#41

RE: Warum Offizier in den GT

in Mythos DDR und Grenze 13.07.2011 13:42
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

War zwar nicht Berufsoffizier (BO) sondern Berufssoldat in der Dienstgradgruppe Unteroffizier (BU) später Fähnrich. Was hat mich bewogen, diesen Beruf zu wählen und diesen noch bis zum 27. September 1990 aus zu üben?
Die Musterung beim WKK (Wehrkreiskommando) verlief wie bei anderen tausend gleichaltriger ab. Jedoch war ich vorab bereit, meinen Ehrendienst für drei Jahre ab zu leisten. Geprägt durch die Erziehung in meinem Elternhaus, durch die Funktion eines Gruppenführers bei der GST sowie durch weitere gesellschaftliche Arbeit, reifte in mir dieser Entschluss. Im Rahmen der Musterung, wurde mir offeriert, dass ich meinen Dienst beim WRFD ableisten könne. Ausgehend von meinen damaligen Erlebnissen und Beobachtungen im Bereich der Magdalenenstraße in Berlin, war ich jedoch nicht bereit - bei Wind und Wetter vor irgendwelchen Toreinfahrten oder Eingängen Wache zu stehen. Nachdem ich dieses Angebot zum Dienst im WRFD abgelehnt hatte, wurde durch die Musterungskommission der Ton verschärft und ich wurde für das Pionierwesen (Pi-W) gemustert, mit der Perspektive einer Ausbildung zum Panzertechniker an der US Prora. Im Rahmen der Einberufsüberprüfung wurde mir suggressiert, dass wenn ich die Laufbahn eines Berufssoldaten einschlagen würde, einer Nachmusterung zu den Nachrichten (Waffenfarbe gelb) mit heimatnaher Verwendung nichts im Wege stehe. Es kam jedoch anders als gedacht.
Ich verpflichtete mich als Berufssoldat mit einer Mindestdienstzeit von zehn Jahre. Einerseits war meine damalige Einsicht, dass der Sozialismus geschützt sein will und nur ein starker Schutz den Weltfrieden sichert aber anderer Seits auch die Aussicht auf bessere Uniform und Besoldung ausschlaggebend.
Besonders Stolz war ich darauf, dass ich nach Beendigung der Unteroffiziersschule in einer Spezialverwendung bei den GT d. DDR eingesetzt wurde. Während die ersten Jahre meiner Verwendung interessant und abwechslungsreich waren, mutierte ich in der weiteren Folge zu einem "Hinterlandslatscher". Jüngere und dynamische Absolventen der Fähnrichausbildung wurde bevorzugt zur Erfüllung der gestellten Aufgaben eingesetzt. Auf Grund eines Kaderbefehls wurde ich zum Fähnrichlehrgang kommandiert. Von dort wieder zurück in die GK (Grenzkompanie) blieben die Aufgaben die selbigen. Ich war also wieder "Hinterlandslatscher". In dieser Zeit erwuchs in mir immer mehr die Frage: Wer beschützt hier wen, vor wem? 17,5 km Grenzabschnitt mit drei Posten im Handlungsraum und zeitlich zwei bis drei "Hinterlandslatscher". Warum nicht verstärkte Aufklärung des vHG bzw. des einsehbaren Gebietes der BRDeutschland? Fragen über Fragen. In jeder GWW-Stunde wurde uns die aggressive Rolle des BGS, der BAOR und anderer bewaffneter Kräfte - feindwärts der Grenze klar gemacht.Selbst die Offiziere, welche dieses Wissen vermittelten wußten selber zum Teil dass zwar eine Aggressivität vor gelegen haben mag, jedoch das Auftreten von BGS und anderer Kräfte auf bestimmte Zeiten und Anläße beschränkt war. Freundwärtige Angriffe auf die Staatsgrenze der DDR wurden als kriminell und einmalige Erscheinung gewertet oder nicht erwähnt. Nachfrage zu diesen Themen, verschafften einem ein Mehr an Selbststudium und Einzelvorträgen.
Um mal zum Punkt zu kommen: ich war stolz darauf ein Grenzer zu sein. Selbst in meiner späteren Verwendung als Hfw. in einer Granatwerferbatterie der Grenztruppen der DDR, welche an sich nicht mehr viel mit der Grenzsicherung zu tun hatte. Am 27. September 1990 zog ich diese Uniform mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus. Wäre zu diesem Zeitpunkt noch jemand da gewesen um meine Meldung entgegen zu nehmen, so wäre die erfolgt: "Melde mich ohne Vorkommnisse ab - gestatten dass ich weg trete".


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
erkoe hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#42

RE: Warum Offizier in den GT

in Mythos DDR und Grenze 13.07.2011 15:00
von Pit 59 | 10.127 Beiträge

Das ist mal ein Ordentliches Statement.Danke Stabsfähnrich.


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#43

RE: Warum Offizier in den GT

in Mythos DDR und Grenze 13.07.2011 18:32
von Zaunkletterer (gelöscht)
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Zitat von Stabsfähnrich
War zwar nicht Berufsoffizier (BO) sondern Berufssoldat in der Dienstgradgruppe Unteroffizier (BU) später Fähnrich. Was hat mich bewogen, diesen Beruf zu wählen und diesen noch bis zum 27. September 1990 aus zu üben?
Die Musterung beim WKK (Wehrkreiskommando) verlief wie bei anderen tausend gleichaltriger ab. Jedoch war ich vorab bereit, meinen Ehrendienst für drei Jahre ab zu leisten. Geprägt durch die Erziehung in meinem Elternhaus, durch die Funktion eines Gruppenführers bei der GST sowie durch weitere gesellschaftliche Arbeit, reifte in mir dieser Entschluss. Im Rahmen der Musterung, wurde mir offeriert, dass ich meinen Dienst beim WRFD ableisten könne. Ausgehend von meinen damaligen Erlebnissen und Beobachtungen im Bereich der Magdalenenstraße in Berlin, war ich jedoch nicht bereit - bei Wind und Wetter vor irgendwelchen Toreinfahrten oder Eingängen Wache zu stehen. Nachdem ich dieses Angebot zum Dienst im WRFD abgelehnt hatte, wurde durch die Musterungskommission der Ton verschärft und ich wurde für das Pionierwesen (Pi-W) gemustert, mit der Perspektive einer Ausbildung zum Panzertechniker an der US Prora. Im Rahmen der Einberufsüberprüfung wurde mir suggressiert, dass wenn ich die Laufbahn eines Berufssoldaten einschlagen würde, einer Nachmusterung zu den Nachrichten (Waffenfarbe gelb) mit heimatnaher Verwendung nichts im Wege stehe. Es kam jedoch anders als gedacht.
Ich verpflichtete mich als Berufssoldat mit einer Mindestdienstzeit von zehn Jahre. Einerseits war meine damalige Einsicht, dass der Sozialismus geschützt sein will und nur ein starker Schutz den Weltfrieden sichert aber anderer Seits auch die Aussicht auf bessere Uniform und Besoldung ausschlaggebend.
Besonders Stolz war ich darauf, dass ich nach Beendigung der Unteroffiziersschule in einer Spezialverwendung bei den GT d. DDR eingesetzt wurde. Während die ersten Jahre meiner Verwendung interessant und abwechslungsreich waren, mutierte ich in der weiteren Folge zu einem "Hinterlandslatscher". Jüngere und dynamische Absolventen der Fähnrichausbildung wurde bevorzugt zur Erfüllung der gestellten Aufgaben eingesetzt. Auf Grund eines Kaderbefehls wurde ich zum Fähnrichlehrgang kommandiert. Von dort wieder zurück in die GK (Grenzkompanie) blieben die Aufgaben die selbigen. Ich war also wieder "Hinterlandslatscher". In dieser Zeit erwuchs in mir immer mehr die Frage: Wer beschützt hier wen, vor wem? 17,5 km Grenzabschnitt mit drei Posten im Handlungsraum und zeitlich zwei bis drei "Hinterlandslatscher". Warum nicht verstärkte Aufklärung des vHG bzw. des einsehbaren Gebietes der BRDeutschland? Fragen über Fragen. In jeder GWW-Stunde wurde uns die aggressive Rolle des BGS, der BAOR und anderer bewaffneter Kräfte - feindwärts der Grenze klar gemacht.Selbst die Offiziere, welche dieses Wissen vermittelten wußten selber zum Teil dass zwar eine Aggressivität vor gelegen haben mag, jedoch das Auftreten von BGS und anderer Kräfte auf bestimmte Zeiten und Anläße beschränkt war. Freundwärtige Angriffe auf die Staatsgrenze der DDR wurden als kriminell und einmalige Erscheinung gewertet oder nicht erwähnt. Nachfrage zu diesen Themen, verschafften einem ein Mehr an Selbststudium und Einzelvorträgen.
Um mal zum Punkt zu kommen: ich war stolz darauf ein Grenzer zu sein. Selbst in meiner späteren Verwendung als Hfw. in einer Granatwerferbatterie der Grenztruppen der DDR, welche an sich nicht mehr viel mit der Grenzsicherung zu tun hatte. Am 27. September 1990 zog ich diese Uniform mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus. Wäre zu diesem Zeitpunkt noch jemand da gewesen um meine Meldung entgegen zu nehmen, so wäre die erfolgt: "Melde mich ohne Vorkommnisse ab - gestatten dass ich weg trete".


Danke Chris.Klare Aussage!!! Hut ab!


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#44

RE: Warum Offizier in den GT

in Mythos DDR und Grenze 13.07.2011 18:43
von Zaunkletterer (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.

Zitat von Zaunkletterer
Gibt es auch Offiziere in der Runde, die damals ohne wenn und aber an die Notwendigkeit der Sicherungsmaßnahmen geglaubt haben?


Waren diese deiner Meinung nach nicht Notwendig?



NEIN!!! Mein Vater (NSW-Reisekader, hat die halbe Welt mit DDR Paß gesehen ohne SED Parteibuch) war immer entsetzt über das Grenzregime. Nur das Nichtwissen über das "Feindgebiet" konnte ein solches System am Leben halten. In engen Familienrunden wurde dann derartiges geäußert und mit Bildern untermauert................


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#45

RE: Warum Offizier in den GT

in Mythos DDR und Grenze 13.07.2011 18:48
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Und, @Zaunkletterer

war er nach deinem "Übersiedeln" dann auch noch NSW-Reisekader?


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#46

RE: Warum Offizier in den GT

in Mythos DDR und Grenze 13.07.2011 19:11
von Zaunkletterer (gelöscht)
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Zitat von GZB1
Und, @Zaunkletterer
war er nach deinem "Übersiedeln" dann auch noch NSW-Reisekader?


Ja, mit einer 2-monatigen Sperre. Aber um`s gleich zu sagen, bei der Stasi war er nicht. Die Akten aller Familienangeh. stellen ihm einen "Persilschein" aus. Wurde halt auch befragt zu meiner Aktion............


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#47

RE: Warum Offizier in den GT

in Mythos DDR und Grenze 13.07.2011 19:20
von Mike59 | 7.942 Beiträge

Freundwärtige Angriffe auf die Staatsgrenze der DDR wurden als kriminell und einmalige Erscheinung gewertet oder nicht erwähnt. Nachfrage zu diesen Themen, verschafften einem ein Mehr an Selbststudium und Einzelvorträgen.

-------------------------------------------------
Ungläubig kuck und kopfkratz würde der user @94 schreiben. Warst du bei einer anderen Firma als ich? und wo bist du denn gelandet als was?

Mit dem Hinterland latschen hätte ich es gern so gehalten wie die BuWe Piloten vor 1989. Geld für nichts. War ne geile Zeit, bin 7h mit meinem Hund spazieren gegangen und hab den Vögeln in den A**** gekuckt.

War übrigens auch BU bis Dgrd. Fw. danach gewechselt in die Fähnrichlaufbahn, weil ich einfach keinen Bock mehr hatte mich mit den Problemen meiner Unterstellten auseinander zusetzten und um meine Probleme hat sich keiner gekümmert. Der Grenzaufklärer war damals eine Fachrichtung die dem Einzeldienst sehr nahe kam. Pech, das nichts konstanter ist wie die Veränderung.

Mike59


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#48

RE: Warum Offizier in den GT

in Mythos DDR und Grenze 13.07.2011 19:25
von Mike59 | 7.942 Beiträge

Zitat von Zaunkletterer

Zitat von GZB1
Und, @Zaunkletterer
war er nach deinem "Übersiedeln" dann auch noch NSW-Reisekader?


Ja, mit einer 2-monatigen Sperre. Aber um`s gleich zu sagen, bei der Stasi war er nicht. Die Akten aller Familienangeh. stellen ihm einen "Persilschein" aus. Wurde halt auch befragt zu meiner Aktion............



---------------------
Wow - 2 Monate? Das ist ja ganz üble Diskriminierung und Bevormundung. Da gab's doch bestimmt ne Entschädigung für. Einfach ein Skandal, wie unmenschlich. Ich hatte eigentlich einen Gulag Aufenthalt erwartet.

Ehrlich, ich komme aus dem Staunen nicht herraus.

Mike59


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#49

RE: Warum Offizier in den GT

in Mythos DDR und Grenze 13.07.2011 19:42
von Zaunkletterer (gelöscht)
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Zitat von Mike59

Zitat von Zaunkletterer

Zitat von GZB1
Und, @Zaunkletterer
war er nach deinem "Übersiedeln" dann auch noch NSW-Reisekader?


Ja, mit einer 2-monatigen Sperre. Aber um`s gleich zu sagen, bei der Stasi war er nicht. Die Akten aller Familienangeh. stellen ihm einen "Persilschein" aus. Wurde halt auch befragt zu meiner Aktion............



---------------------
Wow - 2 Monate? Das ist ja ganz üble Diskriminierung und Bevormundung. Da gab's doch bestimmt ne Entschädigung für. Einfach ein Skandal, wie unmenschlich. Ich hatte eigentlich einen Gulag Aufenthalt erwartet.
Ehrlich, ich komme aus dem Staunen nicht herraus.
Mike59



Über was staunst Du?


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#50

RE: Warum Offizier in den GT

in Mythos DDR und Grenze 14.07.2011 01:13
von 94 | 10.792 Beiträge

@Mike59 vielleicht hatte der StFä ja keine AO13, also bevor das auf Deinem Kopf jetzt eine Neurodermitis wird *grins*
Achso, @Zaunkletter, staunen kann man aber über die nun doch offensichtlichen Schlampereien der 'Weinroten' nach Deiner RF. Naja, nobodys perfect!
Upps, zweimal oT und wieder einer vom Team dabei *umgnadewinsel*
Leider kann ich dieses eine Mal NICHTS zum Thema beitragen. Zu oft wurde mir während meines freiwilligen Ehrendienstes erklärt, ein Ultn. wäre KEIN Offizier *grins*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#51

RE: Warum Offizier in den GT

in Mythos DDR und Grenze 14.07.2011 09:19
von skbw | 216 Beiträge

Zitat von 94

Achso, @Zaunkletter, staunen kann man aber über die nun doch offensichtlichen Schlampereien der 'Weinroten' nach Deiner RF. Naja, nobodys perfect!



Das muss doch nicht unbedingt was mit Schlamperei zu tun haben. Vielleicht hat der Mann sich nur überzeugend von dem Vorfall distanziert. Dazu eine kleine Episode. Mein Vater wurde in den 50ziger Jahren in der SU zum Militärflieger ausgebildet zu einer Zeit als es die NVA noch nicht gab. Bis 1960 schaffte er es zum Hauptmann. Dann wurde eine seiner Schwestern gen Westen abgängig. Sofort aus der Traum, raus aus dem Flugzeug, Uniform aus. Als "Bewährung" durfte er im Inneren des Landes eine "Hummel" fliegen und die Ackerflächen besprühen. 1964 war das Vertrauen wieder hergestellt. Er durfte bei der INTERFLUG wieder fliegen auch in die NSW und war bis zum Schluß dort als Flugkapitän. Seine "untreue" Schwester war in unserer Familie nie ein Thema. Das es sie überhaupt gab, erfuhr ich erst bei meiner Entscheidung Offizier zu werden. Reinen Gewissens gab ich an, keine Westverwandtschaft zu haben, was so nicht akzeptiert wurde. Trotzdem wurde ich später auch AO13.

bis bald. skbw


" Man kann nur zu einer eigenen Meinung gelangen, wenn man offen sein kann und sich auch irren darf. "

Maxie Wander
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#52

RE: Warum Offizier in den GT

in Mythos DDR und Grenze 14.07.2011 09:39
von 94 | 10.792 Beiträge

Also dann mal oT weiter, für mich klingt Mödlareuth 1987 #73 (30.06.2011 17:51) schon nach Beihilfe. Und auch eine Anstiftung wäre zu ermitteln gewesen. Also Schlamperei oder ein 'Bauernopfer' zum Schutz/Stärkung einer gut legendierten Quelle?´

@Team: Threadsplit *blödfrag*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#53

RE: Warum Offizier in den GT

in Mythos DDR und Grenze 14.07.2011 10:17
von GZB1 | 3.286 Beiträge

@94 biste eigentlich noch Lolli geworden oder als "Hilfsoffizier" 1990 dann ausgeschieden?

Nur 2 Monate Auslandssperre ist bemerkenswert, zumal wie @zaunkletterer selber schreib zu Hause kritisch über das Grenzregime gesprochen (mit Bildern ) wurde. Muss ja ein enorm wichtiger Fachmann gewesen sein.


Zitat
Zitat von Zaunkletterer

NEIN!!! Mein Vater (NSW-Reisekader, hat die halbe Welt mit DDR Paß gesehen ohne SED Parteibuch) war immer entsetzt über das Grenzregime. Nur das Nichtwissen über das "Feindgebiet" konnte ein solches System am Leben halten. In engen Familienrunden wurde dann derartiges geäußert und mit Bildern untermauert................


zuletzt bearbeitet 14.07.2011 10:21 | nach oben springen

#54

RE: Warum Offizier in den GT

in Mythos DDR und Grenze 14.07.2011 10:26
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

Zitat von 94
Also dann mal oT weiter, für mich klingt Mödlareuth 1987 #73 (30.06.2011 17:51) schon nach Beihilfe. Und auch eine Anstiftung wäre zu ermitteln gewesen. Also Schlamperei oder ein 'Bauernopfer' zum Schutz/Stärkung einer gut legendierten Quelle?´

@Team: Threadsplit *blödfrag*



Nein keine Beihilfe oder Anstiftung zu illegalem Grenzübertritt (§213 StGB), sondern es handelt sich um staatsfeindlichen Menschenhandel (§105). Das stand im juristischen Kommentar in der Unversitätsbuchhandlung östlich des Brandenburgertors. Staatsfeindlicher Menschenhandel ist ein unechtes Sonderdelikt. Das heisst nach diesem Paragraf ist nur der oder die (zumeist ausländische Menschenhändler) strafbar, die anderen Tatbeteiligten nach § 213.
Nachdem es nunmehr bald 30 Jahre her ist, dass ich in diesem Kommentar geblättert habe, kann es aber sein, dass sich die Erinnerung daran etwas getrübt hat.
Theo


zuletzt bearbeitet 14.07.2011 10:27 | nach oben springen

#55

RE: Warum Offizier in den GT

in Mythos DDR und Grenze 14.07.2011 10:30
von GZB1 | 3.286 Beiträge

@eisenringtheo

in dem VW-Bus sind nur Fotos von den Grenzanlagen von westlicher Seite in die DDR geschmugelt worden, keine Menschen! Wenn dies die Bilder sind von denen geschrieben wurde, ist das tatsächlich Beihilfe bzw. Mitwisserschaft. Wenn Geld o.ä. geflossen ist würde der damalige Tatbestand des Menschenhandels mit berührt werden.


zuletzt bearbeitet 14.07.2011 20:18 | nach oben springen

#56

RE: Warum Offizier in den GT

in Mythos DDR und Grenze 14.07.2011 20:16
von Zaunkletterer (gelöscht)
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Zitat von skbw

Zitat von 94

Achso, @Zaunkletter, staunen kann man aber über die nun doch offensichtlichen Schlampereien der 'Weinroten' nach Deiner RF. Naja, nobodys perfect!



Das muss doch nicht unbedingt was mit Schlamperei zu tun haben. Vielleicht hat der Mann sich nur überzeugend von dem Vorfall distanziert. Dazu eine kleine Episode. Mein Vater wurde in den 50ziger Jahren in der SU zum Militärflieger ausgebildet zu einer Zeit als es die NVA noch nicht gab. Bis 1960 schaffte er es zum Hauptmann. Dann wurde eine seiner Schwestern gen Westen abgängig. Sofort aus der Traum, raus aus dem Flugzeug, Uniform aus. Als "Bewährung" durfte er im Inneren des Landes eine "Hummel" fliegen und die Ackerflächen besprühen. 1964 war das Vertrauen wieder hergestellt. Er durfte bei der INTERFLUG wieder fliegen auch in die NSW und war bis zum Schluß dort als Flugkapitän. Seine "untreue" Schwester war in unserer Familie nie ein Thema. Das es sie überhaupt gab, erfuhr ich erst bei meiner Entscheidung Offizier zu werden. Reinen Gewissens gab ich an, keine Westverwandtschaft zu haben, was so nicht akzeptiert wurde. Trotzdem wurde ich später auch AO13.
bis bald. skbw



Komm mit eueren Abkürzungen nicht klar!!! Was sind "Weinrote" oder "AO13"????


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#57

RE: Warum Offizier in den GT

in Mythos DDR und Grenze 14.07.2011 20:20
von Zaunkletterer (gelöscht)
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Zitat von GZB1
@94 biste eigentlich noch Lolli geworden oder als "Hilfsoffizier" 1990 dann ausgeschieden?

Nur 2 Monate Auslandssperre ist bemerkenswert, zumal wie @zaunkletterer selber schreib zu Hause kritisch über das Grenzregime gesprochen (mit Bildern ) wurde. Muss ja ein enorm wichtiger Fachmann gewesen sein.


Zitat
Zitat von Zaunkletterer
Wenn man nicht in der Familie über derartige Dinge hätte reden können, dann stinkt es aber gewaltig zum Himmel!!!!!!
NEIN!!! Mein Vater (NSW-Reisekader, hat die halbe Welt mit DDR Paß gesehen ohne SED Parteibuch) war immer entsetzt über das Grenzregime. Nur das Nichtwissen über das "Feindgebiet" konnte ein solches System am Leben halten. In engen Familienrunden wurde dann derartiges geäußert und mit Bildern untermauert................



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#58

RE: Warum Offizier in den GT

in Mythos DDR und Grenze 14.07.2011 20:21
von GZB1 | 3.286 Beiträge

@Zaunkletter

Weinrote= MfS, wegen der Waffenfarbe der Schulterstücken

AO13: wer bei den GT nach Anordnung 13 bestätigt war, durfte das vorgelagerte DDR-Hoheitsgebiet, also vor dem Grenzzaun bzw. -mauer, betreten.


zuletzt bearbeitet 14.07.2011 20:47 | nach oben springen

#59

RE: Warum Offizier in den GT

in Mythos DDR und Grenze 14.07.2011 20:24
von Zaunkletterer (gelöscht)
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Zitat von GZB1
@Zaunkletter

weinrote= MfS, wegen der Waffenfarbe der Schulterstücken

AO13: wer bei den GT nach Anordnung 13 bestätigt war, durfte das vorgelagerte DDR-Hoheitsgebiet, also vor den Grenzzaun bzw. -mauer, betreten.


Somit bin auch ich ein AO13


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#60

RE: Warum Offizier in den GT

in Mythos DDR und Grenze 14.07.2011 20:30
von Gelöschtes Mitglied
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Jep,is bestätigt.

Gruß ek40


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