#881

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 21.08.2015 20:05
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #858
[quote=Potsdamerin|p486477----------------- in Bezug auf Behörden. Die waren nämlich FÜR mich da und nicht gegen mich.



Werden viele anders in Erinnerung haben, dazu gehöre ich.[/quote]

Rot: Weitestgehend sehe ich das auch so. Ich kann mich zumindest nicht an Erlebnisse mit höflichen, für den Bürger arbeitenden Behördenmitarbeitern erinnern, die mir deshalb im Gedächtnis geblieben sind. An besonders schlechte aber auch nicht, wenn ich ehrlich bin. Ich bin aber weit davon entfernt, alle in einen Topf zu werfen. Zur Wendezeit sah es für eine kurze Zeit völlig anders aus. Sowas von Höflichkeit, das war richtig auffallend. Fie waren auch verunsichert. Lobend muß ich allerdings die Bearbeiterin der Gerichtsangelegenheit wegen meinem Mietshaus hervorheben. 1989 im April Kaufvertrag. Die Verkäufer, eine Familie mit drei Kindern, waren Ausreiseantragsteller und hatten, da niemand das Haus mit 25.000,- Mark Hypothek auch nur geschenkt haben wollte, sahend en einzigen Ausweg, die immobilie in der zeitung anzubieten ("Mehrfamilienhaus in EF-Mitte mit freiwerdender Wohnung zu verkaufen"). Wir waren ebenfalls in eienr enormen Klemme und sahen das als ebenfalls fast letzte Möglichkeit, eine Wohnumng zu finden. So wurden wir 1987 handelseinig. Ein halbes jahr später, nach der WWende, kam die Frau des ehemaligen Inhabers und pochte auf den Einigungsvertrag "Rückgabe vor Entschädigung". Wir haben uns zwei Jahre lang vor dem Verwaltungsgericht beharkt. Schließlich wurde zu unseren Gunsten entschieden. Da muß ich sagen, daß die Bearbeitung reibungslos lief, ohne schlechte Laune der Bearbeiterin. Nachdem alles in sack und tüten war, habe ich ihr einen großen Pralinenkasten spendiert. Sie dürfe sowas zwar nicht annehmen, sagte sie, aber da jetzt alles vorbei ist, ist das was Anderes und keine Bestechung.



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#882

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 21.08.2015 20:14
von thomas 48 | 3.580 Beiträge

Zitat von linamax im Beitrag #846
Zitat von Heckenhaus im Beitrag #844
Ja, @linamax, manchmal erkennt man an den schwachen Kommentaren, vornehm ausgedrückt, den Möchtegern-Besserwessi.
Kannst keine anderen Erfahrungen akzeptieren, stimmts ?
Ein schlechter Charakterzug.

Ich fühle mich nicht als so genannter Besserwessi . Ich schreibe nur wie der Schnabel mir gewachsen ist . Du bist doch auch einer der immer alles besser weißt und keine andere Meinung gelten läßt .

oh, oh, oh


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#883

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 21.08.2015 20:17
von Irmgard1920 (gelöscht)
avatar

Hallo Nostalgiker,
ich finde meine Art von Argumentation auch interessant.Da sind wir schon mal einer Meinung!
Ich stimme mit Dir was Griechenland betrifft vollkommen zu.
Das ist nach wie vor ein Fass ohne Boden und wir werden zu dem Thema noch vieles erleben.

Zu dem anderen:
Ist das etwa eine Lüge von mir,wenn ich schreibe,dass die Ostblockstaaten pleite waren.
Die wären schon Jahre zuvor vor dem Ruin gewesen,wenn nicht ständig der Westen und da speziell die BRD
der DDR mit Geldzahlungen geholfen hätte.

Auch einen Gruss an Dich und nichts für ungut,
Günter


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#884

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 21.08.2015 20:24
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #879
Ist wirklich Interessant diese Art von "Argumentation"

In den achtziger Jahren reichten gut 500 Millionen Euro (nach heutigem Wert) um ein Land "zu retten" und Heute reichen wir eben mal knapp 90 Milliarden Euro rüber. Das ist bereits die dritte Charge welche nach Griechenland gepumpt wird ......

Es erzähle doch bitte nochmal jemand diese populistisches Märchen von der Pleite der DDR ......

Gruß
Nostalgiker

PS.: mein Beitrag bezieht sich auf den von @Irmgard1920



Pleite war die DDR (noch) nicht. Es wurden Kredite und Schulden bis zum Schluss pünktlich bezahlt und gemessen an der heutigen Verschuldung war das gar nichts. Eine ganz andere Frage wäre es natürlich, wie die Entwicklung in den Jahren danach weitergegangen wäre. Ohne bestimmte Handelsvorteile innerhalb des RGW. Siehe auch Schürer-Papier. 30% Senkung des Lebensstandards, um die Lage in den Griff zu bekommen. Ich denke, da wäre ein Aufstand nicht zu verhindern gewesen. Für mich war vor der Wende schon klar, daß ein Nachfolger E.H´s unpopuläre Maßnahmen ergreifen müßte. Zur Zahlungsfähigkeit der DDR um 1989/90 empfehle ich das Buch von Edgar Most "Im Dienste des Kapitals". Ehemaliger führender DDR-Banker, der nach der Wende einige Jahre im Aufsichtsrat der Deutschen Bank saß.

Nachtrag: Wobei, was die 30% Senkung betrifft. Ich denke, die Griechen müssen jetzt eine ähnlich große Kröte schlucken und es sieht nicht nach Revolution aus. Die DDR-Bürger waren durch die jahrzehntelange Preiskonstanz verwöhnt. Sie kannten keine Turbulenzen.



Damals87, der 39. und Heckenhaus haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.08.2015 20:29 | nach oben springen

#885

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 21.08.2015 20:30
von passport | 2.640 Beiträge

Die DDR war vielleicht politisch Pleite aber noch nicht wirtschaftlich !

Sh. PDF


[[File:War die DDR pleite.pdf]]


Dateianlage:
Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#886

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 21.08.2015 20:39
von Irmgard1920 (gelöscht)
avatar

Danke passport,
werde ich noch heute Abend mir zu Gemüte führen.
Scheint interessant zu sein,man lernt eben nie aus,
wobei ich diese Aussage nur auf das Thema "Pleite
der DDR" beziehe.


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#887

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 22.08.2015 01:23
von StabsfeldKoenig | 2.655 Beiträge

Zitat von Irmgard1920 im Beitrag #883
Hallo Nostalgiker,
ich finde meine Art von Argumentation auch interessant.Da sind wir schon mal einer Meinung!
Ich stimme mit Dir was Griechenland betrifft vollkommen zu.
Das ist nach wie vor ein Fass ohne Boden und wir werden zu dem Thema noch vieles erleben.

Zu dem anderen:
Ist das etwa eine Lüge von mir,wenn ich schreibe,dass die Ostblockstaaten pleite waren.
Die wären schon Jahre zuvor vor dem Ruin gewesen,wenn nicht ständig der Westen und da speziell die BRD
der DDR mit Geldzahlungen geholfen hätte.

Auch einen Gruss an Dich und nichts für ungut,
Günter




Die Geldzahlungen der BRD an die DDR waren keine Hilfe oder Geschenk, sonden das Entgelt für Leistungen, die die DDR erbracht hat (z.B. Transitpauschale). Die DDR war weder im Innen- noch im Außenverhältniss pleite. Bei einer offenen Debatte über das Schürer-Papier hätte die Absenkung des Lebensstandards auch geringer ausfallen können, wenn die Arbeitsproduktivität gesteigert worden wäre.



passport und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#888

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 22.08.2015 09:40
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #885
Die DDR war vielleicht politisch Pleite aber noch nicht wirtschaftlich !

Sh. PDF


[[File:War die DDR pleite.pdf]]


Egon Krenz behauptete in einen späteren Interview, daß der Milliardenkredit von Strauß einerseits reine Verhandlungsphsychologie war ("andere potentielle Geldgeber sollten ein Signal erhalten, daß wir kreditwürdig seien") und andererseits ein Tritt vor Kohls Schienenbein sein (nicht Kohl sondern Strauß macht Deutschlandpolitik") .
Wenn das tatsächlich deren Hintergedanke war, dann waren die Verantwortlichen ganz klar auf der Höhe der Zeit und mindestens so clever wie die Griechen, wobei die DDR im Gegensatz zu denen seriös war, da sie die Rückzahlung sicher geschafft hätten.
Man hatte ja seitens des Höchst- Konzern auch unendlich viel Vertrauen in den Honecker- Staat als man in Buna für mehr als 1 Mrd. Euro ein Plastik- Granulatwerk baute, und als Gegenleistung fast ein Jahrzehnt lang Naturalien als Tilgungsleistung geliefert bekam.
http://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/se...s-2d7967f4.html
Möglich ist aber auch eine reine Rechtfertigungsinitiative und update- Interpretation der die damalige Hilflosigkeit vertuschen soll.
Jener Edgar Most läßt aber vermuten, daß Krenz tatsächlich im Interview die damalige Situation richtig darstellte.
Hier das Interview, Fundstelle irgendwo im Mittelteil.
https://www.youtube.com/watch?v=nVJPokvblc4



zuletzt bearbeitet 22.08.2015 10:10 | nach oben springen

#889

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 22.08.2015 11:27
von Hanum83 | 4.797 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #860
Zitat von Hanum83 im Beitrag #852

Mal ganz dumm gefragt, du wohnst doch gar nicht mehr in der BRD wenn ich nicht irre, wie kann man denn da vom heutigem Fühlen schreiben bezüglich des Lebens in dieser BRD?
Versteh ich nicht so ganz.

Glaubst du, wenn ich gerade mal 2 Jahre raus bin lebe ich hinter dem Mond ?
Außerdem habe ich Kinder in Deutschland, Geschwister, andere Verwandte.
Oder darf ein im Ausland lebender Deutscher nicht mehr urteilen ?




Natürlich darfst du.
Die Frage kam etwas provokativ rüber, wollte dich aber damit nicht kritisieren.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
Heckenhaus hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#890

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 22.08.2015 18:44
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #885
Die DDR war vielleicht politisch Pleite aber noch nicht wirtschaftlich !

Sh. PDF


[[File:War die DDR pleite.pdf]]


Konnte leider viele Beiträge nicht lesen, da die Zeit einfach nicht reicht, aber das rot markierte erstaunt mich.
Wo lagen denn unsere wirtschaftlichen Stärken ?
Wo ich damals wohnte wurde damals das modernste Werk Europas (Guss) gebaut (kann man googeln / Wittgensdorf )
Bis es fertig war, war es ein Oldi.
In meinem ABR wurde Blut (mehr oder weniger freiwillig) gespendet - ab in den Westen.
In meinem GA wurde Holz gefällt - das gute in den Westen.
Sorry, aber waren das unsere (letzten) wirtschaftlichen Stärken ?
Lasse mich immer gern eines besseren belehren .
Das war die eigene Erfahrung.
Deshalb finde ich die "nicht wirtschaftliche Pleite"
Meine Meinung

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#891

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 23.08.2015 12:14
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Die Praxis waren verfallende Städte und Stillstand aufgrund von Material- und Treibstoffmangel usw.
Dies nahm in den 80ern drastisch zu.
(In Leipzig hatten wir zum Schluß ganze "Geisterviertel")


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
andyman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#892

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 23.08.2015 12:56
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #870
Richtig, Kaiser Diokletian.
Zitat von turtle im Beitrag #871
Der die Christen verfolgte !
Der einzige römische Kaiser, der freiwillig zurücktrat.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#893

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 23.08.2015 17:49
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Auch auf dem schwarzen Kontinent gibt es wohl noch kleinere Fangemeinden unseres mißlungenen Jahrtausendprojektes, die das so grau wohl gar nicht in Erinnerung haben.

http://mediathek.daserste.de/Weltspiegel...&bcastId=329478

Leider gab es meinerseits zu DDR- Zeiten keinerlei Kontakte außerhalb zufälliger Begegnungen mit ausländischen Vertragsarbeitern um die Ausführungen des Mosambikaners u. a. "Party- Fußball- Saufen- Spaß- Freundschaft" einordnen zu können.
Jene "Madgermanes" sind am Ende sogar von ihrem eigenem Land in die Pfanne gehauen worden, da ihr Lohn wohl von der DDR an die Regierung ausbezahlt wurde, jedoch nie bei ihnen ankam.
So waren die Betrügereien des wilden Ostens 1:1 auch im inzwischen kapitalisierten Heimatland kultiviert worden, ich denke mal, daß die Vertragsarbeiter auch in gesellschaftswissenschaftlichen Unterrichtsfächern ausgebildet wurden und schneller als ihnen lieb war erfuhren, daß die häßliche Fratze des Kapitalismus durchaus auch schwarz sein konnte.
Übrigens führte die sozialistische Frelimo- Partei in Mosambik bereits 1987 offensichtlich auf Druck der Weltbank marktwirtschaftliche Prinzipien ein und schaffte die Planwirtschaft ab, und das in einem Umfeld des jahrzehntelang schwelenden Bürgerkrieges im Land und ohne reiche Brüder und Schwestern in der Nachbarschaft...

Hier ein weiterer Link mit einer ausführlicheren Hintergrundgeschichte.

http://www.dw.com/de/mosambiks-entt%C3%A...ehrer/a-4713091



zuletzt bearbeitet 23.08.2015 19:24 | nach oben springen

#894

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 27.08.2015 13:24
von Potsdamerin (gelöscht)
avatar

Zitat von Irmgard1920 im Beitrag #876

Der Unterschied zum Mauerbau ,Du darfst sie jederzeit besuchen und sie Dich. Und ja träumen Träume sind nicht verboten. Träume sind Schäume ! Wünsch Dir was Du möchtest. In der DDR wirst Du nie wieder leben. Wünsch Dir lieber das sich Fehler nicht wiederholen und wir gemeinsam aus gemachten Fehlern lernen. Wir leben im jetzigen Deutschland ,da gibt es genug zu verbessern. Der DDR hinterher trauern ?
Mag verstehen wer will, ich nicht.


Turtle,ich danke Dir ausdrücklich für Deinen Beitrag.Es stimmt alles,was Du geschrieben hast,vom Anfang bis zum Ende!!!!!
Der Potsdamerin möchte ich nur zu bedenken geben,dass sie sich mal überlegt,wie die DDR wohl jetzt 2015 dastehen würde.
DAMALS 1989 waren alle Ostblockstaaten Pleite,es ging nicht mehr "pleiterer", die konnten und wollten der DDR nicht mehr helfen.
Und der Retter in der Not,war auch schon tot!!!(reimt sich sogar ungewollt)Das war der Antikommunist F.J.STRAUSS mit seinen Krediten für die DDR,die er mit Schalck aushandelte und den deutschen Banken.
Wie würden jetzt unsere Strassen aussehen,unsere AWG-Wohnblöcke,unsere Schulen,unsere Kindergärten,unsere Betriebe.
Hätten wir jetzt was zu essen oder würde es bei uns so zugehen,wie in Rumänien damals!!!!!
Dabei verdränge ich nicht gutes aus der DDR,dass ruhig der Westen hätte übernehmen sollen.

Das war keine Raubtierfütterung,was Du da beschreibst,das sah nur so aus. Wir nahmen das gerne an und dachten auch nichts schlechtes
in diesen Augenblicken.
Der Höhepunkt Deines Artikels ist,dass Du vor den Augen Deiner Kinder,die Schokoladentafel "entsorgt" hast.Das finde ich nicht
in Ordnung,Lebensmittel vor den Kindern wegzuwerfen. Einen echten Grund gab es dafür doch nicht.

Ich sagte auch oft zu meinem Enkel,dass er was in die Hand bekommt,damit er nicht am Daumen lutscht,na und....(Eis am Stiel u.a.)

Trotzdem,liebe Potsdamerin,ich lese gerne Deine Beiträge,in den vergangenen Beiträgen war auch viel Wahres mit dabei,dass ich
so auch unterschreiben würde.
Bedenke auch bitte,in was für einer SCHEIS....... wir wohl jetzt stecken würden, wenn nicht das im Jahre1989 passiert wäre.
Bitte nicht immer so verbittert sein!!!!

[/quote]

Zwischen Können und Dürfen liegen Welten. Das wurde hier oft genug erklärt. Es sind wohl die allerwenigstens (und hier unter uns mit Sicherheit niemand), die es sich leisten können mal eben jedes Wochenende zum Kaffee trinken nach Spanien oder sonst wo hinzufliegen. Demzufolge stünde für mich eine riesengroße Mauer zwischen mir und meinem Kind, wenn es tatsächlich auswandert. Da nützt mir auch kein DÜRFEN!

Die DDR war 1989 definitiv NICHT pleite. Und über so hellseherische Fähigkeiten, wie einige hier, verfüge ich leider nicht.
Fakt ist jedenfalls, dass die bestehenden Wirtschaftsverträge zw. DDR und BRD alles andere als fair waren. So sind in den 80er unsere Ultraschallgeräte von der BRD mit Kusshand genommen worden. Gezahlt haben sie ein Appel und 'nen Ei. Und die DDR hat vieles produziert für die BRD (Waschmaschinen für Quelle, Möbel f. Ikea usw. usw.) Ich weiß nicht, wer solche Verträge ausgearbeitet hat. Ich hätte denen was geschi...!

Mein erstes Bewerbungsgespräch bei Wessis:
Ich hatte gerade meinen Computerlehrgang beendet und mich bei einer PC-Firma beworben. Im Lehrgang wurde uns gesagt, dass das mindeste, was gezahlt werden müsse, 1500 DM wären.
Ich nun zum Vorstellungsgespräch. Vor dem Laden 2 dicke Mercedes. Drinnen alles Kuddelmuddel. Die gesamte Buchführung und Ablage eine Katastrophe. Perferkt Englisch und Russisch wurde verlangt, weil ich neben dem ganzen Bürokram auch noch die Kundenbetreuung im Ausland übernehmen sollte. Dann kam die Frage nach meiner Gehaltsvorstellung. Ich, bescheiden wie ich bin, sagte 1400 DM (Brutto!). Danach minutenlanges betretenes Schweigen. Endlich bekam ich zur Antwort: "Mehr als 1200 DM können wir uns nicht leisten. Aber wir haben ja auch noch andere Bewerber."
Ich dachte, das kann ich auch, und habe ebenfalls minutenlang nichts gesagt. Und dann kam meine Antwort: "Komisch, dass sie nur so wenig zahlen können, wo vor der Tür doch 2 dicke Autos stehen? Aber gut. Ich weiß, was ich wert bin. Unter 1400 DM werde ich nicht arbeiten. Wenn sie sich das nicht leisten können, dann ist das eben so. Ich kann mir auch keinen Pullover kaufen, den ich mir nicht leisten kann. Und sie haben ja zum Glück noch mehr Bewerber." Ich stand auf und ging.
Am nächsten Morgen hatte ich einen Brief im Briefkasten (unfrankiert). "Entgegen unserer gestrigen Absprache möchte wir sie doch einstellen. Bitte rufen sie uns umgehend an." Diese Kapitalistenschw..., dachte ich mir. Ich rief an. Aber nur, um ihnen mitzuteilen, dass ich inzwischen ein besseres Angebot habe, was bis zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht stimmte. Aber ich war stink sauer. Und DIE fingen an zu jammern, nun hätten sie den anderen Bewerbern schon abgesagt und bla bla bla.
Als ich nach Hause kam, hatte ich aber tatsächlich neue Angebote von der Arbeitsagentur im Briefkasten und wirklich besser. Ich habe für 1800 DM (Brutto) im öffentlichen Dienst angefangen, ohne dass Englisch- oder Russischkenntnisse nötig waren.
Und trotzdem, es hörte sich vielleicht viel an - für eine alleinstehende Person. Aber mit meinen beiden Kindern lag ich mit meinem Einkommen zu dem Zeitpunkt für ganze 2 Jahre nur 20 DM über dem Sozialhilfesatz. Ich bin quasi für 20 DM arbeiten gegangen. Lustig oder? Dann gab es ein paar Mark Erhöhung. In der DDR lag ich 300 Mark über dem Sozialhilfesatz - nur mal zur Erinnerung. Und in dem Bewusstsein, dass meine Arbeit in der DDR der ganzen Gemeinschaft zugute kam, während sich hier an meiner Arbeitskraft einige wenige nicht nur eine goldene Nase verdienen!

Was anderes: Habe hier irgendwo gelesen was von irgendwas steht noch, der Palast der Republik nicht mehr. Frage: Wer hat denn den Palast der Republik gebaut? Waren das nicht die Schweden?? Der Fernsehturm steht jedenfalls immer noch!!

Ich lebe nicht hier. Ich leide hier!


Ich habe meinen Kindern immer wieder erklärt, dass sie nichts von Fremden annehmen dürfen.
Das bringe ich sogar meinem Hund bei!
Noch dazu die Art und Weise, wie das geschehen ist. Einfach unwürdig, herablassend und erniedrigend.
Sorry, das haben wir nicht nötig.


DoreHolm, Damals87, Heckenhaus, seaman und Fritze haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.08.2015 13:29 | nach oben springen

#895

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 27.08.2015 14:48
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Potsdamerin im Beitrag #894
... lag ich mit meinem Einkommen zu dem Zeitpunkt für ganze 2 Jahre nur 20 DM über dem Sozialhilfesatz. ... In der DDR lag ich 300 Mark über dem Sozialhilfesatz ...
Macht 1 zu 15, da wurde auch schon schlechter (bis 1:20) umgetauscht. Normal waren eins zu vier bis fünf. Ab 1:10 wars eigentlich Wucher. Na wie auch immer, Frage dazu: Wie hoch war in der DDR der 'Sozialhilfesatz', ich finde nur Angaben zum Kindergeld, zum Beispiel hier (betreffenden Abschnitt angehängt) ...
www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDIS...is_000000002089


Dateianlage:

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#896

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 27.08.2015 15:58
von damals wars | 12.210 Beiträge

Die "Sozialhilfe" in der DDR war sehr niedrig, ich hatte mal so ein Schein in der Hand, Anfang der sechziger waren das wohl 50 Mark, wurde glaube ich als Beihilfe bezeichnet.
Eine aus meiner Lehrklasse bekam im Monat 10 Mark überwiesen, weil Lehrverträge nicht gekündigt werden durften.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42944708.html
Zitat
"Jetzt endlich, mit der April-Verordnung, sollen auch die bislang kurzgehaltenen 3,4 Millionen Rentner und Sozialhilfe-Empfänger der DDR bedacht werden. Vor allem die bislang wie ihre Altersgefährten im Westen am Rande des Existenzminimums lebenden Empfänger der Mindestsätze erhalten nun staatliches Zubrot: Die Sozialversicherung beim Bundesvorstand des FDGB zahlt vom 1. September an statt 170 maximal 240 Mark Mindestrente; die Unterstützungssätze der Sozialfürsorge werden von 120 auf 175 Mark angehoben."


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#897

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 27.08.2015 15:59
von Heckenhaus | 5.156 Beiträge

Es gab in der DDR Sozialfürsorge-Empfänger, leider findet sich im web recht wenig darüber, will man nicht endlose pdf-Dateien
durchgehen.
Dieser Spiegel-Beitrag von 1972 beweist das :
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42944708.html

Jetzt endlich, mit der April-Verordnung, sollen auch die bislang kurzgehaltenen 3,4 Millionen Rentner und Sozialhilfe-Empfänger der DDR bedacht werden. Vor allem die bislang wie ihre Altersgefährten im Westen am Rande des Existenzminimums lebenden Empfänger der Mindestsätze erhalten nun staatliches Zubrot: Die Sozialversicherung beim Bundesvorstand des FDGB zahlt vom 1. September an statt 170 maximal 240 Mark Mindestrente; die Unterstützungssätze der Sozialfürsorge werden von 120 auf 175 Mark angehoben.

Hubert war schneller.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.08.2015 16:00 | nach oben springen

#898

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 27.08.2015 16:07
von Pit 59 | 10.156 Beiträge

Na da konnte man doch grosse Sprünge machen,mit der fetten Rente Was habs denn Überhaupt an Rente in der DDR ? Ich habe Leider keinen in der Familie der zu den Zeiten Rente bekommen hat. Ich gehe mal von einem Verdienst von 1000.- Mark aus.


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#899

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 27.08.2015 16:26
von Heckenhaus | 5.156 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #898
Na da konnte man doch grosse Sprünge machen,mit der fetten Rente Was habs denn Überhaupt an Rente in der DDR ? Ich habe Leider keinen in der Familie der zu den Zeiten Rente bekommen hat. Ich gehe mal von einem Verdienst von 1000.- Mark aus.

Hast du, bei aller Euphorie, auch das gelesen ?

Zitat
Vor allem die bislang wie ihre Altersgefährten im Westen am Rande des Existenzminimums lebenden Empfänger der Mindestsätze erhalten nun staatliches Zubrot


Und das war im Jahre 1972 ! Andere Preise, andere Kaufkraft.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#900

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 27.08.2015 17:52
von Potsdamerin (gelöscht)
avatar

Ich hatte 1984 mal das Pech, dass beide Kinder nach einander an einer Kinderkrankheit erkrankt sind.
Auf meinem Lohnzettel standen genau 8,88 Mark. Bis dahin wusste ich nicht einmal, dass es bei uns so etwas wie Sozialhilfe gab. Mein Arbeitgeber hat mich zum Amt geschickt. Ich hatte nur den Lohnstreifen und meinen Personalausweis dabei. Miete und Strom und evtl. Versicherungen hat die Dame vom Amt nur abgefragt. Ich hatte aber noch bei meiner Mutter gewohnt und diesbezüglich keine Ausgaben. Keine Ahnung, ob trotzdem anteillig etwas berücksichtigt wurde. Jedenfalls wurden mir sofort 300 Mark in die Hand gedrückt. Und ich sollte sofort wieder vorbei kommen, wenn ich auch nur einmal 2 Mark weniger verdienen würde. Wie sich die 300 Mark zusammen gesetzt haben - keine Ahnung - auch, weil es so eine gerade Summe war.
Ich weiß noch, ich hatte geheult wie ein Schlosshund, weil mir das alles so peinlich war. Mir wurde erklärt, dass das kein Grund zum weinen ist. Es wäre nicht nur mein gutes Recht, mir in so einem Fall Hilfe zu holen. Es wäre meine Pflicht. Schließlich habe ich für 2 Kinder zu sorgen. Ich musste nicht einmal irgend welche Anträge ausfüllen. Eigentlich alles irgendwie komisch, wenn ich das so bedenke. Nur den Empfang des Geldes musste ich per Unterschrift bestätigen. Hat alles in allem 10 Miuten gedauert. Zum Glück war das nie wieder nötig in der DDR.

Ansonsten hatte ich auch nur noch Erfahrung mit dem Wohnungsamt und dem Büro der Oberbürgermeistern. Ach ja, und die Beantragung des Personalausweises. Das war es dann auch schon.
Eine Bearbeiterin beim Wohnungsamt hat mich dann doch einmal etwas geärgert. "SIE bekommen von mir keine Neubauwohnung." sagte die doch zu mir. Ha! Nur habe ich mir das nicht gefallen lassen.
Sie hat dann kurz darauf abends an der Tür geklingelt: "Frau Xy, ich habe hier ihren Wohnungsschlüssel für ihre Neubauwohnung." Lege alles in ihren Briefkasten. Sie können sofort einziehen, wenn sie wollen."
Tja, gewusst wie! Und die Presse stand auch gleich vor meiner Tür. Wollten schnell eine tolle Story draus machen, wie sich in der DDR um junge Familien gekümmert wird. So ganz groß - mit Foto unterm Weihnachtsbaum und so. Nein, da habe ich dann doch nicht mitgespielt.
Die "Story" haben sie trotzdem gebracht mit einem Foto von einer ganz anderen Familie. "Weihnachten im neuen Heim" war die Überschrift.
Läuft heute alles nicht anders. Hat mich damals aber doch gewurmt, muss ich sagen.

Ja manches war damals wirklich nicht so einfach. Tröstlich war bei alledem jedoch, dass es allen Menschen gleich erging.
Heute ist alles schwer!

Damals hat mir der Gang zur Bürgermeisterin geholfen. Dass meiner Tochter heute ein Brief an den Oberbürgermeister helfen würde, hätte ich nicht gedacht. Habe mir beim Schreiben aber auch große Mühe gegeben.


94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.08.2015 18:00 | nach oben springen


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