#41

RE: Grenzdienst bei schwerem Unwetter

in Grenztruppen der DDR 11.08.2011 22:02
von GroßGlückow90 (gelöscht)
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Hallo zusammen. Unsere GP mussten recht oft bei Sturm von den alten BT-11 absitzen und Streife laufen. Ich als KSiA hab bei Starkregen meine AGr und meinen Stelli zu irgendwelchen Türmen geschickt, ich war ja kein Unmensch, hab ja auch trocken gesessen. In Winter wurde die S-Bahn Heizung unter die Beine gestellt, so wars auf der FÜST auszuhalten. Im Winter 86/87 wurden Filzstiefel verteilt - da wär uns jeder GV durch die Lappen gegangen, weil man mit den Dingern nicht rennen konnte. Wir hatten dann einige 6h- Grenzdienste wegen der Kälte. In der Kantenpappe hatten wir zum Glück teilweise funktionierende Standheizung drin. So saßen wir in 2 Decken eingehüllt, Filzstiefel, 2 Paar Handschuhe, Trainingsanzug, Strickjacke, 2 Omas an und BäVo runtergeklappt. Schätze mal jeder GV hätte leichtes Spiel. Aber man wollte nicht frieren. Der Hauptfeld kam dann oft mit Tee vorbei. Die Posten wurden auf Streife geschickt, um in Bewegung zu bleiben und nicht zu frieren.
Im Sommer durften wir auf Befehl die Feldmütze offiziell ablegen und unter die Schulterstücken klemmen. Außerdem durften dann auch die Ärmel der FDU hochgekrempelt werden.


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#42

RE: Grenzdienst bei schwerem Unwetter

in Grenztruppen der DDR 26.07.2012 18:13
von kalle55 (gelöscht)
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Du warst aber ein HARTER-HUND.!!

Zitat von Stabsfähnrich im Beitrag #13

Zitat von Pit 59
Sehr schön geschrieben Chris.Nur mal zur Ergänzung,es hat bei uns Niemanden Interessiert was wir im Winter an hatten,und wurde während meiner Zeit nicht einmal Kontrolliert.Im Winter:Unterwäsche Lang versteht sich,Trainingsanzug,Dienstuniform (Keine FDU) Watteuniform.


..............schon klar dass es Abweichungen von der Norm gab. Hatte daher auch immer - wo es möglich war - Zeit und Ort genannt. Ergänzend muß ich anführen, dass zu der von mir genannten Zeit sehr wohl auf die Einhaltung der Tragevorschrift der Uniform (gemäß DV) in unserer Kompanie geachtet wurde. Es war nun auch nicht explizit die Aufgabe des Diensthabenen der Kompanie im Rahmen der Vergatterung der Grenzposten, diese bis aufs Unterhemd auszuziehen um sich zu vergewissern, dass alles der DV entspricht. Wenn die Äußerlichkeiten entsprechend der DV waren, wurde maximal noch die PVT kontrolliert. Dies aber nicht vorrangig nach "verbotenen" Gegenständen sondern um zu kontrollieren, dass gemäß Befehl der Soldat mit ausreichend Verpflegung versorgt war. Ich selber habe großzügig über "Luftis", "Spickschnüre" usw. hinweg gesehen. Nicht negiert wurden Kerzen, Spiritus, Bratpfannen, nicht zulässige PV (z.B. rohe Eier, rohes Fleisch etc.), Zeitungen, Zeitschriften und Bücher sowie Radiogeräte. Letztere Gegenstände wurde fast nie oder sehr selten in den PVT`s festgestellt.
Anders sah es in meiner Tätigkeit als Hfw aus. Dort war ich - man möge mir verzeihen - strikt darauf bedacht, dass meine Soldaten und Unteroffiziere welche zur HiSi auf zogen, vorschriftsmäßig zum Grenzdienst ausgerüstet und gekleidet waren. Dazu muß ich noch anfügen, dass mit ganz geringen Ausnahmen nur Soldaten des ersten DHj in meiner Batt. waren. Die Soldaten des dritten DHj. meiner Batterie hätten sich auf Grund von ergangenen Disziplinarmaßnahmen ihrer vorherigen Einheiten, lieber ein Bein abgebissen - als dem ersten Diensthalbjahr Ratschläge zu geben, wie man im GD "abkeimen" kann. Bei Bekanntwerden dieser Ratschläge und vor allem durch wen, tja...........hätte die Einschätzung des BC zur Frage des Nachdienen - sehr sehr negativ - ausfallen können.



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#43

RE: Grenzdienst bei schwerem Unwetter

in Grenztruppen der DDR 09.08.2012 15:25
von grenzgänger86 | 375 Beiträge

Hallo zusammen,

kann mich auch dran erinnern,daß im Winter 86/87 es ja ziemlich viel Schnee gab und auch die kälte ganz schön arg war. Wir mußten oft raus um den Zaun freischaufeln,bei ständigem Schneefall im Harz ein sinnloses Unterfangen,der Schee lag stellenweise so hoch,das man den GSZ nicht mehr gesehen hat,außer der Wind hat mal ein paar Drähte frei geweht.Es lag an einem Tag soviel Schnee,daß kein Fahrzeug zum Brocken hochfahren konnte,weil es nicht mal die Schneefräse schaffte die Straße frei zuräumen.Die Verpflegung für den Brockenzug wurde damals mit dem Motorschlitten gefahren. Eine Nachtschicht wurde auch bei uns auf 6 Stunden gekürzt,weil es wohl so um die 22 Grad minus waren und man trotz einiger Schichten Klamotten übereinander ganz schön gefroren hat.
04/86-04/87 in Schierke


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