#1

Fluchtgedanken an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 12.06.2011 13:19
von Angelo | 12.392 Beiträge

Liebe Grenzer, jetzt mal ehrlich wer von euch hatte Fluchtgedanken als er so nahe am Grenzstreifen stand Gerade die Gakl hatten ja nur wenige unkomplizierte Schritte in die Freiheit des Westens.....waren diese Gedanken auch bei euch im Kopf.......? Wenn ja....warum habt ihr es dann nicht gemacht ?


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#2

RE: Fluchtgedanken an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 12.06.2011 13:35
von Pit 59 | 10.131 Beiträge

Angelo ich hatte es schon mal hier geschrieben,wenn ich zu der Zeit nicht schon Verheiratet gewesen wäre,hätte ich es getan.Unser Bereich (Battalionssicherung) war zu der Zeit (Ende 70er) noch nicht Überall Pioniertechnisch ausgebaut,und an manchen stellen ging es auch gar nicht,oder nur mit Rießigen Aufwand.Es hat schon gereizt,und man hat sich Seine Gedanken gemacht.Und ich möchte es hier Ausdrücklich betonen,nur wenn man seinen Kameraden kein Haar dabei krümmt.Und das war an Vielen PP möglich,nicht nur Gakl sind" Feindwärts "gelaufen.Oder man hatte einen Schlüssel für die Gasse vom Interzonen Zug.


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#3

RE: Fluchtgedanken an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 12.06.2011 13:41
von Commander | 1.055 Beiträge

Familie,Freunde,Arbeit im Osten,keine Westverwandten die mich hätten"auffangen"können.Ich wollte nur meinen GWD ordentlich u.ohne Vorkommnisse zu Ende bringen.Ich habe nie an eine Flucht gedacht.In meinen Beruf habe ich immer gehofft,mal Grenzüberschreitend fahren zu können,da hätte ich das gehabt,was ich wollte,die große weite Welt kennenzulernen u.wenn es auch nur Europa war.Leider war mir das bis 1990 nicht vergönnt,die Gründe weiß ich nicht.Habe aber alles nachgeholt.Im Nachhinein bin ich auch Heute noch der Ansicht,daß ich es richtig gemacht habe.
Gruß Commander.



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#4

RE: Fluchtgedanken an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 12.06.2011 14:26
von Greso | 2.377 Beiträge

Zitat von Pit 59
Angelo ich hatte es schon mal hier geschrieben,wenn ich zu der Zeit nicht schon Verheiratet gewesen wäre,hätte ich es getan.Unser Bereich (Battalionssicherung) war zu der Zeit (Ende 70er) noch nicht Überall Pioniertechnisch ausgebaut,und an manchen stellen ging es auch gar nicht,oder nur mit Rießigen Aufwand.Es hat schon gereizt,und man hat sich Seine Gedanken gemacht.Und ich möchte es hier Ausdrücklich betonen,nur wenn man seinen Kameraden kein Haar dabei krümmt.Und das war an Vielen PP möglich,nicht nur Gakl sind" Feindwärts "gelaufen.Oder man hatte einen Schlüssel für die Gasse vom Interzonen Zug.


Das ist richtig was Pit 59 schreibt,und zu meiner Zeit 1966 an der Grenze ,gab es noch keine ,,Gakl,,und ich hätte auch rüber gehen können.
Ob da mein Posten oder ich das zugelassen hätten???Ich wollte es nicht denn ich hatte Familie mit Kind.
Greso


zuletzt bearbeitet 12.06.2011 14:26 | nach oben springen

#5

RE: Fluchtgedanken an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 12.06.2011 16:53
von S51 | 3.733 Beiträge

Nein, ich hatte mein Wort gegeben. Fühlte mich meinem Land, als dass ich die DDR durchaus empfand, auch verbunden.
So etwas hätte ich vor mir selber sonst als Verrat empfunden. Nicht nur vor mir sondern auch Familie und Bekannten, die höchstwahrscheinlich durch eine solche Handlung Nachteile gehabt hätten.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


Fritze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#6

RE: Fluchtgedanken an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 12.06.2011 17:16
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Ohne jetzt lange suchen zu müssen.... Fluchtgedankenspiele bei Grenzern? ...würde ich sagen das Thema gibts hier mindestens schon einmal


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#7

RE: Fluchtgedanken an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 12.06.2011 17:25
von Pit 59 | 10.131 Beiträge

Ist Trotzdem Interessant.


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#8

RE: Fluchtgedanken an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 12.06.2011 17:31
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Kann man ja auch dort fortsetzen! Nnur immer wieder die gleichen Themen neu eröffnen bringt ja auch nichts, dann lieber die alten wieder aktivieren...


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 12.06.2011 17:32 | nach oben springen

#9

RE: Fluchtgedanken an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 12.06.2011 17:34
von Pit 59 | 10.131 Beiträge

Wo Du Recht hast haste Recht,Stimmt.


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#10

RE: Fluchtgedanken an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 12.06.2011 17:41
von Angelo | 12.392 Beiträge

Lasst uns bitte hier weiter schreiben......die alten Threads sind überhaupt nicht mehr Up to Date....also bitte weiter im Thema


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#11

RE: Fluchtgedanken an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 12.06.2011 17:50
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Konnte man es eigentlich beeinflussen, ob man zu den Grenztruppen kam? Wenn man zum Beispiel seine Flucht von langer Hand planen wollte, ohne sich verdächtig zu machen?
Theo


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#12

RE: Fluchtgedanken an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 12.06.2011 17:57
von bendix | 2.642 Beiträge

Wenn Du so fragst @Theo konnte man das natürlich nicht denke ich.
Aber wenn jemand den Gedanken daran hegte und man es ihm nicht ansah oder anders seine Fluchtgedanken erahnen konnte,währe derjenige natürlich "glücklich" über eine solche Entscheidung seitens des WKK.
Man hatte mich gefragt ob ich an die Grenze wolle oder zu den Mot-Schützen,ich wählte die Grenze,ohne den Hintergedanken abhauen zu wollen.Ich hatte Familie hier und Arbeit.

Gruß bendix


Das Zufriedene ist leise,das Unzufriedene ist laut.
Gefreiter der Grenztruppen -1980 GAR 40 Oranienburg/Falkensee-GR 34 Groß-Glienicke 1981-1982
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#13

RE: Fluchtgedanken an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 12.06.2011 18:14
von linamax | 2.018 Beiträge

Zitat von Angelo
Liebe Grenzer, jetzt mal ehrlich wer von euch hatte Fluchtgedanken als er so nahe am Grenzstreifen stand Gerade die Gakl hatten ja nur wenige unkomplizierte Schritte in die Freiheit des Westens.....waren diese Gedanken auch bei euch im Kopf.......? Wenn ja....warum habt ihr es dann nicht gemacht ?


Hallo Angelo
Die hatte ich von Anfang an ,nur das es so einfach war hätte ich nicht gedacht .
Gruß linamax


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#14

RE: Fluchtgedanken an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 12.06.2011 18:16
von Commander | 1.055 Beiträge

Ich denke mal,beeinflussen konnte man es nur,wenn man sich länger verpflichtete.Beim GWD mußte man nehmen was man kriegte.Ich wurde gemustert für"Kfz-Wesen",keine Angabe der Waffengattung,schließlich einberufen zur Grenze.Erfahren habe ich das zur Einberufungsüberprüfung,die,glaube ich,2 Monate vorher war.Wenn ich vorgehabt hätte,zu flüchten,wäre die Zeit zur Planung doch recht knapp gewesen.Zumal der Einsatzort erst am Ende der Grundausbildung bekannt gegeben wurde.



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#15

RE: Fluchtgedanken an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 12.06.2011 18:56
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Ich denke, nach der Entlassung kannte man "seine Grenze". Das konnte ein Vorteil bei der Flucht sein. Weniger in Berlin als an der Staatsgrenze West. Man musste dann nur unentdeckt bis ins Sperrgebiet gelangen, was offenbar aber nur etwa 10 Prozent schafften.
Theo


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#16

RE: Fluchtgedanken an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 12.06.2011 19:40
von Greso | 2.377 Beiträge

Ich wurde zu den Panzern gemustert und als der Befehl kam,erfuhren wir erst am Bahnhof in Dessau wo es hin ging.Also keiner bekam vorher eine Information.
Zum ,,meine Grenze kennen,habe ich einen Fall erlebt,wo die Flüchtlinge einen Plan hatten.Der noch nicht veraltet war aber leider wurde die Gasse,die im Plan ohne Minen war vermint. Es kam zur Festnahme und zum Beinverlust.
Greso


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#17

RE: Fluchtgedanken an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 12.06.2011 19:47
von rustenfelde | 676 Beiträge

Nö,
mir (uns) ging es doch gut in der DDR- bis auf kleine Ausnahmen.


Gruß RF


"Ich weiß nicht, dass ich jemals von der zauberhaften Schönheit eines Erdfleckens so innerlichst berührt worden wäre."
Theodor Storm über das Eichsfeld (1856)


zuletzt bearbeitet 12.06.2011 19:49 | nach oben springen

#18

RE: Fluchtgedanken an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 12.06.2011 19:57
von RalphT | 874 Beiträge

Für mich ein sehr interessanter Beitrag.

Da ich ja nun nicht auf dieser Seite aufgewachsen bin, frage ich mich des öfteren, ob ich die Absicht gehabt hätte das Land zu verlassen. Und natürlich die Folgerung, ob ich es auch tatsächlich gewagt hätte.
Da ich nun ein etwas vorsichtiger Mensch bin, hätte ich viel Wert auf "vorherige Aufklärung" gelegt. Aber wie sich das auch in dem vorherigen Beitrag zeigt, kann sich eine Gegegenheit sehr schnell ändern, indem dort z.B. ein Abschnitt vermint wird.

Zitat
Man musste dann nur unentdeckt bis ins Sperrgebiet gelangen, was offenbar aber nur etwa 10 Prozent schafften.


Für mich eine etwas schwer nachvollziebare Prozentzahl. Kann ich mir als Laie nicht so ganz vorstellen. Lag es an der mangelden vorherigen Aufklärung oder waren diese ersten Sperrzäune auch sehr gut gesichert?

Ich dachte immer, dass an der eigentlichen Grenze alles "aufgefahren" wurde, damit dort keiner durch kam?


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#19

RE: Fluchtgedanken an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 12.06.2011 20:00
von linamax | 2.018 Beiträge

H

Zitat von rustenfelde
Nö,
mir (uns) ging es doch gut in der DDR- bis auf kleine Ausnahmen.


Gruß RF


Hallo rustenfelde
Das meinst Du doch nicht im Ernst .
Gruß
linamax


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#20

RE: Fluchtgedanken an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 12.06.2011 20:15
von Pit 59 | 10.131 Beiträge

Für mich eine etwas schwer nachvollziebare Prozentzahl. Kann ich mir als Laie nicht so ganz vorstellen. Lag es an der mangelden vorherigen Aufklärung oder waren diese ersten Sperrzäune auch sehr gut gesichert?

Ich dachte immer, dass an der eigentlichen Grenze alles "aufgefahren" wurde, damit dort keiner durch kam?@ralphT

Bei 10% kann man aber nicht von mangelnder vorheriger Aufklärung Sprechen.Die Kontrollen haben ja schon vor dem Sperrgebiet (5Km) angefangen,zum Beispiel im Zug von Eisenach nach Gerstungen.Auch konnte Niemand den Bahnhof Gerstungen Unkontrolliert verlassen.der Erste Sperrzaun war der GSZ (Grenzsignalzaun) vieleicht 500m vor dem eigentlichem Metallgitterzaun,welcher auch kaum ohne Alarm Auszulösen Überwunden werden konnte.


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