#1

Feuerwehr im DDR Grenzgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.05.2008 16:58
von Uwe (gelöscht)
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Hallo,
wie war das früher mit der Feuerwehr im Grenzgebiet? Ich habe von einem Wehrführer gehört, das sie einen versiegelten
Umschlag der BDVP im ELLO liegen hatten und den beim passieren der ersten Grenzkontrolle,
also etwa 10 KM vor der Grenze dem Kontrollposten vorzeigen mußten. Die Mannschaft mußte absitzen und wer keinen Passierschein hatte
durfte nicht mehr weiter zum Einsatz ins Grenzgebiet mitfahren. Am Einsatzort haben die Grenzer den Feuerwehreinsatz überwacht.
War das so oder wie wurden Feuerwehreinsätze im Grenzgebiet abgearbeitet ?
Grüße an alle.....
Uwe

zuletzt bearbeitet 01.06.2009 09:54 | nach oben springen

#2

RE: Feuerwehr im Grenzgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.05.2008 21:56
von Rud (gelöscht)
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Hallo, ich bin neu hier! Habe meinen Grundwehrdienst beim GüSt Sir 26 (Berlin) geleistet. Zur Feuerwehr direkt kann ich nichts sagen. Jedoch wurde ich im 3. Diensthalbjahr ca. 2 Monate zur Absicherung zur Absicherung von Kräften der "Deutschen Post" im Grenzabschnitt eingesetzt. Die Postleute kamen aus Thüringen (ich glaube Erfurt), und waren damit beauftragt ein neues "Grenzmeldenetz" zu verlegen, da die alte Technik mit den s.g. "Gummiohren" nicht mehr zeitgemäß und auch störanfällig war. Einem Trupp von 2 bis 4 Postmitarbeitern wurde ein Postenpaar zum "Schutz vor Übergriffen aus Westberlin" zur Seite gestellt. Uns war damals schon klar, daß wir eher aufpassen sollten, daß kein Postmann "abhanden kommt".
Die ganze Sache lief so ab: Morgens, so gegen 8.00 Uhr holten uns die Postleute mit ihren Werkstattwagen (W50 mit 2 Sitzreihen) am Kasernentor ab.
dann ging es durch Berlin zu einem Tor in der Hinterlandsmauer des entsprechenden Abschnitt's. Zwischendurch wurde meist noch mal Halt gemacht, damit sich die Postler noch Verpflegung kaufen konnten Semmeln (Entschuldigung, das heißt dort Schrippen), Bier, Zigaretten und was man noch so braucht. Am Tor der Hinterlandsmauer klinkte sich der Postenführer mit seinem Gummiohr ins alte Grenzmeldenetz ein und nahm Kontakt mit dem Führungspunkt auf. Nach nennen der Parole und Meldung der Anzahl der passierenden Personen konnte das Tor, welches durch ein handelsübliches Vohängeschloss und einen Steckkontakt gesichert war, geöffnet und passiert werden. Vorab informierte der Führungspunkt noch die betroffenen Posten und B-Türme über unser Eintreffen, damit es keine Mißverständnisse gab. dann ging es auf dem Kolonnenweg zum jeweiligen Arbeitsplatz der Postler. Die hatten es sich in ihren Kabelschächten gemütlich gemacht: ein Zelt überspannte den Arbeitsplatz und unten lummerte eine Lötlampe, denn es war Winter. Einige der Postleute gaben uns auch mal 'ne Flache Bier aus. Auf die Einladung einiger, doch mit runter ins Warme zu kommen, verzichteten wir lieber - hätte man uns dabei erwischt, währe uns Schwedt sicher gewesen. zum Feierabend lief die ganze Prozedur rückwärts wieder ab.
Ich weiß, das dies keine Antwort auf Deine Frage war, aber es erläutert doch die Verfahrensweise mit "Nicht-Grenzern" im Abschnitt. Von Einsatzplänen der Feuerwehr ist mir vielleicht auch deshalb nichts bekannt, weil es im Grenzabschnitt der Berliner Mauer sowiso nichts gab was brennen konnte. Nur Beton, Sand, Metall und ein paar hungrige Kaninchen (ich frag mich bis heute, wie die dort überleben konnten). Ach,und natürlich Grenzer und Grenzhunde. Hoffentlich konnte ich einen kleinen Einblick in den damaligen Grenzdienst geben. Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung, meine Dienstzeit war sehr Abwechslungsreich.
ich möchte noch anmerken, daß die Schilderung des Wehrführers sehr glaubhaft klingt. An der "Grünen Grenze" konnte man den grenznahen Bereich generell nur mit Passierschein betreten, um Grenzverletzungen vorzubeugen. Die Feuerwehruniform reichte da nicht. da hätte jeder x-Beliebige drin stecken können. gruß rud


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#3

RE: Feuerwehr im Grenzgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.11.2008 16:30
von altgrenzer (gelöscht)
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In fast jedem Ort gab es eine Freiwillige Feuerwehr. In Notfällen wurde die Berufs FW zu Hilfe gerufen, die durften ohne Kontrolle und Verzug ins Sperrgebeit.

Sowohl in der Freiwilligen als auch in der Berufs FW war mindestens Einer bei der Stasi.

Bei einem Brand im Schutzstreifen wurde ein Posten beordert, ggf. die Alarmgruppe zum Abriegeln.


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#4

RE: Feuerwehr im Grenzgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.11.2008 00:16
von Schlutup | 4.098 Beiträge
Sowohl in der Freiwilligen als auch in der Berufs FW war mindestens Einer bei der Stasi.
Moin! Diese Behauptung kannst du doch bestimmt beweisen! Es geht hier um Aufarbeitung der deutschen Geschichte.Also ich halte mich an Fakten und nicht das was Sat1 oder Pro 7 so Abends verkauft. Gruß Schlutup


zuletzt bearbeitet 21.11.2008 00:25 | nach oben springen

#5

RE: Feuerwehr im Grenzgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.11.2008 07:09
von altgrenzer (gelöscht)
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Moin,

ich muss hier gar nichts beweisen. Ich bin 52 und habe so manche Erfahrung gemacht und kann Menschen beurteilen ohne sie zu veruteilen.

Viele Grüße,
Rolf


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#6

RE: Feuerwehr im Grenzgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.11.2008 09:37
von manudave (gelöscht)
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Gut so, Altgrenzer.


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#7

RE: Feuerwehr im Grenzgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.11.2008 10:22
von altgrenzer (gelöscht)
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Hi,

ich poste ja auch Indizien. In der DDR wurden Menschengeköpft, da gabs noch nicht mal Indizien.

In der FFW war ich auch.

Rolf


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#8

RE: Feuerwehr im Grenzgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.11.2008 16:24
von Schlutup | 4.098 Beiträge
Ich bin 52 und habe so manche Erfahrung gemacht
Verzeih Altgrenzer, wie konnte ich nur!
manudave, schönes Foto!
Gruß schlutup


zuletzt bearbeitet 21.11.2008 16:25 | nach oben springen

#9

RE: Feuerwehr im Grenzgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.11.2008 17:14
von manudave (gelöscht)
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Danke.

Das Foto entstand übrigens am 02.10.08 zum Festakt der Deutschen Einheit auf Point Alpha bei Rasdorf/Geisa.
Minister Jung ist mit dem Hubschrauber gekommen und dann mit dem Auto heimwärts gedüst - er ist ja schließlich ein Hesse


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#10

RE: Feuerwehr im Grenzgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.11.2008 17:14
von altgrenzer (gelöscht)
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52 ist doch kein Alter. Ihr könnt alle DU zu mir sagen ;)

Rolf


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#11

RE: Feuerwehr im Grenzgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.06.2009 07:25
von küche69 | 428 Beiträge

Ich kann mich noch daran erinnern, dass im Sommer `89 bei uns (6.GK), es war sehr heiß, der Wald brannte, ertsmal mussten alle die Dienstfrei hatten, mit Feuerklatschen und Schippen ran um das Feuer einzudämmen. Das gelang aber durch eigene Kräfte nicht und deshalb musste die Freiwillige Feuerwehr kommen, ob das mit dem Passierschein so war kann ich nicht sagen, kann aber so gewesen sein, die Anwohner brauchten ja auch welche. Die Arbeit der Feuerwehr wurde natürlich über- bzw. bewacht, aber die Feuerwehr tat ihre Pflicht und alles war in Ordnung.
Es wurden ja auch die Mäharbeiten von den ansäßigen Bauern überwacht!



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#12

RE: Feuerwehr im Grenzgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.06.2009 08:57
von S51 | 3.733 Beiträge

Zu meiner Zeit hat es im Abschnitt nicht "richtig" gebrannt. Kleine Sachen haben wir selbst gelöscht. So kann ich nur aus Erzählungen alter GAK berichten. Es soll in den 80-er Jahren einen großen Waldbrand unterhalb des Brockens in der Nähe der Eckertalsperre (Abschnitt Scharfenstein) gegeben haben. Das war vorgelagertes Gebiet. Da durfte die Ilsenburger Feuerwehr nicht ran, es kamen Berufsfeuerwehr aus Wernigerode und Feuerwehr aus Goslar und Braunlage. Es soll so eine Art Hapening geworden sein, wo jeder mit dem Strahlrohr hingehalten hat, wo er hinkam. Ohne Rücksicht auf Grenzen und die GAK zwischendrin sowie BGS mehr oder weniger drumherum. Trotzdem soll keiner geflüchtet sein. Aber die Geschichte wurde uns immer mal wieder etwas anders erzählt. Ich war nicht dabei und verbürge mich nicht dafür.
Noteinsatzfahrten wurden durch die Polizei nach oben zum Grenzgebietsposten gemeldet und durch die Polizei per Funkwagen bis vor den Schutzstreifen begleitet. Dort haben/hätten wir übernommen. Entweder wurde aufgesessen oder mit dem Krad begleitet.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#13

RE: Feuerwehr im Grenzgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.06.2009 10:37
von tiroler (gelöscht)
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Hallo S51 !

Du beschreibst vieles sehr ausführlich. Ich will dich aber darauf hinweisen, in der Geschichte
der Grenzentwicklung, hat sich so viel verändert ,.Die Beiträge sehen oft widersprüchlich aus.
Es gab Zeiten ,da haben Feuerwehrleute der FFW ohne Passierschein , ihren Dienst im Grenzabschnitt versehen. Die Sperranlagen wurden zu diesem Zweck ebenfalls zerstört .Das Grenzgebiet wurde auch ohne Grenzer nach Schwelbränden abgesucht. Dies aber lange vor den 80 er Jahren. Vieles , was in den 60er und 70er Jahren noch möglich war, wurde später unmöglich. Aber einiges wurde erst möglich , so z.B. Absprachen mit dem BGS oder dem Zoll. Es gab auch die Zeit, da hat ein Grenzoffizier schon einmal ein Auge zugedrückt und eine Person mal für kurze Zeit über die Grenze gelassen.

Tiroler


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#14

RE: Feuerwehr im Grenzgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.06.2009 12:10
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

in der sik marienborn hatten wir unsere eigene feuerwehr(tanklöschfahrzeug)besetzt mit soldaten


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#15

RE: Feuerwehr im Grenzgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.06.2009 13:48
von ZA412 | 91 Beiträge

Hallo,
wir hatten im Sommer 89 einen Waldbrand unmittelbar freundwärts am Kolonnenweg (Abschnitt an der heutigen A72 Pauen-Hof). Unser KGSi ist durch die ständigen Hubschrauberflüge des BGS aufmerksam geworden. Die Alarmgruppe Gelände bekam da nichts mehr in den Griff, die Brandfläche war viel zu groß. Dann ging das Theater los. Die für den Schutzstreifen bestätigte Feuerwehr hatte dienstfrei und andere Feuerwehren durften zunächst nicht in den Grenzabschnitt. Das Bataillon musste dies schließlich zulassen, denn wenn der Brand auf das Gebiet der BRD außer Kontrolle geraten wäre, hätte die DDR vermutlich mächtigen Ärger bekommen. Feuerwehrleute sind damals nicht abhanden gekommen. Ich musste danach außerplanmäßig mit die Brandwache übernehmen, da ich aber am nächsten Tag in den Urlaub wollte, habe ich mächtig gezittert. Aber es kam eine Ablösung und der Urlaub wurde nicht gestrichen.


Viele Grüße,
Michael
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#16

RE: Feuerwehr im Grenzgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.08.2010 14:21
von fire-wr | 138 Beiträge

Zitat von S51
Zu meiner Zeit hat es im Abschnitt nicht "richtig" gebrannt. Kleine Sachen haben wir selbst gelöscht. So kann ich nur aus Erzählungen alter GAK berichten. Es soll in den 80-er Jahren einen großen Waldbrand unterhalb des Brockens in der Nähe der Eckertalsperre (Abschnitt Scharfenstein) gegeben haben. Das war vorgelagertes Gebiet. Da durfte die Ilsenburger Feuerwehr nicht ran, es kamen Berufsfeuerwehr aus Wernigerode und Feuerwehr aus Goslar und Braunlage. Es soll so eine Art Hapening geworden sein, wo jeder mit dem Strahlrohr hingehalten hat, wo er hinkam. Ohne Rücksicht auf Grenzen und die GAK zwischendrin sowie BGS mehr oder weniger drumherum. Trotzdem soll keiner geflüchtet sein. Aber die Geschichte wurde uns immer mal wieder etwas anders erzählt. Ich war nicht dabei und verbürge mich nicht dafür.
Noteinsatzfahrten wurden durch die Polizei nach oben zum Grenzgebietsposten gemeldet und durch die Polizei per Funkwagen bis vor den Schutzstreifen begleitet. Dort haben/hätten wir übernommen. Entweder wurde aufgesessen oder mit dem Krad begleitet.




ich mach mich mal in unseren reihen schlau;-) gibt ja noch nen paar die zu DDR zeiten in der BF waren un d es heute noch sind:-)

schöne grüße aus wernigerode



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#17

RE: Feuerwehr im Grenzgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.08.2010 15:12
von 94 | 10.792 Beiträge

Schön, wenn durch Querverweise alte Freds mal wieder nach oben kommen. Insofern kann es eigentlich kein OffTopic geben *grins* Ja, der Sommer '89 war recht heiß und so brannte es auch in Vitzeroda auf dem Vorgelagerten. Irgendwie bekam es ein Posten mit, als auf der anderen Seite einige Feuerwehren anrückten. Der KC stellte geschwind eine AO13-Truppe zusammen, bewaffnet mit Schaufeln und Klatschen, so ungefähr ein LO voll und zwei Leitern dabei. Also rausgekutscht und übern Zaun geklettert. Wir wie die Trottel das Feuer ausgefegt, oder es zumindest versucht. Nun stellt sich der Alte doch tatsächlich hin und lehnt dankend das Hilfsangebot der Westfeuerwehr ab.
Nein, wir kammen uns gar nicht bescheuert vor, auch wenn die Blicke der anderen Seite Bände sprachen. Leider kannte ich damals noch keine wikitate, sonst hätte ich (1) zitiert: "Jedoch ist zu beachten, dass der alleinige Einsatz von Brandklatschen nicht zum Erfolg führen kann. Eine Nachlöschung ist unerlässlich."

Im Februar '87 fackelte direkt hinter der FüSt in Dippach(2) in den frühen Morgenstunden ein Haus ab. Der Ufw. mit dem ich als Praktikant auf der 'Hütte' saß, bekam einen Anschnauzer vom Polit, wieso er nicht die Kompanie geschmissen hätte. Allerdings erst, als der Polit einen Anschnauzer vom DHO des Batallions bekam, wieso er nicht wisse, was in seinem Abschnitt los ist. Ne Stunde vorher hatte er, also der Polit den Unterfeld angemault, wieso er jeden Sch**ßdreck meldet und den Wunsch nach einer störungsfreien Beendigung der Nachtruhe geäußert.
War mir eine meiner wichtigsten Erfahrungen im Offiziersschülerpraktikum.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Brandklatsche
(2) http://maps.google.de/maps?q=50.915%2C10.038


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 09.08.2010 20:10 | nach oben springen

#18

RE: Feuerwehr im Grenzgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.08.2010 15:49
von josy95 | 4.915 Beiträge

[quote="S51"]

(Zitat S51 Auszug)

Zu meiner Zeit hat es im Abschnitt nicht "richtig" gebrannt. Kleine Sachen haben wir selbst gelöscht. So kann ich nur aus Erzählungen alter GAK berichten. Es soll in den 80-er Jahren einen großen Waldbrand unterhalb des Brockens in der Nähe der Eckertalsperre (Abschnitt Scharfenstein) gegeben haben. Das war vorgelagertes Gebiet. Da durfte die Ilsenburger Feuerwehr nicht ran, es kamen Berufsfeuerwehr aus Wernigerode und Feuerwehr aus Goslar und Braunlage.


Da wir hier noch einen anderen Thread zum Thema Feuerwehr haben, dieser hier sich jedoch auf den Zusammenhang mit der Grenze direkt bezieht, kann ich den Bericht von S51 aus eigenem Erleben bestätigen. Wann der Brand am Scharfenstein genau war, weiß ich auch nicht mehr. Muß Ende der 70- er oder Anfang der 80-er gewesen sein. Jedenfalls in einem sehr trocken- kaltem aber schneefreien Winter. Vermutet hatte man zur Ursache, das Grenzer ein Lagerfeuer zum Aufwärmen angelegt hatten und dies nicht richtig abgelöscht haben. Starker Ostwind soll es dann wieder angefacht und das umliegende Unterholz entzündet haben. Jedenfalls ist der Brand auf DDR- Seite ausgebrochen und hat sich um die Grenzsicherungsanlagen wenig geschert, ist also auf BRD- Gebiet übergegangen. Soll auch nur ein Bodenbrand gewesen sein, dem nur Gras und niederes Buschwerk sowie ein Jungfichtenbestand zum Opfer gefallen ist. Die Ilsenburger und Drübecker Feuerwehr wurde alarmiert und durfte unter Begleitung bis zur Kaserne Scharfenstein fahren, dort hat man die Kameraden "interniert". Also auf eine Art Notreserve gehalten. Gelöscht hat die Berufsfeuerwehr Wernigerode, dort sollen aber auf Grund des Einsatzes im vorgelagerten Gebiet auch nur ausgesuchte Kameraden zum Einsatz gekommen sein. Die Wehren aus Bad Harzburg, Braunlage und Goslar sollen wohl hauptsächlich die übergreifenden Flammen hinter der Grenzlinie bekämpft haben. Hatten aber auf Grund günstigerer Lage zur Eckertalsperre und weil auch keine Einschränkungen mit Grenzsicherungsanlagen die optimalere Löschwasserversorgung aufgebaut und bis an die Grenzlinie dementsprechend Schlauchleitung verlegt. Das Angebot der Löschwasserversorgung durch die Westfeuerwehren für die DDR- Feuerwehr hat man aber strikt abgelehnt.

In den 80-ern haben wir über eine Art Patenschaft zwischen Ilsenburger Feuerwehr und Pionierkompanie Ilsetal dort einige auch freiwillige Soldaten in Löschtechnik ausgebildet und eingewiesen. denke mal, das war eine Festlegung aus diesem Brandgeschehen heraus.
Die bekamen dann einen funkelnagelneuen TSA (Tragkraftspritzenanhänger). Ausgerüstet war der standardmäßig mit einer Tragkraftpumpe TS 8 (Zweizylinder- Zweitaktmotor mit einer Förderleistung von 800 l/ Minute) und dem nötigen Zubehöhr wie Saugschlüche, B- und C- Schläuche, Verteiler, Strahlrohre ect. .
Diese TSA oder auch STA (Schlauch- Transportanhänger, baugleich wie TSA nur ohne Pumpe, dafür aber größere Menge Schlauchmaterial) waren ja mit jeder LKW- Hängerkupplung zu kuppeln und damit bei entsprechend vorh. Fuhrpark flexibel einzusetzen. Auch viele kleinere Werksfeuerwehren ohne eigenes Löschfahrzeug bedienten sich dieser Technik. Ein Zugfahrzeug war im E- Fall halt immer aufzutreiben.

Ob die "Löschtruppe" der PIK jemals zum Einsatz gekommen ist, weiß ich nicht. Glaub wohl eher nicht, da es meines Wissens nach zu keinem größeren Brand im grenznahen Gebiet/ Schutzstreifen gekommen ist.

Erwähnenswert wär noch der Großbrand auf dem Brocken, wo bei den Russen einige Garagen abgebrannt sind. Dort durfte auch nur die Berufsfeuerwehr Wernigerode löschen. Die Schierker Kameraden hielt man nur in Notbereitschaft außerhalb des Brockens. Aber darüber wurde meines Wissens nach in einem an deren Thread schon mal berichtet.

Mitte/ Ende der 60-er zerstörte auf der Westseite des Eckertals ein Großfeuer das damalige Sägewerk Ohnesorg. Reste dieser Firma sind heute noch hinter dem jetzigen Tierheim zu sehen. Dort war die Situation mit dem (knappen) Löschwasser ähnlich, nur das man diesmal von DDR Seite der Feuerwehr Bad Harzburg und Goslar das Anstauen der Ecker zur Löschwasserentname verweigerte. Bekanntlich war ja Bachmitte Grenze und das Flüßchen halb BRD, halb DDR. Die Ecker muß auch zu der Zeit wenig Wasser geführt haben, so das ein Anstauen zwingend notwendig war. Man behalf sich von Westseite wohl dann so, das man am westlichen Ufer schnell eine Art Becken aushob, in die das Eckerwasser dann lief und pumpte daraus. Das soll wiederum nachträgliche Proteste von DDR- Seite gegeben haben. Die Feuerwehr Stapelburg soll auf Ostseite in der Muna- Siedlung unter trenger Bewachung auch "Gewehr bei Fuß" gestanden haben, da man durch den starken Funkenflug ein Überspringen des Brandes auf DDR- Seite befürchtete.

Mitte der 90-er, war glaub ich 1996 brannte im Februar bei klirrender Kälte (- 15°C) direkt an der Eckerbrücke gegenüber des ehem. Deutschlandhauses die Stallanlage/ Nebengebäude eines Bauernhof in voller Ausdehnung. Hier waren die Wehren aus Bad Harzburg und seinen Ortsteilen, Goslar, Stapelburg, Abbenrode, Ilsenburg und Drübeck in einem gemeinsamen Einsatz und konnten vorbildlich koordiniert genmeinsam Schlimmeres verhindern..., es gab keinen Streit, keine übergeordneten Befindlichkeiten zur Löschwasserentnahme aus der Ecker. Auch die Schlauchleitungskupplungen waren trotz 40 Jahre deutscher Trennung und unterschiedlicher Entwicklungen auch in der Feuerlöschtechnik genau wie beim Brand am Scharfenstein Ende 70-er/ Anfang der 80-er immer noch kompartiebel....! Hier war eben nie etwas auseinandergewachsen, brauchte nichts mehr wieder unter schier unvorstellbaren Hürden zusammwachsen. Hier galt nur eines, das uralte zwischenmenschliche Prinzip: HELFEN! Technische Probleme und ideologische Befindlichkeiten gehörten endlich der Vergangenheit an!

Welche Sorte Bier, ob Hasseröder oder Krombacher, Wernesgüner oder Veltins die tapferen Kameraden nach ihrem gemeinsamen Löscheinsatz getrunken haben, ist nicht überliefert!


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 09.08.2010 16:00 | nach oben springen

#19

RE: Feuerwehr im DDR Grenzgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.08.2010 18:08
von Amelie (gelöscht)
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Hallo, ich weiß die Feuerwehr zu DDR- Zeiten war sehr genau. Es wurden Kontrollen gemacht in der Küche oder in der guten Stube. Ob das Holz oder die Kohlen nicht, so nah am Ofen war, Oder ob genügend Abstand von der Feuerstelle zu Möbel oder Wand war.
Einmal im Jahr, war da Kontrolle, und dafür hat die Feuerwehr Eier oder Wurst bekommen.
Einmal hat es gebrannt, was ich als Kind mit erlebt habe. Da hat aber jeder im ganzen Dorf mit geholfen.
So war es bei uns, im Sperrgebiet.

lg


zuletzt bearbeitet 09.08.2010 18:25 | nach oben springen

#20

RE: Feuerwehr im DDR Grenzgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.08.2010 18:22
von Ludwig | 252 Beiträge

Wir mußten des öfteren Feldarbeiten sichern, wie viele andere hier auch. Dort wurde alles genauestens gecheckt, Passierschein, PA usw.
Dann hat mal ein abgeerntetes Stoppelfeld gebrannt, hervorgerufen entweder durch Glassplitter oder durch eine Grenzer-Zigarette.
Aufgrund der totalen Trockenheit breitete sich der an sich kleine Brand rasend schnell Richtung Waldrand und Grenzverlauf aus. ich war zwar nicht selbst an der Kontrolle der FFW beteiligt, aber das ging alles so schnell, daß es unwahrscheinlich ist, daß alle ihre Dokumente
vorzeigen mußten. Ich gehe davon aus, daß hier das kleiner Übel gewählt worden ist (evtl. Fluchtversuch gegen Großbrand im Grenzwald
mit seinen möglichen größeren Folgen). Jedenfalls war ich froh, an diesem Tag nicht KGSi zu sein.



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