#2301

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 07.01.2016 01:08
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #2298
Zitat von Rostocker im Beitrag #2297
Zitat von Hanum83 im Beitrag #2296
Zitat von vs1400 im Beitrag #2295
Zitat von Hanum83 im Beitrag #2270
Zitat von Rostocker im Beitrag #2269
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #2268
Wer was werden wollte musste mitmachen. Früher oder später mit Parteimitgliedschaft. Erst Recht in den bewaffneten Organen.
Wer nicht mitmachte konnte in der DDR auch nichts werden. Ich kenne genug Beispiele persönlich. Die DDR hat dadurch ihre Talente brach liegen lassen. Stattdessen waren linientreue, nicht immer Genies, an der Macht. Man gucke sich nur die Typen im Politbüro an.


Harzwanderer--ich habe da noch eine gute Erinnerung, von der Grenzöffnung 89--ich kam in Braunlage Harz an, war auch alles schön--soweit nichts einzuwenden, ich kam auch mit einen Einheimischen ins Gespräch einen älteren Herren. Was eine nette Unterhaltung war--zum Schluß sagte er zu mir. ja hier ist vieles genauso wie bei Euch--man muss nur das richtige Parteibuch in der Tasche haben. Ich antwortete--ja was gemeinsames müssen wir ja haben.


Ich hab jetzt ne Weile überlegt, der tiefere Sinn dieses Spruches ist mir aber irgendwie nicht verständlich geworden.
Was sollte denn in Braunlage 1989 "wie bei uns" gewesen sein und wozu das richtige Parteibuch in Braunlage




... schon drauf gekommen, Hanum83?

gruß vs



Nö.
Siehst du da durch?


Ja ich vermute mal, das mir dieser ältere Herr damit sagen wollte--ich weiß nun nicht aus welchen Gewerbe er kam--- wenn er das richtige Parteibuch von solchen Kasperverein in der Tasche hat, die wahrscheinlich gerade in der Gemeinde das Sagen haben. Das er er auch dadurch vorteile hat.


Ok, ich versteh aber, gerade wegen diesem Erklär-Post immer noch Bahnhof.
War der Braunlager eventuell in der DKP?
Dann könnt ich es teilweise verstehen.



Ich weiß nicht in welcher Partei er war und ob er überhaupt in einer Partei war. Aber nehmen wir mal an--nur mal so OT --der Mann wäre Malermeister gewesen und DKP Mitglied. Nun vergibt die Gemeinde wo die CDU das Sagen hat,einen Auftrag--aber in der Gemeinde gibt es noch zwei weitere Malermeisters die Mitglied der CDU sind. Na da wird doch mit Sicherheit nicht der den Auftrag bekommen der DKP Mitglied ist. Aber wie gesagt-OT


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#2302

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 07.01.2016 01:14
von Hanum83 | 4.797 Beiträge

Also ich bin damals erstmalig in der bayerischen Ecke Naila/Bad Steeben kurz von Ost nach West gewechselt um mir die 100 Märker zu holen, also da sah es wirklich ganz anders aus wie daheim, gefühlt schöner, was da optisch gleich sein sollte, keine Ahnung.
Die Menschen kamen mir auch entspannter vor wie wir 100-Mark-Jäger mit unserem Tranant, war eigentlich peinlich, ja, ich hab mich für uns geschämt.
Tiefgründige Gespräche über Partreibücher wollt ich da eigentlich nicht, eher schnell rein und schnell wieder raus.
Obwohl Rostocker, du hattest einen Che-Aufnäher auf der Kutte?
Dann kann ich es verstehen das Gespräch.
Der Wessi hat dir aber da Schmu erzählt, der wollte dich ein wenig seelisch stützen, wegen mentalem Absturz und so.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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zuletzt bearbeitet 07.01.2016 01:39 | nach oben springen

#2303

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 07.01.2016 01:56
von vs1400 | 2.397 Beiträge

Zitat von 1941ziger im Beitrag #2300
Moin, kann man schon sagen zu so früher Stunde.....

Ich habe mal eure letzten Postings mit gelesen und wundere mich schon über das Thema.
Es scheint wie ein Streit über des Kaisers Bart.

Ist es überhaupt die Mühe wert sich über Beziehungen, Seilschaften, Klüngelei usw. zu streiten, natürlich gibt es die.
Das geht in der Gemeindeebene los und setzt sich in den Parteizentralen fort.
Man braucht nur mal schauen, dort wo die Abwahl einer Landesregierung vorhersehbar war wurden aus Fraktionsmitgliedern
Staatssekretäre .....somit hatten sie ihren unkündbaren Job.

Aber wieso diskutiert ihr darüber, ändern könnt ihr nichts. Mensch Leute wir sind fast alle Rentner und haben nicht mehr
so viel Zeit.....bei manchen geht der Deckel der Kiste schon auf.
Nützt doch eure Zeit die ihr noch habt und diskutiert nicht sinnloses Zeug.

In dem Sinne, Gute Nacht.


man hatte sich damals mehr von dieser wende erwartet, 1941ziger,
zumindest mehr fairness ... es genügt auch wieder nicht, nur zu arbeiten ...

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#2304

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 07.01.2016 02:20
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Torsten, hast Du 89 etwas zu lange geschlafen?
Die Umkehr so wie schlußendlich passiert ,war vom Volk nicht gewollt!
Jubel bei Grenzöffnung, OK.
Der Dicke hat die DDR überrollt, als er hier einflog war, etwas von "blühenden Landschaften" zu vernehmen.
Die Treuhand hat dann noch Hand angelegt.
Reisefreiheit gab es, Sch..... konnte kaum jemand finanzieren.
Erfolgreiche DDR- Betriebe abgewickelt um Wettbewerber aus dem Verkehr zu ziehen.
Gerd


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#2305

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 07.01.2016 09:56
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #2302
Also ich bin damals erstmalig in der bayerischen Ecke Naila/Bad Steeben kurz von Ost nach West gewechselt um mir die 100 Märker zu holen, also da sah es wirklich ganz anders aus wie daheim, gefühlt schöner, was da optisch gleich sein sollte, keine Ahnung.
Die Menschen kamen mir auch entspannter vor wie wir 100-Mark-Jäger mit unserem Tranant, war eigentlich peinlich, ja, ich hab mich für uns geschämt.
Tiefgründige Gespräche über Partreibücher wollt ich da eigentlich nicht, eher schnell rein und schnell wieder raus.
Obwohl Rostocker, du hattest einen Che-Aufnäher auf der Kutte?
Dann kann ich es verstehen das Gespräch.
Der Wessi hat dir aber da Schmu erzählt, der wollte dich ein wenig seelisch stützen, wegen mentalem Absturz und so.


Genau diesen Gemütszustand der Geldabholung versuchte ich zu Beginn der Flüchtlingswelle bei mir abzurufen und auch wenn es einigen als Purzelbäumchen erscheinen mag, ich habe mich selbst dabei ertappt eben keine Dankbarkeit für diese Begrüßung durch das eiskalte Händchen empfunden zu haben, vielmehr wertete ich es als Trostpreis für den zweiten Platz im Systemwettstreit.
Die Anmerkung vom 1941er, wenn auch nicht im Zusammenhang mit dem Begrüßungsgeld aber mal allgemein betrachtet zeigt, daß man glaubt all diese Geschichten aus der Vergangenheit haben ihre Relevanz verloren, so ist es eben nicht.

Zitat: Aber wieso diskutiert ihr darüber, ändern könnt ihr nichts. Mensch Leute wir sind fast alle Rentner und haben nicht mehr
so viel Zeit.....bei manchen geht der Deckel der Kiste schon auf. Nützt doch eure Zeit die ihr noch habt und diskutiert nicht sinnloses Zeug.


Daß die junge Bankangestellte, die in Herzberg den Hunderter durchreichte, dafür 2-3 Tage lang arbeiten mußte, um diesen (Einkommens)steueranteil zu erwirtschaften ist mir damals nicht im Traum eingefallen, genauso wie es den Flüchtlingen nicht im Traum einfallen würde, sich bei mir für die steuerfinanzierte Bahnfahrt in die Freiheit zu bedanken, für die lag das Geld schlichtweg auf der Straße so wie auch uns dieser Westen unvorstellbar reich vorkam, weil wir vorerst nur die Kulisse kannten.
Was ich allgemein artikulieren möchte ist, daß die Erinnerung an die Wendegeschichte für die Selbstreflexion der eigenen Befindlichkeit und in der Konsequenz für das Verstehen der neuen Mitbürger sehr hilfreich ist.
Es sind wertvolle lebenslang verwertbare Erfahrungen, die wir hier austauschen wenn auch aus unterschiedlichen Perspektiven.



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#2306

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 07.01.2016 10:18
von Hanum83 | 4.797 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #2305


Daß die junge Bankangestellte, die in Herzberg den Hunderter durchreichte, dafür 2-3 Tage lang arbeiten mußte, um diesen (Einkommens)steueranteil zu erwirtschaften ist mir damals nicht im Traum eingefallen, genauso wie es den Flüchtlingen nicht im Traum einfallen würde, sich bei mir für die steuerfinanzierte Bahnfahrt in die Freiheit zu bedanken, für die lag das Geld schlichtweg auf der Straße so wie auch uns dieser Westen unvorstellbar reich vorkam, weil wir vorerst nur die Kulisse kannten.
Was ich allgemein artikulieren möchte ist, daß die Erinnerung an die Wendegeschichte für die Selbstreflexion der eigenen Befindlichkeit und in der Konsequenz für das Verstehen der neuen Mitbürger sehr hilfreich ist.
Es sind wertvolle lebenslang verwertbare Erfahrungen, die wir hier austauschen wenn auch aus unterschiedlichen Perspektiven.


Wo wir eingefallen sind das war ja vorher offiziell Zonenrandgebiet, also ruhiger als ruhig.
Das Städtlein Hof z.B ist ja förmlich von der Willkommens-Welle überrollt worden, so richtig Freude kam da bei den "Eingeborenen" nicht auf.
Wenn ich heute mal in der Ecke bin genieße ich die nun vorhandene Normalität.


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#2307

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 07.01.2016 10:20
von turtle | 6.961 Beiträge

Das Schöne an dieser Frage ist sie ist vergänglich da die noch bewusst in der DDR gelebten immer älter werden. Zugegeben ist sind einige Schönredner wieder auferstanden, doch wenn es darauf ankommen sollte werden sie letztendlich fast alle lieber es so lassen wie es ist. Es geht nicht ,sich nur sich einiges von der DDR zurückzuwünschen entweder wie sie war oder nicht. Sonst wäre es ja auch nicht mehr die DDR. Besser wäre es doch darauf hin zu arbeiten das was die DDR auszeichnete wieder Normalität werden lassen. Bei einer Hausgemeinschaft die funktioniert, wo Hilfe normal war angefangen. Nicht jeder sich nur selbst der Nächste ist.
Es gäbe viel zu verbessern im heutigen Deutschland, da sind wir alle angesprochen. Noch mehr zu verbessern gab es damals in der DDR. Die Schönredner von heute hätten zu DDR Zeiten wenigstens versuchen sollen ihre DDR Lebenswerter zu machen. So hat die Mehrheit im Volk entschieden wo es lang geht. Und mal ehrlich denkt doch noch einmal nach was trotz Abstriche besser ist. Für mich war die DDR nicht Liebens und Lebenswert, man hat es nicht verstanden nach 1945 die Chance zu nutzen. Mit ihren Mitteln und Methoden musste sie scheitern. Jetzt hilft alles jammern nicht mehr. Sie kommt nie wieder! Und das ist gut so.


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#2308

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 07.01.2016 10:20
von damals wars | 12.210 Beiträge

So ein Grundkurs bundesrepublikanische Demokratie wäre sehr hilfreich.

zitat: Im Gegensatz zu einem Beamten in einer weniger herausragenden Position kann ein politischer Beamter nicht nur wegen persönlichen Fehlverhaltens suspendiert, sondern auch wegen fehlenden Vertrauens der Regierung oder seines bzw. seiner Vorgesetzten in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Politischer_Beamter


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#2309

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 07.01.2016 10:21
von Hanum83 | 4.797 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #2308
So ein Grundkurs bundesrepublikanische Demokratie wäre sehr hilfreich.

zitat: Im Gegensatz zu einem Beamten in einer weniger herausragenden Position kann ein politischer Beamter nicht nur wegen persönlichen Fehlverhaltens suspendiert, sondern auch wegen fehlenden Vertrauens der Regierung oder seines bzw. seiner Vorgesetzten in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Politischer_Beamter


Und nu?
Ist doch logisch und wohl überall auf der Welt so.


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zuletzt bearbeitet 07.01.2016 10:21 | nach oben springen

#2310

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 07.01.2016 10:21
von 1941ziger | 1.002 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #2303


man hatte sich damals mehr von dieser wende erwartet, 1941ziger,
zumindest mehr fairness ... es genügt auch wieder nicht, nur zu arbeiten ...

gruß vs



Wieso eigentlich?
Wieso sollte sich ein bis dahin doch recht erfolgreiches System ändern, der Zusammenbruch der DDR hatte ihnen doch
gezeigt das ihr Weg der bessere war.
Wie kommst du darauf Fairness einzufordern. Fairness gab es nicht mal in der DDR, weder bei der Wohnungsvergabe,
bei der Zuteilung von Ferienplätzen oder..............bei der allgemeinen Versorgung der Bevölkerung.

Ich bin sehr zeitig weg, ich hatte bei einem Besuch hier in der Pfalz sofort einen guten Arbeitsplatz angeboten bekommen.
Gemerkt hatte ich aber sofort das nur Leistung bezahlt wird und nicht irgendwelche Träumereien.
Hier im Ort waren 1990 zwei große Hotels mit Übersiedlern der ersten Stunde belegt, es war traurig...der größte Teil
waren Träumer die annahmen sie brauchten nur den Mund öffnen und die gebratenen Tauben fliegen hinein.
Ich habe mich teilweise geschämt für sie.

Ich habe hier in einem Stahlbaubetrieb angefangen, um flexibler zu sein hatten sie eine Halle angebaut um
eine maschinelle Fertigung aufzubauen (das war meine Aufgabe).
Ich habe Dreher, Fräß-u.Bohrwerker gesucht und zum probearbeiten eingeladen, ich bin in meine alte Firma
nach Radebeul gefahren um ein Bohrwerk, was wir gekauft hatten abzuholen, dabei sprachen mich zwei ehemalige Kollegen an.
Ich habe sie eingeladen für eine Woche zu uns zu kommen. Der Chef hat die Fahrkarten und die Pension bezahlt.
Es war ernüchternd und für mich beschämend.....alle meinten der Schlendrian geht weiter.
Was hatte ich von meiner Fairness meinen Landsleuten eine echte Chance zu geben.

Dazu könnte ich noch bis heute Abend schreiben, ist aber schade um die Zeit.


Die veröffentlichte Meinung ist nicht die Öffentliche.
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#2311

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 07.01.2016 10:31
von Hanum83 | 4.797 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #2301




Ich weiß nicht in welcher Partei er war und ob er überhaupt in einer Partei war. Aber nehmen wir mal an--nur mal so OT --der Mann wäre Malermeister gewesen und DKP Mitglied. Nun vergibt die Gemeinde wo die CDU das Sagen hat,einen Auftrag--aber in der Gemeinde gibt es noch zwei weitere Malermeisters die Mitglied der CDU sind. Na da wird doch mit Sicherheit nicht der den Auftrag bekommen der DKP Mitglied ist. Aber wie gesagt-OT[/quote]

Ich hab relativ zeitig mit alten West-Handwerksmeistern am Tisch gesessen, was es im geschlossenem System da vorher nicht gab war Preisdumping, das billiger als billig Arbeiten kam erst nach 90.
Klar wurden die Aufträge auf dem flachen Land auch am Stammtisch verteilt, aber zum gegenseitigem Vorteil für festgemeißelte Summe X.
Nennt sich heute Kartell, war aber eigentlich fair.
Parteibuch spielte aber keine Rolle, warum auch.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 07.01.2016 10:33 | nach oben springen

#2312

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 07.01.2016 11:00
von Heckenhaus | 5.156 Beiträge

Zitat von 1941ziger im Beitrag #2310

Es war ernüchternd und für mich beschämend.....alle meinten der Schlendrian geht weiter..


Dann hast du die falschen Leute eingeladen, kanntest du sie so schlecht ?
War bei euch der Schlendrian wirklich so groß ?
Ich kenne das von Bau in Berlin nicht, bis auf kleine Ausreißer, die ich im Westen dann ebenfalls erlebt habe.
Es wird überall nur mit Wasser gekocht.

Ich habe viele angagierte Menschen erlebt, aus dem Osten, in der neuen BRD.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
Fritze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#2313

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 07.01.2016 11:23
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #2306
[quote=Hackel39|p514093]


Wo wir eingefallen sind das war ja vorher offiziell Zonenrandgebiet, also ruhiger als ruhig.
Das Städtlein Hof z.B ist ja förmlich von der Willkommens-Welle überrollt worden, so richtig Freude kam da bei den "Eingeborenen" nicht auf.
Wenn ich heute mal in der Ecke bin genieße ich die nun vorhandene Normalität.


Nach allem was man so hört und sieht, ich denke hier mal an Helmstedt wo ich hin und wieder meine Ruhezeit im Langlauf von Aachen in die Lausitz mache und kann mir vorstellen, daß so nicht die Städte von Siegern aussehen.
Aus dieser Zeit kannte ich die Grenzstadt aber nicht: https://www.youtube.com/watch?v=IcXBlp3i8rY
Im ehemaligen westlichen Zonenrandgebiet könnte ein G.D.R.evival möglicherweise mehr Freude auslösen als in der Zone selbst.
Uns Ossis werden die nicht erzählen, wie friedlich und beschaulich es in der Vorwendezeit in dieser Region war, ein ehemaliger Betriebsleiter aus Franken ließ das mal durchblicken..."wir mußten uns ganz schön bewegen, als die kamen..."
Diese Idylle (siehe auch Roman "Herr Lehmann" aus der Perspektive des eingemauerten Westberliners recht humorvoll beschrieben:
Auszug: (https://de.wikipedia.org/wiki/Herr_Lehmann)
Die Erzählperspektive bleibt weiter auf den Protagonisten fokussiert. Der Autor behält einen eingeschränkten Blick auf die Lebenswirklichkeit des Milieus in Berlin-Kreuzberg bei, beinahe ohne dabei Bezüge zur historisch-politischen Situation herzustellen. Letzteres geschieht nur dann, wenn es unvermeidbar ist. So etwa wenn Herr Lehmann nach Ost-Berlin reisen muss und dort von Zollbeamten der DDR festgehalten wird. Dies stört ihn nur insofern, als seine persönliche Freiheit eingeschränkt wird und der Tag nicht verläuft wie geplant. Er ist fixiert auf seine Lebenswelt, seine Freunde und seine Umgebung. Und er lebt in dem „eingemauerten“ West-Berlin, sozusagen auf einer gedanklich abgeschotteten Insel.



zuletzt bearbeitet 07.01.2016 13:27 | nach oben springen

#2314

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 07.01.2016 12:19
von 1941ziger | 1.002 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #2312


Dann hast du die falschen Leute eingeladen, kanntest du sie so schlecht ?
War bei euch der Schlendrian wirklich so groß ?




Die Leute hier kannte ich nicht, ich habe sie mir durch das damals hier noch bestehende Arbeitsamt suchen lassen.

Die Leute aus meiner alten Firma kannte ich vom sehen, wir hatten immerhin ca. 900 in der Produktion, alle
arbeiteten im Leistungslohn. Diese, es waren 3, waren übrigens an einer Maschinengruppe an der Können gefragt war
und auch gut verdient wurde. Das fachliche war Top, aber die Einstellung zur Arbeit und gegenüber der Firma
führte dazu das auch ich, der sie geholt hatte, sagen mußte.....es hat keinen Zweck.

Natürlich gab es auch gute Leute, zwei die aus dem RAW Kirchmöser /Brandenburg kamen sind noch da.
Der eine von beiden ist übrigens mein Nachfolger.
Es muss auch unterschieden werden zwischen denen die nach dem Kahlschlag der Treuhand kamen und denen
die über Prag und Ungarn kamen..........diese erste Gruppe waren mehr Abenteurer und Träumer.


Die veröffentlichte Meinung ist nicht die Öffentliche.
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#2315

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 07.01.2016 12:29
von turtle | 6.961 Beiträge

Schöner Beitrag 1941ziger. Erinnere mich welche in der Mehrzahl in den ersten Wochen im Westen waren. Sie waren bereits in der DDR gescheitert und gelinde gesagt im Westsystem wären sie schon unter einer Brücke gelandet. Auch zu mir kamen "Freunde" meine Adresse hatten sie aus dem Telefonbuch bzw. meine Mutter hatte sie "freundlicherweise" auf Nachfragen gegeben. Sie wollten abstauben, nur jammern, auf die Scheiß DDR schimpfen. Kannst Du mir einen Job besorgen? Zur Wendezeit gab es viel zu tun in der Schokobranche, zumindest Saisonbedingt fand man erst einmal einen Job. Das Amt war mit der Unterkunft behilflich. Keine 14 Tage ging das gut. Da wurde ihnen gekündigt. Fehlzeiten, zu spät kommen ,blauer Montag .etc. Nehme an viele davon landeten in der Gosse. Die Kälte des Kapitalismus werden sie mit Alkohol verdrängen.


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zuletzt bearbeitet 07.01.2016 12:30 | nach oben springen

#2316

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 07.01.2016 13:01
von Heckenhaus | 5.156 Beiträge

Ich wundere mich ganz ehrlich, was anscheinend in einigen Teilen der DDR für eine Arbeitsmoral geherrscht haben muß.
Uns hätten sie damals schon den Arsch warm gemacht, wenn wir auf jeder Baustelle gegangen und gekommen wären,
wie es uns gefällt. Auf Pünktlichkeit wurde großen Wert gelegt, und eine gewisse Leistung wurde ebenfalls gefordert,
sonst hätte es schnell passieren können, finanziell abzusteigen bzw. in einer Truppe zu landen, die nicht gerade den besten
Ruf hatte, Eisenwichser zum Beispiel (Industrieanstreicher).
(Fast) jeder kommt mal zu spät, aber es waren wirklich Ausnahmen, und die Leistung stand zum Feierabend.

Unser zuständige Meister damals war da recht konsequent, und das war sehr gut.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#2317

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 07.01.2016 13:09
von turtle | 6.961 Beiträge

Die Moral wurde nicht von allen so gesehen. Mir ist bekannt mal zwischendurch etwas Bückware besorgen, für die Kolleginnen natürlich mit. Während der Arbeitszeit auch mal zum Friseur ,wenn angeblich kein anderer Termin. Etwas Volkseigentum zu wörtlich nehmen oder das Nachtschichtende eine Stunde vorverlegen, da es wenig zu tun gab.


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#2318

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 07.01.2016 13:18
von Hanum83 | 4.797 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #2316
Ich wundere mich ganz ehrlich, was anscheinend in einigen Teilen der DDR für eine Arbeitsmoral geherrscht haben muß.
Uns hätten sie damals schon den Arsch warm gemacht, wenn wir auf jeder Baustelle gegangen und gekommen wären,
wie es uns gefällt. Auf Pünktlichkeit wurde großen Wert gelegt, und eine gewisse Leistung wurde ebenfalls gefordert,
sonst hätte es schnell passieren können, finanziell abzusteigen bzw. in einer Truppe zu landen, die nicht gerade den besten
Ruf hatte, Eisenwichser zum Beispiel (Industrieanstreicher).
(Fast) jeder kommt mal zu spät, aber es waren wirklich Ausnahmen, und die Leistung stand zum Feierabend.

Unser zuständige Meister damals war da recht konsequent, und das war sehr gut.


Also es wurde auch mal ein Bierchen getötet, aber ansonsten haben wir gearbeitet und es war ja auch alles schwerer als heute wo zu allererst bei jedem Schuppenbau mal ein Kran aufgestellt wird, außer die obligatorische Dreikantfeile mit der alles gefahren wurde hatten wir ja auf kleinen Baustellen nichts, also alles schön schleppen, kein Wunder das die Knie und das Kreuz im Eimer sind.
Die alten Kollegen die schon vor dem Krieg auf dem Bau malocht haben, die haben dir als Jungspund schon Ballett gemacht von derwegen faul rumstehen, da war noch Schliff dahinter.
Was hat mal ein alter gesagt, es ist scheißegal welche Fahne am Gerüst hängt, wir haben was zu bauen und das machen wir ordentlich, vergess ich nicht den Spruch.


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zuletzt bearbeitet 07.01.2016 13:34 | nach oben springen

#2319

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 07.01.2016 13:35
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Ich glaube in Sachen Arbeitsmoral wird es im Westen genau so Probleme hin und wieder gegeben haben wie im Osten. Und die wird es auch noch heute in gesamt Deutschland geben. Ich war fast zwei Jahre lang im Westen auf Montage von Nord nach Süd. Und da ist mir mal was zu Augen gekommen,wo wir aus einem Lager unser Arbeitsmaterial holten. Schon morgens um 10 der Grill angeschmissen wurde. Oder mit einigen Kollegen dort, mit denen wir hin und wieder zusammen arbeiteten--wir sagten immer die Örtlichen---die uns drauf aufmerksam machten,nun bleibt mal ruhig sitzen und trinkt den Kaffee in ruhe aus.
Aber wie schrieb hier jemand--Es wird auch nur mit Wasser gekocht.


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#2320

RE: Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

in Das Ende der DDR 07.01.2016 15:02
von Heckenhaus | 5.156 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #2317
Die Moral wurde nicht von allen so gesehen. Mir ist bekannt mal zwischendurch etwas Bückware besorgen, für die Kolleginnen natürlich mit. Während der Arbeitszeit auch mal zum Friseur ,wenn angeblich kein anderer Termin. Etwas Volkseigentum zu wörtlich nehmen oder das Nachtschichtende eine Stunde vorverlegen, da es wenig zu tun gab.

Zahlreiche "Besorgungen" werden auch heute noch, oder besser gesagt auch, sogar im alten Bundesgebiet
während der Arbeitszeit erledigt, es leben nicht nur Engel auf der Welt.
Das reicht vom schnell mal einen Kaffee zwischen den Pausen bis zum gezielten Kurzeinkauf oder rasch mal ne Wurst.

Sicher nahmen es zahlreiche Beschäftigte damals nicht so genau, aber wo keine Kontrolle ist tanzen die Mäuse auf dem Tisch.
Lag es nicht in der Hauptsache an den Vorgesetzten ?
Es gab genügend Arbeitsstellen, wo es nicht so schlampig war.
Meine erste Frau war Sekretärin in der kaufmännischen Berufschule in Berlin (Ost), ihr Chef hätte ihr schon geholfen von
wegen Friseur !


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
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