neubauwohnung (warm und icl. Nebenkosten ca. 70 Mark Miete). Ich bezahlte Grundsteuer, Versicherung etc. und buckelte jeden Sack Zement selber. Beim Kauf meines Farb TV habe ich über die "Umlagen" meinem Bruder ein halbes Jahr Mietsubvention mitbezahlt. Als Alleinstehender auf Wohnungssuche, gute Nacht..... Und nach dem meine Großeltern gestorben sind wollte man mir "Zwangsmieter" rein setzen. gehts noch? Ich habe die Bude mit aufwand saniert, ohne Subventionen und soll dann für die gleiche Miete vermieten müssen wie der staatliche Sektor, der Subventionen bekam?
Auch das habe ich nicht vergessen, jede Medaille hat zwei Seiten, heute teilweise der Mietwucher....

Der Mittelweg fehlt, nenn es wie Du wilst (der Begriff Sozialismus ist für Dich ein Unwort), entweder Sozialismus mit den Grundlagen Leistungsprinzip, in den Bereichen Handwerk und Industrie zweiten Ranges mit privaten Sektor oder einen sozialen Kapitalismus, die Industrie ersten Ranges (Produktion der Grundmittel) unter staatlicher Kontrolle, lebenswichtige Zweige wie Post, Bahn, Energie und Wasserwirtschaft wieder verstaatlicht (so war das ja auch früher in der BRD). Und weg von H4 und Zeitarbeit.

Egal wie man das Modell nennt, das wäre eine DDR oder BRD in der ich gerne leben möchte.
Ich zitiere Goethe: " Mit freien Menschen auf freien Boden stehn, dann würde ich sagen Augenblick verweile du bist so schön"

Es ist nicht die DDR nach der ich mich "zurück sehne" es ist ein sozialerer Staat.

@bürger der ddr , es ist überhaupt nicht vernünftig zu belegen, warum Post , Bahn und Energiewirtschaft in staatlichem Besitz sein müssen. Ihc habe noch die Zeiten erlebt, wo mein Briefträger oder Lokführer Beamter war. An den Pensionslasten knabbern wir heute noch. Diese alten wilhelminische Zöpfe sind glücklicherwiese abgeschnitten. Die Bahn ist ja auch noch in Staatsbesitz. Wasserwirtschaft ist ein besonderer Fall. Da bin ich dafür, so etwas nicht in private Hände zu legen. Der Grund : Wasser ist eine natürliche Ressource und nicht beliebig vermehrbar. So etwas gehört durch die Allgemeinheit kontrolliert, weil nicht für Spekulation und unkontrolliertes Gewinnstreben geeignet.
Was du ansonsten ausführlich beschreibst ist natürlich die Quadratur des Kreises. Höchstmögliche Vergütung bei 0 Lebnsrisiko. Geht einfach nicht weil es natürlichen Gesetzen widerspricht. Ein einfaches Beispiel : bei Wertpapieren steigt mit dem Anstieg des Risikos die Prämie , also Zins und Dividende, mit dem Absinken des Risikos geht auch die Prämie zurück. Ist ein physikalisches Gesetz, die kommunizierenden Röhre kennst du sicher noch aus dem Physikunterricht.
Ich erlebe das immer wenn ich mit meiner Frau einkaufen gehe. Die Regale biegen sich vor Ware, es ist nach meiner Einschätzung eine ungeheure Vielfalt, doch meine Frau formuliert Kaufwünsche die da nicht zu realisieren sind, weil diese imaginären Produkte nicht da sind. Das wird nie in meinen Kopf gehen, mit solcher Strategie einzukaufen, dabei kommt mir das folgende Gefühl in den Kopf


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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#1451

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 22.10.2015 09:52
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #1449
Und das Schönste war, so erzählte mir einmal ein Profi oder besser Lebenskünstler, diese Arbeitslosenhilfe konntest du dann ein Leben lang beziehen, wenn du dich nicht zu doof angestellt hast dabei. Also das Leben vom Ausscheiden aus der Firma sagen wir so mit 50 Lenze, dem Ende des ALG Eins ....siehe also das danach bis zur Rente. War Wahnsinn sowas, das war sinngemäß Sozialismus vom Feinsten in der BRD.

Rainer-Maria


da ist richtig, solche Lebenskünstler gab es, weil damals noch nicht die Kontrollmöglichkeiten da waren bzw der Staat sich nicht die Mühe machte. Man arbeitet noch mit Karteikarten und Manpower, das war aufwendig und lohnte bei der vergleichsweise geringen Zahl der Betroffenen nicht. Bischen Verlust ist immer also auch beim Staat. Diese Lebenskünstler waren der Arbeit ja gar nicht so abgeneigt , aber natürlich ausserhalb des Arbeitsamtes sollte es sein. Sie hatten oft ihre kleinen schwarzen Jobs nebenher.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
Rainer-Maria Rohloff hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.10.2015 09:53 | nach oben springen

#1452

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 22.10.2015 10:13
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #1450
es ist überhaupt nicht vernünftig zu belegen, warum Post , Bahn und Energiewirtschaft in staatlichem Besitz sein müssen. ...
Gegenfrage, wozu brauchts denn heut überhaupt noch einen (National-)Staat?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#1453

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 22.10.2015 11:19
von IM Kressin | 915 Beiträge

Zur Beantwortung der Frage besteht zunächst die Notwendigkeit der Klärung:

Was verstehen wir unter dem Begriff DDR?

Es gilt eine Begriffsbestimmung zu finden, die den Status einer allgemeinen Geltung bekommt.
Ein Ding der Unmöglichkeit, möchte man erwarten.

Egal wer, ob ein Freund oder Feind der DDR, jeder verfügt über andere Erfahrungen, Erkenntnisse, und auf Grund eigenem Erleben über (einseitige) Erkenntnisse.

Ich will das Unmögliche versuchen und mich herantasten.

Zunächst ist nicht die Position zu beziehen, „ob“ ich mir den Staat DDR zurückwünsche, sondern „was“ ich mir (wieder) herbeiwünsche.

Beginnen wir mit dem Geburtsland, einige wenige verwenden dazu den Begriff „Heimat“. Eine abgedroschene Bezeichnung, vielleicht noch in Beziehung zum „Heimatfilm“, der seine Zeit gehabt hat, will keiner hören, geschweige sehen.

Einen „Heimatfilm“ entliehen wir im Westen zu Beginn des Video-Zeitalters in der Videothek um Hügellandschaften in freizügigem Ambiente in gelöster Stimmung zu betrachten.

Wir registrieren, wenn zwei ein und dasselbe Wort verwenden, läuft es nicht auf das Gleiche hinaus.

Beginnen wir bescheidener und reduzieren uns auf den Familienverband. Zu Hause, das ist der Mensch mit dem ich den Bund der Ehe schließe, Kind und Kegel kommen hinzu, Menschen, mit denen ich Wohlbefinden empfinde, vor die ich mich schützend stelle, deren Wohlergehen mir am Herzen liegt.
Erstmalig können wir diesen Ort der Geborgenheit als „Heimat“ neu definieren, zunächst ohne Aussagen über die Größe der Fläche oder des Areals.

Komplettieren wir das Bisherige mit einer sicheren und gern ausgeübten Beschäftigung in einem sozial gewogenen Umfeld und sozialem Netz, kommt Licht an das Ende des Tunnels.

Diese Grundvoraussetzungen finden Beachtung in westlichen wie auch östlichen Landesteilen.

Im Westen dokumentiert in 20-/30-/ oder 40-jährigen Betriebszugehörigkeiten. Die sind nur möglich, in einem intakten, funktionsfähigen, unbeschädigten Arbeitsumfeld. Heute so häufig wie die Stecknadel im Heuhaufen. Arbeitsverhältnisse werden oft mit heißer Nadel gestrickt,
mit der Folge häufiger Umbrüche.

Das in der Hochburg Bayern verwendete „Mia san Mia oder mia san Bayern“ ergänze ich noch um das Wort „Heimatland oder Vaterland!“

Bleiben wir in diesem engen Rahmen des im Vorfeld dargelegten Selbstverständnisses der Heimat ohne politische Auf- oder Abwertung, und beziehen die Bezeichnung auf die homogene Fläche eines nicht mehr vorhandenen Staates, ist es möglich, die DDR als „Vaterland“ zu beschreiben für die Menschen, die ihren Lebensablauf, Lebensgeschichte und beruflichen Werdegang dort verlebten.

Bei verächtlich machenden oder herablassenden Aussagen, verteidigen wir das Erlebte, die Werte, die wir auch bei drohendem Unheil gegenüber der eigenen Familie verteidigen.

Übrig bleibt die Frage: Wünschen wir uns die DDR zurück?

Erstmalig treten Politik und unterschiedlichen Weltanschauungen auf den Plan. Das Endorphin der Vereinigung ist verschwunden.
Der Egomane in mir wünscht die DDR zurück.
Die Lebensgestaltung an der Grenze und mit der Grenze zur DDR war angenehm und komfortabel.

Entziehe ich mich dieser destruktiven Seite der Macht, komme ich zu der Feststellung, dass mit der Vereinigung der beiden deutschen
Staaten Fehler und Inkorrektheiten passierten, vom Grundsatz und in der Konsequenz aber keine falsche Entscheidung getroffen wurde.

Die Auffassungen vom Leben der Menschen, ihre Tugenden, die gemeinsamer Geschichte, liegen nicht weit voneinander entfernt.

Wenn die Gegner der DDR sich im größer gewordenen Deutschland einbringen und die DDR-Fürsprecher mit dem Zukunftsbild einer größeren DDR warmwerden, sollte einiges zu bewegen sein.

Know-how bringen beide Seiten mit, ich wünsche mir die DDR nicht zurück.


Es grüßt Euch

Kressin


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!
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#1454

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 22.10.2015 11:40
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #1452
Zitat von Gert im Beitrag #1450
es ist überhaupt nicht vernünftig zu belegen, warum Post , Bahn und Energiewirtschaft in staatlichem Besitz sein müssen. ...
Gegenfrage, wozu brauchts denn heut überhaupt noch einen (National-)Staat?


na ja wünschst du den Anarchismus? das wäre die Alternative. Ein Volk muss sich schon ein bischen sortieren und organisieren. Machen sogar die Bienen. Und der Übergang vom Nationalstaat zu einem höherentwickelten Gebilde ist ja nun gerade ganz schön in Verruf gekommen.
Hast du darüber hinaus noch Ideen ? Evtll. VAR = Vereinigte arabische Republiken?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
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Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#1455

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 22.10.2015 12:52
von Fritze | 3.474 Beiträge

@Gert Wo Du recht hast ,haste absolut Recht ! Dieses skrude Übergebilde EU ist doch sowas von sinnlos !

Ausser tierischen Kosten produzeiren die Technokratenkasperköppe nur Bürokratismus und Lobbyismus !

Und welche Ungerechtigkeiten auf globaler Ebene laufen , will ich gar nicht aufführen .

MfG Fritze


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#1456

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 22.10.2015 13:13
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #1450
[quote=bürger der ddr|p498748]@
[lila]Ich sehe das heute viel emotionsloser als vor kurzer Zeit, es ist überhaupt nicht vernünftig zu belegen, warum Post , Bahn und Energiewirtschaft in staatlichem Besitz sein müssen[lila]. Ihc habe noch die Zeiten erlebt, wo mein Briefträger oder Lokführer Beamter war. An den Pensionslasten knabbern wir heute noch. Diese alten wilhelminische Zöpfe sind glücklicherwiese abgeschnitten. Die Bahn ist ja auch noch in Staatsbesitz. Wasserwirtschaft ist ein besonderer Fall. Da bin ich dafür, so etwas nicht in private Hände zu legen. Der Grund : Wasser ist eine natürliche Ressource und nicht beliebig vermehrbar. So etwas gehört durch die Allgemeinheit kontrolliert, weil nicht für Spekulation und unkontrolliertes Gewinnstreben geeignet.
Was du ansonsten ausführlich beschreibst ist natürlich die Quadratur des Kreises. Höchstmögliche Vergütung bei 0 Lebnsrisiko. Geht einfach nicht weil es natürlichen Gesetzen widerspricht. Ein einfaches Beispiel : bei Wertpapieren steigt mit dem Anstieg des Risikos die Prämie , also Zins und Dividende, mit dem Absinken des Risikos geht auch die Prämie zurück. Ist ein physikalisches Gesetz, die kommunizierenden Röhre kennst du sicher noch aus dem Physikunterricht.
Ich erlebe das immer wenn ich mit meiner Frau einkaufen gehe. Die Regale biegen sich vor Ware, es ist nach meiner Einschätzung eine ungeheure Vielfalt, doch meine Frau formuliert Kaufwünsche die da nicht zu realisieren sind, weil diese imaginären Produkte nicht da sind. Das wird nie in meinen Kopf gehen, mit solcher Strategie einzukaufen, dabei kommt mir das folgende Gefühl in den Kopf


In der Tat sind die Pensionslasten der Staatsbetriebe eine hochexplosive Altlast, die überwiegend in der BRD- Zeit West angelegt wurde und nun allen in absehbarer Zeit um die Ohren fliegt.
Inzwischen hat man die Notbremse gezogen und die Folgegeneration zu Sozialreparationen verdonnert über langfristig höhere Renteneintrittsalter, Vorsorgezwang und Unwägbarkeiten bei der zukünftigen Finanzierung der Geschäftstätigkeit betroffener Unternehmen wie z. B. der DB.
Auf diese Konstruktionsfehler können die westdeutschen Vorwendepolitiker nicht gerade stolz sein, wenngleich sie Mahner und Alternativdenker wie z. B Meinhard Miegel in den eigenen Reihen hatten, so wie wir einst Gerhard Schürer in unseren Reihen hatten, beide wurden verlacht und medial weggesperrt, somit kürzt sich die Politische Borniertheit der Ost- und Westdeutschen Regierungseliten gegenseitig weg.
Das Kapitel der Hinterbliebenenrenten ist ebenfalls extrem kritisch zu sehen insbesondere hinsichtlich der historischen Einkommenssituation der DDR (Vollbeschäftigung), aber darauf kann ich hier aus Mangel an Verteidigungszeit nicht eingehen, der Tenor ist aber die Einsicht oder das Gebot der Vernunft, daß Verstorbene eigentlich nicht mehr versorgt werden müssen aber trotzdem über die eigene Lebenszeit hinaus Sozialgeld kosten, das von den Aktiven verdient werden muß.



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zuletzt bearbeitet 22.10.2015 21:02 | nach oben springen

#1457

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 22.10.2015 13:49
von IM Kressin | 915 Beiträge

In Bund und Ländern wurden nach Lohn und Gehaltsabkommen frühzeitig Pensionslastenfonds eingerichtet und die Abschläge in die Rücklagen eingezahlt.

Leider aber für haushaltszwecke gern wieder beliehen oder gleich gepl…, ich meine anderweitig freigegeben.

Der Fiskus nimmt Geld ein, verleiht es an sich selbst, zahlt nur Zinsen, senkt gleichzeitig die Staatsverschuldung

und braucht diese Verbindlichkeit vor dem Parlament als Verwaltungsschulden nicht ausweisen.

Genial oder?

Zitat von Fritze im Beitrag #1455
@Gert Wo Du recht hast ,haste absolut Recht ! Dieses skrude Übergebilde EU ist doch sowas von sinnlos !

Ausser tierischen Kosten produzeiren die Technokratenkasperköppe nur Bürokratismus und Lobbyismus !

Und welche Ungerechtigkeiten auf globaler Ebene laufen , will ich gar nicht aufführen .

MfG Fritze


Unabhängig davon haben die Verträge nur symbolischen Charakter zum Einrahmen, hält sich sowieso niemand dran, sind Makulatur …

EU ist, wenn jeder macht was er will, alle machen mit und … zahlt!

Der letzte macht dann das Licht aus!

Es grüßt Euch

Kressin


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

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Fritze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#1458

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 22.10.2015 16:32
von StabsfeldKoenig | 2.646 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #1450
Zitat von bürger der ddr im Beitrag #1446
@Gert , Du vergißt die andere Situation 1989 und 1960. Im Jahr 1989 brach ein Arbeitsmarkt in Deutschland zusammen, während 1960 Arbeitskräfte gesucht wurden.
Und das Thema Leiharbeit ist erst durch eine Gestzänderung in diesem Umfang möglich geworden. Ein Herr Clement hat ja auch nach seiner Politikerkarriere bei einer Zeitarbeitsfirma sein "auskommen" gefunden (leider nicht als Zeitarbeiter). Und die Änderungen im Sozialgesetz in Richtung H4 hat nicht mehr viel mit den "alten" Sozialleistungen zu tun. Diese wurden nicht an Sanktionen zur "Zwangsarbeit" geknöpft. Mit diesen Sanktionen machte man erst die Zeitarbeit, Minijobs und ähnliches möglich, denn viele hätten sich so etwas freiwillig nicht angetan.

Ich selber habe in einer Firma gearbeitet (im Bereich Prototypenbau), die hatten eine eigene Zeitarbeitsfirma um den Haustarif zu unterlaufen und geringere Schichtzuschläge zu zahlen. Die aufreibensten Arbeiten wurden durch die Zeitarbeiter erledigt um das Stammpersonal zu "schonen".
kannst du Dir vorstellen was man für einen "dicken Hals" bekommt, man hat die bessere Qualifizierung, buckelt wie ein Tier und der "Kollege" neben dir geht mit einigen € mehr nach Hause.
Solche Situationen hat Zeitarbeit geschaffen, Zeitarbeit und H4 dient nur als Druckmittel gegen die Arbeiter um auf deren Kosten den Profit (durch Minimierung der Lohnkosten) zu steigern.
Das nur weil Du mich nach dem Zusammenhang in dem Thema gefragt hast.

Zu dem Thema "Eigeninitiative", das war vorhanden. Die "ossis" wollten lernen und haben auch schnell auf die neuen Rechtsformen (Steuerrecht) reagiert. Nur was nutzt einen Arbeitslosen die Steuererklärung......
Hier ging ja wirklich eine ganze Industrie unter, vieles wurde "zerschlagen" um dann neu "aufteilen" zu können. Selbst wenn die Produktionsmittel verschlissen waren, der Produktionsfaktor Boden, wie wurde der verramscht?

Ich sehe das heute viel emotionsloser als vor kurzer Zeit, das ist halt Kapitalismus und der Satz: "Die Gesellschaft mit der höheren Produktivität wird siegen" hat sich bewahrheitet. Nur ist die Produktivität durch die geschichtliche Entwicklung (Marshallplan), durch die Nutzung der menschlichen Instinkte (Konsumverhalten, Gier) und durch die Ausbeutung höher.
Die technische Entwicklung geht mit diesem Geschehen einher. So gesehen konnte es nicht gut gehen mit der DDR.

Aber zurück, "wer wünscht sich die DDR zurück?"

Ich habe auch die Auswirkungen der Subventionspolitik nicht vergessen, auf der einen Seite wird die hier als Vorteil dargestellt, ich habe die aber als Nachteil aus eigener Erfahrung erlebt.
1978 habe ich das Grundstück von meinen Großeltern übernommem und meine Großeltern wohnten unten im Haus . Mein Bruder hatte in Eisenach Nord eine 4 Zimmer Neubauwohnung (warm und icl. Nebenkosten ca. 70 Mark Miete). Ich bezahlte Grundsteuer, Versicherung etc. und buckelte jeden Sack Zement selber. Beim Kauf meines Farb TV habe ich über die "Umlagen" meinem Bruder ein halbes Jahr Mietsubvention mitbezahlt. Als Alleinstehender auf Wohnungssuche, gute Nacht..... Und nach dem meine Großeltern gestorben sind wollte man mir "Zwangsmieter" rein setzen. gehts noch? Ich habe die Bude mit aufwand saniert, ohne Subventionen und soll dann für die gleiche Miete vermieten müssen wie der staatliche Sektor, der Subventionen bekam?
Auch das habe ich nicht vergessen, jede Medaille hat zwei Seiten, heute teilweise der Mietwucher....

Der Mittelweg fehlt, nenn es wie Du wilst (der Begriff Sozialismus ist für Dich ein Unwort), entweder Sozialismus mit den Grundlagen Leistungsprinzip, in den Bereichen Handwerk und Industrie zweiten Ranges mit privaten Sektor oder einen sozialen Kapitalismus, die Industrie ersten Ranges (Produktion der Grundmittel) unter staatlicher Kontrolle, lebenswichtige Zweige wie Post, Bahn, Energie und Wasserwirtschaft wieder verstaatlicht (so war das ja auch früher in der BRD). Und weg von H4 und Zeitarbeit.

Egal wie man das Modell nennt, das wäre eine DDR oder BRD in der ich gerne leben möchte.
Ich zitiere Goethe: " Mit freien Menschen auf freien Boden stehn, dann würde ich sagen Augenblick verweile du bist so schön"

Es ist nicht die DDR nach der ich mich "zurück sehne" es ist ein sozialerer Staat.

@bürger der ddr , es ist überhaupt nicht vernünftig zu belegen, warum Post , Bahn und Energiewirtschaft in staatlichem Besitz sein müssen. Ihc habe noch die Zeiten erlebt, wo mein Briefträger oder Lokführer Beamter war. An den Pensionslasten knabbern wir heute noch. Diese alten wilhelminische Zöpfe sind glücklicherwiese abgeschnitten. Die Bahn ist ja auch noch in Staatsbesitz. Wasserwirtschaft ist ein besonderer Fall. Da bin ich dafür, so etwas nicht in private Hände zu legen. Der Grund : Wasser ist eine natürliche Ressource und nicht beliebig vermehrbar. So etwas gehört durch die Allgemeinheit kontrolliert, weil nicht für Spekulation und unkontrolliertes Gewinnstreben geeignet.
Was du ansonsten ausführlich beschreibst ist natürlich die Quadratur des Kreises. Höchstmögliche Vergütung bei 0 Lebnsrisiko. Geht einfach nicht weil es natürlichen Gesetzen widerspricht. Ein einfaches Beispiel : bei Wertpapieren steigt mit dem Anstieg des Risikos die Prämie , also Zins und Dividende, mit dem Absinken des Risikos geht auch die Prämie zurück. Ist ein physikalisches Gesetz, die kommunizierenden Röhre kennst du sicher noch aus dem Physikunterricht.
Ich erlebe das immer wenn ich mit meiner Frau einkaufen gehe. Die Regale biegen sich vor Ware, es ist nach meiner Einschätzung eine ungeheure Vielfalt, doch meine Frau formuliert Kaufwünsche die da nicht zu realisieren sind, weil diese imaginären Produkte nicht da sind. Das wird nie in meinen Kopf gehen, mit solcher Strategie einzukaufen, dabei kommt mir das folgende Gefühl in den Kopf


Die Staatbahn geht auf Bismarck zurück. Die Pensionslasten sind falsche Haushalt-Politik, für Pensionen hätten Rücklagen gebildet werden müssen. außerdem bedingt öffentlicher Dienst nicht zwingend den Beamteneinsatz und man hätte (allerdings mit aktuellen Mehrausgaben) zumindestens neu eingestellte Beamte in die gesetzliche Sozialversicherung einbinden können. Andererseits gab es in Zeiten der vielgeschmähten Beamten-Bahn keine Bahnstreiks.



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#1459

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 28.10.2015 13:15
von bürger der ddr | 3.625 Beiträge

DasThema läßt mich irgendwie nicht los. Die Gegenwart mit ihren Auswirkungen erinnert mich auch an die DDR. Da wurden uns auch die staatliche Weisheit mit Löffeln verabreicht und die Presse war ein Spiegel der Gesellschaft. Heute ist es wieder so, nur werden wir nicht mit Planerfüllung und Brigadeleben verarscht, heute macht man das mit Flüchtlingskrise, Migration und TTIP. Alles Dinge die direkt mit der Globalisierung und damit zur Maximierung des Gewinns zusammen hängen.
Durch diese "wiedererleben" wird mir auch klarer warum die DDR nicht das "Traumland" war und das heute erlebte sollte den Blick in die Vergangenheit nicht schönen. Das wir heute verarscht werden ist kein Grund die damalige verarsche zu rechtfertigen (Sorry für die harten Worte).

Auch kann ich die Filmchen unter dem Motto "es war nicht alles schlecht" nicht mehr ab. Unter dem Deckmantel von etwas DDR Rührseligkeit wird uns doch verkauft wie schlecht alles war. Für mich steht heute die Frage nicht "Will ich die DDR zurück?", sondern es steht die Frage gibt es überhaupt ein ehrlichen, demokratischen und gerechten Staat? Zu viel der Wünsche, das schaft noch nicht mal das Ü-Ei....

Ist es machbar diesen Staat wieder auf eine andere Schiene zu lenken, Richtung "soz. Marktwirtschaft", weg von der zu starken Lobbywirtschaft?

Ehrlich geagt, ich glaube nicht, es muß erst zu einer katastrophalen Entwicklung kommen bis man umdenken wird.

Die DDR zurück wünschen, das ist wie einen Traum zurück wünschen (manch einer wird sagen Alptraum ). Die DDR Realität war zwar "leichter" zu leben (für viele) aber eben auch ein Traum. Wer kennt den Film "Good bye lenin"? In der gefakten "Aktuellen Kamera" mit dem Flüchtlingsstrom der Bundesbürger in die DDR, das wäre passiert wenn die DDR die überlegene Gesellschaft gewesen wäre....

Für mich ist die Situation heute neutral, die Menge der Ungerechtigkeiten ist ungefähr mathematisch in beiden Staaten gleich. In der BRD sehr viele "kleinere" Ungerechtigkeiten (solche Dinge wie H4 und soziale Fragen) und in der DDR weniger "große" Ungerechtigkeiten (z. B. das Grenzregime und der Umgang mit Kritikern). Die Summe der vielen "kleinen" ist genauso wie die weniger "großen". Nur ist die Einteilung in "groß und klein" etwas simpel und willkürlich. Mir ging es um einen Denkansatz....
So gesehen ist es schon eine Illusion von einer "guten" DDR und bösen "BRD" zu sprechen (oder anders rum). Es ist eine Frage der gesellschaftlichen Grundeinstellung und die machbarkeit durch den Menschen.
Ich hätte gerne in einer reformierten DDR gelebt, doch da gab es keine Chance für und sich ein Phantasiegebilde in der Richtung zu denken, das macht es auch nicht besser.



1941ziger, Arnstädter, Heckenhaus und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#1460

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 28.10.2015 13:23
von bürger der ddr | 3.625 Beiträge

Thema. Umgang mit Kritikern

Nicht jeder Kritiker war ein Gegner der DDR. In dem verfolgungswahn gab es nur "wer nicht für uns ist ist gegen uns". Manch gelebte Kritik hätte das Land verändern können. Wenn ich hier einige "Republikflüchtlinge" lese, so frage ich mich "Warum hat man nicht versucht die Meinung zu akzeptieren?"

Ich war zum Beispiel (aus eigenen Erleben) gegen die Subventionspolitik, doch ich war zu feige das offen und "lautstark" anzusprechen. Die Menschen die das z.B. "lautstark" getan haben wren "nicht mehr die Guten". Nur ein Beispiel für meine heutige Meinung zum Thema Kritik.

Aber solche "Kritiker" die Scheunen ansteckten, die zählen für mich damals wie heute zu Verbrechern. man kann hier nicht mit zweierlei Maß messen (siehe anstecken von Asylheimen). Man darf nicht die Motivation zum rechtfertigen einer Straftat akzeptieren.



Fritze, Lutze und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.10.2015 13:23 | nach oben springen


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