#21

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.06.2008 19:55
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Angelo, es steht zwar in keinem direkten Zusammenhang mit der Zeitgeschichte Grenze aber trotzdem meine Meinung zum Gästebuch. Habe mich mal durchgekämpft, der Anfang war ja richtig turbolent. Bei Jens und Dir ging es ja zu wie bei den Linken Ost und West, sie haben beide die besten Absichten aber finden keine gemeinsame Strategie. Kein Wunder das dass Monopolkapital aus vollem Herzen lacht und Lenin sich im Grabe herum drehen würde. Mit Jens hätte ich eigendlich den selben Geschichtslehrer haben können. Zu Henry vom 29.09.07 kann ich nur sagen "gut recherchiert",zu Wiktoria Behle vom 18.11.07 würde ich meinen "sie sollte mal auf dieser Seite bleiben, wäre gut für ihr späteres Weltbild", aber um ein Beileid auszusprechen dafür ist sie meiner Ansicht nach noch viel zu jung.Und wie Michael sowie Robert Hamann am 04.04.08/23.04.08 schreiben "es sollte ein Zeitdokument für Schüler und Studenten werden". Die Älteren in Ost und West haben sich schon Ihre persönliche Meinung gebildet und gehen davon auch nicht mehr ab. Aber die Jungen bin ich der Meinung, nur die Schule allein wird es nicht richten, da ist das Internet mit seinen Zeitzeugen eine gute Schule.


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#22

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 28.06.2008 04:57
von Angelo | 12.396 Beiträge

Ja das liebe Gästebuch hat noch einige Einträge die besser nicht da stehen sollten das stimmt. Aber na ja es waren die Ausnahmen gewesen und Gott sei dank hat sich das dann alles etwas beruihigt.


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#23

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 28.06.2008 21:34
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Gakl, meine Antwort noch zum 25.06.08. Wenn ich über deine Anfangszeit so lese, war ich ja ein kleiner Fisch mit meinen 12 Wochen "nicht zu Hause". Aber deine Vorgesetzten haben sich bestimmt gedacht, der dient ja sowieso etwas länger, also kann er auch mal länger von zu Hause fern bleiben. Aber Spass bei seite, das war schon nicht zum lachen. das mit der Kammeradschaft kann ich in soweit bestätigen das von Anfang an ein kleiner junger Randberliner (auch Neuling) um mich herum war und das blieb auch die 18 Monate so. Die ganze Stube (10 Mann) waren eigendlich jeder für sich in Ordnung. Wir haben uns immer gegenseitig wieder aufgebaut wenn ein Tiefpunkt da war, ich half Ihm da er noch unbedarft war die Mädels besser zu verstehen und er unterstützte mich wenn ich wieder mal alle Reviere wie Tischdienst, Waschraum/Toiletten, Außenrevier und Stube hatte. Da wir keine kantenlatscher (Soldat auf Kompanie) waren kann ich das mit den "minuns 25 Grad Celsius" nur so nachvollziehen das immer ein ZT(Traktor) rund um die Uhr Nachts lief der im Ernstfall alle Fahrzeuge anschleppte. Aber zu der Zeit war der Preis des Diesel ein Witz. Habe mal nachgeschlagen bei "Uwe Dittmann" weil mir der Name nichts sagte.
Tesxtauszug aus "Die Grenzen der DDR"(edition ost): "Am 22. März 1985, gegen 5.25 Uhr, wurden die Grenztruppen über die unerlaubte Entfernung eines mit einer Maschinenpistole und 120 Patronen bewaffneten Angehörigen der GSSD informiert, der mit einem Kübelwagen vom Typ UAZ aus dem Standort Nohra bei Weimar auf der Autobahn in Richtung Eisenach flüchtete. Gegen 3.45 Uhr erreichte der Sowjetsoldat die Grenzübergangsstelle Wartha und eröffnete das Feuer auf den Grenzposten. Das war der 21. Jahre alte Uwe Dittmann. Der gefreite erhielt einen Bauchschuß und erlag zwei Stunden später im Kreiskrankenhaus Eisenach seiner Verletzung. Der fahnenflüchtige Sowjetsoldat fiel im Gefecht..."

Bis zum nächsten Thema

Gruß Rainer


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#24

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 09.07.2008 20:35
von Kyra
Hallo Rainer,

Es wäre nett, wenn du deine Komentare oder Fragen an die jeweiligen User in dem Thread stellst, in dem es zuerst angesprochen wurde. Es ist dann übersichtlicher und mann muß den Beitrag, der von dir angesprochen wurde nicht erst lange suchen.

Deinen Beitrag von heute habe ich hier hin: klick->Ich war ein DDR Grenzsoldat verschoben

LG

zuletzt bearbeitet 09.07.2008 20:35 | nach oben springen

#25

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 10.07.2008 20:18
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Kyra, meinen Beitrag zu verschieben! Du hast ja fasst den Stolz der Sowjetfrauen aber nein du hast den Stolz der nordischen Frauen. Aber Unrecht hast du nicht, ich bin halt etwas Sprunghaft und werde mich bessern. Werde Skylight auch auf seiner Seite korrekt antworteten.

Gruß Rainer


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#26

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 16.07.2008 10:59
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Markus Rura, als ich deinen Text (Gästebuch 13.7.08) gelesen habe hatte ich meinen an Kyra schon abgeschickt. Einer aus dem Ruhrgebiet interessiert sich für die DDR! Das war ja wie Gedankenübertragung, eigendlich müsste Angelo dieses Forum gleich auf diese 40 Jahre zwischen Elbe und Oder erweitern, eine Art Gesamtübersichtsfragestunde. Aber das würde den Rahmen des Forums sicher sprengen. Mein Vorschlag wäre, stell doch deine Fragen ins Gästebuch und unsere Beiträge werden folgen. Zum Kreuz des Ostens kann ich nicht viel beitragen und jetzt im vereinten Deutschland ist das schon so ein Kreuz mit der Geschichtsaufarbeitung. Aber so war das nach 1949 auch und erst in deinem Geburtsjahr 1968 ist der Topf dann übergekocht. Also haben wir noch Zeit bis 2009. Latein war kein herausragender Schulstoff in der DDR, die alten Antifaschisten fanden die Sprache etwas antiquiert aber "Mea culpa" (Durch meine Schuld) sagst du, dann sage ich "carpe diem" nutzen wir also die Tage bis dahin.

Gruß

Rainer


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#27

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 23.07.2008 10:39
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Angelo, Deutschland ist im Urlaub (Sommerloch). Das ist wahrscheinlich ein Grund warum das Forum momentan etwas schläft. Ein Vorschlag zu deinem neuen Thema "Der Mensch zwischem alten und neuem Europa". Das ist irgendwie zu allgemein, zu grob umrissen. Wir schweifen zu weit ab von der Deutsch Deutschen Thematik. Ist meine Meinung die anderen User sollten auch dazu beitragen. Mein Satzvorschlag "Der Bürger in Ost und West zwischen Fortschritt, Rückschritt und Stagnation im Zeitraum von 1968-2012".
Jeweils 22 Jahre vor und nach der Wende wären ein guter überschaubarer Beurteilungszeitraum, sollten alle mit meinen Vorschlag einverstanden sein hätte ich auch in Kürze die erste Geschichte dazu.

Gruß

Rainer


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#28

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 31.07.2008 15:04
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Eine kleine Geschichte zum Beitrag von "Parris" (Gästebuch 29.07.08). Oberhalb der Stadt Boizenburg im Ortsteil Vier am Elbberg steht heute eine Aussichtsplattform mit wunderschönen Blick über den Fluß. Zu meiner Grenzzeit in den 70er begann an diesem Punkt die Hundetrasse und zog sich nordwärts Richtung Lauenburg. War der Fahrer der Hundetruppe im VKU (Verlängerter Kurzurlaub) kamen auch die anderen Motorisierten in den Genuß Hunde zu füttern. Soweit ich mich erinnere erfolgte das einmal am Tag. Die Mahlzeit bestand aus einer großen Schüssel "Gekochtem" und einer Schüssel Wasser. Das Wasser samt Schüssel flog schon mal in den elbischen Sand denn keiner der adligen
Schäferhunde (laut Hundeführer hatten alle Stammbaum) reagierte auf Platz,Sitz,und Bleib. Sie freuten sich wohl auch mal außer dem Posten noch andere Menschen zu Gesicht zubekommen. Und 50m Laufseil war doch eine Menge zur Körperertüchtigung, ich denke da sind heutige Hunde von der Rasse Schäferhund mit Stadtwohnung und Zwinger ärmer dran. Obwohl nicht gerne gesehen aber es wurde verschwiegen gehandhabt "der Nachwuchs". Soweit wie ich mich erinnere ging er immer gleich mit auf Heimaturlaub (bei denen die es nicht so weit hatten). Manchmal wenn ich im LKW saß und aller 50m einen Stop einlegte, dachte ich so bei mir das dort wo die Hundehütten Hinterfront an Hinterfront am Zaun wie ein Sprungbrett standen eigentlich die beste Stelle war Ihn zu überwinden. Der Grenzverletzer brauchte nur noch das Gefühl für Hunde und mindestens zwei Bockwürste. Bloß anschließend hätte er noch die Fähigkeiten von "Reinhold Messner" haben müssen den steilen Elbberg hinab zuklettern. Die Hunde waren an diesem halsbrecherichen Hang eigendlich überflüssig aber das habe ich erst nach der Wende als Tourist besichtigen können

Gruß

Rainer


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#29

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 31.07.2008 22:01
von bleschen (gelöscht)
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Hallo Rainer

möchte mich mal einbringen zum thema hundelaufanlagen,wie du es so schön beschrieben hast,ja ich war kantenlatscher;-),in groß thurow gabs eine anlage und zwar an der schmalsten stelle,das war cirka 30m zwischen K2 und K6 auf ungefähr 300m,dort gabs eine hundelaufanlage und eine signalanlage,diese dinger wo die leuchtkugeln nur so raus pfiffen wenn man gegen die schnur lief,aber zurück zu den hunden,meine erfahrung war,solange der zaun zwischen einem war,waren es totale scharfe hunde,(für einen ausenstehenden),egal ob man einstrichkeinstrich trug oder nicht,sobald wir aber im abschnitt waren,solche lieben hund haste selten gesehen;-),obwohl es einen unter diesen gab,den haben wir hackenbeisser genannt,wenn der sich losgerissen hat,haben wir zugesehen das wir wegkommen,und zwar auf den nächsten turm,um über die führungsstelle die hundestaffel zu veranlassen das die den wieder einfangen,ansonsten haben sie aber meistens immer ein leckerlie bekommen von unserer postenverpflegung.
von der fütterung wie du sie beschrieben hast hab ich auch so oft erlebt,da kam der multicar,mit nem großen fass hinten drauf,und einer hat da irgend so eine braune brühe in die näpfe gehauen,weiß der teufel was das war.
Aber mal was anderes,gabs bei euch auch die,wir haben sie die 2000er genannt,im nachhinein weiß ich das es solche Spionageabteilung oder wie auch immer es beim mfs gegeben hat,also wenn die auftauchten,mussten wir aus dem abschnitt verschwinden,durften sie nicht kontrollieren wenn sie mit uaz unterwegs waren,wurde nachts sogar befohlen von der führungsstelle den jeweiligen turm der in der nähe war zu besetzen(was ja nachts oder bei dunkelheit und schlechter sicht wie nebel nie der fall war).


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#30

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 03.08.2008 10:03
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Bleschen, deine Frage zu der Abteilung 2000 hat längst abgelegtes wieder zu Tage gefördert. das Forum ist richtig gut fürs Langzeitgedächtnis. Aber am Anfang nochmal zu den Hunden, freilaufende Hunde sowie deinen Hakkenbeiser habe ich auch erlebt aber ich saß ja hoch im LKW und der von der Hundetruppe hatte kein Problem damit, der kannte schon seine Ausreißer. So kann ich mir auch den vielen Nachwuchs erklären, wenn der Streuner ein Rüde war, die glücklichen Hundedamen. Über die Abtl. 2000 habe ich erst nach der Wende gelesen, und da viel bei mir der Groschen. Wir waren nicht auf Kompanie, wir waren im Stab, habe ich aber schon mal geschrieben. Es hieß glaube ich "Grenzunterstützende Einheiten" Pioniere, Nachrichten etc.. Ich möchte jetzt nicht schwindeln aber die Zahl 2000 stand sogar auf der Zimmertür (auf unserer Etage). Ein junger Offizier, könnte Oberleutnant gewesen sein, war nur in größeren Abständen mal da. Wir haben uns manchmal mit Ihm auf dem Flur unterhalten, Belangloses so denke ich im nachhinein, vieleicht wollte er sich auch nur jedes mal ein Bild von der Moral der Truppe machen, ist auch egal. Heute denke ich er übernahm die Erstbefragung bei Vorkommnissen, Grenzverletzungen, bzw. festgenommenen Personen. Wie das Leben so spielt im Jahr 2003 treffe ich im Urlaub einen ehemaligen Zimmerkameraden und jetzt kommts, er hat diesen Offizier nach 1990 irgendwqo im Kaufhaus seiner Heimatstadt gegenüber gestanden. Dabei vielen unschöne Worte, ist aber wohl der impulsiven Art meines Zimmergenossen zu zuordnen. Später beim Bier habe ich Ihn dann gefragt ob der Mann ihm etwas getan hatte das er sich gleich als Richter aufspielen musste. Das ist jetzt meine Meinung, ob Stasi hin oder her der Offizier war genauso ein vernehmender Staatsdiener wie heute ein Beamter im Staatsdienst.

Gruß

Rainer


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#31

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 05.08.2008 20:40
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Eine Frage an Alle die auf Kompanie oder Unteroffiziersschule waren. Mein Schwager, ein Urgestein und streitbarer Geselle gehört noch zu der Grenzergeneration die in den 60er Jahren mit dem BGS eine Zigarette am Zaun geraucht haben. Stationiert war er in der Rhön. Zu seinem runden Geburtstag(60) entstand ein Streitgespräch über die Länge des Gewaltmarsch zum Abschluß der Grundausbildung. Ich beharrte auf ca. 25 km und ich hätte wirklich keinen Kilometer weiter laufen können. Er behauptete steif und fest etwas von 50 Km. Bist du verückt habe ich gesagt, 50 Km und diese teilweise noch unter Schutz, das hätte doch kein Mensch durchgehalten. Wer kann Auskunft geben bzw. wie war es bei Euch? Ihr könnt auch ins Gästebuch schreiben, wer sich hier im Forum nicht registrieren möchte.

Gruß

Rainer


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#32

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 05.08.2008 22:19
von suentaler | 1.923 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Eine Frage an Alle die auf Kompanie oder Unteroffiziersschule waren. Mein Schwager, ein Urgestein und streitbarer Geselle gehört noch zu der Grenzergeneration die in den 60er Jahren mit dem BGS eine Zigarette am Zaun geraucht haben. Stationiert war er in der Rhön. Zu seinem runden Geburtstag(60) entstand ein Streitgespräch über die Länge des Gewaltmarsch zum Abschluß der Grundausbildung. Ich beharrte auf ca. 25 km und ich hätte wirklich keinen Kilometer weiter laufen können. Er behauptete steif und fest etwas von 50 Km. Bist du verückt habe ich gesagt, 50 Km und diese teilweise noch unter Schutz, das hätte doch kein Mensch durchgehalten. Wer kann Auskunft geben bzw. wie war es bei Euch? Ihr könnt auch ins Gästebuch schreiben, wer sich hier im Forum nicht registrieren möchte.

Gruß

Rainer



Hallo Rainer

In meiner Ausbildung sollte der Gewaltmarsch, auch Härtetest genannt, über 15 Km gehen.
Er wurde dann aber einen Tag vorher abgesagt, da eine Ärztekommission entschieden hatte, das hinterher die Hälfte der Soldaten "fußlahm" sein würde.
So fand er nicht statt - zum Glück.
Das war Mitte der 80iger,
Später an der Grenze hat man uns mit solchen Sachen in Ruhe gelassen.

Gruß von Suentaler


[rot]Vielen Dank für die Sperrung.
Noch nicht einmal einen Grund konntet ihr angeben.
Andersdenkende mundtot machen - wie erbärmlich - selbst für euch ![/rot]
.
MfG Suentaler
.
[gruen]Leider kann ich nicht auf die mich erreichenden PN's antworten.
Man kann mich aber direkt unter suentaler@emailn.de anschreiben.[/gruen]
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#33

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 10.08.2008 19:07
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Suentaler danke für deinen Beitrag, dein Glück hätte ich haben mögen aber ich denke mitte der 80er ging man bei den GT schon realistischer an verschiedene Dinge heran, hatte vielleicht auch aus den unguten Erfahrungen (siehe Fußlahm) vorangegangener Diensthalbjahre gelernt. Nun zu meiner Geschichte. Die Einkleidung zu Beginn der Wehrdienstzeit und das kannst du bestimmt bestätigen ging nach dem Prinzip "passt" vonstatten. Die ´Gasmaske übergestülbt passt, Stiefel passt, und so folgten noch etliche Ausrüstungsgegenstände. Bloß meine Stiefel passten nicht, ich hatte keine Fußballerwaden und lief darin herum wie in Elbkähnen. Das passte sprichwörtlich auch denn wir waren ja nur wenige hunderte Meter von der Elbe untergebracht. Und so kam der Tag des Härtetest, für nicht eingeweihte das noch vorne weg, es wurde nicht gemütlich gelaufen bzw. marschiert, es ging in Eilmarschtempo und im Laufschritt ca. 25km voran. Die Unteroffiziere alle gut durchtrainiert schwirrten wie die Fliegen um die Marschkolonne. Am Anfang noch über Straßen später dann durch Waldgebiete und unbefestigte Wege quälte sich die Kolonne voran. Ich aber und noch mehrere Andere vielen zurück, die aufmundernten Sprüche der Uffze dagegen wurden rauer. Erste Blasen an den Füßen verlangten ihren Tribut, aber Dank der "zupackenden" Art der Uffze gelang uns wieder der Anschluß an die Hauptkolonne. Ehemalige Unteroffiziere sollten den nächsten Satz mal überspringen. "Mann habe ich die Arschlöcher gehasst aber wir hatten ja nur Platzpatronen dabei, ich glaub sonst hätten reihenweise tote Uffze am Wegrand gelegen." Eine Zwischeneinlage unter Schutz (unter Gasmaske) von vielleicht 5km zerrte noch zusätzlich an den Kräften. Durch Unterbrechungen ( Gakls hatten sich in den Hinterhalt gelegt und spielten Partisanen) gab es ab und zu mal eine mehrminütige Verschnaufpause. Am Abend dieses Tages wurde ein Zeltlager aufgeschlagen und irgendwo in der Wildniss genächtigt. Unsere einstrichkeinstrich waren durchgeschwitzt und zum auswringen reif. Und die Nacht wurde wie als Zugabe noch herlich kalt, Zittern und Schlafen waren eins. Man nennt das Alles glaube ich sprichwörtlich an die Grenzen gehen (der Leistungsfähigkeit) aber das passte ja auch, wir waren ja an der Grenze.

Gruß Rainer


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#34

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 10.08.2008 22:58
von suentaler | 1.923 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
... Die Einkleidung zu Beginn der Wehrdienstzeit und das kannst du bestimmt bestätigen ging nach dem Prinzip "passt" vonstatten....



Hallo Rainer,
Das „paßt“ beim Einkleiden, kenne ich auch gut.
Gab es zu deiner Zeit schon diese gelben Sportunterhemden ?
Jedenfalls gab man mir eins in der Größe 8, also mindestens 3 Nummern zu groß.
Während des halben Jahres Ausbildung ging kein Weg rein, dieses viel zu große Hemd umzutauschen.
Ich hörte vom B/A-Fähnrich immer nur ein „Wegtreten !!!“
Später an der Grenze war es dann kein Problem dieses Zelt gegen ein passendes zu tauschen.

Jetzt muß ich mal nachfragen.
Diesen Gewaltmarsch habt ihr gemacht, als ihr schon an der Grenze wart ?
Das hätte bei uns gar nicht geklappt, da wir Kompaniesicherung hatten und die Hälfte der Leute im Dienst waren. Da blieb gar keine Zeit für so was.

Wo warst Du zur Ausbildung ?
Meine Ausbildung fand in Potsdam statt.

Gruß
Suentaler


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#35

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 11.08.2008 20:34
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Suentaler die ehemalige preußische Garnisonsstadt Potsdam war für mich nur ein "absitzen-aufsitzen" nicht mal ein Tag dann ging es weiter nach Glöwen in der Mark Brandenburg. Die Einkleidung erfolgte dort, mittags stand einer mit einer Liste in der Tür und wieder hieß es aufsitzen, ab da an habe ich und zehn Andere hinten auf den LKW nur noch Ortsausgangsschilder gesehen die mir nicht viel sagten. Gelandet sind wir dann in Haar bei Neuhaus an der Elbe, ein kleines Dorf vier Häuser, drei Spitzbuben Kyra wird es vielleicht kennen. Heute gibt es dort wieder eine Personen und Autofähre die Darchau Ost und Darchau West verbindet. Der BT11 (Beobachtungsturm) dort war sehr beliebt bei den Kompanien weil sich am Westufer der Elbe die Schlanken (ich will so bleiben wie ich bin) Mädels gesonnt haben, für FKK waren sie aber noch nicht offen genug. Zweistöckige Holzbaracken aus den 60er Jahren empfingen uns und eine Sturmbahn die es in sich hatte, fasst so schön wie in "Full Metal Jacket" den Film hast du bestimmt gesehen aber so einen wie "Private Paula" hatten wir damals nicht dabei, so fette Jungs gab es zur meiner Zeit noch nicht. Der Härtetest war also zum Ende der zweimonatigen Grundausbildung, und wir waren das erste Diensthalbjahr das die neuen braunen Trainingsanzüge/gelbe Unterhemden wie beschrieben tragen durften. Vieleicht mal ein neues Thema, welche Erfahrung hast mit der vielbeschriebenen EK (Entlassungskanditaten) Bewegung bei euch auf Kommpanie gemacht?

Gruß

Rainer


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#36

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 12.08.2008 19:28
von suentaler | 1.923 Beiträge

Hallo Rainer,


Glöwen ist mir natürlich auch ein Begriff.
Das Ausbildungsregiment (GAR) 5 war geteilt.
Das erste Bataillon war in Glöwen stationiert und das zweite Bat. saß in Potsdam, wo ich war.

Sehr interessant finde ich aber, das du in Haar warst.
Dort war ich nämlich auch mal, aber nur für eine knappe Woche.
Wir sind von Potsdam aus zur Grenzausbildung dorthin verfrachtet worden.
In den paar Tagen hatte wir immer Nachtschicht und sind zu Dritt Hinterlandstreife gelaufen.
Einmal durften wir bis an den GSSZ und haben den Spurenstreifen kontrolliert, also so eine Art K1-Kontrolle.
Vielmehr weiß ich davon aber nicht mehr, nur das es schon verdammt kalt war (Mitte Oktober) und wir unter der FDU 2mal Unterwäsche und den Trainingsanzug drunter hatten und uns kaum bewegen konnten.
Damals ahnte ich noch nicht, welche Temperaturen mich dann an der Grenze im Winter 86/87 im Harz erwarteten.

Wenn ich mich recht erinnere, waren wir dort in Baracken untergebracht. Möglicherweise auch die 2-stöckige, die Du beschrieben hast.
Ich glaube auch, das es in den Zimmern noch Ofenheizung gab.
An dieser Stelle könntest Du mir mal helfen. Wo genau stand diese Baracke in der Du warst ? Gibt es das Gebäude heute noch ?
Ich kenne nur das Plattenbauobjekt in Haar, wo die 3.GK drin war. (siehe Anhang, gelbe Umrandung)
Vielleicht kannst du mir mal die Koordinaten von der Baracke geben, oder ein Google-Earth / Maps – Bild reinstellen.


Zu Deiner anderen Frage:

Die EK-Bewegung, wie sie immer wieder beschrieben wird, oder in Filmen gezeigt wird (zuletzt im Film „An die Grenze“) kann ich so nicht bestätigen und halte sie für völlig übertrieben dargestellt. Das mag es bei anderen Waffengattungen gegeben haben, aber war bei Grenzern selten.
Die E’s begnügten sich damit, uns immer mal wieder ihr Bandmaß zu zeigen.
Dann gab es ein paar verbotene Wörter, die Knollen nicht sagen durften (z.B. grün, blau, Heimgang -- frag mich aber nicht, warum das so war)
Wenn einer diese Wörter benutzte, oder andersweitig „herumputschte“, war dafür immer eine Kanne Kaffee fällig.
Bei uns gab es diese großen Blechkannen, da kamen ein paar Löffel Kaffeepulver rein und kochendes Wasser drauf .
So eine Kanne konnten wir uns fast jeder Zeit für 5 Mark in der Küche abholen.
Nach diesem Gebräu waren unser EK’s süchtigt und wenn sie genug von ihrem Stoff bekamen, kam man prima mit ihnen aus.
Genauso haben wir es dann später auch mit unseren Knollen gemacht.
Und da ja praktisch jeder mal mir jedem in den Grenzdienst ging, mit je 60 Mumpeln am Mann, gab es schon aus diesem Grund kaum EK-Bewegung.

Gruß vom Suentaler

Angefügte Bilder:
Haar.jpg

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#37

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 14.08.2008 21:42
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Suantaler während der westdeutsche Zollgrenzbeamte Punkt 10.00 Früh sein Knopperspäckchen aufriss, hatten sich eure Gefreiten schon an ihren Bohnenkaffeegebräu berauscht, dank dem Koffein dann aber auch den klareren Blick auf den Klassenfeind. Das nenne ich wahre Diensterfüllung für den Frieden im Osten. Aber Spass bei Seite, ich war zwar nicht auf Kompanie kann es aber trotzdem ganz gut nachvollziehen. Das Schichtsystem wie es Skylight (4.07.08) treffend beschrieben hat ließ keine Zeit für solche EK-Spielchen. Und die scharfe Munition im Abschnitt (am Mann) hielt noch zusätzlich alles im Geichgewicht. Der Film "An die Grenze" war trotzdem sehr realistisch aber mit dem Stahlhelm unter dem Hintern ist auch bei uns keiner über den 25m langen Flur geschlittert. Zum Abgängerkegeln hatten wir eine richtige Stahlkuller mit abgesägten Noppen dran, so ein 15Kg Gewicht vom Kraftplatz. Der Mix aus Stahl-Betonfußboden-25m Flur und das alles nach 22 Uhr hätte nicht wirkungvoller seien können. Die Freude danach war aber nur kurz denn anschließend hieß es immer "alle Gefreiten raustreten aber nicht im Schlafanzug. Die von vielen Medien als typisch ostdeutsch zugordnete EK-Bewegung, ich nenn sie mal Rekrutenschinderei ist in Wirklichkeit wahrscheinlich schon Tradition seid es Armeen auf den Globus gibt. Später stell ich mal dazu einen interessanten Beitrag aus den 60er (siehe Bundeswehr) ins Forum. Also nicht mit den Fingern zeigen sondern immer schön an die eigene Nase fassen, kann ich da nur sagen. Jetzt zu Haar, ehe ich dir einen Lageplan anfertige, also du kamst durchs Tor und ca 30m rechts stand die Baracke längseits. Ich hatte zwei Sommer 1977/78 das hieß im Schnitt ca. 30 Grad Celsius im Schatten auch zum Härtetest, also Öfen brauchten wir nicht zu heizen. Heute ist das Objekt wahrscheinlich schon von der Treuhand verkauft worden und Eigenheime stehen darauf. Kyra könnte ja mal mit Familie einen Ausflug machen, Zarrentin ist ja nicht weit, und anschließend uns beide aufklären.

Gruß

Rainer


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#38

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 25.08.2008 18:45
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Suentaler seid unserer letzten Korrespondens ist Zeit vergangen, habe sie genutzt um Kurzurlaub an der Ostsee zu machen und bin dabei in 2 km Entfernung von Heiligendamm auf einen gut erhaltenen BT11 (Beobachtungsturm) gestoßen. Fast zeitgleich zeigten die neuen Videobeiträge von Angelo den pioniertechnichen Bau dieser Türme, das passte irgendwie zusammen. Mein erster Gedanke war kaufen áber da kam ich einige Zeit zu spät. Die Ernüchterung folgte auf den Fuße denn ein Anwohner erzählte mir das ein Berliner schneller war, ob Kapitalanleger, Sammler oder Exgrenzer wußte er nicht. Also zerbröselten meine kühnsten Träume von einen kleinen Grenzmuseum wie die Kuchenformen meiner Enkelin im Sand der Ostsee. Seinen Reden zufolge erfüllte der Turm schon einen doppelten Zweck, erst schützte er das Volk der DDR vor dem Gedanken die Luftmatratzen prall aufzublasen dann die "möchtegern Mächtigen" dieser Welt vor dem Volk, nämlich zum G8-Gipfel. Die zu dieser Veranstaltung da oben Ausschau hielten unterschieden sich nur in der Uniform vom fernglasbestückten Grenzsoldaten unserer Zeit. Es war wie zu tiefsten DDR-Zeiten wenn ich im dreiwöchigen FDGB-Urlaub durch mein gutes altes Zeissfernglas schaute. Damals kreutzten Schnellboote der Grenzbrigade Küste am Horizont, diesmal eine Fregatte der Bundesmarine. Vielleicht hielt sie Ausschau nach dem russischen Kreuzer Aurora. Abends habe ich mal auf die Karte geschaut, vom Standort des Turmes sind es ca. 45 km Luftlinie bis zur Südspitze der dän. Ostseeküste Lolland. Gleich mal eine Frage an alle im Forum weil es mich interessiert, wie weit musste ein guter Schwimmer kommen um außerhalb des Überwachungsbereiches der Küstenboote die Chance zu haben vom einen dän. Fischtrawler aufgenommen zu werden? Zum Ende , vielleicht meldet sich ja mal der berliner Turmkäufer hier im Forum und trägt dazu bei wie seine Gedanken zu einer kreativen Nutzung des Objektes sind. Darüber würde ich mich freuen, also ich hätte gute Vorstellungen und nebenbei noch Interesse am Kauf. Noch eine Frage zu den schmalen Fenstern unterhalb der Plattform Suentaler, welche Funktionen hatten die überhaupt.


Gruß

Rainer


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#39

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 26.08.2008 21:48
von suentaler | 1.923 Beiträge

Hallo Rainer,
wenn ich richtig informiert bin, stehen an der Ostsee noch zwei BT-11 der Grenzbrigade Küste.
Der eine steht in Kühlungsborn und wird von einem Verein in Stand gehalten. http://www.ostsee-grenzturm.com/
Dieser Turm wurde auch im Jahr 2007 von den heutigen Machthabern zum Schutze derselbigen, als Beobachtungspunkt genutzt.

Der andere BT-11 steht bei Börgerende, ist in Privatbesitz und wurde zum G8-Gipfel ebenfalls wieder hergerichtet, hat neue Fenster und auch einen neuen Scheinwerfer bekommen.
Der Besitzer des Turms soll der Rostocker Architekt Jens-Uwe Trost sein und zum G8-Gipfel hat die Polizei von ihm den Turm angemietet.
zum Nachlesen hier (ziemlich weit unten) http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/18/0...5544882,00.html
Was der Besitzer aber nun mit dem BT-11 vor hat, kann ich dir leider auch nicht sagen.

Heiligendamm liegt ja nun genau in der Mitte, zwischen den Türmen.
Aber da du den Privatbesitzer erwähnt hast, nehme ich an, das du den Börgerender Turm besucht hast.

Steht eigentlich er Zaun noch, den man um Heiligendamm gebaut hatte ?
Der stand unserem Grenzzaun ja in nichts nach.
Auch hier kostete der Kilometer etwa eine Million, allerdings Euro. Da konnte man sehen, was für eine Angst die heute Mächtigen vor ihrem Volk haben, ganz zu Recht, wie ich meine.

Zu der Funktion der Turmluken:
[Ironie ein]
Na das waren doch die Schießscharten, da haben wir gleich rausbeballert, wegen unserem Schießbefehl. Weißt du doch !
[/Ironie aus]
Für was die Luken da waren – es soll Soldaten gegeben haben, die haben dort oben rausgepinkelt. ;-)
Ich weiß es nicht.
Mein Grenzabschnitt war nur 6 Km lang und wir hatten auch nur drei B-Türme.
Zwei von den neueren viereckigen und einen BT-11.
Dieser stand auf einem Berg und dort herrschte meistens starker Wind.
Dem entsprechend schwankte auch der Turm und es waren selten Posten oben.
Ich hatte auch den Eindruck, das es in unserem Abschnitt generell nicht gern gesehen war, das wir die B-Türme benutzten.
Mir war das auch ganz lieb, den dort oben verging die Zeit nicht.

Aber noch mal zurück zu Deinem letzten Beitrag.
Kannst Du mir doch mal den genauen Standort deiner Kompanie zeigen (Karte oder Google-Earth-Koordinate). So richtig weiß ich es immer noch nicht.
Du hast auch vom Abgängerkegeln geschrieben.
Ich erinnere mich noch das auch bei uns die E’s die EK-Kugel gerollt haben.
Die hat herrlich gepoltert, über die ganzen Fliesen des langen Flures.
Dabei ist mal fast eine Tür zu Bruch gegangen, denn es machte gerade einer die Tür auf, als die Kugel rollte und die schlug natürlich ein und hinterließ eine große Delle.
Da war am nächsten Tag vielleicht was los, als der Hauptfeld es mitbekam.

Gruß
Suentaler


[rot]Vielen Dank für die Sperrung.
Noch nicht einmal einen Grund konntet ihr angeben.
Andersdenkende mundtot machen - wie erbärmlich - selbst für euch ![/rot]
.
MfG Suentaler
.
[gruen]Leider kann ich nicht auf die mich erreichenden PN's antworten.
Man kann mich aber direkt unter suentaler@emailn.de anschreiben.[/gruen]
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#40

RE: +Elbgrenze+

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 29.08.2008 12:56
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
avatar

Hallo Suentaler hatte dir versprochen noch etwas zur EK-Bewegung reinzustellen, ergänzend zum Beitrag vom 15.08.08 . Zum Gewaltmarsch (10.08.08) habe ich ebenfalls etwas gefunden. Also ob Wehrmacht, Bundeswehr oder Nationale Volksarmee, im Geist dieser Armeen kann ich schon große Unterschiede entdecken aber nicht in der Ausbildung! Sieh selbst……

Gefunden in einem Jahrbuch der DDR von 1963

In einem Tübinger Krankenhaus verstirbt nach siebentätiger Bewußtlosigkeit infolge eines durch Schikanen der Vorgesetzten gekennzeichneten Übungsmarsches der 19jährige Gerd Trimborn. Die Staatsanwaltschaft stellt das Ermittlungsverfahren gegen seine Vorgesetzten ein, da “kein hinreichender Verdacht eines Verschuldens Dritter” bestehe; ein unerkanntes leber- und Nierenleiden sei “für sich allein geeignet gewesen”, den Tod des Soldaten herbeizuführen. Eine Akte, die das leiden ausweisen soll, ist nachher nicht mehr auffindbar. Als Trimborn ein Monat zuvor zu den Fallschirmjägern in Nagold einrückte, hatte er den Tauglichkeitsgrad II, d.h. “volle geistige und körperliche Leistungsfähigkeit ohne Einschränkungen der Marschfähigkeit”.
Trimborns Tod und eine Reihe andere Fälle von Soldatenschinderei in der Bundeswehr beunruhigen die westdeutsche Öffentlichkeit. Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Helmut Heye, sieht sich genötigt, Vorschläge zur Reform der Rekrutenausbildung zu unterbreiten.
Die Jugendkommission beim ZK der KPD fordert die Entfernung aller Kriegsverbrecher und Hitlergenerale aus den Kommandostellen sowie die schärfste Bestrafung jeder Verletzung der Menschenwürde. Sie erklärt: “Diese Vorfälle sind kein Zufall…Soldatenschinderei ist ein System.”


Ermittlungen nach Zusammenbruch von Rekruten (Tageszeitung “Die Welt” 22.07.08)

Regenburg - Die Bundeswehr ermittelt derzeit in den eigenen Reihen. Grund dafür ist nach Informationen der Welt ein Zwischenfall der sich am 10.Juli in Regensburg ereignet hatte.
Wie die Bundeswehr bestätigte waren nach dem Eingewöhnungsmarsch drei Rekruten des Panzerpionierbataillons vier aus Bogen bewusstlos zusammengebrochen. Einer von ihnen musste wiederbelebt werden. Die Männer im Alter von 19 und 20 Jahren wurden in umliegende Krankenhäuser eingeliefert. Zu ihrem Gesundheitszustand wollte sich die Bundeswehr nicht äußern. Die Krankenhäuser verhängten eine Nachrichtensperre. Wie der zuständige Presseoffizier, Oberstleutnant Siegfried Jooß, mitteilte, habe der fünf Kilometer lange Eingewöhnungsmarsch bei Temperaturen von etwa 27 Grad stattgefunden. Die Rekruten sollen dabei einen Rucksack und ABC-Schutzausrüstung getragen haben. Nach des Marsches, der zur Grundausbildung bei der Bundeswehr gehört, seien die drei Rekruten kollabiert. Sanitäter hätten sofort Erste Hilfe geleistet, die Vorgesetzten den Rettungsdienst alarmiert. Alle drei Rekruten seien dann in die Krankenhäuser eingeliefert und die Angehörigen benachrichtigt worden. Nach Informationen dieser Zeitung sollen die drei Rekruten zum Weitermarsch gedrängt worden sein, als sie bereits unter starker Erschöpfung litten. Die Bundeswehr wollte die Angaben nicht kommentieren und verwies auf die laufenden Ermittlungen.
Die Rekruten des Panzerpionierbataillons vier, die ihren Dienst am 1.Juli angetreten hatten, absolvierten ihre dreimonatige Grundausbildung in Regensburg. “Sowohl bei der Musterung als auch bei der ärztlichen Untersuchung zu Beginn der Ausbildung sind keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen festgestellt worden”, sagte Oberstleutnant Joos . Der Fall werde intern untersucht.


Gruß

Rainer


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