#121

RE: +Elbgrenze| Elbabschnitt| Grüne Grenze| Dömitz| Boizenburg+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 09.03.2009 06:54
von Udo (gelöscht)
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Hallo nightforce,
ich hatte schon an mir gezweifelt, da ich Wittenberger (aus Wittenberge, nicht Wittenberg) bin. Wo sollte denn da ein W50 gebaut worden sein?
Danke für die Richtigstellung.
Udo


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#122

RE: +Elbgrenze| Elbabschnitt| Grüne Grenze| Dömitz| Boizenburg+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 09.03.2009 09:11
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Hallo nightforce! Hallo Udo!

Dann danke ich mal für die Richtigstellung. In meiner Lehrzeit wurde es mir so erzählt, wie ich es hier schrieb. Da könnt Ihr mal sehen - nüscht als belogen und betrogen ... naja und so weiter.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#123

RE: +Elbgrenze| Elbabschnitt| Grüne Grenze| Dömitz| Boizenburg+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 23.07.2009 13:05
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo alle zusammen, den Beitrag fand ich im ND, Datum?. Die Redaktion wird mir vergeben. Mit Neuhaus an der Elbe, richtigerweise mit dem Ort Haar, der lag nur einen Katzensprung entfernt verbinden mich weniger schöne aber auch angenehme Erinnerungen. Die reichten vom schreienden Unteroffizier, Sturmbahngeklettere mit Teil 1 und Holzgewehr auf dem Rücken , 25 Kilometer Gewaltmarsch bei 30° Celsius im Schatten bis hin zum prickelndem Schäferstündchen mit einem Mädchen ( damals schon meine Frau) nach X Wochen Grundausbildung in einem Fremdenzimmer einer Dorfkneipe in Neuhaus. Das war wie im Westernfilm, die ich heute noch gern sehe und damit jedes Mal die Szene von damals neu erlebe. Ich öffnete die Türe der Kneipe, im Western pendelte die Saloontüre, alle Blicke der Anwesenden richteten sich auf uns, die Gespräche versummten, der Wirtin lief das Bier am Zapfhahn über, statt der Pistole des Helden im Film hatte ich nur meine Grenzeruniform an und mein Mädchen ein luftiges Sommerkleid. Wir durchquerten den Raum Richtung Theke, während die Blicke mir die Uniform und ihr das Sommerkleid herunterrissen. Auf meine Bemerkung, das ich vor zwei Wochen ein Zimmer bestellt hatte, kam die dumme Frage: „ Was für ein Zimmer“?
Aber Peter (turtle) kann es bestätigen, die Sachsen sind nicht auf den Mund gefallen, es war mir dann doch zu blöd, und ehe es in ein Handgemenge mit den Fischköppen ausartete und ich mein Kampfmesser alla Rocky hätte ziehen müssen, hatten wir unser Zimmer. Der Tag, dieser Vereidigungstag, bei und hieß er dann Vereinigungsnachmittag war gerettet. Bis zum nächsten Wiedersehen vergingen allerdings wieder 12 verdammt langeWochen aber darüber habe ich hier am Anfang schon mal geschrieben.

Gruß Rainer- Maria


Dateianlage:
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#124

RE: +Elbgrenze| Elbabschnitt| Grüne Grenze| Dömitz| Boizenburg+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 23.07.2009 13:37
von karl143 (gelöscht)
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Ein schöner Beitrag von Rainer- Maria. Dazu noch eine Anmerkung. Sein Erlebtes spielt in Neuhaus. Die Gemeinde Neuhaus sowie 8 weitere Ortsteile wechselten nach der Wende ihr Zugehörigkeit zurück nach Niedersachsen. Das "Amt Neuhaus" so die richtige Anrede der Gemeinde gehörte schon immer zum Hannoverschen Gebiet, Landkreis Lüneburg. Dies war auch bei Kriegsende so. Aus wirtschaftlichen und praktischen Überlegungen überließen die Engländer das Gebiet auf der anderen Elbseite aber den Sowjets. Es fehlte nämlich eine Brücke über die Elbe. Und so wurden die Einwohner später zu Bürgern der DDR. Dieser Wechsel einer ganzen Gemeinde mit 237 qkm und ca. 5200 Einwohnern war einmalig nach der Wende. Nirgendwo ist eine ganze Kommune in ein altes Bundesland gewechselt oder andersherum. Übrigens, eine Brücke gibt es bisher immer noch nicht. Rechtsstreitigkeiten verhinderten und verzögerten den Bau. Das ganze "Amt Neuhaus" ist nur mit Fähren aus seiner Heimat Niedersachsen zu erreichen. Aber die Einwohner sind trotzdem glücklich wieder "Lüneburger" zu sein.


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#125

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 23.07.2009 15:56
von dein1945 (gelöscht)
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[quote="Rainer-Maria-Rohloff"] Die Ausweise dazu, ein Kinderspiel für Spezialisten. Aber Ihre eigendliche Aufgabe bestand wohl in Schleusungen durch die Gassen " Agent kommt rein, Agent geht raus" und das immer bei Nacht, da schliefen die biederen BGS-Beamten den Schlaf der Gerechten.
Hallo,
komme erst so nach und nach mir einige Beiträge anzusehen,
was Du da schreibst sind ja tolle Geschichten, warum eigentlich so verrückt, S-Bahnhof Friedrichstr. in den Zug und ab nach Westberlin, keine Sau hätte dich je nach einen Ausweis gefragt !" Agent kommt rein, Agent geht raus", nur im Zonenrandgebiet ist ein Fremder doch eher aufgefallen ? Westberlin (Ausweise dazu, ein Kinderspiel für Spezialisten) ab nach Tegel oder früher Tempelhof , Ausweis kurz vorgelegt und ich war in 35min in Hannover, dort keine Ausweiskontrolle mehr und ich konnte Reisen wohin ich wollte, im Schlafwagen schon 1966 durch die Schweiz bis nach Italien ohne Ausweis. Oder hast Du die Agentenschleusungen selbst erlebt ? Tut mir leid ich werde es wohl nicht begreifen, warum so kompliziert ?


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#126

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 24.07.2009 18:52
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo alle zusammen, am Anfang danke für dein Lob der Geschichten und der Erläuterung über Neuhaus, Karl 143, meine Geschichte vom Tag der Vereidigung geht ja eigentlich noch weiter aber vielleicht später dazu. Erst mal hin zum Senior dein 1945. Ich hatte es schon in dem Text vom 22.06.2008 geschrieben, den du zitiert hast, das es reine Fantasie war, dieser Passus mit dem Pendeln aber lese ich heute Berichte von Grenzdurchbrüchen, so mein Freund Peter ( turtle) und zum Beispiel kds 288, seine steht hier im Thema zum 21.10.2008, dann bestärkt mich das in der Richtigkeit meiner kühnen Behauptung: „ da schliefen die biederen BGS- Beamten den Schlaf der Gerechten“. Und so werden auch die Grenzaufklärer und andere Einheiten des MfS die Gelegenheit genutzt haben, um Aufzuklären oder Leute zu schleusen. Den wozu waren die großen Gassen im Zaun 1 da? Nur für die Pioniere so wie uns, die Reparaturen feindwärts erledigen mussten! Ja, feindwärts, damals hieß das so, der Klassenfeind. Das habe ich mal vor 32 Jahren gedacht, als ich noch jung und naiv war, mit Frau und Kind und der Militärstrafanstalt Schwedt im Hinterkopf. Wo reisten die Aussteiger der RAF in die DDR ein, doch nicht etwa über die Bahnhöfe, die du aufgeführt hattest? Zumal, da hingen doch ihre Fandungsfotos groß und breit angeklebt. Solche Sachen wurden Nachts erledigt, da können die Jungs von den Kompanien besser Auskunft geben wie ich kleines Licht von Pionier. Nimm das Buch „ Todesautomatik“ über Michael Gartenschläger, da wurden sie erst munter, als seine Freunde verzweifelt in der Nacht bei den zuständigen Stellen um Hilfe riefen. Und die Männer von BGS und ZGD rieben sich noch den Schlaf aus den Augen, da war die Gruppe, die den Hinterhalt gelegt hatte, schon längst wieder am sicheren Ufer DDR angelangt. .Manchmal muss ich leise lächeln über soviel Naivität von Seiten dieses damaligen Westdeutschland, sie hätten sich wohl doch vor lauter Angst mit ihren eigenen Atomsprengköpfen in die Luft gesprengt, so wie ich hier, ich glaube es war im Abschlussbeitrag zu Eisenach geschrieben habe, wenn der „böse Russe“ mit seinen Marschkolonnen…….Wer es glaubt, wird selig. Aber man muß auch ehrlich zugeben, der Warschauer Pakt war genauso blöd, um sich in das ganze Wettrüsten überhaupt hineinziehen zu lassen. Den dieses sinnlose Kräftemessen kostete Wirtschaftskraft, so sehe ich das heute. Und heute vergleiche ich die damaligen 18 Monate am Kanten manchmal mit einer ganz einfachen Gegenüberstellung, dem Normalbürger, das war der BGS / ZGD und der Feuerwehr, das waren wir, die Jungs von den Kompanien / Stäben, Grenzunterstützenden Einheiten, so den Pionieren. Während der Eine Normalschicht schob und den Schlaf der Gerechten schlief, eventuell noch leise schnarchte lag der Andere im Halbschlaf, wälzte sich unruhig hin und her, unter dem ständigen Druck der Alarmsirene im 3 Schichtsystem oder lag draußen im Gebüsch bei Hitze, Kälte, Regen und Sturm.
Wenn ich mir heute, älter geworden das noch mal so richtig verinnerliche muss ich sagen: „ Auf der einen Seite waren wir total bekloppt, uns das Alles anzutun, es ging ja auch nicht anders den das hieß doch Wehrpflicht und auf der anderen Seite schliefen die Kinder der DDR und Westdeutschland einen ruhigen friedlichen Schlaf, mit ihrem Teddy im Arm, dem Nuppel oder Daumen im Mund und einem sehr schönen Traum im Hinterkopf, so wie meine kleine Enkelin heute. Alleine das war es millionenfach wert, diese 18 Monate abzureißen!
Ich weiß, dein 1945, das wirst du nie begreifen und du kannst mir glauben, auch wenn ich heute in meinen Texten die Geschichten manchmal etwas abmildere oder ins lustige zu bringen versuche: „ Damals war mir nicht immer zum Lachen, eher manchmal zum Kotzen zumute aber ich bin der geborene Optimist, hatte immer ein Ziel vor den Augen, vielleicht auch stets einen kleinen Glücksstern über mir. Und dabei bin ich überhaupt nicht abergläubig, komisch, was, Aber genug erst einmal für heute

Gruß Rainer- Maria.


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#127

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 24.07.2009 19:14
von dein1945 (gelöscht)
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[quote="Rainer-Maria-Rohloff"] Wo reisten die Aussteiger der RAF in die DDR ein, doch nicht etwa über die Bahnhöfe, die du aufgeführt hattest? Zumal, da hingen doch ihre Fandungsfotos groß und breit angeklebt.
Hallo Rainer-Maria-Rohloff,
erst mal Danke für den Senior, ich weis nicht wie Du dir die Bewachung an Berliner Übergängen nach Ostberlin vorstellst. Oberbaumbrücke ei Polizist der in seiner warmen Bude hockte, Heinrich-Heine-Str. ein richtig massiver Bau, kaum ging einer nach draussen, ich fuhr ohne Halt vorbei und war im Osten !
S- und U-Bahn, konnte ich an jeder Haltestelle einsteigen beide hielten Bahnhof Friedrichstr. und schon war ich im Osten ! Es wurde schon eher öfter durch den Zoll auf der Rückfahrt nach WB kontrolliert, aber auch nur wegen des Intershop. Schnaps und Zigaretten waren da ebend billiger. Da war es doch für die RAF kein Problem um zu euch zu kommen, das Problem war doch eher, daß ihr die bei uns gesuchten Mörder versteckt habt und wäre die Wende nicht gekommen wären sie bei euch auch gestorben, ohne das je einer erfahren hätte wo sie sich versteckt hielten.
Schönen Abend und Gruß aus Berlin


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#128

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 19:14
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo San Gefr, ich hatte dir versprochen, einen Beitrag über die Heimerziehung / Erziehungsanstalten im alten Westdeutschland noch einzustellen. Leider wurde das Thema geschlossen, die Emotionen kochten wohl bei der alten Dame Margot Honecker zu hoch, den selbst du konntest Sie nicht leiden und hattest noch deine Kinderstube in den Formulierungen über Sie völlig vergessen, was der Rainer- Maria gar nicht so schön fand, weil ich doch so sensibel aufgewachsen bin. Und da das Ganze im nachfolgenden Beitrag an der Elbe spielte, dachte ich, setz es in deinen Anfangsfred hier im Forum. Den bei diesem großen breiten Fluss komme ich heute noch ins Schwärmen oder doch nicht?
Als ehemaliger Pioniersoldat der DDR- Grenztruppen hatte ich ebenfalls schon überlegt, Schadenersatzforderungen für meine Armeezeit an den Nachfolgestaat der alten DDR, die neue Bundesrepublik zu stellen, aber die haben eh schon kein Geld, sind über beide Ohren verschuldet, ich möchte dem klammen Staat nicht auf der Tasche liegen, keine Rechtsanwälte reich machen und so dachte ich: „ Lass es lieber, wo manche 3 Monate ein Problem hatten, hast du volle 18 Monate überstanden, sprichwörtlich „ Abgerissen“, sei doch stolz auf dich und die tausenden jungen Männer, die vor und nach dir durch die selbe Sch….mit den Stiefeln waten mussten, ihr habt wenigstens daraus gelernt und wenn ihr damals nichts erlebt hättet, gäbe es hier im Forum nichts zu schreiben.“
Na, das wäre ein Trauerspiel! „ Und ich nehme einmal an, San Gefr, du hattest denselben Dienstgrad wie ich zum Ende dieser Sch….zeit, den es gab doch nur zwei Dienstgrade bei der NVA, den General und den Gefreiten“.
So, jetzt zum ernsten Teil.


Erschienen im ND am 22. Juli 2008 mit der Überschrift „ Fürsorge“ im Streifenhemd der Nazis
Aufenthalt im Heim Glückstadt war schlimmer als Strafvollzug / Insassen erheben ihre Stimme

Heimerziehung in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik- eine Geschichte mit dunklen Kapiteln. Interessant: Ulrike Meinhof hat sich 1970 in dem Buch „ Bambule“ vor ihrer RAF- Karriere kritisch mit dem Thema auseinandergesetzt. Aufgearbeitet wurde es bis heute nicht.

1974 wurde das Landesfürsorgeheim im schleswig- holsteinischen Glückstadt an der Elbe geschlossen. Dort wurden von 1951 an junge Menschen unter staatlicher Aufsicht weggesperrt, gedrillt, misshandelt wie missbraucht. Es ging nicht um Erziehung; einziges Ziel war, den Willen unangepasster Jugendlicher zu brechen.
Im vergangenem Jahr haben sich ehemalige Insassen der Einrichtung erstmals öffentlich zu Wort gemeldet. Die Erzählungen ihrer Schicksale sind überaus bedrückend. Sie wandten sich an die Sozialministerin Gitta Trauernicht ( SPD ) und stießen bei ihr mit diesem tabubehafteten Thema auf offene Ohren. Sie holte Betroffene an einen Tisch und ließ den Erziehungswissenschaftler Christian Schrapper aus Koblenz eine erste Dokumentation erstellen. Im Landesarchiv befinden sich noch 7000 Akten, die jetzt ausgewertet werden. Dazu schafft das Ministerium kurzfristig zwei Planstellen.
Experten sagen heute, das es im Strafvollzug oft humaner zuging, mehr Rechtssicherheit vorhanden war. Beispielsweise konnte man dort auch eine Ausbildung absolvieren. Otto Behnck ( 56), einer der damaligen Zöglinge, versteht nicht, warum die Aufklärung der Vorgänge so schleppend vorankommt. Der heute als Markthändler arbeitende Geschäftsmann verbrachte nur drei Monate von Oktober 1970 bis Januar 1971 in dem Glückstädter Heim. Er hatte sich mit seinen Eltern überworfen, die die Jugendbehörde einschalteten. Das zuständige Amtsgericht ordnete Fürsorgeerziehung an, obwohl Behnck weder straffällig noch gewalttätig geworden war. Als eine Eltern bei einem Besuch mitbekamen, welche Methoden im Heim angewandt wurden, holten sie ihren Sohn wieder ab.
Behnck fühlt sich dennoch gedemütigt, konnte aus Scham Jahrzehnte nicht darüber reden. Als er sich offenbarte, war es wie eine Befreiung. Er hat aus Gesprächen, eigener Erinnerung und durch Recherchen herausgefunden, dass es in dem 1980 abgerissenen Gebäude am Eckernfördener Jungfernstieg zu Selbstmorden und anderen Todesfällen gekommen ist. Daher fordert er eine tiefer gehende Untersuchung der Ereignisse.
Die Heiminsassen sind auch aus anderen Teilen Westdeutschlands in die Erziehungsanstalt nach Glückstadt gekommen. So verbrachte unter anderem der RAF- Terrorist Peter Jürgen Boock dort einen Teil seiner Jugend. Anfang 1969 gab es eine Rebellion hinter den Mauern des roten Backsteingebäudes. Matratzen wurden angezündet, Zöglinge verbarrikadierten sich. Gewaltsam wurde der Aufstand niedergeschlagen.
Dort hatten die Jugendlichen Anstaltskleidung und Holzlatschen zu tragen, auf dem Dachboden mussten sie Fischernetze knüpfen. 1000 Knoten wurden mit einer Zigarette belohnt. Ferner waren die Insassen in Betrieben von Glückstadt und in der Landwirtschaft zum Arbeitseinsatz verpflichtet. „ Das war nichts anderes als Zwangsarbeit“, so Behnck.
Nach und nach schlossen vergleichbare Einrichtungen bundesweit- Glückstadt war eine der letzten. Dafür hat sie eine lange Geschichte: In der NS- Zeit diente sie als Schutzhaft- und Arbeitserziehungslager.
Sogar die alten Streifenhemden mit dem Aufdruck „ Außenkommando Glückstadt“ und dem roten Winkel der politischen Häftlinge mussten getragen werden. Dazu nutzt man die verbliebenen Karteikarten der Nazis. Auf der Pappe ersetzt man „ Arbeitserziehungslager“ durch „ Landesfürsorgeheim, „ Häftling“ durch „ Zögling“, „ Lagerkommandant“ durch „ Heimleiter“.
Inzwischen sprechen alle Parteien im schleswig- holsteinischen Landtag, der sich mit dem Thema befasste, von geschehenem Unrecht.
Allein, zu einer öffentlichen Entschuldigung konnte man sich nicht durchringen. Im September soll eine interfraktionelle Resolution beschlossen werden.
„ Wir beharren auf einer Entschuldigung!“, sagt Behnck. Für Monika Heinold, Abgeordnete der Grünen, steht au0er Frage, dass die Betroffenen durch ihre Arbeitsleistungen in Glückstadt Rentenansprüche erworben haben: „ Dies Frage kann aber nicht in Schleswig- Holstein entschieden werden. Dazu bedarf es einer Gesetzesinitiative von Bundesseite. „ Der Verein ehemaliger Heimkinder geht von bis einer Million Betroffenen in rund 3000 staatlichen und kirchlichen Fürsorgeheimen der ehemaligen Bundesrepublik aus.

Internet- Seite der Betroffenen: www.landesfürsorgeheim-glueckstadt.de

Gruß Rainer-Maria


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#129

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 23:30
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo mein Freund Rainer-Maria
Du eifriger Leser des ND. Ich verstehe nie ganz warum Du wie so oft bei negativen Berichten aus der ehemaligen DDR Beispiele aus der BRD bringen musst! Wie diesmal wegen des Berichts vom Ex-Jugendwerkhof Torgau. Macht es das Geschehene in Torgau deshalb entschuldbarer? Oder warum bringst Du wieder einmal Kontra mit einem anderen Unrecht? Natürlich für Dich waren die nicht unschuldig die nach Torgau kamen. Und wie Du so schön geschrieben hast ein bisschen Sport konnte doch nicht schaden. Das ist schon Zynismus! Die jungen Menschen wurden psychisch gebrochen, ihre Seele wurde zerstört, und viele sind ewig traumatisiert und haben für immer einen Knacks weg ! Hast Du überhaupt eine Vorstellung was aus vielen ehemaligen Insassen dieser Anstalten wurde? Viele brauchen noch Jahre danach psychologische Hilfe . Oder noch schlimmer sie taten dieses Erlittene Später anderen an! Für mich mich waren diese Erziehungsmethoden der falche Weg! Nein man kann Unrecht nicht damit entschuldigen mit aber die oder die waren doch auch nicht besser! Da sind Verbrechen geschehen in Ost oder West! Es wird Zeit das dieses geschehene Unrecht endlich aufgearbeitet wird. Und ja sogar das eventuell Entschädigung gezahlt wird ist gerecht.
Und da Du Deinen Dienst in der Volksarmee sicherlich für Deine DDR gern getan hast ,steht Dir natürlich keine Entschädigung zu.
Gruß Dein Freund Peter


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#130

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.11.2009 23:47
von karl143 (gelöscht)
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@ Rainer-Maria,
da muß ich aber Peter recht geben. Wofür denn Entschädigung. Wie ich dich einschätze, hast du doch jeden Tag bei der NVA genossen. Da konntest du deine Parolen jeden Tag aufs Neue verbreiten. Und hattest hoffentlich die Zeit dich im ND zu informieren. Übrigens, die Zeitung habe ich weder hier noch in der Kreisstadt im Zeitungsladen gesehen :-)
Das du jetzt aber auch noch eine Terroristin aus dem Hut zauberst um deine Vorwürfe gegen die Heime im Westen zu unterlegen, finde ich wirklich schlimm. Wahrscheinlich ist dir garnicht bewußt, was diese Frau für Unglück über zum Teil vollkommen unschuldige Menschen gebracht hat. Aber um immer Vorwürfe mit Gegenvorwürfen zu beantworten, ist bei dir wirklich jedes Mittel erlaubt. Schade eigentlich.


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#131

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 04.11.2009 11:34
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Peter und auch Karl, gleich zu Anfang, das ND und auch andere große aktuelle Tageszeitungen bekomme ich von einem guten Freund kostenlos überlassen, der Textauszug über Ulrike Meinhof ist also nicht von mir, sondern vom Verfasser...
Aber das soll nichts entschuldigen, ich stehe zu meinem Vortext und erkläre auch gleich warum.
Karl scheint da eine Vorstellung von der alten NVA, der Nationalen Volksarmee und ihrer Untertruppe, den Grenztruppen der DDR zu haben, die grenzt ja schon an die heutige " Schangelei" der Bundeswehr.
Jetzt möchte ich dieser Armee nichts unterstellen, aber ich habe Freunde, alte Freunde und die haben Söhne und der Rainer unterhält sich gern...mit ihnen. Und meine Töchter hatten Freunde, die zwar nicht meine Schwiegersöhne wurden und Jeder von Ihnen hatte...einen Mund, um über seine Zeit beim Bund zu reden
Ich wäre auch nicht so vermessen, über diese ganze Problematik zu schreiben, wenn ich nicht selbst in jungen Jahren in bestimmten Situationen vor dem physischen und psysischen Zusammenbruch gestanden hätte.
Mit Zynismus, Peter, hat das nichts zu tun, ich kann es nachfühlen, gut nachfühlen, nur mitsamt Spind oder besser ausgedrückt Blechschrank bin ich damals nicht von den EKs in Hochparterre aus dem Fenster geworfen wurden.
Das hatte mir einmal ein Freund erzählt, der bei den Muckern, kurz der Infanterie gedient hat. Wir haben so gelacht, heute gelacht, nur damals konnte er das nicht, das war mir schon klar!Sollte ich ihn da fragen, ob er sich heute als Opfer sieht,so aus dem Lachen heraus?
Ich werd mal ein Buch schreiben, über " Die guten und die schlechten Zeiten von damals", deswegen möchte ich auch hier nicht so ins Detail gehen.
"Opfer und Seele zerstört und Traumata und....", Peter, das sehe ich ganz anders wie du, aber es ist ...es würde wahrscheinlich ausarten, darüber zu diskutieren.

Gruß Rainer- Maria


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#132

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 04.11.2009 12:23
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Hallo Peter und auch Karl, gleich zu Anfang, das ND und auch andere große aktuelle Tageszeitungen bekomme ich von einem guten Freund kostenlos überlassen, der Textauszug über Ulrike Meinhof ist also nicht von mir, sondern vom Verfasser...
Aber das soll nichts entschuldigen, ich stehe zu meinem Vortext und erkläre auch gleich warum.
Karl scheint da eine Vorstellung von der alten NVA, der Nationalen Volksarmee und ihrer Untertruppe, den Grenztruppen der DDR zu haben, die grenzt ja schon an die heutige " Schangelei" der Bundeswehr.
Jetzt möchte ich dieser Armee nichts unterstellen, aber ich habe Freunde, alte Freunde und die haben Söhne und der Rainer unterhält sich gern...mit ihnen. Und meine Töchter hatten Freunde, die zwar nicht meine Schwiegersöhne wurden und Jeder von Ihnen hatte...einen Mund, um über seine Zeit beim Bund zu reden
Ich wäre auch nicht so vermessen, über diese ganze Problematik zu schreiben, wenn ich nicht selbst in jungen Jahren in bestimmten Situationen vor dem physischen und psysischen Zusammenbruch gestanden hätte.
Mit Zynismus, Peter, hat das nichts zu tun, ich kann es nachfühlen, gut nachfühlen, nur mitsamt Spind oder besser ausgedrückt Blechschrank bin ich damals nicht von den EKs in Hochparterre aus dem Fenster geworfen wurden.
Das hatte mir einmal ein Freund erzählt, der bei den Muckern, kurz der Infanterie gedient hat. Wir haben so gelacht, heute gelacht, nur damals konnte er das nicht, das war mir schon klar!Sollte ich ihn da fragen, ob er sich heute als Opfer sieht,so aus dem Lachen heraus?
Ich werd mal ein Buch schreiben, über " Die guten und die schlechten Zeiten von damals", deswegen möchte ich auch hier nicht so ins Detail gehen.
"Opfer und Seele zerstört und Traumata und....", Peter, das sehe ich ganz anders wie du, aber es ist ...es würde wahrscheinlich ausarten, darüber zu diskutieren.

Gruß Rainer- Maria



No comment!
Gruß Peter(turtle)


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#133

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 01.01.2010 01:58
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Ich dachte, grab einmal dein altes Thema aus, mit dem du hier angefangen hast.
Alles Gute zum neuen Jahr allen Forumones.
In der mittleren Kleinstadt, wo ich wohne, kam es mir dieses Jahr so vor, als sparte man schon am Feuerwerk.
Es kann aber auch daran gelegen haben, das ich selbst nicht mehr so.....verrückt war, daran teilzunehmen.
In dem Sinne freue ich mich auf gute Texte,kreative Ideen, die das Forumones voranbringen.

Gruß Rainer-Maria


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#134

RE: +Elbgrenze| Elbabschnitt| Grüne Grenze| Dömitz| Boizenburg+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 15.01.2010 23:57
von Wachtel (gelöscht)
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Hallo Rainer vielleicht bin ich ein Zeitgenosse.
Ich war in Nostorf Anfang bis Mitte der 80er.Am Anfang im Stab und dann in der Pionierkompanie.


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#135

RE: +Elbgrenze| Elbabschnitt| Grüne Grenze| Dömitz| Boizenburg+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 16.01.2010 13:38
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Wachtel, das freut mich, endlich mal einer aus dem alten Stab in Nostorf, der Ort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagten.
Aber schreib mir bitte mal auf die private Mail, dann reden wir weiter.

R-M-R


GeWa-8 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#136

RE: +Elbgrenze| Elbabschnitt| Grüne Grenze| Dömitz| Boizenburg+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 23.01.2010 19:25
von Jack_C. (gelöscht)
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Hallo Rainer

ich kenne Nostorf auch sehr gut. Ich war dort von März 1987 bis April 1988, in der Hundestaffel.

Gruß Helge (...aber nicht Schneider)


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#137

RE: +Elbgrenze| Elbabschnitt| Grüne Grenze| Dömitz| Boizenburg+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 23.01.2010 19:37
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Helge, wieder Einer aus dem schönen ruhigen Nostorf, wo man nie einen Bürger auf der Strasse sah.
Die Hundetrasse ab oberhalb Vier habe ich noch in guter Erinnerung. Heute hat sich die Natur das Gelände zurückgeholt. Habe es einmal mit Familie versucht, einen Spaziergang zu machen Richtung Horst, in den Sack herunter.
Wir gaben dann auf, weil ich meine Kalaschnikow nicht dabei hatte, denn der Wald wurde zu dunkel.
Aber Humor gehört dazu, schön das du hier bist.

R-M-R


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#138

RE: +Elbgrenze| Elbabschnitt| Grüne Grenze| Dömitz| Boizenburg+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 23.01.2010 19:45
von Jack_C. (gelöscht)
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Ja das war schon ein verschlafenes "Kaff". Ich komme zwar auch bloß aus einer kleinen Kreisstadt(Perleberg), aber Nostorf war so abgeschieden, da ist Abends immer einer mit ner Stange gekommen und hat den Mond weitergeschoben . War aber trotzdem keine schlechte Zeit (...meine persönliche meinung). Habe viele gute Kameraden, aber auch sehr viele Schwachköpfe in Erinnerung, speziell von den "höheren Herren" aus dem dortigen Stab.


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#139

RE: +Elbgrenze| Elbabschnitt| Grüne Grenze| Dömitz| Boizenburg+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 23.01.2010 20:10
von Dieter1945 (gelöscht)
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Hallo Jack, sicher kennst Du dann die Kneipe in Nostorf. Leider gibt es sie nicht mehr, denn ich hätte dort noch ein Guthaben von ca. 17,00 DM. Anfang 1990 war ich dort und die Wirtin hatte noch kein Westgeld in der Kasse.
Gru0 Dieter1945


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#140

RE: +Elbgrenze| Elbabschnitt| Grüne Grenze| Dömitz| Boizenburg+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 23.01.2010 20:19
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Helge, schau mal hier im Thema oder bei Kyra, da hatte ich ein paar Texte über unseren Stabschef Major H. eingestellt.
Vor dem hatten selbst die Gefreiten Muffensausen. Wenn ich mal die Zeit habe, schreib ich ein Buch über ihn und meine Zeit in Nostorf,ich nenne es : "Der Jäger und die Fliege am Zaun" oder so ähnlich.
Später wurde er dann Lehrer für Wehrkunde, die armen Schüler waren bestimmt nicht zu beneiden.

R-M-R


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