#141

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2011 23:34
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Nostalgiker
Schon seltsam wie es von Lebenslanger Zuchthausstrafe zur Schwarzarbeit von Maurern kommt.
Könnte das Thema "Normen", Stundenlöhne von Maurern Ost/West in einem separaten Thread abgehandelt werden?

Danke
Nostalgiker



................................................................................................................................................

Also lieber @Nostalgiker, ich habe als Thread-Eröffner nichts dagegen wenn man sich über das vorgegebene Thema etwas herauslehnt, solange es der Unterhaltung und im Interesse der Schreiber liegt. Es steht Dir doch frei wieder auf den Fall "Harry Seidel" zurückzukommen, also was soll´s, wegen mir muß man auf jeden Beitrag antworten können, aber man muß auch nicht!
Schönen Gruß aus Kassel.


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#142

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2011 23:44
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Och ich könnte schon so einiges über Normen, wie schwer es die Arbeiter hatten diese nicht in astronomischer Höhe überzuerfüllen und wie sie teilweise hofiert wurden dem Gedanken ein wenig während der Arbeitszeit auch mal zu arbeiten, nicht für privat, ein wenig näher zu treten.

Gruß
Nostalgiker

PS.: das trifft selbstverständlich nicht auf alle Arbeiter zu. Dieses von mir angesprochene Verhalten legten hauptsächlich solche an den Tag die sowieso alles negativ in der DDR fanden und alles im Westen so toll.
Das schönste waren ihre extrem langen Gesichter als sie das erstemal eine Lohnabrechnung mit allen in der BRD üblichen Abzügen bekamen, so hatten sie schließlich nicht gewettet und dafür hätten sie im Winter '89/Frühjahr '90 nicht mutig demonstriert.


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#143

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2011 23:59
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Nostalgiker
Och ich könnte schon so einiges über Normen, wie schwer es die Arbeiter hatten diese nicht in astronomischer Höhe überzuerfüllen und wie sie teilweise hofiert wurden dem Gedanken ein wenig während der Arbeitszeit auch mal zu arbeiten, nicht für privat, ein wenig näher zu treten.

Gruß
Nostalgiker

PS.: das trifft selbstverständlich nicht auf alle Arbeiter zu. Dieses von mir angesprochene Verhalten legten hauptsächlich solche an den Tag die sowieso alles negativ in der DDR fanden und alles im Westen so toll.
Das schönste waren ihre extrem langen Gesichter als sie das erstemal eine Lohnabrechnung mit allen in der BRD üblichen Abzügen bekamen, so hatten sie schließlich nicht gewettet und dafür hätten sie im Winter '89/Frühjahr '90 nicht mutig demonstriert.





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Ich gehe mal davon aus daß Du selbst an das glaubst was Du so Alles schreiben tust und deswegen will ich Dir auch Deinen Glauben lassen, wir haben hier ja schließlich "Glaubensfreiheit"
Ich wünsche Dir noch eine geruhsame Nacht und bin auch weiterhin gespannt auf Deine zukünftigen "Glaubensbekenntnisse". Ist doch schön daß man sagen und schreiben kann was man möchte, solange es Forumsregel-konform ist und selbst von den ehemaligen MfS-MA braucht man keine Angst mehr zu haben. Also ich bin dann erst mal weg, zumindestens für heute.
Tschüß aus Kassel.


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#144

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 29.06.2011 00:03
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@wosch,
ich glaube nicht nur an das was ich schreibe ich weiß es einfach das macht den Unterschied.

Träum schön!
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

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#145

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 29.06.2011 00:58
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Als erstes Glaubensbekenntnis mein Glaube das Löhne und Gehälter in der DDR unterschiedlich besteuert wurden.
Arbeitslöhne mit 5,5% (Freibetrag 200 Mark)
Angestellte mit 17,5% (gleicher Freibetrag)

SV-Beitrag = 10% (Beitragsbemessungsgrenze: 600 Mark) für A+A gleich
FZR = 10% für Summe von 600,01 bis 1.200 Mark als Obergrenze oder für den gesamten Brutto-Betrag über 600,01

Durchschnittliches Einkommen in den 80ger Jahren in der DDR

H+F Kader (Durchschnitt)
Brutto : 1.477,-
Netto: 1.147, -
Abzug: 22,4% (330, -)

Meister (Durchschnitt)
Brutto: 1.370, -
Netto: 1.075, -
Abzug: 21,5% (295,-)

Produktionsarbeiter (Durchschnitt)
Brutto: 1.110, -
Netto: 995, -
Abzug: 10;3% (115, -)

Das sind reine Durchschnittszahlen nicht nach Bereichen/Wirtschaftszeigen aufgeschlüsselt.
Demnach verdiente ein H+F Kader (Diplomingenieur, nicht in Leitungsposition etc.) gegenüber einem Produktionsarbeiter gut 150 Mark mehr im Monat.
Sonder- und Schichtzuschläge für Produktion fanden hier keine Berücksichtigung.

Da bekomme ich doch glatt so ein Mitleid wie die armen Arbeiter in der DDR "ausgebeutet" wurden.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
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#146

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 29.06.2011 04:19
von Major Tom | 854 Beiträge

Zitat von Nostalgiker

Das schönste waren ihre extrem langen Gesichter als sie das erstemal eine Lohnabrechnung mit allen in der BRD üblichen Abzügen bekamen, so hatten sie schließlich nicht gewettet und dafür hätten sie im Winter '89/Frühjahr '90 nicht mutig demonstriert.



Dein tolles Arbeiter und Bauernparadies hätte auch ohne Demonstranten kein Jahr länger überlebt, kaputt gewirtschaftet von ewig gestrigen Kommunisten. Und die Story von den Arbeitern welche nach der Wende lange Gesichter machten kannst du übrigens dem Weihnachtsmann erzählen.

Übrigens hindert dich niemand nach Nord-Korea zu ziehen. Dort blüht der Sozialismus gerade so richtig auf. Flüge dorthin gehen täglich ab Peking.


Man sollte den Kopf nicht hängen lassen wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.
http://www.costarica-forum.net
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#147

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 29.06.2011 05:45
von mannomann14 | 625 Beiträge

Zitat von Gert

Zitat von Pitti53

Zitat von wosch
[quote="Feliks D."]
Das klingt zumindest nachvollziehbar mit der ABF und nur der Stundenlohn ist schon echt drastisch auf dem Bau.

......................................................................................................................
Hier für Alle die es interessiert aber nicht wußten:
Der Stundenlohn eines gelernten Maurers belief sich in der DDR im Jahre 1961/62 auf 1,54 Mark, im Leistungslohn auf 1,57 Mark bei 100 % iger Arbeitsleistung. Bei einer Beschäftigung im Stundenlohn reichte der erzielte Monatslohn "weder zum Leben noch zum Sterben". Bei einer Beschäftigung im Leistungslohn wurde man (um ein einigermaßen anständiges Auskommen zu erreichen) mehr oder weniger dazu gezwungen, Höchstleistungen aus sich herauszuholen, mußte aber aufpassen daß man nicht über 200 % kam, denn dann wurde zu meiner Zeit einfach die Norm erhöht und man mußte für das gleiche Geld noch mehr "schuften".
Zur gleichen Zeit betrug der Stundenlohn für einen gelernten Maurer in der BRD 3,11 DM, es wurde aber damals überall über Tarif gezahlt und das galt sogar für die ungelernten Gastarbeiter, die sich als Maurer anheuerten ließen obwohl sie zuvor nie eine Kelle in der Hand gehalten hatten.
Auch wenn´s OT war, ich denke es könnte zum Nachdenken anregen und das Wissen Einiger erweitern.
Schönen Gruß aus Kassel.




und nach Feierabend hat kein Maurer "richtig" Geld verdient?

nu komm wosch.Schwarzarbeit war doch sehr beliebt...auch heute noch auf dem Bau..da verdienen/verdienten manche mehr als in ihrer regulären Arbeitszeit




Es kann ja wohl nicht der Normalfall sein, dass jemand in einer regulären Arbeitszeit nicht sein Auskommen hat. Um anständig zu leben, musste die Kelle auch noch "schwarz" geschwungen werden? Das meinst du doch wohl nicht im Ernst Pitti ? Und das im Arbeiter - und Bauernparadies ? Das sind Zustände wie sie in den USA zu recht angeprangert werden, dass man 2 oder 3 Arbeitsverhältnisse haben muss um über die Runden zu kommen. Was für ein Ausbeuterstaat.

Gruß Gert




hallo Gert,
hast du dich jetzt nicht sehr weit aus dem Fenster gelehnt? Wie ist es denn jetzt gerade mit dem Arbeitseinkommen einiger? Wieviele kommen im Moment nicht mit dem von ihnen verdientem Geld aus und müssen noch zwei oder drei andere Jobs haben? Wieviele sogenannte Aufstocker gibt es?
gruß mannomann


Etwas über mich zu schreiben, um sich dann daraus ein Bild von mir machen zu können , wäre ungefähr so, wie der Versuch Architektur zu tanzen...
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#148

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 29.06.2011 06:29
von EK86II (gelöscht)
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Zitat von Gert


Es kann ja wohl nicht der Normalfall sein, dass jemand in einer regulären Arbeitszeit nicht sein Auskommen hat.



Warum wird dann Parteiübergreifend genau dass für Deutschland in der Gegenward gefordert? Weil es nicht wenige Arbeitnehmer in Deutschland gibt die trotz Vollbeschäftigung "nicht Auskommen". Zahlen hierzu sind ohne Schwierigkeiten für jeden zu Recherchiern....


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#149

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 29.06.2011 07:57
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Major Tom

Zitat von Nostalgiker

Das schönste waren ihre extrem langen Gesichter als sie das erstemal eine Lohnabrechnung mit allen in der BRD üblichen Abzügen bekamen, so hatten sie schließlich nicht gewettet und dafür hätten sie im Winter '89/Frühjahr '90 nicht mutig demonstriert.



Dein tolles Arbeiter und Bauernparadies hätte auch ohne Demonstranten kein Jahr länger überlebt, kaputt gewirtschaftet von ewig gestrigen Kommunisten. Und die Story von den Arbeitern welche nach der Wende lange Gesichter machten kannst du übrigens dem Weihnachtsmann erzählen.

Übrigens hindert dich niemand nach Nord-Korea zu ziehen. Dort blüht der Sozialismus gerade so richtig auf. Flüge dorthin gehen täglich ab Peking.




Hallo Tom,

ich liebe Polemik ohne Sinn und Verstand wenn sie meiner Unterhaltung dient. Nur etwas mehr Niveau bitte und nicht gar so platt, sonst langweilt mich das und ich denke mir dann über den Äußerer solcher inhaltslosen Sprechblasen meinen Teil.

Die besten Grüß nach Costa Rica.
Nostalgiker

PS.: Wenn es "ewig gestrige Kommunisten" nach Deiner Meinung gibt so müßte es doch auch 'ewig morgige Kommunisten' geben.
Gibt es doch immer für alles einen Gegenpol. Oder irre ich mich da?


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

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#150

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 29.06.2011 08:05
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Nostalgiker
Als erstes Glaubensbekenntnis mein Glaube das Löhne und Gehälter in der DDR unterschiedlich besteuert wurden.
Arbeitslöhne mit 5,5% (Freibetrag 200 Mark)
Angestellte mit 17,5% (gleicher Freibetrag)

SV-Beitrag = 10% (Beitragsbemessungsgrenze: 600 Mark) für A+A gleich
FZR = 10% für Summe von 600,01 bis 1.200 Mark als Obergrenze oder für den gesamten Brutto-Betrag über 600,01

Durchschnittliches Einkommen in den 80ger Jahren in der DDR

H+F Kader (Durchschnitt)
Brutto : 1.477,-
Netto: 1.147, -
Abzug: 22,4% (330, -)

Meister (Durchschnitt)
Brutto: 1.370, -
Netto: 1.075, -
Abzug: 21,5% (295,-)

Produktionsarbeiter (Durchschnitt)
Brutto: 1.110, -
Netto: 995, -
Abzug: 10;3% (115, -)

Das sind reine Durchschnittszahlen nicht nach Bereichen/Wirtschaftszeigen aufgeschlüsselt.
Demnach verdiente ein H+F Kader (Diplomingenieur, nicht in Leitungsposition etc.) gegenüber einem Produktionsarbeiter gut 150 Mark mehr im Monat.
Sonder- und Schichtzuschläge für Produktion fanden hier keine Berücksichtigung.

Da bekomme ich doch glatt so ein Mitleid wie die armen Arbeiter in der DDR "ausgebeutet" wurden.

Gruß
Nostalgiker






Bei den Abzügen kam dann eine Rente heraus, von der konntest du nicht leben und nicht sterben. Aber die Staatsführung hatte ja immer die Hoffnung, dass die Rentner dann gen Westen ziehen. Das war die "ökonomischste" Lösung des Problems.

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#151

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 29.06.2011 08:32
von Alfred | 6.853 Beiträge

Gert,

wie hoch war denn dann die Rente in der DDR ?


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#152

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 29.06.2011 08:36
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Was hätte Harry Seidel wohl eine Rente bekommen, wenn er nach Begnadigung seiner lebenslangen Zuchthausstrafe als gebesserter Mensch und demzufolge überzeugter Kommunist die Staatsbürgerschaft der DDR bekommen hätte.
Ich denke, wir sind etwas vom Thema abgekommen...
Theo


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#153

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 29.06.2011 10:26
von Polter (gelöscht)
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Zitat von eisenringtheo
Was hätte Harry Seidel wohl eine Rente bekommen, wenn er nach Begnadigung seiner lebenslangen Zuchthausstrafe als gebesserter Mensch und demzufolge überzeugter Kommunist die Staatsbürgerschaft der DDR bekommen hätte.
Ich denke, wir sind etwas vom Thema abgekommen...
Theo


Die Frage nach Harry Seidel's Rente wäre interessant. Aber alles andere in Deinem Beitrag ist mir völlig unverständlich. Unter einer Begnadigung kann ich mir was vorstellen. War die abhängig von Besserung? Wenn man als gebesserter Mensch galt, war das gleichzusetzen mit überzeugter Kommunist? War es Vorraussetzung Kommunist zu sein, die Staatsbürgerschaft der DDR zu bekommen?
Wenn ich da weiter denke, waren alle die im Osten lebten, überzeugte Kommunisten und gebesserte Menschen.


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#154

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 29.06.2011 10:56
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Mein leider absolut missglückter Versuch, einigermassen humorvoll darauf hinzuweisen, dass wir uns mit der Rentendiskussion vom Thema "Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel" meilenweit entfernt haben... na ja, voll in die Hose gegangen...
Theo


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#155

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 29.06.2011 11:56
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Gert
Bei den Abzügen kam dann eine Rente heraus, von der konntest du nicht leben und nicht sterben. Aber die Staatsführung hatte ja immer die Hoffnung, dass die Rentner dann gen Westen ziehen. Das war die "ökonomischste" Lösung des Problems.



Dem Zitat entnehme ich, lieber Gert, das Du davon ausgehst das in der DDR die Summe der steuerlichen Abzüge vom Bruttolohn/Bruttogehalt die Grundlage für Berechnung der Höhe einer Rente gewesen sei.
Da spielt Dir Deine vorurteilsfreie Sichtweise auf die DDR einen gewaltigen Streich.
Wenn dem so wäre wie Du vermutest ist die von mir genannte durchschnittliche Summe an Abzügen bei einem Produktionsarbeiter von 115 Mark wirklich etwas kümmerlich.

Mitnichten war dem so.

Ich nehme mal an das Du vergessen hast was SV-Beitrag bedeutet.
Dieser Sozialversicherungsbeitrag wie das nämlich heißt beinhalteten die Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung und wurden zusammen mit dem Anteil vom Betrieb (wie Heute Arbeitgeberanteil) an die entsprechenden Stellen überwiesen.
Als Beitragsbemessungsgrenze galt ein Brutto von 600 Mark. Von diesen 600 Mark wurde die Rente berechnet. Nach welcher Formel kann ich nicht sagen.
Da sich, entgegen von Gerüchten, das durchschnittliche monatliche Einkommen in der DDR steigerte:
und zwar von
1950 von 265,25 M
(1960 444,00 M)
(1970 589,08 M)
(1980 787,33 M)
bis 1990 auf 1290,33 M

wurde per 1.März 1971 die sogenannte "Freiwillige Zusatzrente" für all diejenigen Eingeführt welche nicht schon von den zahllos existierenden Sonder- und Zusatzrentenbeiträgen abgedeckt wurden.
Über die FZR konnte das über 600,00 Mark liegende Einkommen versichert werden. Der Beitrag lag für den Arbeiter/Angestellten und dem Betrieb in dem er angestellt war bei je 10% des über 600,00 Mark liegenden Einkommens bis zu einer bestimmten Höchstgrenze.
Bis zum 31. Dezember 1976 konnten zunächst bis zu weitere 600 M monatlich und ab 1. Januar 1977 auch darüber hinaus bis zur Höhe des tatsächlichen Verdienstes FZR-Beiträge gezahlt werden.
Wobei der Arbeiter/angestellte die Wahlmöglichkeit zwischen beiden Varianten hatte.
(Mit anderen Worten, ich hätte auch bei der Obergrenze von 1.200 Mark bleiben können. Nur wäre ich da ziemlich kurzsichtig gewesen, lag mein Gehalt(Brutto) doch deutlich höher.)

Allerdings muß ich auch sagen das cirka 50% aller in der Industrie/Institutionen Beschäftigten welche die Möglichkeit des Abschlusses der FZR hatten dieses nicht wahrgenommen haben.
Wie gesagt, es war wirklich freiwillig der FZR beizutreten und keiner hat mich gezwungen oder genötigt.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
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wie er war ...

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Text: Kurt Demmler

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#156

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 29.06.2011 12:03
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
Mein leider absolut missglückter Versuch, einigermassen humorvoll darauf hinzuweisen, dass wir uns mit der Rentendiskussion vom Thema "Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel" meilenweit entfernt haben... na ja, voll in die Hose gegangen...


Na dann ist vielleicht JETZT mal der richtige Zeitpunkt für einen Threadsplit. Hallo, Admins!


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#157

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 29.06.2011 12:21
von wosch (gelöscht)
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Zitat von 94

Zitat von eisenringtheo
Mein leider absolut missglückter Versuch, einigermassen humorvoll darauf hinzuweisen, dass wir uns mit der Rentendiskussion vom Thema "Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel" meilenweit entfernt haben... na ja, voll in die Hose gegangen...


Na dann ist vielleicht JETZT mal der richtige Zeitpunkt für einen Threadsplit. Hallo, Admins!




...........................................................................................................................................................

Wegen mir kann das ruhig so weiterlaufen, Harry Seidel macht das eh nicht mehr lebendig. Es wäre auch nicht das erste Mal daß man vom Floh zum Elefanten gekommen wäre.
Schönen Gruß aus Kassel.


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#158

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 29.06.2011 12:41
von 94 | 10.792 Beiträge

Mahlzeit nach Kassel!
Schönen Gruß aus dem Serverraum (22°C), bei dem Wetter kriegen mich keine 10 Elefanten vor die Tür. Achso, vielleicht auch mal wieder vom Elefanten zum Floh kommen, hä?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#159

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 29.06.2011 13:26
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von 94
Mahlzeit nach Kassel!
Schönen Gruß aus dem Serverraum (22°C), bei dem Wetter kriegen mich keine 10 Elefanten vor die Tür. Achso, vielleicht auch mal wieder vom Elefanten zum Floh kommen, hä?



.........................................................................................

Warum nicht? Wie sagte Piroschka doch im gleichnamigen Film so schön: Tun mußt Du es Andy (94), tun mußt Du es!
Schönen Gruß aus Kassel.


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#160

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 29.06.2011 15:26
von Major Tom | 854 Beiträge

Zitat von Nostalgiker

Zitat von Major Tom

Zitat von Nostalgiker

Das schönste waren ihre extrem langen Gesichter als sie das erstemal eine Lohnabrechnung mit allen in der BRD üblichen Abzügen bekamen, so hatten sie schließlich nicht gewettet und dafür hätten sie im Winter '89/Frühjahr '90 nicht mutig demonstriert.



Dein tolles Arbeiter und Bauernparadies hätte auch ohne Demonstranten kein Jahr länger überlebt, kaputt gewirtschaftet von ewig gestrigen Kommunisten. Und die Story von den Arbeitern welche nach der Wende lange Gesichter machten kannst du übrigens dem Weihnachtsmann erzählen.

Übrigens hindert dich niemand nach Nord-Korea zu ziehen. Dort blüht der Sozialismus gerade so richtig auf. Flüge dorthin gehen täglich ab Peking.




Hallo Tom,

ich liebe Polemik ohne Sinn und Verstand wenn sie meiner Unterhaltung dient. Nur etwas mehr Niveau bitte und nicht gar so platt, sonst langweilt mich das und ich denke mir dann über den Äußerer solcher inhaltslosen Sprechblasen meinen Teil.

Die besten Grüß nach Costa Rica.
Nostalgiker

PS.: Wenn es "ewig gestrige Kommunisten" nach Deiner Meinung gibt so müßte es doch auch 'ewig morgige Kommunisten' geben.
Gibt es doch immer für alles einen Gegenpol. Oder irre ich mich da?







Wenn du schon mit Niveau kommst - ich hatte einen Teil deines Beitrages zitiert "Das schönste waren ihre extrem langen Gesichter als sie das erstemal eine Lohnabrechnung mit allen in der BRD üblichen Abzügen bekamen, so hatten sie schließlich nicht gewettet und dafür hätten sie im Winter '89/Frühjahr '90 nicht mutig demonstriert." - wenn du solch plumpe Sprüche Niveau nennst dann gute Nacht. Ich hatte übrigens in der Nachwendezeit 3 Dachdecker aus einem winzigen Dorf östlich Berlins eingestellt. Anstatt langer Gesichter sah ich bei der ersten Lohnabrechnung große Augen. Diese fleissigen Leute waren froh dass sich Leistung endlich wieder lohnt.


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