#41

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 24.06.2011 12:10
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Alfred
Wosch,

man sollte nicht so tun, als hätte man alle die sich kritsich zur DDR äußerten "abgeholt". Dies ist UNFUG.



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Dann frage ich mich wieso der DDR-Bürger bis zur Wendezeit aus lauter Angst vor der "Obrigkeit" nicht den Mund aufmachte? Kritik, die sich gegen den Staat und deren Funktionäre richtete wurde als "Volksverhetzung", "Staatsverleumdung" und Ähnliches bezeichnet und dafür gab es dann auch gleich die "passenden" Gesetze, deren Tenor dann auf die große "Gesellschaftsgefährdung" hinaus lief. Diese gängigen Praktiken, die waren Unfug.
Schönen Gruß aus Kassel.


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#42

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 24.06.2011 12:12
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Tobeck dann lies mal Artikel 23 der UN-Menschenrechtscharta... gegenüber anderen Ländern wird diese ja vom Westen gern und häufig bemüht.

Absatz 1-3 gelten in diesem Land nur in der Theorie und selbst dies nicht alle. Lediglich Absatz 4 ist verwirklicht, weil ungefährlich.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 24.06.2011 12:16 | nach oben springen

#43

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 24.06.2011 12:19
von Tobeck | 488 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Tobeck dann lies mal Artikel 23 der UN-Menschenrechtscharta... gegenüber anderen Ländern wird diese ja vom Westen gern und häufig bemüht.



Ok, Danke! Ich stelle das einmal ein, dass es nicht jeder extra suchen muss:

Zitat
Artikel 23

1. Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.

2. Jeder, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.

3. Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen.

4. Jeder hat das Recht, zum Schutze seiner Interessen Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten.

http://www.un.org/Depts/german/grunddok/ar217a3.html



Damit wäre geklärt, das das Recht auf Arbeit als Menschenrecht deklariert ist.


zuletzt bearbeitet 24.06.2011 12:20 | nach oben springen

#44

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 24.06.2011 12:20
von Alfred | 6.861 Beiträge

Wosch,

mir ist nicht klar, ob Du dies alles so einschätzen kannst.

Ich gehe auch davon aus, dass Du nicht bei allen Gesprächen die in der DDR geführt worden anwesend warst.
Ich kann Dir aber aus eigener Erfahrung bestätigen, dass es viele Personen gab, die sich kritisch zur DDR geäußert haben, denen ist NICHTS passiert.


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#45

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 24.06.2011 12:26
von Tobeck | 488 Beiträge

Zitat von Alfred
Wosch,

mir ist nicht klar, ob Du dies alles so einschätzen kannst.

Ich gehe auch davon aus, dass Du nicht bei allen Gesprächen die in der DDR geführt worden anwesend warst.
Ich kann Dir aber aus eigener Erfahrung bestätigen, dass es viele Personen gab, die sich kritisch zur DDR geäußert haben, denen ist NICHTS passiert.



Hängt das von der Zeit ab, wenn man beispielsweise die fünfziger Jahre mit den achtziger Jahren vergleicht?


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#46

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 24.06.2011 13:00
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Gert kann es sein das Du die Begriffe 'Recht' mit 'Pflicht' verwechselst?
In der DDR hieß es in der Verfassung selbiger:

„Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen Republik hat das Recht auf Arbeit. Er hat das Recht auf einen Arbeitsplatz und dessen freie Wahl entsprechend den gesellschaftlichen Erfordernissen und der persönlichen Qualifikation. Er hat das Recht auf Lohn nach Qualität und Quantität der Arbeit. Mann und Frau, Erwachsene und Jugendliche haben das Recht auf gleichen Lohn bei gleicher Arbeitsleistung.“
– Artikel 24 (1) der DDR-Verfassung -


Wo steht da was von Pflicht?
Nach Artikel 23[1] der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wird es (das Recht auf Arbeit) als elementares Menschenrecht betrachtet.

Ansonsten Verwechselst Du einiges, speziell mit Griechenland. Das erklär ich mir damit das Du Deine Information hauptsächlich aus "Bild Dir eine Meinung" beziehst.

Was das Urteil und das Verfahren gegen Harry Seidel betrifft.
Die Berücksichtigung der gesamten Umstände, kalter Krieg, ideologische Kriegsführung etc. und epp. sollten auch mit Berücksichtigt werden. Die "Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit" war nun mal ein rotes Tuch für die DDR Propaganda und selbst war der Verein auch nicht mit Chorknaben besetzt. Beide Seiten zeichnete sich in den damaligen Auseinandersetzungen bei der Wahl ihrer Mittel nicht gerade durch Zimperlichkeit oder Vornehme Zurückhaltung aus.

Das Herr Seidel nur aus reiner Menschenliebe und humanitären Gefühlen im Dreck wühlte um Tunnel zu graben; wer es glaubt.

Fluchthilfe bezeichnet die Hilfe zur Flucht aus einem Gefängnis oder aus einem Land in ein anderes Land.
Die Motive und Methoden für eine Fluchthilfe können politischer, persönlicher, moralischer oder kommerzieller Natur sein. Oftmals vermischen sich die Motive für Fluchthilfe oder es werden lautere Gründe nur vorgeschoben.
Alle diese Formen von Fluchthilfe, ob kriminell, kommerziell oder humanitär, geraten in Konflikt mit den staatlichen Autoritäten, die zur Abwehr illegaler Auswanderung [in diesem Fall 'Republikflucht'] = 'Fluchtabwehr' ihre Grenzen weitgehend schließen oder wie im Fall der DDR ab dem 13. August 1961 hermetisch abriegelten.

Die Fluchthilfe aus der DDR in die Bundesrepublik [und nach Westberlin] galt in selbigern als ehrenwerte Handlung, auch wenn meist recht hohe Bezahlung angenommen wurde. Die Bewertung der Fluchthilfe hing stark von der Bewertung der Fluchtgründe einerseits, der Motive des Helfers andererseits ab. Oftmals brachen die Helfer aktiv Gesetze sowohl des Fluchtlandes als auch des Ziellandes. Bei Fluchthilfeaktionen aus der DDR betraten die Helfer teilweise bewaffnet ein militärisch gesichertes Gebiet. Vereinzelt kam es auch zu Schusswechseln, bei denen die Propaganda in Ost und West jeweils die Gegenseite als Verursacher beschuldigte. Siehe dazu den Fall des Fluchthelfers Rudolf Müller, der den Soldaten der Grenztruppen der DDR Reinhold Huhn erschoss, und des Fluchthelfer Michael Gartenschläger, der bei einer Aktion gegen die DDR-Grenzanlagen von einem Spezialkommando erschossen wurde.

Die Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland unterstützte die Fluchthilfe in den Anfangsjahren, wenn auch verdeckt. Dazu nutze das Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen Mitglieder der Parteien. Der Verfassungsschutz warnte zum Beispiel Fluchthelfer, wenn sie durch die Staatssicherheit der DDR entdeckt wurden.

Aus dem Urteil:
....der Angeklagte [Harry Seidel] drang mehrfach mit einem Trommelrevolver und später mit einer Pistole 6,35 mm bewaffnet in das demokratische Berlin ein, um Personen zum Verlassen der DDR zu verleiten. Auch auf den Zeugen B. wirkte er in diesem Sinne ein und zeigte ihm dabei seine Pistole......
......Der Angklagte zerstörte wiederum die Grundmauern des im demokratischen Berlin gelegenen Grundstücks und drang mit schußbereiter Pistole durch den Keller in das Fotogeschäft B. ein........
..... (durchbrach unter) Absicherung durch die mit Maschinenpistolen bewaffneten Terroristen G. und Th. die Grundmauern des im demokratischen Berlin gelegenen Grundstücks und drang in das Schlafzimmer der Eheleute C. ein. Er führte dabei eine Tränengasbombe mit sich.......
......Als der Angeklagte am 14. November 1962 mit einer Pistole 08 in das Gebiet der DDR eindrang, wurde er von den Sicherungsorganen festgenommen.


Übrigens war/ist auch in der BRD der illegale Waffenbesitz strafbar oder galten für "humanitäre Fluchthelfer" andere Gesetze?
Würde mich mal interessieren.
Auch in der DDR war illegaler Waffenbesitz verboten. Allein schon die Tatsache das Herr Seidel bewaffnet war hätte für eine Verurteilung ausgereicht.
Noch Einwände?

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#47

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 24.06.2011 13:14
von eisenringtheo | 9.190 Beiträge

Zitat von Nostalgiker
Gert kann es sein das Du die Begriffe 'Recht' mit 'Pflicht' verwechselst?
In der DDR hieß es in der Verfassung selbiger:

„Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen Republik hat das Recht auf Arbeit. Er hat das Recht auf einen Arbeitsplatz und dessen freie Wahl entsprechend den gesellschaftlichen Erfordernissen und der persönlichen Qualifikation. Er hat das Recht auf Lohn nach Qualität und Quantität der Arbeit. Mann und Frau, Erwachsene und Jugendliche haben das Recht auf gleichen Lohn bei gleicher Arbeitsleistung.“
– Artikel 24 (1) der DDR-Verfassung -


Wo steht da was von Pflicht?
(....)




"§ 249. Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit durch asoziales Verhalten. (1) Wer das gesellschaftliche Zusammenleben der Bürger oder die öffentliche Ordnung und Sicherheit beeinträchtigt, indem er sich aus Arbeitsscheu einer geregelten Arbeit entzieht, obwohl er arbeitsfähig ist, wird mit Verurteilung auf Bewährung, Haftstrafe oder mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft.(...)
Also doch eine Arbeitspflicht???
Wenn ich im Westen im Lotto gewonnen hätte, könnte ich die Stelle künden und das Leben geniessen. Im Moment kann ich es mir nicht leisten, arbeitsscheu zu sein, da ich nicht im Lotto gewinne...
Theo


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#48

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 24.06.2011 13:40
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@Theo

Du wirst es kaum glauben aber in meinem Freundeskreis gab/gibt es einen Menschen welcher 1980 in der DDR sein Arbeitsrechtverhältniss kündigte und seitdem keiner bezahlten Arbeit mehr nachging. In der DDR nicht, in der BRD dann sowieso nicht.
Eben durch Lottogewinn und einer Erbschaft konnte er "Nachweisen" das für seinen Lebensunterhalt mehr als ausreichend gesorgt ist und er wurde auch von keinem staatlichem Organ belästigt eine Arbeit aufzunehmen.

Der von Dir erwähnte §249 wurde hauptsächlich bei notorischen Arbeitsbummelanten angewendet und die dadurch nicht die Mittel hatten ihr arbeitsfreies Leben zu finanzieren.

Arbeitsscheu sein oder aus finanziellen Gegebenheiten, Sicherheiten nicht arbeiten zu müssen sind doch wohl unterschiedliche Dinge.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
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Text: Kurt Demmler

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#49

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 24.06.2011 13:42
von Alfred | 6.861 Beiträge

Theo,

es gab in der DDR auch Hausfrauen, die nicht gearbeitet haben.

Ich kannte auch einen Herren der hatte mal in Lotto richtig gewonnen und nahm sich eine Auszeit. War kein Problem.


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#50

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 24.06.2011 13:59
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Alfred
Theo,
es gab in der DDR auch Hausfrauen, die nicht gearbeitet haben.
Ich kannte auch einen Herren der hatte mal in Lotto richtig gewonnen und nahm sich eine Auszeit. War kein Problem.



Angeregte Unterhaltung hier und Diskussionen rund um den Tisch! Gefaellt mir.
Guten Morgen allerseits, nach erneutem Tornadoeinschlag in Louisville und Umgebung war mir in den letzten Tagen nicht nach Pflicht und Volk und Gesetzen von damals und heute.
Es wird hier ueber geltendes und vergangenes Recht geschrieben. Es war geltendes Recht, aber 18 Monate fuer einen versuchten Grenzuebertritt waren nicht angebracht. Das muessen alle Beteiligten erkennen. Wie war es mit denen, die damals Kameraden toeteten, um die eigene Flucht zu ermoeglichen? wurden diese auch in der BRD nach dem Gesetz bestraft? War da Mord auch Mord ?

Ist das nicht damals wie heute auch so oft festzustellen, dass die wirklichen Kriminellen kaum bestraft werden als Menschen, die sich einen kleineren Fehltritt leisten aus verschiedenen Gruenden.
So gibt es auch viele Gesetze in anderen vermeintlich 'freien' Laendern, die noch bestehen und teilweise unverstaendlich sind.
Ich weiss lieber Turtle, Du hast einmal mir geschrieben, das eine Unrecht kann man nicht mit dem anderen gleichstellen, so im Falle des Vergleichs der mexikanischen und der DDR-Grenze. Auch wenn man mir den Kopf abreisst, ich weise hier mal auf eine Situation hin, die der normale Alltag darstellt in Amerika, genauer gesagt in allen 50 Staaten. Dieses Gesetz greift derart in das Leben der Menschein, und ich glaube nicht, dass die Deutschen sich so etwas vorstellen koennen. Was bedeutet Freiheit? Was bedeutet Justiz? Wenn ein Ehepaar Kinder zusammen hat, auch adoptierte Kinder, und sich scheiden laesst, ist es sowohl der Frau, als auch dem Mann nicht moeglich, einfach in einen anderen Staat eine Wohnung zu beziehen. Wenn die Frau z.B. einen neuen Lebenspartner findet und mit ihm nach wer weiss wo hin will in einen anderen Staat, ihr ist es nicht erlaubt. Es waere den Geschiedenen beide! als Beispiel nicht moeglich, von Kentuckiana (Nord Kentucky) fuenf Minuten ueber den Fluss zu fahren und in Indiana Wohnung zu nehmen oder tausende von Kilometer weiter sich niederzulassen in einem entfernteren Staat. Eingaben an das Gericht verursachen nach jahrelangem Bemuehen hohe Kosten und werden vielleicht nur Erfolg haben, wenn der Mann (oder auch umgekehrt die Frau) voll zustimmt. Auch in diesem Falle bleibt die Entscheidung des Eheparters allerdings vollkommen dem Gericht vorbehalten und damit einem Richter. Ja, und wie schoen heisst es, im Namen des Volkes. Wie viele Schicksale von Kindern in Mitleidenschaft gezogen sind, das interessiert nicht. Passiert es dennoch, dass die Mutter abhaut mit ihren Kindern, gleichgueltig ob dieser Mann, dem sie zu entkommen versucht vorbestraft ist oder nicht, dann wird sie vom FBI gejagt, das nennt sich dann Kindesentfuehrung, wird mit langen Haftjahren bestraft und sie wird ihre Kinder nie wieder sehen. Fuer dreimal Pizza klauen (Hunger) gibts 25 Jahre, fuer einen Politiker, der Millionen unterschlaegt gibt es einen Klaps auf den Hintern, und der behaelt auch seine Pension von 400000 tausend Dollar. Die US Justiz ist zum fuerchten.
Somit muss man sich fragen, wie weit sind wir insgesamt mit der Gesetzgebung in dieser Welt? Eine Gesetzgebung, die scheinbar immer nur dem kleinen Mann schadet, waehrend die Grossen, damals wie heute, auch diesseits und jenseits der Mauer, unbeschadet davon kommen laesst. Sage mir doch einer wo das 'Volk' das Sagen hat und wirklich frei ist. Bei den Pygmaeen vielleicht und wie wir wissen, auch die gehen einer unbestimmten Zukunft entgegen.
Gruesse an alle, Larissa


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#51

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 24.06.2011 14:34
von Pit 59 | 10.164 Beiträge

Also doch eine Arbeitspflicht???@eisenringtheo

Klar war es Pflicht,absoluter Schwachsinn wenn jemand was anderes Behauptet.Die Hausfrauen welche in der DDR zu Hause waren (wenn Überhaupt) kann man an Fünf Fingern abzählen.


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#52

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 24.06.2011 14:43
von EK86II (gelöscht)
avatar

Zitat von Pit 59


Klar war es Pflicht,absoluter Schwachsinn wenn jemand was anderes Behauptet.



Wo mit wir zwei Konträre Aussagen haben. Ich tendiere aber klar dazu der Argumentationskette von @Nostalgiker zu folgen.
Wenn man Beiträge anderer User als "Schwachsinn" bezeichnet sollte man zumindest ansatzweise versuchen es auch zu belegen, sonst besteht die Gefahr daß dieser Stempel schnell seinen eigenen Beiträgen anhaftet.


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#53

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 24.06.2011 14:53
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Pit 59
Also doch eine Arbeitspflicht???@eisenringtheo

Klar war es Pflicht,absoluter Schwachsinn wenn jemand was anderes Behauptet.Die Hausfrauen welche in der DDR zu Hause waren (wenn Überhaupt) kann man an Fünf Fingern abzählen.



Mit Verlaub mein lieber Pit aber Schwachsinn ist nur Deine Aussage! Es gab keine Pflicht solange man seine Lebenshaltungskosten selbst bestreiten konnte, denn der § zielte allein darauf ab Kriminalität die durch Arbeitslosigkeit und damit verbundene Mittellosigkeit entstand zu verhindern.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 24.06.2011 14:57 | nach oben springen

#54

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 24.06.2011 15:15
von turtle | 6.961 Beiträge

Ich kann mich noch erinnern in meiner damaligen Haftzeit auch einigen begegnet zu sein die wegen § 249 in Haft waren. Arbeitserziehung oder kurz AE hatten die bekommen. Ich glaube mich daran zu erinnern das da nicht einmal klar war wie lange sie tatsächlich sitzen mussten.
Das kam mit auf ihr Verhalten an. Einer geregelten Arbeit waren die nicht nach gegangen.
Sie lebten vom Glücksspiel, Prostitution. Betrug oder Gaunereien. In der Haft waren diese Typen unbeliebt da sie da genauso wenig Moral hatten. Solche Personen dürften nach der Wende zuerst in der Gosse oder auch in der Haftanstalt gelandet sein.


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#55

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 24.06.2011 15:24
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von Pit 59
Also doch eine Arbeitspflicht???@eisenringtheo

Klar war es Pflicht,absoluter Schwachsinn wenn jemand was anderes Behauptet.Die Hausfrauen welche in der DDR zu Hause waren (wenn Überhaupt) kann man an Fünf Fingern abzählen.



Pit,

es wurde schon geschrieben. Wenn ich nachweisen konnte wie ich meinen Lebensunterhalt bestreite musste ich nicht arbeiten.

Lies einfach mal hier http://www.bpb.de/publikationen/09684005...in_der_DDR.html

da geht man von einer Beschäftigungsquote bei Arbeitsfähigen Frauen von etwas über 91 Prozent aus.


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#56

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 24.06.2011 17:11
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Damit dieser Thread hier nicht in eine Diskussion über Recht und Pflicht zur Arbeit in der DDR abdriftet habe ich folgenden eröffent:

Recht auf Arbeit oder Pflicht zur Arbeit in der DDR

Hier kann dann weiter zum ursprünglichem Thema geschrieben werden.


Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#57

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 24.06.2011 17:33
von Major Tom | 857 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
[quote="Nostalgiker"]
Also doch eine Arbeitspflicht???
Wenn ich im Westen im Lotto gewonnen hätte, könnte ich die Stelle künden und das Leben geniessen. Im Moment kann ich es mir nicht leisten, arbeitsscheu zu sein, da ich nicht im Lotto gewinne...
Theo




Wir hatten damals in Potsdam einen Bekannten, welcher in Westberlin mehrere Millionen DM erbte. Der bekam einen Reisepass und durfte in den Westen fahren wie er wollte. In Westberlin hatte er sich mal bei einer VW-Niederlassung als DDR-Bürger geoutet welcher einen VW-Bus kaufen möchte. Die haben ganz große Augen gemacht als er das Geld bar aus der Hosentasche kramte. Und bei dem hat in der DDR niemand aufgepasst das er arbeitet. Wer in der DDR halt das nötige Kleingeld hatte musste auch nicht arbeiten gehen. Ich hatte Monate vor meinem Fluchtversuch beim BMK gekündigt, kein Mensch kümmerte sich danach um mich.

Diejenigen welche wegen "Asozial" ins Gefängnis einfuhren waren fast alle ihren Ex den Unterhalt schuldig und machten keinen Anstand arbeiten zu gehen. Solche Personen habe ich im Strafvollzug mehrfach kennengelernt. Oft spielte in deren Leben der Alkohol auch die Hauptrolle. Wir nannte die Assi und die hatten meist auch nichts dagegen.


Man sollte den Kopf nicht hängen lassen wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.
http://www.costarica-forum.net
http://directorios-costarica.com
http://www.link-team.net
zuletzt bearbeitet 24.06.2011 17:33 | nach oben springen

#58

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 24.06.2011 17:39
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

Zitat von Pit 59
Also doch eine Arbeitspflicht???@eisenringtheo

Klar war es Pflicht,absoluter Schwachsinn wenn jemand was anderes Behauptet.Die Hausfrauen welche in der DDR zu Hause waren (wenn Überhaupt) kann man an Fünf Fingern abzählen.



Pit da werden fünf Finger nicht reichen

meine war z.B. 6(sechs) Jahre zu Hause


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#59

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 24.06.2011 19:38
von wosch (gelöscht)
avatar

Und was hat das alles mit dem Urteil für Harry Seidel zu tun? Tunnelbauen unter den damals bedingten Schwierigkeiten war bestimmt eine schwere und anstrengende Arbeit, eines "Assi´s" absolut unwürdig. Vor seiner Flucht war er ein gefeierter Spitzensportler in der DDR und seine Fluchthilfen entsprangen aus dem Willen, dem DDR-Unrecht etwas entgegenzusetzen und Freunden, Bekannten und anderen Fluchtwilligen den Weg in die Freiheit zu ebnen. Lächerlich ist es in diesem Falle, ihm den "illegalen" Besitz einer Waffe vorzuwerfen, die ja nur mitgeführt wurde um sie in einem Akt von Notwehr eventuell benutzen zu müssen. Daß "eingesetzte" Grenzkommandos durchaus rücksichtslos mit ihren "Kaschi´s" umgegangen sind ist ja in der Folgezeit zigmal unter Beweis gestellt worden. Übrigens zu dem Zeitpunkt in dem sich der Fall "Harry Seidel" zutrug war der Besitz von Handfeuerwaffen in der BRD nicht verboten und somit auch nicht illegal. Der Besitz war erlaubt, lediglich zum Führen brauchte man eine Genehmigung.
Schönen Gruß aus Kassel.


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#60

RE: Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 24.06.2011 19:45
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Harry Seidel hat die Waffen nicht nur besessen sondern auch mit sich geführt, eine Genehmigung für diese hat er bestimmt nicht besessen.

Außerdem war das alliierte Waffenrecht für Berliner wesentlich schärfer als in der BRD. Noch bis zur Wende war selbst das Mitführen von "längeren Küchenmessern" auf alliierte Anordnung verboten.

Der Kontrollratsbefehl Nummer 2 aus dem Jahre 1946 untersagte "jedermann" das Lagern oder gar Tragen einer Waffe.


zuletzt bearbeitet 24.06.2011 20:00 | nach oben springen



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