#1

Auszeichnungen der DDR für gute Bürger im Arbeiter und Bauernstaat

in Leben in der DDR 23.04.2009 12:46
von Angelo | 12.396 Beiträge

Ich habe mal im Internet ein bisschen gesucht und bin da auf das Thema "Auszeichnungen der DDR" gestoßen. Es gab anscheinend jede menge Auszeichnungen die man in der DDR erlangen konnte allerdings konnte ich nicht raus finden wer welche Auszeichnung für was bekommen hat. Vielleicht kennt ihr ja als ehemalige DDR Bürger die ein oder andere Auszeichnung und könnt diese erklären.


# Held der Arbeit ?
# Hervorragender Wissenschaftler des Volkes ?
# Heinrich Greif Preis ?
# Heinrich v. Kleist Kunstpreis ?
# Kunstpreis der DDR ?
# Kunstpreis des DTSB ?
# Kunstpreis der FDJ ?
# Kunstpreis des FDGB ?
# Aktivist der sozialistischen Arbeit ?
# Verdienter Aktivist ?
# Kollektiv der sozialistischen Arbeit ?
# Hervorragender Genossenschaftler ?
# Meisterbauer der genossenschaftlichen Produktion ?
# Verdienter Arzt des Volkes
# Verdienter Lehrer des Volkes ?
# Verdienter Eisenbahner der DDR ?
# Verdienter Bergmann der DDR ?
# Verdienter Techniker des Volkes ?
# Verdienter Erfinder ?
# Hervorragender Jungaktivist ?
# [[Hervorragende/s Jugendbrigade/kollektiv der DDR]]
# Architekturpreis der DDR ? 1976
# [[Auszeichnung energiewirtschaftlich vorbildlich arbeitender Betrieb] 1978
# Betrieb der soz. Arbeit ? 1969
# Cisinski Preis ? 1956
# Designerpreis der DDR ? 1978
# Ehrenzeichen der DVP ? 1959
# Ehrenzeichen für Körperkultur und Sport ?1969
# Fliegerkosmonaut der DDR ? 1978
# Friedrich-Engels-Preis ? 1970
# GutsMuths-Preis ? 1961
# Heinrich Heine Preis ? 1956
# Held der DDR 1975
# Jacob und Wilhelm Grimm Preis der DDR ? 1979
# Johannes R. Becher Preis ? 1958
# Lessing Preis ? 1954
# Meister des Sports ? 1954
# Meisterhauer ? 1950
# Preis für künstlerisches Volksschaffen ? 1955
# Rudolf Virchow Preis ? 1960
# Theodor Körner Preis ? 1970
# Verdienter Mitarbeiter der Staatssicherheit ? 1969
# Verdienter Angehöriger der Grenztruppen ? 1975
# Verdienter Angehöriger der NVA ? 1975
# Verdienter Angehöriger der Zivilverteidigung ? 1977
# Verdienter Bauarbeiter der DDR ? 1972
# Verdienter Chemiearbeiter der DDR ? 1975
# Verdienter Energiearbeiter der DDR ? 1975
# Verdienter Genossenschaftsbauer der DDR ? 1977
# Verdienter hochschullehrer der DDR ? 1975
# Verdienter Jurist der DDR ? 1979
# Verdienter Meister ? 1953
# Verdienter Metallarbeiter der DDR ? 1975
# Verdienter Metallurge der DDR ? 1975
# Verdienter Militärflieger der DDR ? 1974
# Verdienter Mitarbeiter der Planungsorgane der DDR ? 1978
# Verdienter Mitarbeiter der Zollverwaltung der DDR ? 1972
# Verdienter Mitarbeiter des Finanzwesens der DDR ? 1978
# Verdienter Mitarbeiter des Handels der DDR ? 1975
# Verdienter Seemann ? 1965
# Verdienter Tierarzt der DDR ? 1952
# Verdienter Volkspolizist der DDR ? 1966
# Verdienter Wasserwirtschaftler der DDR ? 1979
# Verdienter Werktätiger der Land- und Forstwirtschaft der DDR ? 1977
# Verdienter Werktätiger der Leicht-, Lebensmittel- und Nahrungsgüterindustrie der DDR ? 1975
# [Verdienter Werktätiger des Post- und Fernmeldewesens]] 1975
# Verdienter Werktätiger des Verkehrswesens der DDR ? 1975
# Verdienter Züchter ? 1952


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#2

RE: Auszeichnungen der DDR für gute Bürger im Arbeiter und Bauernstaat

in Leben in der DDR 23.04.2009 12:47
von Angelo | 12.396 Beiträge

Also schmunzeln mußte ich bei der Auszeichnung "Held der Arbeit" wann hat man diese denn bekommen?


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#3

RE: Auszeichnungen der DDR für gute Bürger im Arbeiter und Bauernstaat

in Leben in der DDR 24.06.2009 11:01
von Angelo | 12.396 Beiträge

Keine Antworten auf die ganzen Auszeichnungen?


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#4

RE: Auszeichnungen der DDR für gute Bürger im Arbeiter und Bauernstaat

in Leben in der DDR 24.06.2009 16:56
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Held der Arbeit,wenn man die Arbeitsnorm mehr als 100 % erfüllt ? Da gab es doch mal diesen Arbeiter unter Tage,der
in einer Schicht die Arbeitsnorm um 350 % überschritten hat.

Aber da müssten andere hier besser Bescheid wissen.



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#5

RE: Auszeichnungen der DDR für gute Bürger im Arbeiter und Bauernstaat

in Leben in der DDR 24.06.2009 17:07
von turtle | 6.961 Beiträge

Das war Adolf Hennecke!

Angefügte Bilder:
180px-Fotothek_df_roe-neg_0000836_003_Portrait_Adolf_Henneckes.jpg

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#6

RE: Auszeichnungen der DDR für gute Bürger im Arbeiter und Bauernstaat

in Leben in der DDR 24.06.2009 17:14
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Hallo Angelo und Zermatt!

Zunächst zu der Frage von Zermatt: Der Arbeiter war ein gewisser Adolf Hennecke. Er fuhr eine Schicht mit dieser Leistung und eröffnete damit die Aktivisten-Bewegung. Für überdurchschnittliche Arbeitsleistungen konnte man ab da mit dem Titel: "Aktivist der sozialistischen Arbeit" ausgezeichnet werden. Er wurde aber auch "Held der Arbeit" und bekam noch weitere Auszeichnungen. Und damit sind wir beim Titel "Held der Arbeit".

In einem Staat der Arbeiterklasse sollte die Arbeit nicht nur Ware sein. Eine ganze Reihe von Initiativen und Kampagnen galten der Erhöhung von Arbeitsleistungen und der Verbesserung der Arbeitsproduktivität. Die besondere Stellung der Arbeit in der sozialistischen Gesellschaft sollte mit diesem hohen Titel zum Ausdruck gebracht werden. Es war dazu nicht nur einfach eine Übererfüllung der Norm erforderlich, sondern insgesamt eine Vorbildwirkung bei der Erhöhung der Arbeitsproduktivität. Der Titel war eine nummerierte Auszeichnung (zentrales Register) und wurde, soweit ich weiß, nur an natürliche Personen vergeben. Der "kleinere Bruder", der Orden "Banner der Arbeit", wurde auch an Kollektive verliehen.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 24.06.2009 17:14 | nach oben springen

#7

RE: Auszeichnungen der DDR für gute Bürger im Arbeiter und Bauernstaat

in Leben in der DDR 24.06.2009 17:26
von Rostocker | 7.725 Beiträge

Den Orden-Kollektiv der sozialistischen Arbeit--bekam eine ganze Meisterei bzw.eine Brigade.Für hervorragende Leistungen und Qualität in ihrer Arbeit.Davon hingen auch Faktoren ab--eine bestimmte Anzahl von den Kollegen musste Mitglied in Massenorganisationen sein,w.z.B.-DSF;FDJ:ZV:Kampfgruppen.Und auch das kulturelle Leben spielte eine Rolle--wie gemeinsame Brigadeabende und Ausflüge.
Im Prinzip galten solche Auszeichnungen,als Ansporn um mehr zu leisten.
Zu diesen Auszeichnungen gab es auch noch eine Geldprämie,der Orden flog in die Schublade und das Geld wurde versoffen.


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#8

RE: Auszeichnungen der DDR für gute Bürger im Arbeiter und Bauernstaat

in Leben in der DDR 24.06.2009 18:54
von stalag-gra | 219 Beiträge

Hennecke war Bergmann im Lugauer-Oelsnitzer Steinkohlerevier (Kreis Stollberg/Erzgebirge). Im Karl-Liebknecht-Schacht (war mein Großvater auch) erfüllte er seine Norm mit 387% und über 24 Kubikmeter Kohle. Das geschah am 13.10.1948, deswegen wurde der 13. Oktober auch zum Tag der Aktivisten.


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#9

RE: Auszeichnungen der DDR für gute Bürger im Arbeiter und Bauernstaat

in Leben in der DDR 30.06.2009 15:40
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Hallo Angelo,
anbei mal 2 der von dir oben aufgef. Auszeichnungen.
Den Verdienten Angeh.der GT gab es in 2 Varianten.
Zu meiner Schande muß ich eingestehen, das der linke eine Sammleranfertigung ist.
Bei jährlich 5 Verleihungen - offiziell (1976 38 mal verliehen) kann man sich vorstellen, das Orginale fast nicht zu bekommen sind.
Anfang Dez. 1977 wurde dann das erste mal die zweite Form verliehen.
Unter anderem erhielt E. Mielke zu seinem 80. Geburtstag diese Auszeichnung zum zweiten male als Geschenk, obwohl diese Auszeichnung nur einmal an eine Person verliehen werden durfte (laut Statut)
Anbei hingen noch 5000 Mark an dieser Auszeichnung.





Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#10

RE: Auszeichnungen der DDR für gute Bürger im Arbeiter und Bauernstaat

in Leben in der DDR 09.11.2010 14:31
von Angelo | 12.396 Beiträge

Wer war noch Held ?


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#11

RE: Auszeichnungen der DDR für gute Bürger im Arbeiter und Bauernstaat

in Leben in der DDR 09.11.2010 14:59
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zitat von Angelo
Wer war noch Held ?


Den kriegten viele:
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_T...Held_der_Arbeit
1975 musste deshalb was noch besseres her:
http://de.wikipedia.org/wiki/Held_der_DDR
Viele mussten mit Bescheidenem Vorlieb nehmen.
"http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Orden_und_Ehrenzeichen_(DDR)"

Als Schweizer kommen mir die Tränen, hier gibt es kaum Ehrungen. Ich bin jetzt noch persönlich böse auf Korporal Knetebusch, der es genau genommen hat bei der Richterprüfung am Geschütz und mir deswegen wegen eines Punktes das Abzeichen an der Uniform verwehrt wurde.
http://www.vtg.admin.ch/internet/vtg/de/...bzeichenweb.pdf
Theo


zuletzt bearbeitet 09.11.2010 15:06 | nach oben springen

#12

RE: Auszeichnungen der DDR für gute Bürger im Arbeiter und Bauernstaat

in Leben in der DDR 11.11.2010 21:16
von Andy69 (gelöscht)
avatar

Zitat von stalag-gra
Hennecke war Bergmann im Lugauer-Oelsnitzer Steinkohlerevier (Kreis Stollberg/Erzgebirge). Im Karl-Liebknecht-Schacht (war mein Großvater auch) erfüllte er seine Norm mit 387% und über 24 Kubikmeter Kohle. Das geschah am 13.10.1948, deswegen wurde der 13. Oktober auch zum Tag der Aktivisten.



Hatte er sich damit Freunde gemacht?Gab es dadurch eventuell ne Normerhöhung für die anderen Kumpel?

Andy69


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#13

RE: Auszeichnungen der DDR für gute Bürger im Arbeiter und Bauernstaat

in Leben in der DDR 11.11.2010 21:28
von PF75 | 3.294 Beiträge

Zitat von Andy69

Zitat von stalag-gra
Hennecke war Bergmann im Lugauer-Oelsnitzer Steinkohlerevier (Kreis Stollberg/Erzgebirge). Im Karl-Liebknecht-Schacht (war mein Großvater auch) erfüllte er seine Norm mit 387% und über 24 Kubikmeter Kohle. Das geschah am 13.10.1948, deswegen wurde der 13. Oktober auch zum Tag der Aktivisten.



Hatte er sich damit Freunde gemacht?Gab es dadurch eventuell ne Normerhöhung für die anderen Kumpel?

Andy69




so richtig gut kam er hinterher nicht mehr an,offiziell waren natürlich alle begeistert.


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#14

RE: Auszeichnungen der DDR für gute Bürger im Arbeiter und Bauernstaat

in Leben in der DDR 11.11.2010 21:34
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Held der Arbeit-eigentlich albern so ein Titel.Jeder der frühmorgens an sein Tagewerk geht ist ein "Held" .Und davon gibs viele.Ohne Titel.



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#15

RE: Auszeichnungen der DDR für gute Bürger im Arbeiter und Bauernstaat

in Leben in der DDR 11.11.2010 22:03
von Boelleronkel (gelöscht)
avatar

Zitat von Zermatt
Held der Arbeit-eigentlich albern so ein Titel.Jeder der frühmorgens an sein Tagewerk geht ist ein "Held" .Und davon gibs viele.Ohne Titel.



Stimmt,nur so wurde das nix inne kleine DDR mit Titel und Orden.
Rostocker hats ja schon angedeutet,Du konntest schon einen guten JOB machen,nur ohne die erwähnten Beteiligungen an den gessellschaftlichen sozialistischen Massenorganisationen war mal nix mit Auszeichnungen dieser Art.

Weiter verbreitet war der Titel "Aktivist der sozialistischen Arbeit" der ging an Einzelpersonen in Kollektiven,heute würde man Team sagen,wenn dann das Kollektiv insgesamt nicht als "geeignet"angesehen wurde.
(Mangelnde Qoute bei den Mitgliedschaften in genannten Organisationen)
In einem Betrieb etwas mehr,je nach Rotfärbung..z.B.hochangesehene Kombinatsbetriebe,in anderen etwas weniger,sagen wir mal einer
Tierkörperverwertungsanstalt.
Gruss BO


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#16

RE: Auszeichnungen der DDR für gute Bürger im Arbeiter und Bauernstaat

in Leben in der DDR 11.11.2010 22:25
von Peter1960HH | 125 Beiträge

zwei gedanken über die würdigung besonderer Arbeitsleistungen:

1. Die Möglichkeit der Steigerung einer Arbeitsleistung auf über 350 % läßt berechtigte Zweifel über die bis dato geleistete Arbeit zu.

2. Ich hatte als Schüler der 10. Klasse, die Möglichkeit, in einem metallverarbeitenden Betrieb einen drei-wöchigen Schichtturnus (Früh-Spät-Nacht) an zerspanenden Maschinen zu leisten.

Diese Arbeiten wahren begehrt - durch die (ebenfalls in einem metallverarbeitenden Betrieb, meinem späteren Lehrbetrieb) stattfindende Ausbildung an zerspanenden Maschinen in den 10. Klassen im Rahmen des "Unterrichtes in der Produktion - UTP" hatte ich die nötigen Kenntnisse und Fertigkeiten, nach kurzer Einweisung in die spezifischen Maschinen die volle Arbeitsleistung zu erzielen.

Ich war jung und leistungsfähig und leistungsbereit, denn die Bezahlung erfolgte nach Normpunkten und war letztlich eine Accord-Arbeit - letztlich also nach Leistung. Schichtzuschläge ergänzten den Lohn. Da diese Ferienarbeiten gefördert wurde, fielen keine SV-Beiträge an, die übernahm der Betrieb und Steuen sowieso nicht, weil nur eine dreiwöchige Beschäftigung vorlag.

Summa Sumarum hatte ich, wenn ich mich recht erinnere, dadurch rund 1.400,00 Mark der DDR in 3 Wochen verdient.

Damit konnte man schon ordentlich Urlaub machen.

ABER, was will ich , neben vielen anderen Andeutungen (man möge sie selbst entdecken) sagen:

Das erste, was mir meine Verwandten, von denen einige im selben Betrieb arbeiteten - einer war zwar nicht in der gleichen Schicht wie ich aber in der selben Abteilung mit auf den Weg gaben:

"Junge, arbeite ordentlich, von deiner qualitätsgerechten Leistung hängt das Ergebnis und damit der Verdienst der Nachfolgeschichten und Abteilungen ab. Machst DU Murks, müssen das andere ausbaden.

UND, wir haben alle nichts dagegen, dass du gutes Geld verdienen willst.

Du wirst merken, mit frischen Kräften sind die Normen sehr gut zu erfüllen und (vorausgesetzt, genügend Rohmaterial kommt aus der Schmiede - aber die haben uns nur selten im Stichgelassen - kannst du die Normen sicher auch mit 150 % erfüllen - die Normer von der TKO, die Partei, der FDGB und die Betriebsleitung werden dich hochleben lassen und dir nochmal Geld in die Tasche stecken.

ABER - eines sollst du auch wissen, wir hier alle im Betrieb müssen unsere Leistung jeden Tag und Nacht, jeden Woche, jeden Monat, jedes Jahr viele Jahre lang erbringen.

Ich habs mir zuherzen genommen. Mein Großcousin, der aus der selben Abteilung, gab mir nach den ersten Tagen den Tip - 105 % sind ein Muss, 110% bringen sie auch immer wieder mal, man zeigt ja guten Willen, für mich wären 115% - 120% OK, ich soll ja was von haben. Und der Einrichter (der die Maschinen bestückte usw. und kleinere Dinge ausbessern konnte heist XYZ, der hat ein gutes Auge auf deine Maschinen.

So lief das 1977 (und auch bis 1980 kann ich ähnliches aus verschiedenen Abteilungen meines Lehrbetriebes berichten. Niemand hatte ein Interesse an Gammelei, der ging an die Lohntüte - und das ohne irgendwelche speziellen Zwangsmassnahmen - es fehlten einfach Lohnbestandteile, die nicht erbracht wurden. Allerdings sollte es auch nicht so ausarten, dass die Menschen daran kaputtgingen.

Die Themen Arbitsbummelei, Schummeleien bei Leistungsabrechnungen, Alkoholismus im Betrieb, Diebstahl von Material und Werkzeugen ( Ja Ja, da hatte mal einer gesagt: "Aus unseren sozialistischen Betrieben ist noch viel mehr hrerauszuholen" - ein wahrer Schenkelklopfer, den jeder heute schon bei zwei Pfandbons und 3 Cent Stromkosten mit der Existenz bezahlt) - all solche und nocheinige andere Missstände, die es immer und überall gab die aber nicht, überhaupt nichts mit sozialistischen Ideen gemeinsam haben - die Themen überlass ich euch - sonst wird das doch noch ein Roman hier.



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#17

RE: Auszeichnungen der DDR für gute Bürger im Arbeiter und Bauernstaat

in Leben in der DDR 11.11.2010 22:52
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zitat von Peter1960HH
(...)Die Themen Arbitsbummelei, Schummeleien bei Leistungsabrechnungen, Alkoholismus im Betrieb, Diebstahl von Material und Werkzeugen ( Ja Ja, da hatte mal einer gesagt: "Aus unseren sozialistischen Betrieben ist noch viel mehr hrerauszuholen" - ein wahrer Schenkelklopfer, den jeder heute schon bei zwei Pfandbons und 3 Cent Stromkosten mit der Existenz bezahlt) - all solche und nocheinige andere Missstände, die es immer und überall gab die aber nicht, überhaupt nichts mit sozialistischen Ideen gemeinsam haben - die Themen überlass ich euch - sonst wird das doch noch ein Roman hier.



Wurde aber laut meinem Bekannten, der damals Brigadier in einem Betrieb war, zu einem Riesenproblem, wenn man zuviele absolut unfähige, faule und disziplinlose Mitarbeiter integrieren musste. Die Leistung war tiefer, die Prämie niedriger und das Arbeitsklima frostiger. Die Stellensicherheit in der DDR hatte auch ihre Schattenseiten und war eigentlich schlecht für die arbeitswilligen, karriereorientierten Mitarbeiter.
Theo


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#18

RE: Auszeichnungen der DDR für gute Bürger im Arbeiter und Bauernstaat

in Leben in der DDR 12.11.2010 01:16
von wosch (gelöscht)
avatar

Hier mal etwas zur Normerfüllung aus dem Jahre 1961/62 und wie es praktisch gehandhabt wurde.
Der Stundenlohn für einen gelernten Maurer betrug damals 1,54 Mark. Der daraus resultierende Monatslohn reichte selbst bei den billigen Brötchenpreisen vorne und hinten nicht zu einem menschenwürdigen Leben. Alternativ hatte man nur die Möglichkeit im "Leistungslohn" einen höheren Verdienst zu erlangen. Im Leistungslohn lag der Stundenlohn dagegen bei 1,57 Mark und dieser Betrag galt für eine Leistung von 100 %. Das heißt, es gab für alle zu verrichtenden Arbeiten vorgebene Zeit- Normen, rechnete man zum Beispiel eine Dekade mit 200 % ab, so erhielt man für die geleisteten Stunden in dieser Zeit einen Stundenlohn von 3,14 Mark. Unsere Brigade rechnete im Durchschnitt monatlich mit 210- 220 % ab und mein monatliches Einkommen betrug dadurch ca 550,-Mark. Wohlgemerkt mit einer Arbeitsleistung von 210-220%. Wir waren also Alle kleine Aktivisten, bekamen aber für unsere Leistungen keine Auszeichnungen an die Brust geheftet, sondern man setzte uns regelmäßig die Normen hoch, wenn wir an die 220% rankamen. Um diese 550,-Mark weiterhin nach Hause bringen zu können, mußten wir also unsere Arbeitsleistung ständig erhöhen. Zu meiner Zeit in der DDR wurde uns eingeredet, daß das Leistungssystem ein dem Wektätigen gegenüber im Gegensatz zu dem Akkord-System im kapitalistischen Westen das bessere, sprich: das gerechtere Lohnsystem sei und es wurde der Slogan "Akkord ist Mord" von der SED erfunden, um die "Ausbeuteung" im Leistungslohnprinzip zu rechtfertigen. Wie wir auch im Winter bei über 15 Grad minus auf dem Bau auf über 200 % Arbeisleistung kamen ist mir heute noch ein Rätsel, eine Schlechtwettergeldregel wie bei den angeblich "armen ausgebeuteten westdeutschen Bauarbeitern" gab es nämlich nicht. Man zwang uns in den Leistungslohn und bestrafte uns bei guter Leistung mit regelmäßiger Erhöhung der Normen. Als ich 1962 in die BRD "übersiedelte" betrug der Stundenlohn für einen Maurer 3,21 DM und es wurde durchweg 0,30 DM die Stunde über Tarif bezahlt, ohne daß man über 200 % Leistung erbringen mußte. Gut eingespielte Akkordarbeiter brachten damals dagegen 10,- bis 15,-DM die Stunde nach Hause. Unentgeltliche Aufbaustunden (wie in der DDR) brauchte ich im Westen nicht leisten, für meine damals gerne geleisteten Überstunden bekam ich Überstundenzuschläge und mit dem verdienten Geld konnte ich mir hier auch etwas leisten.
Die übliche Quartalsprämien in der DDR zu damaligen Zeit, gingen zumindestens bei uns immer an gleichen Leute wie Brigadier, Bauleiter und Kaderleiter, für uns die die Arbeit machten reichte es in der Regel gerade mal für einen kurzen Rausch! Soviel aus der Zeit um 1961/62.
Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 12.11.2010 01:39 | nach oben springen

#19

RE: Auszeichnungen der DDR für gute Bürger im Arbeiter und Bauernstaat

in Leben in der DDR 12.11.2010 05:14
von chucky | 1.213 Beiträge

Moin Jungs,

mein vater hat banner der arbeit und noch mehr, nur 16 stunden in der megu buddeln um uns wennster zu füttern, naja.

iss ja auch mit 76 nach unten


zuletzt bearbeitet 12.11.2010 05:15 | nach oben springen

#20

RE: Auszeichnungen der DDR für gute Bürger im Arbeiter und Bauernstaat

in Leben in der DDR 12.11.2010 07:10
von Weichmolch (gelöscht)
avatar

@wosch,

Deine Erinnerungen an das Lohnsystem im Bauwesen in den von Dir genanntem Zeitraum triff vollständig zu. Bis zum Ende der DDR hat es noch ettliche Modelle der Entlohnung auf dem Bau gegeben, die jedoch die Probleme nur kaschierten, nicht lösten. Ganze Bücher sind darüber geschrieben worden, Institute waren damit jahrelang beschäftigt. Und dann gab es noch eine Kraft, die sich ständig darin einmischte, das waren sie SED-Bezirksleitungen. Das führte dann immer wieder zu grotesken Situationen.
Heute Abend kann ich hier noch einige Anekdoten schreiben, und damit wir beim Thread bleiben, auch über einen "Held der Arbeit".

Weichmolch


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