#301

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 26.07.2010 21:07
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

sonne die gabs erst in den 80'zigern


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#302

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 26.07.2010 21:20
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Im Netz hab ich Aufnahmen aus den 70iger Jahren gefunden,wo Gakl zu sehen sind.



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#303

RE: +Elbgrenze| Elbabschnitt| Grüne Grenze| Dömitz| Boizenburg+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 26.07.2010 21:57
von Huykämpfer | 13 Beiträge

Hallo Männer,

der Avatar von Gakl hat in mir die Frage aufgeworfen warum es so wenige eigne Bilder der GT Anghörigen bei der Dienstausführung gibt? Wen ich auf Bildersuche bin stosse ich spätesten bei dritten Klick auf Meister"Ritter und Kollegen. Gibt es auch noch andere? Und wo?



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#304

RE: +Elbgrenze| Elbabschnitt| Grüne Grenze| Dömitz| Boizenburg+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 26.07.2010 22:05
von Mike59 | 7.977 Beiträge

Zitat von Huykämpfer
Hallo Männer,

der Avatar von Gakl hat in mir die Frage aufgeworfen warum es so wenige eigne Bilder der GT Anghörigen bei der Dienstausführung gibt? Wen ich auf Bildersuche bin stosse ich spätesten bei dritten Klick auf Meister"Ritter und Kollegen. Gibt es auch noch andere? Und wo?


-----------------------------------------------
Hallo alter Kämpe,

ich glaube du wirst nicht viele Fotos finden (GRESO ist hier eine Ausnahme) Ursache? Vorauseilender Gehorsam ? Angst ? - wohl von beidem etwas. Bilder die ich von mir habe sind entweder vom BGS oder von einem ehem. IM - eigenes kommt da erst ab 1989.

Mike59








vorauseilender gehorsam


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#305

RE: +Elbgrenze| Elbabschnitt| Grüne Grenze| Dömitz| Boizenburg+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 26.07.2010 22:19
von 94 | 10.792 Beiträge

Oder es ist heute einfach nur peinsam, diese gestellten Jugendsünden zu betrachten. Siehe Anhang!
Und der nächste, der hier was postet, was auch in kürzeren Freds Platz hätte, den bitte ich um Beachtung von The 80's....und ein Hoch der experimentellen Musik..., DANKE!

Angefügte Bilder:
94&Alf.gif

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 26.07.2010 22:19 | nach oben springen

#306

RE: +Elbgrenze| Elbabschnitt| Grüne Grenze| Dömitz| Boizenburg+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.07.2010 12:56
von Rotten (gelöscht)
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Kurzer Bericht einer 'Lage' im März 1986.
In einer Märznacht anno 1986 wurde das 3.GB der GK Horst in Alarmbereitschaft versetzt & ging in Abriegelung zwischen GSZ & Zaun 1. Aus einem fahrenden PKW (aus Lauenburg/BRD) kommend waren 2 Italiener gesprungen und verschwanden auf dem Territorium der DDR. Der führerlose PKW beschädigte daraufhin Teile der GÜST Horst. Die GK Horst befand sich ca. 300 Meter von der GÜST entfernt,unsere GK ging rechts der GÜST bis Höhe Zweedorf in Abriegelung. Für uns der 1.Grenzalarm,der keine Übung darstellte und als Hinterlandskräfte auch der 1.Einsatz zwischen den vorderen Sperrelementen (und auch erstmaliger Gebrauch für alle des GMN).
Zeitlicher Umfang der 1.Abriegelung 19 Stunden.Ich hatte seinerzeit mit meinem Posten den 2.PP,rechts der GÜST Horst (in Richtung Zweedorf). Nach 19 Stunden erfolgte die Ablösung durch Kräfte aus dem GR-6 (3.GB Schlagbrügge).
5 Stunden Schlaf & 7 Stunden später stand ich,mit selbigen Posten am gleichen PP.
Diesesmal wurden es 14 Stunden (Ablösung durch Kräfte des 3.GB Kaarßen/GR-8),gefolgt von 8 Stunden Schlaf & danach Hinterlands-Abriegelung von GK Horst bis Grenze GR-8/GR-6 Piperkaten (8 Stunden).
Die beiden GV wurden nicht gefunden.
In Zeiten der Abriegelungen wurde die GK Horst durch zusätzliche Kräfte aus Dömitz/Grabow (Bat./Stab) gesichert (Munipunkt/Fahrzeugpark etc.).Die Ortslage Horst durchsuchten GAKL.
Die Schüsse , die in der Zeit der 1.Abriegelung zu hören waren , galten und so wurden wir informiert Wildschweinen und wurden nicht durch Kräfte des 3.GB Horst abgegeben.
Reichlich Fotomaterial wurde seinerzeit von BGS/Zivil etc. verknipst,vielleicht existiert davon noch etwas.
Rotten
p.s. Schönen Urlaub RMR ! Und Vorsicht beim planschen ! Am 19.7. gab's in Zingst Hai-Alarm (Bericht in der Woend-OZ)....


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#307

RE: +Elbgrenze| Elbabschnitt| Grüne Grenze| Dömitz| Boizenburg+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.12.2010 00:09
von Rotten (gelöscht)
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Ich aktiviere hier mal wieder den Elb-Fred um zu einer Geschichte zu kommen , die damals für mich eigentlich nicht ungewöhnlich war , aber jetzt & 24 Jahre später und vielleicht auch deswegen , da ich diesbezüglich noch nichts im Forum finden konnte.
Genauergesagt geht es um die Postenzusammenstellungen , denn eine Vielzahl von Grenzdiensten versah ich mit 2 Kameraden , die ich schon vor dem Grundwehrdienst kannte. Vielleicht ist es ja auch nicht so ungewöhnlich...
Ich nenne die beiden mal 'x' (ein indirekter Arbeitskollege) und 'y' (jemand , der nach mir in Lehre ging & mit dem man auch am Wochenende 'um den Block' zog). Also wir drei aus einer Kleinstadt und in selber Firma tätig.
Einberufungsbefehl am selben Tag mit Ziel für alle 3 : Halberstadt. Das hatte schon Vorteile , die Zugfahrt mit bekannten Gesichtern.
In der Knollenburg fast aus den Augen verloren (3 Monate) , mal abgesehen von einer Ausgangsbegegnung oder einem Zufalls-Treff auf dem immer 'windigen' Raucherplatz.
Erfreulicherweise haben wir uns dann in Grabow (GR 8) wiedergetroffen & schnell war klar , für uns geht's in die gleiche GK (Horst).
Mit 'x' verbrachte ich zudem , die Zeit an der Grünen Grenze , auf gleicher Stube.
Da wir dem 3. Grenzbataillon zugewiesen wurden , ergab sich die Besonderheit , dass die 'Alten' an unserem Ankunftstag Ende Januar die GK verliessen und gen Heimat gingen.
Somit waren alle Postenbereiche im Hinterland für uns 'Neue' , Neuland.
Um möglichst schnell & für alle neuen Kameraden die Postenbereiche bekannt zu machen , erfolgten die ersten Grenzdienste (Zeitraum über ca.4 Wochen) , als 3er-Posten (PF + 2 Posten).
Und tatsächlich gab es einen Grenzdienst , kann mich sogar noch an den Bereich erinnern (Waldkante Horst bis Bickhusen) , an dem wir drei auf Streife gingen. Drei Bengels aus einer Kleinstadt , die mit einer Kalaschnikow , des nachts an der Grenze standen und in der Ferne die Lichter von Lauenburg beobachteten.
Und sich wunderten , welch' Zufälle das Leben einem doch so spielt...
Hatte mit 'x' danach sehr viele Grenzdienste , denke es waren 30+. Und 'y' wurde unser LO-Fahrer..
Wie geschrieben , vielleicht doch nicht so ungewöhnlich. Viele Fahrensleute zur See gehörten auch diesem 3.GB an , die kannten sich auch schon gut aus der Lehrzeit bzw. Bordeinsätzen.
Rotten


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#308

RE: +Elbgrenze| Elbabschnitt| Grüne Grenze| Dömitz| Boizenburg+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.12.2010 11:47
von Sonne | 510 Beiträge

Und tatsächlich gab es einen Grenzdienst , kann mich sogar noch an den Bereich erinnern (Waldkante Horst bis Bickhusen) , an dem wir drei auf Streife gingen. Drei Bengels aus einer Kleinstadt , die mit einer Kalaschnikow , des nachts an der Grenze standen und in der Ferne die Lichter von Lauenburg beobachteten.
Und sich wunderten , welch' Zufälle das Leben einem doch so spielt...
Hatte mit 'x' danach sehr viele Grenzdienste , denke es waren 30+. Und 'y' wurde unser LO-Fahrer..
Wie geschrieben , vielleicht doch nicht so ungewöhnlich. Viele Fahrensleute zur See gehörten auch diesem 3.GB an , die kannten sich auch schon gut aus der Lehrzeit bzw. Bordeinsätzen.
Rotten [/quote]
Ein meines erachtens seltener Zufall eigentlich unwahrscheinlich das sich 3 leute die sich privat kennen an den Kanten kommen.Da muß doch jemand geschlafen haben. Ihr hättet euch doch auch bequem verabschieden können, oder???


Gruß Sonne

05/66-10/67
18 Monate meiner Jugend
in Glowe, Rothesütte, Elend


Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.
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#309

RE: +Elbgrenze| Elbabschnitt| Grüne Grenze| Dömitz| Boizenburg+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.12.2010 13:53
von Rotten (gelöscht)
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Im Nachhinein gesehen @Sonne , möglich wäre es gewesen. Kann mich aber nicht erinnern , dass wir bei diesem Grenzdienst den Gedankengang hatten. Verwunderung schon eher , viel mehr aber eine gewisse Freude , dass man sich schon einige Jahre aus Firma & Privat kannte. Wir sahen das damals als enormen Vorteil , da uns meist nie der Gesprächsstoff ausging , da wir viele/vieles aus dem privaten Umfeld kannten.
Für uns daher ein Zufall & wenig Gedanken warum/weshalb...
Wie geschrieben , mit 'x' viele Grenzdienste & da gab es schon Gedankenspiele , bspw. wenn wir beide eine Postkarte aus Lauenburg schreiben würden. Und die Vorstellung , dass zwei Leute zeitgleich aus derselben Firma , den Grenzdienst & die Staatsbürgerschaft quittieren , waren uns schon einige Gedankengänge wert.
Persönlich habe ich keine Erklärung für diesen Zufall , vielleicht hat damals jemand geschlafen , vielleicht war es auch gewollt.
Rotten


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#310

RE: +Elbgrenze| Elbabschnitt| Grüne Grenze| Dömitz| Boizenburg+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 28.12.2011 17:34
von grenzgänger81 | 968 Beiträge

Zitat von Ratze
Moin,

hab ein paar Bilder von der GK in Haar bei Neuhaus/Elbe gemacht.

MfG Maik



ich erkenne es noch ,habe dort 1 jahr zugebracht ..vom herbst 1980 - herbst 1981
ist zwar nicht schön anzusehen,weckt dennoch erinnerrungen.
danke für deine mühe
mfg Rainer


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#311

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 28.12.2011 23:21
von Fall 80 | 171 Beiträge

Selbstschussanlage
Eine Selbstschussanlage ist eine kegelförmige Splittermine (offizielle DDR-Bezeichnung) mit Richtwirkung, wie sie an der DDR-Grenzsperre verbaut war. Sie diente dazu, einen oder mehrere Menschen vom Betreten oder Durchqueren des Grenzstreifens abzuschrecken bzw. ihn in diesem Fall automatisch zu verletzen oder zu töten. Sie ist daher militärisch eng verwandt mit der Landmine.
Internationale Bekanntheit erlangten die Selbstschussanlagen an der innerdeutschen Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR. Zahlreiche sogenannte „Grenzverletzer“, im allgemeinen DDR-Bürger, wurden von den Selbstschussanlagen bei Fluchtversuchen verletzt oder getötet.
Im März und April 1976 demontierte der ehemalige DDR-Bürger Michael Gartenschläger an der innerdeutschen Grenze erfolgreich zwei Selbstschussanlagen und präsentierte sie im Magazin „Der Spiegel“. Danach konnte die DDR nicht mehr leugnen, Selbstschussanlagen aufgestellt zu haben. Am 30. April 1976 versuchte Gartenschläger, eine dritte SM-70 zu demontieren. Dabei wurde er durch ein Spezialkommando des Ministeriums für Staatssicherheit gezielt in einen Hinterhalt geloggt und erschossen.
Die Selbstschussanlagen wurden seit 1970 an der DDR-Grenze zur Bundesrepublik (nicht an der Berliner Mauer) installiert.
Entlang der innerdeutschen Grenze waren auf einer Länge von 440 Km ca. 60.000 Splitterminen vom Typ SM-70 installiert. Die Installation der Splitterminen kostete je Grenzkilometer ca.100.000 DDR-Mark. Die offizielle DDR-Bezeichnung lautete „kegelförmige Splittermine mit Richtwirkung“. Im Sprachgebrauch der Grenztruppen wurde sie auch als „Anlage 501“bezeichnet.
Auf Druck der Bundesregierung demontierten die Grenztruppen der DDR am 30. November 1984 die letzten Splitterminen an der innerdeutschen Grenze.
Von 1970 bis 1984 verloren etwa zehn Menschen durch die Splitterminen ihr Leben.
Auch nach dem Abbau der Selbstschussanlagen blieb die innerdeutsche Grenze praktisch undurchdringlich, weil die DDR sie inzwischen aufwändig verstärkt hatte.
Funktionsweise
100 bis 110 Gramm Sprengstoff (TNT) verteilten nach einer elektromechanischen Auslösung durch Spanndrähte am Grenzzaun ca. 80 bis 110 kantige Geschoss-Splitter (Zahlen sind in den Quellen unterschiedlich angegeben). Diese Splitterminen waren zunächst einzeln, nach dem Abbau zweier SM-70 durch Michael Gartenschläger parallel zum Grenzzaun in drei Höhen gestaffelt installiert, um eine Demontage zu verhindern. Die Verletzungswirkung war auf bis zu 120 Meter ausgelegt (maximale Reichweite der Splitter), wobei in unmittelbarer Nähe eine tödliche Wirkung entfaltet wurde.
Zitat aus dem Teilbericht über die taktische Erprobung der Splittermine vom 17. August 1971 (VVS-Nr. G/079675)): „Die SM-70 ist eine Mine mit richtungsgebundener Wirkung unter Teilausnutzung des kumulativen Effektes.
Der Minenkörper besteht aus einem kegelförmigen Blechmantel mit eingesetztem Presskörper TNT. Zwischen den Wandungen sind Splitter (ca. 110) Stahlwürfel eingebracht.
Nach erfolgter Detonation breitet sich eine kegelförmige Splittersäule aus, deren Mittelachse richtungsgleich zu der vor der Detonation bestehenden Körperachse der Mine verläuft.
Die kinetische Energie der Splittermine reicht aus, um mit Sicherheit Personen unschädlich zu machen, die versuchen, den Sperrbereich der SM-70 zu durchbrechen.
Die Auslösung der SM-70 erfolgt auf mechanisch-elektrischem Wege. Bei Belastung bzw. Zerschneiden des Spanndrahtes wird ein Signal- und Zündstromkreis geschlossen.
Im Verlauf der Truppenerprobung hat sich der mit SM-70 ausgebaute Sperrzaun als wirksame Grenzsicherungsanlage erwiesen.“ (Zitat aus der Kollegiumsvorlage Nr. 23/71 des Ministeriums für Nationale Verteidigung)
„Die Splitterwirkung an den beschossenen Wildarten: Reh-, Schwarz- und Federwild lässt den sicheren Schluss zu, dass durch SM-70 geschädigte Grenzverletzer tödliche bzw. so schwere Verletzungen aufweisen, dass sie nicht mehr in der Lage sind, den Sperrzaun zu überwinden.“ (Zitat aus dem Teilbericht über die taktische Erprobung der Splittermine SM-70 vom 17. August 1971 (VVS-Nr. G/079675)
Entwickelt wurde die Selbstschussanlage mit Hilfe des militärtechnischen Institutes VUSTE aus der Tschechoslowakei ab 1966 in der DDR im VEB Chemiewerk Kapen (dieser Standort wurde bereits ab 1936 als Munitionsfabrik genutzt), wo die SM-70 dann auch hergestellt wurde. Als Geschosse wurden in Kapen während der Erprobungsphase zunächst Metallkugeln verwendet. Diese wurden „wegen der besseren Treffsicherheit" durch die noch größere Verletzungen hervorrufenden Metallsplitter ersetzt. Die „versuchsweise Einführung" (Erprobung) erfolgte 1971 an der innerdeutschen Grenze im Abschnitt Salzwedel/Arendsee (DDR) und Lüchow/Prezelle (Niedersachsen).

Zitat von Gakl

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Gleich noch ein Frage an Alle hinterher, der Erfinder der Kalaschnikow war ein gleichnamiger Sowjetischer Konstrukteur. Wer war eigentlich der Erfinder der SM70 (Splittermine) allgemein der "501 Anlage" so wie wir sie nannten, ein sozialist. Ingenieurkollektiv evtl. oder ein westdeutscher Rüstungsbetrieb?



Hallo Rainer,

ich hoffe Du gestattest mir diese Anrede. Die SM70 wurde, soweit mir das bekannt ist, in der damaligen CSSR hergestellt. Was mich betrifft, so hab ich die 501 nicht mehr erlebt. Daher kann ich leider nicht viel dazu sagen.

Gakl



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#312

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 28.12.2011 23:54
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Fall 80
Selbstschussanlage
Eine Selbstschussanlage ist eine kegelförmige Splittermine (offizielle DDR-Bezeichnung) mit Richtwirkung, wie sie an der DDR-Grenzsperre verbaut war. Sie diente dazu, einen oder mehrere Menschen vom Betreten oder Durchqueren des Grenzstreifens abzuschrecken bzw. ihn in diesem Fall automatisch zu verletzen oder zu töten. Sie ist daher militärisch eng verwandt mit der Landmine.
Internationale Bekanntheit erlangten die Selbstschussanlagen an der innerdeutschen Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR. Zahlreiche sogenannte „Grenzverletzer“, im allgemeinen DDR-Bürger, wurden von den Selbstschussanlagen bei Fluchtversuchen verletzt oder getötet.
Im März und April 1976 demontierte der ehemalige DDR-Bürger Michael Gartenschläger an der innerdeutschen Grenze erfolgreich zwei Selbstschussanlagen und präsentierte sie im Magazin „Der Spiegel“. Danach konnte die DDR nicht mehr leugnen, Selbstschussanlagen aufgestellt zu haben. Am 30. April 1976 versuchte Gartenschläger, eine dritte SM-70 zu demontieren. Dabei wurde er durch ein Spezialkommando des Ministeriums für Staatssicherheit gezielt in einen Hinterhalt geloggt und erschossen.
Die Selbstschussanlagen wurden seit 1970 an der DDR-Grenze zur Bundesrepublik (nicht an der Berliner Mauer) installiert.
Entlang der innerdeutschen Grenze waren auf einer Länge von 440 Km ca. 60.000 Splitterminen vom Typ SM-70 installiert. Die Installation der Splitterminen kostete je Grenzkilometer ca.100.000 DDR-Mark. Die offizielle DDR-Bezeichnung lautete „kegelförmige Splittermine mit Richtwirkung“. Im Sprachgebrauch der Grenztruppen wurde sie auch als „Anlage 501“bezeichnet.
Auf Druck der Bundesregierung demontierten die Grenztruppen der DDR am 30. November 1984 die letzten Splitterminen an der innerdeutschen Grenze.
Von 1970 bis 1984 verloren etwa zehn Menschen durch die Splitterminen ihr Leben.
Auch nach dem Abbau der Selbstschussanlagen blieb die innerdeutsche Grenze praktisch undurchdringlich, weil die DDR sie inzwischen aufwändig verstärkt hatte.
Funktionsweise
100 bis 110 Gramm Sprengstoff (TNT) verteilten nach einer elektromechanischen Auslösung durch Spanndrähte am Grenzzaun ca. 80 bis 110 kantige Geschoss-Splitter (Zahlen sind in den Quellen unterschiedlich angegeben). Diese Splitterminen waren zunächst einzeln, nach dem Abbau zweier SM-70 durch Michael Gartenschläger parallel zum Grenzzaun in drei Höhen gestaffelt installiert, um eine Demontage zu verhindern. Die Verletzungswirkung war auf bis zu 120 Meter ausgelegt (maximale Reichweite der Splitter), wobei in unmittelbarer Nähe eine tödliche Wirkung entfaltet wurde.
Zitat aus dem Teilbericht über die taktische Erprobung der Splittermine vom 17. August 1971 (VVS-Nr. G/079675)): „Die SM-70 ist eine Mine mit richtungsgebundener Wirkung unter Teilausnutzung des kumulativen Effektes.
Der Minenkörper besteht aus einem kegelförmigen Blechmantel mit eingesetztem Presskörper TNT. Zwischen den Wandungen sind Splitter (ca. 110) Stahlwürfel eingebracht.
Nach erfolgter Detonation breitet sich eine kegelförmige Splittersäule aus, deren Mittelachse richtungsgleich zu der vor der Detonation bestehenden Körperachse der Mine verläuft.
Die kinetische Energie der Splittermine reicht aus, um mit Sicherheit Personen unschädlich zu machen, die versuchen, den Sperrbereich der SM-70 zu durchbrechen.
Die Auslösung der SM-70 erfolgt auf mechanisch-elektrischem Wege. Bei Belastung bzw. Zerschneiden des Spanndrahtes wird ein Signal- und Zündstromkreis geschlossen.
Im Verlauf der Truppenerprobung hat sich der mit SM-70 ausgebaute Sperrzaun als wirksame Grenzsicherungsanlage erwiesen.“ (Zitat aus der Kollegiumsvorlage Nr. 23/71 des Ministeriums für Nationale Verteidigung)
„Die Splitterwirkung an den beschossenen Wildarten: Reh-, Schwarz- und Federwild lässt den sicheren Schluss zu, dass durch SM-70 geschädigte Grenzverletzer tödliche bzw. so schwere Verletzungen aufweisen, dass sie nicht mehr in der Lage sind, den Sperrzaun zu überwinden.“ (Zitat aus dem Teilbericht über die taktische Erprobung der Splittermine SM-70 vom 17. August 1971 (VVS-Nr. G/079675)
Entwickelt wurde die Selbstschussanlage mit Hilfe des militärtechnischen Institutes VUSTE aus der Tschechoslowakei ab 1966 in der DDR im VEB Chemiewerk Kapen (dieser Standort wurde bereits ab 1936 als Munitionsfabrik genutzt), wo die SM-70 dann auch hergestellt wurde. Als Geschosse wurden in Kapen während der Erprobungsphase zunächst Metallkugeln verwendet. Diese wurden „wegen der besseren Treffsicherheit" durch die noch größere Verletzungen hervorrufenden Metallsplitter ersetzt. Die „versuchsweise Einführung" (Erprobung) erfolgte 1971 an der innerdeutschen Grenze im Abschnitt Salzwedel/Arendsee (DDR) und Lüchow/Prezelle (Niedersachsen).

Zitat von Gakl

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Gleich noch ein Frage an Alle hinterher, der Erfinder der Kalaschnikow war ein gleichnamiger Sowjetischer Konstrukteur. Wer war eigentlich der Erfinder der SM70 (Splittermine) allgemein der "501 Anlage" so wie wir sie nannten, ein sozialist. Ingenieurkollektiv evtl. oder ein westdeutscher Rüstungsbetrieb?



Hallo Rainer,

ich hoffe Du gestattest mir diese Anrede. Die SM70 wurde, soweit mir das bekannt ist, in der damaligen CSSR hergestellt. Was mich betrifft, so hab ich die 501 nicht mehr erlebt. Daher kann ich leider nicht viel dazu sagen.

Gakl






Nun, RMR ist nicht mehr hier, aber ich möchte seine Frage trotzdem beantworten. Habe mal "gegurgelt" und zu meiner Überraschung ( oder auch nicht Überraschung, denn diese Paralellen gibt es oft ) festgestellt : der Erfinder der SM 70 Splittermine ist ein SS Offizier wie folgt - Der ursprüngliche Erfinder war E. Lutter, ein SS Obersturmbannführer und Chef des Referats II D (Waffenwesen) im Reichssicherheitshauptamt. Der ursprüngliche Verwendungszweck soll zur Sicherung der Konzentrationslager gedacht sein.
Die Russen fanden 1945 die Pläne und haben sie der Staatssicherheit vermacht. Es ist doch immer wieder erstaunlich welche Querverbindungen sich im Nachkriegsdeutschland auftun.,


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#313

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 29.12.2011 08:21
von Mike59 | 7.977 Beiträge

Zitat


Nun, RMR ist nicht mehr hier, aber ich möchte seine Frage trotzdem beantworten. Habe mal "gegurgelt" und zu meiner Überraschung ( oder auch nicht Überraschung, denn diese Paralellen gibt es oft ) festgestellt : der Erfinder der SM 70 Splittermine ist ein SS Offizier wie folgt - Der ursprüngliche Erfinder war E. Lutter, ein SS Obersturmbannführer und Chef des Referats II D (Waffenwesen) im Reichssicherheitshauptamt. Der ursprüngliche Verwendungszweck soll zur Sicherung der Konzentrationslager gedacht sein.
Die Russen fanden 1945 die Pläne und haben sie der Staatssicherheit vermacht. Es ist doch immer wieder erstaunlich welche Querverbindungen sich im Nachkriegsdeutschland auftun.,





Auch wenn es dir nicht in den Kram passt @Gert nicht alles was im Internet geschrieben steht ist richtig. Einfach weiter gurgeln - das soll ja helfen.

Mike59


zuletzt bearbeitet 29.12.2011 08:21 | nach oben springen

#314

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 29.12.2011 08:33
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Dann schreibe doch Bitte mal hin was Falsch ist,da soll nähmlich auch Helfen.


zuletzt bearbeitet 29.12.2011 09:09 | nach oben springen

#315

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 29.12.2011 13:59
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von Gert
[
Nun, RMR ist nicht mehr hier, aber ich möchte seine Frage trotzdem beantworten. Habe mal "gegurgelt" und zu meiner Überraschung ( oder auch nicht Überraschung, denn diese Paralellen gibt es oft ) festgestellt : der Erfinder der SM 70 Splittermine ist ein SS Offizier wie folgt - Der ursprüngliche Erfinder war E. Lutter, ein SS Obersturmbannführer und Chef des Referats II D (Waffenwesen) im Reichssicherheitshauptamt. Der ursprüngliche Verwendungszweck soll zur Sicherung der Konzentrationslager gedacht sein.
Die Russen fanden 1945 die Pläne und haben sie der Staatssicherheit vermacht. Es ist doch immer wieder erstaunlich welche Querverbindungen sich im Nachkriegsdeutschland auftun.,






Jau diese Mär zieht sich seit 1976 durch die Presse bzw. inzwischen durch die Weiten des WWW.
Die Bayern sagen: A recht a Schmarrn.

Zu den Anlagen 501/701 hier lang.

http://www.nva-forum.de/nva-board/index.php?showtopic=2238

http://www.nva-forum.de/nva-board/index.php?showtopic=8299

http://www.nva-forum.de/nva-board/index.php?showtopic=788

Den zititerten Beitrag von Fall80, Quelle ???, kann man im großen und ganzen so stehen lassen.

TH


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#316

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 29.12.2011 14:41
von Mike59 | 7.977 Beiträge

Zitat von Pit 59
Dann schreibe doch Bitte mal hin was Falsch ist,da soll nähmlich auch Helfen.




Ja das stimmt - aber es unterbindet die unbändige Freude der eigenen Erkenntnis. Und diese ist hier bitter nötig - da ein vorgebrachter Einwand und der Verweis auf andere Sachstände als eine Art Teufelswerk negiert werden.
Es passt eben auch nicht in die vorgefasste Meinung. Ein Problem das ja meist nur immer der andere User hat*. Also ist das selbst erkennen, was ja doch vehement gefordert wird, für die Akzeptanz unerlässlich.

* Hier ist ausdrücklich keine spezieller User gemeint - sondern der User als solches!!

Mike59


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#317

RE: +Elbgrenze| Elbabschnitt| Grüne Grenze| Dömitz| Boizenburg+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 05.03.2012 15:39
von BZ-Boizenburg | 79 Beiträge

Zitat von
Maik, das wird schon so stimmen, der Link. Die Bootstruppe habe ich ab und an gefahren, da war ich schon Gefreiter. Sie haben dann immer mit mir Großstadtei im Hafen eine Runde gedreht, also Vollgas wie beim Motorrad und auf der Stelle drehen.
Keine Ahnung, wie man das bei einem Boot macht? Delta wird es wissen.
Da hieß es gut festhalten, wollte ma nicht in der Hafenbrühe landen. Das waren so mit die schönen Zeiten an der Grenze. Denn wir waren jung.

R-M-R



Hallo,
Ja das geht so. Ich habe 76/77 im Bootszug Boizenburg gedient. Haben wir oft gemacht. Man konnte auch bei AK (fast) auf der Stelle eine 180°-Wende machen. Das geht deshalb weil die Propeller drehbar (zum lenken) am Heck angebracht sind. Vorn untern Kiel war eine Flosse und wenn der Antrieb hinten dann plötzlich seitlich wirkt - - dann gehts eben "um die Ecke"!
Ja, der Grenzdienst hat auch manchmal Spaß gemacht.

Gruß Horst



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#318

RE: +Elbgrenze| Elbabschnitt| Grüne Grenze| Dömitz| Boizenburg+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 06.03.2012 14:04
von zweedi04 | 375 Beiträge

Aber hallo,
als ich noch in der 8. Pionierkompanie in Dömitz im Taucherzug war, hatten wir auch so ein Grenzsicherungsboot. Zu Übungszwecken haben wir damit auf der Havel dann oft mal „wilde Sau“ gespielt. Da unser Boot nicht gedrosselt war, konnte man damit (fast) auf der Stelle richtige, runde Löcher in die Wasseroberfläche pflügen. Spaß haben wir schon gehabt. Wenn die Neuen kamen, durften die zum Spaß auch mal mit der Hand solange am Propeller drehen bis das Öl im Z-Antrieb geschmeidiger ist. War natürlich totaler Unfug, hat uns aber viel Spaß bereitet weil die dann schon mal so 20 Minuten mit der Hand im kalten Wasser (natürlich ohne Sinn) gedreht haben.

Gruß an alle die schon mal gedreht haben von zweedi04


Lebenskunst ist - "Im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen"
zuletzt bearbeitet 06.03.2012 14:06 | nach oben springen

#319

RE: +Elbgrenze| Elbabschnitt| Grüne Grenze| Dömitz| Boizenburg+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 06.03.2012 14:24
von BZ-Boizenburg | 79 Beiträge

Hallo, was heißt denn "Nicht gedrosselt"? Unsere waren meiner meinung nach auch nicht gedrosselt. Die Älteren (mit den V-Motoren) hatten 2x 150PS und die neueren mit den Reihenmotoren 2x 170PS. Das mit den Propeller drehen ist natürlich der Gag schlechthin. Haben die das denn geglaubt? Ist ja so wie wenn du einen Lehrling aufm Bau die Gewichte für die Wasserwaage holen lässt.! Ja das haben wir auch gemacht.
Haben uns manchmal gegenseitig auf den Bug festbinden lassen; so das man unter das Boot vorn schauen konnte und dann ab die Post - erst Wellen machen - und dann darüber fahren. Haben auch immer mal versucht auf den Wellen der Tanker zu reiten. Das hat schon manchmal Spaß gemacht.
Bei der Ablösung sind wir oft AK aufeinander zu gefahren und dann ganz knapp (so ca. 30-60 cm) aneinander vorbei. Da schoß dann zwischen den Booten eine riesige Wasserfontäne nach oben. Bei sowas hats auch mal geklappt das ne Scheibe zu Bruch ging. Der Bootsführer mußte dann in der Elbewerft eine neue Sicherheitsglas-Scheibe kaufen und einbauen.
Gruß an alle Bootsfahrer



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#320

RE: +Elbgrenze| Elbabschnitt| Grüne Grenze| Dömitz| Boizenburg+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 06.03.2012 14:30
von GZB1 | 3.287 Beiträge

@BZ-Boitzenburg

wie waren denn die Anweisungen für das Betreten des vorgelagerten Hoheitsgebietes der DDR vom Boot aus (bei Festnahme o.ä.)?

Immer nur zu Zweit und einer bleibt stets auf dem Boot oder wie??


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