#201

RE: die DDR ging unter und eine Lüge nahm ihren Lauf.

in Das Ende der DDR 23.06.2011 21:13
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Hackel mit dem Experten warst nicht Du gemeint, sondern der Herr im Artikel den Helgoland an die DDR erinnert


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#202

RE: die DDR ging unter und eine Lüge nahm ihren Lauf.

in Das Ende der DDR 23.06.2011 21:41
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Hackel mit dem Experten warst nicht Du gemeint, sondern der Herr im Artikel den Helgoland an die DDR erinnert



Hab ich schon verstanden Felix, ich hatte den Text durchgelesen und hab nirgends eine Schnittstelle gefunden, die mit der DDR zu tun haben könnte, für diesen Bauwessi gehört es zum Geschäft erst mal alles madig zu machen, um den investitions- und verschuldungsunentschlossenen Kommunalpolitikern seine Projekte schmackhaft zu machen, solche hatte ich auch schon im Haus.
Einer davon hätte am liebsten meine ganze Hütte abgerissen und alle Steine Ost 1:1 in Steine West getauscht, man war ich froh als sich der Parfümgestank dieses Heinis aus meinem Bau verzogen hatte.
Aber auch wenns wieder mal nicht gut ankommt, viele Gemeinderäte haben wegen des allgegenwärtigen Schwergangs im Kampf um Zuschüsse, Fördergelder und gegen hirnrissige Bauprojekte schon hingeschmissen, das war mein Thema.
Im "Eulenspiegel" hat man solchen Streichen in der Mangelwirtschaft sogar eine eigene Rubrik gewidmet, namens "Das organisierte Gebrechen", heute heißt das wohl Ausgabensperre, Zwangsverwaltung, Haushaltsdefizit, Neuverschuldung oder wie auch immer, bloß alles ein paar Nummern größer.



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#203

RE: die DDR ging unter und eine Lüge nahm ihren Lauf.

in Das Ende der DDR 24.06.2011 07:31
von Polter (gelöscht)
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Zitat von Hackel39:

Und alle, die sich über die schönen neuen Straßen und Gebäude freuen, mögen niemals vergessen, daß sehr oft privates Geld eingeflossen ist, daß viele Anwohner das letzte Hemd gegeben haben, um den Abwasseranschluß oder den Fußweg bezahlen zu können.

Hackel, die Leut tun es freiwillig. Sie wollns schön haben! Auch Griechenland soll wieder schön werden. Deshalb werden private
Geldgeber gesucht.


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#204

RE: die DDR ging unter und eine Lüge nahm ihren Lauf.

in Das Ende der DDR 24.06.2011 09:03
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Polter
Zitat von Hackel39:

Und alle, die sich über die schönen neuen Straßen und Gebäude freuen, mögen niemals vergessen, daß sehr oft privates Geld eingeflossen ist, daß viele Anwohner das letzte Hemd gegeben haben, um den Abwasseranschluß oder den Fußweg bezahlen zu können.

Hackel, die Leut tun es freiwillig. Sie wollns schön haben! Auch Griechenland soll wieder schön werden. Deshalb werden private
Geldgeber gesucht.



Nein so einfach ist das nicht.
Die Leute haben eben nicht die Wahl das mühsam zusammengesparte Geld entsprechend ihrer Prioritäten zum Zwecke der Verschönerung oder Instandhaltung ihrer Häuser aufzuwenden wenn z.B. ein überdimensioniertes Klärwerk 5000-6000 Euro pro Grundstück kostet, es für die Besitzer dieses Grundstücks aber wesentlich notwendiger ist, das Dach zu decken oder 40 Jahre alte Fenster auszutauschen, haben die eben nicht mehr das Recht über ihr Geld zu bestimmen.
Und wenn man bedenkt, was die Entscheidungsträger für den Bau solcher Klärwerke noch im Hinterkopf haben, kommen wir erneut darauf zurück, wie hier Verluste und Aufwendungen, hier getarnt für das Gemeinwesen, sozialisiert und Gewinne privatisiert werden.
Jene Entscheidungsträger müssen nämlich für das Klärwerk auch potentielle Industrieansiedlungen auf der Rechnung haben und wenn die einen Ort ins Visier nehmen und das Klärwerk ist zu klein, sagen wir mal wie in Weißenfels als Tönnies Fleisch expandieren wollte, dann kommen die Probleme.
Dagegen ist fürs erste ja nichts einzuwenden, da Tönnies ja auch Weißenfelser an die Arbeit bringt, aber es wird den Privathaushalten nicht gesagt, daß sie eigentlich Investoren ´sind und das habe ich immer wieder angemahnt im Zusammenhang mit weitergehenden Subventionen für Industrieansiedlungen, die eben auch der Steuerzahler zu erwirtschaften hat.
Clevere Kommunalpolitiker bauen gleich das Klärwerk etwas größer zu Lasten der Bevölkerung und locken so die Subventionskarawanne an so ist das nun mal und wenn wir in einem gerechten Staat leben würden, so würden die Bürger, die ein überdimensionalisiertes Klärwerk mit aufgebaut haben in dem Moment zu Lasten des Investors nachträglich von dieser Mehraufwendung wieder befreit.
Wenn ich ein Haus baue und das Stromkabel reicht nicht bis ran, muß ich das auch bezahlen, das gleiche gilt für Wasser und andere Erschließungskosten.
Auf die Spitze getrieben, kann die chose auch so ausgehen, daß die klamme Kommune ein solches Klärwerk als cross-border -leasing - Geschäft auch weiter verkaufen kann, ohne die Bürger zu fragen und so begreife ich bis heute nicht, warum wir Infrastrukturunternehmer in Form privater Hausbesitzer keine Besitzurkunden/ Anteilsscheine u. dgl. ausgehändigt bekommen, um über die Verwendung dieser Werte mitbestimmen zu können.
Diese Gesellschaft ist sich nach wie vor des Wertes qualifizierter Arbeitskräfte und einer relativ guten Infrastruktur nicht bewußt und läßt sich nach wie vor vom Kapital auskaspern, da sollte man endlich selbstbewußter auftreten.



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#205

RE: die ddr ging unter und eine lüge nam ihren lauf.

in Das Ende der DDR 04.10.2011 17:48
von StabsfeldKoenig | 2.648 Beiträge

Zitat von Gert
@ek 82/2

Ich habe materiell nur Nachteile durch die Wiedervereinigung. Seit 1990 zahle ich den Soli von 5,5 %, eine zusätzliche Steuer.
Auch sonst hat uns die Vereinigung mit der DDR im Altbundesgebiet eine gefühlte Verschlechterung der sozialen Lage und der beruflichen Situation gebracht. Von den genannten Vorteilen des Westens spüre ich hier im Rheinland nichts. Ich weiss nicht, wie du auf eine solche Einschätzung kommst.


Gruß Gert[hallo]




Den "Soli" zahlen wir im Osten auch (sofern wir Arbeit haben und Steuern zahlen). Die sog. Aufbau-Ost-Mittel sind eigentlich nur ein Ausgleich dafür, daß wir den größten Teil der Reparationen zahlen mußten. Außerdem fließt der größte Teil der Aufbau-Ost-Mittel wieder in den Westen zurück, weil die (überflüssigen) Straßen und zu großen Kläranlagen (wegen denen in Brandenburg die bundesweit höchsten Abwassergebühren zu zahlen sind) durch Westfirmen gebaut wurden, während viele Bauarbeiter im Osten arbeitslos sind.



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#206

RE: die ddr ging unter und eine lüge nam ihren lauf.

in Das Ende der DDR 04.10.2011 21:25
von brummitga (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.
Jetzt könnte man ulken in einem Rechtsstaat, in dem dann auch alle gleich wären, würde der Dicke heute noch in Beugehaft sitzen. Muss man aber nicht, man kann es auch ernst meinen. Ich halte mir beide Optionen offen.

Wie hoch war die Pro-Kopf Verschuldung im Osten vor dem Anschluss und wie hoch war sie unmittelbar danach? Soviel zum besser...




Verschuldung Ende 1990 pro Kopf der Bevölkerung: DDR = 5384 DM BRD: = 15000 DM

Gruß brummitga


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#207

RE: die ddr ging unter und eine lüge nam ihren lauf.

in Das Ende der DDR 04.10.2011 21:30
von brummitga (gelöscht)
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Zitat von StabsfeldKoenig

Zitat von Gert
@ek 82/2

Ich habe materiell nur Nachteile durch die Wiedervereinigung. Seit 1990 zahle ich den Soli von 5,5 %, eine zusätzliche Steuer.
Auch sonst hat uns die Vereinigung mit der DDR im Altbundesgebiet eine gefühlte Verschlechterung der sozialen Lage und der beruflichen Situation gebracht. Von den genannten Vorteilen des Westens spüre ich hier im Rheinland nichts. Ich weiss nicht, wie du auf eine solche Einschätzung kommst.


Gruß Gert[hallo]




Die sog. Aufbau-Ost-Mittel sind eigentlich nur ein Ausgleich dafür, daß wir den größten Teil der Reparationen zahlen mußten. Außerdem fließt der größte Teil der Aufbau-Ost-Mittel wieder in den Westen zurück, weil die (überflüssigen) Straßen und zu großen Kläranlagen (wegen denen in Brandenburg die bundesweit höchsten Abwassergebühren zu zahlen sind) durch Westfirmen gebaut wurden, während viele Bauarbeiter im Osten arbeitslos sind.




"den größten Teil der Reparationen" ist wohl leicht untertrieben. Weil sich die BRD aus den Zahlungen verabschiedet hatte, war das Verhältnis -ich hoffe,es richtig in Erinnerung zu haben- : BRD 1,00 DM / DDR 64,00 DM ( Im übrigen kann man es den Sowjets nicht verdenken, dass sie auf diesen Zahlungen bestanden haben)
Gruß brummitga


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#208

RE: die ddr ging unter und eine lüge nam ihren lauf.

in Das Ende der DDR 04.10.2011 21:42
von damals wars | 12.186 Beiträge

Zitat von Gert
wer begann das Wettrüsten ?

Gruß Gert[hallo]



Das Atomare?
Dürfte wohl geklärt sein.
Und ob man sich 30000 mal oder 40000 mal vernichten kann, wo ist der Unterschied?


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#209

RE: die ddr ging unter und eine lüge nam ihren lauf.

in Das Ende der DDR 04.10.2011 22:27
von brummitga (gelöscht)
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Feliks, hast Du damals nicht auch Dein Begrüßungsgeld bekommen und Dein "Vermögen" günstig umtauschen können?[/quote]

Dann mußt du aber auch gleich die Frage anschließen, wo dieses sogenannte" Begrüßungsgeld" dann geblieben ist. Wieviel von den 100 DM ist wohl im Osten angekommen ? Oder war es nicht ein geschickter Schachzug, neben Bananen und bunten Kugelschreibern, damit den "Ossis" die bundesdeutschen Segnungen vorzulügen ? Ich kann mich noch sehr gut erinnern; damals habe ich einer in dieser Euphorie fast bewußtlos gewordenen Bekannten gesagt, dass wir diese 100 DM bis auf den letzten Pfennig schmerzhaft zurück zahlen werden. Da hat sie mich als "rotes Schwein" betitelt. Keinen Monat später schimpfte sie auf Kohl "der hat uns verarscht"; ihr Mann (gehbehindert) hatte als erster im Betrieb seinen Arbeitsplatz verloren.

Gruß brummitga


zuletzt bearbeitet 04.10.2011 22:27 | nach oben springen

#210

RE: die ddr ging unter und eine lüge nam ihren lauf.

in Das Ende der DDR 05.10.2011 00:36
von Bongo (gelöscht)
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Hallo,
um das ganze vielschichtige Thema „Kriegsfolge“ mal nicht nur aus SBZ/DDR/SU-Sicht zu sehen (infos aus dem Netz):

Reparationszahlungen wie nach dem WKI gab es nach dem WKII nicht, gerade wegen der nach dem WKI gemachten schlechten Erfahrungen damit.
Als Entschädigung sollten überwiegend Anlagen der Schwerindustrie demontiert werden, auch mit dem Ziel Deutschland militärisch zu schwächen.
Dies erfolgte sowohl im Westen wie im Osten, wobei die Amerikaner aus ersichtlichen Gründen wohl weniger Interesse an deutschen Industrieanlagen hatten und sich überwiegend auf noch vorhandene High-Tech-Anlagen sowie das Know-how konzentrierten. Ganz im Gegensatz zu den Franzosen, die ihre Zone auch ganz gut auspressten, noch heute sichtbar an den „Franzosenhieben“ den großflächigen Kahlschlägen bspw. im Schwarzwald.
Dazu kommt, dass jede Besatzungsmacht lediglich in ihrer Besatzungszone demontieren sollte (also die SU naturgemäß in der SBZ/DDR).
Angemerkt werden muß jedoch, dass der SU gemäß dem Potsdamer Abkommen aus den anderen 3 Zonen 10% der Demontagegüter zustand (fairerweise muß man dazu sagen, dass die Amerikaner Lieferungen aus ihrer Zone an die SU, aber auch an Frankreich recht früh einstellten). So wurden viele nicht zerbombte demontierte Anlagen der Schwerindustrie aus dem Ruhrgebiet - wie z.B. Krupp - in die SU geliefert. Im Gegenzug sollte die Ostzone dafür aber auch Lebensmittel in die Westzonen liefern.
Dass die meisten Anlagen dann in der SU verrotteten und nie zum Laufen gebracht wurden (siehe auch die gesamte mitteldeutsche elektrische Eisenbahntraktion) ist ein anderes Thema und vielleicht auch mit ein Grund, dass sich die SU später aus der laufenden Produktion u.a. über die SAGs weiter bediente. Die SU hat sich den Übergang der SAGs wie auch die Rückführung der elektrischen Anlagen und Fahrzeuge in deutsche Hand ja dann auch noch einmal gut bezahlen lassen.
Auch das VW-Werk hätte demontiert und nach GB verschifft werden sollen. Nur hatte in GB anscheinend niemand Interesse daran, ganz im Gegensatz zur SU, die ja sowiet ich weiß die Kadettproduktionslinie aus Rüsselsheim erhielt.
Der Wert der demontierten Anlagen wird letztendlich auf ca. 5,4 Mrd DM im Westen und ca. 5 Mrd DM im Osten geschätzt.
Letztendlich brachten die Reparationen zumindest im Westen den „Vorteil“ mit sich, dass die Sieger sich sozusagen mit den alten und durch die Kriegsproduktion sowieso heruntergewirtschafteten Anlagen rumärgern konnten und keinen Nutzen davon hatten, während die Verlierer - zumindest im Westen - die Industrie mit modernen Maschinen und Anlagen wieder aufbauen konnte.
Wenn jetzt wieder gleich der Hinweis auf den Marshallplan kommt; die Gelder mussten zum größten Teil wieder zurückgezahlt werden. Ob sie es wurden entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich gehe davon aus, dass „das Kapital“ nicht auf die Rückzahlung verzichtete. Eine große Rolle spielt jedoch m.E. sicher auch die unterschiedlichen Wirtschaftssysteme (freies Unternehmertum, Planwirtschaft, Konkurrenz etc.) und die Einsicht im Westen, dass nur ein einigermaßen produktives und exportierendes (West-)Deutschland nicht auf Dauer am Tropf hängen würde.
Zu den Reparationen, oder besser vielleicht Kriegsfolgekosten, gehören auch die Beschlagnahme des deutschen Auslandsvermögens, der Patente, die Arbeitskraft der Kriegsgefangenen zum Wiederaufbau bzw. zur Produktion (auch hier v.a. SU und Frankreich), die Land- und Immobilienverluste jenseits von Oder und Neisse.
Auf den Westen entfallen jedoch auch weitere Kriegsfolgekosten wie Wiedergutmachungszahlungen an Israel oder Zahlungen an Vertriebene, Besatzungskosten (2,4 Mrd. DM/Jahr).

also die SBZ/DDR mußte sicher viel zahlen und dass die SU sich eben vielleicht "großzügiger" bediente als in Jalta besprochen, kann den restlichen 2 bzw. dann 3 ja wohl nicht angehängt werden, aber sie mußte nicht alleine bluten.
Ach zum Schluß noch. Die SU hatte anscheinend auch in Österreich längere Zeit diese Aktiengesellschaften (ist mir nur zufällig untergekommen, ohne jetzt explizit nach Reparationen in Österreich zu recherchieren).
Bongo


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#211

RE: die ddr ging unter und eine lüge nam ihren lauf.

in Das Ende der DDR 05.10.2011 14:12
von brummitga (gelöscht)
avatar

...auch ganz interessant:

http://videos.t-online.de/schuldenstudie-fuer-deutschland/id_50326526/index

gruß brummitga


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#212

RE: die ddr ging unter und eine lüge nam ihren lauf.

in Das Ende der DDR 08.10.2011 18:24
von StabsfeldKoenig | 2.648 Beiträge

Zitat von Bongo
Hallo,
um das ganze vielschichtige Thema „Kriegsfolge“ mal nicht nur aus SBZ/DDR/SU-Sicht zu sehen (infos aus dem Netz):

Reparationszahlungen wie nach dem WKI gab es nach dem WKII nicht, gerade wegen der nach dem WKI gemachten schlechten Erfahrungen damit.
Als Entschädigung sollten überwiegend Anlagen der Schwerindustrie demontiert werden, auch mit dem Ziel Deutschland militärisch zu schwächen.
Dies erfolgte sowohl im Westen wie im Osten, wobei die Amerikaner aus ersichtlichen Gründen wohl weniger Interesse an deutschen Industrieanlagen hatten und sich überwiegend auf noch vorhandene High-Tech-Anlagen sowie das Know-how konzentrierten. Ganz im Gegensatz zu den Franzosen, die ihre Zone auch ganz gut auspressten, noch heute sichtbar an den „Franzosenhieben“ den großflächigen Kahlschlägen bspw. im Schwarzwald.
Dazu kommt, dass jede Besatzungsmacht lediglich in ihrer Besatzungszone demontieren sollte (also die SU naturgemäß in der SBZ/DDR).
Angemerkt werden muß jedoch, dass der SU gemäß dem Potsdamer Abkommen aus den anderen 3 Zonen 10% der Demontagegüter zustand (fairerweise muß man dazu sagen, dass die Amerikaner Lieferungen aus ihrer Zone an die SU, aber auch an Frankreich recht früh einstellten). So wurden viele nicht zerbombte demontierte Anlagen der Schwerindustrie aus dem Ruhrgebiet - wie z.B. Krupp - in die SU geliefert. Im Gegenzug sollte die Ostzone dafür aber auch Lebensmittel in die Westzonen liefern.
Dass die meisten Anlagen dann in der SU verrotteten und nie zum Laufen gebracht wurden (siehe auch die gesamte mitteldeutsche elektrische Eisenbahntraktion) ist ein anderes Thema und vielleicht auch mit ein Grund, dass sich die SU später aus der laufenden Produktion u.a. über die SAGs weiter bediente. Die SU hat sich den Übergang der SAGs wie auch die Rückführung der elektrischen Anlagen und Fahrzeuge in deutsche Hand ja dann auch noch einmal gut bezahlen lassen.
Auch das VW-Werk hätte demontiert und nach GB verschifft werden sollen. Nur hatte in GB anscheinend niemand Interesse daran, ganz im Gegensatz zur SU, die ja sowiet ich weiß die Kadettproduktionslinie aus Rüsselsheim erhielt.
Der Wert der demontierten Anlagen wird letztendlich auf ca. 5,4 Mrd DM im Westen und ca. 5 Mrd DM im Osten geschätzt.
Letztendlich brachten die Reparationen zumindest im Westen den „Vorteil“ mit sich, dass die Sieger sich sozusagen mit den alten und durch die Kriegsproduktion sowieso heruntergewirtschafteten Anlagen rumärgern konnten und keinen Nutzen davon hatten, während die Verlierer - zumindest im Westen - die Industrie mit modernen Maschinen und Anlagen wieder aufbauen konnte.
Wenn jetzt wieder gleich der Hinweis auf den Marshallplan kommt; die Gelder mussten zum größten Teil wieder zurückgezahlt werden. Ob sie es wurden entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich gehe davon aus, dass „das Kapital“ nicht auf die Rückzahlung verzichtete. Eine große Rolle spielt jedoch m.E. sicher auch die unterschiedlichen Wirtschaftssysteme (freies Unternehmertum, Planwirtschaft, Konkurrenz etc.) und die Einsicht im Westen, dass nur ein einigermaßen produktives und exportierendes (West-)Deutschland nicht auf Dauer am Tropf hängen würde.
Zu den Reparationen, oder besser vielleicht Kriegsfolgekosten, gehören auch die Beschlagnahme des deutschen Auslandsvermögens, der Patente, die Arbeitskraft der Kriegsgefangenen zum Wiederaufbau bzw. zur Produktion (auch hier v.a. SU und Frankreich), die Land- und Immobilienverluste jenseits von Oder und Neisse.
Auf den Westen entfallen jedoch auch weitere Kriegsfolgekosten wie Wiedergutmachungszahlungen an Israel oder Zahlungen an Vertriebene, Besatzungskosten (2,4 Mrd. DM/Jahr).

also die SBZ/DDR mußte sicher viel zahlen und dass die SU sich eben vielleicht "großzügiger" bediente als in Jalta besprochen, kann den restlichen 2 bzw. dann 3 ja wohl nicht angehängt werden, aber sie mußte nicht alleine bluten.
Ach zum Schluß noch. Die SU hatte anscheinend auch in Österreich längere Zeit diese Aktiengesellschaften (ist mir nur zufällig untergekommen, ohne jetzt explizit nach Reparationen in Österreich zu recherchieren).
Bongo



Im Westen wurden zum Zwecke der Abrüstung lediglich Rüstungs- und Schwerindustrie demontiert. In der SBZ erfolgte eine umfangreiche Demontage auch von z.B. Druckereien (die, soweit bei der Demontage nicht sabotiert wurde) tatsächlich wieder aufgebaut wurde. Die Ausrüstung des elektrische Zugbetriebes (schlesisches und mitteldeutsches Netz) wurde für Versuchsbetriebe (z.B. Strecke nach Workuta) genutzt, wobei allerdings nur die modernsten Drehgestell-Güterzugloks (E 44, E 94) in Betrieb genommen wurden. Auch Schienen der abgebauten 2. Gleise wurden in der Sowjetunion und in Polen für den Wiederaufbau zerstörter Strecken eingesetzt.
Berliner U-Bahnwagen fuhren bis Mitte 60er Jahre in Moskau, Berliner S-Bahnwagen wurden in Moskau, Kiew und Tallin bis ca. 1960 auf Vorortstrecken eingesetzt.
Mindestens bis 1953 lieferte die DDR Reparationsgüter aus der laufenden Produktion (nach dem 17. Juni verzichtete die Sowjetunion offiziell auf weitere Ansprüche).



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#213

RE: die ddr ging unter und eine lüge nam ihren lauf.

in Das Ende der DDR 08.10.2011 19:21
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Zitat von brummitga
Feliks, hast Du damals nicht auch Dein Begrüßungsgeld bekommen und Dein "Vermögen" günstig umtauschen können?



Dann mußt du aber auch gleich die Frage anschließen, wo dieses sogenannte" Begrüßungsgeld" dann geblieben ist. Wieviel von den 100 DM ist wohl im Osten angekommen ? Oder war es nicht ein geschickter Schachzug, neben Bananen und bunten Kugelschreibern, damit den "Ossis" die bundesdeutschen Segnungen vorzulügen ? Ich kann mich noch sehr gut erinnern; damals habe ich einer in dieser Euphorie fast bewußtlos gewordenen Bekannten gesagt, dass wir diese 100 DM bis auf den letzten Pfennig schmerzhaft zurück zahlen werden. Da hat sie mich als "rotes Schwein" betitelt. Keinen Monat später schimpfte sie auf Kohl "der hat uns verarscht"; ihr Mann (gehbehindert) hatte als erster im Betrieb seinen Arbeitsplatz verloren.

Gruß brummitga [/quote


Keiner wurde gezwungen sein "Begrüßungsgeld" zu empfangen]
Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
zuletzt bearbeitet 08.10.2011 19:23 | nach oben springen

#214

RE: die ddr ging unter und eine lüge nam ihren lauf

in Das Ende der DDR 08.10.2011 21:13
von Rostocker | 7.725 Beiträge

die ddr ging unter und eine lüge nam ihren lauf.---das stimmt. Die Lüge an den glauben von blühenden Landschaften--das es dem Volk nun besser ginge. Was kam--Abwicklung von Betrieben,Arbeitslosigkeit (Ost wie West)so wie unterschiedliches Lohnnivou und was ganz hart kam--war das Soziales -was man Hartz4 nennt.Städte und Kommunen haben zu knappern,um über die Runden zu kommen.Nein ,es wird noch lange dauern bis das Gesamtdeutschland wieder auf das Nivou kommt,wie es das damalige Westdeutschland hatte--vor der Wiedervereinigung.Und diesen Weg muß man gehen--den Weg nach vorne.Ob es Recht ist oder nicht--aber eine andere Lösung gibt es nicht.Also schauen wir auf das Morgen.


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#215

RE: die ddr ging unter und eine lüge nam ihren lauf

in Das Ende der DDR 08.10.2011 23:04
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von Rostocker
die ddr ging unter und eine lüge nam ihren lauf.---das stimmt. Die Lüge an den glauben von blühenden Landschaften--das es dem Volk nun besser ginge. Was kam--Abwicklung von Betrieben,Arbeitslosigkeit (Ost wie West)so wie unterschiedliches Lohnnivou und was ganz hart kam--war das Soziales -was man Hartz4 nennt.Städte und Kommunen haben zu knappern,um über die Runden zu kommen.Nein ,es wird noch lange dauern bis das Gesamtdeutschland wieder auf das Nivou kommt,wie es das damalige Westdeutschland hatte--vor der Wiedervereinigung.Und diesen Weg muß man gehen--den Weg nach vorne.Ob es Recht ist oder nicht--aber eine andere Lösung gibt es nicht.Also schauen wir auf das Morgen.



@ rostocker du bringst alles auf einen punkt in deinen worten. aber es wird nie wieder so sein wie früher. es soll besser werden kann nur das ziel sein und da sehe ich probleme solange es hartz4 und billigjobs gibt. ich würde, wie es alle machen, als unternehmer den staat für meine arbeitskraft bezahlen lassen. warum soll ein unternehmer denn vollzeitkräfte einstellen wenn der staat ihm die chance bietet arbeiter auszubeuten und dafür noch aufstockung zahlt?

ek 82/2


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#216

RE: die ddr ging unter und eine lüge nam ihren lauf

in Das Ende der DDR 09.10.2011 10:24
von uffz_nachrichten | 475 Beiträge

Zitat von EK 82/2
........
@ rostocker du bringst alles auf einen punkt in deinen worten. aber es wird nie wieder so sein wie früher. es soll besser werden kann nur das ziel sein und da sehe ich probleme solange es hartz4 und billigjobs gibt. ich würde, wie es alle machen, als unternehmer den staat für meine arbeitskraft bezahlen lassen. warum soll ein unternehmer denn vollzeitkräfte einstellen wenn der staat ihm die chance bietet arbeiter auszubeuten und dafür noch aufstockung zahlt?

ek 82/2



Warum? Na weil das der Sinn und Zweck des Kapitalismus ist. Oder nicht?

PS: Im Wort "Kapitalismus" steckt der Grund für die "Misere" bereits drin. Der "Sklavenhalter-Billigjobanbieter" ist nicht das wahre Übel!



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#217

RE: die ddr ging unter und eine lüge nam ihren lauf.

in Das Ende der DDR 19.03.2013 21:57
von OlsenWeilrode | 191 Beiträge

Zitat von Oss`n im Beitrag #213

Zitat von brummitga
Feliks, hast Du damals nicht auch Dein Begrüßungsgeld bekommen und Dein "Vermögen" günstig umtauschen können?


Dann mußt du aber auch gleich die Frage anschließen, wo dieses sogenannte" Begrüßungsgeld" dann geblieben ist. Wieviel von den 100 DM ist wohl im Osten angekommen ? Oder war es nicht ein geschickter Schachzug, neben Bananen und bunten Kugelschreibern, damit den "Ossis" die bundesdeutschen Segnungen vorzulügen ? Ich kann mich noch sehr gut erinnern; damals habe ich einer in dieser Euphorie fast bewußtlos gewordenen Bekannten gesagt, dass wir diese 100 DM bis auf den letzten Pfennig schmerzhaft zurück zahlen werden. Da hat sie mich als "rotes Schwein" betitelt. Keinen Monat später schimpfte sie auf Kohl "der hat uns verarscht"; ihr Mann (gehbehindert) hatte als erster im Betrieb seinen Arbeitsplatz verloren.

Gruß brummitga [/quote


Keiner wurde gezwungen sein "Begrüßungsgeld" zu empfangen]
Oss`n



Hallo Oss'n,

manche Menschen lassen sich auch mit Geld zwingen...

HG 82/I
Olsen


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#218

RE: die ddr ging unter und eine lüge nam ihren lauf.

in Das Ende der DDR 19.03.2013 22:02
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Wenn alle bösen Westler so scheiße zu Euch waren, warum habt Ihr Euch nicht Nordkorea angeschlossen?


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#219

RE: die ddr ging unter und eine lüge nam ihren lauf.

in Das Ende der DDR 20.03.2013 00:17
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Das hätte der Trabi nicht durchgehalten bis dahin.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#220

RE: die ddr ging unter und eine lüge nam ihren lauf.

in Das Ende der DDR 20.03.2013 09:31
von 94 | 10.792 Beiträge

Also bis Kambodscha ham's die Pappen schonemal geschaft ... http://www.travelchanneltv.de/series-info.asp?ID=1482
Und wenn man in der Wüste Gobi anders abgebogen wäre ...


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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