#2581

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 22.05.2016 17:40
von linamax | 2.022 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #2580
Und ne Fritze, der Stabsfeld hat so Unrecht nicht weil....dann wieder eine andere ......ich nenne das mal Weltordnung herrschte, die man mit völligem Aufriß aller Grenzen(sinngemäß jetzt) allem, eben der Globalisierung bezeichnen konnte.

Rainer- Maria und dann ging das los, die Globalisierung fetzte wieder sinngemäß Alles weg, was Mensch noch an so vernünftigen Halt, dem festhalten an was Bodenständigem glauben ließ. Der Mensch wurde genommen, gepackt, da reingeschleudert und bumms war Mann, Frau Oma, Opa und die Enkel mit Katze und Hund und Meerschwein in der Weltzentrifuge drin und die begann doch zu drehen...und nahm mächtig Fahrt auf und rumms, flog der Erste, das war der Schwächste.....dann der Zweite, Dritte......

Übrigens, das isses was der Josef meinte, in einem seiner Vortexte, mit dem sinngemäß "es ginge bergab im Ländle BRD." Hier ist das die Zentrifuge, der entkommst du nicht, und nur der Stärkste wird überleben.

Na , dann frage ich dich mal bist du stark genug um zu überleben .


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#2582

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 22.05.2016 17:52
von Rainer-Maria Rohloff | 1.383 Beiträge

Wirklich gute Frage Linamax. Wenn ich ehrlich bin ja. Das hängt aber auch im System des heutigen recht groben (deren Umgang mit dem Menschen) Kapital von der wirklich stabilen Gesundheit ab, dann kommt der Wille, dann das Machen genau zu dem wo du hin willst , dazu noch bissel Glück und der Rest ergibt sich.

Rainer-Maria also was sagst du Ex-Tortenbäcker, war der gut? Du Linamax, der Rainer war schon im Sozialismus ein Macher. Auch nicht zimperlich. Deswegen bekam der damalige Soz. mir auch so gutHAAAAAAAAAAAAAAAAAAAaaaaaa



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#2583

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 22.05.2016 20:40
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #2540
"Tonbandmaschine?" also Männers mir fällt da für die 70er Jahre das ZK120 T ein? Wer hatte da gleich noch ne andere "Maschine?"

Rainer-Maria


Maschine,
da fällt mir momentan ein das Tonbandgerät" Smaragd".
Schwer wie S-- Ca 13 Kg und 1080 DDR-Mark


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#2584

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 22.05.2016 20:46
von Pit 59 | 10.165 Beiträge

also Männers mir fällt da für die 70er Jahre das ZK120 T ein?

Habe ich noch und geht,hat glaube ich 650 Alus gekostet.


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#2585

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 22.05.2016 22:36
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #2541
Zitat von Freienhagener im Beitrag #2538
Zitat von Josef im Beitrag #2536
Farbfernseher Nordmende und Stereoanlage Yamaha mit CD-Spieler, was es drüben bei Euch bestimmt so nicht gab.



Nur CD-Player gab es nicht.
Als HiFi-Fan leistete ich mir aber das Beste aus dem normalen DDR-Handel, u. a. eine schwere Tonbandmaschine für 1950 Mark der DDR (ungefähr zwei Monatsgehälter).



War das eine B 116 Tesla-Tonbandmaschine?
so eine steht bei mir noch im Keller
Lutze


Richtig. Ich hab meins auch noch, ebenfalls stillgelegt..........


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#2586

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 10:55
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #2566
Müsste man wieder differenzieren Siggi denn ich unterteile gerne die DDR in vier Etappen. Geht los mit 50er Jahre Nachkriegszeit, so ne Art Sammelphase, wo wollte Staat hin, dann 60er Jahre recht gute Aufbauphase, die zog sich noch in die 70er rein, dann 70er Jahre bis Anfang der 80er so ne Art weitere Schaffens-Lebephase(meine Loslege-Zeit ab 1969, Lehre, dann ordentliche Arbeit, junge Familie und mehr), dann ab Mitte der 80er so ne Art Stagnation, nicht Stillstand nein, eher Leben vom Eingemachten.

Rainer-Maria


Somit bin ich damals wohl in der Stagnationphase ins Berufsleben eingetreten, die Jahrzehnte davor kann man in der Tat so umschreiben.
Die alten Kämpfer aus dem Bahnbetriebswerk schwärmten zuweilen davon, was früher noch alles auf die Beine gestellt wurde und die Spuren waren ja auch da, wie liebevoll ausstaffierte Traditionsstätten, das neu gebaute Keglerheim, Schaukästen, hochwertige staatliche Auszeichnungen wie u.a. " Hervorragendes Jugendkollektiv der DDR", Jubiläumsfahrten zum Streckengeburtstag eben Aktivitäten, die eine Aussage über das damalige Lebensgefühl waren und heute keine spontane Schwärmerei sind.
Die Lethargie und der Substanzverzehr der 1980er Jahre war schon beunruhigend, die Ausbruchversuche in Form von Schrottsammelaktionen, Namensträgerbewegungen und kostenträchtigen Jugendfestivals, die schon lange nicht mehr so einfach zu rekrutieren waren wie 10-15 Jahre zuvor waren schon Ausdruck von Ohnmacht und Hilflosigkeit, die sich hauptsächlich in der verweigerten Gefolgschaft der institutionellen Jugend in Form von FDJ- Karteileichen begründeten.
Die Botschaften der alten Kämpfer kamen nur noch bei wenigen an, ich selbst nahm denen ihre ehrliche Begeisterung ab, wollte sie weiter vermitteln, da dieser Staat aus meiner Sicht gerecht strukturiert war, die Schadstellen nicht irreparabel schienen und die eigenen Ansprüche bescheiden waren.
Den Mißmut der gleichaltrigen Mitstreiter könnte ich sehr oft nicht verstehen und ließ mich davon auch nicht anstecken, was mir meine ehrenamtliche Arbeit im Jugendverband wohl eher noch erschwerte zumal der Mißmut nach der Zerschlagung der beruflichen Heimat zu großen Teilen auch geblieben ist obwohl der Hammer und Zirkel samt Ährenkranz verschwunden war.
Im weiteren Verlauf heilte die Zeit jedoch offenbar alle Wunden, der Verzicht auf Kollegialität, das Arrangement mit Steuergeldverschwendung, der Raffgier unserer Daxbosse, der Niedergang der ostdeutschen Industriestandorte, die Dominanz westdeutscher Eliten in den neuen Ländern (von 200 Bundeswehrgenerälen sind 2 ostdeutsch sozialisiert....oder gibt es die NVA doch noch ?..., nur 1/4 der Magdeburger Ministeriumsmitglieder haben ostdeutsche Wurzeln), all das scheint gar nicht mehr das Schmerzempfinden zu tangieren.
Gelingt doch mal ein Aufstieg, so weiß jeder daß alles nur am Geld gelegen hat und die Einheimischen nur einen marginalen Anteil daran haben, Red Bull hätte genausogut die erste ostdeutsche M- Dax Firma nach 25 Jahren Einheit gründen können, oder einen Startplatz für Weltraumraketen bauen können, auch ohne Ossis alles wäre möglich- mit Geld und Kommerz.
Vielleicht hilft ein wenig Nachdenklichkeit über diesen Teil unserer Geschichte auch dabei eine neue Standortbestimmung zu verinnerlichen, wo wir inzwischen eigentlich gelandet sind.
Nunja, die DDR hätte gelingen können, wenn man an anderen Rädchen gedreht hätte, diese Chance kommt nicht wieder, zum Trauern fehlt aber die Zeit und der Panzer wird halten.



Fritze und Josef haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#2587

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 11:14
von sentry | 1.108 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #2586
(von 200 Bundeswehrgenerälen sind 2 ostdeutsch sozialisiert....oder gibt es die NVA doch noch ?..., nur 1/4 der Magdeburger Ministeriumsmitglieder haben ostdeutsche Wurzeln


Ich will das Thema nicht torpedieren, aber diese Ossi-Wessi-Statistiken haben mich wieder nachdenklich gemacht, ohne dass ich in der Lage wäre, das nachzuprüfen.
Ich frag' mal einfach so dazwischen, das echte Thema kann einfach um diesen Zwischengedanken herumschwappen:

Wann gilt man im Sinne des Zitats denn als "ostdeutsch sozialisiert" bzw. hat "ostdeutsche Wurzeln"?
Braucht man den "großen Ossi-Nachweis", muss man im Osten (oder gar der DDR?) geboren sein? Darf man nie in den Westen umgezogen sein oder erst ab einem noch zu definierenden Zeitpunkt?

Mittlerweile sind wir ein Viertel Jahrhundert vom Mauerfall weg. Irgendjemand schrieb hier, dass 2018 die Mauer genauso lange weg ist, wie sie gestanden hat...irgendwie unglaublich aber auch wunderbar wahr.
Ist es also wirklich wichtig, ob "Magdeburger Ministeriumsmitglieder", wen auch immer das einschließt, ostdeutsche Wurzeln haben? Ist es irgendwie besser, wenn ein anhaltinischer Ministeriumsangestellter aus Thüringen oder Mecklenburg kommt, als aus Niedersachsen oder Hessen?

Nur so ein Gedanke


zuletzt bearbeitet 26.05.2016 11:15 | nach oben springen

#2588

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 11:41
von Heckenhaus | 5.158 Beiträge

@sentry, du hast nie erlebt, daß "ehemalige DDR-ler", wie die Bezeichnung in einigen Gebieten der alten BRD
noch heute lautet, schräg von oben herab angeschaut werden ?
Fragen wie : Habt ihr damals gearbeitet ? oder Ihr hattet ja kein Material ! ist bis heute fundiertes Grundwissen !

Ich muß dazu auch erklären, es denken zum Glück nicht alle so. Menschen, die beruflich in der DDR zu tun hatten, egal, ob vor
oder nach der Wende, hatten eine ganz andere Meinung, eine realistischere.
Ich hatte in meinen letzten Berufsjahren mehrmals bei einem ehem. Vertreter für Fenster zu tun, der viel in der Ex-DDR unterwegs war.
Das war einer der Realisten, obwohl er selbst ein "Kapitalist" war mit Immobilienbesitz im 7-stelligen Wert.
-----------------------------------------------------------------------------------
Braucht man west- oder ost - deutsche Wurzeln, um voll anerkanntes Mitglied der dortigen Gesellschaft zu sein ?
Nein, die Leistung soll das endscheiden.
Leider ist es noch immer in einigen Köpfen die Herkunft.
Erfahrungen dazu hat jeder andere, dementsprechend auch unterschiedliche Sichtweisen.

Ich glaube, dieses Thema ist unendlich, es wird noch Jahre dauern, bis diese Unterscheidungen vom Tisch sind.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
bürger der ddr hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#2589

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 12:11
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von sentry im Beitrag #2587
Zitat von Hackel39 im Beitrag #2586
(von 200 Bundeswehrgenerälen sind 2 ostdeutsch sozialisiert....oder gibt es die NVA doch noch ?..., nur 1/4 der Magdeburger Ministeriumsmitglieder haben ostdeutsche Wurzeln


Ich will das Thema nicht torpedieren, aber diese Ossi-Wessi-Statistiken haben mich wieder nachdenklich gemacht, ohne dass ich in der Lage wäre, das nachzuprüfen.
Ich frag' mal einfach so dazwischen, das echte Thema kann einfach um diesen Zwischengedanken herumschwappen:

Wann gilt man im Sinne des Zitats denn als "ostdeutsch sozialisiert" bzw. hat "ostdeutsche Wurzeln"?
Braucht man den "großen Ossi-Nachweis", muss man im Osten (oder gar der DDR?) geboren sein? Darf man nie in den Westen umgezogen sein oder erst ab einem noch zu definierenden Zeitpunkt?

Mittlerweile sind wir ein Viertel Jahrhundert vom Mauerfall weg. Irgendjemand schrieb hier, dass 2018 die Mauer genauso lange weg ist, wie sie gestanden hat...irgendwie unglaublich aber auch wunderbar wahr.
Ist es also wirklich wichtig, ob "Magdeburger Ministeriumsmitglieder", wen auch immer das einschließt, ostdeutsche Wurzeln haben? Ist es irgendwie besser, wenn ein anhaltinischer Ministeriumsangestellter aus Thüringen oder Mecklenburg kommt, als aus Niedersachsen oder Hessen?

Nur so ein Gedanke



Es geht in jede Richtung, sowohl Medien als auch Politiker wippen hier zwischen Pro und Kontra hoch und runter ohne daß es eigentlich zu einem verwertbaren Ergebnis führt, überhaupt könnte doch diese Unwuchtökonomie auch positiv interpretiert werden, meine beruflichen pendelbedingten Nebenkosten betragen pro Jahr für BahnCard 100, bezahlte Gastfahrten und Hotelaufenthalte, Auslöse (alles Posten die im heimischen Bahnbetriebswerk gar nicht anfallen würden) über 30.000 €, Einnahmen, die Steuereinkünfte der jeweiligen (West)Länder nach sich ziehen und im Transfer zurück in den Südharzkreis fließen, so wie alles fließt.
Vielleicht würde die Uhr ohne das Pendel ganz stehen bleiben.
Hier mal unsere Chefmotivatotin dazu, der Sprung zu den blühenden Landschaften ist nicht mehr weit: http://www.mz-web.de/halle-saale/ostbeau...oeren--24113084
Oft haben Kabarettisten treffend Botschaften vermittelt und auf den Punkt gebracht, so wie hier Honecker- Chefimitator Uwe Steimle, der aber auch recht rasant auf dem Pendel mitschaukelt, so daß keiner weiß, was ihm wirklich fehlt.
https://youtu.be/4BZiM4NHbzU



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#2590

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 11.07.2016 14:00
von bürger der ddr | 3.647 Beiträge

Je mehr im Thema "Wahl" geschrieben wird, um so stärker muß ich an dies Thema hier denken.
Irgendwie erinnert mich das "wir können durch die wahl nichts ändern" an die DDR. Dort war es doch auch so, wer kennt die Sprüche nicht mehr:
- wir können eh nichts ändern
- die da oben
und so gab es bestimmt einige mehr. Nur heute ist doch alles besser und demokratischer....
- Warum kann der Wähler nichts ändern?
- Warum wird über die Köpfe der Menschen hinweg regiert?

Wie war das doch gleich, hat nicht der Begriff "Demos" nicht irgendwas mit Volk zu tun?
Ist der begriff "Demokratie" nicht ein Ausdruck für Herrschaft des Volkes?

Aber halt, ich vergaß wir haben eine "indirekte Demokratie", da kann auf den Umwegen schon die Meinung des Volkes verloren gehen...., wer wird denn so kleinlich sein?
Und irgendwie erinnert mich die AfD an das "neue Forum", warum?
- beide wurden bzw. sollen durch den "Staatsschutz" beobachtet werden
- gegen beide wurden alle Register der Propaganda gezogen
- beide hatten Mitglieder aus allen Schichten der Bevölkerung

und beide wollten mehr direkte Demokratie!

Ich habe nichts über die politischen konkreten Ziele geschrieben, da es für mich ein "emotionaler Vergleich" ist.

Ach noch etwas, beide hatten oder haben FDJ Sekretärinnen zum Gegner.........



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#2591

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 11.07.2016 21:23
von Hanum83 | 4.813 Beiträge

Das gute ist das man nun endlich wieder mal wirklich die Wahl hat und das alternative Kreuzel nicht durch die 5%-Esse geht


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
bürger der ddr hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.07.2016 21:25 | nach oben springen

#2592

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 13.07.2016 18:44
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

AfD und Neues Forum scheinen in der Tat einen gemeinsamen Nenner zu haben:
Unter dem Motto Wir sind dafür, daß wir dagegen sind lassen sie den Wutbürger raus ohne strukturierte und praktikable Gegenmodelle für die Zeit nach der Siegesfeier zu liefern.
Man muß sich wohl auch mal die Mühe machen, gescheiterte Projekte des Sozialismus unter Beachtung der damaligen Situation zu analysieren, sagen wir mal am Beispiel des Subventionsmodells der Obstannahmestellen.
Das ist bekanntlich deshalb ein betriebswirtschaftliches Desaster geworden, weil man die parasitäre Veranlagung des Menschen außer Acht ließ die dazu führte über Differenzgeschäfte (Abgabe zum Marktpreis und Wiedereinkauf zum Subventionspreis) einen privaten Vorteil zu Lasten der ehrlichen Lieferanten und Bürger zu erschleichen.
Nun kann man das so oder so sehen.
Vor dem Hintergrund, daß man bessere Menschen erziehen wollte nahm man seitens der Wirtschaftsführung wohl an, daß das Eigendisziplinierungsvermögen der Bürger ausreichen würde, genau dieses Verhalten zu unterbinden oder wenigstens zu ächten, zumal der Werktätige, der einerseits den marktüblichen Preis nicht bezahlen konnte, weil die sozialpolitischen Maßnahmen ja über die niedrigen Löhne zu finanzieren waren und andererseits der Lieferant (der ja im Falle der eigenen Berufstätigkeit ebenfalls schon eingezahlt hat) sonst keinen Ansporn hätte zusätzlich im Sinne der allgemeinen Versorgungssituation aktiv zu werden.
Das war eine Gratwanderung und nicht zwangsläufig unsinnig, ansonsten könnte der Fahrraddieb mit dieser Logik ja auch den Vorbesitzer verspotten, weil er seinen Drahtesel nicht angeschlossen hat.
Dieses Mißverständnis mit den Kriterien des nachkorrigierten Wertekanons heute zu analysieren mag müßig erscheinen, aber der Umgang mit diesen kleinen Sünden wirft kein gutes Licht auf uns, die wir alle irgendwie mitgemacht haben, allen voran unsere Blauhemdkanzlerin http://www.spiegel.de/panorama/leute/jug...d-a-643085.html.
Sie als Christin deren Werte ja den sozialistischen recht ähnlich sein sollten war somit eine Aktivistin der sozialistischen Verkommenheit und das formuliere ich nur deshalb so derb, weil sie eben heute so drüber denkt, wie es im Link beschrieben ist- keine Spur von Nachdenklichkeit und Selbstreflexion des Charakters dahinter.
Kann sein, daß sie sich bei ihren neuen politischen Gefährten einkratzen muß, um als Ossitante akzeptiert zu werden, das macht es aber nicht besser.
Für mich bleibt als Selbstreflexion nur zu konstatieren, daß ich mich heute noch darüber ärgern könnte, mit dieser Klientel so kameradschaftlich umgegangen zu sein, ich denke hier an die Nachbarn die der volkseigenen Kantine das Schweinefutter für das volkseigene Vieh entzogen haben um damit das Privatvermögen zu steigern, der Klassenkamerad der mit 15 im PA- Unterricht die Bohrmaschine geklaut hat und fortan ein Held war oder der Kollege der systematisch Baustoffe auf dem Bahngelände für das eigene Haus zusammengeklaut hat.
Ein Aktivist war ich nicht, die getauschten Aale waren regulär und nicht schwarz geangelt worden und für die unzähligen Überstunden, die ich mit meinen Zügen Buch lesend im Überholungsgleis zugebracht habe konnte ich nichts, trotzdem war auch ich so ein Teil des Problems.
Kann auch sein, daß ich mir die DDR mit dem Wissen von heute etwas ausmale, das eigentlich nicht real war, fakt ist aber, daß es eine greifbare Chance zum Gelingen des deutschen Sozialismus hätte geben können.
Zum Schluß noch die Anmerkung, daß all dies nichts mit Trauer zu tun hat und es auch nicht um Merkel oder AfD geht, es sind nur ein paar Gedanken zum Feierabend verbunden mit meiner nach wie vor aktuellen Aussage, daß es die politischen Eliten der Folgezeit bezogen auf das Gesamtkonzept eben nicht besser gemacht haben.



vs1400 und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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