#21

RE: Feuerwehr im DDR Grenzgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.08.2010 21:57
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo zusammen, ich erinnere mich an richtig tief gehende Torfbrände in den 70er Jahren im Elbabschnitt, die ganze Abschnitte der 501-Anlage tagelang ihrer Funktion enthoben, nur an Feuerwehr erinnere ich mich nicht. Kann auch sein, das da "Bauer Runkelrübe" mit dem ZT und Tankwagen kam, während wir schliefen?
Es ist schon zu lange her.
Feuerwehr zu DDR-Zeiten, ja das war noch Feuerwehr, die kamen sogar durchs Treppenhaus im direkten Löschangriff und spritzten nicht durchs Fenster wie heute oder fragten erst an, ob das Haus versichert ist?
Ich hoffe, ich hab jetzt keinem Feuerwehrmann auf den Schlips....?

R-M-R


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#22

RE: Feuerwehr im DDR Grenzgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.08.2010 22:24
von Zaunkönig | 624 Beiträge

Auf der Zollbaracke im Fährhafen Warnemünde hat es Mitte der 80 ziger Jahre zu Silvester mal einen kleinen Brand durch eine niedergegangene Rakete auf dem Dach gegeben. Da ist eine Feuerwehr mit Karacho durch die Kontrollstelle gefegt und die paar Meter bis vor die Kontrollbaracke gesaust. Wir Besatzungsangehörigen von der WARNEMÜNDE haben von dem Alarm nix mitbekommen, haben uns nur gewundert, was das für ein Fahrzeug mit einem Affenzahn angebraust kam. Ob und wie die überhaupt kontrolliert wurden, haben wir an der Fährbrücke nicht mitbekommen.
Zaunkönig Peter


März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße
zuletzt bearbeitet 09.08.2010 22:25 | nach oben springen

#23

RE: Feuerwehr im DDR Grenzgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.08.2010 09:29
von josy95 | 4.915 Beiträge

[quote="Ludwig"]Wir mußten des öfteren Feldarbeiten sichern, wie viele andere hier auch. Dort wurde alles genauestens gecheckt, Passierschein, PA usw.



Die ganze Aktion nannte sich "Schutz der Ernte". Die dafür eingeteilten Mitglieder der Ilsenburger Feuerwehr durften nur in den Feldfluren außerhalb des Grenzgebietes von Ilsenburg agieren. Alle Feldfluren innerhalb des Sperrgebietes wurden von den Mitgliedern der dort ansässigen freiwilligen Feuerwehren überwacht/ kontrolliert.

Ludwig@, wie Du schon richtig beschreibst, auch die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren wurden bei Annäherung an`s Grenzgebiet, die Sperrzone von VP- Streifen, Gak-els ect. genauso kontrolliert, wie jeder andere Bürger auch.

Hab mich bei einem älteren Kameraden dieser Tage noch mal schlau gemacht, die s. g. Wirkungsbereiche der freiwilligen Feuerwehren waren auch so strukturiert, das speziell die Wehren aus dem Grenzgebiet zu einem Wirkungsbereich zusammengefaßt waren. Also quasi bei gößeren Einsätzen im Grenzgebiet, der Sperrzone ersteinmal nur auf diese Wehren zurückgegriffen wurde. Logisch, die Mitglieder dieser Wehren waren alle Bewohner dieser Orte im Sperrgebiet und besaßen logischer Weise auch einen (Dauer-) Passierschein.
Weiterhin war die Zugriffsreserve immer noch die Berufsfeuerwehr aus der Kreisstadt, deren Mitglieder alle VP- Angehörige waren.

Für den Fall der Fälle eines sich wirklich entwickelnden Großbrandes, einer Unwetterkatastrophe ect. waren in den Einsatz- und Alarmierungsplänen Einzelfallentscheidungen durch die zust. Fachabteilung Rat des Kreises unter Mitwirkung von Kreisdienststelle des MfS, SED- Kreisleitung und Volkspolizeikreisamt, Stab Grenztruppen ect. vorgesehen. Konkret hieß das, beim Bedarf des Heranführens zusätzlicher Kräfte aus den Reihen der freiwilligen Feuerwehren mit Standort außerhalb des Sperrgebietes, wurde die betreffende Wehr nach Möglichkeit so rechtzeitig alarmiert und ersteinmal im Gerätehaus in einer Art Bereitschaft gehalten, das man an Hand der anwesenden Kameraden ohne ersteinmal größeren Zeitdruck "sieben" konnte. Also zu erst auf Kameraden zugriff, die einen Passierschein (z. Bsp. dienstlich, ggfls. auch privat) hatten oder die eben als "vertrauenswürdig" galten. Dazu zog man auch kurzfristig die Meinung des zuständigen ABV´s mit heran. Es ist auch davon auszugehen, das jeder betreffende Wehrleiter ein derartiges "Papier" über die Vertrauenswürdigkeit eines jeden Kameraden hatte und damit in ganz besonders dringenden Fällen selbst entscheiden konnte.

Nochmal was zum Brand am Scharfenstein unterhalb des Brockens Ende der 70-er/ Anfang der 80-er:

Mein bekannter Ffw- Veteran bestätigte mir in unserem Gespräch, das damals unter den alarmierten Kameraden, die zuerst ausrückten, noch "gesiebt" wurde, dann aber vermutlich wegen der Brisanz der Lage das zweite Einsatzfahrzeug mit den Kameraden ausrückte, die eben da waren. Alle samt "rückten" in die Kaserne" Scharfenstein" ein und so seine schmunzelnde Aussage, wurden dort im Speiseraum gar fürstlich bewirtet...!

Einzelne, (vermutlich auch ausgesuchte Kameraden) kamen dann doch noch zum Einsatz, aber eben nur bis vor den ersten freundwärts gelegenen Grenzzaun und unter entsprechender Bewachung und für Nachlöscharbeiten.


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 12.08.2010 09:33 | nach oben springen



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